Weisheiten 4


Ach, man fühlt mit sechzehn Jahren
Leicht der Liebe Lust und Schmerz.
Mélesville - Herolds Oper: Zamba, I, 2

Ach, man lernt, wenn man muss; man lernt, wenn man einen Ausweg will; man lernt rücksichtslos. Man beaufsichtigt sich selbst mit der Peitsche; man zerfleischt sich beim geringsten Widerstand.
F. Kafka, Ein Bericht für eine Akademie

Ach, man schlägt sich, man verträgt sich,
und ganz plötzlich ist man sechzig.
Ein Jahr ins andre schiebt sich,
und auf einmal ist man siebzig.
Kaum noch viel Gedanken macht sich,
wer sich zubewegt auf achtzig.
Schafft er?s wohl auch noch bis neunzig?
Günstig wär?s, denn?s reimt sich.

Ach, man sparte viel,
Seltner wäre verruckt das Ziel,
Wär weniger Dumpfheit, vergebenes Sehnen,
Ich könnte viel glücklicher sein -
Gäbs nur keinen Wein
Und keine Weibertränen!
Goethe, Stoßseufzer

Ach, manchmal wäre es eine Wohltat gewesen, jemand zu haben, der einem Befehl gäbe, einem alles abnähme.
Heinrich Mann, Abdankung

Ach, Mensch, betracht', wie Gott verlacht all deinen Pracht, der in einer Nacht wird zu nichts gemacht.

Ach, mich tötet ihr Gesinge
Von erlog'nen Liebesschmerzen.
Heine, Die Harzreise

Ach, Mudder, all dit Gêle.
Pommern
hdt] Ach Mutter, all dies Gelbe.
i] Scherzhafte Verwunderung über die Menge von irgendetwas.

Ach, Mutter, i cha nit spinne, der Finger tut mehr weh; der Gyger spannt d' Saite, tanze chönt i eh.
Schweiz

Ach, Natur, wie sicher und groß in allem erscheinst du!
Goethe, Euphrosyne

Ach, neige,
Du Schmerzenreiche,
Dein Antlitz gnädig meiner Not!
Goethe, Faust I, Zwinger (Gretchen) Vs 3617

Ach, niemand ist beglückt vor seinem Tod zu nennen. -
Wie glücklich uns die Ärzte machen können!
Joh. Christoph Friedr. Haug, Hundert Epigramme auf Ärzte, die keine sind (1806), Nr. 43, Nemo ante obitum felix

Ach, nun fällt mi all mîn klên Geld bî.
Brandenburg
i] Wie der Beichtgroschen, so ist die Vergebung. Ein Ausruf, der häufig erfolgt, wenn jemand durch irgendeinen Umstand an etwas erinnert wird, was er hätte tun sollen, aber bisher zu tun vergessen hat.

Ach, nun tröstet seine Stunden
Gutes Wort und Freundesruf.
Goethe, Rinaldo (Chor)

Ach, nun wird mir immer bänger!
Goethe, Der Zauberlehrling

Ach, nur einen Tropfen Vergessenheit, und mit Wollust würde ich katholisch werden.
Heinrich von Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 21. Mai 1801

Ach, Scheiden, ach, ach!
Wer hat doch das Scheiden erdacht.
Das hat mein jung Herzelein
So frühzeitig traurig gemacht.
Clemens Brentano/Achim von Arnim, Des Knaben Wunderhorn

Ach, Scheiden, wie tust du so weh, sagte der Fünfte, dem war das Hemd in Arsch gebacken.

Ach, schneller ändert sich einer Stadt Gestalt als das Herz der sterblichen Menschen.
Charles Baudelaire (1821-1867), Les Fleurs du Mal: Tableaux parisiens

Ach, sie haben einen guten Mann begraben(, und mir war er mehr!).
i] Sprichwörtlich bei Begräbnisen nach dem Gedicht von M. Claudius: 'Bei dem Grabe meines Vaters.'

Ach, sie haben so großartig gearbeitet, unsere Vorfahren, so vieles geschaffen, wofür wir ihre große Arbeit lieben und verehren müssen, die sie überall um uns her getan haben.
Maxim Gorki (1868-1936), Der Morgen

Ach, so viele tausend Menschen kennen,
Dumpf sich treibend, kaum ihr eigen Herz...
Goethe, Warm gabst du uns...

Ach, und in demselben Flusse
Schwimmst du nicht zum zweitenmal.
Goethe, Dauer im Wechsel

Ach, Ungeduld begleitet wahre Leiden.
en] O, but impatience waiteth on true sorrow.
Shakespeare, König Heinrich VI., Dritter Teil, III,3

Ach, unsere Träume von einer schönen Gesellschaft: Studententräume, die an der Wirklichkeit zerschellen, unsere Projekte - umstreitbar, das schon -, die Wohnungen, Wohneinheiten für eine tausendköpfige Familie ... Zukunftsmusik, aber wir hörten sie schon, und wir hörten ..., dass ein Architekt nicht nur Häuser entwirft, sondern Beziehungen, die Kontakte ihrer Bewohner, eine gesellschaftliche Ordnung.
B. Reimann, Franziska Linkerhand

Ach, unsre Taten selbst, sogut als unsre Leiden,
Sie hemmen unsres Lebens Gang.
Goethe, Faust, I, 1 (Faust)

Ach, vielleicht, indem wir hoffen,
Hat uns Unheil schon getroffen!
Schiller, Lied von der Glocke

Ach, wäre unser Leben noch kürzer, da es doch so unglücklich ist!
Voltaire, Der Mann mit den vierzig Talern

Ach, warum versäumt man so viele Augenblicke, Freunden wohlzutun.
Goethe, An F. H. Jacobi, 3. 3. 1784

Ach, was haben die Herren doch für ein kurzes Gedärm.
Schiller, Die Sonntagskinder. Distichon

Ach, was ich weiß, kann jeder wissen - mein Herz habe ich allein.
Goethe, Werther 2. Buch, 9. Mai

Ach, was ist das Leben des Menschen für ein farbenwechselndes Ding!
Heinrich von Kleist, an Adolphine von Werdeck, 28./29. Juli 1801

Ach, was ist die Nacht der Ferne
Für ein Abgrund, für ein Schmerz!
Goethe, Gott und Welt - Wiederfinden

Ach, was nützt Erfahrung? Sie verführt nur dazu, dass die Leute mit Eigensinn an dem einmal Festgestellten hängen und durchaus sich nicht zugestehen, dass die Vernunft das Bessere oder das Wahre erfinde.
Bettina von Arnim, An Clemens Brentano

Ach, Weib, wie eng ist doch dein Horizont!
Und dies grad zieht den stolzen Mann zu dir!
Imre Madách, Die Tragödie des Menschen (Adam)

Ach, welch ein Geheimnis ist für mich das Geheimnis der Armut. Aber auch das lüftet sich, wenn ich es in Jesus sehe, der als Herr allen Reichtums für uns mit uns arm sein wollte.
Papst Johannes XXIII., Briefe an die Familie (Bruder Giovanni), 28. Januar 1956

Ach, welch ein Kummer, Frau Nachbarin: Der Hirsch wechselt sein Geweih nur einmal im Jahr und Euer Gatte alle Tage!
sp] Ay, que trabajo, vecina: El ciero muda el penacho cada año ¡y vuestro marido cada dia!

Ach, welche Lust, Soldat zu sein!
Eugène Scribe und Boieldieu, Die weiße Dame

Ach, Weltgeschichte, wundersamesBuch!
Aus dem ein jeder etwas andres liest:
Der eine Heil, der andere Verdammnis,
Der eine Leben und der andere Tod.
Petöfi, Der Apostel

Ach, wenn du nur noch Hörner hättest!
Kroaten

Ach, wenn es doch immer so blieb'.
Kotzebue: Trost beim Scheiden (Wir sitzen so fröhlich beisammen)

Ach, wenn Götter uns betören,
Können Menschen widerstehn?
Goethe, Claudine von Villa Bella A I Sz 1
Pedro Vs 370

Ach, wenn ich doch meinen Kopf einem andern hinterlassen könnte.
Mirabeau, Auf dem Sterbebett

Ach, wenn ich nur schon geprügelt wäre, sagte der Junge, als er eine Flasche mit Bier zerschlagen hatte.

Ach, wenn ick doch man schêten (Manschêden) harr.
Pommern
i] Eigentlich, wenn ich doch nur geschissen hätte, soll aber, einen aufallend über seine Mittel Geputzten verspottend, heißen: wenn ich doch Manschetten hätte.

Ach, wenn in uns'rer engen Zelle
Die Lampe freundlich wieder brennt,
Dann wird's in unserm Busen helle,
Im Herzen, das sich selber kennt.
Vernunft fängt wieder an zu sprechen
Und Hoffnung wieder an zu blühn;
Man sehnt sich nach des Lebens Bächen,
Ach! nach des Lebens Quelle hin.
Goethe, Faust I, Studierzimmer

Ach, wenn man doch ein richtiger Schriftsteller wäre; es wird alles nicht so, wie man möchte. Solange man schreibt, geht es noch, aber wenn man es dann gedruckt vor sich hat, möchte man gar nicht mehr hinsehen.
Krupskaja, an A. I. Uljanowa Jelisarowa, 11. 2. 1914

Ach, wenn man so lange gelebt wie ich und über ein halbes Jahrhundert mit so klarem Bewußtsein zurückschaut, so wird einem das Zeug alles, was geschrieben wird, recht ekelhaft.
Goethe, F. v. Müller, 28.3.1830

Ach, wenn sie nur Herzen hätten.
Heine, Prolog aus der Harzreise

Ach, wenn wir schon Fabeln und Wundergeschichten nötig haben, so sollen sie wenigstens ein Symbol der Wahrheit sein!
Voltaire, Der ehrliche Hurone

Ach, wenn's Brot wäre, sagte jener Hungrige, als er eine Perle fand.

Ach, wer bringt die schönen Tage,
Jene Tage der ersten Liebe,
Ach, wer bringt nur eine Stunde
Jener holden Zeit zurück!
Goethe, Erster Verlust

Ach, wer heilet die Schmerzen
Des, dem Balsam zu Gift ward?
Der sich Menschenhaß
Aus der Fülle der Liebe trank?
Erst verachtet, nun ein Verächter,
Zehrt er heimlich auf
Seinen eignen Wert
In ungnügender Selbstsucht.
Goethe, Harzreise im Winter

Ach, wer ich daheym.
la] Utinam domi sim.

Ach, wer ruft nicht so gern Unwiederbringliches an!
Goethe, Euphrosyne

Ach, wie bald, ach, wie bald
schwindet Schönheit und Gestalt.
Wilhelm Hauff, Reiters Morgengesang

Ach, wie freut es mich, mein Liebchen,
Dass du so natürlich bist;
Unsre Mädchen, unsre Bübchen
Spielen künftig auf dem Mist!
Goethe, Musen und Grazien in der Mark

Ach, wie glücklich sind die Toten!
Schiller, Das Siegesfest

Ach, wie ist das eine schwere Pein, sich plagen und ohne Verdienst zu sein.

Ach, wie ist der Mensch zerbrechlich,
Ach wie flüchtig unaussprechlich
Eilt die Zeit und nimmt ihn mit!
Fr. Rückert, Jugendlieder VI

Ach, wie ist Natur so schwer!
Flotow, Martha, I, 3 (Tristan)

Ach, wie ist's möglich dann,
dass ich dich lassen kann!
F. Kücken, Thüringisches Volkslied, vertont von M. Ernemann, 1825

Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig
ist des Menschen Ehre!
Über den, dem man hat müssen
heut' die Hände höflich küssen,
geht man morgen gar mit Füßen.
Michael Frank, Von der Eitelkeit

Ach, wie schlecht steht es um den menschlichen Geist, wenn er jäh in die Tiefe geworfen ist. Und wie zwangsläufig eilt er dann aus dem Licht in die Finsternis.
Notker III. Labeo, Kommentierte Boethius-Übersetzung

Ach, wie schön war die Wirtsfru, sagte der Knecht; ach wie hässlich ist die Rechnung, sagte der Herr.

Ach, wie sehr verlange ich nach Gesundheit! Man habe nur erst etwas vor, das etwas länger dauern soll als man selber - dann dankt man für jede gute Nacht, für jeden warmen Sonnenstrahl, ja für jede geregelte Verdauung!
Nietzsche, Brief an Erwin Rohde, Lugano, 29. 3. 1871

Ach, wie sie Freiheit schreien und Gleichheit, ich hör's, ich will folgen,
Und weil die Trepp mir zu lange währet, so spring ich vom Dach.
Goethe, Xenien

Ach, wie so trügerisch sind Weiberherzen!
Verdi, Rigoletto

Ach, wie trüb' ist mein Sinn,
wenn ich in der Fremde bin!
Max v. Schenkendorf, Muttersprache

Ach, wie übel ihnen das Wort 'Tugend' aus dem Munde läuft! Und wenn sie sagen: 'ich bin gerecht', so klingt es immer wie: 'Ich bin gerächt!'
Nietzsche, Zarathustra, II, Von den Tugendhaften

Ach, wunderbare Vermittlung des Unaussprechlichen, was die Brust bedrängt; ach, Musik!
Bettina von Arnim (1785-1859), an Goethe, Caub, undatiert

Ach, würden die Menschen doch nur antworten, wenn sie gefragt würden, und sonst schweigen und schweigen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher 1909

Ach, wüßtest du, wie's Fischlein ist so wohlig auf dem Grund.
Goethe, Der Fischer

Ach, zu des Geistes Flügeln wird so leicht
Kein körperlicher Flügel sich gesellen!
Goethe, Faust I, Vor dem Tor (Faust) Vs 1090

Ach, zum Tragen, spät und frühe
Ist zu schwer ein Herz aus Stein
Denn es macht zu große Mühe
Mächtig tun und böse sein.
Brecht, Der kaukasische Kreidekreis

Achele', bachele', bōche', is sein' beschte Melōche.
i] Acheln = essen, bacheln = bechern, bochen für bofen = schlafen.

Achim von Arnim ist wie ein Fass, wo der Böttcher vergessen hat, die Reifen festzuschlagen, da läufts denn auf allen Seiten heraus.
Goethe, an Varnhagen v. Ense, 8. Juli 1825

Achselträger.
i] Ein unaufrichtiger Höfling, Konjunkturritter.
fr] Nager entre deux eaux.
la] Duabus sellis sedere.
la] Duos linis parietes.
la] Prolixius sic effertur.
la] Chordas geminas ferire.
la] Duabus sellis sedere.

Acht Bände hat er geschrieben. Er hätte gewiß besser getan, er hätte acht Bäume gepflanzt oder acht Kinder gezeugt.
Lichtenberg, Aphorismen

Acht Ding reimen sich wohl zusammen: ein Koch und Fleisch, Bottenlauffer und ein ebener Weg, Gasterey und Fröhligte, ein zierlich Kleid und schöner volliger Mensch.

Acht Ding Sein, die ihnen selbst und anderen schaden: ein Narr, der nichts weiß, sich selbst für weise helt und andre lehren will, wer da suchet, das er nicht finden mag, ein gewaltiger, der ein Schalk ist, einer, der niemandes Rat begehrt und sich allein der weisesten schätzet, der Sich herren Dienst annimbt und weder Vernunft noch Klugheit hat, der vom Thoren Recht fordertt, wer in Seinem befohlenen ambte vntreuw ist, und ein Vngehorsamer, der sich nicht viel straffen lesset.

Acht Ding wohl zu versuchen sind: der Ochs im Pflug, der Starck im Streit, der König, der seim zorn nachgeit, der Geistlich in seim Ebenbild, der Reich an seiner Mild, der Arme an seiner willigkeit, der Kauffmann bey seiner wahr allzeit, und ein Frommer bey seiner Trew, der sich allzeit der wahrheit frew.

Acht Dinge bringen in die Wirtschaft Weh: Theater, Putzsucht, Ball und Tee, Zigarren, Pfeife, Bierglas und Kaffee.

Acht Dinge gehören zu einem guten Gastmahl: Freundliche Gesichte, viel gute Gerichte, Weine von Gewichte, eine schöne Nichte, eine lustige Geschichte, ein Zimmer geräumig und lichte, beim Sitzen nicht zu dichte und zuletzt eine gute Verpichte.

Acht Dinge haben von Natur Feindschaft gegeneinander: der Bauer und der Wolf, Katze und Maus, Habicht und Taube, Storch und Frosch.

Acht Dinge kann man in des Narren Apotheke erblicken: Gehirn von einer Mücken, das Blaue vom Himmel, bösen Gelds Schimmel, für den Sod Johannisbrot, für den Schweiß Harn von einer Geis, Kuckucksang, Schellenklang und zum Tanz Affenschwanz.

Acht Dinge machen den Reigen ganz: der Metzen ein Tanz, der Märgen (Mariechen) ihr Hans, einem jungen Laffen ein Kranz, dem Spieler eine Schanz, dem Fraß eine nördlingsche Gans, dem Hofmann ein Fuchsschwanz, dem Barfüßer sein Franz, dem Pfaffen seine Monstranz.

Acht Dinge sind gemeiniglich beisammen: Weiber und Flammen, Ross und Wagen, Hals und Kragen, Metzger und Schragen.

Acht Dinge sind, die nicht zusammengehören: Nacht und Tag, Gerechte und Ungerechte, Gutes und Böses, Leben und Tod.

Acht Dinge trifft man im Verein: Fass und Wein, Koch und Brei'n, Acker und Pflug, Wasser und Krug.

Acht Dinge werden durch acht Dinge nicht gesättigt: der Weise durch Kenntnisse, der Reiche durch Schätze, der Tod durch Geschöpfe, der Mensch durch Wünsche, das Denken durch Erwägung, das Himmelsgewölbe durch Umdrehung, die Lampe durch Öl, das Feuer durch Holz.
Arabien

Acht Dinge zieren acht andere: der Altar die Kirche, die Ware den Markt, das Getreide den Acker, die Scheide den Degen, der Zaum das Pferd, der Saum das Kleid, die Blume den Garten und ehrlicher Ruhm den Mann.

Acht dir nichts, g'schieht dir nichts.
Steiermark

Acht Edelleute aus dem osmianischen Gebiet führen eine Ziege auf den Markt.
Polen
i] Von der Armut des dortigen Landadels.

Acht Eier gehen auf einen Batzen, für den Meier gibt man aber auch da, wo man ihn nicht kennt, zwei und ein halbes.'
i] Urteil der Bauern über den herrschaftlichen Beamten.

Acht geben ist besser als Tausende besitzen.

Acht geben ist mehr als Reue.

Acht gegeben, es sind Schindeln auf dem Dache.
i] Empfiehlt Vorsicht im Reden in Gegenwart der Jugend, welche so leicht Feuer fängt, wie ein Schindeldach.

Acht giewen iß biätter es (besser als) dusend Daler.
Münsterland

Acht haben nicht großen Lohn
und werden doch reich davon:
Förster und Jäger,
Amtleut' und Häger,
Tutor und Procurator,
Verwalter und Curator.

Acht in der Haushaltung keinen Ritz zu eng, eine Maus geht durch.
Goethe, Tagebuch, 14.11.1777

Acht is mehr as Dusend. (Wortspiel zwischen dem Zahlwort acht und dem Dingwort Acht (Achtung, Aufmerksamkeit). Acht geben ist besser als Tausende besitzen)

Acht is mehr as Dusend.
i] Wortspiel zwischen dem Zahlwort acht und dem Dingwort Acht (Achtung, Aufmerksamkeit). Acht geben ist besser als Tausende besitzen.

Acht kein ort on ein or.
la] Nullum puta sine teste locum.

Acht' nicht sehr der Sterne Schein, wenn dir die Sonne will gnädig sein; wer aber ohne Sonne muss sein, der nehm' in Acht der Sterne Schein.

Acht nicht, was der Kläffer spricht, wenns nit Gott und ehren geschicht.

Acht stück in einer Summ gehören zum Christentum: glaub, lieb, Hoffnung, geduld, beständigkeit, Unschuld, andacht, Mäßigkeit.

Acht stück sind bei der Alchimey: Rauch, Asch, viel Wort und gross vntrew, erseufftzen tieff und schwer arbeit, armut und allerley Kranckheit. So du dafür wilt sicher sind, gehe nicht zum laboratorio ein.

Acht stück sindt allenthalben zu viel und auf allen Gassen feil: Lugen, falsche Zeitung, vnzüchtige Weiber, falsche Freundt, Neid, betrügliche Wirt, Bossheit, vergebliche Hoffnung.

Acht Stücke sind zu Hofe wohlfeil: große Lügen, verdrehte neue Zeitung, verlorene leichtfertige Weiber, falsche Freunde, steter Neid, doppelte Bosheit, eitle Worte und vergebliche Hoffnung.
z] Aber warum zu allen Teufeln, habt ihr denn auch Höfe? Rabelais
z] An manchem Hofe wird ein gar gottlos Sauleben geführt, sodass man daran um Leib und Seele kommt.
Luther

Acht Tage oder acht Wochen hungern müssen, bleibt sich gleich.

Acht Tage vor, acht Tage nach Mariä Geburt fängt der Herbst an.
Sardinien

Acht tragen selbst die Schuld, wenn sie beschämt werden:
Wer uneingeladen zu einem Gastmahl kommt,
wer in eines anderen Hause in Gegenwart des Hausherrn befiehlt,
wer Ehrerbietung von seinem Feinde fordert,
wer Geschenke von einem Geizigen nimmt,
wer anderen gegen ihren Willen in die Rede fällt,
wer hohe Personen schmäht oder gering schätzt,
wer einen Platz einnimmt, der ihm nicht gebührt,
wer jemandem erzählt, der nicht hören will.

Acht un viirtig Schilling sünt ok 'n Doaler.
Strelitz

Acht und aber Acht macht sechzehn.
i] Ein Wort des Markgrafen Albrecht des Jüngern von Brandenburg. 'Habt keine Sorge', sprach er lächelnd, als man ihn warnte, der Kaiser werde ihn in die Acht (Land- oder Unteracht) und Aberacht (Oberacht) erklären, 'Acht und aber Acht macht sechzehn, mit denen will ich schon fertig werden.' Der Ausspruch wurde Sprichwort, um damit die kaiserliche und Reichsacht zu verspotten. Das Wortspiel liegt teils in 'aber', das in Aberacht soviel wie Ober bedeutet, aber von Albrecht im wiederholenden Sinne genommen wurde, teils in 'Acht', das er als Zahlwort gebrauchte. Wenn ein Angeschuldigter nicht vor dem Gericht erschienen oder entflohen war, so konnte, nach altdeutschem Gerichtswesen, der Richter die Verfestung gegen ihn aussprechen. Wer verfestet war, konnte vom Kläger mit Gewalt vor den Richter gebracht, und, wenn er sich widersetzte, straflos getötet werden. Die Verfestung wirkte aber nur in dem Sprengel des Richters, der sie ausgesprochen. Wurde sie einem höheren Richter angezeigt, so wurde sie von diesem für alle unter ihm stehenden Gerichtssprengel bestätigt und dadurch wirksamer gemacht. Die vom Kaiser durch die kaiserlichen Gerichte ausgesprochene Verfestung hieß Acht und wirkte im ganzen Reiche. Wer über Jahr und Tag in der Acht blieb, wurde, wenn dies gegen ihn gezeugt ward, in die Aberacht getan 'und sein Leib und Gut allermänniglich erlaubt und soll niemand daran freveln können, und soll selbigen Täter und Friedensbrecher niemand behausen, herbergen, atzen, tränken und keiner ihm Vorschub tun in seiner Obrigkeit Eigentum und Gebiet'.

Acht wohlfeile Dinge sind in der Welt: Große Lügen, falsche neue Zeitung, leichtfertige Weiber, falsche Freunde, steter Neid, doppelte Boßheit, eitle Wort und vergebliche Hoffnung.

Achte auf anderer Leute Gut.

Achte auf deine Gedanken! Sie sind der Anfang deiner Taten.
China

Achte auf den Pfennig, und die Pfunde werden auf sich selbst achtgeben.
en] Take care of the pence, and the pounds will take care of themselves.

Achte beim Holzsammeln auf den Skorpion.
Afrika

Achte das Kleine nicht klein,
Es bewahrt die Keime des Großen.
Pfennig auf Pfennig gespart,
Türmt sich zum silbernen Berg.
Ist nur die Jugend gewonnen zum emsigen Sparen,
Lebt in der Zukunft gewiss froh ein zufriedenes Volk.

Achte den Arzt, eh' du ihn brauchst.

Achte den Leidenden heilig.
Seneca, Abhandlungen

Achte di klên,
wes gern allên,
denke stedes up den Dag,
den nemand vörbigân mag.
Lübeck

Achte dich klein, sei fein und rein, mit niemand zu gemein, so wirst du wohlgelitten sein.

Achte dich klein,
mit niemand gemein,
so wirst du wohl gelitten sein.

Achte dich selbst, wenn du willst, dass andere dich achten sollen!
Adolph Freiherr von Knigge, Über den Umgang mit Menschen

Achte dich selbst.
la] Decora te ipsum.

Achte eine Schlange nicht deshalb geringer, weil sie keine Hörner hat; niemand weiß, ob aus ihr nicht einmal ein Drache wird.

Achte einer den andren höher als sich selbst.
Philipperbrief 2, 3

Achte fremde Standpunkte, auch wenn sie deinen nicht widersprechen!
Michail M. Genin

Achte jeden Stand! denn jeder ist deiner Achtung würdig, welcher zur Verbesserung des allgemenen Wohlseins... beiträgt.
Zschokke, Stunden der Andacht

Achte jedes Mannes Vaterland, aber das deinige liebe.
Karl Hediger in Gottfried Keller, Fähnlein der sieben Aufrechten

Achte mit Sorgfalt darauf, dass durch die Wechselhaftigkeit deiner Gedanken die grünende Kraft, die du von Gott hast, in dir nicht dürr wird.
Hildegard von Bingen, Briefwechsel

Achte nicht auf den Namen des Vogels, sondern auf seinen Gesang.
Russland

Achte nicht auf den, der spricht, achte auf das, was gesprochen wird.
tü] Söyleyene bakma, söylenene bak.

Achte nicht bloß auf das, was andere tun, sondern auch auf das, was sie unterlassen!

Achte nicht, wer zu dir spricht, nur was man zu dir spricht.

Achte nichts für wert, dass du darauf hoffst. Was hat es denn, das deines Wunsches wert wäre?
Seneca, Naturbetrachtungen

Achte niemanden gering, weil er alt geworden ist; denn auch von uns werden welche alt.
Jesus Sirach, 8,6

Achte nur darauf, was Christus für dich und für alle getan hat, damit du auch lernst, was du für andere zu tun schuldig bist.
Luther

Achte(st) du mein,
so acht' ich dein.
la] Vicem pro vice reddam tibi, care amice.

Achte, dass du nicht ein Zaunstecken bleibest, womit man die Sau im Kessel treibt.

Achte, willst du glücklich sein,
Ehrenstellen nicht zu klein!
Wer, was hoch ist, gar nicht schätzet,
der wird selten hoch gesetzet.
Friedrich von Logau, Sinngedichte

Achten die Menschen sich selbst, so achten sie gewöhnlich auch die fremde Persönlichkeit.
Smiles, Der Charakter, 6. Kap.: Die Selbstbeherrschung

Achten muss sich jeder und, dass er sich liebt, dafür sorgen seine Instinkte; aber, wenn er sich anbetet, so wird dies sein Fluch.
Franzos, Deutsche Dichtung

Achter Allmanns Fers gan.

Achter Allmann's Oars goahn.

Achter in's Lôg (= Dorf, namentlich Pfarrdorf) wânt ôk Lüde.

Achter in't Lôg wânt ôk Lüde.
i] Dorf, namentlich Pfarrdorf, lateinisch: locus = Ort, Stätte, Haus.
hdt] Hinten im Dorfe wohnen auch Leute.

Achter Johannisdage (24.6.) mutt man nich um Regen bidden, wenn Een ok dat Swêt von der Swaren loppt.

Achter Moders (Mutters) Kohlpott (Mûspott) sittn blibn.

Achter öwer, segt Berg, häst minen Hammel nich sehn?

Achter Rücken lehrt man einen besser kennen.

Achter un vör beslan wesen.

Achter ût kleît de Höner.
i] Kleien heisst in der Marsch: eine Grube reinigen vom Schlamm, Gräben ausschlämmen, dann: sudeln, schmieren, im Kot wühlen; ferner, wie in der obigen Redensart, kratzen, krauen, liebkosen; hüm söt kleien = ihm etwas abzuschmeicheln suchen.

Achterânander her de klen tander Gise (Gänse).
i] So sagt man in Hamburg von denen, die ohne Paar und Glied zu halten hintereinander hergehen)

Achteräs äs de Hane krasset.
Westfalen

Achterlei Händelstück bringen neunerlei Ungelück.

Achtern Barge holen.
hdt] Hinterm Berg halten.

Achtern Kachelaven liggen.
hdt] Hinterm Kachelofen liegen.
i] Faulenzen, oder die Arbeit in der Kälte scheuen.
z] Zwischen dem geräumigen Ofengebäude und der Wand ein genügender Raum mit einer Bank, sich von Kälte und Beschwerde, von des Tages Not zu erholen, aber auch Raum genug für einen oder zwei zu einem warmen Nachtlager, außen am Ofengestelle bleibend angebracht, um Kleider u.s.w. zu trocknen, kurz der Kachelofen einst der wesentlichste Teil des häuslichen Behagens.

Achtern Smack kam'n.

Achterna (= hintennach) as Bloom.
i] Bloom, eigentlich Blume, in der Jägersprache: Schwanz, steht hier als Eigenname. Sinn: das Letzte pflegt nicht das Bessere Vorzüglichere zu sein.

Achterna dat is dunneber.
hdt] Hintennach das ist Dünnbier.
i] Schlechtes Bier, Halb-Bier, das aus dem zweiten Aufguss bereitete Bier, der zweite Absud.

Achternä êten si Käse, sagen die Westfalen.
la] Ficus post pisces.

Achterna fleuten (flöten).
i] Vergeblich wieder zurückrufen, wie z.B. ein Vogelsteller, wenn die Vögel fort sind, oder wenn jemand seinem Hunde umsonst nachpfeift.

Achterna is wiveruwe.
hdt] Hintennach ist Weiberreue.
i] Taugt und nützt nichts, klug ist, wer sich zuvor bedacht.
z] Dat mag men wol loren in guden truwen, dat einem ein ding achterna deit ruwen! Wen he den vogel heft flegen laten, so wil he sik hindenna vele undermaten, so is dar to late katteropen (d.h. Rufen der Katze) in gemein, wan de groteste schade is gescheen. Liliencron, Hist. Volkslieder

Achterna ist gôd lachen.
i] Hintennach lacht sich's leichter als vorher.

Achterna kakeln de Höner.
i] Nachdem die Sache geschehen, ist das Reden darüber nutzlos.

Achterna kamt de Rekens (= Rechnung).

Achterna lopt dünn Beer.

Achternanner (= hintereinander) as de Eilanders (= die Inseln Wangeroog, Spiekeroog usw.) un de Göse (= Gänse).

Achternanner as de Olenländer Göse.
i] Von denen, die einzeln hintereinander hergehen.

Achteröver (= Hintenüber) segt Berg, hest mînen Hamel nich sehn?

Achteröver stikt de Bur dat Spêt.
Dithmarschen
i] Von Leuten, die etwas Verkehrtes tun.

Achterrût (hintenaus) kleit (kratzen, scharren) de Höner.
Rastede

Achter't Netz fisken.

Achtet die Jungen! Wie wollt ihr wissen, ob sie nicht eines Tages alles das sein werden, was ihr jetzt seid?
Konfuzius

Achtet nicht die Achtenswerten, und es wird nicht Streit sein im Volk.
Lao-tse, Dao-de-dsching

Achtkantig hinauswerfen.
en] Turf sbd out. - To chuck (o. boot) sbd out. - To throw sbd out on his ear.

Achtsamkeit auf geringfügige Dinge ist die Wirtschaftskunst der Tugend.
China

Achttein (achtzehn) Handwerk is nägentein (neunzehn) Unglück.

Achtundachtzig ist a jüdische Klute.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Lieblingsfluch der Juden ist: 'Habe achtundachtzig schwarze (d.i. unglückliche) Jahre.'

Achtung beim Verriß! Man schneidet sich leicht am Papier.
Alexander Eilers

Achtung gewinnt Achtung.

Achtung ist besser als Gold.
la] Bona opinio tutior est pecunia.

Achtung ist der Freundschaft unfehlbares Band.
Schiller

Achtung ist größer aus der Entfernung.
Tacitus

Achtung ist mehr als Beachtung, Ansehen mehr als Ruhm, Ehre mehr als Ruhm.
Chamfort, Maximen und Gedanken

Achtung nutzt sich ab wie Liebe.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Reflexionen und Maximen

Achtung verdienen Männer von Gewicht, doch alle, die viel wiegen, nicht.

Achtung verdient, wer vollbringt, was er vermag.
Sophokles

Achtung vor dem Alter! Die Torheit vorm Alter schützen!
[ASpW]

Achtung, die man den Fürsten bezeigt, ist zweite Selbstachtung.
François de La Rochefoucauld, Nachgelassene Maximen

Achtzehn gewinnt nie.
i] Zunächst beim Whist, es müssen zwanzig sein. Doch auch Spielerglaube, der nicht gern auf 18 anlegt, sondern meint, von 16 aus seien die fehlenden 4 Points leichter als von 18 die fehlenden 2 zu erlangen, wenigstens tröste sich der Gegner damit.

Achtzehn göttinnengleiche Töchter sind einem buckligen Sohn nicht gleichwertig.
China

Achtzehn oder drei.
i] Alles oder nichts, das Höchste oder das Geringste. Vom Würfelspiel entlehnt, wo achtzehn die höchste und drei die niedrigste Anzahl Augen sind, die man werfen kann. Von Waghälsen gebraucht, die alles aufs Spiel setzen.

Achtzehn, wie auf dem Schießhause.

Achtzig Jahr vor dir - wie weit!
Lang wie eine Ewigkeit.
Achtzig Jahr vorbei -
War's ein Hahnenkreih?
Will Vesper, Rufe in die Zeit

Ächzt du arbeitend, isst du gierig.
Estland

Acker um Acker, chuet an Stab.
Appenzell
un] A fekete földoen tarem a jô buza.

Acker und Pflug,
Wein und Krug,
durstiger Bruder,
Zecher und Luder,
Rettich und Ruben,
Huren und Buben,
Hühner und Hahnen,
waren alle Gespanen.

Äcker, die außer der Landwehr liegen, sind schwer zu hüten.

Ackerbau ist der beste aller Berufe, Handel ist mittelmäßig, Dienen verächtlich, und Betteln der letzte Ausweg.
Bhojpur, Nepal

Ackerbau ist der beste Beruf, aber der Bauer muss selbst im Felde sein.
Marathi, Indien

Ackerbau und Bergwerk soll man nicht lassen feiern.
ndt] Ackerbau und Bergwerck soll man nicht feyren lassen.

Ackerbau und Literatur sind die beiden Hauptberufe.
China

Ackerbau und Viehzucht sind die zwei Brüste, die den Staat sicherer säugen als die Gold- und Silberminen Perus.
Karl Julius Weber, Democritos

Ackerbau, Ochsenschau und eine hübsche junge Frau machen ins Christentum manche Sau.

Ackergurren lässt man weiden ohne Zaum, die köstlichen Stuten werden wohl gehütet.

Ackerland hält stets Bestand.

Ackermanntje (Bachstelze) wipp up Stert, wel hett di dat Wippen lehrt.
Kinderspruch

Ackern und Düngen ist besser als Beten und Singen.

Ackersmann - Slackersmann; viel beeter is en Handwerksmann.
Westfalen (slackern = sich beschmutzen)

Ackersmann, Schlackersmann, ich lobe mir den Handwerksmann.
ndt] Ackersmann - Schlackersmann, eck lobe mui den Handwerksmann.
ndt] Ackersmann - Slackersmann, viel beeter is en Handwerksmann.
Westfalen
i] slackern = sich beschmutzen
ndt] En Ackermann, en Schlackermann, et geht nit für, wei 'n Handwerk kann.

Acker-Studenten und Pfluge-Doktores müssen immer lernen mores.

Ackerwerk hat Mühe.

Ackerwerk soll nähren.

Ackerwerk, Wackerwerk.

Ad Jemos ha-Meschüjech.
Jüdisch-deutsch, Warschau
hdt] Bis zu den Tagen des Messias.
i] Bis zum jüngsten Gericht.

Adam - der erste Entwurf für Eva.

Adam [als Modell für einen Bildhauer], der schönste Mann, so vollkommen, wie man sich ihn nur zu denken fähig ist. Er mag die eine Hand auf einen Spaten legen, als ein Symbol, dass der Mensch berufen sei, die Erde zu [be]bauen.
Goethe, zu Eckermann, 16. März 1830

Adam hat das Obst gegessen und wir haben das Fieber davon.

Adam hat den Apfel gegessen, und uns tun die Zähne davon weh.
Ungarn

Adam hat genascht verbotne Bissen und wir müssen dafür büßen.

Adam hatte sieben Söhne,
Sieben Söhne hatt' Adam.
Sie aßen nicht, sie tranken nicht,
Sie waren alle liederlich,
Sie machten's alle, so wie ich: (der Deklamierende macht irgend etwas vor, das die Spieler nachmachen).
Kinderlied

Adam is in de Pott.
Kleve
i] Um zu sagen, dass nichts mehr da, dass alles aufgezehrt ist.

Adam iss.
i] Von der Verführungsgewalt, welche das schwache Geschlecht seit Evas Zeit über das starke ausübt.
z] Der Apfel aber, den Eva brach,
Bracht' uns in alles Ungemach.

Adam mit Naschen hat verricht', all das Übel, das uns anficht.
ndt] Adam mit seinem naschen zuricht, dass vns nun alles vbel anficht.
la] Mala, mali, malo, contulit omnia mundo.

Adam muss eine Eva han, der er zeihe, was er getan.
i] Schildert die ziemlich allgemeine Neigung, in anderen den Grund unserer fehlerhaften Handlungen zu suchen, andere für die eigenen Dummheiten verantwortlich zu machen.
bm] Petr na Pavla, a Pavel na Havla.

Adam nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.
1. Mose 3,20

Adam schiebt die Schuld auf Eva, und Eva auf die Schlange.
dä] Adam gaf (skjöd) Skylden paa Eva, og Eva paa Slangen.
la] Se quisque absolvere gestit.
la] Transfert et proprias aliena incrimina culpas.
sd] Adam sköjt skulden på Eva och Eva på ormen.

Adam sulde eyns gebotis phlegen, das selbige bisher undervegen. Nu sulle wir leysten Xgebot und sint krenker den Adam, das weis got.

Adam sündigt im Paradies, Luzifer im Himmel.
i] Der Ort schützt nicht, nur die sittliche Macht im Menschen.
dä] Adam syndede i Paradis, Lucifer i Himmelen.

Adam und Ev' wieren twa Deef.
Niedersächsisch
ndt] Adam an Ef woren zwên Eppeldâf.
hdt] Adam und Eva waren zwei Diebe.

Adam und Eva den Apfel aß, so entgelte ich, dass ich nie genas.

Adam und Eva fuhren auf der Schlefa (Kinderschlitten), Adam vorne weg, Eva fiel in Dreck.

Adam und Eva ginga zusamma nach Huse. Adam hot a Krug zerschloan, Eva muss de Scherb'n troan.

Adam und Eva haben's Lieben erdacht.
Ich und mein Schätzle haben's auch so gemacht.
Des Knaben Wunderhorn (1806-1808)

Adam und Eva hatten viele Vorteile. Vor allem bekamen sie ihre Zähne sofort und auf einmal.
Mark Twain

Adam und Eva sprachen von ihrer Liebe auf Persisch, und der Engel der sie aus dem Paradiese trieb, sprach Türkisch.

Adam und Eva waren zwei Diebe.

Adam und Samson,
David und Salomon,
die hatten Wisheit unde Kraft,
doch twang sie Wibes Meisterschaft.

Adam war der erste Entwurf für Eva.
Jeanne Moreau

Adam war ein Mensch, er wollte den Apfel nicht des Apfels wegen, sondern nur, weil er verboten war.
Mark Twain, Querkopf Wilsons Kalender

Adam war nichts als ein roher Entwurf, und die Schöpfung des Menschen ist Gott erst völlig gelungen, als er Eva erschaffen hat.

Adam, Samson, David, Salomon Weibslist beruckt, wer kan bestohn.

Adam, was hast du getan!

Adam, wo bist du?
i] Scherzhaft nach 1. Mos. 3,9, auch Name eines Suchspiels, scherzhaft gerufen, wenn man jemanden (o. etwas) nicht finden kann. Vorwurf, wenn sich jemand seiner Verantwortung entzieht; scherzhaft, wenn jemand etwas nicht finden kann
z] Wie ich mir nun das ansah, dacht' ich mir: Adam, wo bist du? Ich werde dich schon fassen.

Adams Apfelbiss bringt uns den Tod gewiss.
dä] Adam og san Eve, tagde store leve.

Adams Apfelmus macht uns allen viel Verdruss.

Adams Erbteil ist die Not.
Fernando in Calderón, Der standhafte Prinz 3, 8 (Schlegel)

Adams Kinder sind Adam gleich.
un] Kiki jól bele harapott az almába.
un] Kiki közülünk Adámfi.

Adams Kinder sind alle von der Natur entweiht.

Adams Kinder sind nicht alle gleich.

Adams Kinder, geschwinde Finder, große Sünder.

Adams Natur und Schuld lassen sich nicht mit Feigenblättern bedecken.

Adams Rippe bringt mehr Schaden als Nutzen.

Adams Rippe bringt nicht Heilung, nur die Grippe.

Adams Rippe bringt weniger Nutzen als Schaden.
Polen
var] Adams Rippe bringt mehr Schaden als Nutzen.

Adams Rippe ist schlimmer als die Grippe.
fr] La côte d'Adam n'a pas tant de bien que da dam.
i] Sie bringt mehr Schaden als Nutzen.

Adams Rippen und Rebensafft hat mannichen in groß Armut bracht.

Adams ryb (Rippe) und reiffennass macht manchen froe, der trurig was.

Adams Sohn kann ohne Arbeit nicht Brot essen.

Adamsäpfel sind (werden) nie reif.

Adamsapfel.
i] Da Adam das Kerngehäuse des verbotenen Apfels im Halse steckengeblieben war und sich so der Kehlkof des Mannes gebildet hat.

Adamskinder sind wir alle, aber die Seide unterscheidet uns.
England

Ade (adje) sagen.

Ade (Adje), Welt, ich geh' ins Kloster (o. Tirol).

Ade (Adjeh), Liesken, sechs Dreier liggen up't Trepp'.
i] Wird als Witzwort gebraucht, um sich scherzhaft oder spöttisch zu verabschieden.

Ade ihr lieben Fässer, der Herbst ist eingebracht!

Ade Welt, du bist mir langweilig, ich gehe ins Kloster.

Ade Welt, ich gehe ins Tirol.

Ade, ade, ade!
Ja, scheiden und lassen tut weh!
Des Knaben Wunderhorn

Ade, du liebes Waldesgrün!
Vogl, Ade, du liebes Waldesgrün

Ade, Lieb, ich kann nicht weinen; verlier' ich dich, ich weiß noch einen.
i] Trostwort solcher, welche nicht gesonnen sind, in Werthers Fußstapfen zu treten)

Ade, Tugend, ab' ich gelt, so bin ich lieb.

Ade, Welt, ade!

Adebar, der Storch.
Nach Reineke Fuchs, dem Tierepos (um 1200)

Adel - Tadel.
i] Adelig muss untadelig sein.
z] Adel, tadel. Gelt ist der Adel, gelt ist ohne tadel.
fr] Il n'y a generation où il n'y ait putain ou larron.
sp] No ay generacion, do no ay puta o ladron.

Adel allein bei Tugend steht, aus Tugend aller Adel geht.
fr] La source de noblesse est fraude et vitesse.
fr] Noblesse vient de vertu.

Adel entspringt nicht aus Blut, er ist der Tugend Heiratsgut.
fr] La vraie noblesse est celle du c?ur.
ho] De adel der ziel is meer waardig dan de adel des geslachts.
la] Nihil est nobilitas generis, nisi morum nobilitas adsit et humanitas.

Adel gehet aus Tugend.

Adel geht nicht für Ehrbarkeit.
i] Nicht immer sind Adlige auch ehrenhaft.

Adel gesellt sich nicht zu Plebs.
ho] Adel moet bij adel, en stront bij zijn' broêr wezen.

Adel hat kein Erbrecht.
la] Miserum est, alienae incumbere famae. Juvenal
la] Nam genus et proavos et quae non fecimus ipsi. Ovid
la] Non genus virum ornat, generi vir sorti loco. Accius

Adel hin und Adel her, wer edel tut, ist ein Edelherr.
dä] Adel her, adel der, hvo aedelt giör, vist adel er.

Adel ist auch in der sittlichen Welt. Gemeine Naturen
Zahlen mit dem, was sie tun, edle mit dem, was sie sind.
Schiller, Votivtafeln: Unterschied der Stände

Adel ist der Tugend Kron und Lohn.

Adel ist ein Gepräge, das sich durch kein Inkognito verbergen lässt.
Goethe, zu Eckermann, März 1832

Adel ist ein sehr günstig Ding.
i] Wegen der bedeutenden Vorzüge, die dieser Stand genoss. Wer ihm angehörte, war vollständig frei. Mit dem Begriff der Freiheit verband die mittelalterliche Anschauung die Vorstellung von Gerechtigkeit, Weisheit, Tugend und alle löblichen Eigenschaften, während sie den Unfreien jede Schalkheit zumaß.
altfries] Diu adelheit is em seer gonstich thing.

Adel ist nichts ohn Tugend.

Adel ist sterblich, die Dummheit ist erblich.

Adel ist von Bauern her.
fr] Le tiers estat est le seminaire de noblesse.

Adel kommt von Natur und nicht von Amt.
[RSpW]
i] Amtsbesitz adelt nicht. Nach mittelalterlicher Anschauung ist der Adelige geborener Heerführer, Richter, Beamter. Alle Rechte und Ämter sind Folgen, nicht Ursachen seines Adels. Das Amt kann niemand adeln.
mhd] Adel komet von naturen unde nicht von ammecht. Sächsisches Weichbildrecht

Adel kommt von Tugend.
fr] Noblesse vient de vertu.

Adel liegt einzig und allein in der Tugend.
Juvenal, Satiren

Adel macht den Kohl nicht fett.
fr] La nobilità è una magra vivanda in tavola del povero nobile.
ho] Adel is een arm geregt.
ho] Adel is eene dunne schotelspijs.

Adel muss man durch Tugend erstreben, er wird durch Geburt nicht gegeben.
fr] Nulle noblesse de paresse.
it] La nobilità non s'acquista nascendo ma virtuosamente vivendo.

Adel ohne Geld gilt wenig in der Welt.
en] Gentility without ability is worse than plain beggary.
it] La nobilità poco si prezza se vi manca la richezza.

Adel ohne Tugend ist eine Nußschale ohne Kern, ein Ei ohne Dotter.

Adel ohne Tugend und eine Laterne ohne Licht leuchten beide nicht.
dä] Adel uden dyd er en lygh uden lys.
it] La vera nobilità cleve esser accompagnata con l'honestà.

Adel sitzt im Gemüte und nicht im Geblüte.
i] Adlig ist nur, wer sich auch edelmütig verhält.
en] Handsome is that handsome does.
en] Birth is much, but breeding is more.
fr] Beauté sans bonté ne vaut pas un dé.
fr] Noblesse vient de vertu.
it] Bello è chi bello fa.
la] Generositas uirtus, non sanguis.
it] La vera nobilità sta nel cuore.
la] Nobilitas sola est atque unica virtus.
la] Stemmata quid prosunt, si virtus deficit omnis.
la] Virtute decet non sanguine niti.
sd] Adel sitter i modet, icke i blodet.
sp] Cada uno es hijo de sus obras.
sp] El corazón muestra la nobleza verdadera.
sp] El varón es quien ennoblece.
sp] La sangre se hereda, la virtud no.

Adel stehet wohl bei Tugend.
it] La vera nobiltà male non fà.

Adel und Stände muss man nicht mehr soutenieren, sagt Kaunitz.
i] Nämlich als sie nach dem Frieden von 1763 die weitern Steuern verweigerten.

Adel vereinsamt, wer weiß es besser als ich? Arbeit verbindet.
Ernst Weiß, Der Aristokrat, 1. Teil, Kap. 6

Adel verpflichtet.
fr] Noblesse oblige. (Wahlspruch der Herzöge von Lévis)i] Der Adelige muss adelig handeln, oder im weiteren Sinne: Man muss sich standesgemäß benehmen.
pl] Szlachectwo zobowiązuje.

Adel, Pfaffen und Fledermäuse,
Huren, Juden und Filzläuse,
wo die nehmen überhand,
sind verloren Leut' und Land.

Adel, Tüchtigkeit et cetera
Ist ohne Mittel nicht die Bohne wert.
Horaz, Satiren 2, 5 15/16 (Jul. Kipper)

Adel, Tugend und Talente sind nichts ohne Rente.

Adel, Tugend, Kunst sind ohne Geld umsunst.
i] Dadurch wird der Geldadel zum vornehmsten erhoben, obgleich er unstreitig der erbärmlichste ist. Der Geburtsadel lebt wenigstens in der Erinnerung ehemaliger Größe, der Geldadel aber nährt den dümmsten Stolz auf ein totes Metall und macht die Seele und die Finger zugleich schmutzig.
mhd] Adel, tugent, kunst seind on gelt vmbsonst.
la] Nihil sine pecunia, hoc est: nisi habueris pecunias, nec nobilitas, nec scientia, aut virtus proderit.

Adelheit ist dreyerley, eine auss der Tugend, die ander auss der geschicklichkeit, die dritt auss der geburt oder reichtum.

Adelig und edel sind verwandt wie Roßschweif und Fliegenwedel.

Adelig und edel sind zweierlei.

Adelig was ehrlich.

Adeliges Denken bedeutet, sich einer auf bestimmte Ideale verpflichteten überpersönlichen Gemeinschaft durch Geburt zugehörig zu wissen.
Prof. Walther Wolf: Die Kunst Aegyptens

Adels Mutter ist die Ehre, Adels Tochter ist die Wehre.

Adels Schwester ist Demut, kein Menschen sie verachten tut.

Adelsbrief' und Hofsuppen sind niemand versagt.

Adelsbrief' und Hofsuppen sind zu Hof gemeiner (o. wohlfeiler) denn ein Bauernjuppen.

Adelschaft bringt Tadelschaft.

Adelsrecht - Adelspflicht.
fr] Noblesse oblige.

Adelstolz sitzt auf einem Pferd von Holz.

Ader und Geld lassen nicht nicht bergen.

Aderlassen ist gut, so oft es von nöten tut (o. wenn es not tut), wer's nicht bedarf, dem ist lassen das Beste.
i] Das Aderlassen war im 17. Jahrh. wie Essen, Trinken und Schlafen ein Lebensbedürfnis.
z] Im Jenner ist gut Häuser bauen, Hochzeit machen, aber niemals Aderlassen. Im Hornung ist gut Hölzer spalten, warm sich halten und am besten - Aderlassen. Im Märzen ist gut Bäume schneiden und am Daumen Aderlassen.

Aderlassen, Abführen und Beichten Leib und Seel' erleichten.

Ädern und rädern.
Luther

Adieu Lieb, ich kan nit weinen, wilt du nit, ich weiß schon einen.
z] Wenn dir dein Liebchen untreu war, musst du dich nur nicht gleich ermorden; vielleicht nach einem halben Jahr, wärst gern du selbst sie los geworden.
bm] Stará láska nehasne (nzarzaví.)

Adieu, Profit.
la] Vale charum lumen.

Adieu, Schneppe.
i] In dem Sinne: Hin ist hin.

Adieu, Welt, nu reise äk na Tirol.
i] Ich verschwinde, gehe schlafen.

Adje Brûd (Braut), de Frû is ût.
Holstein

Adje, Partie. Rottenburg
i] Das tue ich nicht, da bin ich nicht dabei.

Adje, Welt, ich geh' ins Tirol.

Adjeh, Liesken, sechs Dreier liggen up't Trepp'.
Ukermark
i] Wird als Witzwort gebraucht, um sich scherzhaft oder spöttisch zu verabschieden.

Adjüs seggt 'n wenn 'n weggeiht.
Pommern'
hdt] Adieu sagt man, wenn man weggeht.
i] Als Ergänzung wird vorausgesetzt: Wenn man kommt, sagt man guten Tag. Das Wort wird nämlich gebraucht, wenn jemand kommt, ohne 'guten Tag' zu sagen.

Adler brüten keine Tauben.
en] A wild goose ne'er laid tame eggs.
en] Owls do not breed falcons.
en] Brave men breed no cowards.
fr] Les loups n'engendrent pas de moutons.
it] D'aquila non nasce colomba.
it] Il lupo non figlia agnelli.
sp] De águila no nace paloma.
la] Aquila non generat columbam.

Adler fangen keine Fliegen (o. Mücken, Flöhe).
i] Ein großer Geist verachtet des Kleinliche und Erbärmliche.

Adler fangen keine Flöhe. Schottland

Adler fängt keine Mücken.
fr] L'aigle ne s'amuse point à prendre les mouches.

Adler fliegen (gern) allein.
z] Der Starke ist am mächtigsten allein.
Schiller

Adler fliegen allein, aber Schafe scharen sich zusammen.
USA

Adler fliegen hoch unter den Wolken, Schmetterlinge niedrig über dem Gras.
Estland

Adler haben große Flügel, aber auch scharfe Klauen.
i] Die Großen der Erde haben wohl große Macht, aber auch große Gewalt, wehe zu tun.

Adler kriegen nicht mit Fröschen.

Adler legen ihre Eier nicht in Spatzennester.

Adler zeugen Adler.
i] Großes stammt nur von Großem ab.

Adleraugen sind nicht Eulenaugen.

Adlerfedern verzehren die Taubenfittiche.

Adlers Federn tun großen Schaden, wenn sie unter fremde gemengt werden.

Adlersfedern haben immer die fetten Taubenfedern verzehrt.

Adlersfedern verzehren die Taubenfittiche.

Adlertag ist ein Fliegenjahr (o. Mückenjahr).

Adlicher mut tut ungezwungen, was da gut.

Adlig und edel sind verwandt wie Rossschweif und Fliegenwedel.

Adlig und edel sind zweierlei.

Adlig und tugendsam schicken sich gar wohl zusamm.
fr] Noble et vertueux.

Adlig was ehrlich.
sd] Adelig och ärlig.

Adlig wie ein Stiftsherr.

Adliger als Kodrus.
Griechenland
i] Spott auf die, welche sich verrauchter Ahnenbilder rühmen.

Adressen zeigen großen Mut, denn sie kosten ja kein Blut.

Advice after an evil is done is like medicine after death.
tü] Araba kırılınca/devrildikten sonra yol gösteren çok olur.

Advokat, dass heisst, einer, der aus jeder Sache etwas zu machen weiß?
Goethe, zu F. J. Frommann, 1827

Advokat, dass heißt, einer, der aus jeder Sache etwas zu machen weiß?
Goethe, zu F. J. Frommann, 1827

Advokaten - Schadvokaten.
i] Auch von Rechthabern. Daher entbrannte der Zorn des deutschen Volkes nach der Freiheitsschlacht unter Hermann am heftigsten gegen die römischen Advokaten, deren Justizkunst sie für eitel Rechtsverdrehung achteten, so dass keiner am Leben blieb.
it] L'avvocato non ha l'occhio alla borsa del cliento, ma alla sua.

Advokaten - Teufelsbraten.
Schaumburg

Advokaten haben lange Tagwerke.

Advokaten halten es nicht wie die Kutscher: sie nehmen das Trinkgeld, bevor sie starten.

Advokaten leben nicht von Prozessen, sondern von der Elle, womit sie sie messen.

Advokaten lieben Dukaten.
it] Agli avvocati piacciono i ducati.

Advokaten treiben es wie Kutscher, sie halten die Hand auf, bevor sie starten.

Advokaten und Ärzte leben gut von anderer Schaden.
dä] Lov-kjön og barsker have gavn af andres skade.

Advokaten und Lachse machen oft seltsame Sprünge.

Advokaten und Maler können leicht aus Weiß Schwarz und aus Schwarz Weiß machen.
dä] Lov-kjön og maler kand snart gjöre hvidt hvad sort er, og sort hvad hvidt er.

Advokaten und Soldaten sind des Teufels Spielkameraden (o. Spielgenossen).
i] Ein tüchtiger, redlicher und mutiger Advokat ist die beste Schutzwehr gegen Willkür, Ränke und Rechtsverdrehung. Wo es in unseren Tagen einen Rechtskampf des Volks galt, da haben wir stets die hervorragendsten Namen dieses Standes in den vordersten Reihen erblickt. Solche Elemente aber, die das Recht verdrehen und das Volk ausbeuten, finden wir auch in anderen Ständen.
fr] Si enfer n'est plein, jamais n'y aura d'advocat sauvé.

Advokaten und Wagen gehen nicht ohne Schmiere.

Advokaten und Wagenräder wollen gut geschmiert sein.
ndt] Advocoten un Wagenreader möt beide smeart weren.
Westfalen

Advokaten und Wiegen sieht man 'über und 'nüber fliegen.
z] Etliche Advokaten sind wie eine Wiege, die bald hin-, bald herwankt.

Advokaten werden leben, solange es ein Mein und Dein wird geben.

Advokaten, die Bratenwender der Gesetze, die so lange die Gesetze wenden und anwenden, bis ein Braten für die dabei abfällt.
Heinrich Heine

Advokaten, die sich lassen die roten Männlein betriegen und bovem in lingua tragen.

Advokatenbart - böse Art.
fr] Barbe d'avocat, qui croît par articles.

Advokatenfedern und Winzermesser schneiden gleich gut.
it] La penna dell'avvocato è un coltello di vendemmia.

Advokatenrat ist teuer.

Advokatenzungen müssen mit Gold geschmiert werden.

Ae Bissel schief is engelsch.
Oberharz

Ae Dieb hot ä gross Recht.
Oberharz

Ae frühlich Herz, en fresche Moth magd Scha' (Schaden) wier jod, hölpt ouch noch witt enn schlête Zitt.
Aachen
hdt] Ein fröhlich Herz, ein frischer Mut macht Schaden wieder gut, hilft auch noch weiter in schlechter Zeit.

Ae gratter Mantel, do kan 'm thi oal Knecht san Stört egh sä.
Föhr
hdt] Ein großer Mantel, so kann man des Teufels des alten Knechts Schwanz nicht sehen.
i] Das vornehme Kleid deckt vieles zu. Je tiefer sich der Mensch in seinen Deckmantel hüllt, desto weniger ist er zu erkennen.

Ae griener Dingrich sein.
Oberharz
i] Nur im verächtlichen Sinne von Personen, die im ersten Jünglingsalter stehen, um Unerfahrenheit, Unreife auszudrücken. In Amerika nennt man die erst Eingewanderten und daher mit den dortigen Verhältnissen Unbekannten Grüne, auch Grünhörner.

Ae gut Gefäll (auch: ân guten Iwerfall) ha'n.
Oberharz
i] Von Leuten, die beim Trinken gute Züge tun.

Ae gut Gewissen schläft ruhig ufen Kissen.
Waldeck

Ae is ä langer Baumlich.
Leipzig
i] Unbeholfener Mensch.

Ae is 'n rechter Sammelsack.
Leipzig
i] Ist sehr saumlelig in seinen Geschäften, braucht eine Zeit, bevor er von einem Gange zurückkehrt.

Ae jeder muss seine Hühner salwer trampen.

Ae Linksmacher sein.
Oberharz
i] Von jemandem, der eine Sache verdreht, aus rechts links macht.

Ae lûs (kluges, pfiffiges) Huhn läät og alt ens en de Bröönässle.
Düren

Ae stinkig Fellche mäht klinkig Gellche.
Köln
hdt] Ein stinkendes Fell macht klingendes Geld.
i] Von dem einträglichen Geschäft der Lohgerber
ho] Stinkende vellekens geven klinkende gellekens.

Ae Talligfalten sein.
Oberharz
i] Ein Valentin aus Talg, ein Einfaltspinsel.

Ae wenijer em än de Kächen (Küchen) dît, ä biesser schmackt se.

Aeinmoal (einmal) is alle Dage nit, un tweimoal is nit faken (oft).
Arnsberg

Aeirst de Pype (Pfeife) ân un dan 't Piärd iuten Grâwen, sach de Biur, doa was iäm sin Piärd 'rin fallen.

Aem a Krîn sâlzn.
Österreich-Schlesien
i] Ihn zurechtweisen, züchtigen.

Aem a Kunza gaija.
Österreich-Schlesien
i] Heimleuchten

Aem aus 'm Salze lâsa.
i] Eine derbe Zurechtweisung erteilen.

Aem de Gehannesdoag (24.6.).
Siebenbürgisch-sächsisch
hdt] Um den Johannistag.
i] Um die Zeit des Sommers zu bestimmen, was auch durch folgende Redensarten geschieht: Won em bôd (wenn man badet); Aem Aren (um die Ernte). Won en sich af't Hîwt trit (wenn man sich aufs Haupt tritt, nämlich im Schatten). Won der Heangd de Zeang hê lêt (wenn der Hund die Zunge hängen lässt). Won em än de Kirschebeangert zecht (wenn man in die Kirschenbaumgärten zieht). Won em Kukurutz (türkischen Weizen, Mais, walachisch: Gugoritza) drist.

Aem de Gürgendoag (23.4.).
Siebenbürgen-Sachsen
i] Diese Redensart wird zur Bestimmung der Frühlingszeit gebraucht. Für denselben Zweck hat man in Siebenbürgen auch die folgenden Redensarten: Aen Ausdägen, d.h. in den Endtagen des ausgehenden Frühlings. Won et grän wît (grün wird). Won der Kukuk kreischt. Won de Schwalwe kun (kommen). Won de blésch Nôhtegôle sangen = wenn die walachischen Nachtigallen (scherzhaft für Frösche) singen.

Aem de Mächelsdog (29.9.).
Siebenbürgen/Sachsen
i] Um die Herbstzeit zu bestimmen, wofür man auch folgende Redensarten hat: Aen Aendagen (in den Eintagen, d.h. in der Zeit, da das Jahr einwärts, seinem Ende, oder dem kürzesten Tage zugeht). Won em list (wenn man Weinlese hält). Won de Schwalwen zän (wenn die Schwalben ziehn). Won der Bäsch der wît (wenn der Busch, Wald dürr wird).

Aem de Sattel det Ruoss (geben).
Siebenbürgen/Sachsen

Aem März wirt der Schni madig.
Siebenbürgen/Sachsen

Aen ai Krênôbs (Kreenobst) nâma.
i] In strenge Behandlung.

Aen de Gass gohn.
Siebenbürgen-Sachsen
i] Zur Geliebten gehen.

Aen de Mônscheng (Mondschein) teanken (tunken).
Siebenbürgen/Sachsen
i] Nichts zu essen haben.

Aen krähend Huhn äs nit gut.
Waldeck

Aen ollen Lüning (Sperling) fängt me nit mit Koff.
Sauerland

Aen 't oald Eise kun.
Siebenbürgisch-sächsisch
hdt] Ins alte Eisen kommen.
i] Wertlos werden.

Aene brave Mann, de get (gibt), wat he kann.
Aachen

Aene domme Mann, de mieh get, as he kann.
Aachen

Aeneas roch Lavendelduft und kannte seine Mutter.

Aere perennius.
zit] Exegi monumentum aere perennius. Horaz, Oden (Ein Denkmal, dauernder als Erz, habe ich (mir) errichtet)

Aerme Manns Rinder un rîche Manns Kinder sin bâl bestât (untergebracht).
Köln

Aes der Mierz (März) hîs ug drêch, se môcht hie de Gebouer rech.
Siebenbürgen/Sachsen

Aes 'e 't (als er es) balle verstund, da verreckte de Hund, hadde de Buer sagt; dei hadde dem Iesel willt dat Fasten lehren.
Westfalen

Aesen isch, wenn Späck und Fläsch im Hafen isch.
i] Gehört zu den in der Schweiz sehr häufigen Sprichwörtern, die mit einer alltäglichen Gewohnheitsrede beginnen, an welche sich ein scherzhafter, gern reimender Nachsatz anschließt, wie: Jo jo, säll glaub' ich, die Müller sind staubig. Ase, fangt me d' Hase bi der Nase, we me 's überchunnt. So isch es, so goht's, wenn's bricht, so loot's. Jo, liebi Frau Bas, wenn's rägnet, wird me nass; wenn's schneit, wird me wiss; wenn's g'friert, so git's Is. So goht's i der Welt, der eint het de Sekel der ander 's Gelt.

Aest af der Gass afklauwen.
Siebenbürgen-Sachsen
hdt] Etwas auf der Gasse auflesen.

Aest än't Drech brangen.
Siebenbürgen/Sachsen
hdt] Etwas ins Trockene bringen, versorgen.

Aest un de grîs Klôek hên.
Siebenbürgen-Sachsen
hdt] Etwas an die große Glocke hängen, d.i. ausposaunen.

Aet es êns, wie de Koh (Kuh) hêsch, wan se äkkersch (nur) gôt Melch git.
Düren

Aet es gôt, dat kot Köh stuppe Höere hant.
Düren
hdt] Es ist gut, dass böse Kühe stumpfe Hörner haben.

Aet es kê Pöölche su klôr, of (oder) ät mührt (trübt) sich alt ens.
Düren
i] Pöölche = Pfühlchen, Pfützchen. Von Pool (Pôl) stehendes vom Land eingeschlossenes, kleines Wasser: hochdeutsch Pfuhl (Pfütze, Sumpf).

Aet es kêne Mann äsu gôt, of 'â hät 'ne Wolfzank onger dem Hôt.
Düren
i] Es ist kein Mann so gut, er hat einen Wolfszahn unter dem Hut.

Aeten (Essen) unn Drinken holt Liw un Seel tosamen, bäter as'n isern Band.

Aever't ganze Lîv (Leib) gahn laten.
i] Einen Verweis oder eine Strafe abschütteln.

Af den oalde Kaiser lôs lîwen.
Siebenbürgisch-sächsisch

Af der Hochzet wêch Brît, nô der Hochzet Koamer uch Nît.
Siebenbürgisch-sächsisch
hdt] Auf der Hochzeit weißes Brot, nach der Hochzeit Kummer und Not.

Af det Doach (Dach) klôpen.
Siebenbürgisch-sächsisch
i] Anspielung machen, auf den Strauch schlagen.

Af Mutters Fülli rite.
Luzern
i] Zu Fuß gehen.

Aff zwee Beenen wie die Gänse.
Hirschberg
i] Antwort auf die Frage, wie jemand hergekommen sei.

Affatim si quoi fortuna est, longe interitum non habet.
Publilius Syrus, Sententiae
dt] Wer Glück im Übermaß hat, ist nicht weit vom Untergang.

Affe bleibt Affe, auch wenn er goldenes Geschmeide trägt.
Altgriechisch

Affe, was hast du für schöne Jungen!
i] Ironische Bewunderung von hässlichen Kindern und widerwärtigen Taten.

Affectus cito cadit, aequalis est ratio.
Seneca, De ira
dt] Die Leidenschaft lässt schnell nach, die Vernunft bleibt sich gleich.

Affectus non punitur, nisi sequatur effectus.
Rechtsregel
dt] Die Absicht wird nicht bestraft, wenn sie unausgeführt bleibt.

Affectus quidem tam mali ministri quam duces sunt.
Seneca, De ira
dt] Die Leidenschaften sind ebenso schlechte Diener wie Führer.

Affectus tuus nomen imponit operi tuo.
Ambrosius, De officiis
dt] Erst die Absicht gibt deinem Werk seinen Namen.

Affekt! dein Ahnen bohrt zum Mittelpunkt,
Das machst du möglich, was unmöglich schien,
Verkehrst mit Träumen.
en] Affection, thy intention stabs the centre;
Thou dost make possible, things not so held,
Communicat'st with dreams.
Shakespeare, Das Wintermärchen, I, 2 (Leontes)

Affekte hindern Herz und Mut, dass man nicht sieht, was recht und gut.

Affekte sind böse Ratgeber; in Gerichts- und Ratsstuben muss man sie in den Winkel stoßen.

Affekte sind Erregungen, infolge deren die Menschen ihre Stimmung ändern und verschiedenartig urteilen, Erregungen, die mit Lust- und Unlustgefühlen verbunden sind, wie Zorn, Mitleid, Furcht und andere der Art sowie ihre Gegensätze.
Aristoteles, Psychologie

Affekten regieren das ganz Hauss eines Menschen, und haben zu Dienern alle Sinn und Glieder.

Affekten und Begierden sind wie Zunder, glimmen und brennen von einem Wort, und hilft kein habitus darvor.

Affekten und Leidenschaften unterworfen zu sein, ist wohl immer Krankheit des Gemüts; weil beides die Herrschaft der Vernunft ausschließt.
Immanuel Kant, Anthropologie in moralischer Hinsicht

Affektiertheit bei einer Person ist eigentlich eine zeitweilige gekünstelte oder so erscheinende Wesensart, die einen auffallenden Kontrast zur gewöhnlichen Wesensart dieser Person oder der anderen Menschen bildet.
Diderot, Affektiertheit

Affel (so viel) ond e Chrätli voll. Appenzell
i] Chrätli = kleiner, milchtopfförmiger Korb, den die Kinder beim Beereneinsammeln gebrauchen. Eine Redensart, die nichts heisst; als: 'so viel', und die man nur als scherzhafte Zugabe beim Geben oder Bezeichnen gebraucht, oder als Antwort auf die Frage: Wie viel? anwendet, wofür auch die Redensart: Sibezähni und es Chrättli voll, üblich ist. Man hat in der Schweiz fast auf jedes Fragewort derartige sprichwörtlich gewordene Antworten; a.a.O. findet sich eine Zusammenstellung der dort üblichen Fragen mit den Redensarten und Ausdrücken, die als Erwiderungen im Volksmunde gebraucht zu werden pflegen: Wie? Chrüzwiis und überzwerch. Wie wît? Bis in alten Kaiser in Basel. Wie alt? Der Kopf ist so alt as es F., und 's F. het noch nie zehnet. Warum? Nienerum. Asdorum. Wenn i pfîfe so chumm. Auch: Vo wäge vui und nesba. Worom? Wägen Färber im Schönagrond.

Affen aufm hohen Baum machen sich so wercklich, das die zuseher lachen müssen.

Affen ausnehmen.
i] Etwas Törichtes unternehmen.

Affen bleiben Affen, wenn man sie auch in Seide, Sammet und Scharlach kleidet.
i] Die geschmückte Außenseite macht keinen Unwürdigen achtungswert. So, sagt Erasmus, bleibt ein Weib ein Weib, was für eine Rolle sie auch immer spiele.

Affen brauchen nicht auf reife Zwetschgen zu warten.

Affen fängt man in Stiefeln und hängt sie dann an Ketten.

Affen fängt man mit großen Bundschuhen.
i] Bundschuh heisst auch Verschwörung.

Affen fängt man nicht mit Stricken.
i] Von Schlauen, die sich nicht auf plumpe Weise bestricken lassen.
la] Simia non capitur laqueis.

Affen feil haben.
i] Maulaffen feil halten.

Affen können wohl Menschengebärden nachtun, aber nicht den Verstand.

Affen scheren.

Affen sind Affen, wenn sie auch Chorröcke anhaben (o. tragen).

Affen sind nie tierischer, als wenn sie Menschenkleider tragen.
England

Affen und Esel lieben ihre Jungen am meisten.

Affen und gaffen.

Affen und Pfaffen frei sind der Strafen.

Affen und Pfaffen lassen sich nicht strafen.

Affen und Pfaffen machen viel zu schaffen.

Affen und Pfaffen.

Affen und Pudel lassen sich nur einmal (auf dieselbe Weise) anführen.

Affen unter sich lachen über des anderen tiefe Augenhöhlen.
Bantu

Affen verspotten sich gegenseitig.

Affen warten nicht auf reife Früchte.

Affen weisen.

Affen zu Affen und Meerkatzen zu Meerkatzen.
i] Auf der früheren Unterscheidung von Affen und Meerkatzen beruhend.

Affen zur Hölle führen.
Shakespeare
i] Für alte Jungfern.

Affen, Frauen, trunkner Mann, kein Ding lang heimlich halten kann.

Affenartige Beweglichkeit.
i] Wurde dem Preussischen Heere Ende Juni 1866 von der Wiener Zeitung Die Presse zum Vorwurf gemacht. Sehr häufig wird der Ausdruck in affenmäßige Geschwindigkeit verändert.

Affenartige Geschwindigkeit

Affengeil.
i] Jugendsprache = 'sehr gut'. Mittelhochdeutsch 'geil' = froh.
en] Right on. - Safe. - Wicked - Ace - Magic - Cool - Brill - Fucking brilliant. - Really really good.

Affenmäßige Geschwindigkeit.

Affenrat und Buhlerwerk treibt der Aff' von Heidelberg.

Affenrespekt (vor jemandem) haben.
i] Sehr wenig, da der Affe ein possierliches, lächerliches Tier ist.
la] Non pluris quam simias.

Affenschmeer haben.
i] Allerhand Täuschungsmittel, Überredungskünste besitzen und anwenden.

Affenvolk hört keinen Rat, es komm' ihm denn ein großer Schad'.

Äffst du mich, so äff' ich dich.
en] Claw me and I'll claw thee.

Afgunst (Abgunst) der lüde kann nich schaden, watt Gott will det mot wohl geraden.
Hildesheim

Aflâte (ablassen) kömmt ömmer tomât.
Königsberg
i] Im Handel gilt es auf hohe Preise zu halten, ablassen kann man stets.

Afn Hund keme.
Oberösterreich

Afoh (= Anfangen) ist gut, aber höre (= aufhören) no besser. Luzern

Afrika bringt immer etwas Neues.
i] Auf Neuigkeitskrämer, die seltsame, aber oft unglaubliche Dinge auftischen. Weil man früher aus diesem Erdteile, als dem unbekanntesten, die fabelhaftesten Dinge erzählte.
la] Ex Africa semper aliquid novi.

Afrika fängt bei den Pyrenäen an.
Spanien
i] Man will dadurch die Unkenntnis schildern, die im übrigen Europa über die inneren Zustände Spaniens, die für uns gleichsam afrikanisch sind, herrscht.
Danach gebildet: Der Balkan fängt hinter Wien an.

Af's Gassel gian.
Tirol
i] Nächtliche Besuche bei der Geliebten abstatten - fensterln.

Af't Hierdâk (Herdecke) schlôn.
Siebenbürgisch-sächsisch
i] Ein Gericht (Essen) herbeizaubern.

After the carriage is overturned, there are many who would show the way.
i] People love to tell a person what he should have done.

Afterei, Murren und Zorn über Tisch sich nicht gehor'n.

Afterred' und Zorn gehören sich nicht über Tisch.
i] Über die Beherrschung des Zorns.

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