Weisheiten 399

De hett mit de Ft (Fe) in de Grp treden.

De hett 'n Dreih ass Mller's Dirk.
i] Dreih = Drehung, Wendung
z] Dat gift de Sake 'n annern Dreih.

De hett 'n Geweten (Gewissen), dar kann wohl 'n Kutse mit sess Perde in umdrehen.

De hett 'n hpen Verstand, he hett 'n dicken Neers.

De hett 'n Muske (Muschen) dervan ppen hrt.
i] Er ist mit der Sache nicht ganz unbekannt.

De hett 'n nippen Rk.
i] Er kann gut riechen.

De hett 'n Ns (Nase) as 'n Backer un ruckt as 'n Hhnerhund.

De hett noch vl up'n Tardel lopen.
Holstein
i] Tardel, Tarrel = Wrfel. Er kann noch manchen Wurf tun. Er hat den letzten Wurf noch nicht getan. Hat in seinem Leben noch viel Stunden wieder gut zu machen, das Schicksal mit sich auszushnen.

De hett sick enen goden Klack mkt.

De hett sien Schp in'n Drgen.

De hett 't Hart (Herz) baven in de Kopp sitten.
Ostfriesland

De hett wat up de Rippen.
i] Er hat Vermgen, steht sich gut.

De hett'n Miteter (Mitesser).
i] Von einer schwangern Frau.

De hett't binnen.

De hilligen drei Kenige (6. Jan.) kemet te Water an oder gat te Water aw.
Bren

De hilligen drei Kenige (Knige) (6. Jan.) bugget 'ne Brgge odder te breaket eine.
Bren
i] Die Sage hat den drei Knigen aus dem Morgenlande die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar beigelegt, echte Knige, denn ihre Namen gehren alle dem Hirtenleben an. Kaspar bedeutet Kuhschilder (Kunaspis), einen solchen, der seine Kuhherden in schildfrmigen, d.h. runden Umzunungen in Sicherheit bringt, eine Lebensweise, von der das Kaspische Meer seinen Namen erhielt, weil in seiner Nhe lauter Hirtenvlker hausten. Melchior war ein Milcher oder Senner, der das Vieh auf die Alpen trieb; und auch Balthasar beschftigte sich mit Viehzucht, jedoch daneben mit Weinbau. Alle drei bezeigen dem Christkinde ihre dankbare Verehrung dafr, dass fortan unter denen, die den Lehren seiner Religion nachleben, die Scheidewand zwischen den verschiedenen Culturarten und getrennten Stnden fallen msse. Beschftigung und Lebensart sind keine Gradmesser fr den persnlichen Wert des Menschen; es gehrt eben zu den Aufgaben der christlichen Religion, dem Ackerbau berall Bahn zu brechen, weil dieser die sicherste Brgschaft fr festgeordnete sittliche Zustnde in sich trgt. Eine bessere Gabe als die Gabe des Pflugs gibt es nicht. Also Ackerbau in Verbindung mit Viehzucht und Weinbau.

De Himmel fangt en bitjen an to swten.
Holstein
i] Von einem leichten Regen; scherzweis von starkem

De Hn (Henne) lft r Achen.
Siebenbrgisch-schsisch

De Hitte bringet de Witte (Weie) auf der Bleiche.
Hannover
i] Rat der Hausfrauen, beim Waschen nicht zu sparen und stets heies Wasser zu haben, um die Wsche wei zu erhalten

De Hitte geit met den Rake up.
Gttingen
hdt] Die Hitze verfliegt mit dem Rauch.
i] Das erworbene Geld wird sogleich wieder ausgegeben, sodass nichts brigbleibt.

De hoc satis.
Cicero
dt] Genug davon.

De Hk noh et Wer hange.
Aachen
i] Den Mantel nach dem Winde. Hk ist hier ein shawlhnliches Kleidungstck der Frauen, das schleierartig ber den Kopf gehangen wird, hinten die ganze Taille bedeckt und vorn in Falten hinabfallend bis an oder ber die Knie reicht.

De Holder kummt de erste Drunk to.

De Hollander kommt met de Slaapmuts (Schlafmtze) op de Wereld.
i] Im Widerspruch mit dem grten Arzte Hollands, der die Fe warm und den Kopf kalt verlangte, hat der Hollnder berall, selbst am warmen Ofen, seinen Kopf bedeckt. Man sieht nicht allein die Kinder, selbst im Bette, mit doppelten Mtzen auf dem Kopfe, sogar im Sommer; sondern selbst die Jungen und Mnner tragen dicke baumwollene Schlafmtzen. Das obige Sprichwort dient als Entschuldigung.
ho] Daar port nooit Hollander alleen.
ho] Dat is en regte Hollander.
ho] Een goed Hollander k ... (oder p ...) nooit alleen.

De Holler kumt de rste Drunk to.
Ostfriesland
i] Holler = dem, der das Glas hlt)

De Hnder (Hhner), de am miezte kkeln, lge nit immer de bsste Eier.
Kln

De Hner (Hhner) so im Korbe syn, weren gerne heruth; de uerst dar buten syn, weren gerne herin.

De Hnere (Hhner) lget de Eggere (Eier) un de Mkens (Mdchen) suket (suchen) de Frigger (Freier).
Waldeck

De Hrkindere (Hurenkinder) hebbet det meiste Glck.
ndt] Horkinner hevt et beste Glicke. Harz
d] Hore-unger faaer meere lykke end arv.

De Hhner fliegt mit'm Strohhalm, et giet gued Wear.
Bren

De Hk is mi dl schoten.
i] Das Zpfchen im Halse ist mir angeschwollen und dadurch verlngert

De hlfen Klocken (Dreschflegel) goaht.
Bren

De Hun(de) un de Adell(de) mkt kn Dr (Tr) achter sick t.
Ostfriesland

De Hund abloh.
Luzern
i] Unbndig werden

De Hund blifft alltd vr de Strt.
Ostfriesland

De Hund is an den Knppel gebungen.
Waldeck

De Hund mache.
Luzern
i] Niedere Dienste tun

De Hund sall d 'n Kloppkken schten.
Pommern
i] Ich will dir was - niesen

De Hund', de am frndlichst'n swnzeln, de bt'n teerst.
i] Dem Schmeichler ist am wenigsten zu trauen

De Hund, de blafft, bitt (beisst) nich.

De Hund, de een'n bten ht, doavan mtt'n an Hoar upbinden.

De Hund, de sick Dgs gnabben, krabben sick Nachts.

De Hund, dei bellt, dei bit nich.

De Hunde honnem wul a Wk gefrassen, doss a nich hr kimmt.
hdt] Die Hunde haben ihm wohl den Weg gefressen, dass er nicht herkommt.

De Hunde un de Aedell mkt gn Dhr achter sik to.
Ostfriesland

De Hunger drifft (treibt) et herin, sd de Soldat, as he Speck up 't Botterbrot leggde.
Ostfriesland

De Hunger drifft et rin! s de Zuldate, as he Speck up't Bodder brod leggde.

De Hungerdk is follen.
i] Das in den Kirchchren ausgehangene Tuch zum Zeichen der angegangenen ppstlichen Fasten ist eingezogen, die Fasten sind beendigt.

De Hunn gt nren up Plan- (oder Vln-) schauen.
hdt] Die Hunde gehen nirgends auf Planschuhen.
i] Es sind dies Schuhe, aus leinenen und anderen Lappen zusammengenht, in denen man sehr leise auftritt. Der Anspruchsvolle und Unverschmte geht nicht auf weichen Socken, er tritt nicht artig und bescheiden auf.

De Huve begheten.
hdt] Die Haube begieen.
i] Den Kopf blutig schlagen.

De iersten vier Wochen mt de jung' Frau keen Bbenkst (= obere Brotkruste) hebben, s ward se to klok.

De Iesel (Esel) heat 'n ut der Wand slagen.
Westfalen
i] Er ist unehelich geboren

De Iesel (Esel) is all (bereits) heriut.
Westfalen
i] Die grauen Haare sind da

De iirst (erste) Gewinner - de lst Verspler (Verlierer).
Strelitz

De Immenschwarm im M is wert en gonz Fhr (Fuder) Hh (Heu).

De immer to Marcht (Markt) geit un flitig Vadder (Taufpate) steit, den w(r)t dat Geld nich olt in d' Tasch.
Altmark

De in de en Hand fleut un in de anner wnscht, hett in beid lik vl.
Strelitz

De in de Lotterie sett't, ward selten oder nie fett.

De in 't Reit (Reis) sitt, het gd Ppen (Pfeifen) snden.
Ostfriesland

De Inkp (Enkuaf) deit Verkp.
Ostfriesland

De in'r Jgd (Jugend) fahrt, mutt up't Older gan.

De in't Reit sitt, hett god Piepen snieen.

De Ire woen am.
Siebenbrgen/Sachsen
i] Die Ohren wachsen ihm.

De Iren wssen em, w dem Jisel da eme luewt (da man ihn lobt).

De irscht Hangd (Hund) miss em n't Wasser schmisse, sonst wrde se rsendig.
Siebenbrgisch-schsisch

De irscht Hangd (Hund) schmisst em n de Bch.
Siebenbrgisch-schsisch
i] Die Hundeopfer sind mindestens fr Wassergtter als bezeugt anzusehen, denn es ist wirklich eine aberglubische Sitte, die Erstlinge einer Hndin ins Wasser zu werfen. Den Wassergttern wurden sie geopfert, die sich sonst rchten, indem sie die verweigerten Opfer wtend (wasserscheu) machten. Denn die Nixe sind tckisch und grimmig (grasnkisch) wie das Element, dem sie angehren. Wassergott und Wasserscheu in Beziehung zu bringen, lag nahe. Die Irokesen verbrennen bei ihrer Neujahrsfeier einen Hund. Der Geist des Hundes wird als Bote zum groen Geiste hinangesandt, ihn ihrer fortgesetzten Treue zu versichern. Der Hund, der treue Begleiter des Indianers auf der Jagd, ist das Sinnbild der Treue. Als der Inka Pachacutec die Indianer von Xauxa und Huanca, dem jetzigen Tale von Huancaya und Jauja, besiegte und gewaltsam zum Sonnendienste bekehrte, fand er gttliche Verehrung der Hunde unter ihnen. Die Priester bliesen auf skelettierten Hundskpfen. Auch wurde die Hundsgottheit von den Glubigen in Substanz verehrt. In den peruanischen Grabmlern der ltesten Epoche findet man bisweilen Hundeschdel, ja Mumien von ganzen Hunden. Bei den Mondfinsternissen spielten die peruanischen Hunde eine eigene Rolle; sie wurden so lange geschlagen, bis die Verfinsterung vorber war. Bei den Eingeborenen von Nordamerika in den Rock-Mountains wird den zu bewirtenden Fremden als Ehrenmahl gekochtes Hundefleisch vorgesetzt.

De rst Nd mt khrt wrd'n, sd' de oll Fr (o. jenes Mdle), dorn haugt se 'n Backeltrog intwei un mkt Serwter het.
Mecklenburg
i] Serwater = Wasser zum Ansuern des Brotteigs. Die erste Not muss kihrt, gekehrt, d.h. es muss ihr vor allem andern abgeholfen werden. Wenn jemand kleine Hilfe mit groem Schaden erkauft.

De is bang', dat't verschimmelt.

De is bi sik.

De is dem Dwel (Teufel), as he slp, ut de Hll lopen.
i] Von einem schlechten Menschen.

De is denn Dvel von'r Schufkarn fullen.

De is di to modig (mutig).
i] Mit der Person wirst du nicht auskommen.

De is een Glattschnader.
Rendsburg
i] Schmeichler

De is got bi Schick.

De is got in de Wehr. (o. in'n Wams).

De is hier so vl ntt as dat fvte Rad am Wagen.
Pommern

De is in unsern Wasser nich getauft.
i] Das ist ein Fremder.

De is Liegens dull.
i] Man kann ihn nicht zum Aufstehen bewegen.

De is man mit Minschenht wertagen.
i] Er ist so bse, dass er nur aussieht wie ein Mensch, nur eine menschliche Haut als berzug besitzt.

De is met 'n Oars in 't Botterfass fallen, de sitt wk.

De is mit den Ulks beseten.
i] Man denkt sich dabei einen Plagegeist, einen Urheber von bel, Unglck, Verlust.

De is mit Ehren nner de Hll kamen.
Ostfriesland
i] Ehefrau worden

De is mit Krabbenwater dft.
i] In Wismar gebruchlich, um anzudeuten, dass jemand alle Eigentmlichkeiten der Wismarschen Verhltnisse kenne und an sich habe. - Die Krabbe (Palaeman squilla L.) wird in dem Wismarschen Busen in groer Menge gefangen und ist als beliebte Delikatesse weithin bekannt. An der ganzen Mecklenburger Kste ist der Wismarsche Busen der ergiebigste Ort fr den Krabbenfang.

De is nett so moj as'n Bren(Jden-)brt.
i] Wer sich sehr bunt, aber geschmacklos aufgeputzt hat.

De is nett so mooi as 'n Jdenbrd.
Ostfriesland
i] Hbsch, schn. Sich mooi maken = sich schmcken. 'T Wetter mkt sck mooi = es wird gutes Wetter.

De is k so drst (dreist) as jenn Jung, de slg snen Herrn 'n Knipschen voer de Naes', he hadde (hr) wer de Hand inne Tasch.
Mecklenburg

De is ror to Wech.

De is sien Geld grm.

De is sn Liewe wual nich achter Mrs (Mutters) Potte ekoumen.

De is sn Mann ankamen.
i] Er hat seinen Mann, d.i. Gegner gefunden. Auch: Er ist sehr unangenehm berrascht worden.

De is so nietwtern (neugierig) as ne Zge.

De is uns Herrgott sin Nix.
Holstein
i] Dieser Mensch ist eine Null in der Schpfung. Auch sagt man es in Stdten von brigens guten und geschickten aber unbeamteten und unbemittelten Menschen

De is verloren as 'n Jdenseel.

De is wert, dat he mit heeter Myge (Harn) begotten were.
Holstein

De is woll erhben, ower noch nicht begrben.

De Iulen (Eulen) un Krggen waren (hten).
Westfalen
i] Mig umhergehen

De Jgerlumpen, de Blklumpen und langnste Hund'n hett de Dvel erfund'n, harr de Voss seggt.

De Jangen am Schwiss, de Alen de Hainjd m Schss.
i] Die Jungen sollen schwitzen, die Alten knnen die Hnde in den Scho legen und ruhen.

De jen Krk hacket de dder niin Ag t. Sylt

De Jever heft, as de Haasens siewen He (Hute), man he leggt 'r alle Dge ne van af.
Osnabrck

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