Weisheiten 398

De Geld will vermallen, kp't Glasen und lt se fallen.
Ostfriesland
i] vermallen = trichterweise vertun, verschwenden

De Gerechtigkeit kann den Wg nich finnen.
Hannover
i] Erinnert an die Augenbinde der Justitia

De Gerichtswalt hebben, de hebben ock Fredebott.
Rgen

De grne lachen, de schryen bolde.
la] In risum proni fluctant cito lumina fletu.

De Geschmack is verschieden, segt Burgheim, n mag de Mutter, un de anner de Dochter.
Mecklenburg

De gt de Mle (Meile) up fv Verendele.

De Gwer (Geber) is wer'n Harz eflgen un het det Werkmen vergten.

De Gewitters hebbet ren eigenen Wind.

De Gewnht tut vl.
Schlesien

De Gierigheit bedriegt de Wisheid.
Franz. Flandern
i] Geiz, Habsucht

De Gssel (Geisel) pltscht um injt.

De Gissing drggt fakn.
i] Dnken, Bednken, Meinung, Mutmassung tuscht gar oft

De Giul haite, wo he hett, wenn 'e gut tuit.
Driburg
hdt] Der Gaul heie wie er will, wenn er nur gut zieht.

De Giyts (Geiz) helpet uplaen, owwer nit dreagen.
Bren

De glimmert as Pogg in Mandschn.

De glvt (glaubt), dat de Dvel sin Ohm is.
Holstein
hdt] Er hlt den Teufel fr seinen Onkel.

De glmt von nnern (von unten) herup as 'n Hnerdf (Hhnerdieb).
Oldenburg
i] Glmen, auch gluren = dster ausgehen. Glme = der Funke, glummern = glimmen, Glummer = Kohlenglut, auch fr glpen = lauschen, schielen.

De gd in 't Holt (Holz) rpt, kriegt en gde Antwrd.
Holstein

De gd smrt, gd frt.
Ostfriesland

De goden Jare mten de slichten drgen.
i] Damit wird der Landmann bei schlechter Ernte getrstet.

De gor to frndlich is, het Eenen bedrogen, oder will Eenen bedreegen.

De Grte (Grtze) is versolten.
Sauerland

De gs (Gans) blast wol, men se bt nicht.
ho] De gans blaast wel, maar bijt niet.

De Gs gahn allerweg barft.
Mecklenburg
i] Ein Zustand, in dem gar nichts zu wnschen wre, ist nirgends, berall gibt's Mngel und Schattenseiten.
hdt] Die Gnse gehen berall barfu.

De Gs gt allerwarts barft, seggen de Mecklenbrger.

De Gse (Gnse) wasket sik, et giet Ran.
Grafschaft Mark

De gt sitt, wr sn Rgge.
i] Wer es gut hat, sei ruhig und zufrieden.

De Gott vertrt, de mangelt nich.
Ostfriesland

De Gottlose kriggt de Barm (Bierhefe).
Ostfriesland
fr] Honte lui vient qui en Dieu ne croit.

De gradig (hurtig, schnell, stracks) hengeit, kann gradig wedderkamen.
Holstein

De gradig geit (schnell geht), kann gradig wedderkommen.
Holstein

De Grane no wat lecke.
Kleve
i] Um zu sagen, dass etwas gut geschmeckt habe

De graue Michel.
i] Scheltwort in Pommern, auch Knullmichel.

De grauten Buern sind usem Herr Gott sine Mastschwne.
Lippe

De Grinzel (Goldammer) singt: In'n Winter, B'r, B'r, loat mi in dn Schn. In'n Soamer: B'r, B'r, fritt, wat ick scht.

De Groschen gilt nrgen mei, osse b hei geschlagen is.
Waldeck

De Groen sind de Ltjen re Narren.
Oldenburg
i] Danach sollen die kleinen Leute klger als die groen sein.
la] Amens longus.
la] Nullus malus magnus piscis.
la] Parva necat morsu spatiosum vipera taurum. Ovid

De Grt (Gre) deit 't ni, anners km de K den Hs' vr.
Jever

De grte Hund sin Pae.
i] Von einem Dnkelhaften

De grtste Hund mot sek schmen.

De grtste unner den Iesels (Eseln) is gewenlik de Meler.
Westfalen

De Grtt wart nig so ht (hei) utten as he upfllt ward.
Holstein
hdt] Die Grtze wird nicht so hei ausgegessen, wie sie aufgefllt wird. (Die Sache wird nicht so schlimm werden, als es anfnglich schien)

De Gl (Gaul) sget: Bergauf reit' mich, bergab leit' mich, auf dem Gleichen schon' mich nicht, bei der Kripp' vergiss mich nicht.
Waldeck

De gnnt kenen enen Wassers Drunk.
i] Er ist sehr neidisch.

De gustibus non est disputandum, sagte die Kuh und leckte die anderen im Ars.

De gustibus non est disputandum.
Walther, Proverbia sententiaeque
dt] ber Geschmack lsst sich nicht streiten.

De gute sind de beste, aber raus klaube muass mer's.
Schwaben

De Hack'n naotreck'n.
Altmark
i] Rasch zugehen

De Hack'n ws'n.
i] Davonlaufen, entfliehen
ho] Hij laat zijne hakken kijken.

De had(de) verslagen Kopp (Kopf), as he de Trepp herunter full (fiel).
Ostfriesland

De Hddike (Httich) fleiget hauge.
Bren

De Hahn makt Oge to, wenn he kreit.

De Hahne is frid (mutig) op syner igenen Miste.
Buren

De Hahne op seinem eigenen Miste bitt scharp (o. wehrt sick dapper).
Sauerland

De Hand de an dem Krzweg steit, de zeig d Weg, den nie se geit.
i] D. h., der Ratgeberfolgt seinem eigenen Rat nicht

De Hand in der Taske hewwen.
Bren
i] Bereit, Geld auszugeben

De Hnde kleven laten.

De Handwarksborsen gt nich mme, un de Zaldten k nich.
i] Weder die Handwerksburschen noch die Soldaten betteln, jene fechten und diese werden einquartiert.

De Hneke in'n Hse het mr recht up der Mischen, as de Hneke bten.
hdt] Der Hahn im Hause, der Haushahn, hat mehr Recht auf der Dngersttte als der Hahn draussen, d.i. der fremde. (Der Hausherr hat im eigenen Hause mehr Recht als ein fremder)

De Hangd (Hund) beie sich uch em en drech Schank.

De Hnseler uf der Llle umetrillen.
Schweiz
i] Teufelsrotwelsch, um auszudrcken, dass jemand nicht mehr das Evangelium Johannis auf der Zunge bewegen will.

De Hring schleit mt em Zagel op't Iis.
Caymen
i] Wenn der Hrning, Hornung oder Februar neuen und starken Frost bringt. Nach muss man in dem angefhrten Orte Hring fr Hornung sprechen

De Hrrich woar oarm, de Wolltich war dumm, de Wrich woar e Narr.
Nassau
hdt] Httich war arm, Wolltich dumm und Wrich ein Narr.

De Harz fret alles up.
i] Da die Bewohner des Oberharzes aus dem umliegenden platten Lande ihre Zufuhren erhalten und auf diese Weise dort die Lebensmittel verteuern, aber auch wieder alles annehmen mssen, was auf den Markt kommt, so sagt man im Grubenhagenschen: Der Harz frisst alles auf. Im Harz selber: D'r Harz frisst alles wack.

De Hase bru't.
hdt] Der Hase braut. (So pflegt man zu sagen, wenn Nebel auf den Feldern zieht, wie Rauch)

De Hase lppet keine sieben Johr, hei wed doch endlich schotten.
Sauerland

De Hase un de Snel (Schnecke) kuomet lke fr (frh) an Maidag.
Grafschaft Mark

De ht 'n Ml (Maul) vr'n Kopp a 'n Schrmetz.

De hat 'n Mlwerk (Maulwerk), dat'n Ratt'n un Ms daomit vergwen kann.
Altmark

De hat k Holschen (Holzschuhe) an, horst du'ne wohl gahn?
Wolfenbttel
i] Wenn jemand ungeschickt zu sticheln versucht

De hat wedd'r n bgelt.
Altmark
i] Ist betrunken

De hat'n gd Mlwerk (Maulwerk).
Altmark
i] Sie versteht zu schwatzen, wei sich zu verteidigen, lsst niemand zu Worte kommen.

De htt doa biet dick Enn' (Ende).
Ukermark
i] Man sagt von jemandem, der hat's beim dicken Ende, wenn er bei jemand so gut angeschrieben ist, dass er viel und mehr Gutes als irgendein anderer von ihm erhlt.

De Hwere in 'n Sump un de Gaste in 'n Dump (o. in 'n Mlm).
i] Danach soll der Hafer in den Sumpf (nassen Boden), die Gerste dagegen in lockern, staubigen geset werden.

De heft e Vogel.
Elbing
i] Er ist berspannt, hat einen Nagel.

De heft immer den Dicksten.
i] Er macht sich vor allen anderen wichtig. Er fhrt das groe Messer, will immer den Vorzug behaupten.

De heft ok e Funke em Arsch.
Ostpreuen
i] Hat sich auch betrunken

De Hehler ss essu gud wie de Stehler.
Trier

De Heiden sint inebruoken.
Iserlohn
i] Die Hausfrau ist ins Wochenbett gekommen

De hell'n Morgens un de glatt'n Drns (Dirnen) dchs nich fl (taugen nicht viel).
Sderdithmarschen

De helpt allens ower de Eck.

De Hn (Henne), de fr kakelt, leggt up'n Dag en Windei.
Holstein

De Her Pfarrer ht ere e Hosetrger verehrt.
i] Hat die Trauung vollzogen.

De Hrens in de Stadt hebbt kinen Brenverstand.

De Herren Befehl is de Knechten Gang.
Ostfriesland

De Herrgott mt vl Snnen vergben, wenn de Himmel nich leddig blieben sall.

De hescht pel se madig.
Siebenbrgisch-schsisch

De het dat k waget.
z] Sagt man von einem, der eben gestorben ist.

De het gd wat in de Fngst.
i] Fngst = Fang, Beute, dann Fettklumpen in der Leistengegend. Er ist wohlgenhrt

De het handwerk nich kan, de blive dervan.

De het lang genog in 'n Rok (Rauch) hungen, s de Foss, un bt de Kot den Steert af. Plattd.

De het Todtenauer-Durst (d.i. Hunger).
Aargau

De hett all lange bi de Lampe arbeid.

De hett de Fettfeddern davuntrocken.
Holstein
i] Er hat das Beste von der Sache davongetragen. Die Fettfedern an den Gnsen sind die nach hinten sitzenden Federn, wohin sich das Fett zieht und die ausgerupft werden

De hett de Plle (Flasche) nig vr dem Mule weg.
i] Von einem Sufer.

De hett den Dwel inn'n Lief.

De hett en paar gen als Gniedelstes.
Holstein
i] Von hellen, glasartigen oder scharfblickenden Augen. Ein plattrunder Ball von hartem Holz mit einer Handhabe oder gegoenem Glase, womit das Leinen geplttet wird.

De hett Hunnenknp (o. Hunnenstreich) in'n Sinn.

De hett hte wat rechts qustet.
i] Sie ist viel auf den Gassen herumgelaufen.

De hett mi mit drgen Mund afspiest.
Schleswig-Holstein
i] Er hat seinem Gast weder Essen noch Trinken angeboten.

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ENGLISCH
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ITALIENISCH
1 2 3 4
LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
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SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10