Weisheiten 396

De den Roland sehn will, mutt den Mund vull Knake hebben.

De den Schaden ht, ht uch de Schpt.
Siebenbrgen/Sachsen

De denkt up'n ollen Mann.
i] Er nimmt seine Gesundheit in Acht.

De der fragt, will nicht geven.

De der hangen schall, versupt nich.
Ostfriesland
ho] Die geboren is, om te hangen, verdrinkt niet.

De der lstert, het kn gt Gewten.
Ostfriesland
i] Lstern, hollndisch luisteren, schweizerisch lustern gehrt entweder zu dem vom altschsischen hlust = Ohr, gothisch hlausjan = hren u.s.w. abstammenden lustern, lstern, oberdeutsch losen fr: horchen, lauschen oder es ist ein lautmalendes Wort, wie die anklingenden: flstern, flistern, flischpern, pischpern, fischpern, wischpern.

De der sait (st), de der mait.
Holstein
i] Wird auf diejenigen angewandt, welche den Nutzen aus der Arbeit anderer zu ziehen wissen.

De der schrift (schreibt), de der blift (bleibt).
Oldenburg

De der slpt (schlft), de bitt (beisst) nms (niemand).
Ostfriesland

De der 't Hangen wnnt (gewhnt)is, den kellt (qult)de Hals nich mehr.

De der wat heft (hat), komt up'n Dvel, de der nich heft, komt up dusend Dvel.
Osnabrck

De Drens de na teinen lpt von Bartel Fett den Muftert kpt.
i] Von Nachtnymphen. Bartel-Fett = Hurenwirt

De Drn (Mdchen) Dai Derne hit en Isern aftrirn.
Iserlohn
hdt] Die Dirne hat ein Eisen abgetreten. (Die Unschuld verloren)

De derrsten Zieng (Ziegen) hahn's Fett innewennig.
Oberharz

De dett so dikke, wie de Ls in'n Schorfe.

De diglicke Druope dringet dor en harten Stein.

De die vivitur.
Hieronymus
dt] Man lebt in den Tag hinein.

De Diefkater (Teufel) schall die holn.

De Diern stellt sich as de Katt mit'n Alkopp (Aalkopf).

De disteln un de radel seiet, mag vele unkrutes meien.

De doa gewt (gibt), wat 'r hat, is wrth, dat 'r lwt.

De dcht nich Snndachs orrer Warkeldachs.

De Dd (Tod) will 'n Orsak hebben.
Ostfriesland

De Dd is kn Splmann, he kumt nich, wenn he rpe ward.
Sderdithmarschen
hdt] Der Tod ist kein Spielmann, er kommt nicht wenn er gerufen wird.

De dd is, let sn kken.
Ostfriesland
hdt] Wer tot ist schaut nicht mehr.
i] Gegen das Hereinragen der sogenannten Geisterwelt in die irdische. Wer wirklich gestorben ist, kommt nicht wieder, der spukt nicht, beunruhigt niemand. Nach einer Volkserzhlung beschlossen einige Studenten, einen beherzten Schuster auf die Probe zu stellen und berredeten ihn fr Geld zu einer Totenwache. In dem Sarge aber lag ein noch lebender Student. Nachts um 12 Uhr wird der Deckel abgeworfen und der tot Gewhnte starrt mit groen Augen den Schuster an. Dieser gibt aber mit seinem Hammer, den er eben zur Hand hat, dem Studenten einen Schlag mit den begleitenden Worten: 'De dd is, let sn kken.'

De Dd sitt hum up de Lippen.
i] Man hlt blasse Lippen fr Vorboten des Todes.
ho] Den dood op de lippen hebben.

De Dode let sn Kk'n.
Sderdithmarschen
i] Der Tote lsst sein Gucken.

De Dodge (Tote) m Graw, de Lebendge op de Staw.
Samland
i] Zu einem, der in einer frhlichen Gesellschaft seine Trauer um Verstorbene zeigt.

De Doktor hett mi goot oppppelt, man ok goot schoren!

De Doktor is en Engel, wenn man em bruukt, un en Dvel, wenn man sein Reken betahlen schall!

De Doktoren der Arstedyn leven noch wol, noch sterven de Juristen wol.

De dmmst Lait' (Leute) ha de schnnste Schucke.
Ermland

De dommst Lied (Leute) bu de grteste Knulle.

De dommsten Lt (Leute) hebbe de besten Kartoffeln (Ernten).
Memel

De Dp hrt vr de Hochtit.
Rendsburg
hdt] Die Taufe gehrt vor die Hochzeit.

De Dornbusch hett uns trgt, sd' der Pracher un sn Minsch t 'n Gensdarmen.
Hamburg

De Dthe moe de Zgge sn.
Aachen
hdt] Die Taten mssen's zeugen.
fr] En usaige et action gist maistrise et experiment.

De drade loppt (luft), kann drade wedderkamn.

De Dreck is min, unn ick will'n beholen.
Oldenburg
i] Lsst man die Kinder sagen, die sich nicht waschen wollen

De Dreck wart Schit, wenn he natt wart.
Mecklenburg
i] Wer ihn angreift, besudelt sich

De dredde Ader sleid naan Paen.
i] Die dritte Ader schlgt nach dem Paten hin. Damit wird die Annahme der Kirche ausgedrckt, dass durch die Gevatterschaft eine geistige Verwandtschaft entstehe, die auf die Charakterbildung des Tuflings Einfluss habe.
ndt] Die neunt' Ader g'rth 'n Thouten (Paten) nach. Franken

De dreit um 'n Bolt (Bolzen, Zapfen), see de Junge, d hadde he de Dm in sn Mders Brtschatt.
Ostfriesland

De Drengfota hebbe enen Rthstorm mt Schnodda angestrka.
i] Spottweise. Der Rathausturm der Stadt Drengfurt ist mit blankem Blech gedeckt

De drg'n (trockenen) Jahr bruk de nadden (nassen) ni um Brod to been (bitten).
Rendsburg

De dr'gsten (magersten) Weiber hebben de fettsten Fotzen.
Pommern

De drui hoichste Nama.
i] Die drei hchsten Namen: Vater, Sohn und Geist.

De Dbel dem Paopen un de Paop dem Dwel.
Pommern
i] Wortspiel zwischen dem Fische (Cyprinus dobula), der nicht fr sehr schmackhaft gilt, und dem Teufel; vermutlich vom Fischzehnten her, wie an den Kornzehnten oder Deputatkorn der Spruch erinnert: Respe, Trespe, Vogelwicke u.s.w.

De dubiis non definias, sed suspensam teneas sententiam.
Bracarensis
dt] Leg dich in Zweifelsfllen nicht fest, sondern halte dein Urteil in der Schwebe.

De Ducks un de Dod.
i] Auch Duchs, Duckes, Dackes, ein Wort mit sechs Bedeutungen, die smtlich widerwrtige sind. In der obigen Redensart ist Ducks eine verhllende Bezeichnung fr Teufel.

De dulle Metje (Mette).
i] Von einem zornigen, leidenschaftlich aufgeregten, launenhaften Mdchen.

De dullen Hren aflopen.

De Dm (Daumen) is 't rlickste an de Mller.

De Dumme lpt sick dd, de Flen dregt sick dd.

De Dummen komt tom besten foord.
Rendsburg

De Dmmste gift oft den besten Rd.
i] Wer etwas auf der Welt erwerben will, muss berhaupt auf die Dummheit der Menschen rechnen, wer auf ihre Vernunft rechnet, ist verloren
ho] De onwijze geef altemet wijzen raad.

De Dmmste hebbet det meiste Glck.

De dummsten Buren hefft de dicksten Kartuffeln.

De dmmsten Menschen kriget (hebbet) de dicksten Kartuffeln.

De duobus malis minus est eligendum.
Cicero
dt] Von zwei beln muss man das kleinste whlen.

De dusendste (hunnertste) Mensche verstet 'et Holskenmaken (Holzschuhemachen) nitt.

De dstere Morgens gwt de hellsten Dch.
Sderdithmarschen

De Dtsche mnt, wat de Franzmann kkt, is beter as wat he slben makt.

De drn Schp ligt meist Td op'n Drgn.
Sderdithmarschen
hdt] Die teuern Schiffe liegen die meiste Zeit auf dem Trocknen.
ho] De duurste schepen (schippers) liggen langst aan land (wal). - De kostelijkste schepen staan het naast bij de haven.

De Dwel auch, Soldt sn, wenn a'l de Kgl's drpe.
Sderdithmarschen
hdt] Der Teufel mchte Soldat sein, wenn alle Kugeln trfen.

De Dwel (Teufel) dritt (schitt) mmer up den grtsten Hup (oder Hopen).
Oldenburg
i] Das Glck ist dem Reichen gnstiger als dem Armen, dieser mag sich mhen wie er will, er bringt's zu nichts.

De Dwel (Teufel) is sau swart nich, as he 'mket werd.
i] Menschen und Dinge sind nicht immer so schlimm als sie von den Leuten gemacht werden.
ndt] De Dfl is so swart nt as'm hum of malt. Ostfriesland

De Dwel fngt die Mannsld mit'n Nett ut Frugenshor.

De Dwel hett secht, he knn alles utfnnig mkt kriegen, blot wo de Frugensld' ehren Wettsteen (Wetzstein = Zunge) hadden, dat wt he nich.

De Dwel schitt jmmer up'n grotsten Hupen.

De Dwel schitt mmer up den grtsten Blt.

De Dwel un sn Nalt.
i] Der Teufel und alle, die ihm gleich sind.

De eadem re ne bis agatur. Lex Acilia repetundarum
dt] ber dieselbe Sache soll nicht zweimal entschieden werden.

De een de starvt, de anner de arft.
Holstein
hdt] Der eine stirbt, der andere erbt.
i] Vom Wechsel der Dinge, auch soviel als: Des einen Glck ist des anderen Unglck.

De een Ei inn Steert hett, de hett got kakeln.

De een geit hott un de Anner geit hhl.
i] geit = auch treckt, d.i. zieht
z] Ein von der Landwirtschaft entlehntes Bild. Hott ist der Zuruf, wodurch beim Pflgen das links angeschirrte Zugtier gelenkt wird, whrend das andere bei den Wendungen von der Rechten zur Linken auf den Ruf hhl zu achten gewhnt ist.
i] Zur Bezeichnung eines schroffen Gegensatzes.
ho] Deze wil hot, geene haar.

De een is van Stroh, de anner evenso.
Lbeck

De eene mkt't Bedd (Bett) un de ander leggt sik darup.
Oldenburg

De eene mkt't Bedd un de ander leggt sik darup. Oldenburg

De eene sleit en Nagel inn, de ander hangt der en Ht up.
i] Auf einen Sparer in der Familie folgt gewhnlich ein Verzehrer. Der eine baut ein Haus, der andere bringt das Vermgen darin durch.
en] Desert and reward seldom keep company.
en] One beats the bush and another catches the bird.

De Eers (Arsch) jkt mi, 't gift gd Botterjr. Oldenburg

De Eers jkt mi, 't gift gd Botterjr.
Oldenburg
hdt] Der Arsch juckt mir, es gibt ein gutes Butterjahr.

De ehrlichen Juden het Hor in der Hand.
Sauerland

De Eil is a bieser (bser) Vogl.
i] Wortspiel: Eile - Eule

De einbeckschen Mkens sint sau stolt, den Sunndag te Danze, den Mndag in 't Holt.
i] So spotten die Bewohner der um Einbeck herumliegenden Drfer mit Bezug auf diejenigen Stadtmdchen, welche am Sonntag so 'stolz', d.i. geputzt auf dem Tanzboden erscheinen, am folgenden Montage aber mit dem Tragkorbe in den nahen Wald gehen, um sich das ntige Brennholz zu holen.

De eine Dreck wschet den anderen.

De eine Hand recket (reichet) der anderen.
Hannover

De eine Krgge (Krhe) hakelt der annern ken Auge iut.

De eine Mensche is den anderen sn Dwel.
ho] De eene mensch is steeds den anderen zijn duivel.

De eine Pol drifft den annern.
Sauerland

De eine Scheffel langet (holt) den andern.
i] Warnung vor Verschwendung, einer holt den andern.

De eine Td (Zeit) schr, de andere Td kein Spr.
ho] Het is goed laten, als den heelmeester geld ontbreekt.

De ellsten Beck (Bcke) h'n de schtfsten Herner.
Oberharz

De elrene here bedwynget den ekenen knecht.
hdt] Ein Edelmann von Ellernholz bezwinget einen Knecht von Eichenholz.

De en Bur will br'n (= hudeln, scheren), mutt en Bur mitbringn.

De n gift mi Geld un de andre betlt mi.
Hamburg
i] So sagen Handelsleute, um auszudrcken, dass ihnen ein Kufer und Bezahler so lieb wie der andere ist

De en hlt 't mit de Mutter un de anner mit de Dochter.
Mecklenburg
ho] De een heeft zin in de moeder en de ander in de dochter, en zoo geraaken zij beide aan den man.

De en roh Ei in't Fr rakt, mutt wachten, dat et barstet.

De n sn Dd (Tod) is de anner sn Brot.
v] Denn nen sn Dd is denn annern sn Brod.

De n sin Unglck is de ander sin glck.
la] Procax est natura multorum in alienis miseriis.

De en Spk'n (Schnpschen) drinkt, et is nett so god, as of he in de Bxe pisst, rst is 't warm un hernast is 't kold.

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