Weisheiten 394

De alle vrkamende Dinge wss, de wr frh rk.

De allen Len (Leute) dat Pottkuksel beschnpet, verderft sick lichte den Mgen un werd unsachte unwirsk in der Platten.

De Allerhillgen Summer du'ert drai Stunnen, drai Dage oadder drai Wiken.
Gesch. Mark.

De alltd up sn Kopp (Kopf) besteit, de kummt der tolest noch up to stn.
i] Wer nur auf seinem Willen besteht, kann zuletzt ganz auer sich werden (desperat).

De lt Profte sen dt, de nen hd em af.
Siebenbrgen/Sachsen

De lt Schire brn um rschsten.
Siebenbrgen/Sachsen
i] Wird meist auf alte Jungfrauen angewandt; die Liebe soll gerade bei ltern Personen am gefhrlichsten werden.
hdt] Die alten Scheuern brennen zuerst.

De Alte fange.
Tbingen
i] So viel, als sich so schnell als mglich noch einige Kenntnisse aneignen

De alt'n Dienln und d' alt'n Ross kommen af's Moos.
hdt] Die alten Dirnen, Mdchen und die alten Pferde kommen auf's Moos

De am letsten lacht, lacht am besten.
Rastede

De am meisten smeret, am besten veret.

De n Aussdje sich nit rakert, kn n Aedge luisslere fn.

De an den Weg boot hett veel Meesters.

De an den Weg bt, het vl Mesters.
Ostfriesland

De Andreissnei doit den Kren wei.

De Anfang is 'n Daler wert.
i] Weil der Anfang bei jedem Geschft da sein muss

De Anfang von den Daler is de Bankschilling.
Rendsburg

De Ang sn gresser wie de Mng (Magen).
Oberharz

De Angst gnn ick keinem Hund.
Pommern

De Ansicht was gd!, sd' Adam und kk Eva'n unner 't Hemd'.

De Aohm wtt em te kuort.
Mnsterland
hdt] Der Atem wird ihm zu kurz. (Er stirbt)

De Appel fallt nich wit von 'n Plummenbom.

De Appel fllt nich wt von 'n Stamm, ass dat Schaop so dat Lamm.
Altmark

De Appel fllt nit wt vamme Stamme.
Waldeck. Rastede

De Appel fllt nich wiet von'n Haufiesen.

De Appel fllt nich wiet von'n Stamm, so as dat Schp is, is dat Lamm.
hdt] Der Apfel fllt nicht weit vom Stamm.

De Appel han jitz golde Stillcher.
Kln
i] Sie sind jetzt selten und teuer

De Appel is beter geven as eten.
i] Wenn er nmlich schlecht ist

De April dt, wt he will.
Westfalen

De April fillt und fllt.
i] Er macht mager und fett

De April is de Lmmer r Fill un de Allen (= der Alten) r Dud.
Driburg
i] Die Zeit des April ist fr Lmmer und Mutterschafe eine gefhrliche

De April iss der Schape fill.
i] Der April bringt viel Schafe um, ein fr sie gefhrlicher Monat.

De April settet en Koaren, s he will.
Mnster

De April stellt den Roggen es he will.

De r Mlwrk mt aparti dd slgen werden.
hdt] Der ihr Maul(Mund-)werk muss, wenn sie tot ist, noch besonders totgeschlagen werden.

De Arbeit is keen Has', s de Daglhner, de loppt us nicht weg.

De Arbet es hellig, d se dt es wellig, vver glcklich es d Mann, des sich derlans futeln kann.
Bedburg

De Arbet huot nch Nemesten den Apetit verdorwen oder den Schlf verdriwen, awer munch Fauler s un zinge verrakt.
Siebenbrgisch-schsisch

De Arbet wl Nimest rwen.

De Arebor hett se in 't Bn bten.
i] Zu Kindern, wenn die Mutter nach der Entbindung im Bett liegt: der Storch hat sie ins Bein gebissen.

De Arebor hett wat brt.
i] Es ist ein Kind geboren

De Arebor soll kmen.
i] Es wird Kindessegen erwartet

De Arem de droen hirt Kreiz um Bockel, de Reich de fren et an der Kutsch.

De rger geit in kenen hlen Bm.
i] Der rger zehrt am Leben und wenn jemand lange geschwiegen, so braucht man sich nicht darber zu wundern, wenn der Unmut, der sich im Herzen gesammelt, hervorbricht, da der rger in keinen hohlen Baum geht.

De arme Mann maut de Welt ernhren.

De arme Mensch hefft mmer den Wind von vre.
Ostpreuen
i] Der Arme hat immer Gegen- oder widrigen Wind.

De Arme mot deinen, un de rke kft sek einen.
i] Whrend der Arme, wenn ihn das Los trifft, selbst Soldat werden muss, kauft sich der Reiche einen Stellvertreter. Nmlich nach dem ehemaligen Wehrsystem Hannovers

De Armd kiket dem Flitigen wol in't Finster, se kmt m awer nich ins Hs.

De arte venit, quod vincat naturam.
Cassiodorus
dt] Der Kunst gelingt es, die Natur zu bertreffen.

De Arten (Erbsen) un Bohnen will eten, drrt de Mrt nt vergeten.
i] Sie mssen in dieser Zeit gepflanzt werden

De Augen in de Hand neamen.
Westfalen
i] Aufmerksam sehen. In der Gegend von Sprottau (Schlesien) sagt man: Dau muss 'ch halt de Augen de Hand nahm (um die Sache tastend im Finstem in verrichten

De Augen oder den Bdel obgedohn.
Kln

De aulen Iisels (Esel) genget nich mr.

De aulen Wwer het viel Hen tocket.
i] Fr: Es hatte seit kurzem viel geschneit.
z] Das nam he mi es met, dat ik de Lchte drigen moste, as de aulen Wwer kortens sau viele Hen tocket harren, dat 'r 'n unwse dpen Schnei lag.

De Av mnt et gd.
i] Der Ofen meint es gut, er ist geheizt.

De bsste Js kommen et ls.
Gladbach
hdt] Die besten (liebsten) Gste kommen zuletzt.

De Bcker heat siyen Wiyw derer jaget.
Westfalen
i] Wird gesagt, wenn das Brot sehr groporig ist.
ho] Daar heeft de bakker zijn wijf doorgejaagd.

De Bcker heft sck den Nrsch verbrannt.
Samland
i] Als Entschuldigung, wenn die Eltern den Kindern kein Weibrot aus der Stadt mitbringen konnten

De Bdklocke son len hren.
Dorstadt bei Wolfenbttel
i] Schon merken, wo der andere hinaus will

De Bfelk (Bffelkuh) s schwarz, awer se git wiss Mlch.
Siebenbrg.-schsisch

De Bfelk (Bffelkuh) wl de Bch aussofn.
i] Bezieht sich auf das Mrchen von der Bffelkuh und dem Fischlein

De Bflsch schmakt nit gt, bs er drif gedauert huot.

De Bn as noch net rn.
Bedburg

De Band is wedder reten.
i] Diese Redensart soll auf folgende Weise entstanden sein. Ein Herr befahl seinem Vogt kurz vor der Mittagszeit, noch einige Scke Weizen einsacken zu lassen, die auf den Markt sollten. Die Arbeitsleute waren aber gewhnt mit dem Schlage zwlf fortzugehen. Er wusste keinen anderen Rat, als die Glocke fest zu binden. Noch waren die Leute mit dem Einsacken nicht fertig, als sie schlug. 'Dunnewaedder', rief ganz verdutzt der Vogt, 'nu is de Band reten.' (Lbeck.) Un sit de Tid, seggt wie hier, wenn de Klock twlf sleit: Sieh, nu is de Band wedder reten.]

De bange is, de mutt schildern.
ho] Die bang is, moet schilderen.

De Barm leep em wert Harte.

De Bart steit hum darna.
i] Nach seiner ganzen uern Erscheinung scheint er dazu geeignet. Der Bart und seine Form lassen ja oft einen Schluss auf die brgerliche Stellung zu, wofr auch die verwandte Redensart spricht: Dar is de Bart nt no wussen.

De Beck steit er recht na't Flimstriken un Munjeproten.
vor] De Beck steit hum recht na't Flmstrken un Mundjeproten.
hdt] Sein Schnabel, Mund eignet sich zum Flaumstreichen, Kosen und Schmeicheln.
i] Beck =Schnabel, Mund, Flimstriken = schmeicheln, Munjeproten = reden, schwatzen, schmeicheln, nach dem Munde reden)

De Bedler (Bettler) bestellt sin Harbarge nich.

De Bedner (Bttner) binjden de Kofen, und wten uch gren drauss sofen.

De Beeren sind doch suur, s de Fo, do see he den Jger kamen.

De Beeri (Beeren) de Wi, und d' Trappe de Schi (und d' Trappe gnd dri).

De beker (Becher) sy recht edder krum, dy werts totum.
i] Alter Trinkspruch. Auf das Ganze (totum) musste nach dem Trinkgesetz ein Ganzes nachgetrunken werden, nicht ,myddel pars', d.h. die Hlfte.

De Bekker hett sin Sl in't Brod backt.
Holstein
i] Von sehr ausgegohrnem Brote, das auch nebenbei zu leicht am Gewicht ist.

De bemaolten Bl(d)r (Bltter) un de vreckigen Knaok'n hmen mnnigen k den Geldbd'l braok'n.
Altmark
i] Karten und Wrfelspiel haben schon manchen arm gemacht

De Bengel is owerall tau finnen, as Musdreck mank de Grtt.

De Beren (Birnen) snt sr, s de Foss (Fuchs), un slog mit'n Strt an'n Bm.
Rastede

De Bespene (Besoffene) liggt mmer wk, wi en ongebrnet Kalw.
Alt-Pillau

De Bespene s de Glcklichste.

De Beschdnen (Bescheidenen) sen de Zetrdnen.

De bessem sall di chter der dor stoan.
Iserlohn

De besste Koh (Kuh) dt et Heck to.
Mnster
i] Heck = das Feldtor, die Tr eines Zaunes oder Geheges.

De besste Koh (Kuh) geit nich te Markt.
i] Die besten Mdchen werden dem Freier nicht angeboten, namentlich nicht zu diesem Zwecke an ffentliche Orte ausgefhrt oder geschickt.
ho] De beste koejen vindt men op den stal, en slimme krengen langs den weg.

De Best in de Mirr, sd de Pastor, un ging twischen twe Dvels.
ho] De deugd in het midden, zei de duivel, en hij ging tuss hen twe Kapucijnen.

De beste Bur is'n Schelm.

De beste Hndel send nex nutz!
Ulm

De Beste kan k flen.
Ostfriesland

De beste Kgler kann auck wuel as'n Pdel smiten.

De beste Meister flt noch.
i] Auch der Tchtigste irrt und macht Missgriffe.
ho] De ervarenste en voorzigtigste kan wel eens missen.

De beste Perd (Pferde) worden up de Stall scht.
i] Sagt die brave Mutter zu ihren heiratslustigen Tchtern, wenn diese meinen, sie mssten hufig auf Bllen, in Konzerten, Gesellschaften u.s.w. erscheinen, wenn sie nicht sitzen bleiben sollten.

De beste Strlde snd an 't Land.
hdt] Die besten Steuerleute stehen am Ufer.

De beste und fetteste mist, de up den acker kommt, is des herren oege (Auge).

De beste Weg fr goode Gesundheit is jmmers noch de Footweg.

De besten Perde worden up de Stall scht.
i] Die heiratsfhigen Tchter sucht man zuhause auf

De besten Pre ritt man gern vr.
Lippe
i] Nicht blo Pferdehndler reiten die besten Pferde vor; es pflegt bei allen Paraden, auch pdagogischen, vorzukommen.

De besten Wrste sind, wo n grut Holl (Loch) in is.

De betatn (= bigotten) Leut, de zahnenden Hund und de stigen Stier is nia net z'traun.

De b de Hre over de Tn (Zaun, Hecke) kummt, der kummt der k over.
Ostfriesland

De birch (Berg) es in lk (Grenze, Grenzstein) un ple.
Grafschaft Mark
i] Die Grenzen sind bestimmt

De bieterigsten Ren hett de rieterigsten Felle.
Grafschaft Mark
i] Bieterig = bissig, rieterig = zerrissen, zerzaust

De bindt den Lnink an.
i] Wenn Kinder aus Verdruss in einen Winkel gehen oder den Kopf dahin stecken, weil sie ihren Willen nicht erhalten.

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1 2 3 4
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