Weisheiten 390

Dat sall jum bekamen (bekommen), as de Hund't Grasfreeten.
Ostfriesland

Dat sall mi ins nee dohn, ut wat vr'n Gatt dat wohl utlppt, s de Dern, do pissde se dr de Gemse.
hdt] Es soll mich Wunder nehmen, zu was fr einem Loche das wohl ausluft, sagte die Dirne, und pisste durch das Milchsieb.

Dat sall mi ne wedder passr'n, s' de Jong, dat mn Mur'r starwt un ick ne met doabie bin.

Dat sall mi nt wr gebren (passieren), s de Jung, dat min Moder starft, un dat ik der nt bi bin.

Dat sall m nich weer gebren (begegnen), had de Junge segt, dat mn Moor (Mutter) strwt un ick der nich b bn.
Ostfriesland

Dat sall mir noch lange spiten.
i] Das wird mir noch lange leid sein, mich noch lange verdrieen

Dat sall 'n wohl waohr waren, wenn n'n de Oss in 't Oog' sttt.
hdt] Das soll man wohl gewahr werden, wenn einem ein Ochse ins Auge stt.

Dat sall nich in Dstan vapacht wahn.
Ukermark
hdt] Das soll nicht im Dstern (Dunkeln), sondern ffentlich verpachtet, verhandelt werden.

Dat sall wohl kummen (kommen), osse dem Hauhne de Milk.
Waldeck

Dat sall wohl wat hschen, sd' et Niclschen, do fl er mit der Kz Eier den Hartberg heraf.
Rheinland
i] Kz = In der Klner Gegend ein Tragkorb

Dat sall wol wat heeschen(heien), sdd' et Niklschen, do feel et mit der Rp (Eier) den Hartberg heraf.
Rheinland

Dat sall woll gn (gehen), sr dei Jung, as hei't Kalf n dei Stadt drgen sll.
Mecklenburg

Dat sammelt sich, sd' de Jung, krg up de Dl' 'n pr rfgen un vr de Der 'n Dracht Slg'.
hdt] Das sammelt sich, sagte der Junge, bekam auf der Diele ein Paar Ohrfeigen und vor der Tr eine Tracht Schlge.

Dat snt nre (arme, knappe) Tden (Zeiten), se(de) de Pape, de Br mkt sn Kinner slfst.

Dat sast du hebben (haben), venn du uk de Paster von Basenthin bst.
Pommern
i] Kleines Dorf im Kreise Kammin, Regierungsbezirk Stettin. Die Redensart wird als neckischer Zusatz bei Gewhrung irgendeines kleinen Anliegens viel gehrt. Ursprung: zwei Personen begegnen sich. A. 'Guter Freund, gib mir ein wenig Feuer ab.' B. 'Dat sast du hebben.' A. 'Mein Lieber, ich bin der Pastor von Basenthin.' B. 'Schaadt nich, Fer sast du doch hebben, wenn du uk de Paster von Basenthin bst.'

Dat saste (sollst du) lachen as en Bur, d Tnpine (Zahnschmerzen) hed.
Iserlohn

Dat schad mien Vadder nix, dat mi de Hnne freert, warum kofft he mi keene Hanschen.

Dat schad't den Schelm nix, segt de Schrwer, wenn de Br Slg krigt.
Mecklenburg

Dat schall di to Bukbetn kam'n.

Dat schall dn Schade nig sn.
i] Ich will deine Mhe vergelten.

Dat schall em upgren as olt Fett.
Oldenburg
i] Soll ihm bel bekommen

Dat schall em wohl vergehen as de Br dat Aderlaten.
Ostfriesland < P/li>

Dat schall mi nich wedder passren, s Jan Timm, do mt he nach'n Galgen.

Dat schall mi nich wr gebren, had de Junge seggd, dat mn Mr starvt un ik der nich b bin.
hdt] Das soll mir nicht noch eimal passieren, hat der Junge gesagt, dass meine Mutter stirbt, und ich nicht dabei bin.

Dat schall m wohl kamen (kommen), as b de olde Wifen (Weibern) de Melk.
Ostfriesland

Dat schient mie ok godet Grapke to snd.
Ostpreuen
i] Von einem, der die Schnapsflasche liebt

Dat schifft (schiebt) mr as et treckt, sd' de Br, un stitt den Krl mit dem Ft t de Der 'rut.
Danzig

Dat Schipp is mit Mann un Mus bleb'n.
ho] Het schip is gebleven met man en muis.

Dat schlacht na Klaffkes blau Oss.
Samland

Dat schmeckt as en Fust ant Ohr.
Holstein
i] Etwa wie eine Ohrfeige.

Dat schmeckt as Schttelwater.
i] Splicht vom Reinigen des Tischgeschirrs. Hat einen laulichten, faden, eklichen Geschmack.
ho] Dat smaakt als scharrebier op den tap.

Dat schmeckt as wenn imes en Engel op de Tong pest.
Niederrhein
hdt] Das schmeckt so s, als wenn einem ein Engel auf die Zunge pisste.

Dat schmeckt nich na Fisch noch Fleisch.

Dat schmeckt wie Taft on Damast.
i] Sehr gut.

Dat schmeckt, as wenn de Hund Plum frett.
Danzig

Dat schmeckt, s' Sievers, un hl de Tong ut 't Finster.

Dat schmekt, man schull de Finger darna licken.

Dat schriew mt Krd an de Wand.
i] bergib es der Vergessenheit; die Wnde sind in der Regel wei angestrichen.

Dat schg't doch, sd' de Scheper, un hrr 'n ddigen Hund in 'n Sack.
i] Schugt = scheuchet, macht scheu, nmlich den Wolf.

Dat schull bugen o'r breken.
d] Enten maae det bugne eller briste.

Dat schull man him nich t de Maue schddeln.
Strenburg,
i] Man sollte so etwas von ihm nicht vermuten.

Dat Schur hangt hum lange baven de Kopp.
i] Schur = Schauer, hier in der Bedeutung von Bedeckung, Kleidung. In dem Sinne: Das Damoklesschwert. Vor dem Regen(-Schauer), Gewitter-, Sturm. Schauer ist ein schnell vorbergehender Regen, Hagel, Schnee.

Dat Schwn ht sick nich wwer use ngge Mgger ht sich got.
Lippe
hdt] Das Schwein hat, d.h. nhrt, mstet sich nicht gut, aber unser neuer Meier hat sich gut.

Dat seid Ringeltauben, dei schtt me nit alle Dage.
Marsberg
i] Von etwas, das sich selten ereignet.

Dat sent Fisker Mi're.
i] Mrchen, fr Ausreden.

Dat sett hde wat af, entweder e Rsch oder e Brsch.
i] Pflegt man zu sagen, wenn man frh niesen muss

Dat sett ne Lw (Liebe), s Brand, un schlog sn Fru met 'n Bessenstl.

Dat sieh ick an 'n Ochsen, dat Kopp-arwt am Schwerigsten is, s' de B'r to 'm Prster.

Dat sin blaue Blmkes (Blmchen).
Deutz
i] Verhllend fr: das ist gelogen)

Dat sin Touren, sei de Mann, do sat he met de Geit op het Dack.
i] Wenn man bei einer Handlung Anstrengung affektiert, sich ungeschickt benimmt, oder vllig berfliges tut.

Dat sind Bunen (Bohnen), dei briukst diu nit te dppen (auszuhlsen).
Westfalen

Dat sind Flte (Flsse), die mten ren Willen hebben.
i] Das muss man geschehen lassen, weil man es nicht ndern kann

Dat sind Grillen, s' de Hattersche, doa lag ihr Mann in't Starwen.

Dat sind kleine Bietkes (Bisschen) un graute Sprnge.
Westfalen

Dat sind Leidenschaften, sd' Hrtel, dr lpen em de Hamel weg.

Dat sind Rengeldvcher.
Bedburg

Dat sind tugendhafte Aale, de kann me up Globen nehmen.
Oldenburg
i] Mit dem Wort 'sick btern' drckt der Oldenburger sowohl das Fettwerden als Tugendhaftwerden aus, beide Begriffe werden daher von Landleuten, wie hier geschehen, verwechselt. Tugendhafte Aale = fette Aale

Dat sind tw Prachers (Bettler) vr ene Dre.
i] Zwei Personen, die nach derselben Sache streben und daher aufeinander eiferschtig sind.

Dat sinige to Rat holden.
i] Sparsam leben.

Dat sint Kinner (Kinder) as'et ingesatte (eingesetzte) Gerichte.
Grafschaft Mark

Dat sitt habaken L (Leute), dat giet Espenkinner.
Grafschaft Mark Woeste

Dat sitt t, als wenn sk twe Bare range.
i] Wenn zwei Mnner sich kssen

Dat sitt t, wie grn on gl geschte dorch e Hkl.
Dnhoffstdt

Dat slait hen as Hagel in't Finster.

Dat sleit in (schlgt ein), as Pingsten up'n Sonndag.
Rastede

Dat slt (schliet) as 'ne Tange (Zange) up't Firken (Ferkel).
ho] Dat sluit, zei Fop, en hij stolpte eene waschtobbe op zijn hoofd.

Dat smeckt all na de Harbarge (oder na 't Schapp).
i] Von Speisen, die zu lange im Schranke gestanden und angezogen sind.

Dat smeckt as en Klapp (Knppel) up den Kopp.
Hamburg
i] Von einer schlecht schmeckenden, unkrftigen Speise.

Dat smeckt doch n de Krei, sd' de oll Fr, und brd sich 'n Tnpl.
i] Die alte Frau, die sich einen Zaunpfahl briet, auf der eine Krhe gesessen hatte, meint, es werde nach Fleisch schmecken.

Dat smeckt doch na Vgeln, sd' de Fr, dor kkt se Supp up'n Tilg, wo 'n Heister st'n harr.
hdt] Es schmeckt doch nach dem Vogel, sagte die Alte, und kochte den Zaunstecken, auf dem die Krhe gesessen hatte.

Dat smeckt, sd' de Jung, dr krg he den Knppel up'n Kopp.
ho] Dat is delicaat, zei Flip, en hij at kruis bezin met eene mosterd-saus.

Dat smeckt, segt de Snder, harr de Zg annen Nrs lickt.
Mecklenburg

Dat 's'n Irrniss, Fru Gevattern.
Pommern

Dat Sgenfell antrecken.
i] Das Saufell anziehen, d.h. unfltige Reden fhren. Sich in Bereitschaft setzen, jemand auf recht grobe Weise herunterzumachen.

Dat soll en Fusthandschen (Fausthandschuhe) sin un is noch kein Dmling (Dumling).

Dat sn echte, rechte, wahre Panduren.
i] Panduren waren leichtes bewaffnetes Fuvolk aus sdslavischen und andern Stmmen der sterreichischen Grenzlande gegen die Trkei, die den sterreichern frher Dienste leisteten und sich durch den Mangel an Zucht keinen ehrenvollen Ruf erworben haben.

Dat Spr es ock grad so vl as necks.
Meurs
i] Spr = ein Hlmchen, Fserchen, im allgemeinen eine Kleinigkeit. Man sagt: Nich n Spr.

Dat steht as 'ne Mauer.
i] Das steht unbeweglich.
ho] Hij staat als een' paal (of: pilaar).

Dat steiht em an, as de Hoor dat Spinn'n.

Dat steiht em an, as den Hund dat Pottschrappen.
Oldenburg

Dat steit bi de Rippen.
i] Setzt den Rippen Fleisch an, z.B. von Braunkohl mit Speck.

Dat steit d an, as wenn de Hunn 'n Lm hacken un de Katten klmen.
Mecklenburg

Dat steit em an, as 'n Hund dat Grasfrten.

Dat steit em an, as wenn 'n Kaulhse (Kohlhase) sick tigen 'n Wrwulf steggert.

Dat steit em so hotten an.

Dat stikt em en de Ns (Nase).
Holstein
i] Das htte er gern.

Dat stimmt wie Schramm sn Dttke, dar fehlte mmer elf Pfennge.
Werder
i] Wenn die Rechnung nicht klappt, das Geld nicht zureichen will.

Dat stopp de Wurmlcher net.
Bedburg

Dat Sll es immer de hggeste Birch.
Iserlohn

Dat sll sich schicken, sd' Vatter Kruse, un schitt de Hosen vull.

Dat snd all le Eier.
Holstein
i] Alte Geschichten, lngst bekannte Dinge

Dat snd darten Gste, fragen der nich na, wat 't Brot kst, kopen Rogge.
Ostfriesland

Dat snd dei Rostocker Kennewarden: sben Linden up den Rosengarden, sben Klacken, so da dglich schlan, sben Thrn, so up den Raths stahn, sben Kopmans Brggen bei dem Strande, sben Duren, so da gahn tau Lande, sben Straten von dem groten Marke, sben Dren tau Snt (Sankt) Marienkarke.

Dat snd Gaven (Gaben), de kamt von baven (oben), de wegen wat.
i] Rede der Neider, wenn sie die Geschicklichkeit anderer rhmen

Dat snd Ld' (Leute) von Mitteln, segt de, hebben 'n Nrs van tw Hlften.

Dat snd man Junkers.
Mecklenburg
i] So sagt der Landmann von hren, die lang in die Hhe geschossen, aber taub sind oder kein volles, krftig ausgewachsenes Korn haben.

Dat snd man Redensarten, sd de Voss, de Br wrd mi nich t'n Gshrden mken.

Dat snd Minschen, segt Fst, ierst schten se up de Klink un denn seggen's: Fst, mk de Der t.
Mecklenburg

Dat snd ok nich all Hhnerft, s de Buur, dor steek de Magd de Ft van de Hill.

Dat snd sn Einflle, sd' de Hattersche, dar lg r Mann up't Starwen.
Oldenburg

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ENGLISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

FRANZÖSISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49

ITALIENISCH
1 2 3 4

LATEINISCH
1 2 3 4

PORTUGIESISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10