Weisheiten 388

Dat leste Anker holt fest, as Pick un as Theer.
i] Von Leuten, die trotz aller Enttuschungen die Hoffnung nicht verlieren.

Dat letste Fr (Feuer) un dat irste Gras, da drinken dei Herrn den Hypokras.
i] Es ist frher erwhnt, wie der Brgermeister Joh. Wittenberg von Lbeck auf einem Balle zu Kopenhagen die Insel Bornholm vertanzt hat. Er verlor deshalb auf dem Markte zu Lbeck den Kopf. Damit aber die knftigen Brgermeister sich hten mchten, ebenfalls eins oder das andere hintanzen zu lassen, lie der Rat aus dem Vermgen des hingerichteten Wittenberg einen silbernen Becher machen und die Worte eingraben: 'Da danzt Bornholm hen.' Aus demselben mussten die Brgermeister jhrlich zweimal nach den obigen Sprchen trinken, und zwar im Frhjahr, wenn man den Stubenofen zu heizen aufhrt und im Herbst, wenn man mit dem Heizen wieder begann.

Dat lett (lass) nett, wenn ener schett on der andre ett.
Jerentowitz im Kreise Graudenz
i] Um zu sagen, dass gewisse Dinge oder Handlungen nicht zusammenpassen.

Dat lett nig smuck.
i] Ist nicht gut, nicht anstndig, passend.

Dat lett sich hren, sd Jenner, n krg fert Ohr.
Danziger Nehrung

Dat lett sick denken, dat krank Ld nich gaut tau Weg sind.
Mecklenburg

Dat lett sick nich mit eens in'n Backben schben.
Mecklenburg, Schwerin
i] Es kann nicht alles auf einmal geschehen

Dat Licht brennt em up de Finger.
Pommern

Dat Licht brennt, as wenn de Wever m't Hs geit un frd (freit) n de Maid.
Ostfriesland

Dat Licht brennt, as wenn 'n Wever dod is.
Ostfriesland
i] Sehr dunkel, weil die Weber bei ihrer Arbeit helles Licht bedrfen. Doch stehen damit die hollndischen Auslegungen im Widerspruch weil die Weber bei sehr drftigem Licht (kleine lampjes en dunne pitjes) arbeiten.
ho] De kaars brandt, alsof er een wever vrijde.

Dat Licht geit ut. Preuen
i] Wenn der Tag sich neigt und es anfngt dunkel zu werden.

Dat Licht singt den letzten Vers.
i] Es geht damit zu Ende.

Dat liggt buten mn'n Verstand, s de Jung, as dremal drtein.

Dat ligt dr nwar (liegt durcheinander) as Krt un Rven.
Rastede

Dat lik (gleicht) darna as min Eers na 'n Peperdose.

Dat lkt derna as mn rs n, 'n Peperdose.
Ostfriesland
i] liken = gleichen, hnlich sein.

Dat loa 'k luien, sach de Kster, doa was 'me sin Wyf afstuoarwen.
Hemer in der Grafschaft Mark
i] Der Ton liegt auf lasse. Diesmal lasse ich luten, ich lute nicht selbst.

Dat lppt m b de Rgge (Rcken) up as kld Pttwter (Brunnenwasser).
Ostfriesland

Dat lppt unner dr as de Rttenktel unner de Peper.

Dat lpt dr et Lsch (Schilf).
Meurs
i] zu weit, verkehrt.

Dat lpt tohp as Poggenkoller (Froschlaich).
Lbben
i] Vom leichtsinnigen, trichten Heiraten.

Dat lpt under dr, as de Rattektel under de Peper.

Dat lpt unner drch (luft unten durch), ass de Musktel unner 'n Pper.

Dat lud (das lautet), as wan de Z'e (Ziege) oppen Brd keteld.

Dat lgst du as 'n Snder.
Ostfriesland
i] Schneider, besonders weit gereiste, sollen gern lgen.

Dat lgt he as en Schelm.

Dat lttje Rad geit vr in de Wagen.
Ostfriesland

Dat Mdchen kann singen, do es en Nagtegall mr en Bs (Biest) tegen.
Meurs

Dat maket mi vle Mse (Muse).
i] Verursacht mir Sorgen, Bedenken, Grillen.

Dat Mal gewen.
i] Die Stelle bezeichnen, wo ein Wettlaufen, Sprung, Wurf u.s.w. anfangen oder enden soll.

Dat Maorgenrauth (Morgenrot) in de Gausken (Goen) flaut, dat Aovenrauth guet Wider baut.
Mnster

Dat Maul is 'ne begnge (gangbare) Landstrate.
Hannover

Dat maut (muss) mi alle reine sin, sach de Frau, doa sstriegede (streifte) se de Katt wer der Kirne af.

Dat maut mi reine sin, sach de S'lchtersfrau, doa trock se 'n Duimlink (Dumling) iut der Wuoarsst (Wurst).

Dat mehrt sck, wie de Dreck ver Wiehnachte, sd jen Br, als sine Fr e Prke kreg.

Dat mekelnborgsche Waop'n maok'n.
i] Beide Arme auf den Tisch sttzen und so einen Ochsenkopf, der im mecklenburger Wappen vorkommt, darstellen. In Holland nennt man diese Haltungsform das koesfeldsche Wappen.
ho] Hij gelijkt het wapen van koesfeld wel.
ho] Hij zit als het Wapen van koesfeld.

Dat Mken (Mdchen) ess 'ne rechte Kratzebste.
Lippe
i] Kratzbrste. Man sagt dafr auch Tange.

Dat ment ik bter, s dat Prd, und settle de lutten Leutnant vr de Schl af.

Dat Messer ss so scharp, dat du kannst drop fre rde.

Dat Messer schntt n dr Dag mehr als n nem.

Dat Messer schntt Poggehaar.

Dat Messer snid as en dud (tot) Ruie bit.
Grafschaft Mark

Dat Messer snid, me kn derop na Kllen ri'en.

Dat Messer snitt sse kald Water brennt.
Bren

Dat Mest (Messer) is so stump, dar kann wohl 'n Hexe up na Kln rden.

Dat Mest ist so stump as 'n Ssaaks.
i] Ssaaks = ser ltere Name fr Messer, der aber im allgemeinen auer Brauch gekommen ist und nur noch fr schlechtes Messer gebraucht wird.

Dat Mest snitt as 'n Flt (?).
i] Das Fragezeichen findet sich schon in der Quellenschrift.

Dat Miul (Maul) geiht m s 'ne Antenfutt.
Sauerland

Dat moet wat Vornehm's sn, segt de, hebben 'n Nors von twe Hlften.

Dat mg en lgen Sack sinn, dei nit liggen knn und loten sick flicken.
Sauerland

Dat mt mi reine sin, sagte de Frau, da trock se ne Katte t der (Butter-)Kearne un strpede se aw.

Dat mt 'n wendet werden, sede de Fruw to den Aal, dar trecket se em de Hud (Haut) ab.

Dat Ml (Maul) bringet den Deif an'n Galgen.
i] Bezieht sich im Mittelalter auf das vom Diebe entweder freiwillig abgelegte oder durch Kerker und Folter erzwungene Gestndnis; kann sich in neuerer Zeit aber auch auf belastende Zeugenaussagen beziehen.

Dat Ml (Maul) geit em as en Scheermest (Scheermesser).
i] Nmlich beim Sprechen.

Dat Ml geit em as 'n Spolrad.
i] Schnurrt in einem fort.

Dat Ml geit em as 'ne Garnwinne (Garnwinde).
Westfalen

Dat Ml in de Pnte (Spitze) trecken.
Bren
i] Den Mund verziehen.

Dat Ml is 'n Schelm, wenn man emm man wat butt (bietet), denn jahnt he upp.
Oldenburg

Dat Ml plappert on de Narsch wt von nuscht.

Dat Ml mmer vr hebben.
Mecklenburg
i] Vorlaut sein.

Dat Ml upsparr'n.

Dat Mndken in't Pntken setten.
i] Einen spitzen Mund, auch Jungfernmund, machen; bei Kindern oder erwachsenen Mdchen mit dem Nebenbegriff der Eitelkeit. Von einem Mdchen, das einen schnippischen Mund zieht. Pnt franzsisch pointe = Spitze, pntig = geziert, kokett.

Dat Msche (Muschen) hat e Sttzche krge (kriegt).
Aachen
i] Die Sache hat wichtige Folgen gehabt, ist gegen Vermuten ausgefallen; man ist bel weggekommen. Sttzche von Statz (= Starz), der Schwanz eines Tieres, Schweif, auch Stiel, Starz.
ho] Dat muisje heeft een staartje.

Dat mut de Meister verstn, wenn de Wurst na Scht smeckt.
Holstein
i] Der Meister entscheidet, es ist sein Werk.

Dat mtt gaen (gehen) as wenn de Br Plm fritt.
Altmark
i] Sehr eilig

Dat mutt man achter nen Tn (Zhne) ten.
i] Von einer seltenen und kostbaren Speise, von etwas, das man nur uerst sparsam verwenden darf.

Dat ndigste toirst, s de Bur und prgel sin Fro un let da Peerd in'n Graben liggen.

Dat Nske (Nschen) piert die ok nich vom Schemper.
Ostpreuen
i] Der Bauer zum Lebemann.

Dat N (Neue) is sellen wat Goes.
i] Abneigung des oldenburger Landmanns gegen alles, was irgend Bezug auf Vernderung der berkommenen Einrichtungen und Verhltnisse hat.

Dat nemt sick fransch ut, s Hans un kreg de Deern bi'n Schinken.

Dat Nigge is nit jmmer dat Beste.

Dat nimmt sik Fransch t, sd' Hans, un krg de Diern bi'n Schinken.
Holstein

Dat ndtigst toers, s de Bur, dor hau he sin Olsch un leet dat Peerd in'n Sloot liggen.

Dat g mag alltd mehr as der Mund.

Dat Og will ok watt, sr dei blind Jochen, da friet hei na' ne hibsch Dirn.
Mecklenburg

Dat ge wil k wat hebben, hadde de blinde Harm seggd, d frde he na'n moie Drn.
Oldenburg
hdt] Das Auge will auch was haben, sagte der blinde Bernard, da heiratete er ein hbsches Mdchen.
ho] Het oog wil ook wat hebben, zei de man, en doen aloeg hij zijne vrouw een blaauw gezicht.

Dat Oge will k wat, see blind' Jakb (Jakob), d frde he na'n moje Wicht.
Ostfriesland

Dat Oler geit vran, wenn't ok na'n Galgen geit.

Dat ller krppt op e Sller. Dnhoffstdt

Dat s besunge. (Ist hin, verloren)

Dat s e Dicknsger.

Dat s e Donnerkrt'.
i] Zur Bezeichnung eines garstigen, vorherrschend aber eines pfiffigen und verschlagenen Menschen, besonders im jugendlichen Alter.

Dat s e Nimmerdn.
i] Dn = Dick. Ein Nimmersatt

Dat s en rechter Bisworm.
i] Von einem ruhelosen Menschen. Die stechende Bremse, welche in die Haut des Rindviehs ihre Eier legt, und das Bisen, das wilde Umherrennen derselben mit veranlasst.

Dat s en reiner Alfsrankel.
Natangen

Dat s fer de Katt to Bxe.
Stallupnen
i] Von etwas, das keinen Wert hat. Das ist verloren, aufgegeben.

Dat s glk n e Nrsch t krpe.
Dnhoffstdt
i] So possierlich ist die Sache

Dat s man gnverblendniss.
i] Ist nichts als Blendwerk, Tuschung, Taschenspielerei

Dat s tom Bekacke.

Dat ss (wr) man Hummel n e Haar.

Dat ss als wenn de Domme (Dumme) mt dem Dwatsche kset.

Dat ss als wenn e Mck nt Haff psst.

Dat ss beter, als wenn em de Hund wat schtt.

Dat ss de Oartschwager.
Elbing
i] Der Eber, welcher zur Zucht gehalten wird.

Dat ss de Platz to kriegen.
Ostpreuen
hdt] Man mchte die Platze bekommen.

Dat ss doll Volk, seggt de Diewel, on heft e ganze Sack voll Katte.

Dat ss e ander Wams, dat heft Schsskes.
i] Wird angewandt, wenn eine Rede, eine Handlung, Sache u. s. w. mehr als die vorausgehende befriedigt.

Dat ss e Dselkopp.
i] Er ist dselig, - ein dummer, einfltiger Mensch

Dat ss e Kriez (Kreuz), wer e Puckel heft.

Dat ss e Lewe (Leben) wie mm Lehm, bloss dat et nich ilst so glabrich, so kliestrich ss.

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