Weisheiten 386

Dat is 'n rechten Hkt.

Dat is 'n rechten Sla' in'n Br.

Dat is 'n rendlichen Mensch, s de Fr, vr Wochen n Handdog un no' rn.

Dat is 'n rieken Knbel.

Dat is 'n Rumpslag (glcklicher Zufall) twelf Eier un dartein Kkens (Kchlein).

Dat is 'n schlechten Hund, de sn oll Herr bitt.
Ostfriesland

Dat is 'n schlichten Kter, de blo vr een Lock muust (o. to musen versteht).

Dat is 'n schlichten Schmied, dei keinen Rk verdragen kann.
Mecklenburg

Dat is 'n schlimmen Kram.
i] Das ist eine schlimme Sache, eine ble Geschichte.

Dat is 'n Staat as Schnodder up de Mau.
Pommern
i] Spott auf entstellenden Schmuck.
z] Wann nun ein weib oder mann etwas newes aufbringt und wir spotten sein, sagen wir: Es mag leicht sein, das ein menschen zieret, ia ein rotz auf ein ermel.

Dat is 'n str Baantje.
i] Von einem schwierigen Posten, oder einem Wege, den man vor sich hat. - Baantje - Verkleinerungsform von Bahn, und bedeutet auch Wamms oder Unterjacke.

Dat is 'n Tau snder Knpen.
i] snder= sonder, ohne; Knopen = Kntten, Knopf, Knoten. - ein solches Tau ist weder zum Schlagen noch zum Festhalten brauchbar.

Dat is 'n Vergngen, s de Kerl, do weer he duhn (betrunken).

Dat is 'n wunnerboar't Stck, s' de Ochse, doa stund de Oadebar (Storch) up n Bn.

Dat is 'ne harte Nt to biten.
Pommern

Dat is ne 'mall (alberne) Brgg (Butterbrot), see de Junge, under Botter un boven Botter.
Ostfriesland

Dat is 'ne Mixtur vr den Mann, wenn die Fru in den Wiken is.

Dat is ne olle Drossel.

Dat is 'ne stinkende Lgen.
i] Da ist kein wahres Wort daran.

Dat is nett as'n Ei inn Hoppensack.

Dat is nett so geriefelk a'n Mtz mit'n Kehlband.
Ostfriesland
i] auch: geriflik = von Personen: dienstfertig, gefllig, von Sachen: dienlich, nutzbar, bequem

Dat is nett so warm as 'n Haarb'l (der alte Zopf).

Dat is ni immer seggt (gesagt), datt, wer nix is, ok nix warrn scholl.
Rendsburg

Dat is nich fr de Katt, s de Deef, do stehl he den Buurn twee Schinken.

Dat is nich gut, wenn dei Mnsch (Minsk, Mensch) tau tirig (zu zeitig) in'n Dau (Tau) geiht, denn hett hei 'n ganzen Dag natt Fut (nasse Fe).
Mecklenburg

Dat is nich I un nich Fi.

Dat is nich so, as: sett di man rup.
Pommern
i] Das geht nicht so leicht.

Dat is nich wie bei der ppelfrau.
Pommern
i] Aussuchen gilt nicht, man muss es nehmen, wie's kommt, der Reihe nach. Auch in Berlin mit dem Zusatz: 'wie sie gekommen sind, mssen sie weg', nmlich die Tchter, diese Antwort gibt die Mutter einem Freier um die jngere Tochter, whrend die ltere noch unvergeben ist.

Dat is nicht koscher.
i] Nicht gerade, nicht recht; da steckt etwas dahinter.

Dat is nig fr den Hunger edder Dst.
i] Das sind nicht eigentliche Nahrungsmittel, sondern Leckerbissen.

Dat is Nix, mn Dochter, de Krl nimmt di nich.

Dat is noch in widen Felde.

Dat is noch in'r Ml (Mhle).

Dat is noch lange nich in 't Fatt (Fass), war 't insren sall.

Dat is noch nig tblasen.
Holstein

Dat is ok man fr'n Proppen, sagt Kruse.
i] Der Posthalter Kruse in Wismar brauchte die seitdem sprichwrtlich gewordene Redensart zuerst bei einer Debatte im Brgerausschuss daselbst.

Dat is k Rindflsch, s' de Schlchter, doa verkfte h 'ne Kuhfotze.

Dat is vern Schreve.
Holstein
i] Geht ber den Strich, Linie, Richtschnur, ber die Grenze, ist was Auerordentliches.

Dat is Pracherstaat.
Mecklenburg

Dat is pudert un pepert.
i] Die Sache ist teuer bezahlt.

Dat is putzig, s de Schnder, do wisk he sn Schwt af.

Dat is recht min Frwater (Fahrwasser).
i] Das ist meinem Wunsche gem

Dat is rumpslumpt etwas kaufen.
i] Ohne berschlag des Maes oder Gewichts.

Dat is Samet sin Upslag.
Holstein
i] Wenn jemand nur frs Auge etwas Feines trgt, das darunter grob oder schlecht.

Dat is schndlich, s de Buer, as de Koh int Water scheet, dat Land is doch groot genog!

Dat is Schte (Scheie), dat hw ick schon an'n Geruch, s de B'r, doa ha'r sich in de Buxen schten.

Dat is schon lange h, doa wr de olle Fritze no' Feldwwel.

Dat is sn Lewen (Leben).
i] Darin findet er sein grtes Vergngen.

Dat is sn Pferd un Pflug.
i] Davon hat er seinen Unterhalt.

Dat is slimmer as: Schelm kumm herut.
i] Um von einer schlimmen Sache einen noch hhern Grad zu bezeichnen.
pl] Gorsza sprawa, niż w Osieku. (Die Sache ist schlimmer als in Osieck, wo ein Schlosser wegen eines begangenen Verbrechens zum Gehngtwerden verurteilt worden war. Da es aber auer ihm keinen Schlosser am Orte gab, aber zwei Schmiede, so zog man vor, statt seiner einen der letzteren zu hngen.

Dat is smuck.
i] Spottweis von dem, was schlecht getan ist.

Dat is so as: Nimm mich man.

Dat is so bnt (bunt), as de Ggelower Kirch.
Mecklenburg
i] Gagelow ist ein dortiges Dorf, dessen Kirche frher ungewhnlich bunt gewesen sein muss, jetzt ist sie es nicht.

Dat is so drge as Snder Kloas1 sin rs.
hdt] Das ist so trocken wie Sankt Niklas sein Arsch.
i] Sankt-Niklas, 6. Dezember.
ndt] De Lampe (dat Holt) es so drige as Snte Kloas inner Fuet.
z] Die Kinder in Ostfriesland pflegen die Geschenke, welche sie am Sankt- Niklastage erhalten, tagelang vor das Fenster zu stellen, bis dieselben, meist menschliche Figuren aus Teig, Klskerels, zuletzt ganz trocken und steinhart werden, sodass die Mutter vor dem Verzehren Milch zum Einweichen hergeben muss. Wahrscheinlich spielt das Sprichwort auf diese Kindersitte an.

Dat is so ein, denn mt man mit Appelmaus inschmeren un Kaneel drup un denn den Dwel tau Wihnachten schenken.

Dat is so fast as en Mtzke (Mtze) mit en Khlbndje.
Kleve

Dat is so fett as Bullflsk.
i] Ironisch, da Stierfleisch selten fett zu sein pflegt

Dat is so gemeen (gemein) as Kattenflesk, dat kruppt vun sik slfst in de Pott.

Dat is so gemn (gemein) asse Strtendrek.
Osnabrck

Dat is so gesund asn Hand vull Schohnagels.

Dat is so gewiss as 't Amen in de Krk.
i] Um den hchsten Grad von Gewissheit zu bezeichnen.

Dat is so gd as'n Hund n Stirt.
Mecklenburg

Dat is so klar as Koffeedick.
Ostfriesland
i] Das ist so klar wie Kaffeesatz.
ho] Het is so klaar als een klontje.
ho] Het is so klaar als koffijdik.

Dat is so lang, als Lawrenz sin Kind.

Dat is so lik (gleich) as de Weg na Bremen.

Dat is so seeker as tw mal tw vr snd, na Folkert Krey sn Rekenbk.
i] Folkert Krey, Schullehrer zu Buttfrede im Harlingerland, gab 1738 ein Rechenbuch heraus, welches lange Zeit in ostfriesischen Schulen gebraucht und das noch 1839 in 15. Auflage von Hoffmann in Blersum besorgt wurde.

Dat is so sn Mt (Ma).
i] Der passt zu ihm.

Dat is so vl, as wenn 'n Mgge in de Jade pisst.

Dat is so vl as kumm her un schiet mi wat.
Holstein
i] Verhllend sagt man dafr auch: wnsch

Dat is so viel, as wenn m 'ne Mgg steckt.
z] Daz aht ich, als ein kleine breme viele f einen grzen r.

Dat is so'n Treffen, segt der Schlachter, un slt den Ochsen in 't Auge.

Dat is Speck un Sweinefleisk.
i] Um eine berfllung in irgendeiner Beziehung, z.Be Einen Wortberfluss, den man in der Sprache Tautologie nennt, zu bezeichnen. Das ist einerlei.

Dat is stark Br (Bier).
i] Wenn sich einer sehr heftig vernehmen lsst, dann von mutigen kecken Reden und Taten.

Dat is Swinkt mank de Plumen.
hdt] Schweinedreck unter Pflaumen.
i] Wenn sich ein verachtetes Subjekt unter angesehene Leute mengt.

Dat is 't letzte, sd de Dwel, un scht dat Hart (Herz) ut.

Dat is 't Rechte, wor de Brut um danzet.

Dat is Teuerkaufbrand, se(de) Woltert, d le(de) he de Violine up 't Feuer.

Dat is tom Rehrzageln.
z] Denn slle mine Kgkens rehrzageln
i] Dann sollen meine Khe mit dem Schwanze wedeln, sagte ein Bauer, als er den Hafer nicht teuer genug verkaufen konnte und deshalb beschloss, seine Khe damit zu fttern.

Dat is um n Kattensprung (Katzensprung) to dn.
Holstein

Dat is unner de Lde (Leute).
i] So geht das Gercht, so erzhlt man sich.

Dat is unsen Herren Pastoren sin Gotteswrt-Naharker.
i] Scherzhafte Bezeichnung fr Kster. Nahrker = der die beim Aufbinden liegengebliebenen hren vermittels der Harke (des Rechens) zusammenbringt.

Dat is Vaders Kind wst.
i] Er ist beim Vater gewesen, bis er geheiratet hat.

Dat is vrgt'n Brot.
Altmark

Dat is verbetert dr Jan Balhorn.

Dat is verkehrt, hadde de Buer sagt, doa hadde dat Peard am Strte tumet.
Westfalen
ho] Dat is verkeerd, zei de stalknecht, en hij toomde het paard aan den aars.

Dat is vr de Nieglichkeit, sd' Rting, wer van't Mten kmen un hrr sich 't Bn brken.
i] Nieglichkeit = Unberufene Neugierde.

Dat is vr sien fge Tage.
i] Fge, das hochdeutsche feige, aber im Niederdeutschen mit der Bedeutung: dem Tode geweiht, den Keim des Todes in sich tragend. 'Noch nich fge', d.h. noch nicht bald sterbend. Von einer Handlung, die jemand im Widerspruch zu seinem Charakter, seinen Eigenheiten, seinem Wesen und seinen Gewohnheiten ausfhrt, sagt man: 'Dat is krt fr sien fge Dage', d.h. das ist so gegen seine Natur, dass man seinen baldigen Tod erwarten kann.

Dat is vr Voss-, un achter Schapfell (Fuchs- und Schaffell).

Dat is woll en dummen Esel, de wat schriewet un kann 't nit lesen.

Dat is wullen den Duivel up a Kussen binhen.
Franz. Flandern
hdt] Das ist wollen den Teufel auf ein Kissen binden.

Dat is, as de Saat is: Ulen geeft Ulen!

Dat is, es wenn de Becker den Stuten givt.
Holstein
i] Wenn eine Ware ihren bestimmten Preis hat

Dat is'n anner Slag Koorn, s de Mller, da beet he up'n Musktel.

Dat is'n Muskant! sd' Asmus, hrr'n Frken in'n Sack.
(hdt) Das ist ein Musikant! sagte Asmus, da hatte er ein Ferkel im Sack.

Dat iss 'n Brill, der passt de achter eine in.

Dat iss nich Bessas wth, man msst oall Sg fm Oass geten.
Ukermark
hdt] Das ist nichts Bessers wert, als der Sau vor den Hintersten gegossen.
i] Die Bauersfrauen brauen hufig selber das zu ihrem Gebrauch ntige Bier, 'Trinken' genannt. Gert es einmal sehr schlecht, so wird obige Redensart auf dasselbe angewandt.

Dat iss'n schlechten Broten (Braten), wo nischt afgeiht.
Ukermark

Dat ist ein Bissen fr sein Maul.
ho] Het is een kostje noar zijn mond.

Dat ist god (gut), wer dormit nicks to don hat, sede de Jung, dar bten sik tw Kreyen.

Dat ist kenen Pfennig wrd.

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