Weisheiten 385

Dat is n Sndenvergeben.
Holstein
i] Ein Abtun, ein Aufwaschen.

Dat is n ut Lukas Ohm sn Bel.
i] Wenn jemand sehr aufschneidet; es ist eine klassische Lge.

Dat is en verstken Kram.
Holstein
i] Eine zerrissene Bekanntschaft, eine Verbindung, aus der man nicht klug wird.

Dat is n vrgeten Moller.
i] In dem Sinne von vorgegessen Brot. Moller bezeichnet das Getreide, das man auf einmal zur Mhle schickt.

Dat is n vun dat rechte Slag.
Holstein
i] Ironisch: Der taugt nicht viel.

Dat is n vun 't Mrken. Altona
i] Ein Mdchen von schlechtem Ruf. Mrken ist eine krumme Nebengasse, in der ehemals derartige Personen wohnten.

Dat is n Wandsbecker.
i] So nennt man beim Kartenspiel in Altona und andern Orten einen durch Coupiren mit Atout gemachten Stich.

Dat is n, de sine Moder (Mutter) vor 'ne Hure scheld.
i] Ein roher, bsartiger Mensch.

Dat is enen, ba me de annern met fnget.
Grafschaft Mark

Dt is ns (eins) up hunnert, sd' de Br un mkt 'n Frken (Ferkel) un noch drt (dazu) 'n bunt.

Dat is even so (ebensoviel) veel as kumm her un do'tnog mol un scht mi wat.
Hamburg
i] Von vergeblichem, nichts wirkendem Tun oder schlechter, unbrauchbarer Arbeit

Dat is even so viel as kumm her, un do 't noch mal.
i] Von einem vergeblichen Thun.

Dat is ewen nn Manngeld.
i] Das ist eine so groe Summe nicht.

Dat is faut.
i] Das war verfehlt. Es ist fehlgeschlagen. Von faute = Fehler

Dat is Finkeljchen.
Mecklenburg
i] Finkel, eigentlich Fenkl, dnisch Fennikel = Fenchel, daher Finkeljochen, eigentlich Finkeljuchen = Fencheljauche, d.i. schlechter Branntwein, wie Fusel. So heisst Jchenbroer einer, der schlecht Bier braut. Der Verfasser eines Artikels ber die Einwirkungen der Juden auf die deutsche Sprache behauptet, abweichend hiervon, dass der letzten Hlfte des obigen Worts weder das deutsche Wort Jauche, noch ein deutscher Vorname zu Grunde liege, sondern dass es nur an Joachim hingelehnt sei, aus dem hebrischen jajin, das, wie das arabische wain zeige, mit unserm 'Wein' genau zusammenhnge. Zum Beweise fr diese Behauptung wird die Stelle aus Hebel angefhrt: 'Zwei Zechbrder besuchten oft eine Stunde weit einen Freund aufs Mittagessen, weil er guten Jochem hatte und ihm der Wein nicht berzwerch im Fass lag.' Hoffmann von Fallersleben bemerkt ber das Wort: 'Wahrscheinlich ist es weiter nichts als das rotwelsche 'gefnkelter Joham'.'

Dat is gn Deit (Deut) wert.
i] Von etwas, das sehr geringen oder keinen Wert hat

Dat is geren (geraten) s en Glied in de Mettwurst.
Sauerland
i] Die Mettwurst ist nicht gegliedert

Dat is grade so viel, s wenn twei kuemet un bringet niks.
Westfalen

Dat is guod, dat di de Oars no' fest sit't.

Dat is Hans Puff.
i] Ein grober Mensch; wird auch wohl gebraucht, um grobes Volk berhaupt zu bezeichnen und steht dann fr Pbel.

Dat is hart aber gerecht, s de Buck, da schull he lammen.

Dat is hier upr Pracherharbarge.
i] Eine Bettelschenke, ein Ort, wo nichts zu haben ist.

Dat is Hoeren (Huren) Inschlag un Hoeren Schrgrn.
Ostfriesland

Dat is holl un boll.
Mecklenburg
i] Z.B. von Stellen, die von Maulwrfen, Musen u.s.w. unterwhlt sind; auch von unterktigen Wunden

Dat is in de Eulenflucht mkt.
i] So heisst die kurze Zeit, die man zu einer Arbeit bedarf.

Dat is inne growe Grund verdorwen.
Mecklenburg
i] Grund als Femininum von Niederungen gebraucht. Inne Grund = im Tale. Sonst wird 'grober Grund' auch von Stellen auf der Strae oder dem Acker angewandt, die durch Schmutz und Regen unwegsam geworden sind. 'Goa em nich noa, he fhrt uns inne grove Grund.'

Dat is ja kn Rofgt (Raffgut).

Dat is jo man Geld un Gd, et is jo nich Flsch un Bld.
i] Wenn ein bel nicht tiefer als bis an den Geldbeutel geht, wenn es nicht Freiheit, Gesundheit und Leben berhrt.

Dat is jo so lang as van Bornhved na Dalldrp.
i] Der Weg von Bornhved nach Dalldrp fhrte ber eine traurige, eine Meile lange Heide, wo die Landstrae, um nicht zu verirren, an beiden Seiten mit groen Pfhlen bezeichnet war.

Dat is jwitt gan.
i] Ist durch Unachtsamkeit verloren gegangen.

Dat is keen Kunst, Buur to warrn, aver to blieven.

Dat is kein Spas, s de Nachtwchter, wenn man in't Horn schitt!

Dat is kn Df (Dieb), de der stellt (stiehlt) un't wr (wieder) bringt.

Dat is kn Kattendreck.
z] Das heisst doch nicht fr Katzendreck sich md' und lahm kasteien.
i] Nichts Verchtliches und Unbedeutendes, Wertloses.
ho] Dat is geen kattedrek.
la] Inveni, non quod pueri in faba.

Dat is kn Kinnerspill (Kinderspiel), wen oll Lde up 'n Stocken rden.
Mecklenburg

Dat is kn Kunst, Br to ward'n, aber wul, n to bliwe.
Sderdithmarschen
dt] Es ist keine Kunst, Bauer zu werden, aber wohl, einer zu bleiben.

Dat is klar wie Drank.
Ostpreuen
i] Die fr die Schweine aufgesammelten Speisereste.

Dat is korjose (kurios), s' de dune Bu'r, a em Jrgen in de Bxen schten har, Arvten gten, un Linsen schten.

Dat is Kramerlatn (Krmerlatein).
i] Damit bezeichnen die Leute der untern Volksklassen Holsteins alles Fremdsprachliche, was sie nicht verstehen, also keineswegs schlechtes Latein.
ndt] Welckere man vp Rodtwelsch vnde de Kramerlatin affgdischer wyse Welsch vnda dwelsch daher haspelt vnde dat hundertste mank dat dusent auer Halss und auer Kop auer einen Hupen werpet. Mecklenburg
ho] Het is Kramer Latijn.

Dat is Kunst, s' de Nachtwchter, wenn man m in 't Hoarn schitt.

Dat is lange wachten (warten) man qud fasten.

Dat is Mhren-Arbeit.
i] Eine schwere, unmenschliche.

Dat is mal een Infall, s de Bur, dor fullt em dat Reitdack bern Kopp tohoop.

Dat is Malligheit, s de Krl, do stohl he sn Nabers Toback.
i] Auch Malligkeit = Scherz, Spa, lustige, lcherliche Einflle; Torheit. Entschuldigung des Diebes, wenn er ber der Tat ertappt wird.

Dat is man een fr de Frag s de Wirt, un smet den Schoster to'n Huse h'rut.

Dat is man en Be, de flggt wol bald wer.
i] Schauer, Gewitterschauer, pltzlicher Unglcksfall, gute oder ble Laune

Dat is man n Kattensprunk.
Pommern
en] it's only a stone cast (o. a stone's throw) from here
fr] c'est deux pas d'ici
fr] Saute crapaud nous aurons de l'eau.
it] si arriva l in un salto

Dat is man en Morgensupp.
i] Nur ein Frhstck, nicht viel.
la] Tam facile, quam pirum vulpes comest. Plautus

Dat is man n Perdumnis.
i] Das eine ist nicht besser als das andere. Das Wort soll aus per dominum zusammengezogen sein, mit welcher Formel sich ein Gebet wie das andere zu schlieen pflegte.

Dat is man n vr de Frag', sd' de Wert, un smt den Schster t'n Hs h'rt.
Holstein

Dat is man Kaff (Spreu).
Altmark

Dat is man 'n Bje, 't geit boll vrafer.
i] Es ist nur ein vorbergehender Regenschauer, uneigentlich: nur ein vorbergehender, zuflliger Unfall nach einer Gardinenpredigt

Dat is man strk unde sett.

Dat is Maus wie Miene.

Dat is mi en Vlksken, hadde de Dvel eseggt, do was he met de Kikforssen ant Kruen ewest, un wann he den ehnen op den Kruwagen sat hadde, was m den anderen deraf sprungen.
mhd] Das ist mir ein Vlkchen, hatte der Teufel gesagt, da war er mit den Frschen am Karren gewesen, und wenn er den einen Frosch auf den Schiebkarren gesetzt hatte, war ihm der andere davongesprungen.

Dat is mi to mchtig.
i] Das geht ber meine Krfte.

Dat is mi to rund in minen vrkant'gen Kopp.
Pommern

Dat is mi to spitz, s Till, as he in'n Hechel scheeten harr, un schull't utlieken.

Dat is Ms (Maus) as Maw, de Katt bitt se alle beide.
i] Wird gesagt, wenn unter Kleinigkeiten ngstlich gewhlt wird. Um zu sagen, das ist einerlei, das gilt gleich; denn die Maus und ihre Mutter sind eine so gut wie die andere.

Dat is mit em man kumm (kommen) un gaa.
i] Er hlt sich nicht lange auf.

Dat is mit em, as wenn de oll Sau sichten hrt.
i] Sofort ist er da, in der Hoffnung, dass auch fr ihn etwas abfallen knne.
z] Bald darna teidt un horket de Altarpape alse ene Sge, de sichten hret.

Dat is mit'n Scht besegelt.

Dat is Moders Kind wst.
i] Von einem Mdchen, das bis zur Verheiratung bei der Mutter gewesen ist.

Dat is Ms (Maus) as Mer, Strten (Schwnze) un Oren hebbt se all.
Ostfriesland

Dat is Ms as Mr.

Dat is Ms of Mr (auch: Ms as Mau), de Katt fritt se alle beide.
Holstein
i] Es ist einerlei, die Katze frisst Maus und Mausmutter.

Dat is myn vp und hen. (Ist mein Alles)

Dat is myn vp und hen.
i] Ist mein Alles

Dat is 'n aischen Fudikan.
i] Das ist ein arges Versehen

Dat is 'n Ammansbk.
i] Von einem wohlgenhrten dickbuchigen Menschen

Dat is 'n anders, see de Mller, bet (= biss) up'n Musektel.
Ostfriesisch

Dat is 'n anner Korn, sr de Br (Mller), dr bt he drch nen Msektel.

Dat is 'n anner Krwt (Kraut), s' de Dwel, doa ha 'r sin' Grossmuo'r in de Rs' fangen.

Dat is 'n anner rt Krvt (Krebse), sd' de Dwel, dr hrr he sn Grossmder in de Rs (Reuse) fongen.
i] Wenn der Ersatz ein ganz anderer ist, als man ihn erwartet hatte.

Dat is 'n anner Slag Koorn, s de Mller, da beet he up'n Musktel.

Dat is 'n bokweten Nachtmtz mit 'n tinnern Knp.
Beverstedt

Dat is 'n Brill, dar passt de achter Enn' in.
Ostfriesland

Dat is 'n Dwel, de blo mit Minschenhut owertrocken is.

Dat is 'n Eiersnak.
i] Zur Bezeichnung von dummem Gewsch

Dat is 'n Gewissensfrag, of de Brt noch Jumfer is.
Pommern

Dat is 'n harde Fisk (Fisch) to flmen.
i] Utflmen = Fett aus den Tieren nehmen, auch Schuppen und Flossfedern abziehen. - Von einer schweren und mhsamen Sache.

Dat is 'n hle Misswisen.
i] Falsches Zeichen, besonders falsche Deklination der Magnetnadel. Das ist fehl geschossen, ist ein groer Strich durch die Rechnung.

Dat is 'n Hund von 'n Pierd, se de Jung un rd (ritt) up'n Segabuck.

Dat is 'n isern Jan Hinnerk.
i] Ein starker mutiger Mensch, den nichts anficht, der sich alles bieten darf.
z] Wahrscheinlich hat Graf Heinrich III. von Holstein (1381), mit dem Beinamen ferreus, zu der Benennung Anlass gegeben.

Dat is 'n Kammerktzchen.
i] Spottname auf ein Kammermdchen.

Dat is 'n Kierl as 'n Bor (Br).

Dat is 'n Lden (Leiden), s' Fehlmann, un treckt 'n Rock verkiehrt an.

Dat is 'n lgn Prster, de nich denkt, ml Superndent do warden.
hdt] Das ist ein niedrig denkender Priester, der nicht meint, einmal Superintendent zu werden.

Dat is 'n Leiden vr de Ogen, wenn dat Rad wer de Ns geht.
Greifswald

Dat is 'n Maisje van dr Sessjes.
i] Also ein soeben mannbares Mdchen von 3 mal 6 = 18 Jahren.

Dat is 'n mall Kken.
i] Ein Bruder Lustig, wenn nicht gar Liederlich.

Dat is 'n Mann.
i] Der wei sich als Mann zu zeigen.

Dat is 'n Melkbk (Milchbauer).

Dat is 'n Muskant! sd' Asmus, hrr'n Frken in'n Sack.
hdt] Das ist ein Musikant! sagte Asmus, da hatte er ein Ferkel im Sack.

Dat is 'n nischen Wauwau.
Holstein
i] Das ist ein fataler Streich, ein schlechtes Spiel. Wauwau = Name der Kinder fr den Hund, die man auch damit schreckt.

Dat is 'n ollen Brummbor.

Dat is 'n Paar, kein Musikante kann se beater bin ein spielen.
Westfalen

Dat is 'n Paar, wenn de n schit, tranen den annern de Oge.
Sderdithmarschen
i] Das ist ein Paar, wenn der eine scheisst, gehen dem andern die Augen ber oder trnen

Dat is 'n Prasser.

Dat is 'n raren Sand, se(de) de Feling, as he in de Klei kwam (oder km).
Ostfriesland
hdt] Das ist ein sonderbarer Sand, sagte der Westflinger, als er in den Marschboden (Schlamm) kam.

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ENGLISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
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1 2 3 4
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1 2 3 4
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SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10