Weisheiten 384

Dat hett he in de Fhl (Gefhl), as de Bidder (o. Bedler) de Ls.
Ostfriesland

Dat hett keen Schwierigkeit - s de Bcker - as he dat Brot to licht makte.
hdt] Das hat seine Schwierigkeit, sagte der Bcker, da hatte er das Brot zu leicht gemacht.

Dat hett kn Schwierigkeit (Gewicht, Schwere), se(de) de Backer, d h't Brt to licht mkte.
ho] Het heeft geene zwarigheid, zei de bakker, en hij had zijn brood te ligt gebakken.

Dat hett kene Not.

Dat hett nich Klack noch Schmack.

Dat hett nig Schick nog Klick.
Holstein
i] Ist schlecht von Form und Farbe

Dat hett vl Ft (Fe) bi de Eer.
i] Das ist sehr umstndlich

Dat hewe 'k im afsghuaten, sach de Biur, da hadd' e sin twedde Kind selwer doft.
Kirchspiel Hemer in der Grafschaft Mark
i] Abschieen steht hier in der Bedeutung von 'absehen'. Der Bauer hat dem Pastor die Kunst, ein Kind zu taufen, abgeschossen, d. h. er hat ihm abgesehen, wie er die Taufe vollzogen, und hat sich dann das zweite Kind auf dieselbe Weise selber getauft.

Dat hit en Waterflecken; wann de Sunne drop schinnt, dann giet et en Luok.
i] Ist sehr dnn und fadenscheinig.

Dat hitt Otto Bellmann, sg'n se in Barlin.

Dat holt n de Noppen van de Kler.
i] Die kleinen Kntchen in Wollen- und Flachsgeweben, die sich nur an neuen Kleidern zeigen. Keine Noppen an den Kleidern haben, heisst daher soviel als abgeschabte Kleider tragen. Noppengarn = das aus der schlechten Hechelhede gesponnene Garn.

Dat hlt hrt, sd' de Buck, dr sll he lammen.
i] Drckt das uerste Widerstreben jemandes aus, etwas zu tun, was ihm sehr schwer ankommt oder ganz unmglich ist
d] Hart er ufd hest at binde ved krybbe, at sge vand i fod-steenen, plukke haar af loe.

Dat hret met to (da gehrt dazu), as de Brt to 'n Bucke.

Dat hrt op.
Deutz
i] Dem kann nicht stattgegeben werden, das ist verkehrt

Dat hbscht Mke hefft a Drpke an de Ns'.
i] Gewhnlicher Ausruf des ersten Mhers, wenn er eine kleine Pause machen will, die von allen Mhenden, namentlich den Mdchen, von denen jede die hbscheste sein mchte, zum Putzen der Nase verwandt wird.

Dat Huhn leggt drn Kropp un de Koh melkt drn Hals.
fr] Les poules pondent par le bec.

Dat Huhn, dat sick slwen wat kleit, dat het wat.
Braunschweig

Dat Hundertste in't Dusendste smit'n.

Dat Hs (Haus) ist verhret, sagte die Hure, als sie zum Fenster hinaussah.
ho] Dat huis is verhuurd, zei de hoer, en zij kijkt ten venster uit.

Dat Hs ht golde Balcke.
Kln
i] Es ist stark mit pfandrechtlichen Schulden belastet

Dat Hs must du fr 'n Schn' ansehn.
Bremen

Dat huyss heisset zum hogen drpel.
i] Von einem ungastlich Abgeschlossenen
la] Fores habet tritas, ut pastorum casae.

Dat ies eimoal fiks un eimoal niks.
Westfalen

Dat ies kn Speck vr min Bek (Mund, Schnabel).
i] Um zu sagen: das mundet mir nicht.

Dat ies so viel, s wann 'n Kau 'ne Elwerte slcket.
Westfalen
fr] C'est un grain de millet la bouche d'une ne.

Dat ies, s en Iesel (Esel) up der Bueterschetele (gemalt).
Westfalen

Dat ies, s wann me 'n Vaterunser in 'n Dum (Dom) jaget.
Westfalen

Dat Inbten kmmet drer, osse dat Backen.
Waldeck
i] Einheizen, von beuten, Feuer anlegen.

Dat irste Fr (Feuer) un dat letzte Gras, da drinken de Herrn den Hypokras.

Dat is all n Lepel (Lffel) un n Pott.
Mecklenburg
i] Von sehr guten Freunden.

Dat is all bereins (dasselbe) sd' de Fru, un legte sich up 'n Mann.

Dat is alto fett, speck in botter to braden.

Dat is anners wat, as: Jan, kumm herin un et wat.
i] Das ist nicht so angenehm wie Essen fr Jan.

Dat is Artjen vunt Va'rtjen, Ortjen vunt Mo'rtjen.

Dat is as Bcker Mffken.
Sauerland
i] Feste Preise

Dat is as n Schtteldk.
i] Von schmutzigem, aus aller Form gebrachtem Leinenzeug. Schsseltuch ist nmlich das Waschtuch, womit in der Kche die Teller und Schsseln gereinigt werden.

Dat is as 'n Hund vr'n Groschen.
Altmark

Dat is as Nacht un Dag.
i] Wenn der Unterschied sehr gro.

Dat is as'ne Quabbe.
i] Um etwas, z.B. Federvieh, als fett zu bezeichnen.

Dat is babn betnet (bezunt) un unner krupt de Swine dr.

Dat is berkent (beregnet), as Peter Meyer sn Hochtd.
Ostfriesland

Dat is beschickt, s de Mann, do har he sin Fro na 'n Karkhof bracht.
Jever

Dat is blot 't rschte moal, s de Schuoster, do krg sn Fr acht Wochen noa de Hochtd 'n Kind.

Dat is dar alle Dage Hand int Haar.

Dat is de Ardrpe hr Nd, (se hebben) 's Winters gn Botter un 's Smmers gn Brod.
i] Sie sind nicht haushlterisch, sie sparen keine Butter fr den Winter und kein Korn fr den Sommer.

Dat is de Beer (Birne) nig weert, dat man den Steel so krdert.
i] Krdert = Krutert, wrzt. - Von einer Sache, die mehr Mhe und Kosten macht, als sie wert ist
z] Die Birne ist nicht wert, dass man den Stiel sogar wrze.

Dat is de Gos (Gnsen) recht, worm is se ne bi Da' noah Hs goahn, s' de Voss, und bt hr'n Kopp aw.

Dat is de hele Plunner (Plunder).
i] Da ist der ganze Bettel, der ganze Haufen alter, wertloser Sachen.

Dat is de Knst van de Karmelk, dat se blaulet.

Dat is de Mann, de 't Lant verhert (verpachtet).
Ostfriesland
i] An den muss man sich wenden. Es wird eine Anekdote von einem gewissen Ohmstede, erzhlt, der mit auerordentlichen Krperkrften ausgestattet gewesen sein soll. Einmal hatte derselbe Land zu verpachten. Einige Tage nach der Bekanntmachung wird Ohmstede, der eben am Pflgen ist, von einem Vorbergehenden angehalten, ihm die Wohnung des Verpchters zu zeigen, worauf Ohmstede erwidert, indem er auf sich selber zeigte: 'Hier is de Mann, de 't Land verhrt', und dann, mit aufgehobenem Pfluge auf seine Wohnung zeigend, hinzusetzte: 'und dar wohnt he.'

Dat is de ole Jakob met de nee Mtz'.
Hamburg
i] Von Neuerungen oder nderungen, die den alten Grund bestehen lassen, also keine durchgreifende Verbesserung sind. Die Redensart hat ihren Ursprung darin, dass die alte Jakobskirche um das Jahr 1820 mit einem neuen Turm versehen wurde.

Dat is de Pastor sin Grt all.
i] Eigentlich Grtze, uneigentlich Gehirn, Verstand, Witz.
z] Wahrscheinlich ist die Redensart bei einem zu frh beendigten Gastmahl entstanden, das irgendein Geistlicher seinen Bauern fr gelieferte Naturalien oder erwiesene Handleistungen gegeben hat. Man wendet sie bei Gelegenheit jeder unerwartet schnellen Beendigung irgendeiner Handlung oder Thtigkeit an, wenn dieselben aus Mangel an Kraft oder Mitteln herbeigefhrt worden ist.

Dat is de rechte Gast.
i] Ironisch

Dat is de Swr (das Sonderbare, Wunderliche) dervun, dat de Karrnmelk (Buttermilch) blau is.
i] Swren = schwrmen, schwelgen, lustigleben, ausschweifen.

Dat is de Swir dervun, dat de Karnmelk blau is.
i] Swir = Wendung, Schwung, uneigentlich ein lockeres, schwrmendes Leben.

Dat is de Weg na'n Tugthuse.
i] Zucht- oder Correctionshaus.

Dat is de Weg na't Gasths.
i] Spital, Armenverpflegungshaus.

Dat is de Weg tom Dr hent.
Holstein
i] Von Verschwendern.

Dat is di aber eenen, dar kannst woll 'Du' to seggen.

Dat is doch mal en Gesicht, s de Buur, as de Swienskopp up'n Disch keem.

Dat is Derkop-Brand, see Woltert, d leh he de Viole up't Fer.
Ostfriesland
i] Ein teuer erkaufter Brand, einer der viel kostet

Dat is een grot Frittup.
i] So sagt der Hamburger doppelsinnig von groen Gastereien

Dat is een Kierl, denn hett de Adebor nich unner teigen Dler in die Welt sett.

Dat is een Kierl, denn hett een Schp schln.

Dat is een stren Hund.
Ostfriesland
i] Das ist eine groe, schwere Aufgabe. Str = schwer

Dat is Een vun de Htten.
i] De Htten waren eine Gasse im Hamburger Neuen Stadtteil (Michaelis-Kirchspiel), wo ehemals nur kleine Huser standen, in denen unter anderen Dirnen blen Rufes wohnten. Eine solche meint auch die obige Redensart

Dat is een vun't Mrken.
Holstein
i] Mrken, eine Altonaer krumme Nebengasse, wo ehemals viel zweideutige Personen gewohnt haben. Eine solche Dirne meint das Sprichwort

Dat is eenen, de socht Ngelken uter Pickpannen.

Dat is ein Afwaschen.
Holstein
i] Ist ein Abtun, geht in eine Rechnung)

Dat is ein' oahne Stn, st de Plumerter, doa ha'r 'ne Sckneck hinnerschluckt.

Dat is ein recht Hinnerviertel von 'n Satan.
Mecklenburg
i] Von bsen, znkischen Frauen

Dat is elfen un dartig, is buten mn Verstand.

Dat is em an'burn, as de Su 't Whlen.
ndt] Deam ist's angebora wie der Sau 's Nuelen. Schwaben

Dat is em ene melkende K (Kuh).
i] Das bringt ihm wesentliche Vorteile.

Dat is em in de Dpe (Taufe) nig vrsegget.
i] Das kommt ihm unerwartet, er hat davon noch nichts gehrt.

Dat is em kort tosneden.
i] Er kann nur kmmerlich leben, es ist ihm kurz zugeschnitten.

Dat is n ander Schnack, as: 'Jann kum 'rin un t wat!'
Ostfriesland
i] Rede, besonders leeres Gerede, Geplauder, Geschwtz, Scherz, Spa. Obenan steht dem Oldenburger das Essen.

Dat is n arg Jude.
i] Sagt man von einem Christen, der unbilligen Gewinn, bermssige Zinsen nimmt.

Dat is n dull Kram.
i] Das ist eine verwirrte Sache.

Dat is en ei unde en dop.
i] Von Herzensfreunden

Dat is n elend Lock (Loch).
i] Das ist eine schlechte Wohnung.

Dat is en Fienen met gruowen Opsligen.
Grafschaft Mark
i] Ein Feiner mit groben Aufschlgen

Dat is 'en Heft ohne Stift.

Dat is en Himphamp up de lgekruke (o. in de lgemelle).
Bren
i] Wenn jemand mit der Wahrheit nicht heraus will. Es sind bloe Ausreden, Ausflchte. Himphamp (vgl. das englische to hamper) ist eine verwickelte, verworrene Sache oder ein weitlufiges Gestelle, Gebude, Machwerk, das viel Raum einnimmt, aber wenig Strke und Nutzen hat.

Dat is en Leben in de Marsch, Alldag Speckpannkoken und Hhnersupp to Vesperkost.

Dat is n Mhrenschlaf.
i] Ein tiefer Schlaf.

Dat is en Msekenprester (Musepriester).
i] So nennt man in Pommern einen kleinen geschwtzigen Menschen.

Dat is n Pracher (Bettler).
i] Ein Mensch, der nichts im Vermgen hat.

Dat is en rechte Gapenstock.
i] Gaffer, Maulaffe

Dat is en rechten Fall in den Br.
Holstein
i] Der Holsteiner sagt: In den Brei fallen, wofr wir im Hochdeutschen sagen: Mit der Tr ins Haus

Dat is en rechter Entenschnack.
Holstein
i] Nichtssagendes Geschwtz

Dat is en rrei (Rhrei) und e pankoken.
i] Zur Bezeichnung sehr ser Freundschaft.

Dt is en schlecht Hund, de biet s licht un nich dorvan fret.

Dat is en schlechte Maus, de nich mehr as En Lok wet.

Dat is en slecht Schaf, dat sin Wull nig dregen kann.
Hamburg
i] Um zu sagen: Aus Vorsorge gehe ich oder reise ich nicht ohne Mantel, damit ich Schutz gegen schlechtes Wetter habe, das eintreten knnte.
d] Det er ondt faar der ei gider baaret sit eget faet.

Dat is en slechten Prachervagt (Bettelvogt), de kn Hs kann vorbign.
Holstein
i] Der bei keiner Schenke vorbeigehen kann, ohne einzukehren, und seinen Bettlerfang darber versumt. Von solchen, die in ihrem Berufe nachlssig sind.

Dat is en slechten Ptt (Topf), doa me 't Water ingaiten maut.
Iserlohn

Dat is en slechten Vuegel, d in sin egen Nest dritt (kackt).
Iserlohn

Dat is en Slump, wenn en Soldat in den Himmel kummt.

Dat is n Stakdr.
i] Ein junger Mensch (Knecht oder Magd), der stark in der Arbeit ist, auch von Kindern, die nicht verzrtelt und verweichlicht sind.

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