Weisheiten 382

Dat fallt in't Gle (Gelbe).
i] Es fllt in den Dreck, wenn etwas misslingt

Dat fallt mi in de (ut de) Hand.

Dat fllt nicht (o. schwer) ins Gewicht.

Dat fllt wich, as dem Kappeziner de Harbl.
Grafschaft Mark

Dat Fatt (Fass) tosloan.
Westfalen
i] Ein Ende mit etwas machen
z] Es ist besser dieses Fass zuzuschlagen und unsere Gedanken auf etwas anderes zu wenden.

Dat Feld hett ren un de Busk hett gen.
Ostfriesland

Dat Feld is so kl, man kann en Ls mit de Schwp (Peitsche) drup herumjagen.
Holstein
i] Von einem fruchtlosen oder abgemhten Acker

Dat Fentchen upn Hot steckn.
i] Frhlich, vergngt, ausgelassen sein

Dat Fett drifft doch bwen, all is't k van'n dden Hund.

Dat Fett mutt alltyd bawen (oben) dryven.

Dat find't sick bi'n Beddenmaken.

Dat fingt sich bie 't Utkiehr'n, s' de Jong, doa ha 'r henner de Dr schten.

Dat Fleisch ess esu frd, do kammer de Zng op schliefe.
Kln
hdt] Das Fleisch ist so zhe, man kann die Zhne darauf schleifen.

Dat fluscht bter.
Danzig

Dat flscht, sd' de Krevt, un schrt de Pogg de Kutt av.
Mecklenburg

Dat fft' Radd an'n Wagen.

Dat fllt t de Bilad in de Kist.
i] Es ist gleich, ob der Mann oder die Frau einnimmt oder ausgibt. Die Beilade ist ein Nebenraum in einem Kasten.

Dat Fortuna bonum, sed non durabile donum;
attollit pronum, faciens de rege colonum.
Carmina Burana
dt] Das Glck schenkt Gutes, aber nicht als dauerhafte Gabe; sielsst Erniedrigte aufsteigen, macht aus einem Knig einen Bauern.

Dat fritt kn Brod (Brot)
i] Von Dingen, die man nimmt und verwahrt, weil sie, wie Haustiere, keinen Unterhalt kosten.

Dat Fr (Feuer) is mi in de Schob utgan.

Dat Fr (Feuer) wil wohl aale braten.

Dat Fr brennt em op de Ngel.
Ukermark
hdt] Das Feuer brennt ihn auf die Ngel, auch: brennt ihm unter den Ngeln. (Er ist in der dringendsten Gefahr und Not)

Dat Galenus opes, dat Iustinianus honores:
pauper Aristoteles cogitur ire pedes.
Walther, Proverbia sententiaeque
dt] Galenus gibt Reichtum, Iustinian verleiht Ehren: der arme Aristoteles bleibt stets Fugnger.

Dat ganze Hierohn (Heiraten) es'n Lotteriespiel.

Dat gpt wt und bitt (beisst) Nms (niemanden).
Ostfriesland
i] Gapen = den Mund weit aufsperren, ghnen, gapsk = zum Ghnen geneigt, schlfrig, gaffend, unverstndig, gierig
ho] Hij moet lanc gapen, die den oven overgapen sal.
la] Oscitat ille diu qui furnum vincit hiando.
la] Qui furnum superet hiando, diu puer hiscet.

Dat gat vl macke (sanfte, ruhige) Schafe in n'n Stall, un wilde noch mr.
ho] Er gaan veel tamme schapen in een hok, maar nog meer wilde want die kruipen op elkander.

Dat gve de Hund sner Mme (Mutter) nich, wenn se k im Kindelbedde lge.
i] Von einer seltenen Leckerspeise
ho] Een hond zou dat zijne mor niet geven.

Dat gaw Luft, s(de) de Drn, un krg twe Kinner up'n ml.

Dat Geblate (Geblt) td, sag de Snder, doa sprank 'e in 'n Dk un trok den Znbok wr hert.
Plettenberg in der Grafschaft Mark

Dat geer de Hund sin Mm nich, wenn se k im Kindelbett lge.
Holstein
i] So was Schlechtes gbe selbst der Hund nicht und wenn die Mutter im Kindbett lge

Dat gf Lucht (Luft), sd de ltje Drn, un krch tw Kinner up nmal.
Holstein

Dat geff em en Schlag in de Bckse.

Dat geht de Runde.
i] Geht aus einer Hand in die andere.

Dat geht holter de polter.
Waldeck
i] ber Kopf und Hals. Auch: Hulter de pulter und Huster de buster
ho] Het is holder de bolder (o. hol over bol).

Dat geht um as 't Hunneleiden.

Dat geht up Lv (Leib) un Leven.
i] Das ist eine Halssache.

Dat gid chter's (rckwrts) as de Hne krassed (kratzen).
Grafschaft Mark

Dat gid asse gesmerd.
Grafschaft Mark

Dat geid, dat et schnff, sag de Junge, doa rt (ritt) he up de Suege.
Mnster
hdt] Das geht, dass es schnauft, sagte der Junge, da ritt er auf der Sau.

Dat geiht dr bilangs, at wenn de Dvel Trf fhrt.

Dat geiht em wie dem Esel, dei twei Herren har: Ein meint mmer, dei Anner har em all fauret.
Mecklenburg

Dat geiht so ne, Plumen (Pflaumen) ten, un kein Geld gwen.

Dat geiht, dat et schnfft (schnaubt).
Lippe

Dat geit (geht) so eben as wenn Gottlieb danzt.
Pommern
i] So eben, d.h. so langsam, ruhig

Dat geit af as warme Weggen.

Dat geit as de Fleig' inner Bottermilk.

Dat git as wan der Duiwel 'ne Katte fuksed.
Grafschaft Mark
i] fuksed = fuchsen, fuxen = einen als Herr und Meister wie einen Fuchs hart behandeln, vexieren, plagen, ihm Mhe und Verdruss machen.

Dat git asse wamme 'ne Katte dr de Drite jged.
Grafschaft Mark

Dat geit wer Krd (Kreide) un Rdstn.
Mecklenburg

Dat geit b Hsten un Snwen (Schnauben).

Dat geit bi Kaw un Stru.
Bren
i] Von dem, was in jeder Weise geht

Dat geit b Nurten un Stten as de Swne pisst.
i] Nurten = Stzen, Abstzen, Sten.

Dat geit din Ns (Nase) vorbi.
Holstein
i] Das bekommt er nicht.

Dat geit dr et Lsch (Schilf).
Meurs
i] Um zu sagen: das geht zu weit, geht verkehrt

Dat geit em an'n Kragen.
Mecklenburg
ho] Het zal hem zijnen besten kraag kosten.

Dat geit in de Welt un upp't Eiland der mall her.
Ostfriesland

Dat geit in die Quist (Quitz).
Knigsberg in der Neumark
i] Das ist verloren.

Dat geit kamp up.

Dat geit kunterbunt to.

Dat geit Lr (Leder) um Lr (Leder), brdst (o. sleist) du mi, ik brde (sla) di wr (wedder).
Ostfriesland
i] Wie du mir, so ich dir. In Rendsburg: Leerer um Leerer.
ho] Ler om ler, sla je mij, ik sla je wer.

Dat geit me in de Breke (Brche).
Westfalen
i] ber mein Fassungsvermgen

Dat geit mi nicks an, ick bin 'n Hamborger, sagte der Fuhrmann.
Hamburg
i] Ein Hamburger Fuhrmann, der (im Mai 1865) Feldmarschall Graf Wrangel gefahren hatte, verlangte beim Absteigen in Altona das Fahrgeld. Als man ihn auf die Altonaer Kommandantur wies, gab er die obige, bald sprichwrtlich gewordene Antwort

Dat geit Moder (Mutter) un Gske an.
i] Das sind Frauensachen.

Dat geit Moder und Geske an.
Ostfriesland

Dat geit na de Lummert.
i] Es geht verloren. Lummert ist der niederdeutsche Ausdruck fr Lombard = Leihhaus, so genannt, weil in der Lombardei die ersten Leihhuser im 14. Jahrhundert entstanden.

Dat geit na dusend Dwel.

Dat geit na Sacken Keller.
Ostfriesland

Dat geit net as de Leferkes (Lerchen), in n Nacht fett un mager.

Dat geit nich in'n hollen Baum.

Dat geit nich, als rinschoaben (hineingeschoben) un werrer rut (wieder hinaus) ut'n Aoben (Ofen).

Dat geit nich, hadd de Kerl seggt, hadd krapen.
Ostfriesland

Dat geit nig af ane Ducks.
i] Auch Dks, bezeichnet hier soviel wie Schlge. Ebenso in der Redensart: He krigt Ducks. In Hamburg heisst dksen = prgeln

Dat geit no de Rg (nach der Reihe) as in Oldeslo dat Backen; wer kn Mehl hett, de sleit dat ver.
i] Oldesloe, eine kleine holsteinische Stadt an der Trave

Dat geit ewer de Kerwe (Krbe).
Bren
i] berschreitet das Gewhnliche, ist bertrieben.
z] Das Wasser wohl ber die Krbe geht.

Dat geit ver de Bme (hoch ver all' de Bargen).
Holstein
i] Es ist sehr viel

Dat geit ver de Schrewe.
Ostfriesland
i] Linie, Richtschnur, Strich

Dat geit ritschratsch.

Dat geit so lk (gleich) as de Weg na Bremen.
Hamburg
i] Krumm und schief

Dat geit so lk als de Weg na Bremen.
i] lik = gleich, eben, gleichmthig, englisch: like, dnisch: lige; liker = gleicher, liken = gleich sehen. D.h. sehr krumm.

Dat git so nich, as Frau goaht sitten.
Recklinghausen

Dat git so nich, as wenn 'm (man) en Ber der de Dret (Dreck) jgt.
Recklinghausen

Dat geit so nich, Plmen (Pflaumen) ten un kn Geld geven.

Dat geit strk un sett.
i] Von einer Arbeit, die hurtig fortgeht, Strk von striken, welches nachgeben, fahren oder streichen lassen bezeichnet, und nicht blo vom Segel streichen, sondern auch vom Niederlassen einer Last, die in der Winde hngt, gebraucht wird.

Dat geit mmer hulter de pulter.
i] ber Hals und Kopf

Dat geit mmer ver Kopp (Kopf) un Noars.
Mecklenburg

Dat geit um'n golden of um'n sern.

Dat geit van de Hand in'n Tant.
Ostfriesland

Dat geit von Flessen.
Mecklenburg
i] Es geht gut und rasch von statten

Dat geit vr de Wind in't Gasths.

Dat geit wedder na'm olen Barin to.
i] Es geht wieder auf die alte Weise, den alten Krebsgang. - Barm = Brme, Hefe, Gescht

Dat geit wie von Schapert's Erker.
Litauen
i] Um starken Durchfall zu bezeichnen

Dat geit, dat 't stuft (stiebt), s de Jung, do rd he up 'n Katt aver de Plt (Herdplatte).

Dat geit't Sandpatt (Sandpfad) up.
Ostfriesland

Dat Geld hett korte Haare.
Bremen
i] Es lsst sich schwer festhalten

Dat Geld mutt'n von de Lde nehmen - s de Afkat - von de Bm schuddeln kann ickt nich.

Dat geld to Wandsbeck.
Hamburg
hdt] Das gilt nicht.
i] Dieses Sprichwort ist wahrscheinlich, wie man einerseits meint, zu einer Zeit entstanden, als das grfliche Gut Wandsbeck noch sehr unbedeutend war, oder auerhalb des hamburgischen Gebiets lag. Nach anderen verdankt das Sprichwort seine Entstehung der Zuflucht, welche ehemals daselbst unrechtliche Menschen, bse Falliten, Metzen u.s.w. fanden, wie dies aus der Geschichte des adelichen Guts Wandsbeck (Hamburg 1773) zu ersehen ist.

Dat Geld, wat stumm is, mkt lk (gerade, gleich), wat krumm is.
Ostfriesland

Dat gelt to Peine up'n Eiermarke.
i] Wenn jemand eine Behauptung aufstellt, die nirgends Gltigkeit hat, so erwidert man ihm: das gilt zu Peine (Stadt im Hildesheimischen) auf dem Eiermarkte.

Dat genk im buawwer dim Hirten (Herzen) hir.
Sauerland
i] Es war kein Ernst in der Sache

Dat geschieht ne m diner glen Haar wegen.

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