Weisheiten 379

Dass man, um der Unbequemlichkeit auszuweichen, die Gefahr nicht scheue.
Goethe, Kampagne in Frankreich, 19.9.1792

Dass man, wenn man heiratet, so furchtbar festsitzt, ist etwas schwer.
Paula Modersohn-Becker, Briefe (an die Mutter)

Dass Männer immer im Widerspruch mit sich selbst sind.
Goethe, Lehrjahre V,10

Dass man's erleiden mag, nit zu warm und nit zu kalt.

Dass man's nicht kann, ist keine Schande, aber dass man's nicht lernen will.

Dass Mäuse durch die Furche laufen, ärgere dich nicht, aber dass sie Pfade machen, dulde nicht.

Dass mein Aufenthalt im Orient mir den trefflichen Calderon, der seine arabische Bildung nicht verleugnet, nur noch werter macht, wie man edle Stammväter in würdigen Enkeln gern wieder findet und bewundert.
Goethe, An J. D. Gries, 29.3.1816

Dass mein Sohn verliert, verdrießt mich nicht, aber dass er weiter spielen will.
en] I am not angry my son loses, but tat he will play on.

Dass Menschen dasjenige noch zu können glauben, was sie gekonnt haben, ist natürlich genug, dass andere zu vermögen glauben, was sie nie vermochten, ist wohl seltsam, aber nicht selten.
Goethe, Maximen und Reflexionen 312

Dass mich das Geschwär und Blatter rühre!
z] Also bau nicht auf Sand, auf Papier, sondern arbeite, gehe aber auch in die Kirche, reib die Ohren, stich in deine Nase, beiß in deine Hand und sage: 'Dass mich das geschwär und Blatter rühre, ich will kein Lakei, kein Furier der Gassen- und Strassentreter sein. Prag im Munde der Prediger, in: Bohemia 1875

Dass mir dabei die Unmäßigkeit der Männer, besonders was den Wein betrifft, einfällt. Wie oft hat es mich betrübt und geängstigt, wenn ich bemerken musste, dass reiner Verstand, Klugheit, Schonung anderer, Anmut und Liebenswürdigkeit, selbst für mehrere Stunden, verloren gingen, und oft statt alles des Guten, was ein trefflicher Mann hervorzubringen und zu gewähren vermag, Unheil und Verwirrung hereinzubrechen drohte. Wie oft mögen dadurch gewaltsame Entschließungen veranlaßt werden.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,17

Dass mir niemand mehr sage, man könne dem Volk nicht helfen. Man will ihm nicht helfen. Die Mittel, es zu tun, liegen im Innersten seines Elends. Es ist die leichteste Art auf Erden; aber man lernt sie, indem man sie tut.
Pestalozzi, Lienhard und Gertrud

Dass mir von jeher die große und so bedeutend klingende Aufgabe: erkenne dich selbst, immer verdächtig vorkam, als eine List geheim verbündeter Priester, die den Menschen durch unerreichbare Forderungen verwirren und von der Tätigkeit gegen die Außenwelt zu einer innern falschen Beschaulichkeit verleiten wollten.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort

Dass mit dem Scherz es wie mit Wunden ist,
Die niemals nach so ganz gemeßnem Maß
Und reinlich abgezogenem Gewicht geschlagen werden.
Goethe, Die Vögel, Epilog

Dass mittels der wählenden Demokratie der Wille eines Volkes ermittelt werden könne, ist natürlich eine Täuschung. Aber sieht man den Versuch vor sich, die Fragen divergierender Interessen nicht mit Messer und Pistole, sondern mittels einer Abstimmung zu entscheiden, so ist das natürlich doch ein humaneres und gesitteteres Verfahren.
Musil

Dass muss ein klug Kind sein, das seinen Vater kennt.

Dass nämlich man aus Überzeugung müssen müsse...
Goethe, An Zelter, 21.1.1826

Dass nämlich Menschen, denen die Natur außerordentliche Vorzüge gegeben, sie aber in einen engen oder wenigstens nicht verhältnismäßigen Wirkungskreis gesetzt, gewöhnlich auf Sonderbarkeiten verfallen, und weil sie von ihren Gaben keinen direkten Gebrauch zu machen wissen, sie auf außerordentlichen und wunderlichen Wegen geltend zu machen versuchen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,15

Dass Neigungen, denen man eine Zeitlang unvorsichtig nachgegeben, endlich aus dem Traume geweckt, in die schmerzlichsten Zustände sich umwandeln, ist herkömmlich und bekannt...
Goethe, Italienische Reise III, Oktober 1787

Dass neun Wölfe dich!
lit] Kad taw dewyni Wilkai.
i] Die Zahl neun scheint in alten Zeiten hier die heilige Zahl gewesen zu sein. Sie hat sich nicht nur in alten Volksliedern, sondern auch in alten Sprichwörtern aufbewahrt.

Dass nicht die Worte, sondern Taten zählen, muss alle freuen, die nichts zu sagen haben.
Fliegende Blätter

Dass nicht immer damit, dass etwas populär sei, auch ausgesprochen sei, dass es gerecht und vernünftig sei.
Bismarck, Preußischer Landtag, am 24. Oktober 1894

Dass nicht um ein haar und tüttel fehlet.

Dass nichts entspringt, als was schon angekündigt ist und dass die Ankündigung erst durch das Angekündigte klar wird, wie die Weissagung durch die Erfüllung.
Goethe, an C. G. Carus und d'Alton, 7. Jan. 1826

Dass niemand eine Frage an die Natur tue, die er nicht beantworten könne, denn in der Frage liegt die Antwort, das Gefühl, dass sich über einen solchen Punkt etwas denken, etwas ahnen lasse.
Goethe, Betrachtung über Morphologie überhaupt - Anmerkungen

Dass niemand ja sich thu' vermessen, er hab' den Weizen allein gefressen.

Dass niemand zu denken scheint, die Chaussee sei dazu da, um vom Fleck zu kommen. jeder sucht sich ein Abweglein, als wenn das Leben ein Spazierengehen wäre. Eigentlichst aber ist dies der Fehler der Deutschen.
Goethe, An Nees v. Esenbeck, 2.4.1828

Dass nur das geborene Talent eigentlich weiß, worauf es ankommt, und dass alle übrigen mehr oder weniger in der Irre gehen.
Goethe, Eckermann, 10.4.1829

Dass nur das Interesse mehrerer, auf einen Punkt gerichtet, etwas Vorzügliches hervorzubringen imstande sei.
Goethe, Schriften zur Natur und Wissenschaftslehre - Der Versuch als Vermittler von Objekt und Subjekt

Dass nur durch das äußere Leben das innere Leben erregt wird, nicht durch gefühlloses Spekulieren, was des Lebens Mark nur austrocknet.
Goethe, H.Schmidt, März 1801

Dass nur kein schwarzer Hund dazwischenkommt.
ho] Zie, dat daar geen zwarte hond tusschen komt.

Dass oft der Großvater im Enkel wieder hervortrete...
Goethe, Wanderjahre II,3

Dass oft im Rechten unrecht geschieht, ist nicht zu verwundern, dieweil man der Justitia die Augen verbindt.

Dass Reichtum in Geld, d. h. in Gold und Silber, bestehe, ist eine allgemeinverbreitete Ansicht, die sich ganz von selbst aus der doppelten Funktion des Geldes, nämlich aus seiner Funktion als Tauschmittel und als Wertmesser, gebildet hat. Insofern es Tauschmittel ist, können wir, wenn wir Geld haben, uns alles, was wir brauchen, leichter beschaffen als mit Hilfe irgendeiner anderen Ware... Von einem sparsamen oder auf Reichtum erpichten Manne sagen wir, er liebe das Geld; und von einem sorglosen, freigebigen oder verschwenderischen Manne heisst es, er sei gleichgültig gegen Geld. Reich werden heisst Geld erwerben, kurzum: Reichtum und Geld werden in der Sprache des täglichen Lebens als in jeder Hinsicht gleichbedeutend betrachtet.
Smith, Natur und Ursachen des Volkswohlstandes

Dass schriftstellen eine unheilbare Krankheit ist, deswegen man wohltut, sich auch darein zu ergeben.
Goethe, An J. J. v. Willemer, 22.12.1820

Dass Seewasser so salzig ist, kommt von den Salzheringen, die darin schwimmen, sagte die alte Frau.

Dass sich das größte Werk vollende,
Genügt ein Geist für tausend Hände.
Goethe, Faust II A V, Mitternacht (Faust) Vs 11509

Dass sich der Leser produktiv verhalten muss, wenn er an irgend einer Produktion teilnehmen will.
Goethe, An Schiller, 19.11.1796

Dass sich der Mensch, im Gange der alles verändernden Zeit, so schwer los macht von dem, was eine Sache zuerst gewesen, wenn ihre Bestimmung in der Folge sich auch verändert.
Goethe, Italienische Reise I, 19.10.1786

Dass sich einer mit Ruß und Kot besudelt, das kann mann an einem andern nicht abwaschen.
i] Wer gefehlt hat, der leide.

Dass sich jeder seine eigne Art von Gott macht und dass man niemand den seinigen weder nehmen kann und soll.
Goethe, An Schiller, 31.7.1799

Dass sich nicht leicht jemand gegen sein Zeitalter retten kann!
Goethe, An Zelter, 6.6.1825?

Dass sie bei dem Geier wären, die verdammten Ausleger! Bald wird man vor diesem Geschmeiße keinen Einfall mehr haben dürfen.
Lessing

Dass sie die Kinder erziehen könnten,
müssten die Mütter sein wie Enten:
Sie schwämmen mit ihrer Brut in Ruh,
Da gehört aber freilich Wasser dazu.
Goethe, Sprichwörtlich

Dass sie die Perle trägt, das macht die Muschel krank;
Dem Himmel sag für Schmerz, der dich veredelt, Dank.
Rückert, Angereihte Perlen

Dass sie können,
Was sie zu müssen eingesehn, hat mich
Mit schauernder Bewunderung durchdrungen.
Schiller, Don Carlos, III, 10 (Prosa)

Dass Sie mich bei so einer herrlich ausgezeichneten Pflanze [die in Brasilien heimische Goethea] zum Gevattersmann berufen und meinem Namen dadurch eine so schöne Stelle unter den wissenschaftlichen Gegenständen anweisen, ist, wie Sie selbst fühlen und bemerken, im gegenwärtigen Augenblick doppelt rührend und eingänglich.
Goethe, An Nees v. Esenbeck 24.4.1823

Dass sie mich schelten, mag schon gahn, aber sie sollen mich ungelobet lan.
z] Als die Athener den Worten des Phokion Beifall geklatscht hatten, fragte er erschrocken seine Freunde, ob er eine Dummheit gesagt habe.

Dass Sie sich immerfort mit dieser Aufgabe beschäftigen, ist mir von großem Wert, denn ob wir gleich gern der Natur ihre geheime Encheiresis [Verfahren], wodurch sie Leben schafft und fördert, zugeben und, weint auch keine Mystiker, doch zuletzt ein Unerforschliches eingestehen müssen, so kann der Mensch, wenn es ihm Ernst ist, doch nicht von dem Versuche abstehen, das Unerforschliche so in die Enge zu treiben, bis er sich dabei begnügen und sich willig überwunden geben mag.
Goethe, An W. H. Wochenoder, 21.1.1832

Dass Sie zur Heiterkeit des Lebens gelangen, und dazu eben ist die Bearbeitung kleiner Gegenstände das beste Mittel.
Goethe, Eckermann, 18.9.1823

Dass so leicht man der Menschen Imagination in Bewegung setzen kann, so gern sie sich Märchen erzählen lassen, eben so selten ist es, eine Art von produktiver Imagination bei ihnen zu finden.
Goethe, Lehrjahre V,7

Dass so manches, was auf Zutrauen und Hoffnung gesät wird, die besten Früchte bringt.
Goethe, An Johanna Maria Melber, 19.9.1819

Dass so viel Selbstisches in der Liebe ist und doch, was wäre sie ohne das.
Goethe, an Charlotte von Stein, 20. April 1779

Dass so viel Ungezogenheit gut durch die Welt kommt, daran ist die Wohlerzogenheit schuld.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Dass sozialer Fortschritt mit steigendem Lebensstandard identisch sei, wird zu einem Glaubensbekenntnis.
Galbraith

Dass Sparsamkeit recht wird geacht, ein großer Zoll, der bald reich macht.

Dass Tragödien und tragische Romane den Geist keineswegs beschwichtigen, sondern das Gemüt und das, was wir das Herz nennen, in Unruhe versetzen und einem vagen unbestimmten Zustande entgegenführen, diesen liebt die Jugend und ist daher für solche Produktionen leidenschaftlich eingenommen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Nachlese zu Aristoteles' Poetik

Dass uneigennütziges Wohltun die höchsten und schönsten Zinsen bringt.
Goethe, Lehrjahre VIII,10

Dass uns die Betrachtung der Natur zum Denken auffordert, dass uns ihre Fülle mancherlei Methoden abnötigt, um sie nur einigermaßen handhaben zu können, darüber ist man [sich] überhaupt wohl einig, dass aber beim Anschauen der Natur Ideen geweckt werden, denen wir eine gleiche Gewissheit als ihr selbst, ja eine größere zuschreiben, von denen wir uns dürfen leiten lassen, sowohl wenn wir suchen als wenn wir das Gefundene ordnen, darüber scheint man nur in einem kleinern Zirkel sich zu verstehen.
Goethe, An H. Steffens, 29.5.1801

Dass uns die Menschen für das Vergnügen, das wir ihnen gewährt haben, sehr oft empfindlich büßen lassen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,1

Dass uns die Umgebungen, wir mögen uns stellen, wie wir wollen, immer beschränken, und ich fiel daher auf den Gedanken, es sei das beste, uns wenigstens innerlich unabhängig zu machen.
Goethe, Biographische Einzelnheiten - Aus meinem Leben - Fragmentarisches - Jugendepoche

Dass unser Herz lebe, wirke, bleibe, daran liegt alles, nicht dass es glänze.
Pestalozzi, Briefe

Dass unser neunzehntes Jahrhundert nicht einfach die Fortsetzung der früheren sei, sondern zum Anfang einer neuen Ara bestimmt scheine.
Goethe, A. E. Odyniec, 25.8.1829

Dass unser Zögern sich nicht schwer vergeht,
Winkt uns Gewinn, und kämen wir zu spät.
Shakespeare, Timon v. Athen, V/1 (Dichter)

Dass unsere Gesetze immer schlechter stilisiert und immer lüderlicher redigiert werden, liegt wesentlich an der Menge von Abgeordneten, die an ihnen herumpfuscht...
Hartmann, Tagesfragen

Dass unter den Griechen Sokrates liebenswürdig und geistreich gewesen ist, dass er eine heitere Unterhaltung führte, und dass seiner ganzen Ausdrucksart die schalkhafte Verstellung, welche wir Ironie nennen, eigentümlich war, wissen wir aus der Geschichte.
Cicero, Drei Bücher von den Pflichten

Dass unter guten Menschen die republikanische Form die beste sei...
Goethe, Lehrjahre IV,2

Dass vergelt jm ein spitzhölzlin.

Dass viele irregehen, macht den Weg nicht richtig.

Dass von dem Schriftsteller höchste moralische Bildung gefordert wird, indem man ja nach herkömmlicher und geprüfter Sittenlehre das Gute nur um des Guten willen tun soll, ohne an eine Rückkehr auf sich selbst zu denken.
Goethe, An J. D. Gries, 20.5.1821

Dass von der Wiege bis zur Bahre
Kein Mensch den alten Sauerteig verdaut!
Goethe, Faust I, Studierzimmer (Mephisto) Vs 1778

Dass von diesem wilden Sehnen,
Dieser reichen Saat von Tränen
Götterlust zu hoffen sei,
Mache deine Seele frei!
Goethe, Sprichwörtlich

Dass wahre Schätzung nicht ohne Schonung sein kann.
Goethe, An F. H. Jacobi, 2.1.1800

Dass Weisheit nach der Anmut strebt,
Hat man auf Erden oft erlebt,
Doch dass die Anmut gern ihr Ohr
Der Weisheit leiht, kommt seltner vor.
Friedr. Martin von Bodenstedt, Die Lieder d. Mirza-Schaffy (1851)

Dass weiss man bauern wenig dank.

Dass Weite an Hosen trägt man imer oben.

Dass wenn man den Menschen ganz genau in zwei Hälften spaltete, die rechte Seite sogleich mit der linken in einen unversöhnlichen Streit geraten würde.
Goethe, An K. E. Schubarth, 10.5.1829

Dass wer seine Leidenschaften, Neigungen, Wünsche, Vorsätze, Pläne nicht zu verbergen wisse, in der Welt zu nichts komme, sondern aller Orten und Enden gestört und zum besten gehabt werde...
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,6

Dass wer sich nur selbst spielen kann, kein Schauspieler ist.
Goethe, Lehrjahre VIII,5

Dass wie der Mensch, so auch das Tier ein Rätsel und ein vielleicht noch schwerer zu lösendes sei, denn nicht nur, dass durch die Sprache der Menschenbruder uns sein geheimes Wesen offenbare, der Mensch sei trotz aller Rassenunterschiede immer einer von derselben Gattung, wogegen die Tierwelt in unendlich viel spezifisch voneinander verschiedene Gattungen und Arten getrennt sei.
Goethe, F. Förster, Mai 1829

Dass wir anderen nichts tun sollten, als in uns selbst zu verweilen, um irgendein leidliches Werk nach dem anderen hervorzubringen. Das übrige ist alles vom Übel.
Goethe, An Schiller, 20.7.1799

Dass wir beginnen, ist unser Ziel.

Dass wir den Begriff der Existenz und der Vollkommenheit des eingeschränktesten lebendigen Wesens nicht ganz fassen können und es also ebenso wie das ungeheure Ganze, in dem alle Existenzen begriffen sind, für unendlich erklären müssen.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Studie nach Spinoza

Dass wir durch nichts so sehr veranlaßt werden, über uns selbst zu denken, als wenn wir höchst bedeutende Gegenstände, besonders entschiedene, charakteristische Naturszenen, nach langen Zwischenräumen endlich wiedersehen und den zurückgebliebenen Eindruck mit der gegenwärtigen Einwirkung vergleichen.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1805

Daß wir ein Gedicht wie Dantes Hölle weder denken noch begreifen können, wenn wir nicht stets im Auge behalten, daß ein großer Geist, ein entschiedenes Talent, ein würdiger Bürger, aus einer der bedeutendsten Städte jener Zeit, zusamt mit seinen Gleichgesinnten von der Gegenpartei in den verworrensten Tagen aller Vorzüge und Rechte beraubt, ins Elend getrieben worden.
Goethe, Schriften zur Literatur - Die elegischen Dichter der Hellenen

Dass wir einen Gott ahnen, ist nur ein unzulänglicher Beweis für sein Dasein. Ein stärkerer ist, dass wir fähig sind, an ihm zu zweifeln.
A. Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dass wir einen jungen zahmen Steinbock gesehen haben, der sich unter den Ziegen ausnimmt, wie der natürliche Sohn eines großen Herrn, dessen Erziehung in der Stille einer bürgerlichen Familie aufgetragen ist.
Goethe, Briefe aus der Schweiz 1779, Chamonix, 5.11.

Dass wir geschaffen sind, das Unfassbare zu fassen und das Unerträgliche zu ertragen - das ist es, was unser Leben so schmerzensvoll und was es zugleich so unerschöpflich reich macht.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dass wir gewöhnlich in misslichen Zuständen uns gern mit hohen Personen vergleichen, besonders mit solchen, denen es noch schlimmer gegangen...
Goethe, Kampagne in Frankreich, 27.9.1792

Dass wir Gott ahnen, ist nur ein unzulänglicher Beweis für sein Dasein. Ein stärkerer ist, dass wir fähig sind, an ihm zu zweifeln.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dass wir in dem Herbst und Winter des Lebens starrer und schroffer werden als billig ist, die Wirkung dieser Eigenschaften wird durch guten Willen, am besten aber durch Entfernung gemildert.
Goethe, An Ch. H. Schlosser, 20.9.1813

Dass wir in den schönsten und reichsten Ländern und besonders in den durch Naturschönheiten sich auszeichnenden Gebirgsgegenden die muntersten, tätigsten und geistreichsten Menschen finden.
Fliegende Blätter

Dass wir sinnliche Gegenstände, wovon wir hören, auch mit Augen sehen wollen, ist natürlich, weil sich alles, was wir vernehmen, dem innern Sinn des Auges mitteilt und die Einbildungskraft erregt.
Goethe, Schriften zur Kunst - Skizzen zu Castis Fabelgedicht: Die redenden Tiere

Dass wir uns bilden ist die Hauptforderung; woher wir uns bilden, wäre gleichgültig, wenn wir uns nicht an falschen Mustern zu verbilden fürchten müssten.
Goethe, An K. J. Iken, 27.9.1827

Dass wir uns in einem Zustande befinden, der, wenn er uns auch niederzuziehen und zu drücken scheint, dennoch Gelegenheit gibt, ja zur Pflicht macht, uns zu erheben und die Absichten der Gottheit dadurch zu erfüllen, dass wir, indem wir von einer Seite uns zu verselbsten genötigt sind, von der anderen in regelmäßigen Pulsen uns zu entselbstigen nicht versäumen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,8

Dass wir uns in ihr zerstreuen,
Darum ist die Welt so groß.
Goethe, Wanderjahre III,1

Dass wir uns nicht ändern können, hat zweierlei Gründe: Zum einen können wir uns unserer eigenen Natur nicht widersetzen, zum anderen ist es unmöglich, einen Menschen, der bei einer bestimmten Art zu handeln Glück gehabt hat, zu überzeugen, dass es gut sein kann, auch einmal anders zu handeln.
Niccolò Machiavelli, Vom Staat

Dass wir viel Übles haben vernommen, ist alles von der Zung herkommen.

Dass wir zwar nicht übereilt, doch bald möglichst aus Verhältnissen treten sollen, die einen missklang in unser Leben bringen, oder dass wir uns ein für allemal entschließen müssen, denselben zu dulden und aus anderen Betracht mit Weisheit zu übertragen.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1820

Dass wohl nur der Tondichter selbst und allenfalls einige von seinem Sinne völlig durchdrungene Schüler uns wahrhaft und eindringlich mitteilen, was er in einem Gedicht gefunden, wie er es aufgenommen und was er hineingelegt.
Goethe, An W. J. Tomaschek, 18.7.1820

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