Weisheiten 366

Das Wasser steigt ihm über die Kerbe.
Luther
i] Kerbe = das Maul, vor alters schrieb man Körbe.
z] Wann ein rad über ein Bein gat oder das Wasser über die Körb, so wird man witzig.
z] Das Wasser gehet über die Körbe.
z] Sie wissen auch nit, wenn in das Wasser über die Kürb steigt.
ho] Het water loopt mij om de tanden.

Das Wasser steigt nie so hoch, als es gefallen, aber der Mensch oder das Volk fällt nie so sehr, als es gestiegen, und wollte uns nur ein höherer Genius den Umweg des Steigens und die Schneckentreppe sagen, damit wir frischer aufstiegen!
Jean Paul, Friedens-Predigt an Deutschland

Das Wasser sucht sich einen Weg.

Das Wasser sucht sich seinen Weg.

Das Wasser trägt flussabwärts, die Notwendigkeit flussaufwärts.
Russland

Das Wasser trübe machen.
la] Coeno puram aquam turbans nunquam invenies potum.
la] Est captu facilis turbata piscis in unda.
la] Ubi quieta stat palus nil piscium reportant.

Das Wasser und das Volk kann man nicht zurückhalten.
Italien

Das Wasser und die Bosheit sind unerschöpflich.
Serbien

Das Wasser verbürgt sich für das Eis.
i] Wenn ein Unsicherer für einen gutsagt, der nichts besitzt oder keinen Glauben verdient.
bm] Voda za led slibuje.

Das Wasser verdirbt den Wein, der Wagen den Weg und die Frau den Mann.
Frankreich
fr] L'eau gâte le vin, la charette le chemin, et la femme l'homme.

Das Wasser verliert niemals seinen Weg.
Bantu

Das Wasser verschafft uns Christenbrüder, der Wein Herzensbrüder.

Das Wasser verschloß der Seekuh das Maul.
i] Wenn einer vor Verlegenheit kein Wort hervorbringt

Das Wasser von gestern treibt heute die Mühle nicht.

Das Wasser von sich laufen lassen.
Luther

Das Wasser wäre gut, hätte es der Hahn nicht verschüttet.

Das Wasser wäscht alles weg, nur schlechte Rede nicht.
bm] Voda vsecko opere, krom černé tváři a zlého jazyka.

Das wasser wer gut, het es der han nit umgeschüt.

Das Wasser will über die Körbe gehen.
la] Res ad triarios rediit.
la] Res ad vestim rediit.

Das Wasser wird nicht schlechter, wenn auch ein Hund aus dem Bach trinkt.
bm] Tim řeka není horsí, ze z ní psi pijí.

Das Wasser wird schon seinen Weg finden.
Armenien

Das Wasser wird so lange durch die Asche gegossen, bis es zu Lauge wird.
i] Wider die Verteidiger verbotener Contracte.

Das Wasser zeigt es selber, wie tief es ist.

Das Wasser zerstört Brücken und reisst Dämme ein.
i] Um scherzhaft zu sagen, man soll den Wein nicht mit Wasser vermischen.
it] L'acqua fa marcire i poli. L'acqua rompe (rovina) i ponti e gli argini.

Das Wasser zihet zu berge.
i] Wenn jemand weint.

Das Wasser, das andere wäscht, wird selbst trübe.

Das Wasser, das das Schiff trägt, ist dasselbe, das es verschlingt.
China

Das Wasser, das du nicht trinken kannst, lass fließen.
Lateinamerika

Das Wasser, das ein ganzes Haus forttragen kann, trägt den Stein in seinem eigenen Bett nicht fort.
Togo

Das Wasser, in dem ich ertrinke, nenne ich den Ozean.
Armenien

Das Wasser, was die Ladoga der Newa gibt, gibt die Newa dem Finnischen Meerbusen.
Russland
la] Undique per montes, currunt in flumina fontes.

Das Wasser, was man in den Brunnen trägt, hält sich nicht lange.
i] So bleibt auch fremde Klugheit nicht im Kopfe. Finnland

Das Wasser, was man in einen goldenen Becher füllt, springt immer aus einer klaren Quelle.
Lettland

Das Wasser, welches die Mühle treibt, kommt weit her.
ho] 'T water komt al verdan daan, dat den molen om doet gaan.

Das Wasser, welches im Bette rauscht, ist nicht besser, als was ruhig fließt.

Das Wasser, welches tropfenweise fällt, höhlt den Stein aus.

Das Wässerchen wäscht sich zwölfmal während der Nacht.
Estland

Das Wasserschlürfen der Kuh wird Milch. Das Milchsaugen der Schlange wird Gift.

Das Webe ist erst angefangen.
la] Exordiri telam. Plautus

Das Webe taugt nichts.
i] Von einem schlechten Geschäft. Solche Dinge treibt man?
la] Ea telu texitur.

Das Wechselhafte der Pflanzengestalten, dem ich längst auf seinem eigentümlichen Gange gefolgt, erweckte nun bei mir immer mehr die Vorstellung: die uns umgebenden Pflanzenformen seien nicht ursprünglich determiniert und festgestellt, ihnen sei vielmehr, bei einer eigensinnigen, generischen und spezifischen Hartnäckigkeit, eine glückliche Mobilität und Biegsamkeit verliehen, um in so viele Bedingungen, die über dem Erdkreis auf sie einwirken, sich zu fügen und darnach bilden und umbilden zu können.
Goethe, Geschichte meines botanischen Studiums

Das Wegekraut sollt stehen la'n; (Hüt dich) Jung', rühr's nit an, 's sind Nesseln dran.
i] Der Wahlspruch der von Bismarckschen Familie.

Das weggeflossene Wasser geht nicht zurück in die Flasche.

Das Weglein geht ins Dorf, die Blutaderchen ins Glied.
Estland

Das wehe Auge ist sichtbar, das wehe Herz nicht.

Das Wehr rechnet sich auch zu den Schleusen.

Das wehret einen Tantz zur Hochmesse.
Luther

Das Weib allein kennt wahre Liebestreue.
Schiller, Turandot, III, 2 (Turandot)

Das Weib als Mutter ist, der Mann als Krier und Politiker macht Geschichte.
Spengler, Der Untergang des Abendlandes

Das Weib also war für mich ein lockendes Mysterium, das mein armes Bubenhirn in Taumel versetzte...
Flaubert, November

Das Weib ändert sich wie der Mond, heute klar und morgen dunkel.
fr] Femme varie comme la lune: aujourd'hui claire, demain brune.

Das Weib auf dem Ofen, der Harn in Moskau.
Estland

Das Weib beherrscht den Mann durch Liebe (o. Milde, Sanftmut).
bm] Zena muze nebije, a přede ho sobĕ podbije.

Das Weib betrügt den Mann, und wenn er Augen hätte wie ein Wagenrad.
wend] Zona, muza zjeba, by woči mjeł kajz křida.

Das Weib bildet sich was ein auf ihr Kleid und die Kuh auf ihre Milch.
bm] Chlub se bába strůjem, a kráva důjem.

Das Weib des Spielmanns kann leicht (oft) tanzen.
bm] Sumařova (saskova) zena vzdy vesela.

Das Weib erzieht ein Bäumchen um der Blüten willen, der Mann hofft auf Früchte.
August von Kotzebue, Leontine

Das Weib fragt, der Mann sagt.

Das Weib gehört ins Haus, der Mann muss hinaus.

Das Weib gelüstet's selbst nach Hühnerquark und Kuckucksmilch.

Das Weib gibt sich weg, der Mann nimmt hinzu - ich denke, über diesen Natur-Gegensatz wird man durch keine sozialen Verträge, auch nicht durch den allerbesten Willen zur Gerechtigkeit hinwegkommen: so wünschenswert es sein mag, dass man das Harte, Schreckliche, Rätselhafte, Unmoralische dieses Antagonismus sich nicht beständig vor Augen stellt. Denn die Liebe, ganz, groß, voll gedacht, ist Natur und als Natur in alle Ewigkeit etwas 'Unmoralisches'.
Friedr. Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft

Das Weib gilt nach dem Manne.
i] Die gesellschaftliche Stellung, sein Rang, seine Würde wird durch die Stellung des Mannes bemessen.
bm] Krásna pávice peřím, a zena muzem.

Das Weib hat alles, wenn sie Mann und Kind hat; darüber hinaus hat nie ein Weib etwas verlangt, und wenn sie den Mann nachher zu pflegen und zu erfreuen sucht, so ist das vor dem sittlichen Gesetz durchaus nicht mehr, als wenn sie als Mädchen den Blumenstrauß, der ihr gefiel, mit Wasser begoss. Es geschieht, damit die Blumen ihr um so länger duften.
Hebbel, Brief an Elise Lensing, 6. 2. 1845

Das Weib hat d' Hosen an.
ndt] Dat Wîf hett de Büxe an.
ho] Het wijf heeft de broek aan.

Das Weib hat die Gestalt eines Engels, das Herz einer Schlange und den Verstand eines Esels.

Das Weib hat in der Kirche keine Stimme.
la] Mulier taceat in ecclesia.

Das Weib hat lange Haar', aber nur kurze Gedankenwaar'.

Das Weib hat mehr Angst als der Mann ... Angst ist hier ständig in Richtung Freiheit zu nehmen.
Sören Kierkegaard

Das Weib hat, wie der Vielfraß, einen Katzenkopf, einen Wolfsmagen und einen Fuchsschwanz.

Das Weib hatte keine Sorgen, drum hat sie sich ein Ferkel angeschafft.
Masuren

Das Weib ins Haus, der Mann hinaus.

Das Weib ist am schwächsten, wenn es liebt, und am stärksten, wenn es geliebt wird.
Erich Oesterheld

Das Weib ist das Paradies der Augen, die Hölle der Seele und der Tod des Leibes.

Das Weib ist der Schlüssel des Hauses.
en] The wife is the key of the house.

Das Weib ist des Mannes Ehre.
sd] Qvinnan är mansens ära.

Das Weib ist des Mannes größtes Glück oder Unglück.
en] A man's best fortune or his worst is a wife.

Das Weib ist des Mannes Haus, denn er ist nirgend daheim ohne bei seinem Weib.
i] Die Tataren dulden in ihrer Sprache das Wort Weib nicht, und bedienen sich dafür des Ausdrucks 'Mutter der Familie'.

Das Weib ist des Mannes Satan.

Das Weib ist des Schlechten (= des Teufels) Partnerin.

Das Weib ist ein Geschwinddoktor; so oft es auf die Erde sieht, hat's eine List erfunden.

Das Weib ist ein halbgebackener Mann.

Das Weib ist ein häusliches Wesen.
Friedrich Schlegel, Über die Philosophie

Das Weib ist ein redendes Wesen.

Das Weib ist ein Unglück, aber kein Haus sollte ohne dies Übel sein.

Das Weib ist ein Wildpret, je mehr Schläge, je besser wird es.
Rumänien

Das Weib ist ein wohlgeschmacktes Rippenstücke, das mit einem lieben Munde muss genossen werden.
Schlesisch, 17. Jh.

Das Weib ist eine Seule des Hauses, der Mann ist eine Seule des gemeinen Besten.

Das Weib ist eine Zwiebel, von außen schön und weiß; aber schneidet man sie auf, da ist kein Kern, kein Herz und man muss weinen.

Das Weib ist fraglos eine Leuchte, ein Blick, eine Einladung zum Glück, ein Wort bisweilen; aber es ist vor allem eine allgemeine Harmonie, nicht allein in ihrer Art, sich zu geben, und in der Bewegung ihrer Glieder, sondern auch in ihrem Musselin, ihrer Gaze, ihren mächtigen schimmernden Wolken von Stoffen, in die sie sich hüllt und die gleichsam die Attribute und das Piedestal ihrer Göttlichkeit sind; in dem Metall und dem Gestein, das schlängelnd sich um Arm und Hals ihr windet und zu dem Feuer ihrer Blicke noch sein Geschiller und Gefunkel fügt oder auch mit sanftem Laut in ihren Ohren plappert. Welcher Dichter würde in dem Gemälde des Entzückens, das die Erscheinung einer schönen Frau hervorruft, das Weib von seinem Kostüm zu trennen wagen.
Charles Baudelaire (1821-1867)

Das Weib ist für einen Mann ganz das, was Suppe für den Leib ist.
Jean B. Molière, Die Schule der Frauen

Das Weib ist gemacht aus einer krummen Rippe, darum haben die Nonnen alle so krummen Sinn.

Das Weib ist Genossin des Mannes zu Hand, als sie in sein Bett tritt.
mhd] Das wib ist des mannes genozinne zu hant als si in sin bette trit.

Das Weib ist glücklich nur an Gattenhand.
Franz Grillparzer, Des Meeres und der Liebe Wellen (Mutter)

Das Weib ist ihres Leibes nicht mächtig, sondern der Mann.

Das Weib ist in den engsten Kreis gebannt: wenn die Blumenzwiebel ihr Glas zersprengt, geht sie aus.
Hebbel, Tagebücher, 1836

Das Weib ist keusch in seinem tiefsten Wesen.
Robert Hamerling, Ahasverus in Rom

Das Weib ist mit seinem Mann, der Mann aber mit seinem Geschäft verheiratet.
Pundschab

Das Weib ist Sonntag, der Mann Alltag.
Peter Hille

Das Weib ist veränderlich.
Donna è mobile.
Verdi, Rigoletto

Das Weib ist wie ein Schatten. Versucht man's, nach ihm zu greifen, so entweicht er, sucht man, sich von ihm zu lösen, so folgt er.

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ENGLISCH
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LATEINISCH
1 2 3 4
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SPANISCH
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