Weisheiten 365

Das wäre wohl der werteste Professor der Physik, der die Nichtigkeit seines Kompendiums und seiner Figuren, gegen die Natur und gegen die höhren Forderungen des Geists gehalten, durchaus zur Anschauung bringen könnte.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1186

Das waren mir selige Tage.
i] Der Anfangsvers eines 1781 in Fritzchens Liedern zu Hamburg erschienenen, durch Hurka komponierten Liedes von Ch. Ad. Overbeck.

Das waren Spitzen.
i] Das waren Stichelreden

Das waren Trugschlüsse.
i] Irrige, verfängliche.
la] Loquei Stoicorum. Cicero

Das wäret ein tantz zur hochmess und verwelkt wie ein wisenblum.

Das warm ist das Leben, das kalt ist der Tod.

Das Warmbier ist ihm eingefroren.
i] In Kunst über alle Künste verlangt der Herr mit zorniger Anrede: 'Was meint ihr Mausköpfe?' Eine Antwort von seinen Dienern. Einer antwortete: 'Herr, mein Warmbier ist ganz eingefroren bei dieser Hitze.'

Das Warten soll mich nicht verdrießen.
Pfeffel, Der Knabe und sein Vater

Das Warum des Kindes ist der Anfang der Philosophie.
Italien

Das Warum hat viel Seelen geführt.

Das Warum wird offenbar,
Wann die Toten auferstehen!
Müllner, Die Schuld

Das Was [des Lebens] liegt in uns, das Wie hängt selten von uns ab, nach dem Warum dürfen wir nicht fragen, und deshalb verweist man uns mit Recht aufs Quia.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,11

Das Was bedenke, mehr bedenke Wie!
Goethe, Faust II A II, Laboratorium
Homunculus Vs 6992

Das was der Mensch an sich bemerkt und fühlt, scheint mir der geringste Teil seines Daseins. Es fällt ihm mehr auf, was ihm fehlt, als das was er besitzt, er bemerkt mehr, was ihn ängstigt, als das was ihn ergötzt und seine Seele erweitert...
Goethe, An Lavater, 4.10.1782

Das Was des Kunstwerks interessiert die Menschen mehr als das Wie; jenes können sie einzeln ergreifen, dieses im Ganzen nicht fassen. Daher kommt das Herausheben von Stellen, wobei zuletzt, wenn man wohl aufmerkt, die Wirkung der Totalität auch nicht ausbleibt, aber jedem unbewusst.
Goethe, Maximen und Reflexionen

Das Was des Lebens liegt in uns, das Wie hängt selten von uns ab, nach dem Warum dürfen wir nicht fragen, und deshalb verweist man uns mit Recht aufs Quia.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,11

Das Was gilt selten, aber das Wie wird immer gelten.

Das wäschet ihm der Rhein nicht ab.
z] Doch bleibt bei jn biss in das grab der glantz, des lobs und ehren schein, welch nicht abwescht, noch Elb noch Rhein.
z] Der Rein jms nit abwaschen mag.
sinnverwandt] Das wäscht em de Rhii nid ab. Das schläckt e kei Geist ewäg. Er git weni Milch meh. Schweiz
i] Wenn sich einer durch eine schlechte Handlung mit einem Makel befleckt hat oder wenn Strafe auf jemanden wartet. Blutsverwandtschaft, Rechte.
la] Nec Phasis nec Ister eluet.

Das wäschet ihm weder die Eger noch die Elbe ab.

Das Wasser (d. h. das Gute) hat Kinder, aber das Feuer hat keine Kinder.
Afrika

Das Wasser am Morgen ist das beste Wasser.

Das Wasser an Sankt Vit (15.6.), verträgt die späte Gerste nit.

Das Wasser auf seine Mühle treiben.

Das Wasser beschmutzt sich, um die Wäsche zu reinigen.

Das Wasser bricht Deich' und Dämm' entzwei, drum lass es nicht in Magen 'nei.
ho] Het water is gevaarlijk in de maag, het steekt dijken en dammen door.

Das Wasser der Lehmgrube wird nie klar.
Estland

Das Wasser der Quelle versiegt, der Schmutz brodelt herauf.
Hawaii
i] Wenn keine Argumente übrig sind, wird geschimpft

Das Wasser des Meeres ist für den Fisch des Meeres wohlschmeckend.

Das Wasser fließt dahin, wohin ihm der Weg gewiesen.
i] Gottes Wille geschehe.
bm] Tec voda, kam pán káze.
bm] Zertem také jeden tak pravil, udĕlav strouhu.

Das Wasser fließt fort, auch wenn der Müller schläft.
dä] Vandet løber, men mølleren sover.

Das Wasser fließt in tausend Windungen und kehrt doch ins große Meer zurück.
Ein Mensch wandert tausend Li und kehrt doch nach Haus zurück.
China

Das Wasser fließt wieder zum Meer, wo es kam her.
la] Fluxerunt vnde reputent (repetunt) loca jugiter vnde.
sd] Thit kombir watn som warith hawer.

Das Wasser fließt zum Meer.
it] L'acqua va al mare.

Das Wasser fließt, wo es früher gefloßen.
ill] Teč će voda, kud je prije tekla; stono nasa mila majka rekla.

Das Wasser für die Jungen, den Wein für die Alten.
bm] Voda mladým, víno starým.

Das Wasser geht ihm bis an den Hals.
la] Jam proximus ardet Ucalegon. Virgil

Das Wasser geht manchmal über die Körbe.
i] Oder einem ins Maul.

Das Wasser geht mir bis an die Seele.
Ps. 69, 2

Das Wasser geht mit dem Strome.
fr] L'eau va toujours à la rivière.

Das Wasser geht über seinen Acker.
ho] Het water liep al over zijn' akker.

Das Wasser gibt dem Hornvieh Kraft, den Menschen stärkt der Rebensaft.
z] Drum schenket Wein nur immer ein, wer möchte gern ein Hornvieh sein.
la] Vina bibant homines animantia cetera fontes absit ab humano pectore potus aquae.

Das Wasser haftet nicht an den Bergen, die Rache nicht an einem großen Herzen.
China

Das Wasser hält sich nicht im Sieb.
fin] Ei vesi seulassa pysy.

Das Wasser hat einen kleinen Kopf.
Böhmen
i] Es dringt daher überall, in die kleinste Öffnung ein.

Das Wasser hat kein Malz.
Wendische Lausitz

Das Wasser hat keine Balken (und Zacken zum anhalten).
fr] Il n'est rien tel que plancher des vaches.
la] Non habet in manibus ventos, qui navigat aequor.
la] Purius ex ipso fonte bibuntur aquae.
un] Nincs rokonczája a' tengernek.

Das Wasser hat Quellen, der Baum hat Wurzeln.

Das Wasser hat sich verlaufen.
i] In Bezug auf einen bekannten Trinker, der sich einmal mit Wasser begnügen lässt.

Das Wasser höhlt sich selbst ein Stein, durch stetes Tropfen allein.
ho] Het water holt een' aarden steen, en dat maar dar een' drup alleen.

Das Wasser im Meer macht Herz und Taschen leer.
i] Von Auswanderern, die ihr Vermögen verlieren, und auch noch an ihrem Charakter Schaden leiden.

Das Wasser ins Meer laufen lassen.
it] Lasciar andare l' acqua alla China.

Das Wasser ist am besten an der Quelle.

Das Wasser ist am besten beim Ursprung.
mhd] Daz wazzer, niender ist sô guot so dâ ez uz von sprunge gât.
la] Fida terra, infidum mare.

Das Wasser ist das Auge der Landschaft.
i] Ursprünglich ein Ausspruch des potsdamer Gartenkünstlers Lenne, dem sich der braminische Spruch: Der Wald ist der Haarschmuck des Landes, zur Seite stellt.

Das Wasser ist das Beste.
i] Mit diesem altgriechischen Sprichwort eröffnet Pindar seinen ersten olympischen Siegeshymnus; und die Wasserfrage steht jetzt in den deutschen Städten obenan.

Das Wasser ist den Bach 'nab und vorbei.
i] Um zu sagen, wir wollen jetzt davon abbrechen und nicht mehr über die Sache reden, sie ist abgetan.

Das Wasser ist die beste Arznei.
i] Insofern das mäßige Wassertrinken ein vorzügliches Mittel zur Erhaltung der Gesundheit ist, wie dies immer allgemeiner anerkannt wird. Ein besonderes Vertrauen haben die slawischen Völker zur Heilkraft des Wassers, was aus der Achtung zu ersehen ist, die sie den Brünnlein und Quellen beweisen, die reines Wasser bieten. In allen slawischen Ländern gibt es gute und heilige Wasser, welche sehr oft auch mit Kapellen ausgezeichnet sind.
bm] Nejlacinĕjsí lék voda kdo mu rozumí.

Das Wasser ist ein freundliches Element für den, der damit bekannt ist und es zu behandeln weiß.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,10

Das Wasser ist gesund (gut), aber nicht in den Schuhen.

Das Wasser ist gut, aber der Wein besser.

Das Wasser ist ihm im Maul geronnen.
z] Wie ihm nun das Wasser im Maul geronnen, da betrachtet er erst, was er getan.
i] Er ist in der Verlegenheit, in der Not, in einer peinlichen Lage.

Das Wasser ist in den Schuhen nichts nutz, viel weniger im Magen.
i] Um das Bier- und Weintrinken gegenüber dem Trinken von Wasser zu rechtfertigen. In Venetien legt man ihm zur Last, dass es sogar die Pfühle zerfresse, und die Männer gelb mache, erkennt aber an, dass es die Schönheit der Frauen fördere.
it] L'acqua smarcisce i pali, la fa vegnir i omeni zali, la fa bianchir le pele, e la fa le done bele.

Das Wasser ist jhm ins Maul gangen.

Das Wasser ist nicht gebälkt, sagt der Jude.

Das Wasser ist sehr trübe.

Das Wasser ist still, aber tief.
Litauen

Das Wasser ist zollfrei.

Das Wasser ist zu stark, es reisst Häuser ein.

Das Wasser kann ohne Fische auskommen, aber kein Fisch ohne Wasser.

Das Wasser kommt ihm bis ans Knie, aber die Zunge kriegt nichts.

Das Wasser kommt zu spät, wenn der Spinnrocken brennt.
ho] Het is te spade water te werpen, als het vuur in het spinrokken is.

Das Wasser lässt sich nicht beim Schopf nehmen.
i] Um es aufzuhalten; es geht rücksichtslos vorwärts.
kroat] Voda nema kečke, za koju bi se prijeti morć.

Das Wasser läuft ihm darüber im Munde zusammen.
pl] Idzie mu ślinka na ti.

Das Wasser läuft ihm in die Schuhe.
i] Ist in Gefahr, Verlegenheit.

Das Wasser läuft immer den Berg hinab.

Das Wasser läuft immer in den Fluss.

Das Wasser läuft mir im Munde zusammen.
fr] Cela fait venir l'eau à la bouche.
la] Salivam movere.

Das Wasser läuft nicht den Berg hinauf.
i] Unmögliches passiert nicht

Das Wasser läuft wohl im Zickzack, erreicht aber doch das Meer.
Estland

Das Wasser läuft, die Leute reden und der Wind bläst.
Litauen

Das Wasser macht sich seine Bahn, fragt nicht nach Freund und GeVatersmann.
bm] Voda nesetři kmotrovství ani příbuzenství.

Das Wasser macht uns (Menschen) nicht wie Zuckertaler weich.

Das Wasser macht weder krank noch betrunken noch Schulden.
i] Aber der Genuss kalten Wassers ruft die Krätze hervor!'
sp] Agua no enferma ni enbeoda ni adeuda.

Das Wasser mag niemand in Schuhen haben, viel weniger im Magen.
i] Im Magen ist es aber jedenfalls gesünder als in den Schuhen.

Das Wasser mag schlummern, aber nicht der Feind.
Bulgarien

Das Wasser muss erst sieden, ehe man die Suppe quirlt.
la] Prius quam assa fit farina. (Die Alten taten Mehl an den Braten)

Das Wasser muss seinen Lauf haben.

Das Wasser nimmt ab, die Steine bleiben.

Das Wasser nimmt alles weg.

Das Wasser nimmt dem Wein die Kraft.
ho] Het water neemt de kracht van den wijn weg.

Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll
Ein Fischer saß daran.
Goethe, Der Fischer

Das Wasser reicht (o. steht) ihm bis zum Hals
v] das Messer sitzt ihm an der Kehle
en] he is in deep water(s) - he feels the knife at his throat
fr] il est aux abois - il a le couteau sur (o. sous) la gorge
it] ha l'acqua alla gola

Das Wasser richten.
i] Krankheit und Heilmittel dagegen aus Besichtigung des Urins erkennen (wollen).

Das Wasser rinnt ihm in den Mund.
i] Er ist in äußerster Not.

Das Wasser rinnt ins Meer und nicht zurück; zurück kehrt auch kein Augenblick.

Das Wasser rinnt ins Meer zurück, doch kehrt zurück kein Augenblick.

Das Wasser sagt: Es gibt keinen großen Mann in dieser Welt.
Jabo, Afrika
i] Selbst der Größte kann ertrinken

Das Wasser schmeckt nach dem Brunnen, die Untertanen nach der Obrigkeit.

Das Wasser schreibt niemand an.

Das Wasser steht (o. reicht) ihm bis zum Hals.
ndt] Er pfeift us em letzta Loch. Schwaben
en] he is in deep water
en] he is lying at death's door
en] he is standing on his last legs
fr] Il est à l'extrémité, à l'agonie, aux abois.
fr] il est aux abois
fr] il est au bout du (o. de son) rouleau
fr] il ne bat plus que d'une aile
fr] il ne la fera plus longue
it] ce n'ha per poco
it] è (ridotto) all'osso
it] ha l'acqua alla gola
it] naviga in cattive acque
pl] Smiérć mu z oczów patrzy.

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ENGLISCH
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LATEINISCH
1 2 3 4
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SPANISCH
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