Weisheiten 353

Das sind fromme Einsiedeleien, wo hübsche Mädchen aus dem Altare kommen, um die Pilger zu erhören.

Das sind ganz hübsche Karnickel, sagte der Ochs, als er einige Ziegen sah.

Das sind geschälte Krebse, sagte der Bauer, als er Frösche auf den Markt brachte.
ho] Dat is eene andere sort van kreeften, zei de boer, en hij brogt kikvorschen ter markt.

Das sind gute Ochsen, denen Ähren aus dem Arsche wachsen.
dä] Det er en god bul som axet voxer af enden.

Das sind Hahneier.
ho] Het zijn eijeren, die de boeren van roggebrood leggen.

Das sind Heldentaten.
i] Meist ironisch

Das sind hochbeinige Zeiten, sagt der Bauer, die Lenden sind am Arsch fest.

Das sind hölzerne Muskatennüsse.
i] So sagt man in Nordamerika, um auszudrücken, das ist Betrug, Täuschung, Schwindel. Daher entstanden, dass ein spekulativer Geschäftsmann aus einem der Neuenglandstaaten, wenn ich nicht irre, Connecticut oder Massachusetts, eine Ladung künstlich nachgemachter, aus gewöhnlichem Holze gedrechselter Muskatennüsse in einen südlichen Staat der Union verkauft hat. Nach der Einnahme vom Fort Pulaski durch die Unionstruppen im Jahre 1863 sagte ein gefangener Krieger des konföderierten Heeres zu einem nordstaatlichen Soldaten aus Connecticut: 'Bei allen unsern Fehlern haben wir doch noch keine hölzernen Muskatennüsse fabriziert', worauf der Yankee kaltblütig erwiderte, indem er auf eins der riesigen Wurfgeschosse (Projektile) deutete, welche die Mauern der Rebellenfeste zertrümmert hatten: 'Wir machen sie auch jetzt nicht mehr aus Holz, sondern aus Eisen.'

Das sind ihm böhmische Wälder.

Das sind Katzen, die vorn lecken und hinten kratzen.

Das sind keine Freunde, die in der Ferne leben.
la] Non sunt amici, qui degunt procul.

Das sind keine guten Bissen, daran die Gäste würgen müssen.
i] Von peinlichen Bemerkungen

Das sind keine Kirchleute, sagte der Küster, als der Schäfer vorbeitrieb und einige Schafe zum Kirchtor hereinkamen.
ho] Wat komt er al te kerk, zei de paap, en hij zag van verre eene knorrende gemeente aankomen.

Das sind keine Leute, auf die man wartet.
ho] Het zijn geene lieden, daar men naar wacht.

Das sind keine Reformen, die auf die Gegner keine Rücksicht nehmen, sondern die Gefühle der konservativen Menschen verletzten - statt mit dem Besten, was jene haben, zu wetteifern.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Das sind keine Schindeln auf mein Dach.
i] Das passt nicht für mich.

Das sind knappe Zeiten, sagte der Pfaffe, die Bauern machen ihre Kinder selber.

Das sind Kniffe, sagte die Hattersche, da lag ihr Mann im Sterben.
ndt] Dat sünd sin Knäp, säd de Hattersche, dar leg êr Mann up't Starwen.
i] Knäp = Einfälle, Kniffe, listige Streiche, Schikanen.

Das sind Knochen von dem verbotenen Fleisch, das die Klosterfrauen heimlich aßen, sagte der Gärtner zum Knaben, als sie beim aufgehobenen Kloster auf ein Häuflein Kinderknochen gruben.

Das sind Kühe, die wir melken.
ho] Dat zijn koetjes, die wie melken.

Das sind Leut als wenn me sie auf der Stadeltrage zusammengeschoben, hätt'.
Rotttal

Das sind Leute wie die Griesknödl, nötter net so rund.
Rotttal
i] Ironisches Lob.

Das sind Lügen mit Schwänzen.

Das sind man Knuste, sagte der Junge, und schnitt das Brot in der Mitte durch.
ndt] Dat sünd man Knüst, sä de Jung, un snêd dat Brot midden dör.

Das sind Märchen.
fr] Ce sont des contes de nourrices, de vieilles, ou d'enfans.
fr] Ce sont des contes de peau d'asnon, des contes aux vieux loup ou de ma commère l'oye.
fr] Vous me faites des contes à dormir debout.

Das sind mir allzu böse Bissen,
An denen die Gäste erwürgen müssen.
Goethe, Sprichwörtlich

Das sind mir schmucke Kundleute.

Das sind miserable Dolmetscher, Portier und Lakaien; ich möchte derlei Leute nicht immer zwischen mir und der übrigen Welt haben.
Rousseau, Emile, 4. Buch

Das sind Nadelstiche.

Das sind Nägel zum Sarge.
i] In Bezug auf das Husten einer altersschwachen oder lungenkranken Person.

Das sind Narren, die anfangen und nicht beharren.

Das sind Narren, die Geld vergraben, und haben keins.

Das sind nicht alle gelegten Eier.

Das sind nicht die größten Helden, die ein Hufeisen über der Nase zerbrechen können.

Das sind nicht meine Worte.
la] Nec meus hic sermo est.

Das sind nur Affen
i] Dumme Spielereien, Fratzen usw.

Das sind nur Spielereien mit Begriffen, rein gedankliche Phantasiegebilde. Die echte Geometrie ist die Kunst, die tatsächlich bestehenden Dinge zu messen.
Voltaire, Der Mann mit den vierzig Talern

Das sind Possen.
la] Orestis somnium.

Das sind Ränke.
ho] Wat zijn dat voor ranken.

Das sind rühmliche Krankheiten, die eine immerwährende Gesundheit zuwege bringen.

Das sind Sagen, die schneiden kein Holz.
i] Wortspiel mit Sage und Säge.

Das sind Schickungen, die kommen vom Packhof.
Stettin
i] Der Witz liegt im Doppelsinn des Worts 'Schickungen', das man bei kleinen Widerwärtigkeiten gebraucht, über die sich jemand beklagt, um ihm zu sagen: Das ist doch einmal nicht zu ändern, aber auch nicht so schlimm, und auch von Zusendungen, die man von der Post oder dem Packhof erhält.

Das sind schlechte Briefe.

Das sind schlechte Brillen, sagte der Bauer, der nicht lesen konnte, zum Brillenmacher, man kann dadurch nicht lesen.
ho] Ik kan door dien bril niet lezen, zei besje, en de spotters hadden er de glazen uitgenomen.

Das sind schlechte Freunde, bei denen Rock und Hut nicht gerade sitzen.
China

Das sind schlechte Handwerksbursche, die einen Monat auf der Kapuzinersuppe herumreisen.

Das sind schlimme Zeiten, wo das Unkraut teurer ist als der Weizen.

Das sind seine eigenen Worte.
la] Ipse dixit. (über Pythagoras)

Das sind seine ureigensten Worte.
la] ipsissima verba

Das sind seltsame Tauben.

Das sind sie nicht, die Wilhelm blasen.
Holland

Das sind so Mannes Leiden: jäher Tod des Wallachs während des Marsches, zerbrechen des Bogens auf der Jagd, Tod der Frau im Alter und Bersten des Kessels im Winter.

Das sind Späße, sagte der Prior, als er mit den Buben sündigen wollte.

Das sind taube Nüsse.

Das sind Tauben.
i] Abgeschmackte Fabeln Possen.
la] Dulcia non neminit qui non gustavit amara.

Das sind Touren, sagte der Bauer, vor acht Tagen ein Kalb und heute ein Kind.

Das sind trockene Späße.

Das sind unangenehme Leute, die, statt dem Führer dankbar zu sein, der sie an einen schönen Aussichtspunkt geleitete, sich gebärden, als hätten sie diesen Punkt soeben erst entdeckt, und am Ende gar ihrem Führer, wenn er nicht laut genug in ihre Begeisterung einstimmt, seinen Mangel an Naturempfindung vorwerfen.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Das sind ungefangene Fische.

Das sind unsere Hackenschützen.
z] Wenn uns Gott nicht hätte die lieben Engel zu Hütern und Hackenschützen gegeben, so wäre es bald mit uns aus. Luthers Tischreden

Das sind vergebene Räte, wie der Fuchs zum Hunde gesagt.

Das sind verlorene Tränen, wenn ein Herr will, und ein Knecht weint.

Das sind Weinketzer, die den guten Wein mit Schwefel und Schmier verderben, er fehrt doch wohl sein Straßen.

Das sind wohl arm Waisen zu achten, welch ihre Eltern nichts haben lernen lassen.

Das sind Worte, sagte der Teufel, da sah er in ein Messbuch.
ndt] Dat sind Wört, säd der Düvel, du soach hä en e Messeboch. Bedburg

Das sind zwei Fliegen mit einem Schlage.
ndt] Diär waad' tau flüggen me jen Klaps sleinen. Sylt
la] Ne move festucam.

Das sind zwei Köpfe unter einer Decke.
ho] Twee hoofden in eene kaproen.

Das sind zwei Krähen auf einen Schuss.

Das sind zweierlei Krebse.
i] Das sind zwei ganz verschiedene Dinge.

Das Singen des Huhns, das Pfeifen der Frau und das Brüllen der Kuh schallen bis in die Hölle.

Das Singen ist leichter, aber das Lesen für die Seele besser.
Finnland

Das singt und pfeift nit.
i] Damit ist nichts ausgerichtet.

Das Sinngedicht ist ein Gedicht, in welchem, nach Art der eigentlichen Aufschrift, unsere Aufmerksamkeit und Neugierde auf irgend einen einzeln Gegenstand erregt, und mehr oder weniger hingehalten werden, um sie mit eins zu befriedigen.
Lessing, Über das Epigramm

Das sinwell glück stehet auf einer Kugel.

Das Sittliche aber sowie das Pathetische macht immer ernsthaft, und jene geistreiche Heiterkeit und Freiheit des Gemüts, welche in uns hervorzubringen das schöne Ziel der Komödie ist, lässt sich nur durch eine absolute moralische Gleichgültigkeit erreichen...
Goethe, Schriften zur Literatur - Dramatische Preisaufgabe

Das Sittliche ist durch Gott selber, wie alles andere Gute in die Welt gekommen. Es ist kein Produkt menschlicher Reflexion, sondern es ist angeschaffene und angeborene schöne Natur. Es ist mehr oder weniger den Menschen im allgemeinen angeschaffen, im hohen Grade aber einzelnen ganz vorzüglich begabten Gemütern. Diese haben durch große Taten oder Lehren ihr göttliches Innere offenbart, welches sodann durch die Schönheit seiner Erscheinung die Liebe der Menschen ergriff und zur Verehrung und Nacheiferung gewaltig fortzog.
Goethe, Eckermann, 1.4.1827

Das sittsame Mädchen macht die beste Partie.

Das Sitzen lieben mehrere als das Schwitzen.

Das Sitzfleisch - ich sagte es schon einmal - ist die eigentliche Sünde wider den heiligen Geist.
Nietzsche, Ecce homo, Warum ich so klug bin

Das sitzt ihm im Fleisch.
dä] Det er ham i kiødet baaret, og eii klæder skaaret.

Das sitzt wie ein Hopfensack.
i] Von unpassenden, plumpen u.s.w. Kleidungsstücken.

Das sogenannte Aus-sich-Schöpfen macht gewöhnlich falsche Originale und Manieristen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1119

Das sogenannte beredte Schweigen habe ich schon lange der lieben und verliebten Jugend anheim gestellt.
Goethe, An Barbara Schultheß, September 1797

Das sogenannte Romantische einer Gegend ist ein stilles Gefühl des Erhabenen unter der Form der Vergangenheit oder, was gleich lautet, der Einsamkeit, Abwesenheit, Abgeschiedenheit.
Goethe, Maximen und Reflexionen 181

Das sogenannte Trauerspiel ist eigentlich das wahre Lustspiel und das sogenannte Lustspiel das eigentliche Trauerspiel, wenn man über etwas weinen oder lachen dürfte.
Goethe, Riemer, 1803/14

Das Sohnche kriegt die Frau.
i] Sohnche = das Köpfchen, Käppchen am Brot.

Das soll auf mein Kerbholz nicht kommen.
ho] Ik wil dat alles niet op mijn' kerfstok hebben.

Das soll den Frauen eigentümlich sein, dass sie etwas anderes sprechen, als sie meinen.
Goetz, Ingeborg

Das soll der Türke nicht bekommen.
la] Medus non observabit.

Das soll die Katze kratzen.
ndt] De Katt sall di kleijen.
i] Sagt man zu Kindern, wenn sie über Jucken auf dem Leibe klagen.

Das soll dir teuer zu stehen kommen, sagte der Arzt, als ihn der Kranke in der Nacht wecken ließ, und verschrieb ihm drei Arzneien.

Das soll doch dem Guggich (Kuckuck) en Ohr abschlô.
i] Redensart für Zornausbrüche.

Das soll ein wildes Tier sein? - Es ist wohl zahm, weil wir gut zu ihm waren.
Rudyard Kipling, Das Dschungel-Buch, Rikki-Tikki-Tavi

Das soll eine so närrische Eigenheit der Männer sein, dass sie dann kalt sind, wenn man sie zu sehr liebt.
Bettina von Arnim (1785-1859), an Goethe, 8. 8. 1808

Das soll euch der Kuckuck lehren.
ho] De koekoek mag het u dan leeren.

Das soll ewig nicht geschehen.

Das soll ihm in die Bude lecken.
i] Soll üble Folgen für ihn haben

Das soll ihm nicht für voll hinausgehen.
la] Hipparchorum tabula.

Das soll ihm nicht so hingehen.

Das soll mer kaan Goj lernen.
i] Scherzhafter Ausruf der Juden bei wohlschmeckender Speise, besonders wenn sie der jüdischen Küche angehört. Man soll die Zubereitung derselben keinem Nichtjuden lehren, damit der Hochgenuss nur den Juden bleibe.

<<< operone >>>

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