Weisheiten 35


Beisammen sind wir, fanget an.
Goethe, Faust, I, Studierzimmer

Beischlafen tu ich nicht, Beiwachen soll reichen, sagte des kleine Mädchen.

Beiseit mit der Geburt; ich frage: Was du bist?
Man ist ja das nicht selbst, was man geboren ist!
Gleim, Die goldenen Sprüche des Pythagoras

Beiseits muss man weichen, wenn der kommt, der niemand weichet.

Beispiel ist ein großer Redner.
Tschechien

Beispiel ist stumme Ermahnung.
la] Exemplum est muta adhortatio.

Beispiel nützt zehnmal mehr als Vorschrift.

Beispiel tut oft mehr als viele Worte und Lehre.

Beispiel tut viel.
la] Historia vitae magistra. Cicero
la] Longum iter est per praecepta, breve et efficax per exempla. Seneca

Beispiel von oben ist doppelt zu loben.
i] Vorbild des Vorgesetzten.

Beispiele belehren.
la] Exempla docent.

Beispiele bessern nicht.

Beispiele beweisen nichts.
z] Die Geschichte kann nichts geben als die Thatsache, nicht einmal die Präsumtion der Gerechtigkeit, denn sie liefert ebenso viel Schurkereien als lobenswürdige Dinge. Gebrauch ist kein Recht. Wer ein Schurke sein will, hat hundert Autoritäten aus der Geschichte. Seume
la] Exempla, nihil probant, sed illustrant.

Beispiele gelten nicht, sondern Gesetze.
ho] Geene voorbeelden gelden, maar wetten.

Beispiele sind die Schwimmbojen der Logik.

Beispiele sind verhasst.i] Man hat es nicht gern, wenn zu dem Gesagten oder Behaupteten Tatsachen als Beispiele zum Beweise angeführt werden)
la] Exempla sunt odiosa.

Beispiele tun die Möglichkeit des Erfolges dar.
Colton bei Smiles, Die Sparsamkeit, 5. Kap., Beispiele v. Sparsamkeit

Beispiele tun oft mehr, als viele Wort' und Lehr'.
bm] Příklad lépe nezli ústa ctnosti vyučuje.
la] Longum iter est per praecepta, hreve et efficax per exempla. Seneca

Beispiele ziehen an.

Beiss die Nase ab, so ist das Antlitz geschändet.
i] Schädige ein Glied einer Familie, so beschimpfst du sie ganz.
ndt] Bitj a Nöös uf, do as at Aanliant skeand.

Beiss dir nicht die Ohren ab!
Nürtingen
i] Zu einem, der einen breiten Mund hat, oder von einem Ohr zum andern lacht.

Beiß drein so fressen der Jurist, der solcher Kunst ein Lehrer ist, des langer brauch soll heißen recht, so allzeit ist gewest unrecht.

Beiß in den Pelz, wenn du böse bist.

Beiß in den sauren Apfel.
en] Get the pill down.

Beiß nicht (in) die Hand, die dich füttert.
USA

Beiß nicht mehr ab, als du kauen kannst.
en] Don't bite off mote than you can chew.

Beiß, wenn du keine Zähne hast.

Beisser 'ne klengen (= ein kleiner) Heer, äls 'ne grusse Kneht. Aachen

Beisser 'ne Schmedt, äls e Schmedtchen. Aachen

Beißet ein maus einmahl vom käse (Speck), sie kommt wieder.

Beißig gesind machts nirgend gut, weder bei Gott, noch bei den Menschen.

beisst der Hund, so wird er wieder gebissen (oder geschmissen).

beisst dich ein Hund, und du beisst ihn nicht wieder, so sagt er, du habest keine Zähne.
Sudan

beisst die Maus einmal vom Käss ist sie schwerlich davon abzubringen.

Beisster een Fleg (o. Floh) gefange, älss mössig gegange.
Aachen
hdt] Besser Fliegen fangen, als müßig gegangen.
ho] Beter spirinc ghevanghen dan stil gheseten.
la] Pisciculos capere plus approbo quam residere.

Beist in Pelz, wenner biese seyd.

Beiwerk zur Hauptsache machen.

Beiwohnung macht Kundschaft (o. Freundschaft).

Beiwohnung tut viel, und ein Kloster, das ein Jahr offen ist, wird selten gut.

Beizeit auf die zäun, so trocknen die windeln.
i] Damit mahnte Merck, als Goethe von seinem Aufenthalt in Strassburg und Wetzlar ins väterliche Haus zurückgekehrt, mit der Veröffentlichung des Götz und Werter zögerte.

Beizeit halt Rat, denn nach der Tat kommt er zu spat.

Beizeiten ist gut löschen.

Beizeiten schlafen gehen, früe aufstehen und jung freyen soll niemand gereuen.

Bejahrte Leute machen zu viel Einwürfe, beraten zu lange, wagen zu wenig, lassen die Sache zu schnell fallen und bringen selten ein Geschäft zu vollem Ertrag, sondern begnügen sich mit einem mittelmäßigen Erfolg.
Bacon, Essays, 42, Von Jugend und Alter

Bekack' di man nich.
i] Zu dem, der sehr aufgeregt ist.

Bekäme jedes Kind den rechten Namen, so müssten die Zwillinge von Gnadental Pater Beichtiger heißen.

Bekämpfe das Feuer nicht mit Eisen.
Italien (Reize einen Zornigen nicht noch weiter)

Bekämpfe eine Katze mit den Waffen, die du gegen einen Löwen gebrauchen würdest.
Suaheli

Bekämpfen Sie diese unglückliche Neigung zur itio in partes (beim Fraktionswesen)! Wenn wir zusammenhalten, werden wir den Teufel aus der Hölle schlagen.
Bismarck zu den Vertretern d. deutschen Universitäten, technischen Hochschulen und Kunstakademien in Kissingen am 10. August 1891

Bekam's auf die Hand, bekam Splitter, bekam's in die Hand, war's grindig.
Estland

Bekande lude (Leute) sint leiftallich (angenehm).
la] Diligimus notos, ignotum nullus amavit.

Bekannt as 'n Hund ane Swanz.

Bekannt ist halb gebüßet.
[RSpW]
i] Auch wohl: ehrlich, frei, ganz, wohl bekannt ist halb gebüßt. Insofern ein unerzwungenes Bekenntniss des Unrechts die Reue über dasselbe in sich schließt. Das freiwillige Bekenntnis ist stets von den Richtern unter die Ursachen einer Strafmilderung gerechnet worden. Das Sprichwort ist aber keineswegs so zu nehmen, als ob dasselbe in allen Fällen eine Linderung der Strafe nach sich ziehen müsse. Es kommt dabei mehr auf das Ermessen des Richters oder auf die Gnade des Fürsten an. Nach seiner juridischen Seite ist es daher nur in sehr beschränktem Sinne zu verstehen.
en] Confession of a fault, makes half amends.
fr] Faute confessée est à demi pardonnée.
fr] Péché caché, est à demi pardonné.
it] Peccato celato, mezzo perdonato.
la] Confessioni proxima est poenitentia.
la] Confessio sceleris, initium salutis.
la] Erranti medicina confessio.
la] Initium est salutis notitla peccati. Seneca
la] Poenitentia ad confitendum ansam dedit.
la] Quem poenitet, jam pene non peccavit.
la] Quem poenitet peccasse paene est innocens.
sd] Erkändt fel är till hälften förlåtet.

Bekannt ist, dass auf Gertrudfest (17.3.) der Storch besucht sein altes Nest.

Bekannt wie die Gans im Schafstall.

Bekannte Bahn und alte Freunde sind die besten.

Bekannte Sache braucht kein Zeugnis.
sd] Bekiänd saak är så god som wittnad.

Bekannte Schergen scheuen alle Dieb.
la] Apparens recte fugere volucria quaeque.

Bekannte Sünde ist halb verziehen.
it] Peccato confessato è mezzo perdonato.

Bekannte Tat das beste Bad.
i] Von den Wirkungen der Beichte nach der Lehre der katholischen Kirche, auch wohl von aufrichtiger Buße überhaupt.

Bekannte Wissenschaft ist oft halb vergeben.

Bekanntes Kraut ist liebes Kraut.

Bekanntes Kraut macht keinen Kopfschmerz.

Bekanntes Unglück hält man für das beste.
la] Nota res mala optima.
la] Praemeditatio futurorum malorum lenit eorum ad ventum.

Bekanntlich kann eine plötzliche Freude einen Menschen ebenso leicht töten wie ein unvorhergesehener Schmerz.
Miguel de Cervantes Saavedra, Die Spanierin in England'

Bekanntlich taten die Reliquien eines Heiligen stets größere Wunder als vorher der ganze lebendige Mann.
Jean Paul, Dämmerungen für Deutschland

Bekanntlich wird man am strengsten von seinen Untergebenen beurteilt.
Maxim Gorki, Wladimir Iljitsch Lenin

Bekanntschaften, wenn sie sich auch gleichgültig ankündigen, haben oft die wichtigsten Folgen.
Goethe, Wanderjahre III,7

Bekappte Leute können nicht erben.
[RSpW]
i] Der Eintritt ins Kloster macht erbunfähig.

Bekehrung gehört nicht zu unserer Arbeit, weil nur Gott bekehren kann.
Mutter Teresa

Bekenn (erkenne) dich selbs, so bekennestu all Ding.

Bekenne bringt an e Galge.
i] Beim Kartenspiel gebräuchlich. Bekennen = Farbe bedienen. Beim Ausspielen des Trumpfes sagt der Ausspielende gewöhnlich zu seinem Mitspieler: 'Bekenn', und erhält dann obige Antwort.

Bekennen bricht den Hals.
[RSpW]
i] Wer sein begangenes Verbrechen bekannt hat, muss sich auch der in den Gesetzen darauf verordneten Strafe unterwerfen. Das blosse Bekennen kann aber die Strafe noch nicht nach sich ziehen, es muss gerichtlich geschehen und der Tatbestand des Geständnisses zuvor untersucht werden, weil Blödsinnige u.s.w. Dinge bekennen können, die sie gar nicht begangen. Die Strafe folgt also erst dann, wenn die Gewissheit des Verbrechens mit des Täters Bekenntnis genau übereinkommt.

Bekennen hat manchen an den Galgen gebracht.

Bekennen kann sich der Mensch zu allem möglichen und ist es darum noch lange nicht, weder in der Tat noch im Wesen noch im Denken. Sein kann der Mensch nur, was er ist.
M. v. Egidy, Ernste Gedanken

Bekennen Sie, dass nichts so kräftig auf den Willen wirkt als die einmal erkannte Wahrheit.
Forster, Parisische Umrisse

Bekennest du die welt, so hütestu dich vor jren werken.

Bekenntnis geht über Beweis.
ndt] Bekantenisse gheyt baum alle bywyske. Hamburg

Bekenntnis heisst nach altem Brauch
Geständnis, wie man's meint;
Man rede frei, und wenn man auch
Nur zwei und drei vereint.
Goethe, Zahme Xenien VIII

Bekenntnisse einer schönen Seele.
Titelüberschrift des 6. Buches von Goethes 'Wilhelm Meisters Lehrjahre'

Bekimmerte Loite honn's (haben es) ne gutt.
Schlesien
i] Es sind Leute gemeint, die sich um Dinge bekümmern, die sie gar nichts angehen, und um ungelegte Eier.

Beklag nicht des anderen Schaden und begehr nicht des anderen Freude.

Beklage nicht, wo du nicht helfen kannst,
Und such' zu helfen dem, was du beklagst. Shakespeare, Die beiden Veroneser, II, 1 (Proteus)

Beklagen ist recht gut, aber dafür danken - schwer.

Beklagenswert, der nicht sein Leben, sondern seine Autobiographie lebt.
Arthur Schnitzler, Zurückgelegte Sprüche

Beklagten gehört der letzte Satz.
[RSpW]

Bekleide den Strunk, so (o. und) wird er hübsch! Arbabien

Bekleide dich lieber mit einer Matte als mit Geliehenem.

Bekleide dich mit der Tür, umgürte dich mit der Schwelle.

Bekleide ein Stück Holz und es erscheint ein König.

Bekomme ich es nicht, so verliere ich es nicht.
Niederlande

Bekomme ich keinen Kerl, lass ich mir einen backen, sagte das Mädchen.

Bekommen die Kinder Zähne, so tut sich der Tod bene.
sp] Cuando la criatura dienta, la muerta la tienta.

Bekommen, was man sich wünscht, ist Erfolg. Sich wünschen, was man bekommen kann, ist Glück.
Charles F. Kettering

Bekommst Brot, bekommst auch Salz.
Estland

Bekommst du nicht das Kalb, so nimm die Haut davon.

Bekommst's nichts und wenn du dich auf den Kopf stellst.

Bekommt das Kind viel Nüsse, bekommt die Puppe viel Schmisse.

Bekommt das Schaf täglich so viel Heu, wieviel es beim Scheren Wolle gibt, dann hat es noch nicht zu wenig gefressen.
Estland

Bekommt der Arme ein Stück Brot, so reisst es ihm der Hund aus der Hand.
it] La gallina è del povero, e il ricco se la mangia.

Bekommt ein armer gwalt und gut, so tregt er eins Tyrannen mut.
la] Fiunt Nerones miseri facti locupletes.

Bekommt einer nicht den Vogel, so bekommt einer doch eine Feder davon.
dä] Faaer man ei fuglen, man faaer vel en feder af ham.

Bekommt ihr einesVersehens wegen einen Verweis, so brummt, wenn ihr zum Zimmer hinaus und die Treppe hinuntergeht, so laut darüber, dass es eure Herrschaft deutlich hören kann. Dies wird sie dann von eurer Unschuld überzeugen.
Swift, Klugheitsregeln für Befehlende und Dienende

Bekommt man denn keine Frau! Häng die Hosen an den Zaunpfahl - viele werden sich da versammeln.
Estland

Bekommt man einen Kornkasten oder einen Lehmtopf voll - ein Jahr muss man (davon) immerhin leben.
Estland

Bekommt man nicht mit dem Recht, dann bekommt man mit einer Krankheit.
Estland

Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher
Und trinkt ihn fröhlich leer! Matthias Claudius, Sämtl. Werke des Wandsbecker Boten, Teil 3, Rheinweinlied (gedr. 1775); Melodie von Joh. André (komp. 1776)

Bekümmere dich nicht um ungelegte Eier.

Bekümmere dich um deine Nase.

Bekümmere dich um keinen Nackten, er bekommt schon Federn.
Oberpfalz

Bekümmern sollte viel mehr fehlende Menschenkenntnis.

Bekümmert euch um eure alten Schuhe.
Schlesien
i] Die Alten sagten von jemandem, der sich um Dinge bekümmerte, die ihm nichts angingen: Er mischt seine Beine in fremde Reigen.
la] In alieno choro pedem ponere.
la] Cura aliud.

Bekümmert Gemüt macht trübe Augen.

Bekümmert Herz treibt selten Scherz.

Bekümmerten Herzen vergeht das Scherzen.

Bekümmerter Mann ersieht selten seinen Vorteil.
ho] Becommert man doet selden bate.
la] Profectum faciunt rarum quos debita stringunt.

Belachten Scherz soll man nicht fortspinnen.
it] Lascia la burla quando più piace.
sp] A la burla dejarla cuando mas agrada.

Belangloses Tun
la] operae subsicivae

Belaste dich nie damit, den Gottlogen zu tragen.
Hebräisch

Belehre deine Frau nicht in Gegenwart deiner Kinder, und deine Kinder nicht vor Fremden.
Russland

Belehre deinen Sohn im Hausflur und deine Frau auf dem Kissen.
China

Beleid'ge keinen, sei dem Feinde furchtbar,
Durch Kraft mehr als Gebrauch: den Freund bewahre
So wie dein Herz.
en] Do wrong to none: be able for thine enemy
Rather in power than use, and keep thy friend
Under thy own life's key.
Shakespeare, Ende gut, alles gut I, 1

Beleidige nicht Glück,
Das Glück durch Torheit, Übermut,
Der Jugend Fehler wohl begünstigt es,
Doch mit den Jahren fordert's mehr.
Goethe, Elpenor A I Sz 2
Evadne Vs 252f.

Beleidige niemanden!
la] Maledicus ne esto!

Beleidigst du einen Mönch, so knappen alle Kuttenzipfel bis nach Rom.

Beleidigt dich ein junger Mensch, so kehre ihm brüsk den Rücken, rügt dich aber ein Alter, so stirb!
Usbekisch

Beleidigt dich einer, so schelte ihn nicht. Verächtliches Schweigen ist die richtige Strafe für ihn.

Beleidigte dich ein Mensch, ergrimme nicht im Herzen,
Von Menschen kommen nicht die Freuden und die Schmerzen.
Saadi, Rosengarten, 1, Von Königen und Hofleben

Beleidigungen sind die Argumente derer, die unrecht haben.
Jean-Jacques Rousseau

Beleidigungen werden alt, Wohltaten vergisst man bald.
en] Injuries are written in brass.
en] Ten good turns lie dead and one ill deed report abroad does spread.
fr] Les injures s'écrivent sur l'airain (o. l'acier) et les bienfaits sur le sable. (Die Beleidigungen schreibt man in Erz und die Wohltaten in Sand)
it] Chi offende scrive in polvere di paglia, chi è offeso, nei marmi lo sdegno intaglia.
it] Scordati dell' ingiurie ma non de beneficii.

Beliebt ist halb getan.
i] Der Sieg über die Leidenschaft gründet sich hauptsächlich auf den Sieg über unsere Einbildungskraft-

Beliebt macht eine süße Zunge.
i] Alles, was man sagt, wird so für gut gehalten.
la] Fauce manet quavis gustus proca lingua suauis.
sd] Ae aer sötgaern tunga i hwars mans hööse.

Bellen macht ja keine Wunde.

Bellen schützt vor Beißen.

Bellen und Beißen soll man den Hunden überlassen.
la] Facundiam caninam ne exerceas.

Bellende Hunde beißen nicht Hund.

Bellende Hunde beißen nicht.
mhd] Grînunden hunt der nie gebeiz sult ir harte vürhten niht.
en] Dogs that bark at distance, bite not at hand.
fr] Ca à qui layre non boii pas gnaca.
fr] Chien qui aboie ne mord pas.
ho] Blaffende honde bijten niet.
ho] En bassende hond wil geen' hinder doen.
it] Can che abbaia non morde.
it] Can che abbaia non morde mai.
la] Nemo canem timeat, qui non laedit nisi latret.
la] Nulla minacis tuae linguae apud me est autoritas.
la] Si non morderis, cane quid latrante vereris.
prt] Perro ladrador, nunca bom caçador.
sp] Perro ladrador nunca buen mordedor.
tü] Isıracak köpek diş göstermez.

Bellenden hund fürt kein ritter im schilt, sonder einn hasen.

Bellenden Hunden gibt man Brot, so hat mann vor ihrem Zorn keine Not.

Bellenden Hunden stopft man das Maul mit Brot.
en] Barking dogs never bite.

Bellhammel, der Hammel mit der Schelle.
ndt] Lêdhamel, der vorangeht und dem die übrigen Schafe zu folgen gewohnt sind. Pommern

Bellt der Fuchs im grünen Wald, stellt sich ein der Regen bald.

Bellt dich ein Hund an, gehe ins Haus, bellt dich eine Hündin an, mache dich auf und davon.
Aramäisch
i] Das Schelten der Frau ist schlimmer.

Bellt ein Hund, so kläffen sie alle.

Belohnungen und Strafe aber sind immer unentbehrlich, weil sie eben die Mittel sind, woddurch der Wille gezwungen wird.
Goethe, Schriften zur Literatur - A. v. Joch: Ober Belohnung und Strafen nach türkischen Gesetzen

Belügt euch nicht gegenseitig.
la] Nolite mentiri invicem.

Bemerkst du bei jemandem eine schlechte Eigenschaft, so mache dich auf ihre Schwestern gefaßt.

Bemerkst du, dass einer im Streit seine äußere Stellung verteidigt, beende schleunigst das Gespräch.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1907)

Bemm Luchche (Loche) is de Kû fett.
Schlesien

Bemüh dich nicht um das Unheil, bis das Unheil dich bemüht.
England
en] Never trouble trouble till trouble troubles you.

Bemüh dich nicht, auf einen guten Teller Fleisch, der vor dir steht, zu schauen, aber sieh immer auf das Gesicht, das du liebst. Maori, Neuseeland

Bemühe lieber deine Füße als dein Gemüt.

Bemühe niemals die Sorge, bis die Sorge dich bemüht.
en] Never trouble trouble till trouble troubles you.

Bemuttert (oder bevatert) werden.

Benachter Rat (Rat über Nacht) ist der beste.
i] Demnach wäre das Bett das beste Rathaus.

Benedikt hat's Babbl geschlickt, hat nu nöt gnua, möss a no d' Kua.

Benediktinerorden
la] Ordo Sancti Benedicti (OSB)

Beneide nicht den Mann um Ruhm, den er nicht hat
Erworben ohne Müh, durch Leiden oder Tat.
Bist du bereit, die Tat zu tun, die er getan?
Kannst du das Leiden, das er litt, auf dich empfahn?
Und wenn er weder litt für deinen Ruhm noch stritt,
Verdienstlos möchtest du dich schmücken nie damit.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Beneide nicht den, der dir überlegen, und verachte nicht den, der dir unterlegen ist.
Japan

Beneide niemals den ersten, denn er hat es immer am schwersten.

Beneidet Brot schmeckt (bekommt) gôt.

Benimm dich nicht wie ein Europäer.

Benutze jeden schönen Tag, Spazierengehn ist keine Plag'.

Benutze keines anderen Mund, wenn man dir ihn nicht geliehen hat.
Wallonisch

Benutze keines andern Mund, wenn man dir ihn nicht geliehen hat. Wallonisch

Benutze Männer, wie du Holz benutzen würdest, du würdest nie den ganzen Stamm wegwerfen, weil ein Zoll wurmstichig ist.
China

Benutze redlich deine Zeit!
Willst was begreifen, suchs nicht weit.
Goethe, Sprichwörtlich

Beobachte demnach gegen deine Freunde einen solchen Grad von Zurückhaltung, dass du dich nicht in ihre Macht gibst, und gegen deine Feinde einen solchen Grad von Mäßigung, dass du es ihnen nicht unmöglich machst, deine Freunde zu werden!
Chesterfeld, Briefe an seinen Sohn, London, 21.8. 1749

Beobachte die Kante (Sahlleiste) und nimm das Leinen; beobachte die Mutter und nimm die Tochter.
Türkei
ho] Wie de dochter will hebben, moet eerst de moeder winnen.
la] Praesumitur bonus de bono genere natus.
sd] Den som will ha dottren, måste hålla sig wal med modren.

Beobachte die Mutter und heirate die Tochter.
Türkei

Beobachte die Mutter und nimm die Tochter.
Armenien

Beobachte, was früher war, dann weisst Du, was kommen wird.

Beobachtet man die Art, in der man in den Spitälern mit den Kranken umgeht, so möchte man glauben, die Menschen hätten diese traurigen Zufluchtsstätten nicht erfunden zum Wohl der Kranken, sondern um den Glücklichen den Anblick zu ersparen, der sie in ihrem Vergnügen stört.
Chamfort, Maximen und Gedanken

Beobachtung bringt die Ferne nicht nahe.
Afrika, Haussa (Man muss hingehen und arbeiten)

Beobachtung ist das Gedächtnis der alten Menschen.
Swift, Gedanken über verschiedene Gegenstände

Bequeme dich, Gast, sonst bist du zur Last.

dä] Naar du vil gaae til gæst, prøv vertens øye-meed.

Bequeme Rast ist nicht des Lebens wert.
Eichendorff, An die Freunde

Bequemlichkeit erjagt sich kein Wild, kostbare Güter erlangt der Fleißige.
Altes Testament, Sprüche Salomos 12, 27

Bequemlichkeit geht über den Anstand, sagte die Magd, als sie beim Bauern schlief, das spart einmal Bett machen.

Bequemlichkeit ist die Hauptsache, sagte der Teufel, da setzte er sich auf die Flachshechel.
[ASpW]

Bequemlichkeit und Sicherheit sind Hauptbedürfnisse: Daher liebt man im Alter, noch mehr als früher, das Geld, weil es den Ersatz für die fehlenden Kräfte gibt.
Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Bêr nêrt, Brannwîn têrt (o. zehrt).

Ber nêrt, Brannwîn têrt.
hdt] Bier nährt, Branntwein zehrt.

Ber warn noch anander bein Koppen (Kopfe) krîgen.
Schlesien

Beranger hatte übrigens gut machen! Paris ist Frankreich. Alle bedeutenden Interessen seines großen Vaterlandes konzentrieren sich in der Hauptstadt und haben dort ihr eigentliches Leben und ihren eigentlichen Widerhall.
Goethe, Eckermann, 14.3.1830

Béranger, Pierre Jean] Béranger ist ein Talent, das sich selber genug ist. Er hat daher auch nie einer Partei gedient. Er empfindet zu viel Satisfaktion in seinem Innern, als dass ihm die Welt etwas geben oder nehmen könnte.
Goethe, Eckermann, 2.3.1871

Béranger, Pierre Jean] Er ist der Sohn armer Eltern, der Abkömmling eines armen Schneiders, dann armer Buchdruckerlehrling, dann mit kleinem Gehalte angestellt zu irgendeinem Bureau; er hat nie eine gelehrte Schule, nie eine Universität besucht, und doch sind seine Lieder so voll reifer Bildung, so voll Grazie, so voll Geist und feinster Ironie und von einer solchen Kunstvollendung und meisterhaften Behandlung der Sprache, dass er nicht bloß die Bewunderung von Frankreich, sondern des ganzen gebildeten Europas ist.
Goethe, Eckermann, 3.3.1827

Béranger, Pierre Jean] Seine Lieder haben jahraus jahrein Millionen froher Menschen gemacht; sie sind durchaus mundrecht auch für die arbeitende Klasse, während sie sich über das Niveau des Gewöhnlichen so sehr erheben, dass das Volk im Umgange mit diesen anmutigen Geistern gewöhnt und genötigt wird, selbst edler und besser zu denken.
Goethe, Eckermann, 14.3.1830

Béranger, Pierre Jean] Übrigens hat Béranger in seinen politischen Gedichten sich ab Wohltäter sein Nation erwiesen. Nach der Invasion der Alliierten fanden die Franzosen in ihm das beste Organ iihrer gedrückten Gefühle.
Goethe, Eckermann, 4.5.1827

Berat dich Gott bricht keinem den Steck'.

Berät man's, so verrät man's.

Beratdichgott bricht keinem den Sack.

Berate dich beim Wein, aber entschließ dich später beim Wasser.
England

Berate dich, wenn du sonst niemanden hast, mit deinem Knie.
Japan

Berate langsam und vollziehe schnell.

Berater der Götter
la] consiliator deorum

Beratschlagen Große, so sprechen sie in Gleichnissen.
Kaguru (Ostafrika)

Beratschlagt draußen auf See, wer das Schiff führen soll.
Samoa-Inseln
i] Dort zeigt sich der Erfahrene)

Beraube den Armen nicht, ob er wohl arm ist.

Beräucherte Ahnenbilder sind alte Warenschilder.
la] Fumosae imagines.

Berauscht Euch! Nur berauscht lässt sich dies Leben leben. Berauscht von Geist und Blut und Reben, berauscht von Licht und Dunkel sein! Sauft doch das Leben, das Leben selbst ist Wein!
Wolfgang Borchert (1921 - 1947)

Berechne zuerst die Größe des Knochens nach deiner Kehle, ehe du ihn herunterschluckst.

Berechnung und Klugheit sind charakterische Eigenschaften eines Feldherrn.
Publius Cornelius Tacitus, Historien

Beredsamkeit ist Gedankenmalerei; darum machen jene, die nach dem Malen noch etwas beifügen, ein Gemälde statt eines Porträts.
Pascal, Pensées

Beredsamkeit ist Macht, denn sie ist anscheinende Klugheit.
Hobbes, Leviathan

Beredsamkeit und Wahrheit sind Nachbarn aber keine Freunde.
Jean Paul

Beredt beim Wein(trinken)
la] ad vinum diserti. Cicero, Pro Caelio

Beredt sein ist eine herrliche Gabe, aber fromm sein ist besser.

Beredter als selbst Cicero
la] Cicerone disertius ipso

Beredter Gefährte ist so gut wie ein Wagen.

Beredter Mund geht nicht zugrund.

Beredter Mund spricht aus Herzensgrund.

Beredtes Schweigen

Bereichere dich an dem, was du umsonst haben kannst, was etwas kostet, dem geh' aus dem Wege.
i] Was man umsonst haben kann, ist stets annehmbar, daher verschmäht kein Morgenländer auch das kleinste Geschenk.

bereinigte Buchausgabe
i] nach Streichung anstößiger Stellen
la] editio castigata

Bereist ein ochs die ganze welt,
man hieße ihn doch nur ein rind.
Oswald v. Wolkenstein, Wer hier um dieser weiten Lust

Bereit bis auf den letzten Gamaschenknopf.
i] Sagte im Juli 1870 der französische Kriegsminister Le Boeuf vor der Kriegserklärung gegen Deutschland.

Bereit geld im Kasten ist ein guter Hase.

Bereit geld leidet keinen kummer.
ho] Gereed geld lijdt geen' kommer.

Bereit im Sommer den Schlitten, im Winter den Wagen!

Bereit oder nicht, zu gehen,
Er muss vor seinem Richter stehen!
Schiller, Wilhelm Tell, IV, 3 (Barmherzige Brüder)

Bereit sein ist alles.

Bereit sein ist Alles.
z] The readiness is all. Hamlet in der zweiten Szene des fünften Aktes

Bereit sein ist viel, warten können ist mehr, doch erst: Den rechten Augenblick nützen ist alles.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Bereit und aufrichtig.
i] Wahlspruch Calvins
la] Prompte et sincere.

Bereite (d. i. mach) im Winter Räder, dann kannst du im Sommer fahren.
Estland

Bereite der Henne ein Nest, und sie wird Eier für dich legen.
Portugal

Bereite dich aufs Unheil vor, noch ehe du in der Knospe bist.
China

Bereite Hand lobt alles Land.

Bereite Honig, mein Sohn, sei aber nicht so verliebt darein, dass du ihn selber issest.
Russland

Bereits halten sich die Schandtaten nicht mehr heimlich, sie treten vor jedermanns Augen auf, und die Schlechtigkeit ist so öffentlich geworden und hat sich in eines jeden Brust so gewaltig gemacht, dass die Unschuld nicht etwa nur eine Seltenheit geworden, sondern gar nicht mehr zu finden ist, denn hat wohl etwa nur der eine oder der andre das Gesetz durchbrochen? Von allen Seiten, wie auf ein verabredetes Zeichen, haben sie sich erhoben, um Recht und Unrecht eins zu machen.
Seneca, Drei Bücher über den Zorn

Bereits mit der Geburt geht man seinem Vaterlande gegenüber eine Schuld ein, von der man sich niemals ganz befreien kann.
Montesquieu, Geist der Gesetze

Bereitung braucht es nicht voran:
Beisammen wind wir, fanget an!
Goethe, Faust I, Studierzimmer
Mephisto Vs 1445

Bereue nie, zu wenig gegessen zu haben.
Estland

Bereuen ist gut, aber nichts Böses tun, ist besser.
Flaubert, an George Sand, 1871

Bereut und wandelt euch.
la] Paenitemini igitur et convertimini.

Berg und Berg kommen nicht zusammen, aber Mensch und Mensch.

Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber die Leute (o. aber gute Menschen wohl).
var] Berg und Berg kommen nicht zusammen, aber Mensch und Mensch.
j-d] Berge kumme' nit zusamme', aber Menschen. Jüdisch-deutsch.
ndt] Barg un Dal begegnen sick nich, äwest wol Minschenkinner. Mecklenburg.
ndt] Bearg un Dal ligget stille, Menskenkinner begiegnet sik wan'er wo. Westfalen (1. Abrechnung wegen Beleidigungen und Rechtsverletzungen ist nie unmöglich. 2. Gleich Große machen selten Gemeinschaft. 3. Wenn entfernte Freunde sich an einem dritten Orte treffen. Dieses Sprichwort gehört zu den ältesten und den am weitesten verbreiteten. Es war besonders in chaldäischer Sprache gebräuchlich: "Turo beturo lo poga, enosch béenosch poga.". Das Sprichwort gilt von dem unvermuteten Zusammentreffen zweier Personen, die lange Zeit fern von einander gelebt haben.
en] Friends may meet, but mountains never greet.
en] Mountains do not come nearer to mountains, but men to men.
fr] Deux hommes se rencontrent bien, mais jamais deux montagnes.
fr] Deux montagnes ne se rencontrent jamais (o. point), mais les (o. deux) hommes se rencontrent.
ho] Bergen en dalen ontmoeten elkander niet, maar menschen wel.
it] I monti stanno fermi e le persone camminano.
it] Si riscontrano gli uomini, e non le montagne.
la] Occurrunt homines, nequeunt occurrere montes.
la] Mons cum monte non miscetur.

Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber Menschen.
bay) Berg und Tal kommen net zsamm, aber die Leut.
en] Friends may meet but mountains never greet.
fr] Les hommes se rencontrent et les montagnes non (o. mais non les montagnes).
it] I monti stanno fermi, gli uomini camminano.
la] Occurrunt homines, nequeunt occurrere montes.
sp] Muévense los hombres, mas no los cumbres.

Berg und Tal liegt stille, Menschenskinder mäßigt euch, sagt Tostmann.
ndt] Bârg un Dâl ligget stille, Minschenkinner moitet seck, sagt Tostmann. Hildesheim
i] Moitet seck ist das plattdeutsche möten, sick moten = sich mäßigen, beruhigen, zurückhalten.

Berg und Thal kommt z' sümme, warum sollet d' Leut net z' sümme komme.
Schwaben

Bergab geht's rasch.
i] Sowohl mit dem Vermögen als auch mit Stellungen, die jemand der Gunst verdankt.

Bergab gehts um ein Pferd leichter.

Bergab ist es immer schwerer zu gehen als bergauf.
Estland

Bergab ist es leicht zu gehen.

Bergab leite mich, bergauf schone mich, in der Ebene brauche mich, sagt das (fleißige) Pferd.

Bergab säuberlich, bergan lernts sichs selbs.
Luther

Bergab schieben alle Teufel, bergauf hilft koa Heiliger.

Bergab werden mehr Hasen geschossen als bergauf.

Bergan hat das alte Weib (Hexe) gemietet, bergab fuhr sie selbst.
masur] Pod gora baba nagmała, a z góry sama iech ała.

Bergan legt nur ein Narr den Hemmschuh an.

Bergarbeit ist Rossarbeit.

Bergauf ist eine Last, aber (o. doch) oben süß die Rast.

Bergauf sachte, bergab achte, geradeaus trachte!

Bergauf sachte, bergab achtsam, wo ein gerader Weg, da fahr los.
Estland

Bergauf treib' mich nicht, bergab jag' mich nicht, auf der Ebene schon' mich nicht und im Stall vergiss mich nicht, sagt das Pferd zu seinem Herrn.

Bergauf, bergab ist besser, als müßig in seinen vier Pfählen.

Bergauf, bergab, zuletzt ins Grab.

Bergauf, sachte; bergab, achte; geradaus, trachte!

Bergbau leidet keinen Zwang.
[RSpW]
z] Die alte Regel bewies damals ihr Recht etc. (Die Bergleute wanderten nämlich (im 15. Jahrhundert) infolge unweiser Berggesetze aus)

Berge haben Augen, Wände haben Ohren.
sp] Montes ven, paredes oyen.

Berge kommen nicht zusammen, aber Menschen.
i] 1. Abrechnung wegen Beleidigungen und Rechtsverletzungen ist nie unmöglich. 2. Gleich Große machen selten Gemeinschaft. 3. Wenn entfernte Freunde sich an einem dritten Orte treffen. Dies Sprichwort gehört zu den ältesten und den am weitesten verbreiteten. Es war besonders in chaldäischer Sprache gebräuchlich: Turo beturo lo poga, enosch béenosch poga. Nach Duke's Rabbinischer Blumenlese kommt es auch bei den Arabern vor, wie es sich auch bei den Negern Surinams findet.
pl] Góra z gorą się nie zejdzie, ale człowiek z czło wiekiem się zejść moźe. (Berg kümmen nit zünauf (zusammen), aber Menschen mit Menschen.)

Berge kreißen, doch sieh! Es kriecht eine winzige Maus raus.
la] Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus.
Horatius, Dichtkunst

Berge kumme' nit zusamme', aber Menschen.
Jüdisch-deutsch

Berge leben länger als Könige.
Estland

Berge und Berge begegnen sich nicht, wohl aber Menschen und Menschen.

Berge versetzen (können, wollen).
ho] Met den wil kan men bergen verzetten.

Berge versetzt der Glaube. Jawohl! Die schweren Probleme löst der Glaube nicht auf, sondern er verschiebt sie nur.
Ludwig Feuerbach

Berge werden von Herrn Niemand umgestoßen.

Bergen ist das norwegische Hamburg.

Bergkarikaturen ebensowohl wie Menschenkarikaturen in germanischen Ländern.
Heinrich Heine

Bergleute, Werkleute, ansehnliche Leute.

Bergluft - gesunde Luft, darin die Leute wohl dauern.

Bergluft macht still.
z] Bei uns wird nichts verplaudert, sprach er, Bergluft macht still. Scheffel, Ekkehard III

Bergrecht ist stark, und weder König noch Herzog noch Graf kann dagegen.
i] Unter allen Regalen, d.h. ausschließlichen Rechten des Staats (des Volks, Königs), steht das Bergregal oben an, da sich der Bergbau besonderer Begünstigungen erfreute. Selbst die Rechte der bevorzugtesten Stände mussten ihm gegenüber zurückstehen.
mhd] Dos bergrecht ist stark und noch Künig, noch Hertzog noch graff en kan dagegen.

Bergspitzen verdecken einander vor dem Blick.
Bantu

Bergwerk haben vil ankerens.

Bergwerk und Rollenrecht verliegt sich bei Jahr und Tag.
[RSpW]
i] Wenn jemand den Bergbau eine gewisse Zeit lang, etwa Jahr und Tag, nicht mehr bergordnungsmäßig betrieben hat, so geht sein Berglehn wieder verloren.
mhd] Berchwerk unde stollerechte verlicht sek bi jar unde bi tage.

Bergwerk und Vogelstellen verderben manchen jungen Gesellen.

Bergwerk will haben Verstand und eine treue Hand.
Königshütte

Bergwerke können nicht alle Jahre schütten.

Berichte nicht mehr, denn man dich fraget.

Berlin hat seine gleichgültige Ecke verloren.
i] Auf der Stelle derselben steht jetzt das prächtige Gebäude der Reichsbank, das in drei Straßen hineinschaut. Der Volkswitz nannte sie so, weil auf der einen Seite alles 'Wurst' (bei Niquet) und auf der anderen alles 'Pomade' (bei Nuglisch) war)

Berlin ist auch eine schöne Gegend.
Heine, Himmelfahrt

Berlin] Auch in Berlin war ich im Frühjahr; ein ganz ander Schauspiel! Wir waren wenige Tage da, und ich guckte nur drein, wie das Kind in Schön-Raritäten-Kasten. Aber du weisst, wie ich im Anschaue lebe; es sind mir tausend Lichter aufgegangen Und dem alten Fritz bin ich recht nah worden, da ich hab sein Wesen gesehn, sein Gold, Silber, Marmor, Affen, Papageien und zerrissene Vorhänge, und hab über den großen Menschen seine eignen Lumpenhunde räsonieren hören.
Goethe, An Merck, 5.8.1778

Berlin] Berlin ist vielleicht der einzige Ort, von dem man sagen kann, dass ein Publikum beisammen sei, und um so mehr muss es einen Autor interessieren, wenn er daselbst gut aufgenommen wird.
Goethe, An A. Hirt, 30.1.1798

Berlin] Sie wieder in Berlin zu wissen. Ich lebe dort mehr, als ich sagen kann, und vergegenwärtige mir möglichst das mannigfache Große, was für die Königssadt, für Preußen und für den ganzen Umfang der Kunst und Technik, der Wissenschaft und Geschäftsordnung geleistet und gegründet wird.
Goethe, An Ch. D. Rauch, 20.2.1832

Berliner Kind, Spandauer Wind, Charlottenburger Pferd sind alle drei nichts wert.
ho] Die te Gent is geboren, te Utrecht ligt ter schole en te Luik leert zijn Walsch, is een muitmaker door zijn' hals, en komt gij dan nog wat te kort, zoo moogt gij aanspreken die van Dord.

Berliner] Das Völkchen besitzt viel Selbstvertrauen, ist mit Witz und Ironie gesegnet und nicht sparsam mit diesen Gaben.
Goethe, J. Ch. Lobe, (Juli) 1820

Berliner] Die Berliner Sprachverderber sind doch auch zugleich die einzigen, in denen noch eine nationelle Sprachentwicklung bemerkbar ist, zum Beispiel Butterkellertreppengefalle: das ist ein Wort, wie es Aristophanes nicht gewagter hätte bilden können; man fällt ja selbst mit hinunter, ohne auch nur eine Stufe zu verfehlen.
Goethe, F. Förster, 25.8.1831

Berliner] Es lebt aber, wie ich an allem merke, dort ein so verwegener Menschenschlag beisammen, dass man mit der Delikatesse nicht weit reicht, sondern dass man Haare auf den Zähnen haben und mitunter etwas grob sein muss, um sich über Wasser zu halten.
Goethe, Eckermam, 4.12.1823

Berliner] Schreibe mir so derb als möglich, denn das kleidet euch Berliner doch immer am besten.
Goethe, An Zelter, 19.3.1818

Bern hat schöne Gassen und ein wüstes wildes Land.
i] Ein Bernerischer Schriftsteller meint, dass dies Sprichwort in alten Zeiten entstanden und besonders von der nächst um die Stadt gelegenen Landschaft zu verstehen sei. Auf die Gegenwart passt es nicht mehr, denn die Italiener vergleichen sprichwörtlich das Berner Gebiet sogar mit Mailand.
it] Berno ed il Bernese, vale Milano ed il Milanese.

Bern wird bleiben Herr im Land, es stehe kurz oder lang.
i] Ein Wort, das der Hofnarr Kaiser Rudolfs an diesen richtete, als er 1207 diese Stadt belagerte.

Bern] Den 8ten konnte ich in Bern früh mit dem Perückenmacher nicht fertig werden, suchte Leute auf, die ich nicht fand, und durchstrich bei der Gelegenheit die Stadt, sie ist die schönste, die wir gesehen haben, in bürgerlicher Gleichheit eins wie das andere gebaut, all aus einem graulichen weichen Sandstein, die Egalität und Reinlichkeit drinne tut einem sehr wohl, besonders da man fühlt, dass nichts leere Dekoration oder Durchschnitt des Despotismus ist.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 9.10.1779

Berr sein ne a su ork uff da weecha Quôrk.
Hirschberg
i] Die Sache interessiert uns sehr wenig.
hdt] Wir sind nicht sehr gespannt auf den weichen Quark.

Berr sein noch neh auseinander, soite der Hoan, als der Râgenworm eis Lohch krichn wullte.
Schlesien
hdt] Wir sind noch nicht auseinander, sagte der Hahn, als der Regenwurm ins Loch kriechen wollte.

Berta! Berta!
Ihr zeiget mir das Höchste Himmelsglück,
Und stürzt mich tief in einem Augenblick.
Schiller, Tell 3,2

Bertha mit dem Fuße (oder: mit der langen Nase).

Be-Ruchel bitchu so-ktane.
Jüdisch-deutsch, Warschau
hdt] Etwas sehr deutlich verklausulieren.
i] Die Bibel erzählt, der Patriarch Jakob habe dem Laban erklärt: 'Ich will dir dienen sieben Jahre um Rachel deine Tochter, die kleine!' Und doch wurde Jakob betrogen, weshalb der Volkswitz noch hinzugefügt: 'ün mit a Stückel Licht', damit nicht in der Dunkelheit ein anderer Gegenstand untergeschoben werde.

Beruf und Gaben, auch viel gearbeitet haben, hat nie kein zur Seligkeit erhoben.

Berufsstand geht über Geburtsstand.

Berufung auf die Machtverhältnisse
la] argumentum ad baculum

Berufung auf die Unsinnigkeit
la] argumentum ad absurdum

Berufung ist die Einladung, sich in Gott zu verlieben und diese Liebe unter Beweis zu stellen.
Mutter Teresa

Berüglichs leben ist geldes werd. Biss danckbar dem, der dich geehrt.
la] Bona res quies.
la] Beneficium repende.

Beruhigt euch, ich liebe das Vaterland ebensosehr, wie ihr. Wegen dieser Liebe habe ich dreizehn Lebensjahre

Berühmt zu werden ist nicht schwer,
Man darf nur viel für kleine Geister schreiben;
Doch bei der Nachwelt groß zu bleiben,
Dazu gehört schon etwas mehr,
Als seicht an Geist in strenger Lehrart schreiben.
Gellert, Der unsterbliche Autor

Berühmte Leute von gestern sind morgen schon vergessen.

Berühr nicht Dreck, Dreck beginnt zu stinken.
Estland

Berührst du den Erdboden mit der Hand, sogleich eröffnen sich dir ungeahnte Möglichkeiten, aber zu nützen sind diese nur, wenn man arbeitet, immer wieder arbeitet.
Tammsaare, Wargamäe

Berührt dich eines Ambrahändlers Hand,
So duftet lang' davon noch dein Gewand.
Firdusi, Satire auf Sultan Mahmud

Berührung mit dem Tod, selbst in seiner am wenigsten schrecklichen Gestalt, ist ehrfurchtgebietend und grausig.
Dickens, Ein Besuch in Newgate

Besaget doch das dictum
Cacatum non est pictum.
Bürger, neue hochweltl. deutsche Reime

Besapen Mund sprekt ût Hartensgrund.
Rastede

Besäße der Mensch die Beharrlichkeit, so wäre ihm fast nichts unmöglich.

Beschaffen glück ist vnuersaumpt.
mhd] Beschaffens glück ist unversaumpt.

Beschaffen Glück kann kein Unfall abwenden.

Beschaffen Glück kommt oft und dick.

Beschäftige dich mit Dichtung:
Das spornt dir deinen Geist an.
Sei es schlichte Prosa:
Die labt dich ohne Mühe,
Oder hohe Verskunst:
Sie ist der reinste Genuss.
Otfrid von Weissenburg, Evangelienbuch

Beschäftigt wie die Sau am Sonntage.

Beschäftigt wie eine Maus in den Sechswochen.
Ostpreußen

Beschäftigte Leser sind selten gute Leser.
Wieland, Geschichte der Abderiten

Beschäftigung, nur Beschäftigung, und man ist geborgen, man weiß so lange nichts von sich, als man etwas tut.
Hebbel, Tagebücher, 27. 11.1838

Beschau dir die Frauen nachts oder von weitem oder unter einem Schirm.
Japan

Beschaue dir die Bude, bevor du kaufst.

Beschauliches Leben
la] vita contemplativa

Bescheid bringt gemeines Recht.

Bescheid entrichtet alle Ding.

Bescheid tun.
i] Einen dargebotenen Trunk annehmen.

Bescheiden freue dich des Ruhms,
So bist du wert des Heiligtums.
Goethe, Divan - Buch der Parabeln - Ich sah mit Staunen...

Bescheiden glück kompt alle tag.

Bescheiden glück kompt uber nacht.

Bescheiden ist, wer sich bescheidet, wer bescheiden
Sich lässt und Grenzen ehrt, die ihn von andern scheiden.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Bescheiden wollt' ich sein, säh' ich mich voll geehrt,
Stolz muss ich sein, solang ihr leugnet meinen Wert.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Bescheiden zweifelnd fingst du an
Und stehst am Ziel ein ganzer Mann.
Geibel

Bescheidene Frauen haben an den Ohren noch Augen.

Bescheidene Frauen haben weder Augen noch Ohren.
en] Discret women have (sometimes) neither eyes nor ears.
ho] Eene deugdzame vrouw heeft ooren noch oogen.

Bescheidene Kleider machen bescheiden; pompöse hinterlassen unmerklich ihre Spuren in den Manieren selbst einfacher Personen. Nicht alle Menschen können ihre Kleidung ihren Sitten anpassen, alle jedoch richten ihre Manieren nach ihrer Kleidung.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Bescheidenes Glück kommt alle Tage.

Bescheidenheit - Mantel des Hochmuts.
Carmen Sylva

Bescheidenheit aber ist immer mit Verstellung verknüpft und eine Art Schmeichelei, die um desto wirksamer ist, als sie ohne Zudringlichkeit dem andern wohltut, indem sie ihn in seinem behaglichen Selbstgefühl nicht irre macht.
Goethe, Noten zum Westöstlichen Divan, Buch des Unmuts

Bescheidenheit bei mittelmäßigen Fähigkeiten ist bloße Ehrlichkeit: bei großen Talenten ist sie Heuchelei.
Schopenhauer, Parerga, 2, Aphorismen

Bescheidenheit ein schönes (das schönste) Kleid.
i] (Die wahre Kraft, der wahre Verstand und das wahre Talent sind immer bescheiden.
it] Chi non è discreto non merita rispetto.

Bescheidenheit gehört in gute geschlossene Gesellschaft. Schon in größerer Sozietät steht das Unbescheidne immer im Vorteil, aber Derbheit, ja Grobheit gehört in eine Volksversammlung, wo der Pöbel mitreden will und den man überschreien oder selbst schweigen und sich nach Hause drücken muss.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1398

Bescheidenheit geht über Schönheit.
en] An ounce of discretion is worth a pound of wit.
it] L' onestà e gentilezza sopravanza ogni bellezza.

Bescheidenheit is s Timmste (= Dümmste), wos de krigst, dos nimmste.

Bescheidenheit ist beim Verdienst, was in einem Gemälde die Schatten sind: sie verleiht ihm Leuchtkraft und hebt es heraus.
La Bruyère, Von Verdienst und Wert

Bescheidenheit ist das beste Brot bei jedem Mahle.
la] Modestus esto aeque in jocis ac seriis.

Bescheidenheit ist der Anfang aller Vernunft.
Anzengruber, Einfälle und Schlagsätze (Nachlaß)

Bescheidenheit ist der Anfang echter Höflichkeit.

Bescheidenheit ist der einzige Glanz, den man dem Ruhm hinzufügen darf.
Nach Duclos, Considérations sur les moeurs

Bescheidenheit ist die Mäßigung seiner Ansprüche durch billigere Ansprüche anderer.
Kant, Reflexionen zur kritischen Philosophie

Bescheidenheit ist die Mutter der Tugend.
z] Die Bescheidenheit als man liest, eyn unter aller Tugend ist.
it] La discretezza è madre della virtù.
it] Norma del viver è la discretezza.
la] Qui ipsus se contemnit, in eo est indoles industriae. Plautus

Bescheidenheit ist die Tugend des Hässlichen.

Bescheidenheit ist eigentlich eine gesellige Tugend, sie deutet auf große Ausbildung; sie ist eine Selbstverleugnung nach außen, welche, auf einem großen innern Werte ruhend, als die höchste Eigenschaft des Menschen angesehen wird.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Künftiger Divan - Buch des Unmuts

Bescheidenheit ist eine Dattel, die an der Palme des Reichtums selten reif wird.
Ägypten

Bescheidenheit ist eine Eigenschaft, die die Frauen an einem Liebhaber mehr loben als lieben.
Sheridan, The Rivals

Bescheidenheit ist eine Selbstverleugnung nach außen, welche, auf einem großen inneren Werte ruhend, als die höchste Eigenschaft des Menschen angesehen wird.
Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre

Bescheidenheit ist eine Zier, aber doch weiter kommt man ohne ihr.

Bescheidenheit ist eine Zier, doch besser lebt man ohne ihr.

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.
var] Verborgener Schatz ist nichts wert.
en] Fortune favours the bold.
fr] Il ne faut pas cacher le lumière sous le boisseau.
it] Chi non vuole piedi in collo non si inchini.
it] Fra Modesto non fu mai prior.
sp] Para él que no tiene mesura, toda la calle es suya.

Bescheidenheit ist sein beschieden Teil.
Goethe, Faust II A ll, Gotisches Zimmer (Famulus) Vs 6659

Bescheidenheit ist vertrieben zu Hof.

Bescheidenheit mag eine Tugend sein, aber Schüchternheit ist ein Laster.
England

Bescheidenheit öffnet alle Türen.
pl] Pokora wszędy ujdzie (podlezie).

Bescheidenheit ohne Maß ist verkappter Stolz.

Bescheidenheit und Geduld behält in guter Sache allzeit den Platz.

Bescheidenheit ziemt dem Jüngling.
la] Decet verecundum esse adulescentem.
Plautus, Asinaria

Bescheidenheit ziert den Infanteristen.

Bescheidenheit ziert den Jüngling, aber die Jungfrau ziert sich selber.

Bescheidenheit, Bescheidenheit, verlass mich nicht bei Tische und hilf, dass ich zu jeder Zeit das größte Stück erwische.

Bescheidenheit, das schönste Kleid.
z] Ist bunt dein Rock und neu dein Mieder,
So schlag erst recht die Augen nieder,
Sonst möchten die, so das Kleid betrachten,
Das eitle Mädchen mit Recht verachten.

Bescheidenheit, verlass mich nicht bei Tisch, und gib, dass ich das größte Stück erwisch'.
Scherzhaft

Bescheidenheitel kommt um den Geldbeutel.
i] Nur nicht zu blöde und höflich!

Bescheidentlich, weidenlich.

Bescheidne Hörer, die nicht stören
Für schlechte Redner stets gehören.
sp] A mal hablador discreto oydor.

Bescheidne Wahrheit sprech ich dir.
Wenn sich der Mensch, die kleine Narrenwelt,
Gewöhnlich für ein Ganzes hält:
Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war,
Ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar...
Goethe, Faust I, Studierzimmer
Mephisto Vs 1346f.

Bescheidung und Demut
Führet die Menschen zu dauerndem Glück.
Euripides, Die Bakchen

Beschenke Frauen, ehre sie, sei offen, dienstbar immerhin,
Versuch's mit Gründen, mit Gewalt - du beugst nicht ihren starren Sinn.
Narâjana, Hitopadesa

Beschenken macht Bedenken.

Beschert bleibt wohl, man tu, was man will.

Beschert ding das ist unerwert.

Beschert Glück ist unverwehrt.

Beschert Gott a S'ojcher (Kaufmann), schickt der Tawel (Teufel) a Mäkler.
Jüdisch-deutsch, Warschau (Gegen die Vermittler, die dem Geschäfte oft mehr schaden als nützen)

Beschert Gott das Weib, so beschert er auch den Jungen, sagte der fromme Mann, da betete er vor seiner Frauen Bette.

Beschert Gott den Hasen, so beschert er auch den Wasen (o. Rasen).
i] Segnet er die Ältern mit Kindern, so reicht er auch, was zu ihrer Erhaltung nötig ist, oder: Was er erschafft, das weiß er auch zu erhalten.

Beschert Gott die Pfarre, so gibt er auch die Guarre (Geige, Frau).

Beschert Gott ein Glück, so befinden sich allzeit zwey Unglück darbey.
la] Juxta unum bonum duo mala hominibus distribuit Deus.

Beschert Gott ein stück fleisch, so wils gemeinlich der Teuffel sieden und anrichten.

Beschert Gott einen Kaufmann, so schickt der Dämon einen Makler.
Jiddisch

Beschert Gott Glück und Heil, so wird man frech und geil.

Beschert Gott Glück, es geht nimmer zurück.

Beschert Gott Glück, so brauch's mit klarem (o. rechtem) Blick.

Beschert Gott Glück, so gebrauch's mit Schick.

Beschert ist unverwert.
la] Certum est et inevitabile fatum.

Beschertes Glück ist unversäumt.

Beschertes Glück nimm nie zurück.

Beschick dein aigen Landt, lass frembdes vngewand.

Beschimpf keinen alten Mann, denn auch mancher von uns wird ein Greis.
Altes Testament, Jesus Sirach 8,6

Beschimpf niemals eine Frau, die sündig fällt!
Victor Hugo, Seelendämmerung

Beschimpfungen sind die Gründe jener, die Unrecht haben.
Frankreich
fr] Les injures sont les raisons de ceux qui ont tort.

Beschiss tregt nit für.
i] In dem Sinne: Unrecht Gut gedeihet nicht.

Beschissen is besser als beseegt.
Hirschberg
i] Es ist besser betrogen als beschimpft werden, oder als Schimpf verdienen.

Beschissen Kuh, beschissen Kalb.
ho] Bescheten coe, bescheten calf.
la] Ex vili vacca vitulus vilis generatur.

Beschissen Loch und kurz Hemd, langer Bauch und kurtz Bein, groß Bruch und nichts drein, das stehet nicht fein.

Beschissene Kinder soll man nicht wegwerfen.
i] Äußerer Schmutz ist bald abzuwaschen.
z] Man sagt, das man die beschissne kindt nicht offtmals weggeworffen findt.
z] Kein beschissens kind zu werffen hin, dan es werden auch leut aus jn.
dä] Man kaster ikke barnet bort for det er ureent.
ho] Men moet geene bek .... (besnotte) kinderen wegwerpen, want men weet niet, waar zij nog toe komen kunnen.

Beschissene Lumpen gehören olle ei ê Loch.
Böhmen

Beschissens Heu vnd faules futter, faul Eyer vnd stinckend Butter.

Beschissne Werk und gute Wort sind ärger als Diebstahl und Mord.
la] Fide parum, sed multa vide, nam multa videre, saepe juvat, multum fidere saepe nocet.
la] Fide, sed ante vide, qui fidit, nec bene vidit, fallitur, ergo vide, ne capiare fide.

Beschît di nich, du häst die rein angetogn.
i] Wenn jemand über seine Kräfte hinaus will.
hdt] Bescheiß dich nicht, du hast dich sauber angezogen.

Beschît di nich, eh 't Wâter warm wât.
Jerrentowitz
hdt] Bescheiß dich nicht, ehe das Wasser warm wird.

Beschît di nich, et ös noch kein Wâter opgestellt.

Beschlafen ist gut, aber man muss sich nicht mit der Bettlade fangen lassen.

Beschlägt mit Gold der Jude sein versilbert Tor,
Du glaubst doch nicht, dass er dadurch geadelt wird.
Saadi, Rosengarten

Beschließt er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf.
Schiller, Hoffnung

Beschlüsse reifen haufenweise, und dann werden sie faul.
Petan

Beschmutze nicht den Ort, wo du gegessen hast.
Malaysia
i] Sei dankbar.

Beschmutztes Wasser löscht auch den Durst.
schweiz] B'schissens Wasser löscht au de Durst.

Beschneide dem Adler die Flügel, er bleibt ein Adler.

Beschneide nicht die Habe deines Nächsten.

Beschnittener oder unbeschnittener Jude.
z] Beschneidung ein Diploma ist, das Venus ausstellt manchem Christ.

Beschränke keiner,
Was ihm zu tun notwendig, in der Furcht,
Er stoß auf neidsche Tadler.
Shakespeare, König Heinrich VIII., I, 2 (Wolsey)

Beschränkt sein - gut: den Horizont auf den Arm nehmen.
[ASpW]

Beschränkt und unerfahren, hält die Jugend
Sich für ein einzig auserwähltes Wesen
Und alles über alle sich erlaubt.
Goethe, Tasso A II Sz 5 (Antonio) Vs 1601

Beschränkte haben unbeschränkte Möglichkeiten.

Beschränkten Menschen ist es eigen, dass sie die wenigen Ideen, die in dem engen Kreise ihrer Fassungskraft liegen, mit einer Klarheit ergreifen, die uns in der Schätzung ihres Geistes oft irre macht. Sie sind wie Bettler, die das Gepräge und die Jahreszahl jedes ihrer Kreuzer kennen.
Börne, Fragmente und Aphorismen

Beschreibung des Menschen: Abhängigkeit, Wunsch nach Unabhängigkeit, Bedürfnisse.
Blaise Pascal

Beschütze das Kind wie die Seele, aber schüttle es wie einen Apfelbaum - dann wird aus ihm ein Kind.
Estland

Beschütze mich vor dem Bettler, der reich, und dem Sklaven, der frei wurde.
Arabien

Beschwere dich beim Himmel - er ist weit weg, beschwere dich bei der Erde - sie hört schwer.
Mongolei

beschwerlicher Erfolg
la] curiosa felicitas

Beschwernis ist wie ein rauch in Augen, wie ein Holzapfel in Zähnen.

Beschwernis tun oft weher als Zähn ausbrechen.

Beschwernisse sind dornen, wer sich weiss darvon zu reissen, der hat ein ruhig leben.

Beschwerte Briefe sind willkommen.
i] Von Wertpapieren begleitete. Ein afrikanischer Negerstamm hat das Sprichwort: Leere Briefe gehen nicht an Bord.

Beseelt das Herz: So dürstet es nicht mehr nach Luft, sondern nach Äther.
Jean Paul, Levana

Beseh ich es recht genau, so ist es ganz allein das Talent, das in mir steckt, was mir durch alle die Zustände durchhilft, die mir nicht gemäß sind und in die ich mich durch falsche Richtung, Zufall und Verschränkung verwickelt sehe.
Goethe, An Zelter, 26.3.1816

Beseht die Gönner in der Nähe!
Halb sind sie kalt, halb sind sie roh.
Goethe, Faust, Vorspiel auf dem Theater
Direktor Vs 123

Besenstümpfe nimmt man manchmal auch dann in Gebrauch, wenn keine besseren Besen mehr zu bekommen sind.
Estland

Beser (vor) bewahrt, als beklagt.
ndt] Better bewahret osse beklâget.
fr] Il vaut mieux voir avant, qu'après.
la] Providentia est melior poenitentia.

Besessen ist das Schicksal. An Verrücktheit
Gleicht's nur dem Menschen selbst, denn es springt um,
Ein wankelmütiger Wind, und nimmerdar
Ist einer glücklich, der es einmal war.
Euripides, Die Troerinnen

Besessenheit ist die stärkste Waffe gegen die Trägheit.
Gladkow, Das Birkenwäldchen

Beside versus Besides.
en] Confusing Words

Besiegt sein ist kein Schimpf und stark sein ist kein Ruhm.

Besiegt werden harte Herzen durch weiche Bitten.
Tibull, Elegien

Besiegt werden heisst, einen Sieg davon tragen.

Besiegt, in einem Augenblicke kann
Ruhm, Baldachin und Reich der große Mann
Verlieren, samt des Diademes Schimmer;
Nur nicht den Zauber, welcher ihn erhob,
Der da sein Haupt mit Strahlen licht umwob: -
Stolz seinen Genius bewahrt er immer!
Victor Hugo, Chants du Crépuscule

Besiegte Nationen verlieren ihren Platz im Fortschritt der Welt, weil sie nichts tun können, als danach streben, ihren nationalistischen Wünschen durch Wiedereroberung ihrer nationalen Freiheit ein Ende zu machen.
Shaw, John Bulls andere Insel, Vorwort für Politiker

Besiegtem Volk ist nicht zu trauen.
sd] Wunnet folk kan illa tros.

Besieht man es genauer, so findet sich, dass dem Geschichtsschreiber selbst die Geschichte nicht leicht historisch wird, denn der jedesmalige Schreiber schreibt immer nur so, als wenn er damals dabei selbst gewesen wäre, nicht aber, was vormals war und damals bewegte.
Goethe, Maximen und Reflexionen 651

Besinne dich erst, was deine Schultern tragen können!

Besinnen bringt ersinnen.

Besinnen ist das Beste am Menschen.
ndt] Besinnen ist't beste annen Minschen. Oldenburg
la] Vide quid agas (prima coitio est acerrima).

Besinnen ist't beste annen Minschen.
Oldenburg

Besinnt sich der Bräutigam, besinnt sich auch die Braut.

Besinnt sich der Chachem (o. Chuchem), besinnt sich der Narr.
Jüdisch-deutsch (Oft wird der Kluge vom Dummen überlistet, durch zu viel Bedenken lässt man den rechten Augenblick verstreichen)

Besitz bringt Sorge, Armut hat sie schon.
Russland

Besitz entscheidet alles in der Welt.
Chamisso, Sonette und Terzinen: Tue es lieber nicht

Besitz findet Freunde.
Titus Maccius Plautus, Stichus

Besitz ist Traum, Genuss ein Schaum.

Besitz kann man irgendwo finden, Leben nicht.
tü] Mal bulunur can bulunmaz.

Besitz kühlt ab; doch droht Verlust,
Sprühn aus der Asche neue Flammen.
Paul Heyse, Die schlimmen Brüder, III, 1

Besitz verlockt zur Sünde, und die Anhäufung von Reichtümern entsittlicht den Menschen; nur die einfache Arbeit gibt Glück und Zufriedenheit.
Tolstoj

Besitzansprüche melden sich in Form von Neid an.

Besitze ich etwas, das mir gleichgültig ist? Haben kann ich's, besitzen nicht.
Marie von Ebner-Eschenbach

Besitzen viel reichtum und gut manchem ewigen schaden tut.
z] Unser Herr Gott gibt gemeiniglich Reichtum denen groben Eseln, denen er sonst nichts gönnet.
Luther
la] Diuitiis uti res est aduersa saluti.

Besitzt du Geld, wirst du dich nicht kennen, ohne Geld wird niemand dich kennen.
sp] Con dinero no te conoceras, sin dinera no te conoceran.

Besitzt eine Familie Gold, dann gibt es auch Leute, die es wiegen wollen.
China

Besitztümer sind fliegende Sperlinge, die keinen Platz finden können, sich niederzulassen.
Sumerer

Besoapene Minsken (Menschen) mot me met en Foüer Högge (Heu) iut en Wëe foüren.
Driburg

Besoffen wie eine (Wachholder-) Droßel (Krammetsvogel).
i] Diese Redensart hat ihre Heimat an der provenzalisch redenden Mittelmeerküste von Marseille bis Nizza u.s.w., wo die aus den nördlichem Ländern kommenden Droßeln über die süßen Früchte des Südens (Trauben, Feigen u.s.w.) herfallen und sich namentlich so mit Weinbeeren vollstopfen, dass man den unsichern Flug und die taumelnde Bewegung der Trunkenheit zuschreibt, die von dem Fressen der Trauben herrühren soll.

Besoffen, wie der Pope am Sonntage.

Besonders aber laßt genug geschehn! [auf dem Theater]
Man kommt zu schaun, man will am liebsten sehn.
Goethe, Faust, Vorspiel auf dem Theater
Direktor Vs 89

Besonders aber muss sich nun der Dichter mit den großen Welt-Fort-oder Rückschritten beschäftigen, mit den ernsten Lebensfragen, die die Menschheit bewegen.
Gottfried Keller, Aus dem Tagebuch, 14.7.1843

Besonders auffallend ist die Pedanterie aller unserer kleinbürgerlichen Demokraten ..: Sie alle nennen sich Marxisten, fassen aber den Marxismus unglaublich pedantisch auf. Das Entscheidende im Marxismus haben sie absolut nicht begriffen: nämlich seine revolutionäre Dialektik.
Lenin, Über unsere Revolution

Besonders die Poeten,
Die verderben die Natur.
Goethe, Musen und Grazien in der Mark

Besonders freue ich mich auf den Elefanten [in Faust II], von der Klugheit gelenkt, die Viktoria oben und Furcht und Hoffnung in Ketten an den Seiten.
Goethe, Eckermann, 20.12.1829

Besonders in den letzten zwanzig Jahren musste man große Geduld haben: denn mehrere meiner spätern Arbeiten brauchten zehn und mehr Jahre, bis sie sich ein größeres Publikum unmerklich erschmeichelten, wie denn ja mein Tasso über zwanzig Jahre alt werden musste, ehe er in Berlin aufgeführt werden konnte.
Goethe, An J. F. Rochlitz, 30. 1. 1812

Besonders in der Jugend fixiert sich das Ziel unseres Glückes in Gestalt einiger Bilder, die uns vorschweben und oft das halbe, ja das ganze Leben verharren. Sie sind eigentlich neckende Gespenster: Denn, haben wir sie erreicht, so zerrinnen sie in nichts, indem wir die Erfahrung machen, dass sie gar nichts, von dem, was sie verhießen, leisten.
Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Besonders lernt die Weiber führen!
Es ist ihr ewig Welt und Ach,
So tausendfach,
Aus einem Punkte zu kurieren,
Und wenn Ihr halbweg ehrbar tut,
Dann habt Ihr sie all unterm Hut.
Goethe, Faust I, Studierzimmer (Mephisto) Vs 2023f.

Besonders macht sich das Falsche dadurch stark, dass man es mit oder ohne Bewußtsein wiederholt, als wenn es das Wahre wäre.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Meteore des literarischen Himmels - Usurpation

Besonders mit den Händen solle man ja bei der Probe einer Tragödie keine gemeine Bewegung vornehmen [...]. Ja, sie hielten dafür, dass niemand in Stiefeln probieren solle, wenn die Rolle in Schuhen zu spielen sei.
Goethe, Lehrjahre V,8

Besonders müsse man [als Schauspieler] bei einem Monolog daran denken, dass man nun allein im Rahmen stehe und daher denn Auge des Zuschauers auch allein ausgesetzt sei.
Goethe, H. Schmidt, März 1801

Besonders selten ist aber jene Art von Menschen, welche durch außerordentlich hohe Begabung oder hervorragende Bildung und Gelehrsamkest, oder durch beides ausgezeichnet, zugleich die nötige Zeit gehabt haben, eine angemessene Lebensbahn zu betreten.
Cicero, Drei Bücher von den Pflichten

Besonders warnte er [Goethe den Schauspieler] vor allem Dialekt, wobei er die dem Sachsen eigene offene Aussprache des e, wie geben, leben (in Sachsen oft wie gäben, läben) als ihm besonders gehässig bezeichnete.
H. Schmidt, März 1801

Besonders, wenn die Liberalen
Die Pinsel fassen, kühnlich malen,
Man freut sich am Originalen,
Da zeigt sich uns ein jeder frei:
Er ist von Kindesbeinen tüchtig,
Besieht sich Erd und Himmel richtig,
Sein Urteil ist ihm nur gewichtig,
Die Kunst ist selbst schon Tyrannei.
Goethe, Zahme Xenien IX

Besorg dein Vieh und schon' es auch, das ist der beste Hexenrauch.

Bespei, ün warf a weg.
Jüdisch-deutsch, Warschau (Von unbrauchbaren Sachen, die gerade gut zum Wegwerfen sind. Den Arbeitern entlehnt, die sich in die Hand spucken, bevor sie etwas in Angriff nehmen)

Besprochene Sache ist unterwegs.
Italien

Bessenbinnen un Heie (Hede) spinnen is dat legeste (schlimmste, elendste) Handwerk taum Bräudgewinnen.
Sauerland

Besser (ein) Nachbar an der Wand (Hand), als (ein) Bruder (Freund, Vetter) über Land.
fr] Mieux vaut bon voisin que longue (lointaine) parenté.
fr] Mieux vaut prochain qu'ami lointain.

Besser (ist's,) den Arm brechen als den Hals.
fr] Il vaut mieux perdre le doigt que le main.
it] È meglio esser ferito, che morto.
it] È meglio perder il dito, che la mano.
la] Praestat uni malo obnoxium esse, quam duobus. Aristophanes
un] Inkább lábod, mint nyakod törjön.

Besser (kleiner) Schimpf als (großer) schaden.

Besser (zehnmal) verdorben als einmal gestorben.
z] Ein alt Sprüchwort: besser verdorben sey zehnmal, denn eins gestorben.
jüdisch-deutsch] Besser zehnmuhl verdorben, eider einmal gestorben.
i] Trost für solche, die ihr Vermögen eingebüßt haben. So lange man lebt, soll man die Hoffnung nicht aufgeben, die nur für den Toten nicht vorhanden ist.

Besser a bitter Blatt von Gott, ass a süsses von den Menschen.
Jüdisch-deutsch. Hechingen

Besser a Brot ein Sack als wia a Feder uf m Huat.

Besser a Fliagn aufn Kraut als gar koa Fleisch.

Besser a g'sunder Esel als a krank's Roß.

Besser a Kind as a Koalb, 's loefft an Bauren nich an Hoaber.

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