Weisheiten 34

Allein ein Pergament, beschrieben und beprägt,
Ist ein Gespenst, vor dem sich alle scheuen.
Goethe, Faust I, Studierzimmer (Faust) Vs 1726

Allein ein Schwur drückt mir die Lippen zu,
Und nur ein Gott vermag sie aufzuschließen.
Goethe, Aus Wilhelm Meister - Mignon

Allein ein Weib bleibt stet auf einem Sinn,
Den sie gefaßt.
Goethe, Iphigenie A II Sz 1 (Pylades) Vs 791

Allein Erschlaffung ist das Los einer zu üppigen Verschwendung der Zeugungskräfte.
Forster, Leitfaden zu einer künftigen Geschichte der Menschheit

Allein es ist eine Eigenschaft der Vernunft, dass sie Begierden mit Beihilfe der Einbildungskraft, nicht allein ohne einen darauf gerichteten Naturtrieb, sondern sogar wider denselben erkünsteln kann, welche im Anfange den Namen der Lüsternheit bekommen, wodurch aber nach und nach ein ganzer Schwarm entbehrlicher, ja sogar naturwidriger Neigungen unter der Benennung der Üppigkeit ausgeheckt wird.
Kant, Mutmaßlicher Anfang der Menschengeschichte

Allein freilich verbirgt der Despotismus gern die Schlachtopfer seiner Tyrannei.
W. v. Humboldt, Tagebuch, 9.8.1789

Allein fromm leut hoffen im Übel.
la] In malis sperare bonum, nisi innocens nemo potest.

Allein geht's nicht, sagte die Essig-Tine, als sie gefragt wurde, weshalb sie noch keinen Mann habe.
Werra

Allein getan, allein gebüßt.

Allein gewiss, ich war recht bös auf mich,
dass ich auf Euch nicht böser werden konnte.
Goethe, Faust I, Garten (Margarete) Vs 3177

Allein gib Gott dem Herrn die Ehr', mit deinem Kind sein Reich vermehr.

Allein Gott die ehr, sonst niemand mehr.

Allein Gott führt,
Wenn er nur will, zu seiner Ehre alles
Herrlich hinaus, und sei es noch so sehr
In Schwachheit gezeugt und in Sünden empfangen.
Gerhart Hauptmann, Der arme Heinrich, II, 1 (Benedikt)

Allein gott kann über Land heilen.

Allein Haushalten ist wie der Tod, aber Haushalten zu zweien ist Leben.

Allein ihr [Männer] strebt nach fernen Gütern,
Und euer Streben muss gewaltsam sein.
Ihr wagt es, für die Ewigkeit zu handeln
Wenn wir ein einzig nah beschränktes Gut
Auf dieser Erde nur besitzen möchten
Und wünschen, dass es uns beständig bliebe.
Goethe, Tasso A II Sz 1 (Prinzessin) Vs 1024f.

Allein im Bereich des Bewusstseins ist der Mensch frei, Bewusstsein wiederum ist nur im jeweils gegenwärtigen Augenblick möglich.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1907)

Allein im Grunde ist alles polemische Wirken gegen meine eigentliche Natur, und ich habe daran wenig Freude.
Goethe, Eckermann, 15.5.1831

Allein in der Phantasie des Menschen findet jede Wahrheit ihre wirkende und unbestreitbare Existenz.
Conrad, Bericht über mich selbst

Allein in Kriegszeiten bedarf ein grober Feind auch eines gewaltsamen Gegenstoßes.
Eichendorff, Halle und Heidelberg

Allein ist allein, am besten ist's daheim.
Böhmen

Allein ist besser als mit Schlechten im Verein.
Mit Guten im Verein ist besser als allein.
Friedrich Rückert, Gedichte

Allein ist das beste Fuhrwerk, da ist immer angespannt

Allein ist der Mensch ein unvollkommenes Ding, er muss einen zweiten finden, um glücklich zu sein.
Blaise Pascal

Allein ist der Wolf glücklicher.
Estland

Allein ist der Zustand, in dem sich jeder Nachdenkliche befindet.

Allein ist einem am besten.

Allein ist es besser zu leben als zu neunt.
Estland

Allein ist es gut zu essen, zu zweit gut zu schlafen, in Mengen gut zu arbeiten.
Estland

Allein ist unsicher.
i] Gegen Ehelosigkeit.

Allein kann der Mensch nicht wohl bestehen, daher schlägt er sich gern zu einer Partei, weil er da, wenn auch nicht Ruhe, doch Beruhigung und Sicherheit findet.
Goethe, Maximen und Reflexionen 421

Allein känn män essen, ober nit arbeiten.
Warschau

Allein kann man nicht der Menge widerstehen.
Estland

Allein kann man nichts Großes verrichten.
Estland

Allein kann niemand freveln. [RSpW]
i] Es ist hier von verbrecherischen Angriffen auf den Rechtsfrieden eines anderen die Rede, die, wie Überfälle, nur von einer Anzahl von Leuten ausgeführt werden konnten. Die Zahl derselben ist in den einzelnen Rechten verschieden festgesetzt. In den nordischen Rechten werden fünf Teilnehmer, vier Männer mit ihrem Anführer, angenommen, in anderen germanischen Rechten sieben.

Allein könnte ich vielleicht einmal meinen Posten wirklich aufgeben. Verheiratet wird es nie möglich sein.
Franz Kafka, Tagebücher (1913)

Allein leid ist on neid.

Allein liegen ist am besten.

Allein lügen am besten.

Allein mein oder lass es gar sein.
mhd] Zer werlde mac niht süezers sin dan ein wort daz heizet mîn.
pt] Melhor he o men, que o nesso.

Allein niemand bedachte, dass wir nicht sehen können wie die Griechen und dass wir niemals wie sie dichten, bilden und heilen werden.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,15

Allein schlafen fördert die Wohnungsnot. [ASpW]

Allein sein bringt nur Strafen.
Franz Kafka, Tagebücher 1914

Allein sein ist besser als in schlechter Gesellschaft.

Allein sein müssen ist das Schwerste, allein sein können das Schönste.

Allein sein schickt sich nur für Gott.
Arabien

Allein sein taugt dem Menschen nicht.
Tschechien

Allein singen und allein dreschen ist eine langweilige Arbeit.

Allein singen und allein dreschen ist eine langweilige Arbeit.
ndt] Alloa dreschn und alloa singa - bringt koa Korn und koane Kinda!

Allein Tun, allein büßen.

Allein Tyche [das Zufällige] lässt nicht nach und wirkt besonders auf die Jugend immerfort, die sich mit ihren Neigungen, Spielen, Geselligkeiten und flüchtigem Wesen bald da-, bald dorthin wirft und nirgends Halt, noch Befriedigung findet.
Goethe über seine Gedichte - Urworte - Orphisch - Das Zufällige

Allein Unglück und armut ist vor den Neidhard gut.

Allein verredt sich keins.
la] Tecum habita, et noris, quam sit tibi cutta supellex.
la] Ubi desunt audientes, non inveniuntur detrahentes.

Allein von Brot und kess wird kein gross gesess.

Allein was ist Ehre? Ein Wort. Was ist dieses Wort Ehre? Luft. Eine feine Rechnung!
Shakespeare, König Heinrich IV., 1, 5, 1 (Falstaff)

Allein weise sein.
la] Solus sapit.

Allein wer andre wohl zu leiten strebt,
Muß fähig sein, viel zu entbehren.
Goethe, Ilmenau, am 3. September 1783

Allein wie das rechte Auge.
Russland
i] Einzig und teuer.

Allein wie dem Laufe aller menschlichen Glückseligkeit sich je einmal ein Damm entgegenstellt, der ihn irgendwo zurückdrängt...
Goethe, Wanderjahre III,10

Allein wie der Auerhahn auf der Falz.
i] Alleinsein mit dem Nebenbegriff der Wichtigtuerei und Albernheit.

Allein wie der Fuchs in der Angel.
i] Alleinsein mit dem Nebenbegriff des Sichverlassenfühlens in der Not.

Allein wie der Teufel vor der Frühmesse.
i] Alleinsein mit dem Nebenbegriff unnützer Geschäftigkeit.

Allein wie ein Finger.
Russland und Litauen

Allein wie ein Meilenweiser.
i] Einzeln dastehend.

Allein wie ein Sandkorn im Auge.
Russland
i] Nebenbegriff des Hinderlichseins, Inwegeseins.

Allein wie ein Tropfen in der Rinne.

Allein wie eine verspätete Mohnblume.
Russland

Allein wir selbst betrügen uns so gern
Und ehren die Verworfnen, die uns ehren.
Goethe, Tasso A V Sz 5
Tasso Vs 3336

Allein zu essen ist für einen philosophierenden Gelehrten ungesund.
Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Allein zu sein geziemt nur Gott.
Osmanen

Allein zu sein!
Drei Worte, leicht zu sagen
Und doch so schwer,
so endlos schwer zu tragen.
Adelbert von Chamisso, Gedichte

Allein zu tragen dieses Glück und Elend,
Vermag ich nicht.
Goethe, Iphigenie auf Tauris III,1

Allein, das rechte Burschenherz
Kann nimmermehr erkalten
Im Ernste wird, wie hier im Scherz,
Der rechte Sinn stets walten.
Dr. Eugen Höfling (?), Studentenlied (1825)

Allein: in schlechter Gesellschaft.
Ambrose Bierce

Alleinherrschaft kann nur bestehen, solange ein Volk in Stände zerfällt, welche, in einer unwandelbaren Ordnung übereinandergebaut, die festen Stufen bilden, welche gemählich zum Throne führen.
Börne, Gesammelte Schriften

Alleinsein ist besser als schlechte Gesellschaft.
Irland

Alleinsein schickt sich nur für Gott.
Arabien

Allem Anschein nach haben diese Leute, wenn auch höchst irrigerweise, den Namen Kritiker im wörtlichen Sinne aufgefaßt nämlich so, dass ein wichtiger Teil seines Amtes darin bestünde Lob und Empfehlung auszusprechen und dass ein Kritiker, der nur deshalb liest, um eine Gelegenheit zu Tadel und Vorwurf zu finden, ein so barbarisches Wesen sei wie ein Richter, der sich vornimmt, alle Menschen, die ihm vorgeführt werden, an den Galgen zu bringen.
Swift, Ein Tonnenmärchen

Allem Glauben zugrunde liegt die Empfindung des Angenehmen oder Schmerzhaften in Bezug auf das empfindende Subjekt.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Allem Großen, allem Schönen
Ist des Sängers Herz geweiht.
Schenkendorf, Frauenlob

Allem Leben, allem Tun, aller Kunst muss das Handwerk vorausgehen, welches nur in der Beschränkung erworben wird.
Goethe, Wanderjahre I, 12

Allem stimme ich zu, was mit dir, o Kosmos, übereinstimmt. Nichts kommt mir zu früh oder zu spät, was dir zur rechten Zeit kommt. Alles, was deine Jahreszeiten bringen, ist mir reife Frucht.
Mark Aurel

Allemal derjenige, welcher!
Louis Angely, Das Fest der Handwerker

Allemal heft de Katt e Puckel.

Allemal ihrer drei.
Hannover
i] In dem Sinne: Aller guten Dinge sind drei.

Allemannen hießen wir, jetzt heißen wir füglich Alleweiber.
Johann Gottfried Seume, Apokryphen

Allen denen, die nur beschauen, ist eine theoretische Leerheit gewissermaßen recht willkommen.
Goethe, An Knebel, 15.3.1799

Allen Dichtern fehlt ein Vers.
Italien
it] A tutti i poeti manca un verso.

Allen dingen ein maße geben, ist fürwar das beste leben.
la] Praevalet in cunctis, discreta modestia punctis.

Allen Dingen lässt sich abhelfen, nicht dem Tod.

Allen Frauen, denen die Sitte und die Scham die Befriedigung des Geschlechtstriebes untersagt, ist die Religion als eine geistigere Auslösung erotischer Bedürfnisse etwas Unersetzbares.
Friedr. Nietzsche, Unschuld des Werdens

Allen gefallen bedarf Kunst.

Allen gefallen ist nicht möglich, keinem gefallen ist Tyrannisch und Teuffelisch.

Allen gehört, was du denkst; dein eigen ist nur, was du fühlest.
Soll er dein Eigentum sein, fühle den Gott, den du denkst.
Schiller, Gedichte: Votivtafeln: Das eigene Ideal

Allen Geschlechtern gehört die Erde, jeder hat Anspruch auf alles.
Novalis, Blüthenstaub

Allen Gewalten
zum Trutz sich erhalten,
Nimmer sich beugen,
kräftig sich zeigen
Rufet die Arme
der Götter herbei.
Goethe, Lila A II (Magus)

Allen glauben ist zuviel, keinem glauben zuwenig.
z] Nichts sei schwerer für einen Mann von Verstande, als der Glaube. Barreaux
bm] Zároven zle jest i vsechnem veriti, i nikomu.
la] Utrumque vitium est, et omnibus credere, et nulli. Seneca
pl] Zarównie zle i wszystkim wierzyé, i nikomu.
sp] Quien á todos cree, yerra, quien á ninguno, no acierta.

Allen Gutes tun, aber einem jeden die eigene Verantwortung lassen.
Papst Johannes XXIII., Briefe an die Familie (Bruder Severo), 6. Januar 1948

Allen haftet die Schlechtigkeit der menschlichen Gesinnung an, und die Erfahrung hat nur zu sehr gelehrt, wie wenig ohne Furcht vor Strafe die Menschen durch die getanen Versprechen in ihren Pflichten gehalten werden. Für die Sicherheit muss deshalb nicht durch Verträge, sondern durch Strafen gesorgt werden...
Hobbes, Vom Bürger

Allen ist das Denken erlaubt. Vielen bleibt es erspart.

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