<<< Weisheiten 003 >>>

Aber komisch ist nur das Entgegengesetzte von Nichtkomisch, das ist alles.
Gilbert Keith Chesterton, Heretiker

Aber Lehr und Rede,
Selbst ein Beispiel, wenig will es frommen.
Goethe, Pandora
Prometheus Vs 1070

Aber Leib und Gebein ist nicht zum besten verwahret,
Wenn die geistliche Hand der weltlichen Zügel sich anmaßt.
Goethe, Hermann und Dorothea 6. Gesang Vs 300f.

Aber leider ist selbst das kaum Vergangene für den Menschen selten belehrend...
Goethe, Schriften zur Kunst - Winckelmam und sein Jahrhundert - Vorrede

Aber leiten
Zu dem ewig Guten, ewig Schönen,
Ist der Götter Werk, die laßt gewähren.
Goethe, Pandora
Eos Vs 1085

Aber man fährt wie eine abgeschossene Kanonenkugel über die Erde dahin, und wenn man heimkommt, soll man rings ihre Höhen und Tiefen erkundet haben.
Chamisso, Reise um die Welt

Aber man gelingt gar bald auf dem Wege der Berühmtheit zur Geringachtung derselben.
Goethe, A. G. v. Stroganoff, 1825-1830

Aber man kann studieren, und sich tief in den Irrtum hineinstudieren.
Lessing, Hamburgische Dramaturgie

Aber man kann unmöglich die Wut des hungrigen Magens
Bändigen, welcher den Menschen so vielen Kummer verursacht!
Ihn zu besänftigen, gehn selbst schön gezimmerte Schiffe
Über das wilde Meer,mit Schrecken des Krieges gerüstet.
Homer, Odysse

Aber man kann zweifeln, ob es wohlgetan ist, alle Handlungen der Menschen durch eine Kette von Gesetzen fest zu umgrenzen, so dass sie eine Übertretung nicht mehr wagen.
Comenius, Das einzig Notwendige

Aber man muss wissen, wo man steht und wohin die anderen wollen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 989

Aber man soll Böses mit Gutem vergelten.
en] But we must do good against evil.
Shakespeare, Ende gut, alles gut II, 5

Aber man soll den Gegenteil hören, bevor man ihn richtet.
Goethe, Reineke Fuchs 9. Gesang Vs 79

Aber mein Körper war wie eine Harfe, und ihre Worte und Gebärden waren wie Finger, die über die Saiten strichen.
Joyce, Arabia

Aber mir liegt kein Mädchen nackt genug da.
Martial, Epigramme

Aber mit der Zeit wirst du alt, dann siehst du den Tod. Dann begreifst du, dass nichts - nichts - nichts - nicht Macht noch Ruhm, Reichtum, Genuss oder Schmerzlosigkeit soviel wert sind wie die einfache Fähigkeit zu atmen, wie das einfache Am-Leben-sein - bei aller Qual des Sich-erinnern-müssens und allem Leid durch den unwiederherstellbaren, vernutzten Körper, nur zu wissen, dass man am Leben ist...
Faulkner, Eine Legende

Aber nach Willkür lebend seiner Lust gemäß ist der, welcher dem Sinnengenuss huldigt; und ein heiliges Leben führt der immerdar, welcher an der Überwindung seiner Sinne seine Freude hat.
Mahâbhârata, Buch 14

Aber nicht allein die allgemeinen Tendenzen entscheiden in dem Fortgang der Geschichte: es bedarf immer großer Persönlichkeiten, um sie zur Geltung zu bringen.
L. von Ranke, Weltgeschichte

Aber nicht genug, dass uns die Bühne mit Schicksalen der Menschheit bekannt macht, sie lehrt uns auch gerechter gegen den Unglücklichen sein und nachsichtsvoller über ihn zu richten.
Schiller, Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet

Aber nicht nur der Krieg soll Betten der Ehre aufschlagen, auch der Friede, und dieser umso mehr, da er länger dauert und also mehr Bettfähige finden und machen kann.
Jean Paul, Politische Fastenpredigten

Aber nicht zufrieden, den Arm des Volkes zu entwaffnen, sucht man noch die heiligsten Quellen seiner Kraft durch das Laster zu vergiften. Dies ist der feinste, gefährlichste und abscheulichste Angriff auf die Freiheit.
Büchner, Dantons Tod

Aber nichts ist verloren und verschwunden,
Was die geheimnisvoll waltenden Stunden
In den dunkel schaffenden Schoß aufnahmen.
Die Zeit ist eine blühende Flur,
Ein großes Lebendiges ist die Natur,
Und alles ist Frucht, und alles ist Samen.
Schiller, Die Braut von Messina, 1999/2004 (Chor)

Aber niemals ist das Vaterland liebenswerter als in den Tagen der Not.
Ossietzky, Das boykottierte Vaterland

Aber noch einen schönere Nutzen, der zugleich mit der größten Zufriedenheit verknüpft ist, danken wir dem lebendigen Umgang mit unterrichteten Menschen und der Freimütigkeit dieses Umgangs. Oft ist ein Wink, ein Wort, eine Warnung, ein Beifall, ein Widerspruch zur rechten Zeit fähig, Epoche in uns zu machen...
Goethe, Schriften zur Literatur - Rede bei Eröffnung der Freitagsgesellschaft

Aber noch erhabner ist es, den Menschen zu sehen im Kampf mit seinem Schicksale, wenn er es wagt einzugreifen in den Gang der Weltgeschichte, wenn er an die Erreichung seines Zwecks sein Höchstes, sein Alles. setzt.
Büchner, Kato von Utika

Aber noch gilt es ein grässliches Wagen,
Leben und Blut in die Schanze zu schlagen!
Körner, Bundeslied vor der Schlacht, 12. 5. 1813

Aber noch nicht zufrieden damit, dass sie ihre Kinder nicht mehr stillen, gehen die Frauen in ihren Wünschen sogar so weit, gar keine Kinder mehr zu bekommen: die Folgen davon sind nur zu natürlich. Sind der Mutter ihre Pflichten erst lästig, dann findet man auch bald Mittel, sie gänzlich abzuschütteln... Diese Unsitte, an welche sich noch andere Ursachen der Entvölkerung reihen, deutet uns das Schicksal an, das Europa bevorsteht. Die Wissenschaften, die Künste, die Philosophie und die Sitten, welche es hervorruft und erzeugt, werden es früher oder später in eine Wüste verwandeln.
Rousseau, Emile

Aber nun das Landleben!
Der Mann arbeitet; für wen?, für sein Weib.
Er ruht aus; wo?, bei seinem Weibe.
Er geht in die Einsamkeit; wohin?, zu seinem Weibe.
Er geht in Gesellschaften; wohin?, zu seinem Weibe.
Er trauert; wo?, bei seinem Weibe.
Er vergnügt sich; wo?, bei seinem Weibe.
Das Weib ist ihm alles - und wenn ein Mädchen ein solches Los ziehen kann, wird es säumen?
Heinrich von Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 27. Oktober 1801

Aber nur dem Kampf entsprießt dein Glück im höheren Leben.
E. T. A. Hoffmann, Der goldne Topf

Aber nur der ist ein guter Regent, dem Verfassung, Gesetz und Menschlichkeit heilig sind.
Weber, Demokritos, Der Staat und seine Formen

Aber Nutzen auch nicht, sagte der Bauer, als einer seine Stiefeln borgen wollte und versicherte, es werde kein Schaden daran geschehen.
i] Wird häufig als Erwiderung gebraucht, wenn jemand etwas borgen will und bemerkt, er werde keinen Schaden daran tun.

Aber ohne Arbeit gibt es kein Glück. Die Leidenschaften selber zwingen zu Arbeiten und zu recht harten Arbeiten, die alle Tatkraft der Seele erfordern.
Stendhal, Über die Liebe

Aber ohne Zweifel hat Plato richtig vorausgesehen, dass die Könige nur dann die Ratschläge philosophierender Männer gutheißen werden, wenn sie sich selbst mit Philosophie beschäftigen.
Morus, Utopia

Aber potz Urban's Leiden, was hilft's, wenn keine Kraft hernach folgt.
i] Sankt-Urban ist Schutzpatron der Winzer und Trunkenbolde.
la] Aut minus animi, aut plus potentiae.

Aber Rache ist ein süßeres Gut als das Leben selbst.
var] Rache ist süß.
la] At vindicta bonum vita iucundius ipsa.

Aber Rosen winde genug zum häuslichen Kranze,
Bald als Lilie schlingt silberne Locke sich durch.
Goethe, Elegien II - Hermann und Dorothea

Aber Schlaf ist ein scheuer Vogel geworden,
Schwer zu fangen, zu halten, doch leicht zu morden...
Hesse, Angst in der Nacht

Aber schlecht schläft es sich ohne einen guten Namen und einen kleinen Schatz.
Nietzsche, Zarathustra, I, Von den Lehrstühlen der Tugend

Aber schön ist auch die Zeit des Erwachens, wenn man nur zur Unzeit uns nicht weckt.
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Aber Schöneres ist nichts in der Welt als Neigung durch Vernunft und Gewissen geleitet.
Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten

Aber Schweigen bringet Fülle
Reicheren Vertrauens zurück [...].
Niemand soll und wird es schauen,
Was einander wir vertraut:
Denn auf Schweigen und Vertrauen
Ist der Tempel aufgebaut.
Goethe, Loge - Verschwiegenheit

Aber Schwester, wer wird sich denn mit so schwerem Panzer tragen, sagte die Kröte zur Schildkröte.

Aber seine Gefühle kann man nicht immer auf Neunundneunzig halten. Das ist wie mit der Liebe. In der Jugend überschlägt man sich. Dann führt man eine Ehe, und die Liebe wird ruhiger, aber Freundschaft kommt dazu. Und werden die beiden alt, dann kann es wirklich eine Art Ähnlichkeit werden, eine gemeinsame Existenz in zwei Körpern.
Weisenborn, Der Verfolger

Aber selbst auf ideologischem Gebiet beweisen uns die Ereignisse, dass die große russische Einigung sich ganz und gar nicht um die sozialistische Idee herumvollzog und weiter vollziehen kann, sondern nur um eine Restauration der Idee des Vaterlandes. Jawohl: des Vaterlandes, mit allem, was das mit sich bringt und was, zusammen mit der religiösen Idee, angeblich weggefegt wurde; und Stalin hat das ganz genau verstanden.
André Gide, So sei es

Aber selbst ein guter Gedanke hat wenig Wert, wenn er von einem Flachkopf ausgesprochen wird.
Spengler, Untergang des Abendlandes

Aber selbst heroische Tugend bleibt von der Nachrede böser Zungen nicht verschont.
Swift, Ein Tonnenmärchen

Aber Sie finden kein Wort über Musik [in den Reisenotizen], und zwar deswegen nicht, weil das nicht in meinem Kreise lag.
Goethe, Eckermann, 3.11.1823

Aber Sie werden bei weiterm Leben immer mehr finden, wie wenige Menschen fähig sind, sich auf den Fuß dessen zu setzen, was sein muss, und dass vielmehr alle nur immer das loben und das hervorgebracht wissen wollen, was ihnen selber gemäß ist. Und das waren die Ersten und Besten, und Sie mögen nun denken, wie es um die Meinungen der Masse aussah und wie man eigentlich immer allein stand.
Goethe, Eckermann, 23.3.1829

Aber sie wird kommen, diese Zeit, wo trotz aller List und Aufgebot der Gewalt, die Wahrheit durchdringen und die Herzen des Volkes erfüllen wird, diese Zeit des Volkes, der Armen, und die Herrschaft der Reichen wird zu Ende gehen.
Bettina von Arnim (1785-1859), Armenbuch

Aber sind sie [Liebende] zu zwein, stellt auch der dritte sich ein.
Amor, ja! er schmückt sich mit diesen herrlichen Kränzen.
Goethe, Der neue Pausias und sein Blumenmädchen

Aber sittliche Handlungen zu beurteilen, dazu gibt jedem sein eigenes Gewissen den vollständigsten Maßstab, und jeder findet es behaglich, diesen nicht an sich selbst, sondern an einen anderen anzulegen.
Goethe, Rameaus Neffe, Anmerkungen - Rameaus Neffe

Aber so einfach und so leicht der Gedanke ist [in der Schöpfung], so schwer lassen es sich die Menschen werden, alles zu zerstückeln.
Goethe, S. Boisserée, 3.8.1815

Aber so eingeschränkt ist die Menschheit, dass sie für ihres Daseins Anfang und Ende keinen Sinn hat.
Goethe, Werther 2. Fassung
Alpin

Aber so ist nun einmal der Beruf des Schriftstellers: Fortwährend belauschen wir durch eine Ritze fremdes Leben.
Ehrenburg, Memoiren

Aber so rechtfertig ist der Mensch! wenn er glaubt, etwas Übereiltes, Allgemeines, Halbwahres gesagt zu haben, so hört er dir nicht auf, zu limitieren, zu modifizieren und ab- und zuzutun, bis zuletzt gar nichts mehr an der Sache ist.
Goethe, Werther 1. Buch, 12. August

Aber so sind die Mädchen - 'n dünnes Fell und ein Herz wie'n Hase.
Mark Twain, Tom Sawyers Abenteuer

Aber so sollte es mir immer gehen, dass ich durch Anschauen und Betrachten der Dinge erst mühsam zu einem Begriffe gelangen musste, der mir vielleicht nicht so auffallend und fruchtbar gewesen wäre, wenn man mir ihn überliefert hätte.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,11

Aber so viel ist gewiss, dass außer dem Angeborenen der Rasse sowohl Boden und Klima als Nahrung und Beschäftigung einwirkt, um den Charakter eines Volkes zu vollenden. Auch ist zu bedenken, dass die frühesten Stämme meistenteils von einem Boden Besitz nahmen, wo es ihnen gefiel und wo also die Gegend mit dem angeborenen Charakter der Menschen bereits in Harmonie stand.
Goethe, Eckermann, 2.4.1829

Aber so viel ist gewiss, dass ich eine Oper nur dann mit Freuden genießen kann, wenn das Sujet ebenso vollkommen ist wie die Musik, so dass beide miteinander gleichen Schritt gehen. Fragt ihr mich, welche Oper ich gut finde, so nenne ich euch den Wasserträger [von Cherubim], denn hier ist das Sujet so vollkommen, dass man es ohne Musik als ein bloßes Stück geben könnte.
Goethe, Eckermann, 9.10.1828

Aber so wenig als im Leben des Einzelnen ist es für das Leben der Menschheit wünschenswert, die Zukunft zu wissen.
Jacob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen

Aber so wie es lächerlich wäre, wenn einer das Sehen durch das Hören, das Hören durch das Sehen kompensieren und ersetzen wollte, sich bemühte, die Töne zu sehen statt zu hören: so ist es lächerlich, durch Mathematik die übrigen Erkenntnisarten zu kompensieren und vice versa, so in allen übrigen, oder es wird eine Phantasterei. Daher gibt es jetzt so manche Phantasten, die ohne positive Kenntnisse durch phantastische Kombination dessen, was von jenen öffentlich verlautet, sich das Ansehen tiefer Einsicht in das Wesen eines jeden zu geben wissen.
Goethe, Riemer, 24.7.1807

Aber tief muss uns empören,
Was wir von der Lade lesen -
Welche Gans bist du gewesen,
Dass ein Schwan dich konnt betören.
Heine, Letzte Mythologie

Aber Tugend und Laster, sie unterscheiden die Menschen.
Goethe, Reineke Fuchs 8. Gesang Vs 205

Aber um eine fremde Nation eigentlich zu begreifen, um den Schlüssel zur Erklärung ihrer Eigentümlichkeit in jeder Gattung zu erhalten, ja selbst nur um viele ihrer Schriftsteller vollkommen zu verstehen, ist es schlechterdings notwendig, sie mit eigenen Augen gesehen zu haben.
W. v. Humboldt, an Goethe, 1800

Aber uns alle beherrscht etwas, das untrüglich ist und das keine Eitelkeit und keine Eifersucht zu ihrem Vorteil verdrehen kann: die durch Berechnung und Erfahrung ermittelte Wahrheit!
Sand, Gefährten von der Frankreichwanderschaft

Aber unser Pferd ist ja immer froh, wenn es abgespannt ist, sagte das Mädchen, als die Mutter klagte, sie sei trübe gestimmt, weil sie abgespannt sei.

Aber unsere Gesellschaft nimmt den Charakter des Eigennutzes an und wird dadurch sehr leicht das Gegenteil von dem, was sie sein sollte.
Friedrich Buchholz, Hermes oder Über die Natur der Gesellschaft mit Blicken in die Zukunft

Aber vergangen ja sei das Vergangene!
Homer, Ilias, XVI, 60; XIX, 65

Aber vermag der Maler wohl auszudrücken: Ich liebe?
Goethe, Der neue Pausias und sein Blumenmädchen

Aber vermeidet den Mann, der aus modischem Kult ein Geschäft macht,
der sein lockiges Haar stutzerhaft legt wie ein Geck.
Ovid, Die Liebeskunst

Aber vom [unserm] Jahrhundert kann man dies nicht verlangen [dass dem Reinen alles rein sein soll], ohne Feigenblätter und Tierfelle kommt es nicht aus, und das ist noch viel zu wenig.
Goethe, Wanderjahre III,3

Aber vom Pfaffen kommt der Neid
misstraun, Verdruß und Zwistigkeit
Redt er mir nichts übern Herrn Pater
Er ist im Haus' als wie der Vater
Hat über meine Tochter viel Gewalt
Zeigt ihr wie sie soll werden klug und alt
Und ist ein Mensch von viel Verstand
Hat auch gesehn schon manches Land
Aber bedenkt sie nicht dabei
Wie sehr gefährlich der Pfaff ihr sei?
Goethe, Ein Fastnachtsspiel vom Pater Brey
Würzkrämer, Sibilla, Würzkrämer

Aber von allen politischen Idealen ist der Wunsch, die Menschen glücklich zu machen, vielleicht der gefährlichste.
Popper

Aber von Weihrauch wird man nicht satt. Bloßes Lob allein nützt einem nicht viel; da muss noch etwas Solideres hinzukommen.
Molière, Der Bürger als Edelmann

Aber war im Sumpf von Emmu ertrunken.
Estland

Aber warum sprechen die Männer dieses Wort so oft aus über Wesen, denen sie den ersten Dank des Lebens schuldig sind, und die von der Natur selbst geopfert werden, damit Leben nach Leben erscheine?
Jean Paul, Levana

Aber was braucht man, wenn man jung ist und sich liebhat?
Maxim Gorki, Die Hochzeit

Aber was den Greis entkräftet, das stärkt den Jüngling.
Heinrich Heine, Die romantische Schule

Aber was der Mensch täglich treibt, lässt er sich, wenn er Geschick dazu hat, gefallen, sollte er auch nicht gerade sehen, dass etwas dabei herauskomme. Der Deutsche besonders ist von einer solchen ausharrenden Sinnesart...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III, 12

Aber was genoss ich denn endlich, als ich allein war? Mich selbst, die ganze Welt, alles, was ist, alles, was sein kann, alles, was die sinnliche Welt Schönes und die Gedankenwelt Sichtbares in sich fasst. Ich versammelte um mich her alles, was meinem Herzen schmeicheln konnte, meine Wünsche waren das Maß meiner Freuden.
Jean-Jacques Rousseau, an Malesherbes (26. Januar 1762)

Aber was nützt das Predigen, wenn einer nicht wohltun will.
Diderot, Dies hier ist kein Märchen

Aber weder zu erzählen noch zu beschreiben ist die Herrlichkeit einer Vollmondnacht, wie wir sie genossen, durch die Straßen über die Plätze wandelnd, auf der Chiaja, dem unermeßlichen Spaziergang, sodann am Meeresufer hin und wider. Es übernimmt einen wirklich das Gefühl von Unendlichkeit des Raums. So zu träumen, ist denn doch der Mühe wert.
Goethe, Italienische Reise II, 5.3.1787

Aber wehe einem jeden, der nicht sein Schicksal an dasjenige der öffentlichen Gemeinschaft bindet, denn er wird nicht nur keine Ruhe finden, sondern dazu noch allen inneren Halt verlieren und der Missachtung des Volkes preisgegeben sein, wie ein Unkraut, das am Wege steht.
Keller, Aus dem Tagebuch, 2. 5. 1848

Aber welch ein Unglück, ohne Hoden zu sein!
Voltaire, Candide oder Die beste der Welten

Aber welche Hälfte, sagte die Frau, als ihr die Freundin riet, dem Manne nur die Hälfte zu glauben.

Aber wenn bei hohen Jahren
Sich ein Edler uns gesellt,
O, wie herrlich ist die Welt!
Goethe, An Personen - An den Grafen Kaspar Sternberg

Aber wenn der Krieg da ist, richtet man sich in ihm ein, und man melkt seine Euter. Das Blut fließt, das Geld fließt, und man hat keine Eile, den Strom zum Versiegen zu bringen.
Rolland, Die Vorboten

Aber wenn die Anmut einer herrlichen Gegend uns lindernd umgibt, wenn die Milde gefühlvoller Freunde auf uns einwirkt, so kommt etwas Eigenes über Geist und Sinn, das uns Vergangenes, abwesendes traumartig zurückruft und das Gegenwärtige, als wäre es nur Erscheinung, geistermäßig entfernt.
Goethe, Wanderjahre II, 7

Aber wenn die Großen und Reichen dieser Welt Güter und Rangzeichen austeilen, so hat das Schicksal dem Elenden zum Gleichgewichte den Segen gegeben, nach dem der Glückliche zu geizen nicht versteht.
Goethe, An J. J. Krafft, 23.11.1778

Aber wenn du froh verweilest
Wo ich mir die Welt beseitge,
Um die Welt an mich zu ziehen,
Bist du gleich mit mir geborgen...
Goethe, Divan - Buch Suleika - Einladung

Aber wenn man [im Elsaß] im politischen Sinne sich gern als Franzose betrachtet, so sind doch in jeder anderen Richtung deutsche Kultur und deutsche Sitten überwiegend, und keine der französischen Superstitionen wird jemals dort tiefe Wurzeln schlagen.
Goethe, Schriften z. Lit. Der Pfingstmontag - Nachtrag

Aber wenn man die Unredlichkeit der Deutschen in ihrer ganzen Größe kennen lernen will, muss man sich mit der deutschen Literatur bekannt machen.
Goethe, A. Schopenhauer, 1808/1814

Aber wenn man es genau betrachtet, so wird jede auch nur die geringste Fähigkeit uns angeboren, und es gibt keine unbestimmte Fähigkeit.
Goethe, Lehrjahre VIII,3

Aber wenn man Menschen braucht, ist man genötigt, sich ihnen anzupassen; da es keinen andern Weg gibt, sie zu gewinnen, trifft die Schuld nicht den Schmeichler, sondern den, der die Schmeichelei will.
Molière, Der Geizige

Aber wenn man schon vor jemandem den Buckel krumm und die Stimme sanft macht, dann muss es etwas sein, das einem Respekt beibringt und einen nicht das Gruseln lehrt.
Paul Zech, Die Vögel des Herrn Langfoot

Aber wenn man sich ganz fühlt, und still ist und die reinen Freuden der Liebe und Freundschaft genießt, dann ist durch eine besondere Sympathie jede unterbrochene Freundschaft, jede halbverschiedne Zärtlichkeit wieder auf einmal lebendig.
Goethe, An Anna Catharina Fabricius, 14. 10. 1770

Aber wenn man so genau weiß, was man will, ist man in der Ausführung niemals mit sich selbst zufrieden.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 11.11.1785

Aber wenn schon nicht die ganze Welt den Kommunismus für ihre Sache hält, so ist doch die Sache des Kommunismus die ganze Welt. Der Kommunismus ist keine Spielart unter Spielarten.
Brecht, Ist der Kommunismus exklusiv?

Aber wer darf sich rühmen, genug Erfahrung zu besitzen? Und ist der nie betrogen worden. welcher sich schmeichelte, am besten damit ausgesteuert zu sein?
Diderot, Jacques le fataliste

Aber wer für das Wissen die Augen zumacht, fällt der Eitelkeit und Bravade (Prahlerei) anheim, weil er nicht weiß, dass er in seinem eigenen Busen die Feinde seines Glückes trägt, Begierden und Gelüste, so hält er den für einen großen Mann und Redner, der diesen Gierden und Lüsten schmeichelt.
Adalbert Stifter an Gustav Heckenast, 6. 3. 1849

Aber wer hätte gedacht, dass der alte Mann noch so viel Blut in sich hätte?
en] Yet who would have thought the old man to have had so much blood in him?
Shakespeare, Macbeth V, 1

Aber wer het kein tugent nit,
Kein zucht, scham, er, noch gute sit,
Den halt ich alles adels lär,
Ob joch ein fürst sin vater wer.
Seb. Brant, Das Narrenschiff (1494)

Aber wer keinen Feind hat, verdient keinen Freund.
Seume, Apokryphen

Aber wer kommt früh zu dem Glücke, sich seines eigenen Selbsts, ohne fremde Formen, in reinem Zusammenhang, bewußt zu sein?
Goethe, Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele

Aber wer seinen Autor durchdringt, wird doch auch nach dem, was dieser leistete, bei sich aufrufen können, was jener hätte leisten wollen und sollen. Ich habe wenigstens beim Übersetzen immer so verfahren, will aber nicht behaupten, dass es zulässig sei.
Goethe, An K. F. Streckfuß, 27.1.1827

Aber wer tut dem Kaufmann es nach, der bei seinem Vermögen
Auch die Wege noch kennt, auf welchen das Beste zu haben?
Goethe, Hermann und Dorothea 3. Gesang Vs 79

Aber wer von uns kann sich rühmen, weise zu sein? Die Voraussicht der Menschen ist gering, und ihre Vorsicht wird unaufhörlich vereitelt.
France, Aufruhr der Engel

Aber wer weiß, wie geneigt die Trägheit ist, sich mit der ersten besten Entschuldigung zu begnügen, wird mir verzeihen, wenn die meinige über mich Herr geworden ist, wo ich eine sehr gute zu haben denke.
Locke, Über den menschlichen Verstand

Aber wer, keinen Feind hat, verdient keinen Freund.
Johann Gottfried Seume, Apokryphen

Aber Werte wie Friede und Freiheit sind unteilbar, sie gehören ebenso völlig allen wie jedem einzelnen.
la] At haec individua bona, pax et libertas, ea tam omnium tota quam singulorum sunt.

Aber wie bin ich oft verlästert worden, bei meinen edelsten Handlungen am meisten. Aber das Geschrei der Leute kümmerte mich nichts.
Goethe, F.v.Müller, 31.3.1824

Aber wie das Erhabene von Dämmerung und Nacht, wo sich die Gestalten vereinigen, gar leicht erzeugt wird, so wird es dagegen vom Tage verscheucht, der alles sondert und trennt, und so muss es auch durch jede wachsende Bildung vernichtet werden, wenn es nicht glücklich genug ist, sich zu dem Schönen zu flüchten und sich innig mit ihm zu vereinigen, wodurch denn beide gleich unsterblich und unverwüstlich sind.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,6

Aber wie das mit der Liebe ist: Sie will Seelen haben, die teilnehmen sollen an ihren Wundern,; und sei es auch nur, damit sie den glücklichen Besitzer beneiden.
Welk, Mein Land, das ferne leuchtet

Aber wie jeder, der eine Übeltat begangen, fürchten muss, dass, ungeachtet allen Abwehrens, sie dennoch ans Licht kommen werde, so muss derjenige erwarten, der insgeheim das Gute getan, dass auch dieses wider seinen Willen an den Tag komme.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,9

Aber wie könne denn eine Lektüre, eine Konversation, ein Zusammenleben bestehen, wenn man immer opponieren wolle.
Goethe, F. v. Müller, 24.6.1826

Aber wie soll man die Knechte loben,
Kömmt doch das Ärgernis von oben!
Wie die Glieder, so auch das Haupt!
Weiß doch niemand, an wen der glaubt!
Schiller, Wallensteins Lager 8, Kapuziner

Aber wie sollt' er seinen Rücken
Nach einem halben Hufeisen bücken?
Goethe, Legende vom Hufeisen

Aber wie sollte die Welt sich verbessern? Es lässt sich ein jeder
Alles zu und will mit Gewalt die anderen bezwingen.
Und so sinken wir tiefer und immer tiefer ins Arge.
Goethe, Reineke Fuchs 8. Gesang Vs 158

Aber wie überschritten sie die Nute?
Sachsen
i] Wider die, welche unüberwindbar scheinende Dinge als unüberwindliche Hindernise betrachten. Dies Sprichwort verdankt seine Entstehung einem Vorgang bei der Stadt Zerbst durch die Magdeburger, welche zur Zeit, als Graf Günther von Schwarzburg (1503-45) Erzbischof von Magdeburg war, häufig in Fehde lebten. Die Zerbster sollten durch die Magdeburger eine Züchtigung erhalten. Da die bei der Stadt fließende Nute eben stark angeschwollen war, überließen sich die belagerten Zerbster der Ruhe. Dies benutzten die Magdeburger, indem sie eine '90 Ellen lange, wundersam zu beugende Brücke' durch gute Schwimmer jenseits befestigen ließen, dann hinübergingen und die Zerbster überfielen, da diese an einen solchen Übergang nicht gedacht hatten.

Aber wir ersuchen sämtliche Teilnehmer, eine doppelte Pflicht stets vor Augen zu haben: nicht zu verschweigen was von außen, es sei nun als Person oder Begebenheit, auf sie [die Selbstbiographen] gewirkt, aber auch nicht in Schatten zu stellen, was sie selbst geleistet, von ihren Arbeiten, von deren Gelingen und Einfluss mit Behaglichkeit zu sprechen, die dadurch gewonnenen schönen Stunden ihres Lebens zu bezeichnen, und ihre Leser gleichfalls in eine fröhliche Stimmung zu versetzen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Bildnisse jetzt lebender Berliner Gelehrten

Aber wir haben alle unsere Fehler.
en] But nobody but has his fault.
Shakespeare, Die lustigen Weiber von Windsor I,4

Aber wir können nicht an das Gewissen der Welt appellieren, wenn unser eigenes Gewissen schläft.
Ossietzky, Das besiegte Deutschland

Aber wir sitzen untätig da, ohne zu bedenken, dass, wer selber nichts tut, nicht einmal seinen Freunden zumuten darf, etwas für ihn zu tun, geschweige denn den Göttern.
Demosthenes, Zweite olynthische Rede

Aber wir verschwören uns gar zu gern mit dem Irrtum gegen das Natürlichwahre, so wie wir die Karten mischen, eh' wir sie herumgeben, damit ja dem Zufall sein Anteil an der Tat nicht verkümmert werde, und so entsteht gerade das Element, worin und worauf das Dämonische so gern wirkt und uns nur desto schlimmer mitspielt, je mehr wir Ahnung von seiner Nähe haben.
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV,20

Aber wo der Arzt ist, ist Krankheit. Und wo Krankheit ist, ist der Tod.
Goetz, Dr. med Hiob Prätorius

Aber wo Liebe herrscht, haben wir, die wir eben noch wilde Tiere waren, jetzt Kultur - Kunst und alles Große, dessen wir uns mit Recht rühmen.
Maxim Gorki (1868-1936), Sofa Andrejewna Tolstaja

Aber wozu Reichtümer, durch solche Martern gesammelt,
Da es doch Tollheit ist fürwahr, da es offener Wahnwitz,
Wenn wie ein Armer du lebst, um einmal als Reicher zu sterben?
Juvenal, Satiren

Aber wüßte man schon vorher, was auf einen zukommt - ein Tor, der dann noch weiterleben wollte!
Herzen, Mein Leben

Aber zu den Lebensformen, welche der Sozialismus bietet, gehört auch die einer Härte und Strenge, wie sie sich ihr der Mensch bisher noch nicht unterworfen hat... Von einem solchen 'Zukunftsstaat' wurde bisher wenig gesprochen, vermutlich darum, um die Kleinmütigen, die Bequemen, die Verweichlichten nicht allzusehr abzuschrecken, aber diejenigen, die für den Sozialismus kämpften, ihr Leben wagten..., die wußten darum.
Becher, Das poetische Prinzip

Aber zu höheren, ja zu den höchsten Kunstbetrachtungen wurden wir aufgefordert, indem die Bau- und Bildwerke Griechenlands lebhafter zur Sprache kamen.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1820

Aber zu unserem Glück sind die Beine der Lügen um so kürzer, je dicker sich diese Lügen vollgefressen haben.
Arnold Zweig, Geist und Macht, 1943

Aber zu viel Licht ist zum Sehen ebenso unbequem als zu wenig.
Wieland, Geschichte der Abderiten

Aber zunächst einmal legen Menschen, die an Luxus gewöhnt sind, eine irreführende äußere Schlichtheit an den Tag; sie schätzen den Luxus gering, sie bedienen sich seiner als eines Mittels, er ist nicht Zweck ihres Daseins.
Honoré de Balzac (1799-1850), Der Ehevertrag

Aber, ach! nicht das Sparen allein, um spät zu genießen,
Macht das Glück, es macht nicht das Glück der Haufe beim Haufen,
Nicht der Acker am Acker, so schön sich die Güter auch schließen.
Goethe, Hermann und Dorothea 4. Gesang Vs 181f.

Aber, ein ungeschlachter Schlagbaum vor dem Tore der Erwartung.
Ludwig Bechstein, Arabesken (1832)

Aber, in manchen schweren Augenblicken, in denen sich der Tod schon an meine Kehle krallte, sagte ich mir: wehre dich!
Marchwitza, Treue

Aber, wenn wir aufrichtig sein wollen: Bringt denn die Emanzipation der jungen Mädchen wirklich so viele Gefahren mit sich?
Honoré de Balzac, Die Physiologie der Ehe

Aber, wie gesagt, jedes Gewaltsame, Sprunghafte, ist mir in der Seele zuwider, denn es ist nicht naturgemäß.
Goethe, Eckermann, 27. 4. 1825

Aber
Wenn und Gar sind des Teufels War'.
i] Alle Einschränkungen machen die Aussagen zweifelhaft.

Aberellaschnee isch bess'r, wed'r Schafmist.
Bern

Aberglaube - das heisst bestimmte Formen, die für bestimmte Personen in bestimmter Situation angenehm, und bequem sind.
L. Tolstoi, an N. P. Wagner, 25. 3. 1890

Aberglaube bedeutet Mangel an Selbstvertrauen.
Robert Emanuel Loosen

Aberglaube hat Bohnen in den Ohren.

Aberglaube ist das Kennzeichen eines schwachen Geistes.
Honoré de Balzac

Aberglaube ist der Spleen der Seele.
Pope, Aphorismen

Aberglaube ist die Form der Ehrfurcht, die selbst den Zufall als eine Anordnung höherer Mächte anerkennt.
Carl Ludwig Schleich

Aberglaube ist ein morscher Stab, wer sich darauf stützt, der fällt hinab.
bm] Povĕra jest hůl, kdo jí vĕró, tentĕ vůl.

Aberglaube ist keine Wissenschaft.

Aberglaube ist nämlich die Freigeisterei zweiten Ranges - wer sich ihm ergibt, wählt gewisse ihm zusagende Formen und Formeln aus und erlaubt sich ein Recht der Wahl. Der Abergläubische ist im Vergleich mit dem Religiösen immer viel mehr 'Person' als dieser, und eine abergläubische Gesellschaft wird eine solche sein, in der es schon viele Individuen und Lust am Individuellen gibt. Von diesem Standpunkt aus gesehen, erscheint der Aberglaube immer als ein Fortschritt gegen den Glauben und als Zeichen dafür, dass der Intellekt unabhängiger wird und sein Recht haben will. Über Korruption klagen dann die Verehrer der alten Religion und Religiosität - sie haben bisher auch den Sprachgebrauch bestimmt und dem Aberglauben eine üble Nachrede selbst bei den freiesten Geistern gemacht. Lernen wir, dass er ein Symptom der Aufklärung ist.
Friedr. Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft

Aberglaube und Fanatismus sind nicht nur Geißeln im Gefolge der Religion, sie sind derart unheilbare, eingewurzelte Krankheiten des menschlichen Geistes, dass man ihre Spuren bis in den Bereich des künstlerischen Geschmacks und der reinen Unterhaltung verfolgen kann.
Melchior Grimm, Genie und Mitwelt

Aberglaube und Schwindsucht erben von Geschlecht zu Geschlecht.

Aberglauben ist die Religion der schwachen Geister.
England

Abergläubische lieben Reliquien von Heiligen und Frommen aus demselben Grunde, aus dem sie Gestalten und Bilder begehren, nämlich um ihre Andacht zu beleben und eine kräftige Vorstellung eines solchen Musterlebens zu gewinnen, das sie nachahmen möchten.
Hume, Untersuchungen über den menschlichen Verstand

Aberitenstreiche tun.
i] Törichtes, dummes Zeug tun. - Die Bewohner Abderas in Thrazien waren ihre Dummheit wegen bekannt; vgl. Lucian (um 150) Wie man Geschichte schreiben muss; Christoph Martin Wieland, Abderiten (1774)

Abermal nicht mehr, liebes Kind.

Aberwitz ist keinem nütz.

Aberwitz und Narrenhand malet sich auf jede Wand.
en] He is a fool and ever shall, that writes his name upon a wall.

Abführen und Beichten muss man nicht verschieben.

Abgaben und Steuern sind keine Ehrgeschenke, sondern Pflicht.
dä] Skat og skyld er ingen aeregaer, man en pligt.

Abgebrannt wie ein Mohr.
i] Von allem entblößt sein, besonders vom Geld.
z] Ich bin abgebrannt wie ej Muhr.

Abgebrüht (o. abgestumpft) sein

Abgedankte Soldaten haben Würmer im Gewissen, zerrissene Kleider, zerhackete Leiber, wohlgebrauchte Weiber, ungewisse Kinder, weder Pferd noch Rinder und weder Geld noch Brot im Sack.

Abgefallen, sagte Don Carlos, als seine Leute zu Alfons überliefen.

Abgefallene Blüten lassen ihren Duft zurück. Japan

Abgefeimter als ein Luchs, als Kernessig.

Abgeflossenes Wasser mahlt nicht mehr.
it] Acqua passata non macina più.

Abgegriffen wie ein alter Groschen.

Abgegriffen wie ein Gesangbuch.

Abgegriffen wie ein Sechser.

Abgegriffen wie eine Accisklinke.

Abgegriffen wie eine Badstubentür.

Abgehärtet werden muss die Seele und von den Verführungen der Genüsse weit fern gehalten.
Lucius Annaeus Seneca, Briefe über Ethik

Abgehauene Maien bleiben ein Weil grün, so man sie ins Wasser stellt.
i] Alte Leute sind ihnen zu vergleichen; Arznei und Diät hilft ihnen, aber nicht viel.

Abgehauener Kopf braucht keine Sturmhaube mehr.

Abgehen mit Dampf.

Abgehen ohne Musik.

Abgelegener Wein macht ungelegene Köpfe.

Abgeleitete Wörter treten in die Fußstapfen des Vaters.
var] Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
la] Derivata patris naturam verba sequuntur.

Abgemacht ist abgemacht.

Abgemacht mit großem Knall, sagte der Orgelbauer, als er von der Leiter fiel.
Lausitz

Abgemacht! Sela!
i] Aus französisch 'c'est la'. 'Sela' steht am Ende eines Abschnittes und zur Bezeichnung eines Zwischengesanges in den Psalmen.

Abgemacht, segt Kapler, abgemacht.
Lüneburg

Abgemacht, Seife!
i] Einverstanden! Seife, in der berlinischen Form 'Seefe' (aus französisch 'c'est fait')

Abgemacht, Sela, spricht der Berliner.
la] Factum transactum.

Abgemüht wie eine Accisklinke.

Abgeneigt bin ich dem Indischen keineswegs, aber ich fürchte mich davor, denn es zieht meine Einbildungskraft ins Formlose und Difforme, wovor ich mich mehr als jemals zu hüten habe...
Goethe, An W. v. Humboldt, 22.10.1826

Abgenutzte Mühlsteine und große Manschettenknöpfe sind schwer zu verwenden.

Abgenütztes Werkzeug ehrt den Meister.

Abgeordneter: Bürger, der noch an der Abrundung seines Beamtenstatus arbeitet.
Helmar Nahr

Abgerechnet ist gut bezahlt. (Sofort zahlen ist am besten)

Abgeredet vor der Zeit gibt (o. bringt) nachher keinen Streit.
i] abreden = verabreden

Abgeschiedenheit spannt als Vermögen eines weiblichen, an sich zarten und tiefen Gemüts höher, läutert die Seele und zieht sie ab von den kleinlichen, zerstreuenden Rücksichten, worein Frauen leichter verfallen als Männer.
Wilhelm von Humboldt, an eine Freundin

Abgeschlagen, wie ein Bettelmannsstecken.
la] In turpibus Argus, in disciplinis talpa.

Abgeschlagene Beeren geben wenig Öl.
i] Gewaltmittel bringen keinen Segen.

Abgeschlossne Händel gelten.
Adelbert von Chamisso, Böser Markt

Abgeschnitten Brot hat keinen Herrn.
fr] Pain coupé n'a point de maître.

Abgesehen von Ausnahmen, die ebenso selten wie Naturwunder vorkommen, sind erfolgreiche Politiker in einer Demokratie unsichere und eingeschüchterte Geschöpfe.
Walter Lippmann, in Zivilcourage von John F. Kennedy

Abgesehen von der Zeit, wo Schiller - der arme Schiller, der keine Zeit hatte und keine Zeit ließ - ihn aus der enthaltsamen Scheu vor der Poesie, aus der Furcht vor allem literarischen Wesen und Handwerk hinaustrieb, erscheint Goethe wie ein Grieche, der hier und da eine Geliebte besucht, mit dem Zweifel, ob es nicht eine Göttin sei.
Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Abgesehen von Menschen mit blinder Energie, findet es der Mensch, dieses schöpferische Wesen, nur dann natürlich, den Tod zu bringen, wenn er sich auf diese Weise von ihm befreien kann.
Martí, Der Sozialkrieg in Chikago

Abgesetzt wie ein Coburger Sechser.

Abgesetzt wie ein dänischer Schilling.
Pommern und Mecklenburg
i] Bezieht sich auf eine frühere Reduktion des dänischen Geldes.

Abgesetzte Priester geben die besten Küster.
dä] Man faaer ingen bedre degn end en afsadt præst.

Abgestandene Fisch' will Gott nicht haben auf seinen Tisch.

Abgestumpft sein.
en] To have one's feelings blunted.

Abgetakelt sein.
i] Ungepflegt aussehen, alt und gebrechlich.

Abgetrennt vom Leibe, gedeiht kein lebendes Glied mehr; Menschen, von Menschen getrennt, sind ein entfallenes Haar.
Herder, Blumenlese aus morgenländischen Dichtern

Abgetrieben wie ein altes Droschkenpferd.

Abgetriebene Ochsen geben zähes Fleisch.

Abgeviert wie ein Burghauser Würfel.
i] Geviaren heisst : zubereiten, tüchtig machen.

Abgeviert wie ein Würfel.
i] Tüchtig, zubereitet, erfahren.
la] Homo quadratus.

Abgewickelt werden.
en] To be shut down. - To be closed down (Firmen, Unternehmen). - To be wound up (nur GmbHs und AGs). - To be laid off, sacked , fired , made redundant.

Abgötterei ist ein natürlich Erbe.

Abgötterei ist Gottesgespei und bringt Jammer mancherlei.
ndt] Abgötterey ist Gottes Gespey und bringt immer mannicherley.

Abgötterei und Blutdurst laufen allezeit miteinander.
ndt] Abgötterey und Blutdurst buffen allzeit miteinander.

Abgötterei und Gleissnerei will allweg schön sein.
ndt] Abgötterey und gleissnerey will allweg schön sein.

Abgunst bringt manchen hohen Mann zum Fall.

Abgunst hebt auch den reichen Mann aus dem Sattel.

Abgunst richt selten Gutes an.

Abgunst verfolgt nicht die Toten.

Abgunst verzehrt Mark und Bein.

Abhängig: auf die Großmut eines anderen angewiesen, da ohne Druckmittel.
Ambrose Bierce

Abhängigkeit erniedrigt nur den schöpferischen Geist und beläßt den gemeinen in seiner ursprünglichen Erbärmlichkeit.
Goldsmith, Der Weltbürger

Abhängigkeit ist das Los der Frauen, Macht ist, wo die Bärte wachsen.
Molière, Die Schule der Frauen

Abhängigkeit ist heiser, wagt nicht, laut zu reden.
en] Bondage is hoarse and may not speak aloud.
Julia in Shakespeare, Romeo und Julia 2, 2 (Schlegel)

Abhängigkeiten? Ja! Durch Liebe, aber nicht durch Furcht.
Gerhart Hauptmann, Aufzeichnungen

Abia
i] Zauberwort in Formeln wie 'abia, obia, sabia' oder 'abia, dabia, fabia' u.ä. Die Formel wird zu sicherem Schuß auf den Flintenlauf geschrieben oder auf einen Stock, um jemand aus der Ferne zu prügeln.

Abibeudln wie da Hund Fleh.
Oberösterreich (Etwas, z.B. eine Rüge, abschütteln)

Abkratzen.
i] Sterben.
en] To kick the bucket. - To snuff it. - To peg out (dated).

Ablass gen (o. nach) Rom tragen.
i] Etwas sehr Überflüssiges tun. Von einfältigen Menschen, die sich mit einer Angelegenheit an einen möglichst unpassenden Ort wenden. Rom war der Ort, von dem aus der Verkauf des Ablasses geschäftsmäßig ins Werk gesetzt wurde.

Ablass in Bern holen und kein Geld mitbringen.
Schweiz

Ablass ist ein göttlich Betrügen.

Ablass und Arznei soll man auf gleiche Weise brauchen.
i] Jener ist überflüssig und diese nur in kleinen Gaben zu empfehlen.

Ablassbriefe sind Melkbriefe.

Ablehnung ist eine Antwort, sie ist möglicherweise oft eine ehrlichere Antwort als der Beifall, der rein ästhetisch wertet und Vogel-Strauß-Politik treibt.
Alfred Döblin, Arnolt Bronnen: 'Vatermord'

Abnehmen und sterben.
Nach 1. Mos. 25, 8

Abneigung - das Gefühl, das man für einen Teller empfindet, nachdem man ihn gelehrt hat, Madame.
Ambrose Bierce

Abneigung, verbunden mit der Erwartung eines durch den Gegenstand bewirkten Schadens, ist Furcht.
Thomas Hobbes, Leviathan

Abraham darf den Sohn wohl binden, aber nicht schlachten.

Abraham
i] 1. Der biblische Erzvater, der gemäß der Legende 1000 Jahre nach dem Sündenfall den von Gott ausgerissenen und auf die Mauer des Paradieses geworfenen Baum der Erkenntnis fand und ihn in seinen Garten pflanzte, worauf eine Stimme ihm verkündete, dass dies der Baum sei, an dessen Holz der Heiland werde gekreuzigt werden.

Abrahams Kinder scheuen das Eis.
ho] De kinderen Abrahams darven zich niet ligt op zwak ijs wagen.

Abrahams Schoß.
Lucas XVI. 22

Abraxas
i] Gottesname; die häufigere Form ist nicht Abraxas, sondern Abrasax. Der Dämon Abrasax ist der Jahresgott; sein Name besteht aus 7 Buchstaben (Tage der Woche) und hat den Zahlenwert 365 (Tage des Jahres)

Abrechnen ist das Ende der Freundschaft.
Irland

Abrechnen ist gut bezahlen (o. bezahlt). [RSpW]
Es wird damit eine Aktiv- und Passivschuld zugleich berichtigt und überdies kann auf diesem Wege ein böser Schuldner noch zur Leistung seiner Zahlung gezwungen werden)

Abrechnung erhält die Freundschaft.
it] Conti spessi amicizia lunga.

Abrechnung ist gute Zahlung.
i] Es wird damit eine Aktiv- und Passivschuld zugleich berichtigt und überdies kann auf diesem Wege ein böser Schuldner noch zur Leistung seiner Zahlung gezwungen werden.

Abrüstung mit Frieden zu verwechseln (o vermengen), ist ein schwerer Fehler.
Winston S. Churchill

Abrüstungskonferenzen erinnern mich immer an den Versuch von Alkoholikern, sich darauf zu verständigen, an einem Tag der Woche ein Glas weniger zu trinken.
Alfred Mechtersheimer

Abrüstungskonferenzen sind die Feuerwehrübungen der Brandstifter.
John Osborne, 1992

Absahnen.
en] To cash in (on sth). - To rake it in. - To make a pretty penny (out of sth).

Absalon war ein Königssohn.
Rottenburg
i] Eine Redensart beim Rülpsen.

Absätze macht der Schuster.
i] Scherzhaft, wenn jemand schluckt.

Absatznagel.
Nürtingen
i] Auch Absatzschuhnagel ist mit Absalon der Text für die Musik eines Rülpses oder Magenseufzers (schwäbisch = Kopper) vom Betreffenden selber beigefügt, während das Auditorium applaudiert: Appel heisst mei Weib und d' Sau will's aischt (erst) net leide.

Abschaffung der Klassenherrschaft, was gleichbedeutend ist mit der Befreiung der Menschheit.
Wilhelm Liebknecht, Nennen Sie mich einen Soldaten der Revolution

Abschaum der Menscheit.
Nach 1. Kor. 4, 13

Abscheuliche Lehren sind diejenigen, welche zum Verbrechen, zum Mord verleiten und Fanatiker hervorbringen.
Jean-Jacques Rousseau, an Erzbischof Beaumont (18. November 1762)

Abscheuliche Schmeichler, allerschlimmster Unheilsborn,
Den zum Geschenk den Königen reicht des Himmels Zorn.
Racine, Phèdre, IV, 6

Abscheulicher! wo eilst du hin?
Was hast du vor in wildem Grimme? (Ah, perfido!)
Lenore in Beethovens Oper Fidelio 1 (1806 und 1814)

Abscheuliches Mädchen, verlasse das Haus!
Wilhelm Busch, Herr und Frau Knopp

Abschied gut, alles gut.

Abschied ist die innigste Form menschlichen Zusammenseins.

Abschied ist immer ein Stückchen Tod.
fr] Partir, c'est toujours un peu mourir.

Abschied nehmen bedeutet immer ein wenig sterben.
fr] Partir, c'est mourir un peu.

Abschied nehmen ist immer schmerzlich, selbst wenn es nur für kurze Zeit ist.

Abschied nehmen, wie das Hündlein von Bretten

Abschiede sind immer traurig, egal was der morgige Tag uns bringt.

Abschiedsstunden sind die feierlichsten.

Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen.
Theodor Fontane, Cécile

Abschlag ist gute Bezahlung.
[RSpW]
i] Abschlagen: eine Schuld durch die andere aufheben, was in den Rechten als Bezahlung angesehen wird, sowohl im römischen als deutschen. Wegen der Vorteile, die sie bietet, hat Karl der Große sogar verordnet, dass jemand, der sich mit einem anderen in Abrechnung einzulassen weigert, seine ganze Forderung verlieren soll.
ho] Abslag is goede betaling.

Abschließendes Urteil: Erster tastender Versuch, eine Sache zu verstehen.

Abschneiden ist leichter als ansetzen.
dä] Bedre at skiere end at saette til.
dä] Bedre for viid kiortel end skarved.

Abschwitzen ist besser als abfaulen.

Absicht ist die Seele der Tat.
i] Der Wille beschleunigt das Vorhaben. Die Absicht ist maßgebend dafür.

absichtlich, vorsätzlich
la] de industria

Absolute Souveränität bleibt, solange sie nicht die der Menschheit ist, der Ursprung von Freiheit.

Absolute Wahrheit ist die gefährlichste aller Lügen.

Absonderliche Einfälle kommen dem Menschen, wenn er keinen Ausweg weiß und sein Wunsch, etwas zu tun, in ihm so mächtig geworden ist, dass Kopf und Herz davon schmerzen. Er aber muß zu Hause sitzen die Hände im Schoß.
Zitat

Absonderung vom Wohltäter ist der eigentliche Undank...
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,8

Abspringen wie die Flöhe.
i] Als beim Oberlandesgericht zu Glogau einst einige Auskultatoren die Verlegung des zweiten Examens nachsuchten, sagte der zur Prüfungscommission gehörende Geheime Rath Merckel: 'Sie springen ja ab, wie die Flöhe.'

Abstieg zur Unterwelt
la] ad inferos descensus

Abstinenzler sind Leute, die vom Verzichten nicht genug bekommen können.

Abstrafen (am Leibe) und dabei schelten, ist zu viel.

Abstrakte Gedanken sind zuletzt auch nichts als - konkrete Wesenheiten; es ist ganz umsonst, das Leben aus dem Leben heraustreiben zu wollen.
Christian Morgenstern, Erkennen

Abstumpfen des Geistes durch Geistreiche.
Goethe, Maximen und Reflexionen

Absurd der Begriff der Klasse, des Industriellen, des Ausbeuters. Es gibt nur Menschen. Die Verkündigung der Kategorien hatte hier schon alles verfälscht.
Antone de Saint-Exupéry, Carnets - Ökonomisches

Absurd ist, wenn ein konfessionsloser Richter einen gottlosen Gauner ins Gebet nimmt.

Absurdität: eine Meinungsäußerung, die der eigenen Ansicht offenkundig widerspricht.
Ambrose Bierce

Abt und Kloster sind ein Ding.
fr] Abbé et couvent ce n'est qu'un, mais la bourse diverse.
ho] Een abt en zijn konvent zijn een, maarde beurzen zijn verschillend.

Äbte und Mönche sind des Teufels täglich Brot.

Abteien sucht man lieber als das viertägige Fieber.

Abteien und Maulwurfshaufen muss man auf keinem Kiesboden suchen.

Äbten und Bischöfen wäre gut Peterle um Kanzel und Altäre säen, sie vertreten ihn nicht.

Abtreibung ist Krieg gegen unschuldige, ungeborene Kinder.
Mutter Teresa

Abtreibung tötet zwei: das Kind und das Gewissen der Mutter.
Mutter Teresa

Abwarten bringt schöne Tage.

Abwarten schlägt den Eilenberg.

Abwarten und Tee trinken!
i] Sei nicht so ungeduldig!

Abwarten, sagt der Amtmann, bis der Teufel ein Loch schlägt.

Abwarten, sagt der Schulmeister, bis der Teufel den Pfaffen holt.

Abwarten, wie der Hase läuft

Abwärts Tyrann, nach oben ein Knecht; Verleumder des Menschen,
Speichellecker des Herrn - voilà des Glaubens Porträt.
Feuerbach, Gedanken über Tod und Unsterblichkeit

Abwechslung ergötzt (o. ist angenehm).
la] Iucunda vicissitudo rerum.
la] Varietas (variatio) delectat.
Nach Euripides u. a.

Abwechslung in den Speisen mehrt den Appetit.
Aretino, Die Gespräche des Pietro Aretino

Abwechslung in der Rede liebt der Türke und der Schwede.
fr] Changement de propos réjouit l'homme.

Abwechslung ist des Lebens Reiz, was freilich jede glückliche Ehe zu widerlegen scheint.
Theodor Fontane

Abwechslung ist die Würze des Lebens.
en] Variety is the spice of life.

Abwechslung ist immer angenehm (o. süß).
Euripides

Abwechslung ist mein Wahlspruch.
fr] Diversité, c'est ma devise.
Lafontaine, le Pâté d'Anguille 4

Abwechslung muss sein, sagte der Hanswurst und fraß die Buttermilch mit der Mistgabel.
ndt] Abwechselung mot sin, seggt de Dîwel, on frett de Bottermelk mött de Müstgawel.
Ostpreußen

Abwechslung nimmt den Überdruss.
en] Variety takes away satiety.

Abwechslung ohne Zerstreuung wäre für Lehre und Leben der schönste Wahlspruch, wenn dieses löbliche Gleichgewicht nur so leicht zu erhalten wäre!
Goethe, Wahlverwandtschaften II, 7

Abwechslung verschafft (o. stärkt den, macht) Appetit.
i] Sie lockt zu neuen Abenteuern.
fr] Changement de corbillon donne appetit de pain benit.
fr] Changment de viande met en appetit.
pl] Odmiana rzeczy słodzi.

Abwechslung verschafft Appetit. England

Abwechslung von Weide macht fette Kälber.
en] Change of pasture makes fat calves.

Abwesend ist kein Freund zu achten,
Der immer für uns denkt und strebt
Und, wie es auch die Zeiten brachten,
Für uns in gleichem Sinne lebt.
Goethe, Inschriften, Denk- und Sendeblätter - 70 - Toast zum akademischen Mittagsmahl am 22. 4. 1820

Abwesend! Nach Florenz abkommandiert, um König von Italien zu sein.
i] So hieß es beim Appell des 1. franz. Zuavenregiments, in welchem Viktor Emanuel bis 1870 als Ehrenkorporal geführt wurde.

Abwesenheit des Vaters ehrt ein guter Sohn.
Goethe, Pandora
Prometheus Vs 430

Abwesenheit dessen, der in staatlichem Auftrag unterwegs ist, darf weder ihm noch einem anderen schaden.
[RSpW]
la] Absentia eius, qui rei publicae causa abest, neque ei neque alii damnosa esse debet.

Abwesenheit ist der Wind, der das kleine Feuer auslöscht und das große anfacht.
Spanien

Abwesenheit ist die Mutter der Enttäuschung.
Spanien

Abwesenheit ist eine Feindin der Liebe.
Spanien

Abwesenheit macht das Herz zärtlicher.
i] Zu Abwesenden ist die Leidenschaft immer hitziger.
en] Absence makes the heart grow fonder.
la] Semper in absentes felicior aestus amantes.

Abwesenheit macht die Liebe schärfer, Gegenwart macht sie stärker. England

Abwesenheit muss man durch Erinnerung ergänzen. Das Gedächtnis ist der Spiegel, in dem wir die Abwesenden erblicken.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Abwesenheit tötet den Liebenden oder die Liebe.
Quitard, Prov. sur les femmes (1861)

Abzug blasen.
i] Vom Streit abmahnen.

Accidentia hol die Pestilenzia.
z] Wenn man mit den Leuten umgehet, wie der Gärtner mit dem Buchsbaum, das sind Accidentia. Wenn man die Untertanen schröpft, wie der Bader eine alte Weiberhaut, wenn man die Handwerker traktirt, wie die Beisszange die Hufnägel, wenn man im Amt so treulich handelt, wie die Maus im Speisegewölbe, wenn man die Ausgabe für die Herrschaft mit einer längern Elle misst, als den Empfang, wenn man keinem Gehör vergönnt, der Opferstock habe denn seine Vision.

Ach Baldrian und Dost, dos hon ech net gewosst.
i] Mit diesen Kräutern und Hexenkraut (Circaea) suchte man früher die Kühe gegen Hexerei zu schützen, indem man sie denselben, wenn sie gekalbt hatten, eingab, oder auch überhaupt damit räucherte, sie in den Stallecken usw. aufsteckte, weil die Hexen davor zurückschrecken sollten. Von einer derselben rühren auch die obigen Worte her, die sie ausrief, als sie zu einem Stelle hineinguckte und die Kräuter gewahr wurde.

Ach Corydon, Corydon, wie hat ein Wahn dich ergriffen!
la] Ah, Corydon, Corydon, quae te dementia cepit.
Vergil, Eclogen II. 69

Ach da wächst, unter anderen schönen Kräutlein, das Stäudlein Mitleiden. Ihr habt es keimen gesehen, und nun trägt es die schönsten Blüten der Liebe, sie stehn in vollem Flor.
Goethe, Götz 1. Fassung A I, Jaxthausen
Marie

Ach du großer Gott, was lässt du für kleine Kartoffeln wachsen.

Ach du grüne Neune!
i] Ausruf der Verwunderung.

Ach du lieber Augustin, Schapköt'l sind kein' Rosien'n.
Pommern

Ach Gott vom Himmel, hätt' ich Tscheschen und Gimmel, hätt' ich Hünern und Dahse, hätt' ich Fröschen und Lahse, hätt' ich Groß-Panken und Klein-Panken, wollt' ich Gott vom Himmel danken.
i] Acht unweit Winzig im Kreise Wohlau gelegene Dörfer

Ach Gott! die Kunst ist lang,
Und kurz ist unser Leben.
Goethe, Faust I, Nacht
Wagner Vs 558
la] Ars longa, vita brevis! Hippokrates

Ach Gott! wie doch mein erster war,
Find' ich nicht leicht auf dieser Welt den anderen.
Goethe, Faust I. Der nachbarin Haus

Ach Gott, ach Gott, seggt Leidig's Lott, all Jahr e Kind on kein Mann!
Insterburg

Ach Gott, ach Gott, wat büst vör'n Gott, nimmst mi de Koh un lettst mi dat Wief.

Ach Gott, ach Not, kein Geld, kein Brot, kein Kleid, kein Schuh, viel Läus', kein Ruh'.

Ach Gott, den Weg möten wi all, säd' de oll Frû, dôr füert de Schinner mit de Koh ût'n Stall.
z] Einer Frau war die Kuh gestorben. Als dieselbe vom Schinder nach der Schindergrub gefährtet ward, sagt sie: was ist da zu tun, wir müssen alle diesen Weg.

Ach Gott, der du die Lilien auf dem Felde kleidest, sagte der Pastor, kleide doch auch meine Frau und Tochter!

Ach Gott, Herr Wenk, helpe se doch, helpe se doch.
Germau, Regierungsbezirk Königsberg, Kreis Fischhausen

Ach Gott, lass dich erbarmen, die Reichen fressen die Armen, der Teufel frisst die Reiche, so werden sie gefressen zugleiche.

Ach Gott, wât is de Welt grôt, säd' de Jung, un sêt achter'n Kohlkopp.
Holstein

Ach Gott, wie geht es immer zu, an arme wischt man stets die schuh.

Ach gott, wie gerne ich wissen wolt, wem ich auf erden vertrauen solt. Wenn einer zu mir spricht: Gott grüße dich! so spricht das Herz: hüte dich!

Ach Gott, wie weh tut Scheiden!
Hat mir mein Herz verwundt.
Clemens Brentano
Achim von Arnim, Des Knaben Wunderhorn
Der traurige Garten

Ach halt an Treu und Ehren,
Mein allerhöchster Schatz,
Und lass dich nit abkehren
Des schnöden Klaffers Schwatz,
Gib ihren falschen Zungen
In deinem Herz kein Platz.
Hans Sachs, Ein schönes Buhllied einer ehrlichen Frau

Ach hätte dich doch deine Mutter aufgegessen und die Hühnchen übriggelassen, die würden wenigstens noch gackern.

Ach Herr, laß dein lieb' Engelein
Am letzten End' die Seele mein
In Abrahams Schoß tragen.
3. Strophe von Martin Schallings (1532-1608) Kirchenlied 'Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr', die J.S. Bach an den Schluß seiner Johannespassion gesetzt hat

Ach ich habe viel zu bedenken, sagte der Schultheiss, da er im Bade saß und nit wusst, ob er gezwagt hatt'.

Ach ich wünschte - hat nie ein Haus gebaut.
Libanon

Ach ihr vernünftigen Leute! Leidenschaft! Trunkenheit! Wahnsinn! Ihr steht so gelassen, so ohne Teilnehmung da, ihr sittlichen Menschen! Scheltet den Trinker, verabscheut den Unsinnigen, geht vorbei wie der Priester und dankt Gott wie der Pharisäer, dass er euch nicht gemacht hat wie einen von diesen. Ich bin mehr als einmal trunken gewesen, meine Leidenschaften waren nie weit vom Wahnsinn, und beides reut mich nicht: denn ich habe in meinem Maße begreifen lernen, wie man alle außerordentlichen Menschen, die etwas Großes, etwas Unmöglichscheinendes wirkten, von jeher für Trunkene und Wahnsinnige ausschreien musste.
Goethe, Werther 1. Buch, 12. August

Ach ja, Herr Amtmann, ja.
i] Ist als Schlusswort einer Gellert'schen Fabel sprichwörtlich geworden, in der es auch seine Erklärung findet.

Ach ja, solange es Tag ist, werden wir schon den Kopf oben behalten, es ist nicht möglich, zu weichen, solange man schafft, aber die Nacht, die große Nacht wird kommen, wo alle Arbeit aufhören muss.
Goethe, Soret, 14.2.1830

Ach könnte man doch Verstand kaufen, und sei er noch so teuer.

Ach lasst uns heut nicht klug sein.
ndt] Last vns heint nicht klug sein.
la] Qui addit scientiam, addit dolorem.

Ach neige,
Du Schmerzensreiche,
Dein Antlitz gnädig meiner Not!
Goethe, Faust, 1 (Gretchen)

Ach so gewiss ist's, dass unser Herz allein sein Glück macht.
Goethe, Werther 1. Buch, 10. August

Ach steigt aufs schönste Dach.
i] Sorgen gibt es überall.

Ach Sünder, wend dich um und lerne Gott erkennen;
Ich weiß, du wirst ihn bald den lieben Vater nennen.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Ach tröstet euch, unser Herrgott hat's g'tan; es ist doch no nit der Verlust von er Chuo.

Ach und Weh über einen schreien (ausrufen).
fr] Il fit de grands hélas.
fr] Crier haro sur quelqu'un.
i] Zeter über jemanden schreien, jemanden festnehmen, indem man haro dabei schreit.

Ach und weh, gibt es aber Mäus' im Bodensee?

Ach und Wehe ist das tägliche Brot in der Ehe.

Ach wär' i Landvogt, wie wett i d' Bure strofe; wie wett i d' Lüt zwinge, dass s'mer müesstid Geld is Hûs bringe; wie wett i d' Lüt bocke ond ene 's Geld onder de Negle vöra drocke.
i] Auch dieser, auf Bedrückung hinausgehende Wunsch hat seine Entstehung in dem alten Landvogtei-Wesen der Schweiz.

Ach wat sall dat lang' Toben, sä' de Frû, har är Mann är väör rûtsloan, hâr s' hinn' wedd'rrinngoan.
i] Was soll das lange Warten, Zögern, Grollen, Sträuben, sagte die Frau, hatte der Mann sie vorn herausgeschlagen, ist sie hinten wieder hineingegangen.

Ach watt, dat sünd Fîsemetenten.
Mecklenburg
i] Ausflüchte, listige Streiche, Chicanen.

Ach welch ein Unterschied ist es, ob man sich oder die andern beurteilt.
Goethe, Wanderjahre II,10

Ach wenn man's noch so gut vertuscht,
Was verpfuscht ist, bleibt verpfuscht.
Cäsar-Flaischlen-Gedenkbuch, 15. März

Ach wer daheimen wer.

Ach wie ist das ein schwere pein, dienen ohn verdienst, arbeiten ohn Lohn, lieben ohn widerlieb.

Ach wie oft sah ich große Kunst und gut Ding im Schlaf, desgleichen mir wachend nit fürkommt.
Albrecht Dürer, Schriftlicher Nachlaß

Ach wie so trügerisch
Sind Weiberherzen.
Verdi, Rigoletto, IV, Canzone

Ach wie trüb ist meinem Sinn,
Wenn ich in der Fremde bin.
Schenkendorf, Muttersprache

Ach wie weit ist der Himmel! Von der Hölle trennt uns nur ein Zaun.
Walachei

Ach wie zackig! Breslau
i] Ironischer Aufruf für: Ach, wie schön! Daher, weil die zackig geschnittenen Säume u.s.w. den Frauen besonders für schön gelten.

Ach wüßtest du, wies Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.
Goethe, Der Fischer

Ach! aus dem Glück entwickelt oft sich Schmerz.
Goethe, Natürliche Tochter A II Sz 3
Hofmeisterin Vs 9176

Ach! der Menge gefällt, was auf den Marktplatz taugt,
Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen;
An das Göttliche glauben
Die allein, die es selber sind.
Hölderlin, Menschenbeifall

Ach! die Erscheinung war so riesengroß,
Dass ich mich recht als Zwerg empfinden sollte.
Goethe, Faust, I, 1 (Faust)

Ach! Die Gattin ist's, die teure,
Ach! es ist die treue Mutter,
Die der schwarze Fürst der Schatten
Wegführt aus dem Arm des Gatten,
Aus der zarten Kinder Schar,
Die sie blühend ihm gebar,
Die sie an der treuen Brust
Wachsen sah mit Mutterlust -
Ach! des Hauses zarte Bande
Sind gelöst auf immerdar:
Denn sie wohnt im Schattenlande,
Die des Hauses Mutter war;
Denn es fehlt ihr treues Walten,
Ihre Sorge wacht nicht mehr;
An verwaister Städte schalten
Wird die Fremde liebeleer.
Schiller, Lied von der Glocke

Ach! Die Rosen welken all'!
Wilhelm Hauff, Reiters Morgengesang

Ach! es ist der Erde Los,
Blühen, tragen und zerfallen.
Justinus Kerner, Gedichte: Vom morschen Baum

Ach! für des Menschen wilde Brust ist keine Heimat möglich...
Hölderlin, Hyperion

Ach! Ich empfinde es mit so lebhaftem Vergnügen, was es ist, etwas Gutes mit reiner Seele, in Einfalt, ohne Rücksicht auf das Urteil der Menschen zu tun.
Lavater, Geheimes Tagebuch, 14.1.1769

Ach! Ich hab' sie ja nur auf die Schulter geküßt.
Millöcker, Der Bettelstudent

Ach! lebt von Schmerzen die Liebe nicht
Und nicht von Liebe das Leben?
Chamisso, Der Klapperstorch

Ach! Luft! Luft! Clavigo!
Goethe, Clavigo A IV, Guilberts Wohnung (Marie)

Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!
Goethe, Der Zauberlehrling

Ach! Schreiben ist geschäftiger Müßiggang, es kommt mir sauer an. Indem ich schreibe, was ich getan habe, ärgere ich mich über den Verlust der Zeit, in der ich etwas tun könnte.
Goethe, Götz A IV, Jaxthausen (Götz)

Ach! Sie war nicht liebenswürdig, sie liebte, und das ist das größte Unglück, das einem Weibe begegnen kann.
Goethe, Lehrjahre V11,7

Ach! So ist der Menschen Geschlecht: wir sehnen und hoffen,
Und das ersehnte Glück wird uns errungen zur Last.
Th. Körner, Erinnerung an Karlsbad 1811

Ach! und es nimmt die Gefahr [...] dem Menschen alle Besinnung...
Goethe, Hermann und Dorothea 1. Gesang Vs 121

Ach! unsre Taten selbst, so gut als unsre Leiden,
Sie hemmen unsres Lebens Gang.
Goethe, Faust I, Nacht (Faust) Vs 632

Ach! Warum, ihr Götter, ist unendlich
Alles, alles, endlich unser Glück nur!
Sternenglanz und Mondes Überschimmer,
Schattentiefe, Wassersturz und Rauschen
Sind unendlich, endlich unser Glück nur.
Goethe, Pandora (Epimeleia) Vs 498f.

Ach! wenn du wärst mein eigen!
Gräfin Hahn-Hahn

Ach! wenn ich nicht gar zu vernünftig wär',
Ich tät mir was zuleide.
Heine, Buch der Lieder: Der arme Peter

Ach! wenn in unsrer engen Zelle
Die Lampe freundlich wieder brennt,
Dann wirds in unserm Busen helle,
Im Herzen, das sich selber kennt.
Goethe, Faust I, Studierzimmer (Faust) Vs 1194f.

Ach! wenn man so in sein Museum gebannt ist
Und sieht die Welt kaum einen Feiertag,
Kaum durch ein Fernglas, nur von weiten,
Wie soll man sie durch Überredung leiten?
Goethe, Faust I, Nacht (Wagner) Vs 530f.

Ach! wer doch wieder gesundete!
Welch unerträgliche Schmerzen!
Wie die Schlange, die verwundete,
Krümmt sichs im eignen Herzen.
Goethe, Zahme Xenien VIII

Ach! wie süß träumt man die frühen Stunden,
Wo man von der Mutterliebe lebt.
Körner, Wiegenlied

Ach! wie unbedeutend erscheint dem Menschen in leidenschaftlichen Augenblicken alles, was ihn umgibt, alles, was ihm angehört!
Goethe, Lehrjahre VIII,2

Ach! zwei liebende Herzen, sie sind wie zwei Magnetuhren, was in der einen sich regt, muss auch die andere mitbewegen, denn es ist nur eins, was in beiden wirkt, eine Kraft, die sie durchgeht.
Goethe, Lehrjahre I,17

Ach!, der Gott in uns ist immer einsam und arm. Wo findet er alle seine Verwandten? Die einst da waren und da sein werden? Wann kommt das große Wiedersehen der Geister? Denn einmal waren wir doch, wie ich glaube, alle beisammen.
Friedrich Hölderlin, Fragment von Hyperion

Ach, alle diese Schriftsteller besitzen nichts als Geist und Kunstfertigkeit.
Voltaire, Der ehrliche Hurone

Ach, allzu lästig scheint, ich weiß es wohl,
Uns unwillkommne Hilfe! Sie erregt
Nur innern Zwiespalt.
Goethe, Natürliche Tochter A IV Sz 3 (Gerichtsrat) Vs 2258

Ach, als ich noch kein Spitzel war,
Welch kreuzerbärmlich Los!
Dreitausend Reichsmark jedes Jahr,
Das macht sich ganz famos.
Karl Henckell, Lockspitzellied

Ach, an der Erde Brust
Sind wir zum Leide da!
Goethe, Faust I, Nacht (Chor der Jünger) Vs 791

Ach, armer Yorik.
i] Hamlets Ausruf aus Akt V, Szene 1
en] Alas, poor Yorik.

Ach, aus dieses Tales Gründen,
Die der kalte Nebel drückt,
Könnt ich doch den Ausgang finden!
Ach, wie fühlt ich mich beglückt!
Schiller, Sehnsucht

Ach, Corydon, Corydon, wie hat ein Wahn dich ergriffen!
la] Ah, Corydon, Corydon, quae te dementia cepit.

Ach, da ich irrte, hatt' ich viel Gespielen;
Da ich dich kenne, bin ich fast allein.
Goethe, Gedichte, Zuneigung (Es handelt sich um die Wahrheit)

Ach, damals, wie oft habe ich mich mit Fittichen eines Kranichs, der über mich hinflog, zu dem Ufer des ungemessenen Meeres gesehnt, aus dem schäumenden Becher des Unendlichen jene schwellende Lebenswonne zu trinken und nur einen Augenblick, in der eingeschränkten Kraft meines Busens, einen Tropfen der Seligkeit des Wesens zu fühlen, das alles in sich und durch sich hervorbringt.
Goethe, Werther 1. Buch, 18. August

Ach, das Fieber ist keine Krankheit, aber die Eifersucht ist eine.
Afrika
ho] Wat de liefde niet ziet, dat grijpt ze.

Ach, das Gefühl auf Kamelrücken gewiegt zu werden! Vor sich einen ganz roten Himmel, ganz braunen Sand, einen flammend hingestreckten Horizont, gewelltes Gelände.
Gustave Flaubert, November

Ach, das ist das Schöne an der Jugend, dass sie mit ebensoviel Hoffnungen operiert wie das Alter mit Erinnerungen...
Suttner, Lebenserinnerungen

Ach, das Leben des Menschen ist, wie jeder Strom, bei seinem Ursprunge am höchsten. Es fließt nur fort, indem es fällt - In das Meer müssen wir alle. Wir sinken und sinken, bis wir so niedrig stehen, wie die andern, und das Schicksal zwingt uns, so zu sein, wie die, die wir verachten.
Kleist, an Adolfine von Werdeck, 28. 7. 1801

Ach, das waren noch Zeiten, als ich noch alles glaubte, was ich hörte.
G. Chr. Lichtenberg

Ach, dass der Liebesgott, so mild im Scheine,
So grausam in der Prob' erfunden wird!
en] Alas that love, so gentle in his view,
Should be so tyrannous and rough in proof!
Shakespeare, Romeo und Julia I,1

Ach, daß der Liebesgott, trotz seinen Binden,
Zu seinem Ziel stets Pfade weiß zu finden!
en] Alas that love, whose view is muffled, still
Should without eyes see pathways to his will!
Shakespeare, Romeo und Julia I,1

Ach, dass der Mensch so häufig irrt und nie recht weiß, was kommen wird.
Wilhelm Busch

Ach, dass der Mensch so häufig irrt
Und nie recht weiß, was kommen wird!
Wilhelm Busch. Zu guter Letzt

Ach, dass der Trug so holde Bildung stiehlt
Und Bosheit mit der Tugend Larve deckt!
en] Ah! that deceit should steal such gentle shapes,
And with a virtuous vizard hide deep vice!
Shakespeare, König Richard III. II, 2

Ach, dass der Unbestand immer das Lieblichste bleibt!
Goethe, Weissagungen des Bakis, Nr. 20

Ach, dass die Einfalt, dass die Unschuld nie
Sich selbst und ihren heilgen Wert erkennt!
Goethe, Faust I, Garten (Faust) Vs 3102

Ach, dass die innre Schöpfungskraft
Durch meinen Sinn erschölle!
dass eine Bildung voller Saft
Aus meinen Fingern quölle!
Goethe, Künstlers Abendlied

Ach, dass die Menschen so unglücklich sind!
Gewiss, ich will für ihn manch Requiem noch beten.
Goethe, Faust I, Der Nachbarin Haus (Margarete) Vs 2941

Ach, dass die Stolzen müssten zuschande werden!
Psalm 119, 78

Ach, dass ein Herz von Frühlingswonne
Stets träumt, wenn ihrer es entbehrt!
Grün, Der letzte Ritter

Ach, dass es doch wie damals wär'!
Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her.
A. Kopisch, Die Heinzelmännchen

Ach, dass Gewerb und Pflicht uns dazu treiben!
Mit wieviel Schmerz verlässt man manchen Ort
Und darf doch nun einmal nicht bleiben!
Goethe, Faust I, Garten (Mephisto) Vs 3086

Ach, dass hienieden nichts dauert, dass das plötzliche Ende desto bittrer ist, je süßer uns die Freude dünkte!
Francesco Petrarca, Petrarca über sich selbst

Ach, dass ich meine armen Kinder so geschlagen, klagte der Bauer, und sie waren des Pfaffen.

Ach, dass ich nicht vergessen mag,
Wie einstens froh die Leute waren!
Froh konnt ein Froher sich gebaren,
Entgegenjauchzt sein Herze wonniglicher Zeit!
Soll das nimmermehr geschehn,
Dann schmerzt mich's, dass ich's je gesehn.
Walther von der Vogelweide

Ach, dass man nicht der Wege zwei zugleich Begehen kann! Indem wir diesen wandern,
Bleibt jener; und auch dieser schien uns gleich,
Weil wir zu sehnlich dachten an den andern.
Johann Georg Fischer, Hüben und Drüben

Ach, dass wir doch, dem reinen stillen Wink
Des Herzens nachzugehn, so sehr verlernen!
Ganz leise spricht ein Gott in unsrer Brust,
Ganz leise, ganz vernehmlich, zeigt uns an,
Was zu ergreifen ist und was zu fliehn.
Goethe, Tasso A III Sz 2 (Prinzessin) Vs 1670f.

Ach, dass wir Menschen nicht, wie die Waldvögelein,
Ein jeder seinen Ton mit Lust zusammen schrein!
Angelus Silesius, Der cherubinische Wandersmann

Ach, dem Landmann ist ein Gatte unentbehrlich. Der Städter mag seiner entbehren, ich will es glauben, das Geräusch der Stadt kann seine geheimen Wünsche unterdrücken, er lernt das Glück nicht vermissen, das er entbehrt. Aber der Landmann ist ohne Gattin immer unglücklich.
Heinrich von Kleist, an Ulrike von Kleist, Mai 1799

Ach, den Lippen entquillt Fülle des Herzens so leicht!
Goethe, Römische Elegien XX

Ach, der Kön'ge hartes Schicksal,
Dass, wenn man sie nicht mehr fürchtet,
Dann nur ihnen Wahrheit spricht! ...
Auch zu andern, andern Zeiten
Sagt man ihnen wohl die Wahrheit;
Aber sie, sie hören nicht.
Herder, Cid, II, 32

Ach, der Liebesschmerz ist der einzige Liebhaber so mancher stillen Mädchenseele...
Gotthelf, Anne Bäbl Jowäger

Ach, der Tugend schöne Werke,
Gerne möcht' ich sie erwischen,
Doch ich merke, doch ich merke,
Immer kommt mir was dazwischen.
Wilhelm Busch, Kritik des Herzens

Ach, der unselige Ehrgeiz, er ist ein Gift für alle Freuden.
Heinrich von Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 10. Oktober 1801

Ach, des Geistes wurde ich oft müde, als ich auch das Gesindel geistreich fand!
Nietzsche, Zarathustra, II, Vom Gesindel

Ach, des Himmels Gründe,
Sandbänke sind sie gegen dieses Auges Tiefen!
Christ. Dietr. Grabbe, Don Juan u. Faust (1829), A. 2, Sz. 1 (Faust)

Ach, des Lebens schönste Feier
Endig auch den Lebensmai,
Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
Reisst der schöne Wahn entzwei!
Schiller, Lied von der Glocke

Ach, die bleiche Wintersonne! Sie ist traurig wie eine glückliche Erinnerung.
Gustave Flaubert, November

Ach, die Elenden, die Kriege führen!
Lukan, Der Bürgerkrieg

Ach, die Erde kühlt die Liebe nicht.
Goethe, Die Braut von Korinth

Ach, die meisten Menschen sind nicht geeignet, nichts zu machen!

Ach, die Menschen sind gar zu albern, niederträchtig und methodisch absurd, man muss so lange leben als ich, um sie ganz verachten zu lernen.
Goethe, F.v.Müller, 11.6.1822

Ach, die Schande, die brennt nur kurz, die Wunde verheilt und tut nicht weh, wenn das Mal auch in Ewigkeit bleibt.
Kraszewski, Gräfin Cosel

Ach, die Welt ist Sterbenden so süß.
Schiller, Elegie auf den Tod eines Jünglings

Ach, die Welt wurde für Männer geschaffen, nicht für Frauen.
Wilde, Eine Frau ohne Bedeutung

Ach, die zärtlichen Herzen! ein Pfuscher vermag sie zu rühren,
Sei es mein einziges Glück, dich zu berühren, Natur!
Goethe, Venezianische Epigramme 77

Ach, diese Armut der Seelen zu zweien! Ach, dieser Schmutz der Seelen zu zweien! Ach, dieses erbärmliche Behagen zu zweien! Ehe nennen sie dies alles, und sie sagen, ihre Ehen seien im Himmel geschlossen.
Friedr. Nietzsche, Also sprach Zarathustra

Ach, diese dumme Gefälligkeit, sobald jemand was will, sagt man ja.
Franziska Gräfin zu Reventlow, Tagebücher

Ach, diese lange tiefe Qual,
Wie dauert sie auf Erden!
Goethe, Sehnsucht

Ach, du armer Zoale.
Schlesien
i] Rufen Frauen aus beim Anblick eines kleinen, sehwächlichen Kindes. Auch Ausdruck des Mitleidens und Erbarmens frierender Bettelkinder.

Ach, du kriegst 'n Dot in de Woten (Waden).
Ukermark
i] Ausruf des Schreckens.

Ach, du liebe Rute, du tust mir viel zu Gute.
i] Aus einer 1540 unter dem Titel: Von den sieben bösen Geistern, welche Küster und Dorfschulmeister regieren, erschienenen Schrift.

Ach, du lieber Augustin, alles ist hin!
Stock ist hin, Rock ist hin, Madl ist hin, Geld ist hin!
Ach, du lieber Augustin, alles ist hin!
Wiener Gassenhauer

Ach, du lieber Gott, gib unserm Herrn ein'n sel'gen (o. bald'gen) Tod, auf dass uns bleibt ein Bissen Brot.

Ach, du meine Güte!
i] Ausruf des Erstaunens, Güte = Gott.
berlinisch] Ach, du dicker Vater! (mit dem Zusatz: Hast du dünne Kinder!). - Ach, du dicke Eiche!

Ach, du, mein Ludewig, komm her und nudle mich.
Pommern

Ach, dürft ich fassen
Und halten ihn
Und küssen ihn,
So wie ich wollt,
An seinen Küssen
Vergehen sollt!
Goethe, Faust I, Gretchens Stube (Gretchen) Vs 3408

Ach, dus is a Schmückler.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Bortenmacher, Posamentier. Euphemistisch für Schwindler, der seine Worte drehen und wenden kann, wie es ihm sein Vorteil gebietet, ungefähr wie die Bortenmacher mit den seidenen Schnüren verfahren.

Ach, einem Mädchen zu traun,
Ist eitel Torheit.
L. da Ponte, Figaros Hochzeit, IV, 22 (Figaro)

Ach, es geschehen keine Wunder mehr!
Schiller, Die Jungfrau von Orleans

Ach, es ist der Erde Los
Blühen, tragen und zerfallen.
Just. Kerner, Vom morschen Baum

Ach, es ist niemandem erlaubt, auf die unwilligen Götter zu vertrauen!
Vergil, Aeneis

Ach, es ist so dunkel in des Todes Kammer,
Tönt so traurig, wenn er sich bewegt
Und nun aufhebt seinen schweren Hammer
Und die Stunde schlägt.
Claudius, Der Tod

Ach, es ist zu spät' sagte die Frau, da ging sie der Knecht beim Leichenzug ihres Mannes um die Heirat an.

Ach, es muss öde und leer und traurig sein, später zu sterben als das Herz - aber noch lebt es.
Heinrich von Kleist, an Caroline von Schlieben, 18. Juli 1801

Ach, es war nicht meine Wahl!
Schiller, Die Jungfrau von Orleans IV, 1

Ach, flüchtig entgleiten die Jahre!
la] Eheu fugaces, Postume, Postume, labuntur anni.
Horaz, Oden

Ach, Freundchen, rede nicht so wild,
Bezähme deine Zunge!
Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt,
Kriegt augenblicklich Junge.
Wilhelm Busch, Schein und Sein: Niemals

Ach, goldne Ruhe, kehre wieder!
Schikaneder, Mozart: Die Zauberflöte, II, 19

Ach, hätt ich fleißiger studiert,
Dem Wein entsagt, der Lust am Weibe,
Gesitteter mich aufgeführt,
Gesichert wären Bett und Bleibe.
Villon, Das Testament

Ach, hätte die Welt nie von Gott gewußt, sie würde glücklicher sein!
Karl Gutzkow, Vorrede zum Neudruck von Schleiermachers Briefen über Schlegels Lucinde

Ach, Herr Pastor, ich verlange nichts dafür, sagte das Mädchen, als er sie fragte, was sie mit ihren Sünden verdient habe.

Ach, himmlischer Gott, was schwindelt man sich alles vor, wenn es ein wenig Frühling ist, sogar, dass die Menschen nicht entsetzlich wären.
Franziska Gräfin zu Reventlow, Tagebücher

Ach, ich Armer!
la] Vae misero mihi!

Ach, ich bin des Treibens müde!
Was soll all der Schmerz und Lust?
Süßer Friede, komm', ach komm' in meine Brust!
Goethe, Wandrers Nachtlied

Ach, ich bin gelaufen, gelaufen und hingefallen, wieder aufgestanden, umgeworfen, wieder aufgesammelt, bis ich da angekommen bin, wo mein Ziel anfängt.
Franziska Gräfin zu Reventlow, Tagebücher

Ach, ich fühl es wohl, wir scheiden
Kaum so schwer von wahren Freuden
Als von einem schönen Traum.
Grillparzer, Ahnfrau, II

Ach, ich fühl es! Keine Tugend
Ist so recht nach meinem Sinn; - Stets befind ich mich am wohlsten,
Wenn ich damit fertig bin.
Dahingegen so ein Laster,
Ja, das macht mir viel Pläsir;
Und ich hab die hübschen Sachen
Lieber vor als hinter mir.
Wilhelm Busch, Kritik des Herzens

Ach, ich habe sie verloren!
Gluck, Orpheus und Eurydike

Ach, ich kann es nicht erreichen,
Und das Herz bleibt ungestillt.
Schiller, Jüngling am Bache

Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!
Ach, das Wort, worauf am Ende
Er das wird, was er gewesen.
Goethe, Der Zauberlehrling

Ach, ich sah den Himmel offen
Und der Sel'gen Angesicht!
Doch auf Erden ist mein Hoffen,
Und im Himmel ist es nicht!
Schiller, Die Jungfrau von Orleans IV, 1

Ach, ihr Götter! große Götter
In dem weiten Himmel droben!
Gäbet ihr uns auf der Erde
Festen Sinn und guten Mut,
O wir ließen euch, ihr Guten,
Euren weiten Himmel droben!
Goethe, Menschengefühl

Ach, in der Ferne zeigt sich alles reiner,
Was in der Gegenwart um nur verwirrt.
Goethe, Tasso A IV SZ 2 (Leonore) Vs 2402

Ach, irdische Größe erlischt wie ein Traum.
Lortzing, Zar und Zimmermann

Ach, Lieb und Treu ist wie ein Traum,
Ein Stündlein wohl vor Tag.
Mörike, Ein Stündlein wohl vor Tag

Ach, Liebe, du wohl unsterblich bist!
Nicht kann Verrat und hämische List
Dein göttlich Leben töten.
Goethe, Der Müllerin Reue

Ach, lieber Herr,
Das Wasser schmeckt mir gar nicht sehr,
Dieweil darin ersäufet sind
All sündhaft Vieh und Menschenkind.
Kopisch, Historie von Noah

Ach, lieber Jänner, sei doch recht kalt und mach' einen Fenner bei Jung und Alt.
Wohlau

Ach, liebste Madam Ludewig, ne, so was dut der Peter nich.
Stettin

<<< operone >>>

DEUTSCH
001 002 003 004 005 006 007 008 009 010 011 012 013 014 015 016 017 018 019 020 021 022 023 024 025 026 027 028 029 030 031 032 033 034 035 036 037 038 039 040 041 042 043 044 045 046 047 048 049 050 051 052 053 054 055 056 057 058 059 060 061 062 063 064 065 066 067 068 069 070 071 072 073 074 075 076 077 078 079 080 081 082 083 084 085 086 087 088 089 090 091 092 093 094 095 096 097 098 099 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 570 571 572 573 574 575 576 577 578 579 580 581 582 583 584 585 586 587 588 589 590 591 592 593 594 595 596 597 598 599
ENGLISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
FRANZÖSISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49
ITALIENISCH
1 2 3 4
LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10