Weisheiten 294

Das Gute ist richtig und vollkommen, unbalbiert und unhalbiert.

Das Gute ist schwach, das Böse ist stark.

Das Gute ist voller Lohn, das Böse voller Pein.
O Mensch, wie soll in dir nicht Höll und Himmel sein?
Fliegende Blätter

Das gute Jahr bringt mehr hervor, als das gut bestellte Feld.
Andalusien

Das Gute kann man wohl unterdrücken, aber nicht erdrücken.

Das Gute klatscht über das Bessere.

Das Gute kommt für alle, das Böse für den, der's sucht.

Das Gute kommt langsam, Böses lässt nie auf sich warten.

Das Gute kompt sawr gnug an, das böss ist (wächst) von ihm selbst auff den Plan.

Das Gute kompt schwer an.

Das gute kompt von Gott, das böss vom Teuffel.

Das gute Kopfkissen sichert den Schlaf.

Das gute Korn kann Unkraut vertragen.

Das gute Korn verträgt das Unkraut.
fr] Le bon blé porte bien l'ivraie.

Das Gute lacht über das Bessere.

Das Gute lässt sich tausendmal leichter reden als tun.

Das gute Leben lässt Vater und Mutter vergessen.
Spanien
sp] Buena vida, padre y madre olvida.

Das Gute lebt allein, das Böse scheint zu leben.
la] Quod vivitur, vita est, probe si vivitur.

Das Gute leidet Not.

Das Gute leidt wohl je not, aber nimmer den tot.

Das Gute lobt mancher und tut's nicht, das Böse tut mancher und sagt's nicht.
dä] Det gode siger man, og giør ei, det onde giør man, og siger ei.

Das Gute lobt sich selbst.
kroat] Dobro se samo hvali.

Das Gute mehrt, das Böse zehrt.
la] Bonum auget, malum minuit. / Wahlspruch von Papst Clemens X.

Das gute Meinen macht manchen weinen.

Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Das gute Pferd will den Sporen und das schlechte doppelt, so will gut Weib und böses den Stock.

Das Gute regnet nicht in den Mund, weil das Arbeiten ist gesund.
dä] Fordi er arbeid godt, godset ei regner i munden.

Das Gute reist mit der Geschwindigkeit einer Schlange. Das Böse hat Flügel.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Das Gute sagt man, aber man tut's nicht; das Böse tut man und sagt's nicht.

Das Gute schelten? - Magst probieren!
Es geht, wenn du dich frech erkühnst,
Doch treten, wenns die Menschen spüren,
Sie dich in Quark, wie dus verdienst.
Goethe, Zahme Xenien V

Das Gute siegt am Ende, doch darf es rühriger Hände.
bm] Dobré nad zlým vítezí.

Das Gute siegt immer über das Böse.

Das Gute soll kommen, woher es will.
sp] Venga el bien, y venga por donde quiere.

Das Gute soll man lassen bleiben und nicht übergüten, sonst verdirbt man's.

Das Gute sprießt aus Leid und Leiden,
Das Leiden fließt aus gütlich tuenden Gütern.
Rückert, Erbauliches und Beschauliches aus dem Morgenlande

Das Gute tu gut, das recht recht.

Das Gute tu und wirf's ins Meer, weiß es der Fisch nicht, weiß es der Herr.

Das Gute tue gut, das Rechte recht.

Das Gute tun ist leicht, selbst Schwachen eine Lust,
Das Böse meiden schwer, Kampf einer Heldenbrust.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Das Gute und die Hinneigung zum Guten folgt aus der Natur selbst, solange darum die Natur verbleibt, kann die Hinneigung zum Guten nicht weggenommen werden, nicht einmal von den Verdammten.
Thomas von Aquin, Über die Wahrheit

Das Gute und Große wird überall nur durch sein Gegenteil offenbar.
Forster, Cook der Entdecker

Das Gute und Wahre, wenn es einmal Wurzel gefaßt hat, kann wohl verfolgt, aber nicht dauernd unterdrückt werden.
Thälmann, an Rosa, 24. 4. 1933

Das Gute vergisset man baldt, das böss gedenckt man.

Das Gute verkauft sich per Unze, das Schlechte per Kilogramm.
Mexiko

Das Gute von gott, das böss vom Teuffel.

Das Gute voran, das böss hinden nach.

Das Gute wächst im Leben nicht wie der Baum allein für sich aus der Wurzel, sondern neben dem Guten wächst auch das Böse empor, und aus dem Bösen lässt die Natur Gutes entstehen.
Menandros, Fragmente

Das Gute wechselseitig teilen, das Böse gegenseitig tragen.

Das gute Weib hat weder Augen noch Ohren.
Apulien

Das gute Wetter reisst bald aus:
Wenn früh rumort und pfeift die Maus,
wenn's Vöglein ängstlich heimwärts zieht
und flink ins Nestchen schlüpft,
wenn Kräh' und Rabe krächzend fliegt,
die Henne im Sande wühlt,
die Taube sich badet
und die Schwalbe über dem Wasser sich wiegt,
wenn der Esel im Grase sich dreht,
und man an den Stichen der Mücke vergeht,
wenn Spinne ihr Netz nicht weiterbaut,
sich verkriecht und es mit dem Rücken anschaut.

Das Gute wird geredt, das böss wird gedacht.

Das Gute wird immer den Sieg über das Schöne behaupten.
Heine, Reisebilder, I: Briefe aus Berlin

Das Gute wird verschwiegen, das Böse sieht man von Mund zu Munde fliegen.

Das Gute wirkt im Stillen.
bm] Tezko jest dobro vídati, ale snadno poznati.

Das Gute wollen ist ein Fortschritt, das Böse wollen ein Rückschritt.
Bernhard von Clairvaux, Gnade und Willensfreiheit

Das gute Wort kommt von Christus, das schlechte vom Popen.
Russland

Das Gute, das aber nicht vollkommen ist, übergeht man mit Stillschweigen, denn das Echte, was man am Guten bemerkt, nötigt Achtung ab, das Unvollkommene, das man daran fühlt, erregt Zweifel, und wer den Zweifel nicht selbst heben kann, mag sich in diesem Falle nicht kompromittieren und tut auch ganz wohl daran.
Goethe, An Schiller, 4.9.1799

Das Gute, das du tust, so dass es gesehen wird, ist nicht wahre Tugend, das Schlechte, von dem du fürchtest, dass man davon weiß, ist das wahre Übel.
China

Das Gute, das Schaden auf dem Rücken trägt, ist nicht gut.

Das Gute, das wir heute tun, macht uns morgen glücklich.
Hindi, Indien

Das Gute, das zur Schau gestellt wird, ist halb entwertet.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das Gute, dass man tut, muss man zwischen Haut und Hemd verstecken.
fr] Entre la chair et la chemis il faut cacher le bien qu'on fait.

Das Gute, was man empfängt, schreibt man in Sand, das Böse aber gräbt man in Marmor.
i] Nicht so der edelmütige Mann, er legt die Gnaden, die er austeilt, unter seine Füße, und heftet Gnaden, die er empfängt, auf sein Herz
dä] Man glemmer snart det gode, det onde hænger hart ved.
en] Men's evil manners live in brass, their virtutes we write in water. Shakspeare, König Heinrich VIII., IV,2

Das Gute, was man in der Welt tun kam, ist ein

Das Gütlin macht Mütlin.

Das Gutmeinen macht viel Leut weinen.

Das gwisser ist das besser spiel; drumb welcher gern gifft meiden will, sol sich zu keiner schlangen setzen, die ihn bald möcht mit gifft verletzen.
la] Tutius est uere, morsum fugiendo cauere, quam prope serpentem procumbere uirus habentem.

Das gwunnen (Gewonnene) verlieren die Reichen, die Armen das verlorn erschleichen.
z] Als ein armer so ernsthafft und fleissig ware, vmb seine Tochter warb, gab er sie dem Armen, fürgebend, das der, so Reich könt werden, besser were, den der schon allbereyt im Reichtumb säse. Denn es gehet nach dem Sprichwort: Das gewunnen verliren die Reichen, die Armen das verlorn erschleichen.

Das Haar der Toten muss den Lebendigen oft neues Leben geben.

Das Haar ist lang, die Zunge (noch) länger.
Russland

Das Haar muss ich zu dem rauffen darleihen.
z] Das har müssen herleihen.

Das Haar wächst auf deinem Kopf, auf deiner flachen Hand aber nicht.

Das Haar zum Raufen geben, gelüstet niemand.

Das haasst dem Chasser e Hoor ausgerisse'.
i] Wenn es gelungen ist, einem Geizhalse eine Gabe zu entwinden, da die Borsten den Schweinen sehr fest sitzen.

Das haasst mer: e sauere Sauce um e Backstein mache.
i] In Bezug auf die vergeblichen Versuche, veraltete und abgestorbene Gebräuche durch Modernisierung wieder aufrischen zu wollen.

Das haasst mer: Mechallel Schabbes umsunst.
i] Den Sabbat umsonst entweiht, wird gesagt, wenn ein Unternehmen keinen oder nur geringen Gewinn trägt.

Das hab' ich an den Schuhen verschlissen.

Das hab' ich gewusst, eh' an dich gedacht worden ist.
la] Hoc noveram, priusquam Theognis natus est.

Das hab' ich längst an den Schuhen abgelaufen.
i] Das ist für mich eine alte Sache, das hab' ich längst gewusst.
fr] J'ai su cela il y a longtems.
ho] Dat lap ik onder mijne schoenen. - Zijne oude schoenen weten het wel.
la] Hoc noveram, prius quam Theognis natus est.

Das hab' ich längst wieder ausgeschissen.
Nürtingen
i] Lange wieder vergessen

Das hab ich schon gewusst, als meine Schuhe noch drei Sechslinge kosteten.
i] Das wusste ich schon als kleines Kind in wohlfeilen Schuhen.

Das hab' ich seit Menschengedenken gewusst.
z] Sei Ausdruck îs: woas du merr predige tust, doas hab ich seit Menschegedenke gewusst.

Das habe ich auch vor, sagte das Stubenmädchen, als das Fräulein sich verlobt hatte.
ho] Dat hebje niet kwalijk voor, zei de meid, toen ze hoorde, dat hare jufvrouw om een vrijer bad.

Das habe ich getan - sagt mein Gedächtnis. 'Das kann ich nicht getan haben' - sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich - gibt das Gedächtnis nach.
Friedr. Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse

Das habe ich ihm gut abgeschossen, sagte der Bauer, da hatte er sein zweites Kind selber getauft.

Das habe ich schon gewusst, als du noch die ersten Hosen trugst.
la] Hoc noveram, antequam Theognis natus est.

Das haben die Alten auf uns gebracht, wir weisen es weiter für Recht.

Das haben die Apostel nicht gepredigt.
ho] Dat was de meening van den apostel niet.

Das haben die Schweden liegen gelassen.
i] Diese Redensart vernimmt man im Bergischen und auch anderswo am Rhein, um etwas zu bezeichnen, was liegen geblieben ist, entweder weil es nichts taugt oder weil man es nicht hat fortbringen können. Ihren Ursprung hat sie im Dreißigjährigen Kriege und erinnert an die Verwüstungen, welche die Schweden nach dem Tode ihres Königs Gustav Adolf in Deutschland angerichtet haben. Wenn sie mit ihren Verbündeten, den Franzosen, eine Gegend heimgesucht hatten, war gewöhnlich nur das liegen geblieben, was nicht wert war mitgenommen zu werden. An vielen Orten, wo die Hütten beraubt und niedergebrannt, wo die Bewohner umgebracht worden waren, mag wohl nichts zurückgeblieben sein als die Steinblöcke umher, daher jetzt noch, wenn man nach einem auffälligen Felsblocke oder Steine fragt, was er zu bedeuten habe, die Antwort erfolgt: Den haben die Schweden liegen gelassen.

Das haben ihm die Juden angetan.
i] Wenn jemand von irgendetwas nicht lassen kann.

Das haben wir mit der Ammenmilch (o. Muttermilch) eingesogen.
la] Cum lacte nutricis suximus.

Das haben wir schon zum Schweinefüttern.
Wien
i] Wenn man etwas übergenug hat.

Das häfelin zum feuer setzen.
i] Leidenschaften anfachen
z] Wann das häfelin ist zugesetzt und sie mir das hackmesser wetzt. Da setzt sie mir das häfelin zu, da ich solt zu Paris studieren.

Das häflin vom feuer (ab)rucken.
i] Eifer, Begierde u.s.w. mäßigen, bändigen

Das halb Brûd (Brot) hängt an den Bäme (Bäumen).
Meiningen
i] Zur Bezeichnung der Wichtigkeit des Obstes als Nahrungsmittel

Das Halb ist mehr denn gar (o. ganz).
i] Die Hälfte eines Gutes zu behalten ist gewiss besser, als das Ganze zu verlieren
ho] Half is meer dan beel.

Das halb Leben ist kein Unterscheid unter den Leuten.

Das Halbe ist oft besser als das Ganze.
ho] Half en half is sterk genoeg.
i] Was man auf ein Mittelbier bezieht, das aus der Verbindung eines starken und eines schwachen bereitet wird.
la] Dimidium plus toto.

Das halbe Leben ist bereits draufgegangen, bevor wir wissen, was Leben ist.

Das halbe Vergnügen des Mundes befindet sich zuvor in der Nase.
England

<<< operone >>>

DEUTSCH
001 002 003 004 005 006 007 008 009 010 011 012 013 014 015 016 017 018 019 020 021 022 023 024 025 026 027 028 029 030 031 032 033 034 035 036 037 038 039 040 041 042 043 044 045 046 047 048 049 050 051 052 053 054 055 056 057 058 059 060 061 062 063 064 065 066 067 068 069 070 071 072 073 074 075 076 077 078 079 080 081 082 083 084 085 086 087 088 089 090 091 092 093 094 095 096 097 098 099 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 570 571 572 573 574 575 576 577 578 579 580 581 582 583 584 585 586 587 588 589 590 591 592 593 594 595 596 597 598 599
ENGLISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
FRANZÖSISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49
ITALIENISCH
1 2 3 4
LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10