Weisheiten 291

Das glück und die weiber haben die narren hold.

Das Glück und Wehe eines Nachbarvolkes mitzuempfinden, als wäre es dem eigenen begegnet, das heisst durchaus nicht Flucht ins Weltbürgertum, sondern ist ein humaner nationaler Standpunkt, wie wir ihn uns und allen anderen Völkern wünschten.
Bredel, Goethes Erbe in unserer Zeit

Das Glück unterstützt den Kühnen.

Das Glück vergeht und lässt in der Seele kaum eine flache Spur zurück und ist oft gar kein Glück zu nennen, da man dauernd dadurch nicht gewinnt. Das Unglück vergeht auch (und das ist ein Trost), lässt aber tiefe Spuren zurück und, wenn man es wohl zu brauchen weiß, hellsame und ist oft ein sehr hohes Glück, da es läutert und stärkt.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, 10. 7. 1822

Das Glück vergisst man schon am Tage, das Unglück nicht einmal über Nacht.
Russland
la] Cui placet, obliviositur, cui dolet, meminit.

Das Glück verkauft uns, wo wir glauben, es schenkt uns.
Frankreich

Das glück verkehrt sich leicht, ist jetzt schon, baldt bös.

Das Glück verlässt mich nicht, sagte Dummert, als er einen bösen Groschen fand.
ho] Het geluk wil mij niet verlaten, zei Lourens, en hij vond een' kleefschen stuiver.

Das Glück verlässt uns bald, die Hoffnung niemals.

Das glück versagt den Küenen nichts.

Das glück verwandelt nit das geschlecht.

Das Glück von heute lässt das Unglück vergessen, das Unglück von heute lässt Das Glück vergessen.
Altes Testament, Jesus Sirach 11, 25

Das Glück wandelt auf so vielen seltsamen Wegen, aber man musste ihm selber die Hand bieten.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Ditte Menschenkind

Das Glück war niemals mit den Hohenstaufen.
Raupach, Die Hohenstaufen, König Enzio, II, 2 (Enzio) und IV, 2

Das Glück wäre nur gut, wenn es seine Leser glücklich machte, denn wenn sie unglücklich bleiben, ist das Rezept offensichtlich wertlos.
Sully Prudhomme, Intimes Tagebuch

Das Glück wartet nicht auf den Menschen, es sitzt auf einer Wolke und schwebt mit dem Winde.
Gladkow, Der Schnee schmilzt

Das Glück wechselt gern das Nachtlager.
Russland

Das Glück widersetzt sich feigen Gebeten.
la] Ignavis precibus fortuna repugnat.
Ovid, Metamorphosen

Das glück will den kecken wohl, es förcht die starcken.

Das glück will erschlichen sein.

Das glück will frei sein, weder eingesperret, noch aussgeschlagen.

Das Glück will gepflegt sein.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Reflexionen und Maximen

Das glück will geritten und nicht gefürcht sein.
en] Faint heart never won fair lady.
la] Timidi nunquam statuere tropaeum.
sp] A los osados ayuda la fortuna.

Das glück will hertzhafft angesprengt und nicht gefürcht sein.

Das Glück will ihm.
i] Nämlich wohl, ist ihm günstig
la] Tibi fautor est mercurius.

Das Glück will seinen Anfang haben.

Das Glück will, dass man sich selbst hilft und es rechtzeitig zu ergreifen weiß; denn es ist wie... eine Frau.
Musset, Der Sohn des Tizian

Das Glück wird die nicht bedecken, die wie die Schnecken immer in ihren Häusern stecken.

Das Glück zieht man mit der Zange nicht herbei und das Unglück kommt selbst.

Das Glück zu fangen und festzuhalten, ist die größte Kunst...
F. Wolf, Beaumarchais

Das glück zu hof ändert (o. verkehrt) sichs oft.

Das Glück, das ist ein Vögelchen, das springt von Ast zu Ast.

Das Glück, das sich durch gemeine Machenschaften erwerben ließ, das Glück selbst war verächtlich geworden.
Heinrich Mann, Der Unbekannte

Das Glück, ein Geheimnis zu haben, verlangt nach dem Akt der Enthüllung.
Mary McCarthy

Das Glück, gesteh' ich, wär mir lieb gewesen;
Doch fällt es mir aus Wolken nicht herab,
Den Himmel drum erstürmen will ich nicht.
Kleist, Penthesilea, 9 (Penthesilea)

Das Glück, geteilt von Freunden, ist uns doppelt süß,
Wie auch im Unglück (bleib es fern!) ein Trost es ist,
Wenn unser Blick ein wohlgesinntes Auge trifft.
Euripides, Jon 74/44 (Kreusa)

Das Glück, Katholik zu sein, bestand zunächst für mich darin, eins zu sein mit dem All, in festem Verhältnis zu den ersten und grundlegenden Dingen zu sein, wie dem Meer, der Erde, dem Himmel und dem Wort Gottes!
Paul Claudel

Das Glück, kein Reiter wird's erjagen,
Es ist nicht dort und ist nicht hier;
Lern überwinden, lern entsagen,
Und ungeahnt erblüht es dir.
Fontane, Lieder und Sprüche

Das Glück, nicht allemal der Mann, wie er abzielt, treffen kann.
la] Non semper feriet quocunque minabitur arcus.

Das glück, so es uns zärtelt, will es uns ein strick an hals werfen.

Das Glück, so uns der Morgen bracht, dauert selten bis zur Nacht.
la] Quos felices Cynthia vidit, vidit misero abitura dies. Seneca

Das Glück, wenn es mir recht ist, liegt in zweierlei: Darin, dass man ganz da steht, wo man hingehört, und zum Zweiten und Besten in einem behaglichen Abwickeln des ganz Alltäglichen, also darin, dass man ausgeschlafen hat, und dass einen die neuen Stiefel nicht drücken.
Theodor Fontane, Effi Briest

Das Glück, wenn's wirklich kommt, ertragen,
Ist keines Menschen, wäre Gottes Sache.
Auch kommt es nie, wir wünschen bloß und wagen.
August Graf von Platen, Sonette

Das Glück, wie ich es kenne, gebiert und trägt sich selbst. Die Glücksfälle sind Höhepunkte einer inneren Heiterkeit...
Heinrich Mann, Ein Zeitalter wird besichtigt

Das Glück... kommt uns nicht von einem mehr oder weniger eleganten Möbel; es hängt von der Zärtlichkeit, Freundlichkeit und Liebe einer Frau ab.
Honoré de Balzac (1799-1850), Eine doppelte Familie

Das Glück: eine wunschlose Erwartung.
Lohberger

Das Glück
Tappt unter die Menge,
Fasst bald des Knaben
Lockige Unschuld
Und bald den kahlen
Schuldigen Scheitel.
Goethe, Das Glück

Das Glück
Und nicht die Sorge bändigt die Gefahr.
Goethe, Natürliche Tochter A I Sz 6 (Eugenie) Vs 606

Das Glücke gleicht dem Balle,
Es steigt zum Falle.

Das Glücklein schläft nie neben einem Stein.
Estland

Das Glücklichste ist, dass ich nun sagen kann, ich bin auf dem rechten Wege, und es geht mir von nun an nichts verloren.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 2.10.1783

Das glücklichste Los, was dem Genie werden kann, ist Entbindung von Tun und Lassen, als welches nicht sein Element ist, und freie Muße zu seinem Schaffen.
Schopenhauer

Das glücklichste Wort, es wird verhöhnt,
Wenn der Hörer ein Schiefohr ist.
Goethe, Divan - Buch der Betrachtungen - Höre den Rat...

Das Glücksbrot reichen.
Oberösterreich
i] Wird ein verkauftes Stück Vieh aus dem Hause gebracht, so nimmt die Person, welche es forttreibt, aus der Tischlade ein Stück Brot, besprengt es mit Weihwasser und streut auch etwas Salz darauf. Dies Brot muss die Person, dem das Tier künftig zur Pflege übergeben ist, diesem alsogleich, nachdem sie es übernommen hat, als Futter reichen.

Das Glücksei hat eine zarte Schale.
Estland

Das Glückskind hat immer guten Wind.
i] Glückspilz, Glücksritter und Glücksjäger

Das Glücksrad dreht sich nie allein.
sp] A roda da fortuna nunca é unha.

Das Glücksrad festhalten.
mhd] Swer hiute sitzet ûf dem rade, der sîget morne drunder.
mhd] Hie sigen diu mit dem rade nîder, sô stîgen diu anderen ûf wider: sus gie ez umbe an der stat. Daz was des gelückes rat.
mhd] Fortûna die ist sô getân: ir schîbe lâzet si umbegân, si hilft den armen, sô si wile, den rîchen hât ze spile, umbeloufet ir rat, dicke vellet, der dâ vaste saz. Alexanderlied
fr] Il a attaché un clou à la roue de la fortune.

Das Glücksrad geht um.
z] Das Glück ist ein freund der vnbleiblichen ding und kann nit still stehn, sonder das glücks rad fürt ein auff den anderen ab.
z] Ein Tag ist nicht dem anderen gleich. Goethe, Hermann und Dorothea 4. Gesang Vs 126
fr] La roue de la fortune n'est pas tousjours une.
fr] Les jours se suivent et ne se ressemblent pas. (Die Tage folgen aufeinander und gleichen sich nicht)

Das Glücksrad ist simpel und rund, stürzt den bald, der oben stund.

Das Glücksrad kehret sich bald um.

Das Gnadenbrot essen.
ho] Hij eet genadebrood.

Das Gold an den Pillen heilet nicht, sondern das Innere, was bitter schmeckt.
Russland

Das Gold aus der Taschen, den Wein in die Flaschen, die Genss vom Spiess, da friss und jss.

Das Gold bedarf der Kleien.
i] Das Gold wird mit Kleien poliert. Es ist nichts so groß und vornehm, es kann der Dienste des Niederen nicht entbehren.

Das Gold der neuen Welt hat die alte Welt zum Narren gemacht.
i] Ein Wort, das kurz nach der Entdeckung Amerikas aufkam und eine scharfe Wahrheit enthält

Das Gold der Pinheiros suchen.
Brasilien
i] Von einem, der etwas Schwieriges unternimmt, gebräuchlich in Sanct-Paul und der Provinz Rio-Janeiro.

Das Gold der Wahrheit ist ein seltenes Metall im Palast des Sultans.
Ägypten

Das Gold dient zu Kronen und zu Pillen.

Das Gold führt den Menschen zur Hölle und bleibt selber hier.

Das Gold hat bei Kupfer gelegen.
ho] Het is goud uit de koperen kast.

Das Gold hat erst Wert, wenn es aus der Erde gehoben ist.
Russland

Das Gold hat keine Flecken.

Das Gold ist der Souverän aller Souveräns.
C. J. Weber, Demokritos

Das Gold ist der Wollust Spielgeselle.

Das Gold ist die Sonne der Metalle.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das Gold ist nur Chimäre.
i] Aus Meyerbeers Robert der Teufel I, 3, wozu Scribe den Text geliefert hat.
fr] Oui, l'or est une chimère.

Das Gold ist schön, aber der Erbe selten.
Afrika
la] Omnis in Ascanio cari stat cura parentis. Virgil

Das Gold ist zur Kohle geworden.
i] Man sieht sich unangenehm enttäuscht. Von der Goldmacherei entlehnt.

Das gold macht taub.

Das Gold muss geschlagen werden, um seinen Wert zu bekommen, das Kind auch.
Hebräisch

Das Gold probiert man an dem Stein, dess Menschen Hertz am golde rein.
dä] Guld forsøges ved prøve steenen, men menneskene ved guldet.

Das Gold rostet nicht.
bm] Zlata se rez nechytá.

Das gold scheint clärer dann die Sonn, dann jm zu lieb laufft man in die hell und finsternus.

Das Gold schmilzt den Menschen, der Mensch dann das Gold.

Das gold überwindet alle ding.

Das Gold vergolden wollen.
Russland

Das Gold verliert nichts an seinem Wert in der Welt, wenn's ein Tor für Messing hält.
bm] Sobe a ne zlatu hanbu ciní, kdo je k olovu rovná.

Das Gold versilbern.
Russland

Das Gold wird im Feuer geprüft, der Gerechte in der Versuchung.
la] Aurum flamma probat, homines temptatio iustos.

Das Gold wird probiert durch Feuer, die Frau durchs Gold, der Mann durch die Frau.

Das Gold wird verunehrt, auch wenn man es mit Purpurfarbe malt.
Russland

Das Gold, sobald es hat erkannt den Edelstein,
Ehrt dessen höhern Glanz und fasst ihn dankbar ein.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Das goldene Kalb anbeten.
fr] Plier (fléchir) les genoux devant le veau d'or.

Das goldene Kalb
II. Moses 32, 4-8
la] vitulus aureus

Das Goldene Vlies
la] vellus aureum

Das goldene Zeitalter war damals, als das Gold noch nicht herrschte.

Das goldene Zeitalter war nie das gegenwärtige.
England
en] The golden age was never the present age.

Das goldne Glück, das süße Wohlgefallen,
Sie eilen - treu ist nur der Schmerz - von hinnen.
August Graf von Platen, Sonette

Das goldne Kalb blökt am schönsten.

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