Weisheiten 287

Das Glied sieht nicht nach dem Kornkasten.
Estland

Das Glöcklein, das in der Kammer klingt, am schrecklichsten zu den Ohren dringt.
Italien
i] Il campanello di camera è il peggio suono che si possa avere negli orecchi.

Das Glück begegnet den Narren, aber sie ergreifen es nicht.

Das Glück begünstigt die Schlauen.
Russland
dä] Lykken lader sig malke af horer, tyve og skalke.
en] Thieves and rogues have the best luck, if they but escape hanging.

Das Glück beim Schopfe ergreifen.

Das Glück beisst nicht immer, wenn's sauer sieht, aber wenn's lächelt, will's berücken.
dä] Seer lykken suurt, vogt dig for dens bid, giver den smiil, hyt dig for dens gift.

Das Glück beruht nur in der Einbildung.

Das Glück beruht oft nur auf dem Entschluss, glücklich zu sein.
Lawrence Durrell

Das Glück bessert selten.
la] Felicitate corrumpimur. Tacitus

Das Glück besteht darin, für andere zu leben... In den Menschen ist das Bedürfnis nach Glück gelegt: darum ist es berechtigt. Befriedigt man es egoistisch, strebt man für sich nach Reichtümern, Ruhm, Lebensgenuss, Liebe, so kann es geschehen, dass die Umstände sich so gestalten, dass es unmöglich wird, diese Wünsche zu befriedigen. Folglich sind diese Wünsche unberechtigt.
L. Tolstoi, Die Kosaken

Das Glück besteht ja zu neun Zehnteln und mehr bloß in der Hoffnung oder im Kontrast - in der Hoffnung auf einen Genuss und in dem Kontrast zwischen einer angenehmen und einer unangenehmen Lage. Je rascher der Wechsel und je greller der Kontrast, desto tiefer und durchdringender das Lust- und Wonnegefühl.
W. Liebknecht, Drei Tage in den Kasematten von Rastatt

Das Glück besteht nicht in großen Erfolgen oder in der Sicherung des einmal Erreichten. Das Glück besteht allein in der Pflichterfüllung und darin, dass man zu dem steht, was man für richtig hält, auch wenn man dabei unterliegt.
Konrad Adenauer, im Gespräch mit Anneliese Poppinga, 1962

Das Glück besucht die Narren wohl, aber es mietet sich nicht bei ihnen ein (o. setzt sich nicht bei ihnen nieder.

Das Glück besucht nur wenige, der Tod alle.

Das Glück bietet seine Hand dem Kühnen.

Das Glück bläht auf.
la] Fortuna reddit insolentes.

Das Glück bleibt vor keiner Tür stehen.
bm] Stestí noclehy mení.
ho] Het geluk staat niet stil voor iemands deur.

Das Glück braucht einem Bettler nicht viel einzuschenken, so ist er berauscht.

Das Glück davon sein nammen hatt, dass es nicht bleibt an einer statt.
la] O bona Fortuna, cur non es omnibus una? Dixit Fortuna: Si starem rota sub una, et non mutarer, tunc non Fortuna uocarer.

Das Glück deiner Tage
Wäge nicht mit der Goldwaage.
Wirst du die Krämerwaage nehmen,
So wirst du dich schämen und dich bequemen.
Goethe, Sprichwörtlich

Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.

Das Glück der Frauen kommt von den Männern, aber das der Männer kommt von ihnen selbst. Das Einzige, was eine Frau für einen Mann tun kann, ist, sein Glück nicht zu zerstören.
Henry de Montherlant, Die jungen Mädchen

Das Glück der Großen ist groß. Libanon

Das Glück der Großen ist groß.
Libanon

Das Glück der Menschheit ist, laut den Beteurungen der Regenten, das stete Ziel ihrer landesväterlichen Sorgen.
Georg Forster, Über die Beziehung der Staatskunst auf Das Glück der Menschheit

Das Glück der persönlichen Freiheit, das Bewußtsein des englischen Namens und welche Bedeutung ihm bei anderen Nationen beiwohnt, kommt schon den Kindern zugute, so dass sie sowohl in der Familie als in den Unterrichtsanstalten mit weit größerer Achtung behandelt werden und einer weit glücklich-freiern Entwickelung genießen als bei uns Deutschen.
Goethe, Eckermann, 12.3.1828

Das Glück der Schlachten ist das Urteil Gottes.
Schiller, Die Jungfrau von Orleans; Prolog, 3 (Thibaut)

Das Glück des beschaulichen Lebens liegt in nichts anderem als in der vollkommenen Betrachtung der höchsten Wahrheit; das Glück des tätigen Lebens aber liegt im Wirken der Klugheit, durch das der Mensch sich selbst und andere regiert.
Thomas von Aquin, De virtutibus in communi

Das Glück des Bösen geht dahin wie ein Sturzbach.
Racine, Athalle, II, 7

Das Glück des einen ist das Unglück des anderen.

Das Glück des einen müssen (oft) die anderen beweinen.
fr] Ce qui nuit à l'un, duit (est avantageuse).

Das Glück des Genies: wenn es zu Zeiten des Ernstes geboren wird.
Goethe, Maximen und Reflexionen

Das Glück des Gottlosen und das Elend des Gerechten sind unbegreifliche Dinge.
Hebräisch

Das Glück des Lebens besteht nicht in einzelnen zuckenden Blitzen - tausend Blitze machen noch keinen Tag -, sondern in reiner, steter, milder Heiterkeit.
Jean Paul

Das Glück des Lebens besteht nicht sowohl darin, wenig oder keine Schwierigkeiten zu haben, sondern sie alle siegreich und glorreich zu überwinden.
Hilty, Schlaflose Nächte

Das Glück des Lebens liegt dunkel auf mir.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 10.3.1777

Das Glück des Mannes heisst: Ich will; das Glück des Weibes heisst: Er will.
'Siehe, jetzt eben war die Welt vollkommen!' - also denkt ein jedes Weib, wenn es aus ganzer Liebe gehorcht. Und gehorchen muss das Weib und eine Tiefe finden zu seiner Oberfläche. Oberfläche ist des Weibes Gemüth, eine bewegliche stürmische Haut auf einem seichten Gewässer. Des Mannes Gemüth aber ist tief, sein Strom rauscht in unterirdische Höhlen: das Weib ahnt seine Kraft, aber begreift sie nicht.
Nietzsche, Also sprach Zarathustra

Das Glück des Menschen ist, das zu lieben, was sie tun müssen. Auf diesem Prinzip ist die Gesellschaft nicht aufgebaut.
Claude Adrien Helvetius, Über den Geist

Das Glück des Menschen ruhet im Menschen, nit im Stern. Ist mit ihm gezüget und erwachsen in einer Mutter Leib.
E. G. Kolbenheyer, Das Gestirn des Paracelsus

Das Glück des Tages ist das Unglück der Stunden.
Walisisch

Das Glück des Unglücklichen ist Arbeit.
Estland

Das Glück des Weibes ist zwar ein unerlässlicher, aber nicht der einzige Gegenstand des Mannes, ihm liegt auch das Glück seiner Landsleute am Herzen, das Glück des Mannes hingegen ist der einzige Gegenstand der Frau.
Heinrich von Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 30. Mai 1800

Das Glück die Stiegen hinunterschlagen.

Das Glück dient dem Kühnen.

Das Glück dient dem Stolze.
Russland
en] Fortune favours the brave.
la] Audentes forsque deusque juvat.

Das Glück dorkelt überzwerch feldein.

Das Glück dreht sich geschwinder herum als ein Mühlrad.

Das Glück dreht sich schneller als ein Wetterhahn.
Niederlande

Das Glück dreht sich wie ein Mühlrad.
Spanien

Das Glück durchflutet die menschliche Seele wie ein göttlicher, berauschender Lichtschein, aber schon, vergessen wir das nicht, ziehen die dunklen Wolken des Unglücks auf. Das ist das Leben.
Kellermann, Das hässliche Mädchen

Das Glück einer Liebe, besonders einer wahren, vollkommenen Liebe, die frei von beunruhigenden Erwartungen ist, stellt ein Geheimnis dar, ein Geheimnis, das nur zwei Menschen gehört...
Herzen, Mein Leben

Das Glück einer traurigen Frau hängt an einem Feigenbaum.

Das Glück eines verheirateten Mannes hängt von den Frauen ab, die er nicht geheiratet hat.
Oscar Wilde, Eine Frau ohne Bedeutung, III (Lord Illingworth)

Das glück erhebt die bösen, die frommen zwingt es zur Armut (o. Arbeit).

Das Glück erkennt man nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen.

Das Glück erscheint niemandem so blind wie jenen, denen es nichts Gutes bringt.
La Rochefoucauld, Réflexions morales

Das Glück erstreckt seine Herrschaft über alle Dinge: es erhebt die einen und stürzt die anderen, nicht nach Wert und Verdienst, sondern nach seiner Laune.
Sallust, Bellum Catilinarium

Das Glück ertappen ohne Strick.
i] Stehlen, ohne ergriffen zu werden

Das Glück fährt in einer Karosse, doch mit der Vernunft geht es zu Fuß.

Das Glück fällt dem zu, der es am wenigsten erwartet.
García Lorca, Bernarda Albas Haus

Das Glück fällt, wenn es am höchsten steht.
Niederlande

Das Glück fängt an, launisch mit mir zu werden.
Goethe, Götz A III, Jaxthausen (Götz)

Das Glück fängt an, wo der Ehrgeiz endet.
Ungarn

Das Glück findet in der kleinsten Hütte Raum.

Das Glück fischet.

Das glück fleucht den, der es sucht, und sucht den, der es fleucht.

Das Glück fleugt, wers fengt, der hats.

Das Glück fliegt - wer es fängt, der hat es.
Niederlande

Das Glück fliegt herum wie ein Schmetterling, der erst Eier legt, wenn er die stinkende Blume findet.
Russland

Das Glück fliegt herum, wer es greift, hat es.
Flämisch

Das Glück folgt dem Geschick.

Das Glück folgt dem Geschickten.
Russland

Das Glück folgt der Hoffnung, das Unglück der Furcht.
z] Schönes Wetter erfolgt, wenn die Spinne sich munter hervorwagt, aber Regen, wenn sie sich verkriecht. W. Menzel, Streckverse

Das Glück folgt meist denen, die es fliehen, und flieht die, die ihm folgen.
Erasmus von Rotterdam, Handbüchlein eines christlichen Streiters

Das glück freundtschaft gebürt, das Unglück sie bewehrt.

Das Glück fühlt sich nicht wohl unter den Armen.
Russland

Das Glück fürchtet der Fromme, das Gesetz der Dumme.

Das Glück fürchtet die Kecken und Kleinmütigen.
en] Fortune dreads the brave, and is only terrible to the coward.

Das Glück fürchtet die Klugen.
Altgriechisch

Das Glück fürchtet die Kühnen (o. Klugen).

Das Glück gehört dem Selbstgenügsamen.
Aristoteles, Eudemische Ethik

Das Glück gehört denen, die sich selbst genügen.

Das Glück geht auf Krücken, das Unglück hat Flügel.
Russland

Das Glück geht immer auf Tanzschuhen.
Russland

Das Glück geht oft über Nacht aus.

Das Glück gibt dem einen die Nüsse, dem anderen die Schalen.

Das glück gibt den augenblick.

Das Glück gibt die Titel, die Dinge sind immer dieselben.
Goethe, Tagebuch, 17. 1. 1780

Das Glück gibt einem die Arbusen, dem anderen verweigert es die Schalen.
Russland

Das Glück gibt geschwind einen Schmatz, aber es ist kein treuer (o. bleibender) Schatz.

Das Glück gibt heute Heil und morgen Keil'.

Das Glück gibt manchem viel, doch niemandem (o. keinem gibt's) genug.
la] Fortuna multis dat, nimis satis nulli. Martial

Das glück gibt nicht zu eigen.
la] Fortuna nihil dat mancipio.

Das glück gibt unbeständig gab, nimbt gehling auff und wider ab.
ho] 'T geluk is los en krom, het neemt en geeft weêrom.
la] Fortuna volubilis errat. Ovid

Das glück gibt und nimpt gemeinigklich das gut vornen an, das best hinden nach.
la] Eripit interdum, modo dat fortuna salutem.

Das Glück gibt vielen zu viel, aber niemandem (o. keinem) genug.
dä] Lykken har meget til mange, men nok til ingen.
la] Fortuna multis dat nimis, satis nulli.
la] Multis ipsa dedit nimium sors, haud satis ulli.

Das Glück gibt vielen zuviel, aber keinem genug.

Das Glück gibt zersten das gute wie zu Cana, alsdann das Geringere, das sie wohl gar die Stiegen hinabfallen.
la] Fortuna divitibus pecunias non donavit, sed mutuo dedit.

Das Glück gleicht dem Balle: es steigt zum Falle.

Das Glück gleicht dem Markte, wo oft, wenn man warten kann, die Preise fallen.
Bacon

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