Weisheiten 260

Das Alter macht mürrisch, tadelsüchtig und oft hartherzig und ungerecht gegen andere.
Wilhelm Ludwig Wekhrlin

Das Alter macht nicht freundlicher, nur geneigter.

Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht,
Es findet uns nur noch als wahre Kinder.
Goethe, Faust I, Vorspiel auf dem Theater (Lustige Person) Vs 212

Das Alter macht nötlich und beißig.
la] Amariores omnes Senectas facit.

Das Alter macht uns leichtsinniger und vernünftiger.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Das Alter macht uns sogar arm an Feinden.

Das Alter muss doch einen Vorzug haben,
Dass, wenn es auch dem Irrtum nicht entgeht,
Es doch sich auf der Stelle fassen kann.
Goethe, Tasso A III Sz 4 (Antonio) Vs 2171

Das Alter muss man ehren, sagte der Mönch, und griff nach dem ältesten Weine.

Das Alter muss man ehren.
la] Antiquis debetur veneratio.

Das Alter muss man hören.

Das Alter naht verstohlen.
en] Old age comes stealing along.

Das Alter naht, doch immerwährend lern' ich viel.
Aschylus, Fragment 331

Das Alter nimmt dir nichts, was es dir nicht erstattet.
Rückert, Weish. des Brahmanen 9. Buch Nr. 83 (1837-1839)

Das Alter nimmt dir nichts, was es dir nicht erstattet.
Friedrich Rückert, Gedichte

Das Alter raubt dem geistreichen Menschen nur die für die Weisheit zwecklosen Eigenschaften.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das Alter schändet niemand, wenn der Mensch das Alter nicht schändet.
Estland

Das Alter schleicht herein, eh' man's gewahr wird.

Das Alter schleicht uns auf dem Fuße nach.
la] Obrepit non intellecta senectus. Juvenal

Das Alter schmeckt nach der Jugend.
dä] Alderdommen smager af ungdommen som äblet af träet.

Das Alter schreibt in Sand, die Jugend gräbt in Stein.
i] Was man in der Jugend lernt, vergisst man nicht bald, während das Alter sehr vergesslich ist

Das Alter schwächt auch den Stärksten.
fr] Il n'est si bon cheval qui ne devienne rosse.

Das Alter selbst ist eine Krankheit, ist die gefährlichste, eine unheilbare, eine von Tag zu Tag sich verschlimmernde Krankheit.

Das Alter selbst ist eine Krankheit.
la] Senectus ipsast morbus. Publ. Terentius (um 185-155 v. Chr.), Phormio IV, 1, 9 (Chremes)

Das Alter soll der Jugend Vorbild, die Jugend des Alters Stütze sein.

Das Alter soll man ehren, der Jugend soll man wehren.
dä] Den gamle skal man aere, den unge skal man lære.

Das Alter soll man ehren, sagte ein alter Bettler zu dem Hunde, der ihn anbettelte.

Das Alter soll man ehren, sagte ein Kapuziner, als man ihm alten und neuen Wein anbot.
Luzern

Das Alter soll man ehren.
3. Mose 19, 32

Das alter soll man in ehren haben.
ndt] Dat Aller sall me ehren. Waldeck
ndt] Det Alder sâl em êren. Siebenbürgen

Das Alter stiehlt sich heran.
England

Das Alter stiehlt wie ein Rabe; es nimmt dem Vogel den Flug, dem Ochsen seine Kraft, den Frauen ihre Schönheit, den Männern ihre Stärke, den Füßen ihre Sprünge, dem Läufer seinen Gang, das ist des Alters Nachgesang.

Das Alter trägt den Kalender am eigenen Leib.
Estland

Das Alter treibt den Ochsen ins Joch.

Das Alter trennt uns nach und nach von empfänglichen Menschen, selten kehrt ein Klang und Ton, den man aussendet, lebhaft und ergötzlich zurück.
Goethe, an C. F. v. Cotta, 11. Sept. 1820

Das Alter umgibt einen wie ein Panzerschrank.

Das Alter verklärt oder versteinert.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Das Alter verschleicht einem, ehe mans gewahr wird.

Das Alter von Nestor
la] Nestoris aetas

Das Alter wägt und misst es,
Die Jugend spricht: So ist es.
August Graf von Platen, Spruch

Das Alter weiß, die Jugend nimmt an.
Walisisch

Das Älter werden hält hochinteressante Dinge wie das Knacken von Gelenken bereit.

Das Alter will die Menschen vom Leben entwöhnen wie die Amme das Kind von der Brust: Durch allmähliches Entziehen.
C. F. Wilhelm Jakobs, Ährenlese

Das Alter wird durch Erfahrung weitsichtig.

Das Alter wird von allen verlangt, und, wenn es da ist, verachtet.
bm] Bídná starosti, vsickni te zádáme, a kdyz k nám přijdes předce naříkáme.
pl] Biednastarości, wszyscy cię ządamy, a kiedy przyjdziesz, to zuś narzekamy.

Das Alter wirft auch Nichtbetrunkene um.
Litauen

Das Alter wünscht jedermann, und so es kommt, so hasset man's.
mhd] Das alter wünscht ein jedermann;
Wenn's kommpt, so wil es niemand han.
mhd] Wir wünschen alters alle tage, swanne ez kumt, so ists ein klage.

Das Alter zieht noch mehr Runzeln in unserem Verstande als in unserem Antlitz.
fr] La vieillesse nous attache plus de rides en l'esprit qu'au visage. Michel Eyquem de Montaigne

Das Alter zieht noch mehr Runzeln in unseren Verstand als in unser Antlitz.
Michel Eyquem de Montaigne

Das Alter, das den Menschen der Lächerlichkeit aussetzt, nimmt ihm zugleich auch das Gefühl für diese Lächerlichkeit.
Sully Prudhomme, Gedanken

Das Alter, das für den Krieg tauglich ist, ist auch das richtige für den Venusdienst;
hässlich ist ein greiser Soldat, hässlich greisenhafte Liebe.
Ovid, Die Liebeselegien

Das Alter, das man haben möchte, verdirbt das Alter, das man hat.
Herbert Heyse

Das Alter, dem Achtung gezollt wird, ist das erste Vorrecht, das sich unter den Menschen geltend macht. Es ist das einzige Vorrecht, dem man bei wilden Stämmen begegnet.
Lafargue, Der Ursprung der Idee des Gerechten und Ungerechten

Das Alter, der Mondschein des Lebens, hat keine Gewitter der Leidenschaften; aber unter dem frühern Sonnenschein blitzt sie.
Jean Paul, Selina

Das Alter, welches unsere Fähigkeit des Lebensgenusses vermindert, steigert unsere Lebensbegierde.
Goldsmith, Der Weltbürger

Das altern hat auch seine Vorteile. Für die Kerzen auf der Geburtstagstorte bekommt man Mengenrabatt.
Maurice Chevalier

Das altern ist eine heimtückische Krankheit, die sich ganz von selbst und unbemerkt einschleicht.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das Altern ist etwas Herrliches, ... ich bin neugierig auf jedes kommende Jahr.
Döblin, Male, Mühle, male

Das Altertum hoch zu achten und die Gegenwart zu verachten, das ist die Art der Gelehrten. Aber selbst die, die den Standpunkt höchsten Altertums in unserer Zeit zu vertreten meinen: wer von ihnen vermag sich den Einflüssen dieser Zelt zu entziehen?
Dschuang Dsi, Das wahre Buch vom südlichen Blütenland

Das Altertum setzen wir gern über uns, aber die Nachwelt nicht. Nur ein Vater neidet seinem Sohn nicht das Talent.
Goethe, Maximen und Reflexionen

Das älteste Kind berät das jüngste.
[RSpW]
i] Bezieht sich auf die den Geschwistern gebührende Abfindung. Da, wo die Bauernhöfe, um der Zerstückelung der Grundstücke entgegenzuwirken, einem Sohne übergeben wurden, konnten die andern Geschwister eine Abfindung (Aussteuer) beanspruchen, um sich eigenen Herd zu gründen, wenn sie es nicht vorzogen, in einem abhängigen Verhältnisse am heimatlichen Herde zu bleiben. Unter dem 'Ältesten' ist hier der Sohn zu verstehen, welcher das Gut erhielt, auch wenn er den Jahren nach nicht der Älteste war. Das 'beraten' weist darauf hin, dass der Sohn, dem der väterliche Hof geblieben, seinen Geschwistern in Notfällen Hilfe bieten sollte.
z] Das älteste Kint das Jüngste beräth.

Das am meisten eilet, soll man zuerst tun.

Das am meisten gelobte Weib ist das, von dem man nicht spricht.
China

Das am Ostertag in den Acker gesteckte Palmkreuz wird mit Johanniswein begossen wird.

Das Amen war zu früh gesprochen.

Das amerikanische Grundgefühl ist eine seiner Zukunft sichere Gegenwärtigkeit.
Theodor Heuss

Das amerikanische Ideal hätte funktioniert, wenn wir nicht das Individuum geopfert hätten.
Anaïs Nin, Absage an die Verzweiflung

Das ampt bleibt gut, obschon die Person bös ist.
adt] adil komit von naturen, unde nicht von ammecht.
mhd] Darumme ne edelt nemere en ambacht.

Das Amt der Schlüssel ist eine sonderbare Kirchengewalt.
i] Wenn ein evangelischer Geistlicher Kirchenzucht übt, Kirchenstrafen vollstreckt.

Das Amt der Vorläufer ist es, voraus anzuzeigen, was kommen wird, und nicht ihm die Straße frei zu machen, da dies nicht nötig ist und sie es auch nicht könnten.
Francesco Chiesa, in 'Ossigeno nascente', 1934

Das Amt ehrt den Mann, der Mann soll das Amt ehren.

Das Amt erlaubt manches, was sonst im Recht verboten ist.
i] Bezug auf den Verteidiger in Prozessen, welchem in dem, was Recht ist, ein großer Spielraum gestattet wird.
mhd] Das ammecht is loubis maniches, das zust in dem rechten verboten ist.

Das Amt ernährt immer den Mann.

Das Amt fragt ja nicht nach Geld.

Das Amt fragt nicht nach Brot.

Das Amt gibt Brot und hilft dem Unbemittelten auf den Hügel.

Das Amt gibt, die Faulheit nimmt.

Das Amt hat goldenen Boden.

Das Amt ist des Mannes Ehre.

Das Amt ist des Mannes Lehrmeister.
la] Res publica virum docet.

Das Amt ist des Menschen Ernährer.

Das Amt ist Gottes, der Amtmann des Teufels.

Das Amt ist nicht auf dem Rücken zu tragen.

Das Amt lehrt (o. weiset) den Mann.
i] Durch die Art und Weise, wie er sein Amt verwaltet, zeigt der Mann seine Fähigkeit oder Unfähigkeit.

Das Amt lehrt (weiset) den Mann.

Das Amt lehrt regieren.

Das Amt macht den Mann, und nicht der Mann das Amt.
z] Der Edelmann sagte: bekomm ich ein Ampt, so muss ich wol weis sind, ich sey es, oder sey es nicht. Der Fürst sagte: Du sagest recht, Honores mutant mores, der die Ehre hat, muss weiss und klug sind, er sey es oder nit, das Ampt macht heutiges Tages den Mann, und nicht der Mann das Ampt.

Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.
i] Macht ihn klüger, verständiger, einsichtsvoller.
ndt] De stât wyset den man.
la] Ipse magistratus animum demonstrat et iram.

Das Amt schändet nicht den Mann, wenn der Mann das Amt nicht schändet.

Das Amt zeigt an, was der Mann kann.
ho] Wat de man kann, wijst het ambt an.
la] Magistratus virum indicat. Pittac.

Das Amt zeigt den Mann.
i] Aristoteles, Nikomachische Ethik
z] Man erfährt nicht eher was in einem Manne steckt, er komme denn ins Regiment. Luther
ndt] Dat Ampt töget den Man an.
dä] Embedet viser hvad een kood.
ho] Het ambt toont den man.
ho] Wat de man kann, wijst het ambt an.
la] Magistratus virum indicat. Pittac.

Das Amt zeigt nicht immer an, was der Mann kann.

Das Amt zeugt vom Mann.

Das Amtskleid ist der Deckschalk.

Das Analphabetentum muss man bekämpfen, aber die Kenntnis des Lesens und Schreibens allein genügt auch nicht, sondern man braucht die Kultur, die zum Kampf gegen Schlendrian und Bestechlichkeit befähigt. Das ist ein Geschwür, das sich durch keine militärischen Siege und durch keine politische Umgestaltung ausheilen läßt.
Lenin, Die NÖP und die Aufgaben der Ausschüsse

Das Anbeginn und das Ende hant dik Missewende.

Das Anbringen eines Ziegenbockkopfes oder seinen Hörnern an Stalltüren dient dem Fernhalten der Rindviehseuche.
i] Der Ursinn ergibt sich daraus, dass der vollständige Akt in der Einstellung eines Ziegenbockes in den Stall besteht, d.h. des von Fruchtbarkeit überquellenden männlichen Tieres als Reservoirs unversieglicher Jungkraft.

Das Andenken an ein vergangenes Menschenleben zieht sich so sehr ins Enge zusammen, dass die Neigung erst wieder die Asche palingenisieren und den verklärten Phönix unserm Auge darstellen muss.
Goethe, an Zelter, 29. Mai 1801

Das Andenken eines gütigen Menschen währet lange; der Mann schlechten Rufes ist bald vergessen.

Das Anfangen ist leicht. Die ganze Kunst liegt im Beharren.

Das Angenehme ist nur, weil es empfunden wird; das Gute hingegen wird empfunden, weil es ist.
Schiller, Zerstreute Betrachtungen

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