Weisheiten 255

Dar knnt vl toglk (zugleich) singen, man (aber) nich spreken.

Dar krg de drdde nig Semp (Senf) von.
i] Das Gericht war zu klein fr die Gesellschaft.

Dar khlt und nimmt oh de Hitze.
Oberlausitz
i] Damit empfehlen klassische Trinker den Branntwein fr alle Zustnde und gegen alle bel.

Dar kummt (kommt) he so bi as Kntje bi'n Pott. Rastede

Dar kummt vl Ns upp, s(de) de Jung, as he bden schull.
Ostfriesland
hdt] Es kommt viel Neues auf, sagte der Junge, als er beten sollte.

Dar kummt Wind, de Swnen dragen mit Strspieren.
i] Strohhalmen. Spiere = Spitze, besonders eines Gras- oder Getreidehalms.

Dar kunn man ja dat Sweeten krigen, s de Deern, da kreg se twee Kinner up eenmal.

Dar let'n sik Krnken (Chroniken) vun schriw'n.

Dar lett sik kn Modersl (Mutterseele) sehn.

Dar lopt kn Hund seben (o. swen) Jahr dull.

Dar lpt von Snt-Annen (Sanct-Anna) wat mit unner.
i] Die Sache ist so rein nicht. Es wird erzhlt: Im Mnsterlande war es auf einem Dorfe blich, dass ein Violinspieler das Paar, welches sich zur Ehe begeben wollte, nach der Kirche begleitete, wo die Trauung vollzogen werden sollte. Man musste dabei ber eine Brcke gehen und war des Glaubens, dass die Brcke, falls die Braut bereits schwanger sei, brechen werde, es sei denn, dass der Violinist ein Lied zur Ehre der Sanct-Anna spiele, wofr er besonders bezahlt wurde. Nun geschah es wohl, dass eine Braut, deren Zustand nicht mehr zweifelhaft war, beim Weggange aus dem Hause von dem Violinisten an die Brcke erinnert wurde, denselben aber nicht sehr glimpflich abfertigte. Bei der Brcke angekommen, sah derselbe die Braut ernst fragend an: 'Was nun?' So leise, dass nur er und der Brutigam es hren konnte, sagt sie: 'Lass nur was von Sanct-Anna mit unterlaufen.' Eine hnliche Erklrung bezieht sich auf das Luten der Glocken zu Sanct-Barbara und Sanct-Anna. Die Redensart wird hufig gebraucht, wenn jemand in sein Gesprch, in seine Rede u.s.w. etwas Fremdartiges, zur Sache nicht Gehrendes, Unpassendes einmischt. Es finden sich eine Menge Flle mit Geldbuen von 10-20 Stber fr Sanct-Anna aufgefhrt, z.B. wenn man sprach, ohne an der Reihe zu sein, wenn jemand den Advokaten unterbrach, eine unwahre Anklage vorbrachte u.s.w. Dass die heilige Anna gerade in dieser Angelegenheit angerufen wird, scheint mit der sogenannten unbefleckten Empfngnis zusammenzuhngen
ho] Daar lopt wat van Sint Anna onder.

Dr Mai is necks ze gut, er schneet dem Schfer af'n Hut.
Grafschaft Tambach

Dar Mann bringt mich o noch nich in Himmel.
Hirschberg

Dar mutt de Rock bi ut.
i] Das ist keine gewhnliche, sondern eine Arbeit, die groe Anstrengung erfordert.

Dar Ochse will sich die Hrner noch nich oblofen.

Dar Opf'l fold nid waid vom Pam.
Steiermark

Dar Opf'l folld nid waid vom Schdom aussa'rer kug'ld.
Niedersterreich

Dar rk an, as Kasper an de Srkl (= Sauerkraut).
Oldenburg

Dar sall de Adebar kamen.

Dar sast mal sehn, segt de Blinn', woans de Lahm dansen kann.

Dar schall nen Henn' oder Hahn na kraien.
Ovelgnne

Dar schlupft glei in a Mausloch nei.
Ulm

Dar schmiert mit fremdem Fett.

Dar scholl di de Klatern (Lumpen) na slan.

Dar schrumfunfelt he hen.
i] Unordentlich gehen.

Dar schull man sick wer bepissen.

Dar schull man 't Swt (Schwei) van krg'n, se(de) malle (alberne, einfltige) Beeke, d krg se wat Lttjes (Kleines).
Ostfriesland

Dar sieht aus, as hett em dr Aff gelaust.
Oberharz
i] Von einem unordentlichen Menschen mit struppigem, ungekmmtem Haar.

Dar sind Hner (Hhner).
Holstein
i] Von Wohlhabenden.

Dar speelt sick ehr tein arm as eenen riek.

Dar stn de Oen an 'n Brg.
hdt] Der Ochs steht zu Berge

Dar stat keene Bkstwe in (Buchstabe).

Dar steiht he, s de Jung un scheet fr sin Vadder up'n Disch.

Dar steit em de Gier na.

Dar steit em de Lecker na.
i] Darnach sehnt er sich, das htte er gar zu gern. Lecker = die Begierde nach guter Kost oder andern angenehmen Dingen.

Dar steit he her un hett de Tunge inn Munn.

Dar steit Matsfotts (Matsfsel, Matspump).

Dar stt mi de Kopp (Kopf) nich na.
i] Dazu bin ich nicht geneigt, gestimmt.

Dar snd quade Ogen ver kommen.
i] Schlechte, Verderben bringende.

Dar snt de Hande em all up verslten.
Holstein
i] Damit wei er vollkommen umzugehen.

Dar snt mehr Aebrs as Poggen.

Dar snt mehr bunte Hnn' (Hunde) as n.

Dar snt mehr Hnde as Bnk.
Oldenburg
i] Bunk, Knake = Knochen. Bunker = groer Apfel, Rbe, Beule, Laus.

Dar Towack (Tabak) is gutt, sagte der Bauer, wo is dar Dreck har?
Schlesien
i] Spottlob auf eine schlechte Sache.

Dar Uanni hod's Gld, dar Ounnari an Paiddl.
Steiermark
hdt] Der eine hat das Geld, der andere den Beutel.

Dar verrhmt sik k wohl n an Botter, de he nich prft (gekostet, geschmeckt) hett.
i] Sik verrmen = sich mit Unrecht rhmen, grundlos prahlen.

Dar wahnt Hans van der Lucht (Luft).
i] Wird von einem verfallenen Hause und zerbrochenen Fenstern gesagt, wo die Luft durchgeht.

Dar wkt dn Schaden.
i] Du musst aufmerken, um einen Verlust abzuwenden.

Dar ward he wat mit to kleien kriegen.
i] Das wird keine geringe Mhe kosten.

Dar wart (wohl) mennig Sack tobunnen, de nich (r he) vull is.

Dar wart kn K (Kuh) blesst hten, of se het wat Wittes vr den Kopp.
Oldenburg

Dar weert keen' Freters geboren, se makter sick denn darto.

Dar wss a Hund zu fihr'n, doass a n uff a Strick scheisst.
Hirschberg

Dar wt he nine Mowwen (rmel) antosetten.

Dar wied bai ouns ka Weihnachtsfleisch asse.
i] Von jemandem, den man bald aus seiner Stellung entlassen will.

Dar will ik di en Sticken bi stecke.

Dar wird hie (oder durt) o kenn Scheffel Salz frassen.
Oberlausitz
i] Wird nicht lange dort sein.
ho] Hij verdient het zout in de pap niet.
pl] Ani na słoną wodę nie zarobił.

Dar word annerwegen k Brod (Brot) back.

Dar wurd grote Magt (Macht) an leggt.
i] Darauf wurde stark gehalten, es wurde ein groes Gewicht darauf gelegt.

Dar ys nen Ampt so geringe, ydt ys Hengens werdt.

Daran denkt Europa nicht.
i] Ein Sprichwort, das in den dreiiger Jahren in Bunzlau sehr oft gehrt wurde, um zu sagen, dass man an irgendetwas nicht denke, dass man ganz anderer Meinung als der Redende sei. Ich habe es bei mannichfachen Gelegenheiten anwenden hren. Wenn irgendeine Behauptung u. dgl. ausgesprochen wurde, so erfolgte von der Gegenseite die Antwort: Daran denkt Europa nicht.

Daran einer am meisten gedenkt und davon einer oft red, das hat er lieb.

Daran erkenn ich den gelehrten Herrn!
Was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern,
Was ihr nicht fat, das fehlt euch ganz und gar,
Was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht Wahr,
Was ihr nicht wgt, hat fr euch kein Gewicht,
Was ihr nicht mnzt, das, meint ihr, gelte nicht!
Goethe, Faust II A I, Saal des Thrones
Mephisto Vs 4917f.

Daran erkenn ich meine Pappenheimer.
Schiller, Wallensteins Tod, III, 15 (Wallenstein)

Daran erkennen wir, dass eitle Prunksucht, ebenso wie roher Unverstand, den Knsten zum hchsten Schaden gereiche.
Goethe, Schriften zur Kunst - ber Leonardo da Vincis Abendmahl

Daran erkennt man der Frauen Sinnen - sich oft im Spiegel betrachten und selten spinnen.

Daran hanget der Bettelstab.

Daran hangt sein Herz.
ho] Daar hangt zijn hart aan.

Daran hat er sich seine Finger verbrannt.
ho] Hij heeft er zich den vinger aangebrand.

Daran hat sich der Teufel schon seine Hosen beschissen.
ho] Daar heeft de duivel zijne broek van bedreten.

Daran kann man weder Kopf noch Schwanz finden.
ho] Daar is geen kop of staart aan te vinden.

Daran kann sich ein Ochse satt fressen.
i] An dem berladenen, geschmacklosen Kopfputz einer Dame.

Daran war eine Angel.

Daran will ich mir die Zhne nicht ausbeien.

Daran zweifelt niemand als die ganze Welt.

Darauf gibt (leiht) kein Jude was.
z] Es ist kein Jud im ganzen Elsass, der ein Batzen darauff lyhe.
ho] Er is zooveel, daar de lombard geen geld op geeft.
un] A' Zsid se d valamit a' voltra.

Darauf ist gut warten, aber bel fasten (o. nicht gut hungern).
i] Sagt man in Hamburg, wenn Versprechungen gegeben und Hoffnungen gemacht werden, deren Erfllung nicht wahrscheinlich ist.

Darauf kann ich mir keinen Reim machen
en] I can't make head or tail of it
fr] je n'y comprends goutte
it] non mi torna

Darauf kannst du Gift nehmen
en] you can bet your life on it - you can bet your shoes on that (sl.)
fr] tu peux en mettre la main au feu
it] puoi starne certo (o. sicuro)

Darauf kommt's an.
la] In eo cardo rei vertitur.
la] In hoc cardo negotii vertitur.

Darauf leihet kein Jud einen Heller.

Darauf los, es ist ein Hesse.
i] Ob diese Redensart sich auf das Volk oder auf ein Pferd, das im alten Deutschland Hess hiess, beziehe, muss hier unerrtert bleiben.

Darauf mache einer einen Vers.
i] Wenn etwas voll Widersprche oder schwer zu erklren ist.

Darauf sei tglich bedacht, dass du die Kraft habest, mit Gleichmut das Leben zu verlassen, an dem viele so sich festklammern und festhalten, wie Menschen, die von einem Wildwasser fortgerissen werden, an Dornen und Gestrpp.
Lucius Annaeus Seneca, Briefe an Lucilius

Darauf verstehen wir uns alle, den berhmten Mann, solange erlebt, mit Neid zu verfolgen, sobald er aber tot ist, ihn zu preisen.

Darauf will ich meinen Stempel nicht drucken.
ho] Ik druk mijnen stempel daar niet op.

Darauff het ich mich lassen brennen.

Daraus folgt auch, dass, wenngleich Konsul oder Knig, diese hinsichtlich des Weges die Herrscher der brigen hinsichtlich des Zieles aber die Diener jener brigen sind, und das gilt zumal von dem Monarchen, der ohne Zweifel fr den Diener aller zu halten ist.
Dante, Monarchia, 2, 2

Daraus folgt denn, dass ich von je her seltener antwortete, und dabei bleibt's denn auch jetzt in hhern Jahren aus einer doppelten Ursache: keine leeren Briefe mag ich schreiben, und bedeutende fhren mich ab von meinen nchsten Pflichten und nehmen mir zu viel Zeit weg.
Goethe, An Zelter, 10.4.1827

Daraus gehe nun fr die Hhergebildeten und Besseren die Pflicht hervor, ebenso mildernd und vershnend auf die Beziehungen der Vlker einzuwirken wie die Schiffahrt zu erleichtern oder Wege ber Gebirge zu bahnen. Der Freihandel der Begriffe und Gefhle steigere ebenso wie der Verkehr in Produkten und Bodenerzeugnissen den Reichtum und das allgemeine Wohlsein der Menschheit. Dass das bisher nicht geschehen sei, liege an nichts anderem als daran, dass die internationale Gemeinsamkeit keine festen moralischen Gesetze und Grundlagen habe, welche doch im Privatverkehre die unzhligen individuellen Verschiedenheiten zu mildern und in ein mehr oder minder harmonisches Ganzes zu verschmelzen vermgen.
Goethe, A. E. Odyniec, 25.8.1829

Daraus htte der Schneider zwei gemacht.
Danzig
i] Wenn beim Kartenspiel zwei Honneurs zusammenfallen.

Daraus kann der Teufel nicht klug werden.
ho] Daar mag de drommel uit wijs worden.

Daraus kann kein Jude gescheit (klug) werden.
ho] Geen Jood kann eruit wijs worden.

Daraus kann kein Schwein klug werden.

Daraus lsst sich kein gut Bier brauen.
ho] Brouw daar nu eens goed bier uit.

Daraus lsst sich kein gut Garn spinnen.
ho] Ik weet er geen goed garen van te spinnen.

Daraus lsst sich keine Pastete machen.

Daraus macht Schnepp zwei (o. htte Schnepp zwei gemacht).
i] Schnepp, Schneidermeister in Knigsberg, war dort der erste seines Gewerbes, welcher sich dadurch auszeichnete, dass er zu Kleidungsstcken verhltnismig nur sehr wenig Tuch gebrauchte.

Daraus mag der Teufel klug werden!
Steiermark

Daraus wird eine lange Metten.

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1 2 3 4
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SPANISCH
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