Weisheiten 246

Da sieht man die Katzenpfote.
i] Glatte Falschheit.

Da sieht man wieder, dass niemals Frauen ber eine Frau urteilen knnen, das ist uns nun einmal vorbehalten...
Goethe, Lili Parthey, 23.7.1823

Da sieht man, wie die Menschen sind:
Nur Leidenschaft und kein Gewissen!
Goethe, Inschriften, Denk- und Sendebltter 24 - An Grfin Jaraczewska

Da sieht's aus wie bei der Zerstrung Jerusalems.

Da sieht's aus wie bei's Bettelmanns Umkehr.
Rottenburg
i] Bei seinem Umzuge, Wohnungswechsel, viel wertloses Zeug durcheinander.

Da sieht's aus wie in einem Hundestalle.
Nrnberg

Da sieht's aus wie nach der Zerstrung von Magdeburg.
i] Die Bhmen sagen: wie bei Jankov, wo die sterreicher unter Gtz am 6. Mrz 1645 von den Schweden geschlagen wurden.
bm] Pords tam, vyberes tomu, co Kec u Jankova.
bm] Vyhlz tam jako u Jankova (pusto).

Da siehts kahl und schal aus.

Da sieht's spanisch aus.

D sin Pd (Pferd) verkaufe welt, d hnk im en Deck m.

Da sind die Schafe rber gegangen.
i] Wird gesagt, wenn der dicke Reis, der beim Kindtaufs- und Hochzeitsschmause aufgetragen wird, mit Rosinen und Korinthen bestreut ist.

Da sind finniger Speck und stinkende Butter zusammenkommen.
i] Eins so schlecht wie das andere.

Da sind keine Beeren mehr zu lesen.
fr] Il n'y a plus rien grapiller.

Da sind keine Feigen zu lesen.

Da sind Mhe und Kosten verloren.
ho] Het is onkosten en moeite verloren.
la] Operam et sumtum perdere. Plautus

Da sind neun Mcken so gut als ein Feldhuhn.
z] Das klein geflgel wird um S. Veitstag so heunisch werden, dass es frey mit dem grbsten Bawren die Milch wird aus der schel essen; alsdann werden neun Mucken so gut als ein Feldhun sein.

Da sind nur vier Winkel und der fnfte ist der Ofen.
pl] Tam są tylko cztloy kąty i piec piąty.

Da sind Rben und Sack verloren.
mhd] Da sint reben und sac verlorn.
mhd] Sw wesent tumbe liute, d snt reben und sac verlorn.

Da sind wir Hofleute, sagte der Teufel, da ritt er auf einer Sau.

Da singt fart (immer) es alde Lie.
Ungarn

Da sitt en Hfk upt Hek.
hdt] Da sitzt ein Habicht auf dem Tor. (Man nehme sich in Acht, da ist ein Aufpasser)

Da sitt he vr ff Mark vr Schilling.
Holstein
i] Da sitzt er wie auf dem Staupbesen, wie ein armer Snder. Von einem, der sehr niedergeschlagen und betubt ist. Ein Stubessen (Staupbesen) nennt man in Hamburg den Betrag von 5 Mark 4 Schillinge, welche der Stuper fr eine Auspeitschung erhielt.

D sitz om Ped un sk et Ped.
Bedburg
fr] Prendre quelqu'un sur le fait. Trouver quelqu'un en dfaut.
pl] Na klaczy jedzie, a szuka klaczy.

D sitz, wie en Ls zwesche zwei Stbe.
Bedburg

Da sitzt auch einer, der in der Fremde gewesen ist. Niederlausitz

Da sitzt der Hase im Kraut.
z] Ich wollte wohl wissen, wo der Has im Kraut sitzet, wenn ich reden drfte.

Da sitzt der Kauz.
z] Da sitzt der Kautz zu Rom mit seinem Gaukelsack und locket alle Welt zu sich. Luther

Da sitzt der Knoten.

Da sitzt die schwarze Katze drauf.
Schwechat bei Wien
i] Um zu sagen, in diesem Fasse, Gefe u.s.w. ist das beste Getrnk. So ruft man der Kellnerin nach, um ihr das Fass mit dem guten Bier anzudeuten. Um den besten Wein zu bezeichnen, sagt man in Schwaben: Do isch d' Katz druff g'sesse.

Da sitzt ein Habicht auf der Hecke.
i] Nehmt euch in Acht, es ist ein Aufpasser u.s.w. da.

Da sitzt sie auf dem Mist, nimm sie, wie sie ist.

Da sitzt St. Peter auf dem Tach und wirft Birnen herab und St. Klaus faul pfel wieder hinauf.
i] Um einen glcklichen Zustand zu bezeichnen.

Da sitzt's und hat ein Htle auf.
Meiningen
i] Man hat das Geld nicht immer so da, um zu kaufen und zu geben; es fllt nicht aus dem rmel.

Da sleit em kn Ader na.
i] Dazu ist er nicht geneigt.

Da smitt sikk en Aal up.
Holstein
i] Sagt man von vorlauten Personen, die sich in Gesellschaften durch Reden und Handlungen auszeichnen wollen.

Da so wenig Menschen da waren, schlossen wir Brderschaft mit den Affen.

Da soll auch der Karren die Ochsen ziehen.
la] Currus bovem ducit (trahit).

Da soll der Adelung drein schlagen.

Da soll der Dieb rechten, wo er stahl.
i] Wo die Tat geschehen, da soll sie gerichtet werden.
d] Thur sial hoern thi of daema sem stal.

Da soll der Donner in den Bettelsack schlagen.

Da soll der Knppel Trumpf sein.
ho] De knuppel zal troef zijn.

Da soll der Palmesel nicht hlzen sein, wenn es nicht wahr ist.

Da soll dich doch gleich das Moridel erbeien!
i] Scherzhafte Drohung.

Da soll doch den Heidelberger Brgermeister ein Odenwlder Fuchs beien!
i] Entrstung, Staunen.
en] The mayor of Altringham, and the mayor of Over, the one is a thatcher, the other a dauber.
en] The mayor of Altringham lies in bed while his breeches are mending.

Da soll doch der Hagel 'nein schlagen!
ho] Daar slaat de hagel door.
ho] Daar zal nog hagel op volgen.

Da soll doch der Teufel den Teufel holen.
ho] Nu sal die duvel den duvel schenden.
la] Neptuno Sathanas nunc vult imponere culpas.

Da soll doch ein Blitz 'nein schlagen.
ho] Dat moet Jupiter met zijn' bliksemschicht scheiden, zei jonker Frans.

Da soll doch ein Teufel den andern holen.
bm] Vezmi čert d'abla, obou nm netřeba. 21.)

Da soll doch Jupiter mit seinen Blitzen dreinschlagen.
ho] Dat moet Jupiter met zijn' bliksemschicht scheiden, zei jonker Frans.

Da soll ein ander Muslein pfeifen.
ho] Daar zal een ander muisje piepen.

Da soll eine Bombe dreinschlagen.
ndt] Duo schlag scho a Bome drei! Ulm
ho] Daar slaat eene bom door.
ho] Daar zal eene bom springen.
ho] Daar slaat er eene bom in.

Da soll einer auf seine alten Tage noch sterben, sagte (klagte) Klaus.
ho] Lieve Huibert-oom, must gij op uwen ouden dag nog sterven.

Da soll ihn doch der - Adelung holen.
i] Unwille ber grobe Sprachfehler.
ho] Hij zal de grammatica krijgen.

Da soll ma ja gleich n' Ofen einschlagn.
Obersterreich

Da soll man wohl ins Schwitzen kommen, sagte das Mdchen, da bekam sie zwei Kinder aufeinmal.

Da soll mich der Kuckuck holen.
ndt] So schall mi de Kuckuck halen.
i] Kuckuck gehrt zu den Wrtern, die wie Donner, Geier u.s.w. als Glimpfformen gebraucht werden, um einen Gegenstand zu bezeichnen, den man geradezu wie Gott, Jesus, Teufel u.s.w. nicht nennen will, wenn man sich in Ausrufen, Verwunderungen, Beteuerungen und Verwnschungen uert. Unter Kuckuck wird der Teufel gemeint.
z] Sowol im alten Volksglauben, als auch im Volksliede spielt der Kuckuck, Gutzgauch, Gauch, namentlich als wahrsagender Vogel, Zeitvogel und Frhlingsbote eine bedeutende Rolle. Erst spter wurde er ein teuflisches Thier, eine Teufelsmaske oder der Teufel selbst. So spukt er in den Redensarten: Das wei der Kuckuck. Man mchte des Kuckucks werden. Den hat der Kuckuck hergebracht (geholt). Der Kuckuck und sein Kster. Grimm
i] Fr die letztere Redensart hat man auch die gleichbedeutenden: Der Teufel und sein Anhang, der Teufel und seine Gromutter. Im Elsass kommen folgende Redeformen vor, in denen der Kuckuck verkleidend auftritt: Potz Gpel! Potz Gpels! Bm Gpel! I wollt, de wrsch bm Gpel! Zuem Gpel! Geh zum Gpel! Schick' ne zum Gpel! Hol di d'r Gupel! Zuen Gugger! Bn Gugger! Zuem Gugguk! Bm Guggick! Dass dich der Gugguck hol'.

Da soll mich doch der Popelmann holen!
i] Beteuerungsformel, wobei zu ergnzen: wann das geschieht.

Da soll mich gleich der Bulle lken (stoen).

Da soll nun Stern zum Sterne deutend winken,
Ob dieses oder jenes wohlgetan,
Dem Irrtum leuchten zur verworrnen Bahn
Gestirne falsch, die noch so herrlich blinken.
Goethe, Festzug 18.12.1818 (Wallenstein)

Da sollen wir bald diese bald jene Unart ablegen, und doch sind die Unarten meist eben so viele Organe, die dem Menschen durch das Leben helfen.
Goethe, Briefe aus der Schweiz 1. Abt.

Da sollt ihr den Kuckuck kriegen.
ho] Dat moit je de koekoek.

Da sollte ja der Teufel in einen Tornister kriechen.

Da sollte man ja gleich in den Rauchfang steigen.
Obersterreich
i] Ausruf, wenn irgendetwas Unerwartetes geschieht, ein seltener Besuch kommt.

Da sollten (o. mssten) mich doch die Gnse beien!
d] Den dag jeg gir det, da gid gis bide mig, - gid min hat falde i rendesteenen.

Da slt de Afkaaten nix vun hebben.
Holstein
i] Das wollen wir unter uns ohne Prozess und Streit abmachen.

Da speiet i, was ich in der faschen (Kinderbinde) 'gessen hb.
Wien
i] Um groen Ekel auszudrcken.

Da spielen die Teufel auf dem Dach.
z] Wo unfltige Reden gefhrt werden, da spielen die Teufel auf dem Tach.

Da sprach der biedre Auerhahn: na Leut', jetzt lasst mich auch mal 'ran.

Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch.
1. Mose 2,23
i] Wird zitiert, wenn Eigentum an einer Sache festgestellt oder in Anspruch genommen werden soll.

Da sprang der Hase aus dem Halmbschel.
altfries] Dear sproong de Haas ut de Halm tott.

Da stand ich nun zwischen Arschloch und Fotze.
Breslau
i] Im Gedrnge, in Verlegenheit.

Da steck 'nen Plock hin, denn kannst't wedder finn'n.
Gttingen

Da steckest (stellst) nae deinem eigen Unglck.
la] Movere Camarinam.

Da steckt das Messer.
Franken
i] Hat den Sinn wie: Da liegt der Hund begraben.

Da steckt der Bock in Dornen.

Da steckt der Karren im Dreck.
z] Nun leit der karn im Drecke alhie.
fr] tre bien avant dans le bourbier.

Da steckt der Kniff.
ho] Daar ligt de kneep.

Da steckt der Knoten (das Hindernis).
fr] C'est l, le hic.

Da steckt der Teufel.
i] Daran stt es sich eben. Das ist der schwierige Punkt, da liegt eben der Hund begraben.
fr] Cest l le diable.

Da steckt ein Mann drin.
i] Von einem Knaben mit hervorragenden Anlagen.
ho] Daar steekt een man in.

Da steckt eine Falle dahinter.
la] Dolus subest.

Da steckt er, wie die Maus im Pech.

Da steckt etwas dahinter

Da steckt was im Rckhalt.

Da steckt's.
Luther
la] Sagitta perfecta iacta.

Da steh ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Goethe, Faust I, Nacht (Faust) Vs 338

Da steh ich schon,
Des Chaos vielgeliebter Sohn!
Goethe, Faust II A II, Am obern Peneios (Mephisto) Vs 8027

Da steh ich, ein entlaubter Stamm; doch immer
Im Marke lebt die schaffende Gewalt,
Die sprossend eine Welt aus sich geboren.
Schiller, Wallensteins Tod, III, 13 (Wallenstein)

Da stehen die Ochsen (o. Affen) am Berge.
i] Von denen, die sich durch ein Hindernis aufgehalten sehen, sich in irgendeiner Sache nicht zu helfen wissen. Nur Ochsen lassen sich bis zum Stehenbleiben verblffen.
en] To put the cart before the horse.
fr] Voil l'accroc, la difficult, le noeud de l'affaire.
it] Mettere il carro innanzi a buoi.
la] Cantherium in fossa. Livius
la] Clivo sudamus in imo. Ovid
la] Hic haeret aqua. Cicero
la] In angustum oppido nunc meae coguntur copiae. Terenz
la] In trivio sum consilii.
la] In trivio sum.

Da stehen wir allerdings vor etwas Gttlichem, das mich in ein freudiges Erstaunen setzt. Wre es wirklich, dass dieses Fttern eines Fremden [der Grasmcke] als etwas allgemein Gesetzliches durch die Natur ginge, so wre damit manches Rtsel gelst, und man knnte mit berzeugung sagen: dass Gott sich der verwaisten jungen Raben erbarme, die ihn anrufen.
Goethe, Eckermann, 8.10.1827

Da steht der Hunger Schildwacht und der Schmacht prsentirt das Gewehr.
Westfalen (Zur Bezeichung groer Armut)

Da steht der Knabe, der sich anmate, mit Jupiters Keule zu spielen, und Pygmen niederwarf, da er Titanen zerschmettern sollte. Schiller, Die Ruber, II, 3 (Karl Moor)

D steht do wie 'nen hlze Herrgott.
Bedburg

Da steht ein Strohbschel (auch: Strohwisch).
i] Warnungszeichen, einen verbotenen Weg zu betreten.

Da steht Lumperei Schildwacht.
Nrtingen

Da steht mir der Verstand still
en] it blows my mind
fr] les bras m'en tombent
it] rimango di stucco

Da steht nichts drber auf.
Wien
i] Das ist nicht zu bertreffen, auch ironisch.

D Stein, d mer nit heve kann, d lies (lsst) mer lige.
Kln

Da stinkt der Hund.
Obersterreich
i] Hier mangelt's, hier fehlt etwas, hier liegt's.

Da stinkt's bei unserm Karl.
i] In diesem Punkte, Wissensfach geht's nicht vorwrts mit ihm.

<<< operone >>>

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ENGLISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
FRANZÖSISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49
ITALIENISCH
1 2 3 4
LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10