Weisheiten 242

Da ist minder Vorteil als bei den Huren in der Fasten.

Da ist mir's eingeschossen.
i] Ich habe mich dessen pltzlich erinnert.

Da ist mord in allen gassen.

Da ist Mhe und Arbeit umsonst.
la] Siccum sterili vomere littus aro. Ovid

Da ist nicht gut sein, wo es der besser hat, welcher die Zeche macht, als der sie bezahlt.

Da ist nicht jedesmal groes Feuer, wo starker Rauch aufsteigt.
Estland

Da ist nicht viel zu brudern.

Da ist nichts zu gewinnen als Pulver und Blei.
ho] Daar is niet te halen dan krud en lood.

Da ist nichts zu kneifen und zu beien.
ndt] Dar is nicks to knpen edder to biten.
i] Da ist nicht das liebe Brot im Hause.

Da ist nichts zu schleifen.

Da ist niemand zu Haus.
ho] Daar is niemand t' huis.

Da ist nit mehr dann haut und beyn.
la] Viri senis astaphis calvaria.

Da ist noch Eiter drin.
ho] Dat uitgezworen is, zal niet tot etter zweren.

Da ist noch gar kein Ende abzusehen.
i] Um zu sagen, dass etwas gar kein Ende nehme, um bersttigung, berdruss daran auszudrcken, haben wir unter anderen die Redensarten: Potz Geck und kein Ende! Kritik und kein Ende! (Lessing.) - Shakspeare und kein Ende. (Goethe.) - Kerel un kein Enne. Rtensplt (Reissenspleiss) un kein Enne. (Schambach.) - Narren und kein Ende.

Da ist noch keine Not, wo ist drr Fleisch, saurer Wein und schimmlig Brot.

Da ist oft ebensoviel Beredsamkeit im Ton der Stimme, in den Augen und in der ganzen Atmosphre, die ein Redner um sich verbreitet, wie in der Wahl seiner Worte.
La Rochefoucauld

Da ist Ruh, wo kein Weib kommt zu.

Da ist 's heilige Grab wohl verwahrt.
i] Ironie, soviel als: Der Bock ist zum Grtner gesetzt.

Da ist Sache.
i] In der Niederlausitz, um zu sagen: Da gibt es vollauf und gut zu leben. Da ist nicht Sache = da ist nicht viel zu haben, nicht viel los.

Da ist Salz und Schmalz verloren.

Da ist schlecht zehren, wo weder Brot noch Wasser ist.
mhd] Dr is qut teren, dr noch brt noch water is.
la] Estur ibi prave, nihil est ubi panis et undae.

Da ist schlechte Weide, sagte Jermis, als er eine Laus auf einem kahlen Kopfe laufen sah.
ho] Daar zit niet veel gras op de weide, zei Teeuwes de boer, en hij zag eene luis op een' kalen kop grazen.

Da ist schlechtes Wetter im Ehestandskalender.
Nrtingen

Da ist Schmalhans Kchenmeister
en] they are an short commons
fr] il n'y a pas grand'chose se mehre sous la dent - an serre la ceinture
it] qui si sta a stecchetto - qui si tira la cinghia

Da ist Spitz' und Knopf beinander gewesen.
Franken

Da ist trauern und Wehklagen die beste Freude.

Da ist Treu' und Ordnung hin, find't sich ein Beerleiterin.
i] Die des Abends abholt, was die Wirtin den Tag ber erbrigt und erstrichen.

Da ist unser Herrgott gerade nicht auf der Welt gewesen.
Troppau

Da ist unserem Herrgott ein Stck Vieh hingefallen, sagte der Bauer, als der Schultheiss im Walde strauchelte und fiel.

Da ist unsre Heimat, diese Dinge
Bleiben in den Tiefen unsrer Seele.
Carl Spitteler, Der verlorene Sohn

Da ist Verstand von nten wo man auf des Klugen Frage antwortet.
Finnland

Da ist viel Rauch, doch Braten gibt es nicht.

Da ist viel umgeflodert.
z] (Da sind) Mnch und Nonnen umbgeflodert, da alles voller Breut und Breutgam, Plumpf und Hochzeit, Geigen und Pfeifen, hu, hu.

Da ist Waschen und Bgeln beisammen.

Da ist Wort und Zuspruch.
la] Sunt verba et voces.

Da ist zum Streuen und Vorlegen.
i] Es ist berfluss, mehr als ntig ist, vorhanden.
jdisch-deutsch] Mit an Ojdef. (Mit Zugabe)

Da ist's als gbe man einer Sau eine Muskatennuss.
Nrtingen
i] Sie tritt sie auch in den Kot.

Da ist's den Lippen besser, dass sie schweigen,
Indes der Geist sich fort und fort beflgelt.
Aus Gestern wird nicht Heute, doch onen,
Sie werden wechselnd sinken, werden thronen.
Goethe, Heut und ewig

Da ist's denn wieder, wie die Sterne wollten:
Bedingung und Gesetz und aller Wille
Ist nur ein Wollen, weil wir eben sollten,
Und vor dem Willen schweigt die Willkr stille;
Das Liebste wird vom Herzen weggescholten,
Dem harten Mu bequemt sich Will' und Grille.
So sind wir scheinfrei denn nach manchen Jahren
Nur enger dran, als wir am Anfang waren.
Goethe, Gott und Welt - Urworte - Orphisch - Ntigung

Da ist's deutlich, dass der Geist auch nur Frhlingsatem schpft und dass Jugend nicht in Zeit sich einschrnkt, die vergeht, da Lebenslust nicht vergehn kann...
B. V. Arnim Die Gnderode

Da ist's freilich gut Pferd sein, sagte der Bauer, als er seinen Gaul tot im Stalle fand, den ganzen Winter hat das Bst gefressen, und nun es im Frhjahr zur Arbeit geht, crepiert es.

Da ist's grad als schmiss' ich 's Geld in Bach hinein.
Nrtingen

Da ist's grad, als man schntze an den Block.
Rottenburg

Da ist's grad, man lang in einen Klemmerhaufen hinein.
Nrtingen
i] Klemmerhaufen = groe schwarze Waldameise.

Da ist's gut, wo wir nicht sind.

Da ist's immer gut, wo wir nicht sind, da kocht man Grtze in lauter Butter.
Finnland

Da ist's so kalt wie in einem Hundestall.

Da ist's weit hin; wenn die Kle da gekocht werden, knnen wir oft taufen.
i] Von sehr weit entlegenen Orten und Sachen.

Da ja selbst Naturforscher fter durch Trennen und Sondern als durch Vereinigen und Verknpfen, mehr durch Tten als durch Beleben sich zu unterrichten glauben.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,4

Da Jagl (Jakob) (25.7.) tuet d' Oepfl salzen, da Lenzl tuet's schmalzen, da Bartl gibt ean n Gschmack und da Michel brockts a.
i] Damit bestimmt man in Obersterreich die allmhliche Zeitigung der pfel.

Da Jakob (25.7.) will an toten Mon hobn.
i] Nach einen in der Oberpfalz herrschenden Aberglauben muss um Jakobi jemand eines gewaltsamen Todes sterben.

D jt dem alles en de Kch (Kche).
Bedburg
i] Begnstigt ihn auf eine aufallende Weise.

Da jederman gehet, wchst kein Grass.

Da jedes Menschen Glckseligkeit in seinen Begriffen von Glckseligkeit ruht, so ist es grausam, irgendeinen zwingen zu wollen, gegen seinen Willen glcklich zu sein.
Adolph Freiherr von Knigge, ber den Umgang mit Menschen

Da jedoch der Mensch in Absicht der Veredlung sein selbst keine Grenzen kennt, auch die klare Region des Daseins ihm nicht in allen Umstnden zusagt, so strebt er ins Geheimnis zurck, sucht hhere Ableitung dessen, was ihm erscheint.
Goethe, Schriften zur Literatur. Geistes-Epochen

Da Jugend und Menge wohl immer durch Gefahr und Tumult angezogen wird.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II, 8

D ka mer op et Ht (Haupt) blosen.
Bedburg

Da kam der Knoten zur Hand.
ndt] Diar km a Knaat tu hun.
Amrum

Da km' ich schn zu Markt.
Meiningen
i] Da wrde ich bel ankommen.

Da kam Jap zur Tr und ertappte dich.
i] Empfiehlt Klugheit im Sprechen, damit einer sich nicht selbst verrt.
altfries] Dear kam Jap t Dr.

Da kam Jap zur Tr.
ndt] Diar kam Jap t Dr. Sylt
i] Er konnte nicht lnger schweigen.

Da kam man uns so hart auf das Leder.

Da kamt se mit vuller Musik.
i] In groem Jubel.

Da kann die Haushaltung nicht bestahn, wo die Henne nicht scharret wie der Hahn.

Da kann einem ja Angst und Bange werden.
en] to be scared stiff, to be scared to death, to be frightened out of one's mind, to be scared to bits, to be scared shitless, to brick it

Da kann em de Himmel vertreibe(n).
Ulm

Da kann er sich einen Pudel schnitzen.
i] Auf einen armen Handelsmann, der sich zwischen zwei reichen Konkurrenten niedergelassen hatte.

Da kann ik min Kinner kn Brod (Brot) fr kopen.
i] Sagen bedrftige Mtter, die Mhe und Arbeit ohne entsprechenden Lohn tun sollen. Davon kann ich nicht leben.

Da kann kein Teufel klug draus werde.
Ulm

Da kann keine Stecknadel mehr zu Boden fallen.
i] So dicht ist das Gedrnge.

Da kann man alt werden, oder gar sterben.
i] Nmlich bis dahin, dass u.s.w.

Da kann man die ganze Welt sehen und Andelfingen.

Da kann man eine Laus peitschen.
i] Wo es sehr kahl ist.
ho] Daar kan men wel eene luis op geeselen.

Da kann man frank und frhlich leben:
Niemanden wird recht gegeben,
Dafr gibt man wieder niemand recht,
Machts eben gut, machts eben schlecht,
Im ganzen aber, wie man sieht,
Im Weltlauf immer doch etwas geschieht.
Goethe, Zahme Xenien IV

Da kann man keinen ruhigen Furz lassen.
Rottenburg
i] Man ist da zu beschftigt oder zu geniert.

Da kann man Menschen von solchem Leichtsinn und Hochmut sehen, dass es fr sie besser wre, berhaupt nicht studiert zu haben; andere sind geldgierig, manche ruhmschtig, viele sind Sklaven ihrer tierischen Gelste, so dass ihr Leben in einem merkwrdigen Widerspruch zu ihren Reden steht: diese finde ich im hchsten Grade verchtlich.
Cicero, Tusculanae

Da kann man nichts machen, wo nichts verrissen ist.
Nrtingen

Da kann man sehen, was die Gans fr Fett hat.
ho] Men zal zien, wat de gans voor vet inheeft.

Da kann man sich die Zhne dran ausbeien.

Da kann man vor Gottes Segen nicht dazu kommen.
Meiningen
i] Wo groer Zudrang herrscht.

Da kann man Wunder von erzhlen.
ho] Daar wilde ik wel vel wonders van vertellen.

D kann met enem g krschen un met em angre lchen.
Bedburg

D kann sen ege Leid net schweggen.
Bedburg
i] Plaudert seine eigenen Misshelligkeiten aus.
ho] Hij kan zijn eigen leed niet zwijgen.

Da kann sich der Teufel viel Paar Schuhe ablaufen.
i] Ehe er nmlich das oder jenes erreichen, den oder jenen fangen wird. Diese Redensart erinnert an ein Sprichwort, das die Insassen russischer Strafanstalten auf sich anzuwenden pflegen: 'Der Teufel hat drei Paar Bastschuhe abgetragen, ehe er uns alle in einen Haufen zusammenbrachte.'

Da kann's nicht zusammengehn, wenn eins sagt Wista, das andere Hott.
i] Von einer uneinigen Ehe.

Da kannst du dir eine Scheibe von abschneiden! (Tadel)

Da kannst du dran riechen.

Da kannst du warten, bis du schwarz (o. grau) bist
en] you can wait until you are blue in the face (o. until the cows come home)
fr] tu peux attendre jusqu' la saint-glinglin
it] campa cavallo che l'erba cresce - puoi aspettare il giorno del giudizio

Da kein Haar, ist bel kemmen.

Da km ik up en stven Hund to rden.
Holstein
i] Stf = stumpf, kurz, abgestutzt. - Da kme ich schlimm weg.

Da kennt sich keine Sau aus.
i] Bei Sachen, bei denen man die Geduld verliert.

Da klebt Pech.

Da kommen die Musikanten heraus.
i] Das sind die Folgen davon.

Da kommen noch eine groe Menge Knpfe aus Kamelgarn dazu.
ndt] Dar kamen noch'n heele Blt Knopen un Kameelsgarn bi.
i] Die Zutaten machen die Sache teuer.

Da kommen sie herunter vom Drachenberge.
i] Die Feinde, Gegner. - Wenn pltzlich etwas anders kommt, als man erwartet. Im Kartenspiel glaubt z.B. jemand smtliche Stiche oder wenigstens mehrere zu machen; der Gegner aber spart die Mehrzahl der Trmpfe, sodass er nach dem Herausziehen der Trmpfe den letzten Trumpf behlt und nun eine Zeit lang Freiblatt spielen kann, wodurch er Gewinner des Spiels wird, wobei die obige Redensart angewandt zu werden pflegt.

Da kommet zwoi und bringent oin, hat 's Maidli gsait, und htt an Floh zwische zwoi Finger ghtt.

Da kommst du an den Rechten.
i] Nimm dich vor ihm in Acht; er ist durchtrieben, rnkevoll.
la] Cornutam bestiam petis.

Da kommst du blind.

Da kommt alles Unglck zusammen.
ho] Dat is de stopel van alle ongeluk.

Da kommt auch einer aus unserer Zunft, sagte der Khler zum Schornsteinfeger, als er einen Priester sah.
ho] Daar gaat onze confrater, zei de smid tegen den schoorsteenveger, op een' predikant wijzende, waut hij is ook in't zwart.

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ENGLISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
FRANZÖSISCH
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ITALIENISCH
1 2 3 4
LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10