Weisheiten 238

Da er seiner Schwiegermutter nicht gewachsen war, band er mit seiner Frau an.
Ägypten
i] Wenn er sieht, dass sein eigentlicher Feind ihm überlegen ist, so greift er einen Schwachen und Unschuldigen an. Schwiegermutter steht hier allgemein für feindliche, widerwärtige Personen.

Da erhebet sich der Bettlertantz.

Da Erkenntnisse immer im Zusammenhang stehen mit sprachlicher Genauigkeit, ist die klassische Literatur die Schöpferin des wissenschaftlichen Geistes in Deutschland.
Heinrich Mann, Die Macht des Wortes

Da erschien ihm ein Engel und gab ihm Kraft.
Lukas 22, 43

Da es aber einmal nicht in unsern Plan geht, und man an seinen Lebensverhältnissen nicht so viel zupfen und zerren, nicht immer was Neues an sie heranziehen soll.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,2

Da es aber, im Verfolg wissenschaftlichen Bestrebens, gleich schädlich ist, ausschließlich der Erfahrung als unbedingt der Idee zu gehorchen...
Goethe, Geschichte meines botanischen Studiums

Da es Bücher gibt, so wertvolle und königliche, dass ganze Gelehrtengeschlechter gut verwendet sind, wenn durch ihre Mühe diese Bücher rein erhalten und verständlich erhalten werden diesen Glauben immer wieder zu befestigen, ist die Philologie da.
Nietzsche

Da es dem Narren mislang, die Glut mit Schwefel zu dämpfen, so versucht er, das Feuer mit Öl zu löschen.
Russland

Da es dem Trinker von geworden, da vergehts ihm wieder von.

Da es dem Wolfe nichts hilft, auf die Schafe zu lauern, so holt er sie aus der Hürde.

Da es eine Zeit ist zu spalten und eine andere wieder zu vereinen, eigentlich aber doch nur die Menschen, die Zeit machen, so sehe ich in den jungen Männern, die das letztere bewirken, ganz eigentlich gute Dämonen, welche das Versöhnen und Einen als notwendigen Naturtrieb empfinden.
Goethe, An K. E. Schubarth, 7.11.1821

Da es en rechten Güörtenteller (Grützenzähler).
Iserlohn
i] Ein knickeriger Mensch.
ho] Het is een gorten-teller.

Da es keinen Menschen gibt, der aufwächst und lebt, ohne von der Außenwelt beeinflusst zu werden - also von gesellschaftlichen, das heisst politischen Geschehnissen -, so existiert keine Literatur, die nicht vom ersten bis zum letzten Wort von Politik beeinflusst ist.
M. Scheer, Internationales Seminar der Literatur

Da es mir wohl erging auf Erden, wollten alle meine Freunde werden; da ich kam in Not, waren alle Freunde tot.

Da es nun ferner ausgemacht ist, dass die Frauen sich nur füreinander putzen und untereinander den Putz zu steigern unermüdet sind...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12

Dä es we' ne Wimpel om Dag.
Köln

Dä es zo domm (dumm), duss zo dun.
Köln

Dä ess ens räet an de Lîmroth (Leimrute) kumen.
Bedburg
i] Zu Schaden, durch List übervorteilt worden.

Dä ess ens räet durch de Zäng getrocke wurde.
Bedburg
i] Durch die Zähne gezogen, durchgehechelt.

Dä ess êns rät öm et Liet (Lid) gefôt wurde.
Bedburg
i] In dem Sinne: über den Löffel barbiert.

Dä ess jetzt wie 'ne Vogel op de Heck.
Bedburg
i] In unsicherer Stellung.

Dä ess von alle Mäede (Märkte) widderkumme.
Bedburg
i] Hat Erfahrung, Weltkenntnis, ist durchtrieben.

Dä ess wie en wasse Nase.
Bedburg
i] Unbeständig, launenhaft.

Da fahr' ich voll drauf ab!

Da fährt des Teufels Braut.
i] Wenn Feuer aus dem Steinen sprüht.

Da fällt der Dreck zu einem Krüppel.
Nürtingen
i] Zunächst von sehr hoch angebrachten Abtritten.

Da fällt mir all' mein Weißzeug bei.

Da Fama tausend Zungen hat, so setzt sie gewöhnlich dem Übel drei Nullen zu.
Goethe, An Ch. G. v. Voigt, 21.6. 1798

Da fängt der Hirsch die Hunde.
la] Cervus canes trahit.

Da Fauli trogg si z'tod, da Flaissigi ged genod.
Steiermark
i] Der Fleißige geht so oft, als es nötig ist.

Da fehlt auch nicht das Pünktlein auf dem i.

Da fehlt die Feile.
i] Die Arbeit ist noch rauh, mangelhaft, bedarf der Politur.
ho] Het heeft de vijl noodig.

Da fehlt nicht das Tüpfli aufs i.
Nürtingen

Da fidei, quae fidei sunt.
Francis Bacon
dt] Gib dem Glauben, was des Glaubens ist.

Da finden sieben Katze keine Maus.
ndt] Dau findet siebe Katze kä Maus. Ulm

Da findt man keinen g'sattelten Gaul.
Nürtingen
i] Zur Bezeichnung arger Unordnung.

Da Flecka (Flecken) helfa heba und lega.
i] Im Glück wie im Unglück der Gemeinde mit Rat und Tat beistehen, unter allen Umständen für das Wohl der Gemeinde wachsam und tätig sein.

Da flehen die Menschen die Götter an um Gesundheit und wissen nicht, dass sie die Macht darüber selbst besitzen. Durch ihre Unmäßigkeit arbeiten sie ihr entgegen und werden so selber durch ihre Begierden zu Verrätern an ihrer Gesundheit.
Demokritos

Da fliegen Scheben, wo Flachs gehechelt wird.

Da folgen die Kinder wie die Orgelpfeifen.
i] Wenn sie so aufeinanderfolgen, dass, wie die Dänen sagen, das eine Kind Zähne, wenn das andere Hände bekommt.

Da fraget Kuntz ohn sorg vil nach.
la] Non est curae Hippoclidi.

Da fragt der Weise den Narren um Rat.
ho] De wijze vraagt den zot om raad.

Da fragt Kuntz on sorgen wenig nach.
la] Non est curae Hippoclidi, non curas, quanti veneat frumentum.

Dä Frau géit (geht), as 'ne Gäus, dä 't Ai nit los wer(d)en kan.
Grafschaft Mark

Da freu' ich mich druf wie der Chosen (Bräutigam) uf die Kalle (Braut).
Jüdisch-deutsch (Auch in ironischer Bedeutung)

Da friert Mark und Bein zusammen.
Nürtingen

Da friss ich (auch) keinen Salzstein.
Nürtingen
i] Keinen Stein Salz, da bleib' ich nicht lange.

Da gaben wir dem Cäsar,
Was dem lieben Gott gehörte.
Heine, Romanzero: Himmelsbraut

Da gab's ein Gerede, man weiß nicht wie,
Das nennt man eine Akademie.
Goethe, Parabolisch: Séance

Da gaoh wi hiär (da gehen wir her), sagg de Kreihe, dao hadd' ehr de Hawk in 't Muel.

Da geb' ich nicht einen faulen Rappen für.

Da geh' ich auf alle Viere über die Ringstrasse.
Wien
i] Zu ergänzen: Ehe ich das tue.

Da gehen achtzehn aufs Dutzend.
z] In allen Stätten, Flecken und Dörffern werden täglich Leut geboren, die hertz und händ haben zu Schiessen, Hawen vnnd Stechen, vnnd kommen oft Achtzehn für ein Dutzet zu Marck.

Da gehen doch eher die Krebse mit dem Hasen davon.
ho] Dan gaan de krabben nog met den haas door.

Da gehen wir Botaniker, sagte die Kuh zum Kräuterweibe.

Da gehen wir Künstler, sagte der Schuhflicker zum Bildhauer.

Da gehen wir Musikanten, sagte die Kuh zum Pfeifer, als sie eine Schelle bekommen hatte.

Da gehet der Wind aus einem andern Loche.

Da gehet es aus einem anderen Fasse.

Da gehet es gut, wenn schon ein ganzes Dorf verbrennt, wenn nur des Pfaffen Haus aufrecht bleibt.

Da gehets zu, wie beim Teufel in der Hölle.

Da gehet's zu, wie im Venusberge.

Da gehst du und siehst einen Hund laufen, der einen Menschenknochen durch die Steppe schleift. Und du bist so müde, dass du keine Lust hast, auf ihn zu schießen.
Siatonow, Februar 1943

Da geht alles widerwärtig zu, wo man den Esel auf den Sack ladet.

Dä geht dem Hohnderei noh un ließ et Gängsenei leggen.
Bedburg

Da geht die Mutter vom Kinde.

Da geht die Uhr richtig.
i] Da weht der Wind von der rechten Seite.

Da geht ein Licht auf.
ho] Daar gaat een licht op.

Da geht einem die Pfeife aus.
i] Es ist, um aus der Haut zu fahren, um katholisch, um des Kuckucks, des Teufels, um toll zu werden.
fr] Cela ferait enrager la bête et le marchand.
fr] Cela ferait renier chrême et baptême.
fr] C'est à crever dans sa peau.
fr] Il y aurait de quoi lasser la patience d'un capucin.
fr] Le diable s'en pendrait.

Dä geht en et hundert, dat et tusend voll wird.
Bedburg

Da geht er hin und singt nicht mehr?
F. Gumbert, Die Kunst geliebt zu werden, 18. Szene

Da geht es alle hin, sagte Scheißinsbett.

Da geht es übel, wenn Frevel die Frommen schlägt und Hoffart das Fähnlein trägt.

Da geht Gewalt für Recht.

Da geht ihm ein guter Wurm ab.
i] Dem Spieler, der eine Karte beigeben muss, die er noch gut zu verwerten gerechnet hatte.

Da geht kein Loch durch.
z] Wer theurer verkauft, als die Sache wert, ist des Teufels; da geht kein Loch durch, denn es ist wider die brüderliche Liebe.

Da geht kein Streich verloren, außer der daneben geht.
i] Der verdient sie alle.

Da geht mein (sein) Leib und Gut miteinander.
i] Von denen, die weiter nichts besitzen, als was sie auf dem Leibe tragen.

Da geht mir der Dâm (Daumen) vor.
Oberösterreich
i] Man verweigert mit dieser Redensart etwas unwillig, eine Bitte, ein Verlangen.

Da geht unser Student, sagen die Greifswalder.
i] Um eitle Selbstüberhebung zu verspotten. Von dem alten Witz, dass der einzige greifswalder Student, wenn er sporenklingend durch die Straßen schritt, die gesammte Bürgerschaft an die Fenster trieb und zu dem obigen Ausruf veranlasste.

Da geht's durcheinander wie in einem Ameisenhaufen.
Nürtingen

Da geht's klein unter.
i] Es herrscht dort Dürftigkeit und Armut.

Da geht's nach Gunst und nicht nach Kunst.

Da geht's ordentlich zu, wie bei Nobals Schaffscheren.
i] Wobei gut gegessen wurde.

Da geht's spanisch zu.
ho] Het gaat er Spaansch toe.
ho] Het ziet er Spanisch uit.

Da geht's Tschühü und Doho.
i] Tschühü und Daho sind Fuhrmannsrufe für rechts und links zum Antreiben der Pferde. Wenn es in einem Hause planlos und unordentlich hergeht, so wendet man die obige Redensart an.

Da geht's übel zu, wo Frevel die Trommel schlägt und Hoffart das Fähnlein trägt.

Da geht's warm her.
Oberösterreich
i] Da gibt es etwas zu gewinnen; da wirft's was ab, trägt's was ein.

Da gehts zu als wie im Türkekrieg.

Da geht's zu wie auf der Accise.
i] Wo viel Personen kommen und gehen, viel Besuche sind, ein großer Verkehr ist.

Da gehts zu wie in einem Imen (Bienenstock.)
Nürtingen
Da geht's zu, wie in einem Ameisenhaufen (oder Wespennest).

Da geht's, mein Herr, nicht immer mutig zu;
Doch schmeckt dafür das Essen, schmeckt die Ruh.
Goethe, Faust, I, 12 (Margarete)

Da geiht e hen un holt en Tügen (Zeugen).
i] Der Justizrat C. zu M. schoss auf einer Jagdpartie in demselben Augenblick, als man sich zum Frühstück lagern wollte, einen Hasen. Ein jüngerer Jäger, welcher sich der Beute bemächtigen wollte, wurde von C. mit den Worten zurückgehalten: z] Lassen Sie uns erst ruhig frühstücken, der Hase macht sein Testament.' Aber kaum hatte er das Wort gesprochen, als sich Lampe aufmachte und davonlief. Ein durch seinen Humor bekannter Jagdgefährte, der dies zuerst bemerkte, sagte darauf in seiner trockenen Weise die obigen Worte.

Dä géit (geht) daheär as de Rüe na der Hochtîd.
Grafschaft Mark

Da geit he hen, as de Hund ân Swans.
Holstein
i] Ist übel an- oder weggekommen.

Da geschieht auch der erste Stich zu einem Paar kalbledernen Schuhen, sagte der Bauer, als der Stier auf die Kuh stieg.
Württemberg

Da geschieht fürs Ackern wenig genug,
wo der Bauer lauft vom Pflug,
der Ochse verwirft das Joch
und das Roß sein Kummet noch.

Da getts zua, wi uf an läusige Koupf.
Franken

Da gewt 't wat af.
i] Es setzt Hiebe.

Da gibt es den Ängstlichen, der unter sein Bett schaut, und den Ängstlichen, der sich nicht einmal traut, unter sein Bett zu schauen.
Jules Renard, Ideen, in Tinte getaucht. Aus dem Tagebuch von Jules Renard

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