Weisheiten 235

D' Bure lure so lang si dure.
Solothurn

D' Bure si Lure und Schelme vo Nature.
Emmental, Schweiz
mhd] So wist dat nijt so sugr, inis as van arde em gebugr, wan e dat hie up stigende is, hie is gijr ind valsch, des sijt gecoijs.

D' Chind si eim nid am Schiibei gwachse.
Schwiizertütsch

D' Chriesi hend Stei für keinen allein, d' Chriesi hend Stiel, 's 'kas essen, wer will.

D' Chue (Kuh) machen.
Luzern
i] Der Narr im Spiel sein.

D' Ehrlichkeit isch us der Welt g'reist und der Kredit is närrisch worden.
Solothurn

D' Eltere erzühed d Chind und d Nochbere verhürootet s.
Schwiizertütsch

D' Engele mach'ns Bett.
Elsass
i] Wird gesagt, wenn's schneit.

D' Feindschaft hat an kloan Kopf, findt überall eini.

D' Flejel (Flügel) lapple lon.
i] Entmutigt sein, keine Anstrengung mehr machen, den Fittich hängen lassen.

D' Frau ha Hosen a und ist Meister un nit de Ma.
i] Wahrscheinlich schrieb auch deshalb Luther an seine Frau: 'Lieber Herr Käthe.'

D' Freud' leit (liegt) im Bach.
Würtemberg

D' frühen Vögl falln gern aus 'm Nest.

D' Fuchswildhaub'n afhab'n.
Oberösterreich
i] In leidenschaftlicher Aufregung, fuchswild sein.

D' Gofa ond d' Narra (oder die: rüschiga Lüt) sägid d' Wohreht.
i] Gof = ein niedriger, doch in der Schweiz nicht auffallender Ausdruck für das in der edlern Sprache gebräuchliche Chend (Kind).

D' Gurgel is iem z' weit.
Ob der Enns
i] Von einem starken Trinker.

D' Güte isch mengsmol es Stuck vo d'r Liederlichkeit.
Aargau

D' G'vaternhund beißen a.
Oberösterreich
i] Die Hunde der Gevattersleute beißen auch.

D' Haar einzeln ausgrissn ist no lang net geschorn.

D' Hammel muss mer scheren, so lang er Wolle hat.
Teplitz

D' Händ an' Emm b'schissa.
i] Durch den Umgang mit jemand in Schande kommen.

D' Hand drüber schloh.
Luzern
i] Beschwichtigen.

D' Händ öber enand tue.
i] Müßig sein, die Hände in den Schoß legen.

D' Händ unter d' Füß lege.
Luzern

D' hand von der Buttn, - san Weinbeerln drein!

D' Händle versteckt, dass kei Mäusle dra schmeckt.
Ulm
i] Zu kleinen Kindern.

D' Henna (Henne) badid si, es ged ruh (regnerisches) Wetter.

D' Herre (Geistlichen) zeige eim allemal d'r Weg in Himmel und - göhnd en selber nit.
Aargau

D' Herre esse Schnepfedreck, d' Bure esse Krut und Speck, und äser eins soll geng nüt ha.
Bern

D' Hoa (Haare) senn ma dapai ge Pea gstign.
Steiermark

D' Hoasa (Hase) drascha bain'm.
Troppau
i] Ist in Furcht, besonders in Fällen, wenn jemand seiner Handlungen wegen entdeckt zu werden fürchtet.

D' Hörner ausstrecke.
Schwaben

D' Hühner göh gern y (ins Hühnerhaus), 's git schön Wätter.
Solothurn

D' Hühner göh nit gern y, 's git wüescht Wätter.
Solothurn
i] wüescht = von wüst = unansehnlich, schlecht, hässlich, z.B. wüst tun = lärmen, zanken; ein wüstes (d.h. abgenutztes hässliches) Kleid; wüste, d.i. schmuztige Hände; wenn der Himmel sich überzieht, sagt man: es wüstet.

D' Hühner si uff de Bäume, 's git wüescht Wätter.
Solothurn

D' Hühner und d' Rebe gänd nüd vergebe.
Luzern

D' Hund bissid en and nid.
Luzern

D' Hund und d' Herrn lassen die Türen offen.
Oberösterreich

D' Hündle versteckt, dass koi Mäusle dran schmeckt.
Ulm

D' Ima (Imme) thüend nüd ala Lüta guet.
i] Entschieden denen nicht, die sie nicht angemessen und gut behandeln.

D' Jugend muss tobet ha, hätt de Bettelma g'seit, do ischt em s Chind zum Bündel usgheit.
Schwiizertütsch
i] Keiten = fallen.

D' Jungfraun und d' Oar derf ma net z' lang aufhebn.

D' Karte müsse's gebe, hat der Beckabu g'sait, hat's Zaindle sammt de Wecke verspielt.

D' Kend'r (Kinder) macht ma mid'm Pôp'l forchtich, d' Grûssa mid'm Taif'l.
Österreich-Schlesien

D' Kirch' ist sein G'vatterin.
Schwaben

D' Knödel sein gessen - jetz waar was zum Essen recht!

D' Koh (Kuh) melkt dörch'n Hals.
Seehausen
i] Je besser sie gefüttert wird, desto mehr Milch gibt sie.

D' Kotz kreit mer de Buckel nauf.
Ulm
hdt] Die Katze kriecht mir den Buckel hinauf.

D' Kriesi (Kirschen) händ Stiel, s' cha näh, wer will; d' Kriesi händ Stei, si g'höre nid eim allei.
Luzern

D' Kroide (Kreide) schrîb and'rsch.
i] Es kam nicht so, wie erwartet war.

D' Kue (Kuh) schlot em de Kübel um.
i] Seine Bestrebungen misslingen ihm.

D' Kuh vergisst, dass sie a Kalb gewea ist.
Württhemberg
dä] Koen har glemt at hun var kalv.
fr] Il est advis à vielle vache qu'elle ne fust oncques et veau.
ho] De koe is vergeten, dat zij een kalf geweest is.
sd] Koon will intet meer witta aff at hon haar warit kalff.

D' Kundschaft verschla.
dt] Die Kundschaft verlieren
i] Den Kredit, den guten Namen einbüßen.

D' Kuttelfleck kommen aus dem Dreck, kommen wieder drein, müssen immer Kuttelfleck sein.
Augsburg
i] Die zur Speise zubereiteten Kaldaunen.

D' Längi macht d' Strängi.

D' Laubagüss kimt ganz gwis.
Oberösterreich
i] Vom Laubfall im Oktober.

D' Leut lässt ma redn - d' Küah schelln - und d' Hund belln.

D' Leut lernst aufm Markt kennen, net in der Kirchen.

D' Leut lernt man auf'm Markt kennen, net in der Kirchen.

D' Leut' müss'n was z' rede haba, d' Hund was z' belle.
Oberösterreich

D' leut nemen sich zu tod.

D' Leut reden viel, wenn der Tag lang is.

D' Leut redn immer vom Saufen, aber nia vom Durscht.

D' leut sindt nit guldin.

D' Liab (Liebe) is a narrisch Ding, den måchts schwer und den måchts g'ring, den machts kålt und den machts warm, den machts reich und den machts arm.
Wien

D' Liab druckt 's Herz und da Knödl 'n Magen.

D' Liab macht blind - beim Arsch und beim Grind (= Kopf).

D' Lieb neigt sich auf dö Seit'n, wo d' Taschen hängt.
Österreich
la] Amor vergit ad crumenam.
sd] Kiärleken hånger wed taskan.

D' Liebe mues zangget ha, und wenn si enangere mit Schitere würf.
Schwiizertütsch

D' Liebi dringt dur d' Händsche dure.
Schwiizertütsch
ho] De liefde klapt uit hare oogen, en dringt door den handschoen heen.

D' Liebi ist blind, fallt ebe so liecht uf e Küedr as uf e liebs Kind.

D' Liebi ist blind; es küsst e Mueter ihres rotzig Kind.

D' Liebi muess zangget ha, und wan si enangere mit Schitere würf.
Oberaargau

D' Lippe hänge, wie e Ross vor der Schmidd.
Münstertal

D' Lippe îs g'schwolla wî a Bänd'r pôtscha.
Österreich-Schlesien

D' Lob hoam gea.
i] Erlittenes Unrecht rächen, wieder vergelten.

D' Lumpe si Lüt, und us Narre gits nüt.
Solothurn

D' Lüt (Leute) lan rede, d' Hünd lan waulen, d' Vögel lan gappen und geng grad usi de rächt Weggen.

D' Lüt thüend doch nie schüliger, as um die hälig Zit umme.
i] Die meisten Ausschweifungen fallen in die Zeit der kirchlichen Feste.

D' machst j'a a G'sichte, wie de Kotze, wenn's dunnert (waterlecht).
Freistadt

D' Manne hei alli es Schît im Rügge, wenn 's nit brönnt, so mottet's.
Schwiizertütsch

D' Manne hei Chnöpfli u d' Wiber Häftli.
Bern

D' Maus gat no oimaul in d' Fall'.
Ulm

D' Max'n sein ihm ausgegangen.
i] Die Maxdore; das Geld ist zu Ende.

D' Midicha- und d' Montabräut' habet nie koan rechte Freud'.
Oberösterreich
i] Es herrscht der Glaube, dass Ehen, die Montags und Mittwochs geschlossen werden, nicht glücklich seien. An vielen Orten halten Brautleute, von denen ein Teil verwitwet ist, an diesen Tagen Hochzeit. Mädchen, wurden und werden in der Regel nur noch au Dienstagen 'z'samgöben' oder getraut. Ein Rest von Tagewählerei, wovon sich im Volksglauben noch reiche Spuren finden. Die Heiden wählten für ihre Unternehmungen die Tage aus; und da die Taufe nicht kräftig genug ist, allen Aberglauben, alle verkehrten Ansichten abzuwaschen, so ist auch sie ins Christentum wie vieles andere übergegangen. Wenn ein Fremder am Montage zur Stubentür hineinsieht, ohne ganz hineinzugehen, so folgt daraus, dass der Mann seine Frau schlägt. Wer am Grünen Donnerstag oder drei Freitage hintereinander fastet, der ist dasselbe Jahr vom Fieber frei, wer es hat, verliert es. Freitags soll man Kinder nicht baden, weil sie aus ihrer Ruhe kommen. Wenn Sonnabends der Wocken nicht abgesponnen wird, so wird aus dem Flachs und Werch kein gut Garn und bleicht sich nicht weiß. Am Mittwoch geborene Kälber sollen von der besten Art sein, dagegen soll man am Mittwoch kein Kalb anbinden, man soll an diesem Tage nicht ein- oder ausziehen u.s.w. Einige halten den Mittwoch, andere den Donnerstag, andere den Freitag zu Unternehmungen für unglücklich u.s.w.

D' Miller unn d' Becke händle mit nander.
Elsass

D' Moasenfâa soll ma' alsand hâa.
Oberösterreich
hdt] Die Meisenfänger soll man allesammt hängen.
i] Weil die Meisen zu den vorzüglichsten Insektenvertilgern gehören. Die Weisthümer setzen auf ihren Fang die höchste Buße; aber erst in neuerer Zeit haben die Tierschutzvereine wieder für ihre Schonung gewirkt.

D' Morgastund hat Gold im Mund, sie hat aber ganz natürlig pfundweis Blei im Fürlig (= Hintern).

D' Müller und d' Becke stäled nid, me bringt ne's.

D' Müller, Schnîder und Wäber wöred nid g'hänkt, 's Handwerk ging sust ûs.

D' Nachbarschaft dakena.
Oberösterreich
i] Die Nachbarschaft er- oder anerkennen, auch nachbarlich sein, sagt man in Oberösterreich von Nachbarn, die in gutem Einvernehmen, das sich besonders dadurch ausspricht, dass die Männer an Feiertagen gern zusammenkommen, sich mit Gespräch und Spiel unterhalten.

D' Nacht, d' Liebi und de Wî gänd verkehrti Gedanken ii.
Schwiizertütsch

D' Narre (Narren) si au Lüt.
Schweiz

D' Narre si au Lüt, aber nid wie ander.

D' Narre si au Lüt, aber nit all' Lüt Narre.
Solothurn

D' Narre tüend e Zeiche.
Schweiz

D' Narre wachse, me brûcht si nid z' b'schütte.
i] B'schütte = mit Dünger begießen.

D' Nase z'vorderst ha.
Luzern
i] Der erste sein wollen.

D' Nochrichd hod an Pauannknechd daholdd'n.
Steiermark
hdt] Das Nachgericht, der Nachtisch, hat den Bauerknecht erhalten, nämlich im Dienst.

D' Norre und Narre sind z' tür, wie me's kauft.

<<< operone >>>

DEUTSCH
001 002 003 004 005 006 007 008 009 010 011 012 013 014 015 016 017 018 019 020 021 022 023 024 025 026 027 028 029 030 031 032 033 034 035 036 037 038 039 040 041 042 043 044 045 046 047 048 049 050 051 052 053 054 055 056 057 058 059 060 061 062 063 064 065 066 067 068 069 070 071 072 073 074 075 076 077 078 079 080 081 082 083 084 085 086 087 088 089 090 091 092 093 094 095 096 097 098 099 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 570 571 572 573 574 575 576 577 578 579 580 581 582 583 584 585 586 587 588 589 590 591 592 593 594 595 596 597 598 599
ENGLISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
FRANZÖSISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49
ITALIENISCH
1 2 3 4
LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10