Weisheiten 233

Charme ist die Fähigkeit, den anderen vergessen zu lassen, dass man so aussieht, wie man aussieht.

Charme ist eine besondere Qualität, die jeder Beschreibung trotzt.

Charme wächst, wie die Perle, aus einer kleinen Wunde, die sich langsam schließt.

Charme: die Art, wie ein Mensch «ja» sagt, ohne daß ihm eine bestimmte Frage gestellt worden war.
Albert Camus

Chaser über is treipfe.
i] Wortspiel mit Chaser = Schwein, und dem Zeitwort: überchasern, wiederholen, ähnlich wie: ochsen, büffeln, eseln.

Chasonim sind Narronim.
Jüdisch-deutsch
i] Der Chassen muss ein Narr sein. Chasonim = Mehrzahl von Chassen, Narronim, von Narr, des Reims wegen mit hebräischer Biegung.

Chast nu Täller säge, so git's no e Warst derzue.

Chatzeliebi foot mit Schnoren aa und hört mit Chratzen uuf.
Schwiizertütsch

Chäuf (Kauf) und Läuf göh verschide.
Solothurn
i] Im Handel geht es nicht immer gleich.

Chaufwi (Kaufwein), Bottwi - thüre Wi.
Hauenstein

Chaussee und Vollgesöff sind Herr.

Chelbene gehört nach darunter.
Jüd.- deutsch
i] Nämlich Galbaum (2 Mos. 30, 34), ein stark und widrig riechendes Gummi Syriens, das auch unter das Räucherwerk im Tempel getan wurde, um anzudeuten, dass unter den Frommen auch der Sünder geduldet werden müsse.

Chelmer Narrunim (Narren).
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Die Stadt Chelm in Polen steht wegen ihrer Einwohner in einem ähnlichen Rufe wie Schilda, Schöppenstädt, Polkwitz u.a. in Deutschland. Es sind eine Menge ergötzlicher Anekdoten von ihnen im Umlauf, die den Abderitenstreichen und schildaer Stücklein an die Seite gestellt werden können. Unter andern sollen sie den Ofen in der Synagoge dadurch vor dem Wegstehlen geschützt haben, dass sie folgende Inschrift anbringen ließen: 'Dieser Ofen gehört in die Synagoge zu Chelm.'

China und Japan hatte ich vor einem Jahre [in der Lektüre] fleißig durchreist und mich mit jenem Riesenstaat ziemlich bekannt gemacht.
Goethe, An Ch. H. Schlosser, 23.1.1815

Chind erzühe ischt au gwerchet.
Schwiizertütsch

Chinesische Herrscher geben sich nicht mit Barbaren außerhalb der Großen Mauer ab.
China

Chinesische, indische, ägyptische Altertümer sind immer nur Kuriositäten, es ist sehr wohl getan, sich und die Welt damit bekannt zu machen, zu sittlicher und ästhetischer Bildung aber werden sie uns wenig fruchten.
Goethe, Maximen und Reflexionen 763

Chleini Lüt' (Leute), Teufelshüt'.
Aargau

Chlîne Lüt (Leute) hett Gott erschaffen und die große Bengel wachse-n-im Wald.
i] Wortspiel mit Bengel = Knüttel und grober Mensch.

Chlini Ämtli bringe churzi Ehr u lange Chöste.
Luzern

Chlini Beiji steche-n-au.
Solothurn

Chlini Chind - chlis Leid,
grossi Chind - grosses Leid:
sy si chly, so trampe si eim uf d Füess;
sy si gross, so trampe si eim uf ds Härz.
Schwiizertütsch

Chlîni Ding fröuwe d' Ching.
Bern

Chlini Ross blibe lang Füli.
Solothurn
i] Kleine Pferde haben lange ein jugendliches Ansehen, gilt auch von kleinen Menschen.

Chlîni Vögeli chönna d' Schnäbeli o wît ûftûe.
Bern

Chlyni Beiji stächen au. Schwiizertütsch
hdt] Kleine Bienen stechen auch.

Chodowiecki ist ein sehr respektabler und wir sagen idealer Künstler. Seine guten Werke zeugen durchaus von Geist und Geschmack. Mehr Ideales war in dem Kreise, in dem er arbeitete, nicht zu fordern.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1131

Chojresch (Bestechung) macht kein Risches, Bosheit, Schlechtigkeit.
Warschau jüdisch-deutsch

Chojsik Narr hot sein eigen Weib nit derkännt.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Bezieht sich auf eine unbekannte Anekdote.

Chojsik Narr will aushüngern Chelm.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Der jüdische Eulenspiegel Chojsik drohte einst, die Stadt Chelm auszuhungern, indem er sich vor das Stadttor hinstrecken wollte, um auf diese Weise der Stadt die Zufuhr von Lebensmitteln abzuschneiden.

Chömme d' Schneegäns im Herbst gly zue-n-is, so git's e früeche-n und sträng Winter, göh si aber im Früelig gly wider furt, so git's e früeche'n und warme Summer.
Solothurn

Chordirigent
la] regens chori

Chorherren und Pfeiffern sol man gütlich thun, sie dienen dem beruf.

Chorherrisch leben.
i] Leichtfertig, schimpflich, epikuräisch.

Chräit der Güggel (Hahn) vor Mitternacht, git's wüescht's, chräit er noh Mitternacht, git's schön's Wätter.

Chresdag (Christtag) an der Dühr, Ostern öm et Für.

Chresdag an der Dühr, Ostern öm et Für.

Chrisam: Gleitmittel ins Jenseits.
Alexander Eilers

Chrisamskinder rührt kein Schinder.

Chrischan, lot de Katt de Fisch stahn.
Pommern

Christ hat vns gefreit vor allem leid.

Christ ist ein gemein gut.

Christ, so du kannst ein Kind von ganzem Herzen werden,
So ist das Himmelreich schon deine hier auf Erden.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Christen an der König Höf sind Wildtprät.

Christen dürfen nur eine Frau heiraten. Man nennt das Monotonie.
Robert Lembke, Das Beste aus meinem Glashaus. Humoristisches und Satirisches

Christen haben ausswendig streit, inwendig furcht.

Christen haben ein Seel voll Gottes und einen Leib voll leidens.

Christen haben keine Nachbarn.

Christen haben keine Planeten sondern Gott allein zum Propheten.

Christen lassen Gott alles walten.

Christen seind dünn gesehwet.

Christen sind allenthalben in trübsal.

Christen sind dünn gesät.

Christen sind edle seulen der Welt.

Christen sind Kreuzträger.
la] Acerra philologica.

Christen sind nicht weideschaff, sondern schlachtschaff.

Christen sollen wenig Wort und viel That machen.

Christen und Könige sollen wissen, was sie glauben.

Christen werden nicht geboren, sondern wiedergeboren.
i] Man hat dieses Sprichwort, das sich auf Joh. 3, 3 bezieht, den Adelsbrief der Christen genannt.

Christen werden viermal geboren, durch die Mutter, durch die Taufe, durch die Bekehrung und durch den Tod.

Christenglaube gath uff steltzen.

Christengut hat sanften muth.

Christenleut sind auff Erden arme leut, aber in Gott die reichesten.

Christens Görgel, der Bock hat ein Auter (Euter).
Rott-Thal
i] Ausruf bei etwas Seltsamem, Ungewöhnlichem.

Christenthumb erbet (vererbt sich) nicht.

Christentum ist (ein) ewiger Feiertag.

Christentum ist ewiger Feiertag.

Christentum ist Platonismus fürs 'Volk'.
Nietzsche, Jenseits von Gut u. Böse, Vorrede

Christentum muss man nicht so sehr den Arbeitern wie den nicht arbeitenden Herren predigen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1906)

Christentum predigen ist gar ein schwer und gefährlich Amt. Hätt ich's etwan gewusst, so wollt ich mich nimmermehr dazu hergeben haben, sondern gesagt mit Mose: Sende, wen Du willst!
Luther, Deutsche Schriften 59

Christentum vererbt sich nicht.

Christentum, Revolution, Aufhebung der Sklaverei, gleiche Rechte, Philanthropie, Friedensliebe, Gerechtigkeit, Wahrheit: alle diese großen Worte haben nur Wert im Kampf, als Standarte: nicht als Realitäten, sondern als Prunkworte für etwas ganz anderes (ja Gegensätzliches!).
Nietzsche, Wille zur Macht

Christi blut ist der Christen bestes gut.
dä] Christ er det navn, som lykke er til god havn.

Christi Bräute sollen nicht von Hosen träumen, predigte Pater Abraham den Nonnen in Wien.

Christi gnad und ehr verdorret falsche lehr.

Christi Himmelfahrt
la] ascensio Domini

Christi Kreuz muss Lästerer haben.

Christi Leben und Wandel sind eines Christen bester Katechismus.

Christi leiden allgemein erlöset gross und klein.

Christi leiden ist genug für alle, kompt aber wenigen zu gut.

Christi Lieb' macht auch seine Boten lieb.

Christi Passion ist unsere Religion.

Christi Ritter müssen leiden vil.

Christi Schifflein mag wol sincken, aber nicht versinken.

Christi schmerz, angst und leid ist unser aller freud.

Christi Triumph hilfft uns ins Himmelreich.

Christi verdienst ist vnser gewinnst.

Christi vnschuld decket unser schuld.

Christi wort ist fett und süss, aber es lest sich nicht leichtlich verdawen.

Christian (3. oder 12.4.) fängt zu säen an.

Christianos ad leonem!
Tertullianus
dt] Werft die Christen den Löwen vor.

Christkindlein trägt die Sünden der Welt,
Sankt Christoph das Kind über Wasser hält,
Sie haben es beid uns angetan,
Es geht mit uns von vornen an.
Goethe, Sprichwörtlich

Christlich getauft sein macht keinen Christen, sondern christlich tun.

Christlich ist es, Sünde hassen, göttlich aber, Sünd' erlassen.

Christlich reden ist keine halsbrechende Arbeit (Tugend).
fr] Parler chrétien.

Christliche Mys tiker sollte es gar nicht geben, da die Religion selbst Mysterien darbietet. Auch gehen sie immer gleich ins Abstruse, in den Abgrund des Subjekts.
Goethe, Maximen und Reflexionen 338

Christliche oder Evangelische Freiheit ist die Freiheit des Gewissens, dadurch das Gewissen frei wird von Werken, nicht also, dass keine geschehen, sondern dass es sich auf keine verlässt.
Luther, Lateinische Schriften

Christliche Treue ist Grund und Anfang aller guten Werke.
dä] Kristiliga tru vera grundvaull ok upphof allra godtverka.

Christlichen dienst soll man nit verkauften.

Christo gelobt man nichts mit schall, es sey dan fast verloren all.
la] Christo quando datur res, spes bona tuus tribulatur.

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