Weisheiten 232

Butter und Käse sind auf einen Tag geboren.
i] Von Gleichem, Ähnlichem, Verwandtem.

Butter und Quarg (Käse), das ist zu arg.
i] Will sagen, dass der, welcher Butter und Käse zugleich zum Brote isst, verschwendet.
ho] Twee zuivels op een brood, dat geeft hongersnood.

Butter und Schmalz zur Suppe geben.
i] Bei einer Sache helfen.

Butter und Schuhwichse auf einem Teller auftragen.
i] Die wunderlichsten Zusammenstellungen machen.
la] Pygmaeorum acrothinia colosso aptare. Suidas

Butter verderbt keine Kost.
i] Durch glimpfliches Verfahren wird nichts verdorben.
en] Soft fire makes sweet mall.
ho] De boter slacht onze lieve vrouw, zij verbetert alles.
un] A bélesnek nem árt a vaj.

Butter vor dem Essen ist Gold, nach dem Essen Silber, auf die Nacht Blei.
Polen

Butter vor und Butter nach gibt ein Alter mit Gemach.
ho] Boterje vóór, boterje na doet honderd jaar leven.

Butter zu Butter macht keine Küche.
Irland
i] Wenn zwei Mädchen sich küssen.

Butter zu den Fischen.

Butterberge sind die Folge von Milchmädchenrechnungen.
Werner Mitsch

Butterbrot (o. Butterschnitten) und Minister fallen immer auf die geschmierte Seite.

Butterbrot fällt auf die Butterseite.
i] Also dahin, wo es am meisten verdorben wird.
Jüdisch-deutsch] Butterbrot fallt uf's Ponim (aufs Gesicht).

Butterbrot schützt die Herde, Fleisch und Brot fahren Dünger aus.
Estland

Butterfingers.
en] Phrase

Butterflies in My Stomach.
en] Idiom

Buttermilch aus dem Kübel vertreibt alle Übel.
ndt] De Buttermilch as'n (aus dem) Küb'l vetreibt alle Übl: abe wenn s' a Bois (ein bisschen) steât, aft (dann) schaug, wia's de geaht. Alpach im Unterinntal

Buttermilch ist Käufer und Molken Bürge.
i] Wenn der Käufer nicht viel und der Bürge womöglich noch weniger wert ist.
ho] Karnemelk is kooper, wie is borg?

Buttermilch und Sauerkraut fressen die Franzosen, und wenn sie das gefressen han, so scheissen's in die Hosen.
Thüringen

Buttermilch und schimmlig Brot sättigen auch in Hungersnot.
dä] Kjerne-melks valde og muller bröd maetter og vel i hungers nöd.

Buttermilch von einer Stund' ist gesund.

Butter's, so buttert's.
i] Wenn man etwas auf gut Glück wagt.
ho] Botert het, dan botert het.

Butterschnitten und Minister fallen immer auf die gestrichene Seite.

Buttert's, so buttert's.

Butterweck salzen und im Rauch dörren, sollte wohl ein gutes Essen sein.

Butz und Benz.
i] Alle miteinander, ohne Ausnahme. Butz = Kürzung des Namens Burkhard oder eines ähnlichen. Die Redensart hat die Bedeutung wie Heinz und Kunz.

Butz, beiss mich nicht.
i] Butz = Larve, Vermummung, Popanz, Schreckbild.

Butz, fäll de Katt von en Stutz.

Butzen sollen kein Geld haben.
i] Butzen = Narr, sonst ist Butz = Larve, Butzengögel = Popanz, Butzi oder Butzibau = vermummte Person, Teufel, Knecht Ruprecht.

Butze-n und Fäge git kei Brod is Hûs.
hdt] Putzen und Fegen gibt kein Brot ins Haus.

Buur ahn Geld is'n Slaav op de Welt.
i] Bauer ohne Geld ist ein Sklave auf der Welt.

Buur blivt'n Buur un slöpt he ok bit an'n Middag.

Buur is'n Buur - 'n Schelm von Natur.

By Have (bei Hofe) gyfft men vele hende und weynich herten.

Bylbrief geht vor Bodmereibrief.
i] Cassius (klassischer Jurist) definiert Blutsverwandte als solche, die durch die Bande des Bluts miteinander verbunden sind.
[RSpW]
la] Consanguineos autem Cassius definit eos, qui sanguine inter se connexi sunt.

By-n-eme böse Nachbar und by-n-ere böse Frau sell me nit säge: strof mi Gott, me-n- isch scho g'stroft g'nue.
Solothurn

Byron, 'Cain'] Man sieht [am 'Cain'] wie einem freien Geiste wie Byron die Unzulänglichkeit der kirchlichen Dogmen zu schaffen gemacht und wie er sich durch ein solches Stück von einer ihm aufgedrungenen Lehre zu befreien sucht.
Goethe, Eckermann, 24.2.1824

Byron, 'Don Juan'] Don Juan ist ein grenzenlos-geniales Werk, menschenfeindlich bis zur herbsten Grausamkeit, menschenfreundlich, in die Tiefen süßester Neigung sich versenkend. [...] Dem wunderlichen, wilden, schonungslosen Inhalt ist auch die technische Behandlung der Verse ganz gemäß, der Dichter schont die Sprache so wenig als die Menschen...
Goethe, Schriften zur Literatur - Byrons Don Juan

Byron, George Noel Gordon] Byron allein lasse ich neben mir gelten!
Goethe, F. v. Müller, 2.10.1823

Byron, George Noel Gordon] Byron hat mich vollkommen verstanden, und ich glaube, ihm zu verstehen.
Goethe, A. G. v. Stroganoff, 1825-1830

Byron, George Noel Gordon] Byron war meist unbewußt ein großer Dichter, selten wurde er seiner selbst froh.
Goethe, F. v. Müller, 17.12. 1824

Byron, George Noel Gordon] Byron wußte zu gut, wo etwas zu holen war, und er war zu gescheit, als dass er aus dieser allgemeinen Quelle des Lichts [Voltaire] nicht auch hätte schöpfen sollen.
Goethe, Eckermann, 16.12.1828

Byron, George Noel Gordon] Denn was soll man von einem Erdgebornen [Byron] sagen, dessen Verdienste durch Betrachtung und Wort nicht zu erschöpfen sind?
Goethe, Schriften zur Literatur - Zum Andenken Byrons

Byron, George Noel Gordon] Er hatte den Gipfel seiner schöpferischen Kraft erreicht, und was er auch in der Folge noch gemacht haben würde, so hätte er doch die seinem Talent gezogenen Grenzen nicht erweitern können. In dem unbegreiflichen Gedicht seines Jüngsten Gerichts hat er das Äußerste getan, was er zu tun fähig war.
Goethe, Eckermann, 18.5.1824

Byron, George Noel Gordon] Ich konnte [in Faust II A III] als Repräsentanten der neuesten poetischen Zeit niemanden gebrauchen als ihn, der ohne Frage als das größte Talent des Jahrhunderts anzusehen ist. Und dann, Byron ist nicht antik und ist nicht romantisch, sondern er ist wie der gegenwärtige Tag selbst. [...] Auch paßte er übrigens ganz wegen seines unbefriedigten Naturells und seiner kriegerischen Tendenz, woran er in Missolunghi zu Grunde ging.
Goethe, Eckermann, 5.7.1827

Byron, George Noel Gordon] Lord Byron ist zu betrachten: als Mensch, als Engländer und als großes Talent. Seine guten Eigenschaften sind vorzüglich vom Menschen herzuleiten; seine schlimmen, dass er ein Engländer und ein Peer von England war; und sein Talent ist inkommensurabel.
Goethe, Eckermann, 24.2.1825

Byron, George Noel Gordon] Lord Byron, der täglich mehrere Stunden im Freien lebte, bald zu Pferd am Strande des Meeres reitend, bald im Boote segelnd oder rudernd, darin sich im Meere badend und seine Körperkraft im Schwimmen übend, war einer der produktivsten Menschen, die je gelebt haben.
Goethe, Eckermann, 11.3.1828

Byron, George Noel Gordon] Seinem stets ins Unbegrenzte strebenden Naturell steht jedoch die Einschränkung, die er sich durch Beobachtung der drei [dramatischen] Einheiten auflegte, sehr wohl. Hätte er sich doch auch im Sittlichen so zu begrenzen gewußt! dass er dieses nicht konnte, war sein Verderben, und es lässt sich sehr wohl sagen, dass er an seiner Zügellosigkeit zu Grunde gegangen ist.
Goethe, Eckermann, 24.2.1825

Byron, 'Manfred'] Dieser seltsame geistreiche Dichter hat meinen Faust in sich aufgenommen und, hypochondrisch, die seltsamste Nahrung daraus gesogen. Er hat die seinen Zwecken zusagenden Motive auf eigne Weise benutzt, so dass keins mehr dasselbige ist, und gerade deshalb kann ich seinen Geist nicht genugsam bewundern. Diese Umbildung ist so aus dem Ganzen, dass man darüber und über die Ähnlichkeit und Unähnlichkeit mit dem Vorbild höchst interessante Vorlesungen halten könnte; wobei ich freilich nicht leugne, dass uns die düstere Glut einer grenzenlosen reichen Verzweiflung am Ende lästig wird.
Goethe, Schriften zur Literatur - Manfred

C. M. B.
i] die Namen der hl. Dreikönige) über der Tür.

Caesars Leben ist nicht lehrreicher für uns als unser eigenes Leben.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Calderon de la Barca, Pedro] Auch Goethe bewundert mehr das wollüstige Farbenspiel, als die Charakteristik Calderons, in der er weit unter Shakespeare stehe. In den Intrigenstücken sei er besonders Meister, und hier müsse der Deutsche noch recht bei ihm in die Schule gehn.
H. Voß, 25.9./9.10.1814

Calderon de la Barca, Pedro] Auf jedem Jahrmarkt getraue ich mir, auf Bohlen über Fässer geschichtet, mit Calderons Stücken, mutatis mutandis, der gebildeten und ungebildeten Masse das höchste Vergnügen zu machen.
Goethe, An H. v. Kleist, 1.2.1808

Calderon de la Barca, Pedro] Bei Calderon dagegen ist dem Zuschauer, dessen Wahl und Wollen nichts überlassen, wir empfangen abgezogenen, höchst rektifizierten Weingeist, mit manchen Spezereien geschärft, mit Süßigkeiten gemildert, wir müssen den Trank einnehmen wie er ist, als schmackhaftes, köstliches Reizmittel, oder ihn abweisen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Calderons Tocher der Luft

Calderon de la Barca, Pedro] Bei Calderon finden Sie dieselbe theatralische Vollkommenheit [wie bei Molière], Seine Stücke sind durchaus bretterrecht,es ist in ihnen kein Zug,der nicht für die beabsichtigte Wirkung kalkuliert wäre. Calderon ist dasjenige Genie, was zugleich den größten Verstand hatte.
Goethe, Eckermann, 26.7.1826

Calderon de la Barca, Pedro] Dass mein Aufenthalt im Orient mir den trefflichen Calderon, der seine arabische Bildung nicht verleugnet, nur noch werter macht, wie man edle Stammväter in würdigen Enkeln gern wieder findet und bewundert.
Goethe, An J. D. Gries, 29.3.1816

Calderon, 'Der standhafte Prinz'] Man wird, wie bei den vorigen Stücken, aus mancherlei Ursachen im Genuss des einzelnen, besonders beim ersten Lesen, gestört, wenn man aber durch ist und die Idee sich wie ein Phönix aus den Flammen vor den Augen des Geistes emporhebt, so glaubt man nichts Vortrefflicheres gelesen zu haben [...]+ wenn die Poesie ganz von der Welt verloren ginge, so könnte man sie aus diesem Stück wieder herstellen.
Goethe, An Schiller, 28.1.1804

Calderon, 'Die Tochter der Luft'] Und gewiss, wenn irgendein Verlauf menschlicher Torheiten hohen Stils über Theaterbretter hervorgeführt werden sollte, so möchte genanntes Drama wohl den Preis davontragen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Calderons Tochter der Luft

Camisa ist zu gut, um unverständig, und zu schlecht, um verständig genannt zu werden.
Zentralamerika
i] Die Camisa ist ein Damenhemd von äußerst feiner Gaze, das nur bis zu den Hüften reicht.

Carlyle, Thomas] An Carlyle ist es bewundernswürdig, dass er bei Beurteilung unserer deutschen Schriftsteller besonders den geistigen und sittlichen Kern, als das eigentlich Wirksame, im Auge hat. Carlyle ist eine moralische Macht von großer Bedeutung. Es ist in ihm viel Zukunft vorhanden, und es ist gar nicht abzusehen, was er alles leisten und wirken wird.
Goethe, Eckermann, 25.7.1827

Cartesianisch: abgeleitet von Descartes, einem berühmten Philosophen, dem Autor des gefeierten Satzes Cogito ergo sum - mit ihm, so nahm er befriedigt an, habe er die Wirklichkeit der menschlichen Existenz bewiesen. Der Satz musste jedoch folgendermaßen verbessert werden: Cogito cogito ergo cogito sum - 'Ich denke, dass ich denke, also denke ich, dass ich hin': die größte Annäherung an die Gewissheit, die je einem Philosophen gelungen ist.
Bierce

Caseus und caepe, die kommen ad prandia saepe.

Caseus und panis sind köstliche fercula sanis.

Catholisch Muss Bleiben.
i] In der Niederlausitz liest man die Buchstaben CMB (Caspar, Melchior, Balthasar), welche zu Grossneujahr (6.1.) vom Geistlichen an die Türen der Katholiken geschrieben werden, in dieser Weise.

Catilinarische Existenzen.
i] Diese Redensart datiert aus dem Jahre 1863 und wird dem preussischen Ministerpräsidenten von Bismarck zugeschrieben. Dr. Büchmann zählt sie zu den 'geflügelten Worten', über welche er am 11. Februar 1863 im königlichen Schauspielhause zu Berlin eine Vorlesung hielt. Er brachte Beispiele davon aus der alten und neuen Geschichte, mit Cäsar's 'Veni, vidi, vici' und 'Jacta est alea' beginnend. Auf die neueste Zeit übergehend, führte er die längst sprichwörtlich gewordenen Aussprüche Manteuffel's: 'Der Starke weicht ruhig zurück', des Grafen Brandenburg dreifaches: 'Niemals, niemals, niemals!', des jetzigen preussischen Kriegsministers von Roon: 'Angenehme Temperatur' und von Bismarck's 'Blut und Eisen', wie dessen 'Catilinarische Existenzen' an. (Schles. Morgenblatt, Breslau 1864, Nr. 43.) Hierzu möchten der grössern Vollständigkeit wegen noch kommen des Grafen Schulenburg- Kehnert 1806 in Berlin gesprochenes Wort: 'Ruhe ist die erste Bürgerpflicht', von Kamptz': 'Burschenschaft ist: Burschen, schafft!', von Rochow's: 'Der Untertanenverstand ist beschränkt', von Savigny's: 'Die Gegenwart hat keinen Beruf zur Gesetzgebung', Hansemann's: 'In Geldsachen hört die Gemüthlichkeit auf', Kühlwetter's (1849 bei Errichtung des Constablerinstituts ausgesprochenes): 'Der beste Staat ist der, welcher die meiste Polizei hat', und von Stahl's: 'Die Wissenschaft muss umkehren.' Auch das Rezept: 'Gegen Demokraten helfen nur Soldaten.'

Cato ward in seinem Alter gerichtlich angeklagt, da er denn in seiner Verteidigungsrede hauptsächlich hervorhob, man könne sich vor niemand verteidigen als vor denen, mit denen man gelebt habe. Und er hat vollkommen recht.
Goethe, Maximen und Reflexionen 399

Cato wollte lieber gut sein als seinen.
la] Cato esse, quam videri, bonus malebat.
Sallus, Catilina

Cato wollte wohl andere strafen,
Selbander mocht er gerne schlafen.
Goethe, Zahme Xenien IV

Cato, Marcus Porcius] Cato wollte wohl andere strafen,
Selbander mocht er gerne schlafen.
Goethe, Zahme Xenien IV

Caute! die Bauern verstehen auch Latein.

Caute, caute, ihr Gesellen, der Wirt versteht auch Latein.

Cha me d' Aehri nüme zelle, so lid's Chorn i siebe Woche uf der Selle (= Schwelle, Türselle = Türschwelle).
Luzern

Chalt Händ, früsch Herz.
Luzern

Chapp dich un (ans, in) der fauler Wand.
i] Chappen, polnisch chapać = haschen, greifen. Zur Abwehr einer ungerechten Beschuldigung, falschen Anklage. Um zu sagen: Was willst du von mir? Vergreife dich doch lieber an der Wand.

Charakter hat derjenige, der in den bestimmten Kreisen einer bestimmten Lebensanschauung lebt und waltet, sich gleichsam mit derselben identifiziert und nie in Widerspruch gerät mit seinem Denken und Fühlen.
Heine, Ludwig Börne

Charakter im großen und kleinen ist, dass der Mensch demjenigen eine stete Folge gibt, dessen er sich fähig fühlt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 839

Charakter im großen und kleinen ist, daß der Mensch demjenigen eine stete Folge gibt, dessen er sich fähig fühlt.
Goethe, Maximen und Reßexionen 839

Charakter ist also Eigenschaft und Gewohnheit zugleich, jenes a priori angesehen, dieses a posteriori.
Goethe, Riemer, 27.8.1808

Charakter ist das, was man hat, wenn keiner zuschaut.

Charakter ist der Inbegriff des bewussten und unbewussten Willens.
Walter Rathenau, Auf dem Fechtboden des Geistes.

Charakter ist nur Eigensinn. Es lebe die Zigeunerin.
Paul Scheerbart

Charakter ist viel leichter zu erhalten als wiederherzustellen.
England

Charakter nennt man die Gebundenheit der Ansichten, durch Gewöhnung zum Instinkt geworden.
Nietzsche

Charakter polierter Nationen! werft die Münze in den Tiegel, wenn ihr ihren Gehalt wissen wollt, unter dem Gepräge fndet ihr ihn in Ewigkeit nicht. So bald eine Nation poliert ist, so bald hat sie konventionelle Wege, zu denken, zu handeln, zu empfinden, so bald hört sie auf, Charakter zu haben.
Goethe, Schriften zur Literatur - Charakteristik der vornehmsten europäischen Nationen

Charakter wird durch Wohlstand verdorben.
Eskimo

Charakter, Individualität, Neigung, Richtung, Örtlichkeit, Umgebungen und Gewohnheiten bilden zusammen ein Ganzes, in welchem jeder Mensch, wie in einem Elemente, in einer Atmosphäre, schwimmt, worin es ihm allein bequem und behaglich ist.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,17

Charakter: die Summe der Tendenzen, in einer bestimmten Weise zu handeln.
Thomas Henry Huxley

Charaktere machen oft die Schwäche zum Gesetz.
Goethe, Maximen und Reßexionen 342

Charaktere müssen im Lustspiel sein,
Nicht bloßer Witz, wie keck er sprühe.
Tu ein Stück Fleisch in den Topf hinein;
Das Salz allein gibt schlechte Brühe.
Heyse, Spruchbüchlein, Theater

Charaktere ohne Handlung sind lahm, Handlungen ohne Charaktere blind.
Hofmannsthal

Charakterfestigkeit besitzen heisst, den Einfluss der anderen auf sich selbst erprobt haben. Also bedarf es der anderen.
Stendhal

Charakterfestigkeit heisst, die Wirkung der andern auf sich selbst erprobt haben, also sind dazu die andern nötig.
Stendhal, Über die Liebe

Charakteristisch für den gegenwärtigen Augenblick ist es jedoch, dass die gewöhnliche Seele sich über ihre Gewöhnlichkeit klar ist, aber die Unverfrorenheit besitzt, für das Recht der Gewöhnlichkeit einzutreten und es überall durchzusetzen.
Ortega y Gasset, Aufstand der Massen, Die Tatsache der Überfüllung

Charakteristisch für die Gedankenlosigkeit ist die Unfähigkeit, in Zusammenhängen denken zu können.
Johannes R. Becher, Auf andere Art so große Hoffnung

Charakteristisch ist es, dass unsern deutschen Schelmen immer eine gewisse Sentimentalität anklebt. Sie sind keine kalten Verstandesspitzbuben, sondern Schufte von Gefühl.
Heine, Geständnisse, Vorwort

Charakterlosigkeit ist ein Mythos, den biedere Individuen geschaffen haben, um damit die Faszinationskraft anderer Leute erklären zu können.
Oscar Wilde

Charakterschwäche und geistige Leere, mit einem Wort alles, was uns hindert, mit uns selbst allein zu sein, bewahrt viele Menschen vor dem Menschenhass.
Chamfort, Maximen und Gedanken

Charaktervoll erscheint ein Mensch weit häufiger, weil er immer seinem Temperament, als weil er immer seinen Prinzipien folgt. Nietzsche, Menschl. Allzumenschl.

Charme ist das, was in anderen ist und das uns zufriedener macht mit uns selbst.
Amiel

Charme ist das, was manche Leute haben, bis sie beginnen, sich darauf zu verlassen.

Charme ist der unsichtbare Teil der Schönheit, ohne den niemand wirklich schön sein kann.

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ENGLISCH
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ITALIENISCH
1 2 3 4
LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10