Weisheiten 23


Auf den Winter folgt der Frühling.
la] Sequitur ver hiemem.

Auf den Winter folgt ein Sommer, aber alte Leute werden nie wieder jung.

Auf den Wolken reiten.
i] Von Hochfahrenden.

Auf den Wörtern kauen.
i] Mit der Sprache nicht fertig werden können.

Auf den Zehenspitzen stehen.
z] Diese gewöhnliche Redensart ist ganz und gar unrichtig. Nicht der ganze Fuß und nicht die Zehenspitzen, sondern Teile des Fußes berühren den Boden. So hinten ein starker zweiknorriger Höcker (tuberositas), vorn aber die Köpfe der MittelFußknochen. Selbst die geschickteste Tänzerin steht nicht auf der Zehenspitze, sondern auf den Köpfen der Mittelknochen.

Auf den Zinnen der Partei stehen.
i] Die Redensart hat ihren Ursprung in der Zeit politischer Dichtung nach 1840, als die Gedichte eines Lebendigen von Herwegh erschienen waren und Freiligrath in seinem Gedicht: Aus Spanien den Gedanken aussprach: 'Der Dichter steht auf einer höhern Warte als auf den Zinnen der Partei.' Herwegh antwortete in seinem Gedicht: Die Partei, dessen Schlusszeilen lauten: 'Ich hab' gewählt, ich habe mich entschieden, und meinen Lorber flechte die Partei.'

Auf den Zorn ist nicht gut trinken.

Auf den Zufall bauen ist Torheit, den Zufall benutzen ist Klugheit.

Auf den, der unten liegt, soll man nicht sitzen.

Auf denn, beende das Zögern!
la] Eia age, rumpe moras!

Auf denn, nach Valencia!
P. A. Wolff, Preciosa IV. 12
z] Auf, ins Feld! Es geht zum Siege
Krieger, gen Valencia!

Auf denn, Schluss mit dem Zögern!
la] Heia age, rumpe moras!

Auf der Alm gibt's kein Sünd.
z] Es reut mich auch kein Lustbarkeit, und auf der Alm gibt's kein Sünd, denn was auf der Alm geschehen ist, braucht man nicht zu beichten, es bleibt alles an den Taxusbäumen (Nadelhölzern) beim Abfahren hangen.
Augsburger Allgemeine Zeitung, 1855

Auf der armen Braut Gelöbnis trinkt der Schenk zuerst.

Auf der armen braut verlöbnuss trinket der schenck erst.
ho] Ter armer bruloft drinct die schenker voor.
la] Dum pauper dotat, primum pincernula potat.

Auf der Badepritsche viele Kinder, auf der Hausdarre viele Kienspäne.
Estland

Auf der Bahn sein.
i] Von denen, die mit großem Eifer nach etwas streben. Das Bild von den öffentlichen Wettkämpfen.

Auf der Bahn stürzen.
i] Bild ebendaher, von denen, die nach etwas streben, aber, ehe sie es erlangen, sterben, oder auf eine andere Weise zurückgehalten werden.

Auf der Bank der Spötter sitzen.

Auf der Bank liegt man sanfter, als auf einem Purpurbett.
ndt] Man ligt sanffter auff einer bank, denn auff einem purpurbett.
en] Lowly sit richly warm.

Auf der Bärenhaut (o. der faulen Haut) liegen.
i] Seine Zeit mit Müßiggang od. Faulenzen hinbringen. Die alten Germanen lagen, wenn sie nicht mit Kampf oder Jagd beschäftigt waren, ruhend auf den Fellen der erlegten Bären und ließen die Frauen alle Arbeiten besorgen

Auf der Bauchzitter spielen.
z] Ich spielte gestern Abend der Liese ein wenig auf der Bauchzitter. - Wenn sie euch die Bauchzitter lehnete, ihr vergösset der Lauten.

Auf der Bierbank sitzen.
ho] Iemand op de bierbank houden.
ho] Zij zitten altijd op de bierbank.

Auf der Brache liegen.
i] Untätig, ohne Berufsarbeit sein.
ndt] Broch leien.

Auf der breiten (großen) Straße bleiben.
i] Dem Schlendrian folgen, vom eingeführten Gebrauche, von der alten Weise nicht abgehen, es mit der Mehrzahl halten.
fr] Suivre le chemin battu; le grand chemin des vaches.

Auf der Buhlschaft im nächsten Jahr, musst du lassen Hertz, Haut und Haar.

Auf der Chaussee wächst kein Gras, eine Hure wird nicht schwanger.
Finnland

Auf der Diebe Schwören dar man sich nicht kehren.

Auf der Diebe Schwören darf man sich nicht kehren.

Auf der einen Seite ist mir alles Wurst, auf der andern alles Pomade.
i] Berliner Lokalsprichwort. Bei der Kreuzung von Oberwall- und Jägerstraße ist auf der einen Seite die bekannte Parfümerie von Treu und Nuglisch, auf der andern das vielbesuchte Wurstgeschäft von Niquet.

Auf der Eltern Schoß werden die Kinder groß.
la] Omnis in Ascanio curi stat cura parentis. Vergil

Auf der Erde gibt es keine Feier, die nicht zu Ende geht.
China

Auf der Erde gibt es nur darum Liebe, weil die Menschen an die Unsterblichkeit glauben. Mit dem Aufhören dieses Glaubens würde die Liebe vernichtet werden, überhaupt jede lebendige Kraft zur Fortsetzung des irdischen Lebens versiegen. Es würde dann auch nichts Unsittliches mehr geben: alles würde erlaubt sein. Es gibt keine Tugend ohne die Unsterblichkeit.
Dostojewski

Auf der Erde hat es niemals einen gewaltigeren Widerspruch gegeben als den zwischen der römischen Regierung und ihrem Glauben.
Voltaire, Die Briefe Amabeds

Auf der Erde ist gut gehen.

Auf der Erde sind selbst die Füße der Kleinen, und die Köpfe der Großen reichen auch nicht bis zum Himmel.
Finnland

Auf der Erde soll es sieben Narren geben: Freßnarren, Saufnarren, Arbeitsnarren, Faulheitsnarren, Geldnarren, Hungernarren und streitende Narren.
Estland

Auf der Erde wird alles verkauft.

Auf der Erkenntnis beruht die Freiheit.
Feuchtersleben, Aphorismen

Auf der ersten Reise sammelt man Erfahrungen, auf der zweiten verdient man Geld.
Arabien

Auf der Fähre gilt kein Gotteslohn.
i] Jeder muss sein Fährgeld zahlen.

Auf der Fahrt ins Jenseits befiehlt kein König.
Japan

Auf der Faulbank liegen mästet.
ho] Vuil maakt vet.

Auf der faulen Brücke stehen.

Auf der faulen Haut liegen.

Auf der Fenze (Zaun) sitzen.
i] In Nordamerika will man damit sagen, dass jemand keiner von den scharf hervortretenden Parteien angehöre, weder inner- noch außerhalb des eingezäunten Feldes sich befinde, sondern eine neutrale oder zuwartende Stellung eingenommen habe.

Auf der Fleischbank sind alle Kühe Ochsen.
i] Die Fleischer verkaufen gern das Kuhfleisch für Ochsenfleisch.

Auf der Flöte gewonnen, auf der Trommel von dannen.

Auf der Flur erscheinen die Blumen,
Die Zeit zum Singen ist da.
Altes Testament, Hohelied Salomos 2, 12

Auf der Folter sein.
i] Große Marter, Pein und Angst ausstehen. Entlehnt von den Marterwerkzeugen früherer Gerichtsbarkeit.

Auf der Frauen Weinen und der Krämer Schwören muss ein kluger Mann nicht hören.

Auf der ganzen Welt wird man nicht zur Ader gelassen, bekommt man kein Klistier verabreicht, ohne dass man dafür bezahlt oder dass ein anderer es für einen tut.
Voltaire, Candide oder Der Glaube an die beste der Welten

Auf der Gasse ein Engel, zu Hause (o. daheim) ein Teufel.

Auf der Gasse Hui und im Hause Pfui.

Auf der Gasse ist mancher sehr gescheit, daheim hat er zum Narren nicht weit.
la] Foris sapere, domi desipere.

Auf der Gasse mit Prunk, zu Hause kein Kukurutzstrunk.
Wallachei

Auf der Gassen ist gut spinnen.
la] At pulchrum digito monstrari et dicier hic est.

Auf der Geign ko ma spieln, sagt da Bua, wia eahm's Madl Kirtanudln ( = Kirchweihnudeln) ins Mäu (= Mund) gschob hat.

Auf der großen Retirade.
P. A. Wolff, Preciosa III. 2
i] Um die Zeit eines Vorganges u.s.w. zu bezeichnen. Die Worte sind aus Preciosa (3. Aufzug, 2. Scene), einem von P. A. Wolff gedichteten und von Karl Maria von Weber komponierten Drama (Berlin 1823) entlehnt, wo der einbeinige Pedro mitteilt, dass er sein Bein 'auf der großen Retirade' verloren hat.

Auf der Grube gehen und das Schindmesser im Hintern haben.

Auf der Gruben gehen.
i] Von einem alten Betagten.
ndt] Er geht auf der grub.
ndt] A gieht schun uf der Grube rum.

Auf der Güte Mittel folgt erst der Knittel.
it] Il prudente prima di dar di piglio all' armi deve provar ogni cosa.

Auf der Haut herscheren.

Auf der Heerstraße wächst kein Gras.
en] Grass grows not upon the highway.

Auf der Herberge zeigt sichs, was man kann.
Böhmen

Auf der Hochzeit sind die Jungen rot, draußen sind die Jungen flink, zu Hause gehen (sie) tastend-tappend.
Estland

Auf der Hochzeit trinkt die Verwandtschaft, auf der Taufe trinken die Dorfkinder.
Estland

Auf der Hochzeit wird keine Mühe gescheut.
Estland

Auf der Höhe der Empfindung erhält sich kein Sterblicher.
Goethe, Zwo biblische Fragen

Auf der hohen Schule z' Gramastede.
Oberösterreich
i] Gramastetten, einst auch Grammastadium, ein Pfarrdorf im Mühlkreise Oberösterreichs. Baumgarten vermuthet, dass sich die scherzhafte Redensart nach Pillwein in seiner Geschichte, Geographie und Statistik, ein alter Geschichtschreiber Inspruggen und mit ihm mehrere andere, durch 'Grama' verleitet, diesen Ortsnamen etymologisch auf einen einstigen Studienplatz deuteten.

Auf der hohen wart, da ist man übel und liegt hart.
i] Wenn man auf eine gute Stelle vertröstet wird.

Auf der Hundehochzeit wäre es auch gut, aber man muss zuviel durch Drahtzäune kriechen.
Estland

Auf der Hut ist für viele Dinge gut.

Auf der Hut ist immer gut.

Auf der Hut sein.
i] Vorsicht gebrauchen
la] Jura vigilantibus.

Auf der Innenseite der Hand wachsen keine Haare.

Auf der Juden Christtag (Weihnacht).
z] Das Urteil soll auff nechste Griechisch Calendas, d.i. auff der Juden Christtag und der Genffer Lichtmess ausgesprochen werden.
la] Ad Calendas graecas.

Auf der Kammbank zu Hause sein.
Henneberg
i] Vor Freude über Tisch und Bänke springen, Schüsseln und Kannen von den Gesimsen herunterwerfen. Kammbank oder Kammbret = Küchenrepositorium zu Tellern, Schüsseln, Töpfen; dann das Gesimse an den Decken einiger Stuben, kupfernes und zinnernes Gerät daraufzustellen. Vermutlich soviel als Kannenbank.

Auf der Kanzel ein Löwe, im Beichtstuhl ein Lamm.
Oberösterreich
i] Der Geistliche soll auf der Kanzel ein Löwe, im Beichtstuhl ein Lamm sein.

Auf der Kanzel ist der Mönch keusch.

Auf der Kanzel lehrt man beten, bei der Tafel lehrt man reden, rauchen lehrt man voneinander, trinken von Gans oder Ganter.
ndt] Op de Kanzel lehrt man beden, bi de Tafel lehrt man reden, schmöken lehrt man vun enanner, drinken al vun Gos or Ganner.

Auf der Kanzlei sein.
i] Scherzhaft für Abtritt, wie auch Kapelle, Oberlandesgericht, mittelhochdeutsch sprachhûs.

Auf der Kapuzinersuppe herumreisen.
i] Handwerksburschen und Bettler zogen den Kapuzinerklöstern nach, weil sie mittags vor der Pforte Suppe erhielten.

Auf der Katzenzunge sind Krankheiten, auf der Hundezunge ist Arznei.

Auf der Kippe stehen
en] to be touch and go - to hang in the balance
fr] branler dans le manche
it] essere in sospeso

Auf der Kirchweih isst man gern den Gauch in Pfeffer.

Auf der Kirchweih mach ich mich breit.

Auf der Knute wirst du nicht weit reisen.
Russland

Auf der Landstraße wächst kein Gras.
ho] Op een' gebaanden weg groeit geen gras.

Auf der Landwirtschaft beruht eben die Stabilität eines Staates und damit die Grundlage seiner Kultur.
Dr. Figl, österreichischer Bundeskanzler. Aus derPromotionsrede an der 'Hochschule für Bodenkultur' in Wien, am 1.6. 1948

Auf der letzten Bank sitzen.
i] Von den Schmarotzern gesagt, die bei den Alten nur unter der Bedingung zu einem Gastmahle zugelassen wurden, dass sie sich auf den letzten Platz setzten, oder von geringen Gästen, welche von den Reichen zwar aufgenommen, aber auf die letzten Plätze gesetzt werden.
la] Imi subsellii. (Gellius.)

Auf der letzten Saite spielen.
i] Es geht zu Ende mit Vermögen oder Leben.
fr] Il joue de son reste.

Auf der Linden war nichts zu finden, vor der Lause da blieb's ausse, in Berlebach, da kriegt's den Krach, auf der Lösse da blieb's össe.
i] Spott auf die unergiebigen Bergwerke bei Berleburg.

Auf der Lüneburger Heide schreibt man in drei Nächten an einsamer Stätte Namen, Geburtsort und Geburtsjahr des vom kalten Fieber Befallenen nieder; in Frage kommen nur die drei Nächte, die zwischen zwei 'Tagen' liegen, also zwischen Sonntag und Montag, Montag und Dienstag und Donnerstag und Freitag. Das nennt man 'den frost afschriwen'.
Aberglaube

Auf der Malke grün nemmt män auch a großen Kuhn aus.
i] Malke = Königin, hier: Dame im Kartenspiel; Kuhn = Stamm, Kartenregel. Man will damit sagen, dass selbst der Kleinste zuweilen einen großen Dienst leisten könne.

Auf der Matte zart - gegen Bullen hart.

Auf der Mönche Tafel liegt der Sterlet, auf des Archimandriten Tisch der Stör.
Russland (Es bezieht sich auf die Klöster Trojca und Wisanja (Dreieinigkeit und Bethanien), zwei berühmte Wallfahrtsörter)
la] Fruges consumere natit. Telluris onus.

Auf der Mondes blassen Schein stellt sich ein Regen ein.
Oberschlesien

Auf der Mühle wird allerhand Korn gemahlen.

Auf der Mutter Schoß werden die Kinder groß.
z] Unter zehn großen Männern verdanken neun ihren Müttern diese Größe.
sd] Modrens skiöt är barneens trefnad.

Auf der Narrenstraße ist's der erste Schritt, sich für weise halten.

Auf der Natur wächst kein schimmel noch rost.

Auf der Neige ist nicht gut sparen.
i] Es ist schwer sparen, wenn etwas zu Ende geht.
ndt] Up de Nêge is ne guot spoaren.
en] Better spare at the brim, than at the bottom.
en] Too late, to spare when the bottom is bare.
fr] C'est bien tard d'épargner, quand tout est dissipé.
fr] Il n'est plus tems d'épargner quand on voit le fond.
la] Sera in fundo parsimonia. Seneca
pl] Nie w czas oszczędzamy, gdy dna dobieramy.
un] Késő a' takarékosság, mikor üres a' szekr ény.

Auf der Nussschale geigen.

Auf der Parille, da man mit dem Gesäß durchguckt.

Auf der Prager Brücke begegnet man entweder einem Mönche, einer Hure oder einem weißen Pferde.
en] London bridge was made for wise men to go over, and fools to go under.

Auf der recht- und linken Seite,
Auf dem Berg und in der Mitten
Sitzen, stehen sie zum Streite,
All einander ungelitten.
Wenn du dich ans Ganze wendest
Und votierest, wie du sinnest,
Merke, welchen du entfremdest,
Fühle, wen du dir gewinnest.
Goethe, National-Versammlung

Auf der rechten Schulter unsern Herrgott und auf der linken den Teufel tragen.

Auf der redlichen Hand geht ma leichter durch Land als auf gschwinde Füaß.

Auf der Reichenstraße zu Füßen, wo sich die Bettelleute aus den Fenstern grüßen.

Auf der Reis' ein guter Gefährt ist so gut wie ein Pferd.

Auf der Reise lernt man seine Gefährten kennen.
ho] Als men met iemand veertien dagen op reis is, kan men hem leeren kennen.

Auf der Reise rafft man auf, was man kann, jeder Tag bringt etwas, und man eilt auch, darüber zu denken und zu urteilen.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 7.11.1786

Auf der Rezitation ruht alle Deklamation und Mimik. Da nun beim Vorlesen jene ganz allein zu beachten und zu üben ist, so bleibt offenbar, dass Vorlesungen die Schule des Wahren und Natürlichen bleiben müssen, wenn Männer, die ein solches Geschäft übernehmen, von dem Wert, von der Würde ihres Berufs durchdrungen sind.
Goethe, Maximen und Reflexionen 737

Auf der Rückseite
la] in dorso

Auf der Schaukel und Waage sitzen.
i] Unsicher, keinen festen Fuß noch Raum haben.
ho] Hij zit op een' schopstoel.

Auf der Schlachtbank sind alle Kühe Ochsen und in der Lohgruben sind alle Ochsen Kühe.
i] Der Fleischer verkauft das Kuhfleisch für Ochsenfleisch und der Gerber bezahlt die Ochsenhäute für Kuhhäute oder behandelt sie in der Grube wie diese.

Auf der Schneckenpost kommen (reisen).
i] Um eine sehr langsame, träge Bewegung zu bezeichnen.

Auf der schwächsten Schulter ruht oft die schwerste Last.
ho] Die de zwakste schouders heeft, moet het zwaarste pak dragen.

Auf der Schwelle
i] gleich zu Beginn
la] in limine

Auf der See lernt man beten.

Auf der See soll man sich vor dem Priester doppelt neigen.
i] Man soll den Priestern alle Ehre erweisen, weil sie nach altem Volksglauben das Wetter, wenn auch nur das schlechte, machen, womit Seegefahren verbunden sind.

Auf der Seite liegend ist die Maus flinker.
Estland

Auf der Seite, zur Seite
la] a latere.

Auf der Spitze des Schwertes gedeiht des Landes Wohlfahrt nicht.
dä] Det er farligt at sætte et lands velværd paa sverdits spidse.

Auf der Stelle

Auf der Stirn den Heraklit und im Herzen den Demokrit.

Auf der Stirn ist die Haut am dicksten, antwortete Klaus einem alten Manne, der eine junge schöne Frau hatte und ihn darum fragte, sonst kämen die Hörner zu leicht durch.
z] Ein Alter, so eine schöne Frau hatt, fragte einen, wo die Haut am dicksten were, der antwortet, an der Stirn, sonsten wären auch die Hörner längst durchgewachsen.

Auf der Stirn und im Auge kann man die Briefe des Herzens lesen.
it] In fronte si legge quel che nel cor si porta.

Auf der Stör arbeiten.
i] In einem fremden Hause arbeiten, wo dann der Hausvater die Beköstigung übernimmt, oft auch die nötigen Materialen zur Arbeit anschafft. Stören = herumziehen, wandern. Ein Störer ist ein Mensch, der ein Handwerk, eine Handtierung unbefugt betreibt; auch wohl ein Mann, der mit Frauenzimmern in wilder Ehe lebt.

Auf der Straße (o. auf dem Pflaster) sitzen
i] stellenlos sein
en] to be (out) an the streets (o. on the dole)
fr] être sur le sable
it] essere in mezzo alla strada

Auf der Straße des geringsten Widerstandes versagen die stärksten Bremsen.

Auf der Straße ein Bettler, hinter dem Hag ein Dieb.

Auf der Straße ein Engel, daheim ein Teufel.
la] Intus Hecuba, foris Helena.
la] Intus Herodes, foris Johannes.

Auf der Straße gehört und in der nächsten Gasse schon ausgeplaudert - ein Verschleudern der Gesittung ist das.
Konfuzius, Gespräche

Auf der Straße hoch her und daheim der Brotschrank (Keller) leer.
dä] Paa gaden bæres guldet rød, men hiemme ledes efter brød.
dä] Stolt i stræde og lidet i pynge, det er folskt.

Auf der Straße mähen wollen.
fr] A voye publique aguyser faulx.
la] Ad publicum viam acuere falcem.

Auf der Straße nach dem Maul, treibt Hansmichel schnell den Gaul.

Auf der Straße sittig, in der Kirche andächtig, im Hause heiter und nett, nur freundlich im Bett.
ho] Zedig ter strate aandachtig in de kerk, blijde in huis vriendelijk te bed.

Auf der Straße soll man nicht auf seine Feinde schelten.
sp] Quando fueres por camino, no digas mal de ta enemigo.

Auf der Straße wächst nichts.
Oberösterreich
i] Spricht die Absicht aus, dass die Anlegung neuer oder die Erweiterung bisheriges Straßen kein Gewinn sei, weil der Boden dem Anbau entzogen werde; eine, Ansicht, die einer Widerlegung nicht bedarf, da gute Verkehrstraßen den Wohlstand nicht hemmen, sondern fördern.

Auf der Straße wie ein Gaul und zu Hause stinkend faul.
Köthen

Auf der Straße wo niemand ist, kann man niemand finden.
i] In dem Sinne: Wo nichts ist u.s.w.
dä] Der gribes ingen paa de veye man ikke kommer.

Auf der Straße zu gehen, wird niemand gehindert.
Altrömisch
i] Allgemeine Dinge stehen auch zu allgemeinem Gebrauch.

Auf der Streu ein Leu, auf der Straß' ein Has'.

Auf der Stufe, auf der man weiß, was Menschsein heisst, beginnt das Trauerspiel, denn man muss weiter Mensch bleiben.
Wilhelm von Scholz

Auf der Stute reitest du, und die Stute suchst du.
Litauen

Auf der Taktik des Feldherrn basiert die Tapferkeit der Soldaten.
la] Ducis in consilio posita est virtus militum.

Auf der Tracht des Richters und Geistlichen beruht ein guter Teil ihrer Wirksamkeit. Der Geistliche im Oberrock vor dem Altar; der Richter in dem selben Kostüm, in dem er soeben die Weinschenke oder die Bierbank verlassen, würde des Eindrucks verfehlen, er würde die Erinnerungen und Vorstellungen, die daran haften, nicht zu überwinden vermögen. Indem die Tracht ihn derselben entkleidet, leistet sie seiner Wirksamkeit Vorschub, fördert sie den Zweck des Amtes selber.
Ihering, Der Zweck im Recht, ?, 9

Auf der Trift wächst kein Gras.

Auf der Tür zum Erfolg ist angeschrieben: Stoß und zieh!
Jiddisch

Auf der Waage des Goldschmieds prüfen

Auf der Walstatt zeigt sich der Tapfere.

Auf der Weinbrüder Commendation gehen ist nicht gut.

Auf der weiten Welt sich freuen, das sind Sprünge zum Bereuen.

Auf der Welt gibt es nichts, was weicher und dünner ist als Wasser. Doch um Hartes und Starres zu bezwingen, kommt nichts diesem gleich. Dass das Schwache das Starke besiegt, das Harte dem Weichen unterliegt, jeder weiß es, doch keiner handelt darnach.
Laotse

Auf der Welt gibt es nur drei schmutzige Gewerbe: Hure, Schauspieler und Musikant.
China

Auf der Welt groß auftrumpfen, heisst vor dem Himmel oft klein beigeben.

Auf der Welt ist alles eitel.

Auf der Welt ist nichts elender als eine reiche Frau zu haben.
Russland

Auf der Welt ist niemand unedler als der, der ein Anliegen nicht gewährt, um das er angesprochen worden und das zu gewähren er imstande ist.
Buch des Kabus, 8, Nuschirewans letzte Lehren

Auf der Welt sei der Vater dem Sohn, die Mutter der Tochter ein Vorbild.

Auf der Werfte kann (soll) man das Schiff nicht loben.
it] Non giudicar la nave, stando in terra.

Auf der Wiese der Hoffnung weiden viele Narren.
Russland

Auf der Wurst herumfahren (reisen, reiten).
i] Nacheinander auf mehreren Höfen einen Besuch abstatten, auch in der Gesellschaft mehrerer Personen umherschmausen.
z] Die Venus merkte das bei zeiten; sie schalt: Du kleiner Bösewicht, dass du willst auf der Wurst rumreiten, gefällt mir keinesweges nicht.

Auf der Wurzel ruht der Baum.

Auf der Zunge Honig, unter der Zunge Essig.

Auf derselben Waage
i] mit dem gleichen Maßstab gemessen werden
la] eadem trutina pensari

Auf derselben Weide sucht der Ochse Gras, der Storch Frösche und der Jagdhund Hasen.
ho] In dezelfde weide zoekt de os gras, de windhond een' haas en de ooijevaar een' kikvorsch.

Auf des anderen Buckel ist es gut zu reiten.
Estland

Auf des andern Seel' und Beutel kann keiner votieren.
i] Mit Bezug auf solche Fälle, in denen persönliche Haftung gilt und kein Bürge zulässig ist.
la] Nemo voto suo alterius animae aut marsupio praejudicare potest.

Auf des Bäckers Tisch kommt selten Weißbrot.
Russland

Auf des Diebes Kopf brennt sogar die Mütze.
Estland

Auf des Fischers Tisch kommen die schlechtesten Karpfen.
Russland

Auf des Fleischers Tisch kommt selten ein saftiger Braten.

Auf des Geizigen gefülltem Kasten sitzt der Teufel, um zu rasten.
it] Nell' arca dell' avaro il diavolo sta coricato.

Auf des Glückes großer Waage
Steht die Zunge selten ein.
Du musst steigen oder sinken,
Du musst herrschen und gewinnen,
Oder dienen und verlieren,
Leiden oder triumphieren,
Amboß oder Hammer sein.
Goethe, Gesellige Lieder: Kophtisches Lied (ein anderes)

Auf des Glückes großer Waage
Steht die Zunge selten ein;
Du musst steigen oder sinken,
Du musst herrschen und gewinnen,
Oder dienen und verlieren,
Leiden oder triumphieren,
Amboß oder Hammer sein.
Goethe, Kophtisches Lied (Ein anderes)

Auf des heiligen Peters (27.4.) Fest
sucht sich das Storchenpaar sein Nest.

Auf des Hundes Biss Hundshaar nit vergiss, und auf viel Wein lass Wein das beste Pflaster sein.

Auf des Kahlen Haupt fallen die größten Schlossen.

Auf des Kahlen Haupt regnet es die größten Schlossen.
Russland

Auf des Meisters Worte schwören.
fr] Jurer sur la parole du maître.
ho] Op's meesters woord zweren.
la] In verba magistri jurare. Horaz

Auf des Nachbars Felde steht der Flachs immer am schönsten.
z] Ein jeden dunckt, seines nachbarn flachss viel besser denn der sein aufwachss.
mhd] Frömder acker stuont ie baz dan eigensât; daz machet haz.
bm] Hojnĕjsí vzdy obilí na sousední roli.
pl] Lepsze zboze na cudzém.

Auf des Narren Rücken gehört eine Rute.
Sprüche Sal. 10, 13

Auf des Reichen Brot ist Feuer, auf des Reichen Habe eine Schlange.
Estland

Auf des Reichen Herde gefriert kein Wasser.

Auf des Richters Tisch ein Stück Papier, zu seinen Füßen ein Paar Lippen.
China

Auf des Schusters Rappen reiten.
ndt] Met Schausters Rappen föhren.
i] Zu Fuß gehen.
fr] Aller sur la haquenée des cordeliers.
la] Per pedes apostolorum.

Auf des Teufels Eis ist nicht gut gehen.

Auf des Teufels Rücken gewonnen, unter seinem Bauch zerronnen.

Auf des Toten Mund hin darf man nicht verurteilen: Sünder sind wir alle.
Estland

Auf des Zaren Tafel kommt nicht aller Wein.
Russland

Auf dessen Wagen man fährt, des Melodie man singt.

Auf di hab i lang scho gwart, hat der Adam zu der Eva im Paradies gsagt.

Auf dicke Wolken folgt großes (schweres) Wetter.
mhd] Wenn es sich wolket, so will es regnen.
la] Inclusa odia pariunt grandes tempestates.

Auf dicke Wolken folgt schweres Wetter.

Auf dicken Hintern ist gut sitzen.

Auf die (gute) Bahn kommen.
ho] Op de baan komen.

Auf die abgebrannte Zündpfanne gehört frisch Kraut.

Auf die alte Hacke!
i] Schlesischer Trinkspruch, soviel wie auf altschlesische Treue und Redlichkeit. Ein kleines silbernes Äxtlein, schlesisch auch Hacke genannt, wird ans Glas, woraus einer Gesundheit trinkt, oben an den Rand des Glases, dass es nur daran bummelt, gehängt. Das Glas wird dann rein ausgetrunken, bis auf die Nagelprobe, das Äxtlein darf dabei aber nicht herunterfallen.

Auf die alten Häuser liegen schware Stein', auf die neuen leichte Hypotheken.
i] Schwere Steine zum Festhalten der Schindeldächer, leichte Hypotheken, d.h. leichtfertig aufgenommene.

Auf die alten Sprünge kommen.
i] Die frühere Handlungsweise annehmen. Jener lehrte Affen tanzen, als aber jemand Nüße unter sie warf, vergassen sie ihre Kunst. Ein Pferd, das auf der Reitschule zugeritten worden, nimmt oft die frühern Sprünge wieder an.

Auf die anderen du säst, von dir selbst du erntest.
Estland

Auf die Arbeit schimpft man nur so lange, bis man keine mehr hat.

Auf die Art ist der Tod für den Menschen die erwünschteste Zuflucht aus den Mühseligkeiten des Lebens; und die Gottheit, die uns das süße Dasein zu kosten gegeben, wird hierin neidisch befunden.
Artabanos

Auf die bahn bringen.
i] Etwas Neues erdenken, erfinden.

Auf die Beine kommen.
i] Gesund werden oder wieder in bessere Vermögensumstände kommen. Oft heisst es in letzterer Beziehung auch, er ist so weit gekommen, dass er sich schämt, seine Beine zu gebrauchen und vielmehr danach strebt, sich anderer Beine zu bedienen.

Auf die Bildung des Charakters haben Zucht und Übung einen bedeutenden Einfluss.
Samuel Smiles, Charakter

Auf die bleierne Frage folgt eine eiserne Antwort.

Auf die Bolwanen kriegen.
Livland
i] Bolwan (russisch) ist ein nachgemachter oder ausgestopfter Lockvogel, besonders ein Birkhahn. Auf die Bolwanen kriegen, heisst fangen, belisten, ins Netz ziehen, Gelegenheit finden, sich zu rächen oder einen Verweis zu geben.

Auf die brach schlagen.

Auf die Bürde folgt die Würde.

Auf die Dauer hilft nur Power.

Auf die durchwachten Nächte der Ehrbegierde folgen schlaflose Nächte der Reue, dass man sich die Mühe geben konnte, solchen Phantomen nachzulaufen.
Klopstock

Auf die dürre Hand heiraten.
i] Wird durch folgendes Sinngedicht Lessing's erklärt: Ein Bettler ging auf Freiersfüßen und sprach zu einer Magd, die er nach Wunsche fand: 'Nimm mich!' Sie fragt: 'Worauf?' - 'Auf diese dürre Hand, die soll uns wohl ernähren müssen.'

Auf die Erhaltung der Unwissenheit scheint sogar von jeher eine größere Anzahl Menschen absichtlich bedacht gewesen zu sein als auf die Erweiterung der Grenzen menschlicher Erfahrung;...
Forster, Über den gelehrten Zunftzwang

Auf die Eule blasen.
i] Soviel als traurig werden, den Ton sinken lassen.
pl] Zadac na sowe.

Auf die Fährte kommen.

Auf die Feige Wasser, auf die Birne Wein.
Italien
i] Gesundheitsrücksichten gebieten, nach dem Genusse von Feigen Wasser zu trinken, da der Wein sie unverdaulich machen soll.

Auf die Feinde muss man wohl Acht haben, denn niemand bemerkt unsere Fehler eher als sie.
Antisthenes, überliefert von Diogenes Laertius

Auf die Fleischbank geben.
i] Von den Judasschülern, Verrätern, falschen Jüngern.
z] Mein Zung' bringt manchen um sein Leben, den ich hab' auff den fleischbanck geben.

Auf die Frage, wie in einem durch rasche Expansion gezeichneten Gemeinwesen der Geldwert erhalten werden könne, gibt es erwartungsgemäß keine allgemeingültige Antwort. In Schweden ordnen die Sozialpartner auf dem Wege über Tarifverträge ihre Lohnfragen selbst - eine Einkommenspolitik im eigentlichen Sinn wird somit nicht gefährdet.
Tage Erlander, in einem Briefe an Stackelberg: Gegen die Willkür der Mächtigen

Auf die Frage: was ist Freiheit? antwortet ein Meister: ein gutes Gewissen.

Auf die Freuden folgen tausend Schmerzen.
la] Post gaudia mille dolores.

Auf die Gans ist leicht zu kommen.

Auf die Gestalt kommt es nicht an, sonst beschämte der Pfau einen Mann.

Auf die Gesundheit der Kaczkowska, die den Juden Wasser trägt.
i] Kaczkowska, eine begüterte Edelfrau in Polen, brachte alles durch Trunksucht durch und kam so herunter, dass sie in einer kleinen Stadt für ein Glas Schnaps den Juden allerhand niedere Dienste leistete.
pl] Za zdrowie Kaczkowski, co zydom wode nosi.

Auf die Glut kommt die Wut.

Auf die gnade Gottes sündigen.

Auf die Gnade großer Herrn folgt Gift und - Tod gar gern.

Auf die Goldwaage legen
la] aurificis statera examinare

Auf die große Mistfuhre (werde ich kommen, wird es geschehen u.s.w.).
z] Ich hörte einst einen Geistlichen einen Knaben fragen, wann er geboren sei, worauf die Antwort erfolgte: In der großen Mistfuhre; ein anderer sagte: Im Heidelbeerschlage, d.i. zur Zeit, wenn die Blaubeeren reif sind.

Auf die großen Freuden folgen die großen Leiden.
Sully Prudhomme, Intimes Tagebuch

Auf die Gunk'l (Kunkel) gean.
Oberösterreich
i] Mit dem Spinnrad in anderer Häuser; in Schlesien: zum Rocken, zum Lichten gehen.

Auf die Haberhälm kommen.
i] In sehr bedrängte Lage.

Auf die Haberwaid schlagen.
i] Die Weide auf den Haferfeldern erfolgt spät und ist sehr unergiebig. Also in Not, Verlegenheit.

Auf die Haut des unerlegten Bären muss man nicht trinken und zehren.

Auf die Hecke klopfen.
i] Soviel wie: auf den Strauch schlagen.

Auf die Hinterbeine (o. Hinterfüße) treten.
i] Eine rückgängige Bewegung machen)
la] In pedes retrocedit.

Auf die höchste Liebe traue,
Die sich nimmer wandeln kann!
E. M. Arndt, An des kleinen Fr. Brandas Mutter

Auf die Hochzeit folgt ein Halbjahr Hunger.
Tamilen
i] Die Hochzeit wird nämlich bei den Tamulen überaus prächtig hergerichtet.

Auf die Hunde, die heftig bellen, und Feinde, die viel Prahlens machen, hält man nicht viel.
la] Canes plerumque, qui vehementius latrant, et hostes, qui multum hostilitatis denunciant, habentur viliores.

Auf die Jugend ist kein Verlass, sie will heut' dies und morgen das.
z] Sie ist ein Geschirr, so bald rinnt, ein Holz, so bald brennt, ein Kerzchen, so bald abfliesst, eine Farbe, so bald abschiesst, ein Fleisch, so bald stinkt, ein Schiffel, so bald versinkt. Die Jugend lauft nicht, sondern springt, sie stolpert nicht, sondern fällt, sie raucht nicht, sondern brennt, sie wälzt sich nicht, sondern stürzt sich in alle Laster wie der verlorne Sohn; sie brennt in Unzucht wie der Ammon; sie fällt in allen Übermut wie der Absalon, sie springt in das Verderben wie die Kinder Eli. Abraham a Sancta Clara, 1699
bm] Zelený hrozen není sladký, a mladý človĕk není stálý.

Auf die Jungfrauschaft kann man keine Semmel borgen.

Auf die Kante setzen.
ndt] Up de Kant sett'n. Altmark
i] Etwas erübrigen, zurücklegen. In de Kant setten = im Winkel verwahren, Geld aufheben.

Auf die Kanzel laufen zu predigen, gleich wie eine Sau zum Troge.

Auf die Kehle kommt's an, sonst verschlänge der Walfisch Elefanten.

Auf die Kleider musst du besonders schauen, zu gut, und sie sind sich zu gut für die Arbeit; zu zerrissen, und sie haben einen schlechten Charakter.
Brecht, Herr Puntila und sein Knecht Matti

Auf die Krähe zielen und die Kuh treffen.
i] Die Krähen setzen sich zuweilen auf den Rücken der Kühe. Also den Freund statt des Feindes verwunden.
bm] Mířil na orla, a trefil vola.
bm] Mířil na vránuj, a trefil krávu.

Auf die Kreuzwoche folgt Ostern.

Auf die Kunst, sich in der Welt zu betragen und nach Erfordern dreinzuschlagen, kommt es bei den Nationen an.
Goethe, F.v.Müller, 23.8.1827

Auf die Lahmen müssen wir warten. Frankreich

Auf die Lahmen müssen wir warten.
Frankreich

Auf die Länge drückt auch ein Strohhahn.

Auf die Länge gefällt nur die Gesellschaft solcher Personen, in deren Achtung immer mehr zu steigen uns wichtig oder angenehm ist. Deshalb sollten die Frauen, wenn sie nicht wollen, dass ihre Gesellschaft nach kurzer Zeit an Reiz verliere, sich bemühen, so zu werden, dass es stets ein erstrebenswertes Ziel bleibt, ihre Achtung zu genießen.
Leopardi, Gedanken

Auf die Länge habe ich wohl erfahren, gewinnt bei einem guten Manne gewiss, wenn man aufrichtig bei ihm gewinnen will.
Lessing, An Nicolai

Auf die letzte Anklage, nämlich wider die Gerechtigkeit des Weltrichters, wird geantwortet: Dass das Vorgeben von der Straflosigkeit der Lasterhaften in der Welt keinen Grund habe; weil jedes Verbrechen, seiner Natur gemäß, schon hier die ihm angemessene Strafe bei sich führe, indem die innern Vorwürfe des Gewissens den Lasterhaften ärger noch als Furien plagen. Allein in diesem Urteile liegt offenbar ein Missverstand. Denn der tugendhafte Mann leiht hiebei dem Lasterhaften seinen Gemütscharakter, nämlich die Gewissenhaftigkeit in ihrer ganzen Strenge...
Kant, Über das Misslingen aller philosophischen Versuche in der Theodicee

Auf die Liebe von Fremden ist kein Verlass.
la] Certus in hospitibus non est amor.

Auf die mageren Pferde setzen sich die Fliegen.
fr] A cheval maigre vont les mouches.
fr] Aux chevaux maigres vont le mouches.
ho] Op de magerste paarden vallen de meeste vliegen.
it] A caval magro vanno le mosche.

Auf die magern Pferde setzen sich die meisten Mücken.
Ostpreußen
i] Die Armen und Unglücklichen haben am meisten unter böswilligen Anschlägen zu leiden.

Auf die Martinsgans warten.
ho] Hij wacht op Sint Maartens gans.

Auf die Masse soll und muss jeder Dichter wirken, mit der Masse nicht.
Franz Grillparzer, Historische und politische Studien

Auf die Milchzeit der Stiere warten.
Russland

Auf die Nachkommen muss man doch auch etwas rechnen.
Goethe, An K. F. v. Reinhard, 28.8.1807

Auf die nächste Bauernkirmes.
ho] Al weêr op eene andere boeren-kermes.

Auf die Nacht tut man den Laden zu.

Auf die Neige kommen.

Auf die niedern Bäumlein steigt man, auf die höhern will sich niemand wagen.

Auf die Pauke hauen will jeder. Aber tragen will sie keiner.

Auf die Petersilie schlossen (hageln).
i] Sich an Schwächern reiben, an Ohnmächtigen zum Ritter werden, seine Gelehrsamkeit bei einem unbedeutenden Gegenstande auskramen.

Auf die Pyren (Birnen) tu einen Trunk, Nüsse sind wider Gifft gesund, Pyren ohn Wein sind Gifftes voll, kocht man sie, es vergeht jhn wol, rohe beschwern sie den Magen, nach Oepffeln thu den Bauch entladen.
la] Adde potum pyro, nux est medicina veneno, sic coquis antidotum pyra sunt, sed cruda venenum. Cruda granant stomachum, retenant pyra cocta granatum. Post pyra da potum, post pomum vade cacatum.

Auf die Ritze hauen.
i] Glück haben beim Kartenspiel. Nach dem Volksglauben pflegt ein Spieler, der mit der Fuge der Tischplatte in einer Richtung sitzt, also beim Ausspielen 'auf die Ritze haut', zu gewinnen.

Auf die Rockenreise gehen.
Oberösterreich
i] Um sich die Langeweile beim Spinnen zu vertreiben, kamen einst nicht selten die Mädchen aus der Nachbarschaft mit ihren Rocken in einem Hause zusammen; es wurde dabei erzählt, gesungen, auch wohl zuletzt getanzt. Wohl dasselbe, was man in Schlesien 'Lichtenabende' nennt.

Auf die Rolle schieben.
v] Zum Narren (o. besten) halten. - Mit jemandem sein Spiel treiben. - jemanden durch den Kakao ziehen (o. hochnehmen o. aufziehen).
en] To pull s.o's leg. - To take s.o. for a ride. - To play fast and loose with s.o. - To play games with s.o. - To ake fun (o. sport) of s.o.
fr] Se payer la tête de qn. - Mettre qn. en boîte. - Faire monter qn. à l'echelle (o. au cocotier) - Se jouer de qn.
it] Farsi beffe di qd. - Prendere in giro - Prendere per il collo (o. il culo). - Prendere gioco di qd. - Fare a palle con qd.

Auf die schiefe Bahn (o. auf Abwege)' geraten.
en] To go astray. - To get into evil ways. - To go (to the) bad.
fr] Glisser sur une mauvaise pente. - S'écarter du (o. quitter le) droit chemin.
it] Essere su una brutta china o. sulla cattiva strada. - Uscire di strada.

Auf die Schmerzen gibt Gott das Scherzen.

Auf die Schnepfenjagd gehen.
i] In der Absicht, dienstwilligen Mädchen zu begegnen. Berliner Katerstrich.
ho] Hij jaagt op snippen.
ndt] Op Schneppejagd goahne.

Auf die schönsten Sommertage folgen die größten Gewitter (o. Wetter).

Auf die Schwüre der Liebenden (Verliebten) ist nicht viel zu bauen.
sp] Juras del que ama muger, no se han de creer.

Auf die Schwüre der Verliebten ist nicht viel zu bauen.

Auf die Seite sehen, wie eine Gans, die Äpfel sucht.
z] Man sagt gemeiniglich: So sieht ein Entrich, eine wilde Ente, mit einem Auge auf das Erdreich, wo die Speise ist, und mit dem andern Aug' an den Himmel, wo der Sperber ist.

Auf die Seite, die Hühner wollen pissen.

Auf die Sonn folgt kälte und regen, nach freuden muss man trauernd pflegen.
la] Frigora post soles, post gaudia saepe dolores.

Auf die Spindel (ein Weib) kommen.

Auf die Sprünge bringen.

Auf die Spur kommen.
z] Wo er aber auf die Spur kommt, reisst er aus und setzet solchem nach. Also ist es mit uns Menschen, so lange wir den Segen der Tugend oder die Strafe des Lasters nicht riechen, so sind wir langsam zum Guten und lassen uns durch einen kleinen Strick der Eitelkeit aufhalten.

Auf die Steer gehen (o. auf der Steer sein).
i] Damit bezeichnet man in Oberösterreich gewöhnliche Wanderer mancher Handwerker, besonders Schneider, Schuster, Sattler u.a., die in fremden Häusern ihre Arbeit verrichten. In einer Polizeiverordnung vom Jahre 1527 heisst es: 'Handwerker auf dem Gäu, so nicht sesshaft sind, die man Störer nennt.'

Auf die Steine gießen.
z] Demnach ich nun vor, in und nach der Hochzeit sehr auf die Steine gegossen und stark getrunken.

Auf die Steine säen.
i] Wer seine Kräfte so verwendet, dass er für seine Mühe keinen Lohn erwarten kann.

Auf die Stockzähn' lachen.
Luzern
i] Heimlich sich über anderer Unfälle freuen.
z] Auf den Stockzähnen lächeln.
z] Hinter den Stockzähnen lachen.

Auf die Sünde folgt das Übel wie die Träne auf die Zwiebel.
bm] Za hřichy muky, a za krádez býkovec.

Auf die Tube drücken
v] Gas geben
en] to step on it
fr] appuyer sur le champignon - mettre toute la gomme
it] dare gas - premere sull'acceleratore

Auf die übermütige Fastnacht folgt die traurige Aschermittwoch.
sp] Alegrías, antruejo, que mañana serás ceniza.

Auf die Undankbarkeit folget Unverschämigkeit.
la] Ingratitudinis comes est impudicitia.

Auf die Versprechungen der Männer kann man nicht das geringste geben.

Auf die Weibermühle gehen (bringen), wo man alte Weiber jung macht, oder die bösen Weiber umgemahlen werden.
bm] Kolodĕje, kde se zlé zeny anebo staré panny přemilají.

Auf die Wiege folgt das Grab.
bm] Co kolébka kolébala, to motyka zakopala.

Auf die Winterpfingsten.
Franken
i] Auf den Nimmerstag wird's geschehen, werde ich's tun.

Auf die Wirkung kommt es an, Ursache ist Nebensache.
Polgar, Meeresstille und glückliche Fahrt

Auf die Wolfshaut trinken.
i] Ausgaben auf Rechnung solcher Dinge machen, die man noch gar nicht besitzt; in Hoffnung auf eine Erbschaft flott leben; sein Gut verschleudern; auch das Arbeitslohn vertun, ehe die Arbeit getan ist.
bm] Jestĕ vlka nezabili a uz mu na kůzi pili.
bm] Není zisk na medvĕdí kůzi píti.

Auf die Worte kommt's nicht an, (die) Tat macht den Mann.
bm] Nehled' na řeč, ale na vĕc.

Auf die Worte kommt's nicht an, die Tat macht den Mann.

Auf die Wunde der Menschenplagen soll man kein Pflaster legen.
z] Weistu nicht, dass der, welcher an einer Schlangen Barmherzigkeit übet, den Menschenkindern unbillig und beschwerlich fällt?

Auf die Würde kommt die Bürde.

Auf die Würde kommt die Bürde.
la] Fructus honos oneris, fructus honoris onus.

Auf die Zählau kommen.
i] Die Zählau ist ein bei Friedland (Ostpreußen) gelegener großer Bruch, den der dortige Volksglaube zu einem Aufenthaltsorte für alte, besonders ihres hoffärtigen Wesens wegen unverheiratete Jungfern bestimmt. Man ruft dort jungen Mädchen, welche wiederholt Freier zurückwiesen, warnend zu: Du wirst auf die Zählau kommen.

Auf die Zehen treten können uns nur Menschen, die uns nahe genug stehen.

Auf die Zunge lege den Zucker, das Messer setze an den Nackenwirbel.

Auf dies Häflein gehört solch Decklein.
z] Auff das haffelin gehört das Deckelin.

Auf diese Weise wäret ihr Frauen wohl unüberwindlich [...]: erst verständig, dass man nicht widersprechen kann, liebevoll, dass man sich gern hingibt, gefühlvoll, dass man euch nicht weh tun mag, ahnungsvoll, dass man erschrickt.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,1

Auf diesem beweglichen Erdball ist doch nur in der wahren Liebe, der Wohltätigkeit und den Wissenschaften die einzige Freude und Ruhe.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 6.12.1781

Auf diesem Flur ist nichts zu fegen.
ho] Daar valt niet te vegen dan de vloer.

Auf diesem Ohr hört er nicht (o. schlecht)
en] he's deaf to that
fr] il n'entend pas de cette oreille
it] da quest'orecchio non ci sente

Auf diesem Platze ist ein Hund verreckt.
i] Redensart beim Kartenspiel.

Auf diesen Knochen kommen zu viel Hunde.
i] Wenn wenig unter sehr viele verteilt werden soll.

Auf diesen Kompass kann man sich nicht verlassen.
ho] Op dat kompas kan men de wereld niet ingaan.

Auf diesen Kompass kann man sicher fahren.
i] Von gutem Rat.

Auf diesen Kopf gehört eine saubere Lauge.

Auf diesen streich gehen noch viel stück.
z] Als die Christlich Klöstercolätzlein, wenn der Herr Apt Würffel auflegt und sich der Culullus regt.

Auf diesen Topf passt dieser Deckel.
ho] Op dit potje dient zulk een dekseltje.

Auf dieser Bank von Stein will ich mich setzen.
Schiller, Wilhelm Tell IV, 3

Auf dieser Bank von Stein will ich mich setzen.
Schiller, Wilhelm Tell

Auf dieser Erd ist bessere nicht dann Fried und gut Gerücht.

Auf dieser Hochzeit hat man mit Klößen geladen und mit Bratwurst geschossen.
Meiningen
i] Es war alles vollauf da.

Auf dieser Welt halte ich zwei Beschäftigungen für besonders nutzlos: Laubsägearbeiten und die Fotografie.
Anton F. Tschechow, Briefe (6. Februar 1893)

Auf dieser Welt muss man bald sterben oder geduldig leben.

Auf dieser Welt soll man jedoch alles ansehen; alles ist des Ansehens wert, jede Straße und jeder Mensch, jede Sache, ob nun arm oder berühmt.
Capek, Italienische Briefe

Auf dieser Wiese wachsen keine andern Blumen.

Auf Dinge, die nicht mehr zu ändern sind,
Muss auch kein Blick zurück mehr fallen! Was
Getan ist, ist getan und bleibt's.
Schiller, Macbeth III, 5

Auf dir ruht unsere ganze Hoffnung.
la] In te spes omnis nobis sita est.

Auf Disteln wachsen keine Feigen.
i] Die Sünde hat keine segnende Kraft, sie kann nur strafen.

Auf Doktor Faust's Mantel reiten.

Auf Donner folgt (gern) Regen.

Auf Donner folgt Regen.

Auf Doppelspiel muss man Leib, Gut und alles wagen.
i] Dies Sprichwort hatte man noch im 17. Jahrhundert trotz der gesetzlichen Bestimmungen, der Spieler solle nur das verlieren, was er zum Spiele bringe, und selbst dies nicht vollständig, weil man wegen Spielschulden niemand weiter als bis aufs Hemd pfänden solle und namentlich nicht verwetten solle, was ihm Gott anerschaffen hat.

Auf Dornen gehen (sitzen).
i] Stets Hindernissen begegnen, mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
fr] Il est (marche) sur des épines.

Auf Dornenpfaden muss man nicht barfuß gehen.
la] Inter spinas calceatus.

Auf Draht sein (wachsam und tüchtig sein)
en] to be an o's toes - to be at the ball (o. at the beam)
fr] savoir saisir son occasion
it] essere in gamba

Auf drei Dinge achte nicht schlecht, auf deinen Pflug, dein Buch und dein Recht.

Auf drei Dinge kann man sich selten ganz verlassen: auf ein Pferd, ein Weib, ein Schwert.

Auf drei Dingen ruht kein Segen: auf Gewogenem, Gemessenem und Gezähltem.

Auf drei Dingen stehet die Welt: auf Gesetz, auf Gottesverehrung und auf Mildtätigkeit.
i] Der Denkspruch oder das Motto Simons des Gerechten, des letzten und einzigen Schriftgelehrten, deren Namen, ausser Esra - Nehemia, dem mutmaßlichen Stifter derselben, auf uns gekommen ist.

Auf drei Nebel folgt ein Regen.
it] Alle tre nebbie acqua.

Auf dreierlei muss man jeden aufmerksam machen: sich des Weins zu enthalten, sich vor der Wollust zu hüten und kein Geld aufs Spiel zu setzen.

Auf dumme Fragen bekommt man dumme Antworten.

Auf dumme Worte taube Ohren.
sp] A palabras necias, oídos sordos.

Auf dumme Worte taube Ohren.
sp] A palabras necias, oídos sordos.

Auf Dummenfang
la] ad captandum vulgus a.

Auf dummes Gerede soll man nicht hören.

Auf dummes Gerede soll man nichts geben.

Auf Ebbe folgt Flut.
ho] Na de ebbe komt de vloed en de vrienden met het goed.

Auf ebenem Boden ist leicht laufen.
la] Facile est ventis dare vela secundis.

Auf ebenem weg soll man keine Hügel suchen.
i] Gegen die Querelmacher. Keinen Anlass zum Streit.

Auf ebenem Wege soll man keine Hügel suchen. (Keinen Anlass zum Streit)

Auf ebenem Wege stolpern.
fr] Chopper en plain chemin.
la] Plura offendere via.

Auf ebener Straße wirft ein kleiner Stein die Fuhre um.
Estland

Auf ebnem Boden straucheln ist ein Scherz,
Ein Fehltritt stürzt vom Gipfel dich hinab.
Goethe, Die natürliche Tochter, IV, 2 (Gerichtsrat)

Auf Ehr' leiht niemand einen Kreuzer.

Auf Ehre leiht niemand einen Kreuzer.

Auf Ehre machen die großen Männer am meisten Anspruch, und zwar mit Recht.
Aristoteles, Nikomachische Ethik

Auf Eiern gehen und keins zerbrechen.
i] Von denen, die stets neutral zu bleiben suchen.
fr] Elle passerait sur des oeufs sans les casser.

Auf Eiern muss man behutsam gehen, es ist bald um ein Küchlein geschehen.

Auf Eiern tanzen und mit Weibern umgehen muss gelernt werden sieben Jahr und einen Tag.

Auf eigen Rappen ein gut bisslein essen und guten wein trincken, ist unverboten.
i] Hier eine im 15. Jahrhundert zu Basel und Freiburg entstandene Münze mit einem Rabenkopf, von dem sie den Namen erhalten hat. Es gingen zehn auf einen Rappenbatzen. Ein halber Rappen hieß Rappenheller. Vier Rappen machten ein Rappenschilling, 17 Batzen einen Rappentaler.

Auf eigene Art einem Beispiel folgen, das ist Tradition.
Th. Mann, April, Radiosendung nach Deutschtand

Auf eigene Art spricht man auch von der Krankheit.
Estland

Auf eigene Faust handeln (wagen u.s.w.).
la] Nostro Marte. Cicero
la] Proprio Marte.

Auf eigene Hand gehen.
dä] Han gaaer paa sin egen haand, som de store giæslinger.

Auf eigene moralische Bildung loszuarbeiten, ist das Einfachste und Tunlichste was der Mensch vornehmen kann; der Trieb dazu ist ihm angeboren; er wird durch Menschenverstand und Liebe dazu ins bürgerlichen Leben geleitet, ja gedrängt.
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV, 16

Auf eigene Schuld und Fehler sieh durch die Brille, auf fremde ohne Brille, dann ist alles gut.
Estland

Auf eigenem Grund und Boden wird des Meisters Fuß nicht müde.

Auf eigenem Grunde baut man am besten.
i] Man soll sich nach eigenem Urteil richten.
ho] Op zijn' eigen' grond bouwt men vrijmoedig.

Auf eigenem Herde ist gut kochen.
dä] Egen arne koger bedst.

Auf eigenem Sattel reitet man am besten (sicher).

Auf eigenem Sattel reitet man sicher.

Auf eigenem Schlitten fährt sich's am besten.
bm] Cizími sanĕmi nejezdi.

Auf eigenen Füßen stehen
i] Nicht von anderen abhängen in Meinung, Beschluss, Tat, auch: nach Grundsätzen handeln.
en] to stand an o's own feet (o. bottom) - to paddle o's own canoe
fr] voler de ses propres ailes
it] essere indipendente

Auf eigenen Schultern tragen.
la] Humeris sustentare.

Auf Eilen folgt Irrtum und Reu'.

Auf eim hinkenden Pferd musterig reuten.

Auf eim vollen Topf steht ein thummer Kopf.

Auf ein altes Hauss und zurissen Dach fliegen keine Tauben.

Auf ein ander Kapitel kommen.
ho] Hij zoekt het op een ander kapittel te brengen.

Auf ein astig holtz gehört ein stahlen (starcker) keil.

Auf ein Bäcklein küssen gehört nur ein abwischen.

Auf ein beschlossen Mund kann man nicht zeugen (o. soll man nicht liegen).

Auf ein Birn ein trunk, auf ein Apffel ein sprung.
i] Franzosen und Spanier fordern nicht bloß einen Trunk, sondern einen Trunk Wein, der erstere mit der Alternative: oder einen Priester.

Auf ein bösen Tag gehört ein guter Abend.
mhd] Den swaeren tag er wohl vertuot, der sich versiht, daz der âbent werde guot.
dä] Paa en ond dag hører en god aften.

Auf ein böses Leben folgt ein böses Ende.
i] Wer schimpflich gelebt hat, wird nicht ehrlich sterben.
Russland
en] He tat lives vickedly, can hardly die honestly.
en] The end of a dissolute life is commonly a desperate death.
fr] La mauvaise vie attrait la mauvaise fin.
la] Dura sunt leonis cubilia.
la] Flagitiorum turpis exitus.

Auf ein buchenes Scheit gehört ein buchener Schlägel.
Oberösterreich

Auf ein Buchenscheit gehört ein Buchenschlägel.
Oberösterreich

Auf ein Ei einen Trunk, auf 'nen Apfel einen Sprung, auf den Trunk einen Salat, ist dem Doktor ein Taler Schad.
ho] Eet ge een ei, zoo doe een' dronk, eet ge een' appel, doe een' sprong.
la] Omnibus est notum post ovum sumere potum.
la] Singula post ova, pocula sume nova.

Auf ein Eidchen (falschen Eid) kommt's nicht an, man kann es schon verbeten.

Auf ein eisern Lager gehört ehern Fleisch.

Auf ein Etcetera folgt (o. gehört) eine Ohrfeige.

Auf ein ey gehört ein trunck und auff einn apffel ein sprung.
fr] On boit sur un oeuf comme sur un boeuf.

Auf ein faules Pferd setzen sich alle Fliegen.
fr] A jeune cheval vieux cavalier.

Auf ein fressend Pfand muss man nicht leihen.
fr] De gage qui mange nul ne s'en arrange.
it] Pegno che mangia, nessuno lo pigli.

Auf ein fromm Abendgebet folgt ein glücklicher Morgen.
dä] Lig blödt, svo södt, tag en pade i favn, glem ey nerrens navn.

Auf ein Gansei warten und ein Hühnerei bekommen.

Auf ein geschorenes Schaf lässt Gott warmen Wind blasen.
i] Gott hat Erbarmen.
en] God tempers the wind to the shorn lamb.
fr] A brebis tondue, Dieu mesure le vent.

Auf ein geschorenes Schaf lässt Gott warmen Wind blasen.
i] Gott hat Erbarmen.
en] God tempers the wind to the shorn lamb.
fr] À brebis tondue, Dieu mesure le vent.

Auf ein gewisses Essen ist gut warten.
Nürtingen

Auf ein gewisses Glück kann niemand Rechnung machen.
Hagedorn, Der Falke

Auf ein grobes Holz gehört ein grober Keil.

Auf ein grobes Tuch gehört ein grober Knopf.

Auf ein gut Bissel gehört ein gut Tränkel.

Auf ein gut Frühstück und eine gute Frau kann man nicht zu lange warten.

Auf ein guten bissen schmeckt (gehört) ein guter trunck.
ndt] Uf an gûden Bissen gehürt a gûder Trunk.
dä] Hvo som vel eder, han skal vel drikke.
fr] Après un bon morceau, il faut boire un bon coup.

Auf ein guten rausch gehört ein gute ruhe.
i] Einigen genügen drei Gläser dazu, andere meinen, er entstehe beim vierten Glase, während bessere Zecher auch mit dieser Zahl noch nicht zufrieden sind. Als einmal der Superintendent Chr. Hohnbaum in einer Gesellschaft die Frage aufwarf, was eigentlich ein Rausch sei, schrieb der mit anwesende Dichter Fr. Rückert folgende Beantwortung nieder: 'Es ist der Kopf ein Lustgezelt, darin drei Stühle sind gestellt. Das erste Glas tritt ein als Gast, nimmt auf dem ersten Stuhle Rast. Ein zweites Glas kommt hinterdrein und nimmt den zweiten Stuhl sich ein. Wenn nun das dritte kommt zuletzt, so sind die Stühle rings besetzt. Dann kommt ein viert's noch, wie der Blitz, sieht um sich rund, sieht keinen Sitz; und weil es doch nicht stehen kann, so fängt es einen Lärmen an, zerrt an den andern hier und dort und keins will räumen seinen Ort. Da balgen sie sich ritterlich und werfen von den Stühlen sich; und noch ein Glück ist's wenn das Zelt nicht selbst mit übern Haufen fällt.'
dä] Den drukne tiener sengen best. Paa en god ruus en god ro.
la] Vino medicina somnus.

Auf ein gutes Gericht (Mahl) kann man nicht zu lange warten.

Auf ein gutes Leben sieht man gern zurück.
la] Conscientia bene actae vitae jucundissima est.

Auf ein gutes Mahl folgt der Doktor mit der Qual.

Auf ein gutes Mahl und eine gute Frau wartet man nicht zu lange.
dä] Efter god mad og from hustru tøver man ei for længe.
sd] Efter god maat och from hustru töwan man intet för länge.

Auf ein Haar schießen (o. treffen).

Auf ein höltzin geschirr gehört ein höltzin deckel.
un] Cserép tálhoz fa kanál.

Auf ein hölzernes Geschirr gehört ein hölzener Deckel.

Auf ein Jubilate folgt ein Lamentate.

Auf ein Juch folgen gemeiniglich zwei Ach.

Auf ein junges Pferd gehört ein alter Reiter.
ho] Bij en jong paard behoort een oude ruiter.

Auf ein kalt Gebet folgt eine kalte Erhörung.

Auf ein klein Schiff passt kein groß Segel.
ho] Op zulk eene schuit past geen zoo overgroot zeil.

Auf ein klein Unglück kommt ein großes.
la] Folia cadunt, post cadunt et arbores.

Auf ein kleines Essen folgt ein großes Wasch.

Auf ein Kotjahr folgt ein Notjahr.

Auf ein lahmes I ausgehen.
i] Auf das lateinische I, den Imperativ von ire, also: pack dich, scher dich fort.

Auf ein lugen gehort ein backenschlag.
dä] Paa en løgn hør en mund-dask.
fr] Un démenti vaut un soufflet.
ho] Op eene leugen behoort een kinnebakslag.
ho] Op eene openbare leugen zal men niet antwoorden.

Auf ein Nestei legen die Hühner gern.
sp] Sobre un huevo pone la gallina. Don Quixote

Auf ein neuen stand folgt gemeiniglich ein neu Elend.

Auf ein neues Kleid näht man keine alten Tressen.
i] Tut man es dennoch, so verstellt man das Kleid und, der es trägt, macht sich lächerlich.

Auf ein neues Pferd einen alten Reiter.
Portugal

Auf ein Niedersitzen.
Schlesien
i] Eine große Portion ausessen.

Auf ein Ross gehören nicht zwei Sättel.

Auf ein scheues Pferd muss man keinen Trompeter setzen.

Auf ein Schlagwort gebracht, liegt die italienische Zukunft nicht darin, der Gemüsegarten und die Kornkammer des Mittelmeerraums zu sein, sondern seine Werkstatt, sein Ruhrgebiet zu werden.
Walter Hallstein, Der unvollendete Bundesstaat

Auf ein schlechtes Wort tritt mit dem Fuße.
i] Das ist: Sprich es nicht aus.

Auf ein schön Pferd gehört ein schöner Zaum.

Auf ein Schwein gehört kein goldenes Zeug.

Auf ein solches Gebäude gehört ein (o. kein) solches Dach.
i] Dieser Mensch verdient diese Behandlung, diese Würde, dies Amt u.s.w., oder er verdient es nicht.

Auf ein solches Licht gehört ein solcher Putzer.

Auf ein überwundenes Übel sieht man leicht zurück.
bm] Přestálé zlé se líbí.

Auf ein ungezähmt Pferd passt kein neuer Reiter.

Auf ein ungezäumtes Pferd gehört ein alter Reiter.

Auf ein vngewiss anzeigen gehört ein vngewiss antwort.

Auf ein Warum gehört ein Darum.

Auf ein williges Pferd legen alle ihre Last.
en] All lay load on a willing horse.

Auf ein Wolfenen Braten gehöret eine Hündene seltz.

Auf ein zerrissen Dach fliegen keine Tauben.
z] Eim alten Haus, zerrissen Dach fliegen nicht viel Tauben nach.

Auf eine (bestimmte) Person bezogen
la] ad personam

Auf eine alte Sache den Fuß darauf, das Auge hinaus.
Estland
i] Erinnere nicht an alte Sachen.

Auf eine Birn' ein Trunk.
ho] Eetje peer, en eetje kaes, drinkje niet, sov zijdje dwaes.
ho] Eetje een peer, drinkt, eetj' een appel, sprinkt.
sp] Sobre peras vino bebas, y sea tanto que naden ellas.

Auf eine bittere Aubergine fällt kein Reif.
tü] Acı patlıcanı kırağı çalmaz.

Auf eine böse Frage schadet eine gute Antwort nicht.
it] Molto vale, e poco costa a mal parlar buona risposta.

Auf eine dumme (o. närrische) Frage (o. Bitte) gehört keine Antwort.

Auf eine dumme Bitte gehört keine Antwort.
fr] A sotte demande, point de réponse.
it] A preghiere ingiuste sorde orecchie.

Auf eine dumme Frage (bekommt man) eine dumme Antwort.

Auf eine dumme Frage (gehört) eine dumme Antwort.
gälisch] Daarlig begiering bør at være svar-løs.
fr] A sotte demande point de réponse.
ho] Op zotte vragen, zotte antwoorden.
it] A preghiere ingiuste sorde orecchie.

Auf eine Fliege zielt er und zwei trifft er.

Auf eine Frage gehört eine Antwort (o. Verantwortung).
[RSpW]
z] Fragen und Antworten sind die ersten Denkacte. Zum Denken gehören ursprünglich zwei. Erst auf dem Standpunkte einer höhern Cultur verdoppelt sich der Mensch, sodass er jetzt in und für sich selbst die Rolle des anderen spielen kann. L. Feuerbach, Wesen des Christenthums, Leipzig 1841
i] Im besondern enthält das Sprichwort den Rechtsgrundsatz, dass jeder Angeklagte seine Unschuld dartun könne. Die Verteidigung derselben ist stets von den gesittetsten Völkern als eine Sache betrachtet worden, die niemand, selbst nicht dem gröbsten Verbrecher verweigert werden dürfe.

Auf eine Frage, die alle quält, muss eine qualvolle, starke Antwort folgen.
Anton P. Tschechow, An D. W. Grigorowitsch, 12.1.1888

Auf eine Frau muss man immer eine Stunde warten.

Auf eine Frau, von der man geliebt wird, eifersüchtig zu sein, deutet auf ganz eigentümliche Denkfehler hin. Wir werden geliebt, oder wir werden nicht geliebt.
Honoré de Balzac, Physiologie der Ehe

Auf eine ganz bestimmte Art, nicht auf jede beliebige
la] certo genere quodam, non quolibet

Auf eine goldene Nadel, wenn sie auch dünn ist, vermag der Reiche zehn dicke Narren aufzuspießen.
Russland

Auf eine goldene Sünde folgt leicht eine bleierne Strafe.
Russland
it] Dopo il dolce ne vien l'amaro.

Auf eine grobe Lüge gehört eine grobe Ohrfeige.
ndt] Af a Lug ghead a Wadschn.
ndt] Auf ain lugen gehört kain antwort, sonder ain Backenstraich.

Auf eine große Lüge gehört eine große Ohrfeige.

Auf eine große Wohltat gehört (folgt) großer Undank.
dä] Paa store velgierning fölger tidt stor utak.

Auf eine gute frage gehört eine gute antwort.
fr] A bon demandeur bon refuseur.

Auf eine gute Jugend folgt ein ruhiges Alter.

Auf eine gute Katze eine gute Ratte.
Frankreich

Auf eine gute Mahlzeit wartet man nicht zu lange.
dä] Han bider ikke for længe som fanger en god nadvere.

Auf eine gute Predigt gehört (o. soll) ein gut Vaterunser (folgen).

Auf eine gute Predigt gehört ein guter Gesang.

Auf eine hastige Frage gib eine gemächliche Antwort.
Portugal

Auf eine Irmensäule steigen.
i] Sich öffentlich ehren lassen; das Volk war gewohnt, dieser Säule Ehre zu erweisen.

Auf eine kalte milch gehört ein trunk Bier oder Wein.

Auf eine kleine Hütte scheint auch Gottes Sonne.

Auf eine kleine Wunde findet sich bald ein Pflaster.
dä] Lidet ssaar er snart plastret.

Auf eine kluge Frage soll man nicht dumm antworten.

Auf eine Krähe zielen und ein Reh schießen.
i] Wer besonderes Glück in seinen Unternehmungen hat.
la] Procridis telum.

Auf eine krumme (gebückte) Linde steigen alle Geißen.

Auf eine Lüge gehört eine Fliege (o. Maulschelle, Maultasche, Ohrfeige).

Auf eine Maulschelle gehört ein Dolch.
[RSpW]
i] Sie galt als eine der schwersten Angriffe auf die Ehre. Das Sprichwort gehört nämlich einer Zeit an, wo man noch nichts von Injurien, Klagen und Prozessen wusste, sondern jeder die ihm zugefügten Beleidigungen selber rächte. Der Beleidigte war damals zu dieser Selbstrache gewissermaßen gezwungen, denn wer eine erlittene Schmach auf sich sitzen ließ, verlor seine Ehre, seine Mitbürger achteten ihn ihres Umgangs für unwürdig; er konnte ferner nicht bei den Turnieren erscheinen, er wurde von allen Ehrenämtern ausgeschloßen, Treu und Glaube wurden ihm abgesprochen. Nur durch den Degen konnte er die verlorene Ehre wieder erhalten, ein Mittel, das von Fürsten, Gerichten, ja der Kirche selbst gebilligt wurde.
fr] Un démenti vaut un soufflet.

Auf eine Meile sieben Viertel gehen.

Auf eine Mogelei anderthalbe.
it] A baro, baro e mezzo.

Auf eine müßige Jugend folgt ein dürftiges (beschwertes) Alter.

Auf eine niedergebogene Weide springen auch die Geißen.

Auf eine offensichtliche Lüge soll man nicht antworten.

Auf eine öffentliche Sünde gehört eine öffentliche Buße.

Auf eine Schafshaut kann man schreiben, was man will.
i] Pergament, d.i. geduldige Leute lassen sich viel aufbürden.
it] Nella pelle d'agnello ci scrivi quello che vuoi.

Auf eine scharfe Frage gehört eine scharfe Antwort.

Auf eine Seite geladen.
i] Nicht mehr aufrecht, geradeaus gehen, das Gleichgewicht verloren haben, stark angetrunken sein.

Auf eine Seite hängen wie Frössen.
i] So sagt man im reussischen Oberlande, um das Parteinehmen für etwas auszudrücken. Frössen ist ein Dorf bei Lobenstein, das am Abhange eines Bergs liegt.

Auf eine Seite sehen, wie der Hund, der an einem Bein nagt.

Auf eine seite setzen.
i] In dem Sinne, wie wir heute sagen: beiseite setzen.

Auf eine silberne Flasche gehört eine silberne Schraube, auf einen tönernen Krug eine tönerne Stürze (Deckel).

Auf eine solche Frage gehört eine solche Antwort.
jüdisch-deutsch] Uf so e Kaschje gehört so e Teriz.
ho] Zoo vraag, zoo antwoord.

Auf eine solche Nase gehört keine andere Brille.
i] Ein solches Betragen macht eine solche Behandlungsweise notwendig.

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