Weisheiten 229

Brumm'n wier an ålda Saubär.
Oberösterreich

Brunnen, die immer Wasser geben, schätzt man nicht.

Brunnen, die stets gebraucht werden, haben immer frisches Wasser.

Brunnenwasser hat seine Unreinigkeiten, das Regenwasser hat sie auch.
Surinam
i] Wenn zwei einander nichts vorzuwerfen haben, wenn auf beiden Seiten gefehlt ist.

Bruno, Giordano] Zu allgemeiner Betrachtung und Erhebung des Geistes eigneten sich die Schriften des Jordanus Brunus von Nola, aber freilich das gediegene Gold und Silber aus der Masse jener so unglaublich begabten Erzgänge auszuscheiden und unter den Hammer zu bringen, erfordert fast mehr als menschliche Kräfte vermögen, und ein jeder dem ein ähnlicher Trieb eingeboren ist, tut besser, sich unmittelbar an die Natur zu wenden, als sich mit den Gangarten, vielleicht mit Schlackenhalden, vergangener Jahrhunderte herumzumühen.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1812

Brunst hat süßen Anfang und sauer Ende.

Brunst, dess meers flut und des Weibs duck sindt vber all stuck.

Brünstig wie eine Wachtel.

Brunze nicht gegen den Wind.
i] Brunze = uriniere.

Brüssel hieß die Große und Edle, auch die Stadt der Sieben.
i] Denn sie zählten sieben mal zehn große und kleine Türme, sieben Hauptstraßen, sieben große Häuser auf dem Hauptmarkte, sieben Schöffen, sieben Pfarrkirchen, sieben Tore, sieben öffentliche Brunnen, sieben vornehme Adelsgeschlechter.

Brüssel ist der Höflinge Stadt.

Brustbeklemmung
i] Schmerzen auf Grund von Durchblutungsstörungen im Herzen
la] angina pectoris

Brüste, die den Staat sicherer säugen, als die Gold- und Silberminen Perus.
Karl Jul. Weber, Demokritos (1832-1840), Der Landwirt oder Bauer

Brusterben (Deszendenten) gehen zu und Rückerben gehen weg.
[RSpW]
z] Brystarf gange til ock barkorf frä.

Brustton der tiefsten Überzeugung.
v. Treitschke, Historische und politische Aufsätze: Fichte und die nationale Idee

Brût (Brot), wenn's koan sein, Brantwein muss sein.
Kreis Hirschberg

Brutus, auch du? - So falle Cäsar.
en] Et tu, Brute! Then fall, Caesar.
Shakespeare, Julius Cäsar III,1

Brutus] Mann verschlossener Tat! langsam reifender, aus tausend Eindrücken zusammen auf einen Punkt gewirkter, auf einen Punkt gedrängter Tat!
Goethe, Physiognomik - Physiognomische Diagnosen - Brutus

Bschâds (Bescheid) gnug, haessd's in Wallersta. Wallerstein in Rims bei Neresheim

Bu alles genunk es, do hesst me' mit Flâes ei, an mit Wârk brönnt me' ô.
Meiningen
hdt] Wo alles genug ist, da heizt man mit Flachs ein, mit Werk zündet man an.

Bu de Mann, sau de Kroam.
hdt] Wie der Mann, so der Kram.

Bu me in den Berg räupet, sau anferdet ennem (o. sau schallt et widder rûter).
Lippe

Bu vill hî gätt, gätt ah wink hî.
Henneberg
hdt] Wo viel hingeht, geht auch wenig hin.

Bua, lern 'm Vater 's Kindermachn net!

Bua, Ohrn machen, koane Äugeln, wannst heiraten willst.

Buam, seid's still, der Vater muaß sein' Nama schreiben.
Bayern

Buawen (oben) glatt un bunt, un unnen (unten) nicks as Strunt.
Münster

Bub schlägt sich mit Bub und verträgt sich mit Bub.

Bub', steh' auf und bete, sagte der Vater, musst bald in den Busch gehen, Holz stehlen.

Bubble and squeak.
en] Phrase

Buben seyt ihr, dass euch der Regen netz, sprach einmal ein Frosch, da war kein wasser inn Bach.

Buben sind Buben.

Buben straft Gott mit Buben.

Buben und Huren kommen leicht miteinander überein.

Buben und Huren sind ein Gespann.

Buben und Huren sind leichte Fuhren.
ho] Hoeren en boeven zijn eene ligte vracht.

Buben und Huren sprechen immer von ihrer Ehre.
ho] Hoeren en boeven spreken altijd van hunne eer.

Buben und Kif, Köste und schön Wiff nehmen Pfennige und liff.

Buben und Schalcke sind an allen Orten wohl bekant.

Buben und Schalcken tut man nichts.

Buben und Spulen findet man bei Reichen und Armen.
Österreich

Buben vom Strick erbeten, werden selten frömmer.

Buben, huren und filtzleuse, fliegen, flöhe und fledermeuse, wo die nemmen vberhand, verderben sie ein gantz land.

Buben, Huren und gebrandter Wein, die wollen jmmer gern bey einander sind.

Bubenleben, nit vergeben.

Bubenmesser und vnzüchtige Frawenpürtzel blecken gerne.

Bubentantz, Hurentantz.

Bubenweib und Kindervogel haben ihre besten Tage verlebt.

Bubke makt Loft.
i] Ein beim Kartenspiel gebräuchliches Wortspiel.

Buch der Päpste
i] Titel einer mittelalterlichen Sammlung von Papstbiographien
la] Liber Pontificalis

Buch des Lebens
la] liber vitae
Vulgata, Apocalypsis Ioannis

Buch macht klug.

Buch macht nicht klug.
i] Nämlich nicht immer und nicht unter allen Umständen.
ho] Al te goed boek-man, zelden een kloek-man.

Buch, so ich dich schließe,
schlag ich das Leben auf.
P. Neruda, Ode an das Buch

Buchdrucker ist ein Schlucker.

Buchenholz ist gut Feuerholz, Eichenholz - gut Bauholz.

Bücher denken für mich.
Charles Lamb, Essays

Bücher erschöpfen die Worte nicht, Worte erschöpfen die Gedanken nicht.

Bücher finden von selbst ihren Weg...
Herzen, England, Memoiren und Reflexionen

Bücher fressen und nicht kauen (verdauen), ist (o. macht) ungesund.
dä] At sluge böger i sig og ey tygge, dem er usundt, og giör ufordögelighed i hiernen.

Bücher fressen und nicht käuen, macht ungesund.

Bücher füllen den Bauch nicht, sonst wären die Mönche mager.

Bücher geben da keine Weisheit, wo zuvor keine war.
England

Bücher geben keine Handgriffe.

Bücher geben wohl Nasenstüber, aber sie tun nicht weh.
it] I libri riprendono senza rossore.

Bücher haben genau wie Gurken ihre Jahreszeit.
Goldsmith, Der Weltbürger

Bücher haben ihre Schicksale.
la] Habent sua fata libelli. Terentianus Maurus

Bücher haben nur einen Wert, wenn sie zum Leben führen und dem Leben dienen und nützen, und jede Lesestunde ist vergeudet, aus der nicht ein Funke von Kraft eine Ahnung von Verjüngung, ein Hauch von neuer Frische sich für den Leser ergibt.
Hesse, Über das Lesen

Bücher haben wie die Menschen nur einen Weg, um in die Welt zu kommen, aber sie haben tausend, um sie zu verlassen und nie wiederzukehren.
Swift, Märchen von der Tonne

Bücher können nicht die Worte und Worte die Gedanken nicht erschöpfen.
China

Bücher langweilen mich erheblich...
Döblin, Interview übers Kreuz

Bücher machen keine Weise.
z] Es gibt Büchersäle voll aufgestellter Volksschriften, aber der sie versteht, braucht sie nicht, und der sie braucht, kann sie nicht verstehen.

Bücher machen Narren und Weise, sagte Töffel und las die Bibel rückwärts.
ho] De boeken maken sommigen wijs en anderen zot, zei Polidorus Virgilius, en hij las Uilenspiegel met hebreeuwsche nooten.

Bücher machen Narren und Weise.

Bücher schöpfen die Worte nicht aus, lud Worte nicht die Gedanken.
China

Bücher sind bessere Freunde als Menschen, denn sie reden nur, wenn wir wollen, und schweigen, wenn wir anderes vorhaben. Sie geben immer und fordern nie.
Freiherr von Münchhausen

Bücher sind Brillen, durch welche die Welt betrachtet wird; schwachen Augen freilich nötig, zur Stütze, zur Erhaltung. Aber der freie Blick ins Leben erhält das Auge gesünder.
Feuerbach, Schriftsteller und Mensch

Bücher sind Ernten: Tollkirschen und Weizen.
Hille, Dichtung und Dichter

Bücher sind immer langweilig. Aber die Menschen sind noch langweiliger - und dabei viel anspruchsvoller.
France, Die rote Lilie

Bücher sind immer noch die wohlfeilsten Lehr- und Freudenmeister und der wahre Beistand hienieden für Millionen besserer Menschen.
K. J. Weber, Demokritos

Bücher sind stumme Lehrer (o. Lehrmeister).
dä] Man laerer meest af de dumme mestere.
ho] Eene kamer met boeken is redelijk gezelschap.
la] Libri muti magistri.

Bücher sind stumme Lehrer.

Bücher sind wie Menschen: sie wollen verstanden, bewertet und vor allen Dingen geliebt werden.
Hans Hermann Gaede

Bücher sprechen zum Verstand, Freunde zum Herzen, der Himmel zur Seele und alles andere zu den Ohren.
China

Bücher und Bilder zu kaufen hat keinen Zweck, wenn man mit ihnen und seinem eigenen Kopf nichts anzufangen weiß.
Shaw, Cashel Byrons Beruf

Bücher und Freunde soll man wenige und gute haben.
Spanien

Bücher und harnisch soll man oft gebrauchen.

Bücher und Lektüre werden als die großen Hilfsmittel des Verstandes und Werkzeuge der Erkenntnis angesehen, und man muss einräumen, dass sie es sind. Gleichwohl möge es mir erlaubt sein, die Frage aufzuwerfen, ob sie sich nicht für viele als Hindernis erweisen und manchen Buchgelehrten vom Erwerb gründlichen und wahrhaften Wissens abhalten?
Locke, Über den menschlichen Verstand

Bücher waren an sich nicht übel, aber sie isolierten.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Bücher waren etwas Gutes. Mit ihrer Hilfe konnte man das Leben bezwingen. Aber sie konnten auch gefährlich sein.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Bücher werden jetzt nicht geschrieben, um gelesen zu werden, um sich daraus zu unterrichten und zu belehren, sondern um rezensiert zu werden, damit man wieder darüber reden und meinen kann [...]. Seitdem man die Bücher rezensiert, liest sie kein Mensch außer dem Rezensenten und der auch so so.
Goethe, Riemer, 7.11.1806

Bücher, das gefährliche Spielzeug der Menschen, die Fortpflanzer des Wahnsinns, der Irrtümer, der Lügen und Greuel, die Quelle des Stolzes und die Mutter peinlicher Zweifel...
Klinger, Fausts Leben, Taten und Höllenfahrt

Bücher... lassen uns, während sie uns die Interessen der anderen achten lehren, oft die eigenen vergessen.
Goldsmith, Der Weltbürger

Büchergelehrsamkeit vermehrt zwar die Kenntnisse, aber erweitert nicht den Begriff und die Einsicht, wo nicht Vernunft dazu kommt.
Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Bücherlesen ist eine schöne, ehrliche, nutzliche Lustbarkeit; durch dieses wird manches sonst vernebletes Hirn ausgeheitert und aus manchen narrennetz herausgezogen, in welchem er sonst sich unausläßlich verwickelt hätte.
Abraham a Santa Clara (1644-1709), Der Büchernarr

Büchertitel sind der Mode unterworfen, wie alles andre auch.
Tucholsky, Titelmoden

Büchsen schießen.
z] Durch Büchsen ist manch Herz getroffen, durch Schiffarth sind viel Leut ersoffen, durch Bücher viel in die Höll geloffen.

Büchsen, die nit krachen, Jungfrauen, die nit lachen, Vögel, die nit singen - wer hat Lust zu diesen Dingen!
Ulm 1647

Buchstaben mögen eine schöne Sache sein, und doch sind sie unzulänglich, die Töne auszudrücken; Töne können wir nicht entbehren, und doch sind sie bei weitem nicht hinreichend, den eigentlichen Sinn verlauten zu lassen; am Ende kleben wir auf Buchstaben und am Ton und sind nicht besser dran, als wenn wir sie ganz entbehrten; was wir mitteilen, was uns überliefert wird, ist immer nur das Gemeinste, der Mühe gar nicht wert.
Goethe, Wanderjahre I,3

Buchstaben sind ein todt Ding und thun doch viel Gutes.

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