Weisheiten 224

Branntwein ist ein Mittel gegen Frost (o. den Tod). Estland

Branntwein ist immer billig.
Estland

Branntwein ist mächtiger als ein Mann.
Estland

Branntwein ist morgens Blei, mittags Silber, abends Gold.

Branntwein ist Scheidewasser im Ehestand.

Branntwein ist wohl ein gutes Augenmittel, aber reicht nicht über die Nase.
Estland

Branntwein lass sein!

Branntwein macht alle zu Freunden.
Estland

Branntwein macht das Geld billig, die Frauen schön.
Estland

Branntwein macht das, was das Wasser nicht mal weiß.
Estland

Branntwein macht mir Widerwillen, sagte der Trinker.
i] Wortspiel mit wieder und wider, um zu sagen, er will, wenn er Branntwein sieht, aufs neue trinken, der Appetit wird ihm erregt.

Branntwein muss, Brot kann im Haus sein.
Estland

Branntwein nimmt des Mannes Verstand.
Estland

Branntwein nimmt die Überhand.
Estland

Branntwein ohne Brot macht die Leute tot.

Branntwein regt den Mann an, Bier gibt Kraft.
Estland

Branntwein schenken ist ein leicht Gewerbe, aber es führt ins Armenhaus.
ho] Jenever schenken is de laatste nering voor den broodzak.

Branntwein soll der alte Satan, Bier der junge (Satan) sein.
Estland

Branntwein stößt ins Grab.
Estland

Branntwein stürzt das Haus ein.

Branntwein und bayerisches Bier sind beide deiner Seele Verführer.
Estland

Branntwein und Not schlägt die Leute tot.

Branntwein verursacht Streit, Branntwein versöhnt wieder.
Estland

Branntwein will weder wollene Stiefel noch Halbstiefel, Branntwein will bloße Füße.
Estland

Brat' mir einen Storch.
Berlin
i] Lass mich in Ruhe.

Brate deinen Kuchen mit Leinöl, Väterchen, wenn du kein Baumöl hast.
Russland

Braten ist nicht für den Küster und Denken nicht für die Tornister.
i] Für die Soldaten.

Braten riechen.

Braten und Wein, juchhe! Rechnung und Bezahlung, o weh!

Braten und Zähne sind nicht immer beieinander.
i] Viele haben Zähne, aber keinen Braten, mancher hat Braten, aber keine Zähne. Mancher kommt zu Reichtum, wenn er ihn nicht mehr genießen kann.
fr] Il lui vient du bien quand il n'a plus de dents.

Braten wie ein Seehund auf einer Sandbank.

Bratensaft macht Brüderschaft.
i] Von den Tischfreunden

Bratest (o. gibst) du mir ein Wurst, so lösch ich dir den Durst, sagt der Kellner zum Koch.
i] Wurst und Sauerkraut lassen sich von einem guten Deutschen nicht trennen; weiter gen Norden wird Speck und Tran national. Noch ehe der naturwissenschaftliche Satz: 'Was der Mensch isst, das ist er', sprichwörtlich wurde, hatten die Völker bereits den Einfluss der Speise auf den Charakter eines Volkes erkannt und verspottet. So behauptet der Franzose, dass Sauerkraut und Wurst, nebenbei auch die Pfeife auf die Nerven Michels nicht ohne Einfluss gewesen sei, während der Deutsche wiederum bei Beurteilung des leichtlebigen Franzosen der Lieblingsspeise derselben, den leichten Froschschenkeln und den sonstigen Eigentümlichkeiten des Tierchens, einen ziemlich weitgehenden Einfluss zuschreibt. Wie mit dem Begriff des Nordländers Tran und Speck, so verbindet sich mit dem des Südländers Reis und Dattel. Mehr oder weniger in der Mitte liegt der Plumpudding und das Roastbeef Englands. Auch der flüssigen Nahrung, dem Getränk, ist ein großer Spielraum gegönnt. Der Branntwein dominirt im Norden, Bier in der Mitte und Wein im Süden. Gefälligkeit und Gegendienst.

Brätst du mir die Wurst, so lösch' ich dir den Durst. (Der Kellner zum Koch).

Bratwürste im Hundestall suchen

Brau' nur im März gut Bier, mein lieber Brauer, es ist gesund und wird nicht sauer.
Arnsberg

Brauch' das, es ist kein besser Ding.
Hausmittel-Empfehlung.

Brauch deine Augen im Felde und deine Ohren im Walde.
Lettland

Brauch deine stärke wider das glück, nit wider den mann.
la] Fortitudo in fortunam non homines.

Brauch deiner sichel für dein getreide und schnitt, und sorge nicht für fremde händel.

Brauch der Worte, wie der Münzen, die gang und gäbe sind.
la] Verba valent ut numi. Horaz

Brauch der Zeit, weil du siehest.
la] Aetate fruere, mobili cursu fugit.
sd] Bruka tiden medan han varar.
sd] Tid viel tagas i acht.

Brauch' du mich immerhin, weil (da) ich ganz der deine bin.
i] Wer sich einem anderen ganz hingab, sagte bei den alten Griechen : Brauch' und besitze mich.

Brauch' ein Esel, hastu kein Pferdt oder Ochssen.
la] Si rota defuerit tu pede carpe viam.

Brauch einen Dorn, um einen Dorn herauszuziehen.
Indien, Chittagong

Brauch' einen Esel, wenn du kein Pferd hast.

Brauch einen Stock und vermeide den Fall.
Japan

Brauch eines anderen Fuß, den Hund zu treten.
China

Brauch' es, weil du's hast!
la] Quod adest boni consule.

Brauch geht vor Recht.
fr] Coutume vainc droit.

Brauch ist älter als Gesetz.

Brauch nicht zum Tanz Demütigkeit, zu schönen Frauen Reu und Leid, nicht gegen Freund verzagten Mann, musst sonst den Spott zum Schaden han.

Brauch ohne Grund ist nur ein alter Irrtum.
England

Brauch und Gesetz sind Nachbarn.
Montenegro

Brauch und Sinn der Ehe geht unser ganzes Geschlecht an, deshalb lobe ich mir das Herkommen, dass man die ehelichen Verbindungen lieber durch fremde Vermittlung als durch eigenen Entschluss zustande kommen lässt, mehr aufgrund der Überlegung von anderen als aufgrund eigenen Gefühls, wie anders ist das doch, als wenn man einen Liebesbund schließt!
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Brauch und Zunft kennen keine Vernunft.

Brauch vieler hilfe und wenig rat.
dä] Tag mange tii hielp og faa til raad.

Brauch was gegenwertig ist, und lass Gott das künfftige walten.

Brauch weder Pferd noch Frau ohne Zügel.
Estland

Brauch wörter wie geld.

Brauchbare Gedanken sind der sicherste Verzug.
la] Deliberare utilia mora tutissima est.

Brauche eines anderen Fuß, den Hund zu treten.

Brauche immer deine Vernunft und laß die Leute lachen!
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Brauche weiche Worte und harte Gründe.
England

Brauche, was du sollst und gewarte, was Gott will.

Brauche, was du willst, und gewarte, was Gott will.

Brauchst du ein Haus - nimm ein fertiges, brauchst du ein Weib - nimm kein fertiges!
Bulgarien

Brauchst du Kohlen, musst sie aus der Asche holen.

Braucht denn die Katze Fisch, es ist gut, wenn sie bloß den Kopf bekommt.

Braucht man den Kranken erst zu fragen, ob er gesund werden will?
i] Etwas selbstverständliches fragen.
fr] Faut-il demander au malade s'il veut santé?

Braucht's Gelegenheit zu einer Bitte?
Lessing, Nathan der Weise, III, 7 (Saiadin)

Brauchtum ist älter und gilt mehr als Gesetz.

Brauen ist keine Kaufmannschaft.

Brauen und Backen gerät nicht immer.
i] Eine Menge kleiner Zufälligkeiten können den glücklichen Erfolg verhindern.
ndt] Brâun un Backen gerîth nit allezicks. Köln
ndt] Bruggen un Backen geröt nit jümmer.

Braun ün geel (gelb) wi a Müsse - meschine (ungewöhnlicher Tod).
Jüdisch-deutsch, Warschau (Um ein kränkliches Aussehen zu bezeichnen)

Braun wie ein kirsch.
ho] Het is zoo bruen als eene nus.

Braune Äcker - die besten.
la] Terra negra buon pan mena.
un] A fekete földben terem a jó búza.

Braune Acker die besten.
hu] A' fekete földben terem a' jó búza.
la] Terra negra buon pan mena.

Braune Augen, liebe Augen.

Braune Eicheln sind die besten.
i] Bloß darum, weil sie die reifsten sind.

Braune Mädchen, lieb Kamerädchen.
i] Dunkle Färbung hat auch ihre Freunde. Sie sollen, wie die Franzosen behaupten, sehr heiter und liebenswürdig sein.
fr] Fille brunette de nature gaye et nette.
sd] Swarta pijgor blij och gifta.

Braune Nüsse haben süße kerne.
i] Soll auch von Brünetten gelten. Das wenig empfehlende Äußere eines Menschen verbirgt oft einen sehr edeln, liebenswürdigen Charakter.
dä] Den brune nød haver den søde kierne.
sd] Bruna nötter ha söta kiärnar.

Braune Nüsse, süße Kerne.

Brauner Grund bringt gute Frucht.

Brauner Morgen ist des Wanderers Wunsch und Sorgen.

Braunes, schwarzes Land trägt gut Korn.
ndt] Brûn, swart lant drecht gut kôrn.
la] Fuscus ager fructus et farra ministrat opima.

Braunschweig - ein Rüsthaus.

Braunschweig werstu wasserreich, so wer auff erd nicht deins gleich.

Braunschweig, wärst du wasserreich, käm' nicht leicht ein Land dir gleich.

Braunschweiger Schiffsmumme und goslarsche Gose, wenn man meint, man hat's im Leib, so hat man's in der Hose.

Brausender Bach lässt bald nach.
i] Zorn legt sich.

Braut, lass eine Lehre dir geben, salze die Butter, aber versalze dem Mann nicht 's Leben.

Brautaugen sind blind.

Bräute lispeln, Weiber kreischen, wie verändert ist die Stimme,
Bräut'gam streichelt, Eh'mann geiselt, wie verwandelt sind die Hände!
Finnland

Bräute sind nit deren, so sie heimführen, sunder deren, so sie beschlafen.
ho] Niet de bijslaap, maar 't besluit maakt von een lieve maagd de bruid.

Brautglocken sind der Freundschaft Sterbeglocken.
Heyse, Schlechte Gesellschaft

Bräutigam und Braut haben gläserne Augen.
Jiddisch
i] Sie sind blind jür die Fehler des anderen.

Brautleute sind vor Gott schon Eheleute.
[RSpW]
i] Nach diesem Grundsatze werden Kinder, die vor der Trauung geboren worden sind, nach der Trauung geborenen Kindern derselben Eltern in allem gleichgestellt.

Brautschaft ist wie Wein, die Ehe soll wie Essig sein.
Moskau

Brautschatz geht vor allen Schulden.
[RSpW]
i] Von dem Vorzugsrecht, welches das eingebrachte Vermögen der Frau vor allen anderen Forderungen genießt oder genoss.
ndt] Brudschat geyt vor alle schulden. Lübeck

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