Weisheiten 205

Beyzeit geben macht die gabe wert.

Bezahl' das Bse mit Gut und hab' einen frhlichen (geduldigen) Mut.

Bezahl denner Mutter arst rn Brei.
Henneberg

Bezahle, dann verlange Rckerstattung!
la] Solve et repete! [RSpW]

Bezahle, was du schuldig bist, so wirst du wissen, was dein ist.

Bezahlen ist besser als brgen.
d] Jeg vil heller bde ond svaerge med ham.

Bezahlen und wenig haben, ist besser als schuldig sein bei vollem Beutel.
it] E meglio pagare, e poco havere, che molto havere, e pi dovere.

Bezahlen wir die Musik, so wollen wir auch tanzen.

Bezahlstag kompt.

Bezahlt ein jeder seine Zech', so gibt's kein Schuldenpech.

Bezahlt Gott nicht zur Stunden, so bezahlt er zuletzt mit Heller und Pfunden.
ho] God betaalt alle weken niet, maar hij betaalt eens op het einde.

Bezahlt man den Mann, so sind die Wunden quitt.
[RSpW]
i] War nach altdeutschem Recht die Bue fr ein einem andern zugefgtes Unrecht bezahlt, der Verletzte befriedigt; dann war die Wunde quitt, d.h. der Rechtsfrieden wieder gesichert. Nicht selten gab sogar die Feierlichkeit der Buzahlung und die darauf erfolgte Wiedervershnung Anlass zu nachher entstehender enger Freundschaft.
fries] Betale he den man, so sind de wunden quitt.

Bezahlte Schuld ist die beste.

Bezahlung riecht niemals schlecht.
Hawaii

Bezahlung wscht von Schande rein.

Bezhm dich selbst; nur wer sich selbst bezhmt,
Mag des Gesetzes scharfe Zgel lenken!
Grillparzer, Ein treuer Diener seines Herrn

Bezhme deinen Zorn und berlasse dem die Rache,
Der besser als du selbst kann fhren deine Sache!

Bezhme die Zunge, und halte das Herz gepret in der Faust.

Bezeichne die Sache mit ihrem Namen.
la] Signa suo nomine!

Bezeichnest du die Malerei als stumme Dichtung, so kann der Maler erst recht die Dichtung als blinde Malerei bezeichnen.
Leonardo da Vinci, Tagebcher und Aufzeichnungentraktat ber die Malerei

Beziehungen anknpfen.
en] To establish contacts.
fr] Nouer des relations.
it] Stringere rapporti.

Beziehungen sind mehr wert, als ein Haufen Gerechtigkeit.

Bezglich des ersten Punktes, warum in dem so gebrechlichen Geschlechte der Weiber eine grere Menge Hexen sich findet als unter Mnnern, frommt es nicht, Argumente fr das Gegenteil herzuleiten, da auer den Zeugnissen der Schriften und Glaubwrdiger die Erfahrung selbst solches glaubwrdig macht.
Heinrich Institoris/Jakob Sprenger, Malleus maleficarum ('Hexenhammer')

Bezweifle immer das, was wahrscheinlich zu sein scheint. Frankreich

Bezweifle immer das, was wahrscheinlich zu sein scheint.
Frankreich

Bezwing deinen Groll!
la] Compesce mentem!

Bezwinge sich, wer meinen Schmerz gefhlt.
Schiller, Wilhelm Tell, III, 3 (Tell)

Bezwingt des Herzens Bitterkeit! Es bringt
Nicht gute Frucht, wenn Hass dem Hass begegnet.
Schiller, Maria Stuart, III, 3 (Shrewsbury)

Bi an suarten Seddel maghet'm ham lacht suttag.
Nordfriesland
i] Bei einem schwarzen Kessel macht man sich leicht ruig.

Bi anner Le (Leute) ver de Dle wesen.
i] Auf fremder Diele sein, bei oder mit andern Leuten zusammen wohnen. Mit andern ein gemeinschaftliches Familienleben fhren.

Bi Brunkohl hrt Speck un Malligkeit.
i] Lachen hilft die schwere Speise verdauen.

Bi da Hund begrnt, begrt er auch.
Ungar. Bergland
i] Wie er begrnt, d.i. beginnt, anfngt, begraut er auch; fr: Jung gewohnt, alt getan.

Bi dat Botterfass fren.
Holstein
i] Gut essen und trinken, beim Butterfass auf die Freie gehen.

Bi de Lden (Leuten) is de Nahrung.
la] Ubi hominum frequentia, ibi quaestus.

Bi de Nase dael sehen.
Lauremberg
i] Herunter zur Erde sehen, d.i. niedergeschlagen sein.

Bi dem hopst de Figenbm (Feigenbaum) k mit de Dvelsklau.
i] Der wird von seinen Glubigern hart gedrngt, ist dem Falliment nahe.

Bi den Alte isch me ghalte.
Schwiizerttsch

Bi den Len (Leuten) is de Nrunge, sacht de Schrensliper, un schof met de Kr in de Kirke (Kirche).
Iserlohn

Bi der Nacht arnen (ernten).
Westfalen
i] Stehlen.

Bi der Rewi esst nix Grnes, es muss belese sein.
i] Spottweise vom Frmmler, besonders in Bezug auf den Umgang mit dem weiblichen Geschlecht. Die strengfrommen Juden essen nmlich kein grnes Gemse, ohne dass es vor dem Kochen wegen der verbotenen Insekten, die sich darauf befinden knnten, sorgfltig 'belesen' worden ist.

Bi der Wsche maut man 't Tg drgen in 'n Somer, dat et klappet, in 'n Winter, dat et knacket.
i] Im Sommer muss man den Zeug bei der Wsche trocknen, dass er klappt, im Winter, dass er knackt.

Bi di ht dat: Klock sla, Dag gah, Mahltt kumm bald.
Mecklenburg (Von einem Faulenzer)
hdt] Bei dir heisst es: Glocke schlage, Tag geh', Mahlzeit komm.

Bi di Leut, so des Gezeuk (Gert, Werkzeug).
i ] Wie der Herr, so es Gescherr (Geschirr, namentlich vom Fuhrwerk).

B dm geit et hindert as de Hoiner kleiet.

Bi d'r Gaus (Gnsen) sin.
Grafschaft Mark
i] Bewusstlos, ohnmchtig.

Bi em es Laven (Loben) un Geven nerlei.
i] Er lsst sich nichts abdingen. Laven steht hier in der Bedeutung einen Preis fr eine Ware fordern. Wat lv ji dat Prd, d.h. was soll das Pferd kosten?

Bi em hungern de Ms' (Muse) in't Schapp dd.
Btzow

Bi em is Hochwasser.
i] Er kann den Urin nicht halten.

Bi em meste de Lewark und plgt de Ritworm.
hdt] Bei ihm mistet (dngt) die Lerche und pflgt der Ritwurm.
i] Zur Verspottung eines faulen und nachlssigen Landmanns.

Bi em ss (glk) Kopp (Kopf) on Narsch tosamen. Stallupnen
i] Er gert leicht in Zorn.

Bi frmmeden Lden (Leuten) is gut wanken, wwer nit gut kranken.

Bi Gebreck van Hner (Hhner) ett de Bur Krein.

Bi Gebreck von Lde (Leute) wurd mien Shn noch wohl Grosskanzler.
Ostfriesland
jdisch-deutsch] Be-Mukem (= an einem Orte) sche-ejn (wo kein) Isch (Mensch) ist Hring auch Fisch.
i] Wenn man nichts Besseres hat, muss man mit etwas Geringerm frlieb nehmen. Man muss Heringe essen, wenn keine bessern Fische da sind; und man muss oft jemand ein Amt anvertrauen, der es nicht erhalten wrde, wenn man tchtigere und geeignetere Personen dazu fnde.

Bi Gebrek (Gebrechen) van Lde wurd mn Sn noch wohl Grokanzler.

Bi Gebrek van Volk word de Schnder Karkvogd.
i] In Ermangelung von andern Leuten. Der Volksschwank erzhlt, dass ein Felnk ersten Ranges zu dem Ehrenposten eines Kirchenltesten gewhlt wurde. Die Ehre sagte ihm zu; aber der Dienst, das Tragen des Klingelbeutels war ihm das Schwierigste bei der Sache. Als er sorgenschwer darber nachsann, fiel ihm seine groe Zipfelmtze in den Schos, die ihn ihrer Form nach an den Klingelbeutel erinnerte. Er stand sofort auf, ergriff eine zweizinkige Heugabel steckte sie auf die Zinken nahm eine faltenreiche Amtsmiene an, 'as 'n Propp van 'n Suurplle', und sah sich nach den geeigneten Vertretern der Kirchgnger um, um Probe zu gehen. Da er zufllig nach den Viehstllen sah, so war es ihm sofort klar, an wen er sich zu wenden habe. Bedchtigen Ganges nherte er sich der ersten Kuh, klingelte pro formell und hielt ihr den Opferbeutel unter die Nase. Die Kuh sah ihn an, senkte aber den Kopf sofort wieder zum Heubndel, an dem sie eben beschftigt war. 'Dat is gaud', sagte er, 'Nikkoppers gven niks', und fuhr in seinem Probegang unbeirrt fort. Alles ging ihm nach Wunsch; jedes Vieh senkte das Haupt vor dem Klingelbeutel. In der letzten Abteilung des Stalles stand aber ein Bulle; als diesem der Zipfel vorgehalten wurde, warf er den Kopf in die Hhe und fing zu brummen an. Schnell zog der neue Kirchenlteste den Beutel zurck und sprach besnftigend: 'I denn, de nich will, hvet ja k nich gver.'

Bi Gebrek vun Volk, ward de Snder Karkvgd.
i] Gebrek = Gebrechen, Mangel.
i] Weil es an anderen Leuten fehlte, wurde der Schneider Kirchvogt.
ho] Bij gebrek van eenen wijze zet men den zot in den zetel.

Bi Gebrekk (Gebrechen) von Hner frett de Br grise Kraien.

Bi Geld is gd wn'n (wohnen).
Ostfriesland

Bi Klick un Klack.
i] Klicken = einen hellen Ton hren lassen, dem Klick nachgebildet ist Klippen = klappen, hollndisch klacken, franzsisch claquer = klatschen.

Bi 'm Pund Wachs.
i] So wurden bei Gemeinde-, Zunft- u. dgl. Versammlungen die alten Strafen ausgedrckt, bei welchen die Mitglieder zu den Zusammenknften gefordert wurden.

Bi magt (Macht) hollen, wat man toseggt.
i] Sein Versprechen erfllen.

Bi me sich stellt, so wred me gekrellt.
Henneberg
i] Krellen, sich krellen, wird in der Regel nur die Empfindung genannt, welche z.B. ein mit einem Beile oder dergleichen Werkzeuge auf ein hohlliegendes Stck Brett, Holz u.s.w. gefhrter Schlag der Hand oder dem Arme verursacht. Das Sprichwort wird gebraucht, wenn durch ungeschicktes, tlpelhaftes Benehmen bei irgendeiner Arbeit, einem Geschft, jemand zu Schaden gekommen ist. Krellen, kratzen, besonders von der Katze.

Bi 'n Drunk kennt man den Narr.

Bi 'n rechten Kpmann (Kaufmann) kam'n.
i] Ironisch fr: schlimm ankommen, seinen Mann finden.

Bi n'n Stcke Brt is gaud reisen. (Es ist gut auf der Reise ein Stck Brot bei sich zu fhren)

Bi n'n Stcke Brt is gaud reisen.
i] Es ist gut auf der Reise ein Stck Brot bei sich zu fhren.

Bi Schepels un bi Lepels tomten.
i] Vollauf.

Bi schmeckt d's Wasser so gut, htt' ich me Husle noch.
Meiningen
i] Sagte jener, als er sein Haus in Wein vertrunken hatte.

Bi 't Brugen (Brauen) un Backen hebb'n de Frugen den Dwel in 'n Nacken.
Strelitz

Bi 't Kinnerspill (Kinderspiel) is 't Schreien dat Best.
i] Der Oldenburger liebt Ruhe und verzeiht ein berstrmen jugendlicher Lust nur Kindern. Das Sprichwort hat nur die Erwachsenen im Auge, deren Heiterkeit sich lrmend uert.

Bi wellt mal sehen, bu de Lame danssen kann, sach de Blinne.
Grafschaft Mark

Bien un Dngen ies kein Abergluwen.
Soest
hdt] Beten und Dngen ist kein Aberglaube.

Bin (wen) uese Hirguot (Herrgott) well strafen am Liwe, dim giet he 'n Kuok arr 'ne Kamerjuffer taum Wiwe.
Iserlohn

Bin me imme Sacke finnt, din schtt me derin ut.
Iserlohn

Birch un dl begignet sick nitt, oawer en Mensk dem annern.

Biater dat de Bk bst (berstet), all dat de Kost verdarf.
Ravensberg

Biter en half Ei, s en ligen Dop.
Soest

Biter en hewwen (haben), s en kruigen.
Soest

Biter en Hewwk sse Hrrik.
Soest
i] Wortspiel mit Hewwik (hab' ich) und Hawik (Habicht).

Biter en Llink in der Hant, as en Kranek oppem Dke.
Iserlohn
i] Auch Lning, Leining = Sperling.

Biter en Toak (= oberflchliche, flchtige Flickerei), as en Loak (= Loch).

Biter en Toak s en Loak (Loch).
i] Toak = ein schlechtes Flickwerk, ein toaken = flchtig, oberflchlich zu nhen.

Biter heww ik, sse hrr' ik (= htte ich).
Soest

Biter 'n schlten Wif, s 'n kwen (keifendes) Wf.
Mnster
schlten = verschlossen, schweigsam

Biter 'n Stck Braut in der Kpen, as Feren (Federn) un Flnke an'n Hr (Hut).
Mnster

Biter 'n Stck Brot in der Taske, as ne Fir omme Haue (auf dem Hut).
Iserlohn

Biatter te fiell as te wennig.
Attendorn

Biatter te frou (frh) as te late (spt).
Attendorn

Bibel der Armen
la] biblia pauperum

Bibel und Schreibfeder stehen selten in einem Stalle bei Regenten und Kriegsleuten.

Bibel, Bubel, Babel.
i] Bibel bezeichnet die Heilige Schrift, Babel eine verlarvte Person und Babel die bekannte Stadt. Luther erwhnt dieses Sprichwort und schreibt es den Wiedertufern zu, welche die Bibel gering achten. Wahrscheinlich hat man durch die Zusammenstellung mit Babel ausdrcken wollen, dass die Bibel die Menschen verwirre.

Biber und Otter haben keine Hege.

Bibergeil und Frauenkutt ist fr den Krampf gut.

Biblical phrases.
en] Phrase

Bibliomanie: Sucht, Bcher zu besitzen und zu sammeln.
Jean Baptiste le le Rond d'Alembert (1717-1783), Bibliomanie

Bibliotheken... sind die kostbarsten Monumente der Menschheit, gebaut aus nichts als zwei Dutzend Zeichen.
Weisenborn, Memorial

Bie Geld hrt Geld.
i] Zu Geld gehrt Geld.

Bie Gott is kien Ding unmglick, segg de Buur, do satt de Hahn up't Hhnernst.

Biecht an den Bumen deutet vor Weihnacht Brot, nach Weihnacht Tod.
Luzern
i] Biecht = Duft, gefrorner Nebel, Brot = reiche Getreideernte, Tod = Krankheiten.

Biedere Leute glauben keiner Hure.

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ENGLISCH
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ITALIENISCH
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LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
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SPANISCH
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