Weisheiten 2


A rechte Schlafhaube sein.
Oberösterreich
i] Eigentlich viel und lange schlafen; bildlich von denen, welche die rechte Zeit, den günstigen Augenblick des Handelns unbenutzt lassen.

A rechtes Bockfelleisen sein.
Oberösterreich
i] Ein böser Mensch, ein übler Charakter.

A rechtö Höpping.
Oberösterreich
i] Ein Schimpf-, aber auch ein Scherz- und Kosewort.

A rechts Dut'nkaibl sein.
Oberösterreich
i] Ein Kälblein, das noch an der Kuh trinkt, d.i. ein unerfahrener, unpraktischer Mensch sein. Duten = Zitze am Euter.

A Red is kan Pfeil, a Forz is kan Donnerkeil.
Wien

A redt (er redet) besser aß a Stummer.

A redt (er redet) og su garne.
i] Aus Gewohnheit, ohne begründetes Bedürfnis.

A redt (er redet) wie a beschissen Kind.

A redt, an hoat ke Pferd.
Hirschberg
i] Wenn jemand etwas spricht, woraus niemand klug wird; wenn er ohne Verstand spricht und insofern einem Reiter ohne Pferd vergleichbar ist. Die dritte Person von 'reiten' lautet nämlich mundartlich ebenso, wie die dritte von 'reden' = er rett (reiten), redt (reden).

A reicha Schwieger bringt älles wieder.
i] Ein Verschwender tröstet sich mit der Hoffnung auf eine reiche Frau.

A reist ems Maul uf biss zu'n Uhren.

A richtiger Rat: drei Bauern, sechs Stiefel.
Rotttal

A riecht a Broten (Braten).

A riecht de Äppel im Heu.
i] Er merkt die Sache.

A Ross und a Has is an u'gliksalögs As.
Oberösterreich

A Roter (oder Geeler) ist a Ramj.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Rothaariger ist ein Betrüger. Ein bei vielen Völkern vorhandenes Vorurteil gegen rote (und gelbe) Haare.

A Ruw (Rabbiner) is güt ubzüklauben (aufzufinden, zu wählen), ober schwer ubzüsugen (loszuwerden).
Warschau
i] Die Wahl ist leicht, aber das Kündigen schwer.

A Ruw uhn a Rebbizin is a halbe Maasse.
Jüdisch-deutsch, Warschau
hdt] Ein Rabbiner ohne Rabbinerin (Rabbinersfrau) ist ein halbes Märchen (Geschichte).
i] Die meisten jüdischen Volksmärchen beginnen mit den Worten: 'Es war einmal ein Ruw und eine Rebbizin u.s.w.' Ist dennoch nur ein Ruw und keine Rebbizin da, so ist das Märchen halb. Uneigentlich wird damit das Lob der Frauen ausgedruckt: Wo keine Frau im Hause ist, die den Mann unterstützt und ihm das Leben angenehm macht, da ist auch kein volles Glück zu finden.

A sammtener Bettler.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Bettler, der große Ansprüche macht, der schon durch sein Äußeres als ein 'vornehmer' auftritt.

A Sau durchs Kraut laufe lau.
i] Bei Bereitung von Sauerkraut Schweinefleisch und Schmalz nicht sparen.

A Sau tuet an Granssa, wan 's baroan vabeigeht.
Oberösterreich
i] Gegen die, welche, ohne zu grüßen, bei andern vorübergehen: 'Sogar eine Sau grunzt, wenn sie vorbeigeht.' Der Bauer hält das Grüßen für etwas, was sich für den Menschen zieme. Der oberösterreichische Bauer grüßt, indem er mit den Worten: 'Grüß dich Gott, Freund, Nachbar u.s.w.' ihm die rechte Hand reicht, die seine drückt und schüttelt. Der Kuss ist ihm fremd; nur in Augenblicken der höchsten Freude kommt das Halsen vor, indem jeder von beiden seine Arme um den Hals des andern schlägt und Haupt und Antlitz an seine Brust zieht. Höchstens kleine Kinder busse, geben einen Kuss (einen Busserl); die etwas größeren müssen schon das 'schan Handel' (das schöne, d.i. rechte Händchen) reichen.

A Sau un en Amma (Ammann) behalt immer de Namma.

A säuft en guden Poss.
z] 'S woar mer olle mol ane Herzens Frede, wenn ma von mir sagte: A sefft an gutten Poss.

A Schabbes-Goj.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] So heisst im allgemeinen ein Christ, der am Sabbat die unerlaubten Arbeiten, wie z.B. Lichtanzünden, Ofenheizen u.s.w. in der jüdischen Gemeinde verrichtet; insbesondere aber ein Jude, der sich über Sabbatverbote, wie Tabakrauchen u.s.w., hinwegsetzt.

A Schabse-Zwinik.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Um den höchsten Grad von Verworfenheit, besonders in religiöser Beziehung, den Inbegriff aller Scheinheiligkeit zu bezeichnen, wie sie nur ein Schabse-Zewi gehabt hat. Über die Sekte der Sabbatianer, so genannt von ihrem Stifter Sabataï Zewi.

A Schakren (Lügner) muss a gute Sikoren (Gedächtnis) habe.
Jüdisch-deutsch

A schämedig (schamhaftes) Weib is güt zü schlugen.
Warschau
i] Weil es, um keinen Skandal zu machen, den Vorgang niemand erzählt.

A schaut aus, als wenn ma 'n arschling (rückwärts) durch'n Zaun zogen hät.
Oberösterreich
i] Ist sehr herabgekommen, sieht schlecht aus)

A scheni Schüssel gibt scheni Scherbe.
Wien
i] Schöne Mütter, schöne Kinder.

A Schicker (Trunkenbold) känn sich ausschlufen, ober a Narr känn nit klüger werden.
i] Beim Säufer ist noch Besserung möglich, beim Narren ist Hopfen und Malz verloren.

A Schickse beim Ruw käm auch a Schale paskenen.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Eine Christenmagd beim Rabbiner kann auch eine Rechtsfrage in religiösen Dingen entscheiden. Sinn: Übung macht den Meister. Jene Pfarrköchin pflegte ja auch zu sagen: Wir können heute nicht taufen, trauen, begraben.

A Schiff is ihm üntergegangen.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Er hat einen großen Verlust erlitten; auch ironisch, wenn jemand bei einem kleinen Schaden ungebührlich klagt.

A Schiff uhn (ohne) Rüder (Ruder).
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Zur Bezeichnung von Unordnung und Leitungsmangel.

A schlägt uf a Sattel und mênt's Pferd.
Schlesien

A schlecht Weib is ärger wie der Tod.
Jüdisch-deutsch, Warschau

A schlechter Purim is a guter Schüschen-Pürem.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Am Purimfeste kommen die Armen, das sogenannte Purimgeld einzusammeln. Wer also an der allgemeinen Lustigkeit nicht teilnimmt, weil er mit dem Geldsammeln beschäftigt ist, der kann, wenn die Ernte eine gute war, das Versäumte am folgenden Tage, dem Susa-Purim, nachholen und sich gütlich tun. Die alten Griechen sagten in ähnlicher Weise: Über die Ölbäume hinaus gehen, allerdings in dem Sinne: die vorgeschriebene Grenze überschreiten oder etwas tun, was zur Sache nicht gehört. Die Rennbahnen für Wettläufer waren durch reihenweis gesetzte Ölbäume auf beiden Seiten umzäunt, welche zu überschreiten nicht erlaubt war.

A schleech (schleicht) sich davon wie enne Haus-Uncke.

A Schlimm-Mesalnize (Schlampe) verliert die Spodnize (Unterrock).
Jüdisch-deutsch, Warschau

A schlug mich ei de Ogen, dass mers Foir raus sprang.
hdt] Er schlug mir auf die Augen, dass mir's Feuer heraussprang.

A schmeisst'n uhf wie an Biehmageige.
Schlesien
i] Er schmeisst ihn auf wie eine Geige für einen Silbergroschen, welche letztern in Schlesien hin und wieder noch 'Böhmen' genannt werden.

A schmeisst'n uhf, doss'm der Arsch brummt.
Schlesien

A schmêrd'm a Pappe em's Maul.
Österreich-Schlesien
i] Täuscht ihn durch falsche Vorspiegelungen.

A schnarcht wie a Waldesel.
i] Eine breslauer Kräuterin in der Schilderung einer Dienstmagd: 'Wenn ich ihr woas soite, brummt' se immer wie a Zedelbar. Darnauch war se auch keimal zu dersatigen und froass wie a garberhund; wenn se 's aubends sulde spinnen, schlief se bald ê und schnarchte wie a Waldesel; lete ma woas hi, su musste sie zu irste alles beschnaupern.'

A Schneider und a Muck des sind zwoa rare Stuck; die Muck, die is so keck und wirft a Schneider in Dreck.

A Schneiders a Weib îs kein Ojsses-Isch (Ehefrau).
Jüdisch-deutsch, Warschau

A schneller Grosch ist besser als a langsamer Sechser.
Schwaben

A Schoaß (Schiss) und drei Fürz sind mehr als kein Trumpf in da Hintahand!

A Schoaß und drei Fürz san mehr als koa Trumpf in da Hintahand!

A schön Mensch vün Rawicz.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ironisch von sehr hässlichen Frauen. Die Stadt Rawicz trägt eine Frauengestalt im Wappen, die sich durch nichts weniger als Schönheit auszeichnet.

A schön Punim (Gesicht) kost Geld.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Wer alles fein und gut haben will, muss auch gut bezahlen. Auch im Sinne von: Noblesse oblige.

A schön Weib is a halbe Parnusse.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Parnusse = Brotzweig, Nahrung. Im allgemeinen um auszudrücken, welche Gunst der Besitz einer schönen Frau gewähre. Aber auch von Leuten gebraucht, welche die Reize ihrer Frauen verwerten.

A schöne Tochter îs a halber Naden (Mitgift).
Jüdisch-deutsch, Warschau

A Schönern legt män ün Grüb (Grab) herein.
Warschau
i] Er sieht so erbärmlich aus, dass sogar ein Toter, den man ins Grab legt, schöner ist als er.

A schreit wie a Pfauhoahn.

A schtangt Schlaf vîr Mäternôcht äs bießer wä zwo no Mäternôcht.
Siebenbürgen/Sachsen

A schtît (steht) m'r recht am Gesichte.
Schlesien

A schtrotzt fir Schtolze wî a g'dörrt'r Frosch.
Österreich-Schlesien
i] Er weiß sich vor Stolz nicht zu regen.

A Schuldiger is wie a Sündiger.
Warschau
i] Beide sind allerlei Verfolgungen ausgesetzt.

A schüne, reine Kappura.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Sühnopfer. Ausruf, wenn man einen kleinen Schaden oder Verlust meldet.

A Schwanz balachsen.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Balachsen = en Diagonale. Wie wir sagen: ein Narr in Folio, also hier ein Tölpel in Folio, ein klassischer Tölpel.

A schwarze Kuh gibt aa (auch) weiße Milli (Milch).

A Schwedengeläuf.
Warschau
i] Eine wilde Flucht wie vor den Schweden. Bezieht sich auf den Einfall der Schweden in Polen im Jahre 1655.

A Schwein un a Kaufmann müssen ausgenommen sein, ehe mer sieht, was dran is.

A schwerer Draguner (Dragoner).
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Von schwerfälligen Menschen.

A Schwiegermutter im Haus macht den Frieden gar aus.

A sech brinkala Kaffee doas îs schuck îw'r a Goatten.
Österreich-Schlesien
i] Das ist von gar keinem Belang.

A Sechswocha steht der Himmel offa.
i] Sagen die Bauern in Österreich, wenn eine Sechswöchnerin stirbt.

A Seger, wu's steht, ist besser wie a Seger, wu's schlecht geht.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Eine stehende Uhr zeigt während des Tags wenigstens die Zeit zweimal richtig, während eine unrechtgehende uns stets irre führt.

A sieht an weißen Hund fer en Bekknecht (Bäckergesellen) an.

A sieht aos wie a aosgenommener Harig.
hdt] Er sieht aus wie ein ausgenommener Hering.

A sieht aos, as wan a vom Galgen gefallen wär'.

A sieht aus wî a warmboader (warmbrunner) Dollsâk.
Riesengebirge
i] Nicht sehr geistreich. Die wambrunner Dollsäcke sind Figuren aus Semmelteig, welche jetzt nur einmal jährlich, nämlich für den sogenannten Pfefferkuchenmarkt am Palmsonntage, der namentlich von der ländlichen Bevölkerung der ganzen Umgegend sehr stark besucht wird, gebacken werden. Es ist Brauch, dass jeder, der dort gewesen ist, den Kindern des Hauses oder der Bekannten große Pfeffernüsse (Bauerbissen genannt) und einen Dollsack von diesem Markte mitbringt.

A sieht aus wie a junger Ilfbîmer.
Schlesien

A sieht aus wie a motter Leinweber.
Schlesien
i] Diese Redensart wird in der Gegend von Militsch und Trachenberg von Personen gebraucht, die sehr bleich und elend aussehen. Die Landwehrmänner wollen sie häufig von den Unteroffizieren gehört, haben, welche allerdings sehr gut wissen können, was für ein Aussehen Rekruten aus den Leinweberstuben haben.

A sieht aus wie ein Hîmn (Heimchen).
Schlesien

A sieht aus wie ein Schabehesse.
Breslau
i] Abgeschabt, schäbig.

A sieht aus, as wenna em Woalpert-Obende meda Hexa uffn Galgaberge getanzt hätte.
Hirschberg

A sieht gerade aus wie a fatiger Sâk.
i] Wie Säcke, die ein Jahr gebraucht worden sind.

A sieht immer an wêsse Hund vor a Buck an.
hdt] Er sieht einen weißen Hund für einen Bock an.

A sieht mächtig sauer.

A sieht noch gar nächtig aus.

A sieht rot aus wie ein gestochener Bock. Köthen

A sieht wie a abgestochener Bock aus.

A sieht wie d' Katze wenn's donnert.

A sieht wie neun Tage Regenwetter.

A sieht zum Gôtdrborma aus.
hdt] Er sieht zum Gotterbarmen aus.

A sît's an wî dî Kû a noi Tôr.
hdt] Er sieht's an wie die Kuh ein neues Tor.

A sitt immer anne Kuh für a noi Scheun- Tor an.

A sitzt dau (er sitzt da) wie a Häufel Unglicke.
Sprottau

A so groß Stück Gold soll ich häben.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Als Wunsch, indem man sich auf die ansehnliche Größe eines Gegenstandes bezieht.

A so lang dus Rädel dreht sich, dreht es sich.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Von unsoliden Geschäften. So lange das Räderwerk im Gange ist, merkt man den Schwindel nicht. Im Talmud wird das Glück mit einem kreisenden Rade verglichen.

A so wie er hört nit, a so soll es ihm nit schaden.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Wenn man die Gesundheit u.s.w. eines Dritten rühmt, wird der Wunsch hinzugefügt, dass die Abwesenheit ihn vor dem 'Berufen' schützen möge.

A Sögg lep wegh mä tha Tâp.
Amrum
hdt] Die Sau lief weg mit dem Zapfen.
i] Will sagen: dem Wirt, der selbst mitsäuft, hilft seine Wirtschaft nicht. Ohne Zapfen, leert sich das Fass, und er bemerkt es nicht.
ho] De zeug is met den tap gaan loopen.

A S'ojne Israel.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Kind Israels, womit nicht nur ein Judenfeind, sondern ein schlechter Mensch bezeichnet wird.

A sölle Stadtl wie Meran gibt's in der ganzen Welt nit.
i] Behaupten die Bewohner des Burggrafenamts, für welche Meran noch jetzt die 'Stadt' überhaupt ist, wie sie dieselbe früher für den Mittelpunkt alles Glanzes und aller Vergnügungen hielten.

A spitzt mächtig die Phren.
Schlesien

A Sprichwort is lehawdil a Thojre.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] lehawdil = mit Unterschied; Thojre = Lehre, Gesetz. - Wird gebraucht, wenn man eine profane mit einer heiligen Sache vergleicht. Das Sprichwort gilt allgemein als Orakel.

A springt emm (einem) mit blankem Arsche ei's Gesicht.
Hirschberg
i] Von jemandem, der unverschämt, grob und ungeschlacht ist.

A starke G'wald (Gewalt) dauert nicht läng.
Wien

A Steirerstück'l mach'n.
i] So viel wie ein Schildbürgerstückchen. Steier eine Stadt in Oberösterreich.

A stiehlt unserm Herrgott a Tag ob.
i] Der Tagedieb.

A stieht em salber am Lichte.

A stisst nei (stößt hinein) wie a Flêscher.
i] Ist dort auf einen Posaunenbläser angewandt.

A Stoch (Stich) in der siebten Ripp.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Eine schwere Beleidigung, ein nachhaltiger Schaden, der wehe tut.

A Stoch in Schabbes herein.
Jüdisch-deutsch, Warschau
hdt] Einen Stich in den Sabbat machen.
i] Irgendeine Arbeit bei bereits begonnenem Sonnabend verrichten. Vom Schneider entlehnt, der eine Arbeit vor Anbruch des Sabbats fertig machen will, und, wenn ihm dies nicht gelingt, einen Stich in den Sabbat macht.

A su larnt ma a Baaren die Künste ab.
hdt] So lernt man einem Bären die Künste ab.
ho] Zoo vraagt man den boeren de kunst af.

A Tanz geht nit var an Essen.
Jüdisch-deutsch, Warschau
ndt] Et es nit god danze mit leddige Ranzen.
z] Es geht kein Tanz vor dem Essen. Erst muss der Magen befriedigt sein, erst dann ist an Arbeit wie an Vergnügen zu denken.'
fr] Après la panse vient la danse.

A Tapp ün a Kusch ale dalejnie rusz.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Mit dieser Redensart rufen weibliche Personen ihrem etwas zu weit gehenden Liebhaber Einhalt zu. Cajolieren und ein Kuss, aber nicht weiter. Der polnische Nachsatz bedeutet: aber weiter rühre mich nicht an.

A Tate 's a Kind.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Mensch, dessen Thun und Lassen eine gute Herkunft verrät. Tate = Vater.

A Tippel, anna Krîgel anna Puckel vull Prîgel.
Schlesien
i] Scherzhafte Antwort auf die Frage: Was wirst du mir schenken; ein Töpflein und ein Krügel und den Buckel voll Prügel.

A toater Hund beisst net und a hinerne Henn legt net.
hdt] Ein toter Hund beisst nicht und eine tote Henne legt nicht.

A Tochter naus gea.
i] Eine Tochter hinausgeben, verheiraten.

A Toten trugt män nit zurück.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Nämlich vom Friedhof.

A tummediker (immer vorhandener) Groschen ist besser wie an amuledig Rändel (Dukaten).
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Besser wenig und sicher als viel und selten.

A tut gar uoarthoffk.
Sprottau
i] Arthaftig, dass es eine (gute) Art hat.

A verkriecht sich, wie der Hund vorn Fliegen.

A verliert sich wies Quaksilber.
z] Schmalhans wird Küchenmeister sein, wenn sein Glück sich wie Quecksilber verlieren wird.

A verschater Kapzen.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Vom polnischen Kapcan = Bettler, armer Schlucker, Hungerleider. Von einem armen Teufel, der noch noble Passionen hat. Durch das Wort: 'verschat', das sich im Deutschen nicht wiedergeben lässt, wird ein Ausgelassener bezeichnet.

A verschüttet's Wasser kann ma nimmer aufhebn.

A verzagte Möntsch (Mensch) isch im Himmel nid sichar.
Bern

A verzunft Moilchen (Mäulchen) machen.
Schlesien
z] 'S gieng auch eina verbee, die machte sua verzunft Moilchen, as mar hette sillen a Wirmle os der Gusche ziehn.

A Vogel ei der Hand ies besser as zehn uff'm Dache, sagte Hans, als er Nachbars Tauben sitzen sah, und einen Molkendieb in der Hand hatte.

A wär' gut weg ze schenken, a roit's nich sîr.
Schlesien
z] Er taugte allerdings gut zum wegschenken, er würde niemanden reuen.
fr] Enlevé comme un courcin.

A ward doch missen Haare lassen, wenn's derzu kommt.
Schlesien

A wart a Hasen.
Böhmisch-Friedland
hdt] Er wartet auf den Hasen.
i] Von jm, der die Arme auf der Brust übereinanderlegt, also die Zeit im Nichtstun verbringt.

A Wearelt as trinj üsch'n Hingsthaad, man egh üschen Pankuuk.
hdt] Die Welt ist rund wie ein Pferdekopf, aber nicht wie ein Pfannkuchen.

A weessen senn Orss wall zu lecken.
hdt] Er weiß ihm seinen Arsch wohl zu lecken.

A Weg wie auf 'n Tisch.
Warschau
i] Ein sehr ebener, gerader Weg.

A wegjagen wie a Katz vün der Milch.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Einen mit langer Nase abziehen lassen.

A Weib is öm Taif'l san Leib.
Oberösterreich
hdt] Ein Weib ist dem Teufel sein Leib.

A Weib ohne Ma ist wia a Haus ohne Dach. Schwäbisch

A Weib und a Kuh guckt nur zu.
i] Beide wollen geschont und nicht zu anstrengenden Arbeiten herangezogen werden.

A Weib und a Roß, a Madl und a Gwehr - leiht ma net her.

A Weib z' schlaget ist a schlechte Kunst.
Ulm

A Weib z' schlaget ist kein Kunst, aber a Schand'.
Ulm

A weiss a Fuchsschwantz schon zu streichen.

A weiss sich beim Arsche kein Rat.
Österreich-Schlesien

A weiss sonst alle neue Avisen.

A weng (wenig) a Brod (Brot) is a gueda G'fahrt.
Oberösterreich
i] So sagt der Bauer, der nicht leicht ohne etwas Brot auf einen weiten oder wichtigen Gang sich macht. In häufig wiederkehrenden Sagen schützt ein Stück Brot vor der Wut des wilden Jägers, der Macht des Bösen. Nach dem Volksglauben kann auch der Teufel dem, der ein Stück Brot bei sich hat, nichts anhaben.

A werd egen mîgen am letzten Paare gîn.
Schlesien
i] egen = eigen, Füllwort in der Bedeutung von wohl, gar

A werd ei Geiers Kirche kummen.
Schlesien
i] Verhüllung für Teufel. Die Scheu des Volkes, gewisse Wörter, wie Gott, Christus, Himmel, Sakrament u.s.w. auszusprechen, erstreckt sich namentlich auf den Teufel, dessen Namen, besonders in früherer Zeit, zu nennen man ganz besonders zu vermeiden suchte. In allen Gegenden finden sich dafür Ausdrücke, die entweder aus dem Namen Teufel entstellt sind, weil man auf diese Weise doch das unmittelbare Nennen vermied, oder sie beziehen sich auf seine Gestalt und Farbe, und sind noch anderen Ursprungs. Dahin gehören auch die Redensarten: Hol's der Geier! Hol's der Hund!

A werd ens (uns) anforzen wie 'n Schandarm.
Schlesien
i] So barsch behandeln, wie Gendarmen wohl zu tun pflegen.

A werd mer schund wîder in meine Schoten kummen.
fr] Laissez le faire, il viendra moudre à notre moulin.

A werd schuen amol ei's Tippla fall'n.
Schlesien
hdt] Er wird schon einmal ins Töpflein fallen
i] Übel ankommen.

A werd's Krimmern am Nacken krîgen.
Schlesien
i] Er wird gehängt werden.
z] Fulge gudem Rothe, weil noch Zêt zu roten, ih du's (ehe du das) Krimmen in Nacken krigest.

A wert mich ju nich im Schtiche lussen.
Schlesien
z] Man wird dich nicht im Stiche lassen.

A wert's wul missen a Wink näer gân, wort ok a wink.
Schlesien
hdt] Er wird es müssen näher geben (sich deutlicher aussprechen, ein wenig verständlicher machen), warte darum ein wenig.

A wêss alle Schliche am Esel ins Loch, aber kênen wieder râs (heraus).

A wêss nich, wî a de orme Loite (Leute) genunk tribelieren sul.
Schlesien

A wêss seine Sachen schun ze schnîden.
Schlesien

A Wiard klinkt üs an Klaak.
Nordfriesland
hdt] Die Wahrheit klingt wie eine Glocke.
i] Sie ist so sicher erkennbar und vernehmbar, wie eine Glocke. Wenn man eine Glocke hört, weiß man sogleich, dass es eine Glocke ist. Ähnlich ist es mit der Wahrheit.

A Wiard komt altidj för ferflöden Dörren.
Nordfriesland
hdt] Die Wahrheit kommt allezeit vor verschlossene Türen.

A wiel andern Loithen (Leuten) Rotten fangen und kon im salber keene Moise fangen.

A wiel een gor mit a Oogen derstechen.
hdt] Er will einen gar mit den Augen durchstechen.

A wîl andern Ratten fangen und konem (kann ihm) salber kêne Moise fangen.
Schlesien
la] Alienos agros irrigas tuis sitientibus.
la] Alienum aras fundum.
la] Nonne id flagitium est te aliis consilium dare, foris sapere, tibi non poße te auxiliarier? Terenz

A will alles han (haben), was a sieht, wie die Kinder.

A wils gar gemalt han.

A Wimmerl im Hirn haben.
Wien
i] Hitzblatter, Auswuchs, Ast. Man sagt auch ein verwimmertes Herz oder Gewissen haben. Die obige Redensart wird meist in dem Sinne gebraucht: etwas verrückt sein. Anderwärts kommt die Redensart vor: einen Wurm im Kopfe haben.

A wink schworze Kreide hâr, doss ma amôl sitt.
Schlesien

A wird a langes a breetes machen.

A wird a mohl anne Schmarre davontragen (wegkriegen).

A wird am längsten gegangen sien.

A wird em Kaiser wull nich ausem Lande follen.

A wird ihm noch manchen sauern Wind mössen lussen unter die Noase gihn.

A wird og nicht hieren a Kuckuck singen.

A wird seine sieben Sachen schun machen.

A wird sich noch imma (um den) Hals reden.
ho] Hij breekt daar veele woorden den hals om.

A wird su lange saufen, bissem der Krug wird am Holse stecken bleiben.

A wird wul nich aus der Haut fahren.
Schlesien

A wird's wul näher gan.
i] Er wird sich deutlicher erklären.

A wirft goar garne a Ê nôg am Sperlije.
hdt] Er wirft gar gerne ein Ei nach dem Sperling.

A Wirm krêlt föör a duas.
Amrum
hdt] Ein Wurm krümmt sich vor dem Tode.

A wiss sich recht azuschmeren.
i] Stellt sich freundlich, schmeichelt sich ein.

A Witfrau (Witwe) ist wia a Garten ohne Zaun.
Schwäbisch

A Witfrau ist wia a Garta ohne Zaun. Schwäbisch

A wollt mich drankrigha (drankriegen), onns (und das) Kalb koam äarschlich.
Österreich-Schlesien
i] Er wollte mich betrügen, aber betrog sich selbst, die Sache kam anders, als er gedacht.

A Wort is asoj güt wie a Chsimes-Jad (Unterschrift).
Jüdisch-deutsch, Warschau
hdt] Ein Wort (vor Zeugen) ist so gut wie eine Unterschrift.

A Wort ün a Forz känn män nicht zurücknehmen.
Jüdisch-deutsch, Warschau

A Wugen is a Seiger (Uhr), a Schlitten is a Peiger (toter Körper).
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Eine Fuhrmannsregel, welche dem Wagen einen Vorzug vor dem Schlitten gibt. Jener besitzt ein Räderwerk wie eine Uhr, während dieser gleich einem Cadaver geschleift werden muss.

A wurde wie a Blut unterm Gesichte.

A Zaddik im Pelz.
Jüdisch-deutsch
i] Zaddik heisst hebräisch: 'der Fromme, der Gerechte', und ist gleichzeitig die Benennung des 18. Buchstaben des hebräischen Alphabets, welcher dem deutschen Z entspricht (eigentlich Tsadé). Am Ende eines Wortes wird ohne Ausnahme das sogenannte 'schlechte' (verdorben aus schlicht = gerade) Zaddik geschrieben. Nun ist aber das Zaddik im Worte 'Pelz', weil am Schlusse, eben 'schlecht'; daher bezeichnet der Volkswitz mit diesem Wortspiel einen frommthuenden Menschen, der im Grunde so schlecht ist, wie das Zaddik im Worte Pelz.

A zehlt em alle Bissen ans Maul.

A zehrt vom Lebe (Leibe) wie die Hundaxen.

A Zimmermannshaar misst an Zoll und a Schneiderfurz a gschlagene Elln.

A zoddelt em immer noch.

A zoiht a Kôp (Kopf) aus der Schlinge.

A z'widarö Salsse.
Oberösterreich
i] Eine zuwidere, widerwärtige Salse. Unter 'Sals' versteht man den dick eingesottenen Saft irgendeiner Fruchtbeere u.s.w., der meist als Arznei aufbehalten wird. Die obige Redensart wird besonders auf widerwärtige Weibspersonen angewandt.

A Zwug zu stellen.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Vom altdeutschen zwagen = baden. Jemand etwas einbrocken. Im Sinne der polnischen und vielleicht aus dieser entstandenen Redensart: Sprawić komuś łaźnię.

A, e, i, o, u, die Ochsen schreien Muh.

A. E. I. O. U.
i] Alles Erdreich ist Österreich untertan. Auch: Allein Evangelium Ist Ohn Verlust. Wahlspruch Kaiser Friedrichs III. [1415-1493]

A. Man sagt: Sie sind ein Misanthrop!
B. Die Menschen haß ich nicht, gottlob!
Doch Menschenhaß, er blies mich an,
Da hab ich gleich dazu getan.
A. Wie hat sichs denn so bald gegeben?
B. Als Einsiedler beschloß ich zu leben.
Goethe, Probatum est

A. Sag mir, warum dich keine Zeitung freut?
B. Ich liebe sie nicht, sie dienen der Zeit.
Goethe, Zeit und Zeitung

Aach der hat e Brett vorm Kopp awwer aans mit Gucklecher drin.

Aach e Mann am Brückelch'n.
i] Von einem unbedeutenden einflusslosen Menschen. Das Brückelchen ist ein Gässchen bei der Judengasse in Frankfurt a.M. Es war und ist teilweise noch der Sammelplatz der jüdischen Proletarier.

Aachen ist des deutschen Reiches Haupt.
i] Auch das neue Rom genannt
la] Urbs Aquavis, urbs regalis, Regni sedes principalis Prima Regum curia.

Aachen und Köln sind nicht an einem Tage gebaut (und werden nicht an einem Tage zerschell'n).
ho] Aken en Keulen niet te gelijk.
la] Alta die solo non est exstructa Corinthus.

Aal iss'n quâd (böses) Mâl.
Ostfriesland

Aal iss'n swâr Mâl (= Mahlzeit), ick will lêver Stênen dragen, as eten.
Ostfriesisch
i] Er ist schwer zu verdauen, der Witz liegt darin, dass 'dragen un eten' beide auf 'Steine' bezogen werden, der Sinn ist: ich will lieber Steine tragen, als Steine essen.
dä] Aal og slimer fisk giör tung sind og ond mave.

Aal, Kohl und Verdruss man als Abendkost nicht nehmen muss.
dä] Aal, og kaal, og knur er ond aftensmad.

Aale fangen.
i] Aus Gewinnsucht das Recht trüben, weil man Aale nur fängt, wenn man den Schlamm tüchtig aufwühlt.

Aale in flachem Wasser zeigen ihre Farbe. Hawaii
i] Der Unwissende wird an seinen Handlungen erkannt)

Aalheid un Klunkerfood danssen alle beid nich good.
Holstein
i] 'Klunkerfood' heisst ein schwankender, hinkender Fuß oder Mensch. 'Aalheid' ist das zusammengezogene Adelheid, scheint aber hier die Gans zu bedeuten, die in 'Reineke Voss' Alheit heisst.

Aalke Burtalke, wa rummelt di de Bûk? Dat deit de sûre Karnmelk (Buttermilch), de will dar herût.
Eichwald

Aan Gannev (Dieb) haasst den anderen Achbrosch (Spitzbube).
Jüdisch-deutsch

Aan Narr uf zwa Karrn.
i] Von einem übertrieben frommen Menschen. Solch ein Mensch stand einmal am Versöhnungstage zur Buße und Kasteiung den ganzen Tag in der Synagoge mit jedem Fuße auf einem Aprikosenkern. Da sagte jemand: Zwei Narren auf einem Karren sieht man oft, aber ein Narr auf zwei Karren (Kernen) ist etwas Seltenes.

Aane Distel wie 'ne Hand gitt en Täller vull Schmand.
Waldeck

Aanmol (einmal) müssen mer all dran.
i] Dem Tode kann keiner entgehen.

Aapke, bed' nau, wöllst ok e Plum?
i] (Wenn jemand einen anderen dumm anstiert, wird meist die andere Hälfte allein gebraucht.

Aarau ist eine schöne Stadt, Biberstein ein Bettelsack, Kilchberg ist ein Butterkübel, Küttiche der Deckel drüber, Suhr das ist der Stämpfel.

Aard lett nich von Aard.

Aare haben scharfe Augen.

Aaron (7.4.) und Justin (13. 4.) helfen den Hafer ziehn.

Aas ist keine Speise für den Adler.

Aas lässt sich nicht vor Geiern (Raben, sagen die Wenden) verbergen.

Aaweschein öss kaan Hexerei. Trier
ndt] Aeschein as keng Hexerei. Luxemburg

Ab ab, mein Schnappsack, in in, 's ist nichts drin, um um, 's wird wieder was nei kumm.

Ab Auge, ab Herz.
Luzern

Ab dafür!
i] Einverstanden!, das Geschäft ist getätigt! Aus dem Bakkaratspiel übernommen. 'Ab' meint: jetzt geht's los, mit 'dafür' drückt der Spieler aus, dass er alles, was an Beträgen gesetzt ist, halten will.

Ab der Hand gah.
Luzern

Ab dreißig ändert sich das Gesicht.
China

Ab dreißig kann ein Mann das Wetter schon fast vorausbestimmen.

Ab durch die Mitte!
i] Wegtreten!, voran!, marsch! Vom Spießrutenlaufen. Auf diesen Befehl hin wurde der Delinquent durch die Gasse getrieben. Kann auch den Regieanweisungen von Bühnenstücken entnommen worden sein in der heutigen Bedeutung 'verschwinde!'.

Ab einem gewissen Alter fängt man an, die richtigen Fragen zu stellen.

Ab Jakob (Jakobstag, 25.7.) ist die Roggenernte, ab Pärt (Bartholomäustag, 24. VIII) die Gerstenernte.
Estland

Ab Marientag (25.3.) soll der Mann an der Fleischplatte und der Ochs an der Heukrippe sein.
Estland

Ab nach Kassel!
i] Hinaus!, fort! Mit dem Untertanenverkauf der hessischen Landesfürsten an die Engländer zur Teilnahme am nordamerikanischen Kolonialkrieg in Zusammenhang gebracht, die Sammelstelle war Kassel.
z] Auf einem darin wiedergegebenen Flugblatt erscheint Napoleon III. als gebrochener Mann. Rechts und links von ihm stehen Moltke und Bismarck. Bismarck weist gebieterisch mit einem Arm nach Osten. Unter der Darstellung steht: 'Ab nach Cassel!' Joseph Kürschner, Der große Krieg 1870/71 in Zeitungsberichten, 1895

Ab Schlangenmarientag (8.9.) soll die Schlange in den Grashügel beißen.
Estland

Ab Sephe (= Sophie oder Joseph).
i] Eine sprichwörtliche Redensart in Gera, um zu sagen: Fort, weg damit.

Ab sieben Jahren sollen Knaben und Mädchen nicht mehr auf derselben Matte sitzen.

Ab und zu muss man die Zähne zeigen, nur nicht dem Zahnarzt, das geht ins Geld.
Zitat

Ab Walpurgistag (l.5.) ist des Pferdes Haferfutter im Wald.
Estland

Ab zu und einen Walzer.

Aba Büsi, Bus untere.
i] Büsi, Busi, Büsseli, Busseli sind in verschiedenen Kantons der Schweiz Bezeichnungen für Katze, hergeleitet von Bus, einem Zurufworte. Davon das englische puss und holländische poes = Katze. In anderen Kantons heisst sie Zid, Zitz, von den Rufwörtern Zü, Zitz.

Abbezahlt ist der Sohn von Frei.
Indien, Sindhi

Abbildungen, Wortbeschreibung, Maß, Zahl und Zeichen stellen noch immer kein Phänomen dar.
Goethe, Maximen und Reflexionen 157

Abbitte ist die beste Buße.
dä] Afbede er beste bod.
la] Errantia medicina confessio.
sd] Afbedja är bästa bot.

Abbitte ist die beste Genugtuung.Abbitte nicht, aber Halsstarrigkeit ist Schande.
i] Jene zeigt ein edles, diese aber ein böses Herz an.

Abbitten ist besser als leugnen.

Abbrech und Teufelsabbiss muss sein.

Abc, beim x will ich anfangen.
i] Wenn die Schlesier von einem sagen wollen, dass er sehr wenig Lob verdient, so sprechen sie: Man müsste ihn durchs ganze Abc loben und beim x anfangen.

Abc-Schütze.
i] Sprichwörtlich; aus der Zeit der «fahrenden Schüler» (15. und 16. Jahrhundert). Heute zur Bezeichnung kleiner Schuljungen gebraucht.

Abdera und Abderiten.
i] Sprichwörtlich. Im Altertum galt die griechische Stadt Abdera für besonders töricht. In Deutschland durch Wielands «Geschichte der Abderiten» geläufig.

Abderitenstreich machen.
i] Die Einwohner des alten Abdera (Abderiten) in Thracien waren im Altertum wegen ihrer Dummheit berüchtigt, daher sprichwörtlich: 'hic Abdera', d. i. hier herrscht die Dummheit, und bei Martial 10, 25: 'Aberitanae pectora plebis' = grobe, ungeschickte Leute. Nach mehreren Stellen bei Cicero, ad Att. (4, 16, 6, 7, 7, 4): de nat. deor. (1, 43) scheint der Name Abdera zunächst ein Gemeinwesen zu bezeichnen, wo alles nach Privatzwecken, nach augenblicklichen Eingebungen, ohne feste Norm, höchst ungleichmäßig entschieden ward. Spätere, u. a. Juvenal 10, 48 (patria vervecum) und der Arzt Galenus, führen die Dummheit der Abderiten auf klimatische Verhältnisse zurück. Der Name Abderit war bei den Alten ein Schimpfwort, und Lucian in seiner Abhandlung 'Wie man Geschichte schreiben müsse' und Lafontaine in seiner Fabel 'Demokrit und die Abderiten' haben die Albernheiten der Abderiten gegeißelt, und seitdem sie Wieland durch seinen, auf seine Vaterstadt Biberach gemünzten Roman in die deutsche Literatur eingeführt hat, gilt auch bei uns die Bezeichnung 'Abderitismus' als der Inbegriff alles beschränkten, 'spießbürgerlichen' Lebens und Treibens, wie es sich oft in kleinstädtischen Verhältnissen breit macht (Schildbürger).

Abdingen ist auch (o. ist der erste) Gewinn.

Abend rot, morgen Not.

Abend wird es wieder:
Über Wald und Feld
Säuselt Frieden nieder,
Und es ruht die Welt!
Hoffmann von Fallersleben, Abendlied

Abend wird es wieder:
Über Wald und Feld
Säuselt Frieden nieder,
Und es ruht die Welt!
Hoffmann von Fallersleben, Abendlied (1837); Melodien von Friedr. Aug. Jakob (1845) und Karl Groos (1848)

Abend wird's, des Tages Stimmen schweigen.
Körner, Die Eichen

Abendandacht bringt Morgensegen.

Abendbrot geht vor Abendrot.
z] Welch' köstliches Abendrot! sprach eine poetisch gestimmte Frau zu ihrem Gatten. Ein köstliches Abendbrot wäre mir lieber, erwiderte der hungernde Gatte.

Abendessen um fünf, zu Bett um neun.

Abend-Gäste und Abend-Wolken gehen nicht mit leeren Händen fort.
Pandschab, Indien

Abendgebet schließt das Auge.

Abendglöcklein tönt von ferne.
Lied aus Offenbachs Singspiel, Die Verlobung bei der Laterne

Abendländische Kultur und christliche Kultur sind eins. Europa gleich Christentum.
G. de Reynold, Conscience de la Suisse

Abendlicher Schlaf soll dem Schlafenden Glück, morgendlicher Schlaf Liebe bringen.
Estland

Abendliches Gespültes ist besser als morgendliches Gewaschenes.
Estland

Abendrede und Morgenrede kommen selten überein.
i] Morgens spricht man oft anders als am Abend vorher, ein Wortspiel mit Rede und Röte. Beim (Abend-) Trunk verspricht man oft, was man nach ausgeschlafenem Rausch nicht hält.
ndt] Abendred und morgenred, dye wollen nicht vberein tragen.
ndt] Avendrede un Mörgenrede kumt nich altid mit nanner överên.
dä] Aftenrede og morgenrede ere ikke eens.
dä] Aftentale og Morgenteele ec altid eens.
dä] Morgenrede og aftenrede ikke hinandens lige.
it] Le parole della sera non correspondona sempre a quelle della mattina.
sd] Aftonprat och morgenrat stämma ej altid (sälban) öfverens.

Abendrôd gaud Wederbôd, Morgenrôd, dat et up der Aeren flôt (dass es auf der Erde floss).
bm] Východ hoří, zapad hasí. (Der Aufgang brennt, der Untergang löscht.)
bm] Ranní červánky jasno večerní dést anamenají.
sp] Aurora ruvia, o viento o lluvia.

Abendrôd, morgengôd, Morgenrôd bringt Water in den Sôt.
Holstein
i] Hellroter Morgenhimmel verspricht den Brunnen Wasser am Tage

Abendrot - ein guter Tag, Morgenrot - ein kotiger (sehr schlechter) Tag.

Abendrot - Gutwetterbot', Morgenrot mit Regen droht.

Abendrot - Gutwetterbrot.
la] Nocte rubens coelum cras indicat esse serenum;
cum rubet mane, tunc tempus adest pluviale.

Abendrot - morgen got, Morgenrot - pladdert (regnet) got.

Abendrot - Morgenrot.

Abendrot am Abend - des Winters Verlängerung.
Estland

Abendrot backt Brot.

Abendrot bei West, gibt dem Frost den Rest.

Abendrot bringt (o. gibt ein) gut Morgenbrot.

Abendrôt is gôd, man Morgenrôt gift Water in de Slôt (Graben).
Ostfriesland
sd] Aftonrodnad ger klar natt morgonrodnad en våt katt. (Im Monat Juni bei Westwinden)
sd] Aftonrodnad'n gör fager nat, morgonrodnad'n - gör daggig hatt.

Abendrot kündigt schönes Wetter an, Morgenrot deutet auf Regenwetter.

Abendrot und Morgenhell sind ein guter Reisegesell.
en] The evening red and the morning grey, is a sign of a fair day (and sets forth the pilgrim on his way).
la] Nocte rubens coelum cras indicat esse serenum.

Abendrot, dem anderen doch gut Wetter bot, Morgenrot den auwend an dem thune flot.

Abendrot, gut' Wetterbot' (o. Gutwetterbot').
i] Ein geröteter, wolkenreiner Horizont am Abend ist meist der Vorbote eines schönen Tages.

Abendrot, Morgen gôd.
Holstein

Abendrot, morgen Handschuh not.
Steiermark

Abendrot, morgen Wind oder Kot.
Österreich

Abendrot, mörjen moje Wer (= schönes Wetter).

Abendrot, Schönwetterbot.
it] Rosso di sera bel tempo si spera.

Abendröte bei West, gibt dem Frost den Rest.

Abendröte und Morgenröte muten (o. kleiden, putzen) oft nicht überein.
dä] Aftenröde og Morgenröde ere ec eens.

Abendröte, Gutwetterschöne.
schweiz] Obetröthe, Guetwetterschöne.

Abendröte, Morgenschöne.

Abends geschwelgt, morgens gekelcht.

Abends ohne Schulden ist morgens reich.

Abends putzt sich des Kuhhirten Frau.
i] Die Frau des Kuhhirten, welche am Tage mit den Kühen und im Schmutz zu schaffen hat, zieht erst am Abend etwas Reines an.

Abends rot ist morgens gut, morgens rot tut selten gut.

Abends rot, morgens tot.
fr] Rouge soir et blanc matin, c'est la journée du pélerin.

Abends soll man allein weidenden Kühen nicht zu nahe kommen

Abends versammelt sich eine schweigende Mehrheit auf dem Gemeinplatz vor dem Fernsehschirm.
Heinrich Nüsse

Abends voll, morgens noll.

Abends vull, morgens null.

Abends wenn ich schlafen geh,
Vierzehn Engel bei mir stehn,
Zwei zu meiner Rechten,
Zwei zu meiner Linken...
Des Knaben Wunderhorn, vertont von Humperdinck, Hänsel und Gretel

Abends wie ein Bär, morgens wie ein geschossener Adler.
dä] Om aften som en biörn, em morgen som en skudt örn.

Abends wird der Faule (o. werden die Faulen) fleißig.
i] Von einem, der den ganzen Tag faulenzt, weil da bald wieder Feierabend wird.
ndt] Abends wart de Faulen flitig.
ndt] To de Nacht kriegen de Fulen de Macht.
ndt] Wenn die Dach is von hinnen, denn willen die Fulen beginnen.

Abends zechen, morgens ratschlagen.

Abends, sobald das Licht brennt, sieht der Verstand wie das Auge, nicht so klar wie bei Tage: daher diese Zeit nicht zur Meditation ernster, zumal unangenehmer Angelegenheiten geeignet ist. Hiezu ist der Morgen die rechte Zelt; wie er es denn überhaupt zu allen Leistungen, ohne Ausnahme, sowohl der geistigen wie der körperlichen, ist. Denn der Morgen ist die Jugend des Tages.
Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit, Paränesen und Maximen

Abendsegen - Morgensegen.

Abendstege sind der Liebe Pflege.

Abendtau im Mai bringt Korn, Wein und Heu.

Abendtau im Mai gibt das rechte Heu.

Abendtau und kühl im Mai bringt viel Wein und bringt viel Heu.

Abendworte trägt der Wind fort.
Italien

Abendwunsch ist auch ein Wunsch.
i] Ein Wunsch bleibt, kommt er auch spät, doch ein Wunsch.

Abenteuer bringt Vorteil.

Abenteuer erleben nur die (o. sind für den) Abenteurer. USA
en] Adventures are to the adventurous.

Abenteuer ist (o. sind) selten geheuer.
fl] Avontuur is rond.

Abenteuer ist selten allein.
mhd] Die eventure is mannichvalt.
mhd] Dat eventur is mannichvolt.

Abenteuer kommt nicht zum Frühstück.
fl] Avontuur komt niet bij vroeg opstaan.

Abenteuer werden meistens abends teuer.

Abenteuern soll man nicht in wichtigen Dingen.

Aber [als Schauspieler] mit Lebhaftigkeit umfassen, was sich der Autor beim Stück gedacht hat, was man von seiner Individualität hingeben müsse, um einer Rolle genug zu tun, wie man durch eigene Überzeugung, man sei ein ganz anderer Mensch, den Zuschauer gleichfalls zur Überzeugung hinreiße, wie man, durch eine innere Wahrheit der Darstellungskraft, diese Bretter in Tempel, diese Pappen in Wälder verwandelt, ist wenigen gegeben. Diese innere Stärke des Geistes, wodurch ganz allein der Zuschauer getäuscht wird, diese erlogene Wahrheit, die ganz allein Wirkung hervorbringt, wodurch ganz allein die Illusion erzielt wird, wer hat davon einen Begriff?
Goethe, Lehrjahre V,7

Aber ach und weh, gibt es Mäuse im Bodensee.

Aber ach, ich wohne unter den Dornen!
i] Unter Dornen wohnen bezeichnet, wie unter Dornen sitzen, Trübsal leiden.
mhd] Och och, ik wone under den dôrnen.
la] In spinis versor, vepres mea corpora laedunt.

Aber ach, jeder Zoll, den die Menschheit weiterrückt, kostet Ströme Blutes.
Heinrich Heine, Reise von München nach Genua

Aber alle diese geistigen Wunder entsprießen nicht, wie andere Früchte, dem natürlichen Boden, da können sie weder gesäet noch gepflanzt, noch gepflegt werden. Aus einer anderen Region muss man sie herüberflehen, welches nicht jedem, noch zu jeder Zeit gelingen würde.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7

Aber alle diese Listen der Neuzeit sind nichts gegen den Geist des klassischen Altertums, gegen die unwiderstehlichen Nervenanfälle, den Waffentanz der Ehe!
Honore de Balzae, Physiologie der Ehe

Aber alle Tage Rebhühner!
i] Einerlei ermüdet.
dä] Man kædes ved der man altid har.
la] Abit et taurus in silvam.

Aber alles im Leben ist nur für eine Spanne Zeit.
Storm, Pole Poppenspäler

Aber alles ist tapfer, wo Jugend obenauf sitzt und die Zügel lenkt.
Shakespeare, Wie es euch gefällt

Aber alles Sollen ist despotisch. Es gehöre der Vernunft an: wie das Sitten- und Stadtgesetz, oder der Natur: wie die Gesetze des Werdens, Wachsens und Vergehens, des Lebens und Todes. Vor allem diesem schaudern wir, ohne zu bedenken, dass das Wohl des Ganzen dadurch bezielt sei.
Goethe, Schriften zur Literatur - Shakespeare und kein Ende II

Aber Arbeit, Betätigung, den Fähigkeiten und Kräften des Kindes - und nicht nur seinem Vergnügen - angepaßt, ist eine Wohltat für das Kind.
Andersen Nexö, Erinnerungen

Aber auch Ansehen bedeutet viel bei der Leitung eines Krieges, bei der Führung eines militärischen Kommandos.
Cicero, Über den Oberbefehl des Cn. Pompeius

Aber auch das eigene Auswendiglernen und Auswendigwissen von Gedichten oder von Stellen aus Gedichten verschönert das einsame Leben und erhebt oft in bedeutenden Momenten.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, 7.4.1833

Aber auch der deutschen Nation darf es nicht zum Vorwurf gereichen, dass ihre geographische Lage sie eng zusammenhält, indem ihre politische sie zerstückelt. Wir wollen die Umwälzungen nicht wünschen, die in Deutschland klassische Werke vorbereiten könnten.
Goethe, Schriften zur Literatur - Literarischer Sansculottismus

Aber auch der Streit ist Gemeinschaft, nicht Einsamkeit, und so werden wir selbst durch den Gegensatz hier auf den rechten Weg geführt.
Goethe, Schriften zur Literatur - Rede bei Eröffnung der Freitagsgesellschaft

Aber auch die sorgfältigste Übersetzung bringt immer etwas Fremdes in die Sache, wegen Verschiedenheit des Sprachgebrauchs.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 4. Abt. - Stallger

Aber auch im gemeinen Leben ist's unerträglich, fast einem jeden bei halbweg einer freien, edlen, unerwarteten Tat nachrufen zu hören: der Mensch ist trunken, der ist närrisch! Schämt euch, ihr Nüchternen! Schämt euch, ihr Weisen!
Goethe, Werther 1. Buch, 12. August

Aber auch ists im Moralischen wie mit einer Brunnenkur, alle Übel im Menschen, tiefe und flache, kommen in Bewegung, und das ganze Eingeweide arbeitet durcheinander.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 30.11.1779

Aber auch kein stolzer Gebet als um Weisheit, denn diese haben die Götter ein für allemal den Menschen versagt. Klugheit teilen sie aus, dem Stier nach seinen Hörnern und der Katze nach ihren Klauen, sie haben alle Geschöpfe bewaffnet.
Goethe, Tagebuch, 13.1.1779

Aber auch noch heute... hat die Welt der Zeitung für mich jenen romantischen Zauber erster, eifernder Liebe, der überall dort lebendig ist, wo Beruf und Berufung zusammenfallen.
Victor, Schreiben, schreiben!

Aber auch unsere Philosophen - wieviel Ballast schleppen sie mit sich herum, wieviel totes Wissen, dem jede praktische Anwendungsmöglichkeit fehlt!
Seneca, Mächtiger als das Schicksal

Aber auf Grund eines gewissen Gesetzes, genannt Sympathie, eines Naturgesetzes, das gemeine Augen allerdings nie wahrnehmen, schaden die Fehler deiner Lebensgefährtin deinem Glücke nicht nach Maßgabe des unmittelbaren Unglücks, das sie dir bereiten könnten. Mir wäre es fast lieber, meine Frau versuchte mich in einem wütenden Moment einmal im Jahre zu erdolchen, anstatt mich jeden Abend übellaunig zu empfangen.
Stendhal, Über die Liebe

Aber aus bloßem Verstand ist nie Verständiges, aus bloßer Vernunft ist nie Vernünftiges gekommen.
Hölderlin, Hyperion

Aber aus dem Blut der Gefallenen
reckt sich stolz, sieghaft die Idee!
Worm, Noske läßt auf das Volk schießen

Aber aus irgendeinem Grunde hat die Einbildungskraft der weißen Rasse Jesus von Nazareth als den Christus auserlesen und alle christlichen Lehren ihm zugeschrieben; und da es auf die Lehre und nicht auf den Mann ankommt, und da außerdem ein Symbol ebenso gut wie ein anderes, vorausgesetzt, dass alle es gleich verstehen, werfe ich hier nicht die Frage auf, inwieweit die Evangelien original sind und inwieweit sie aus griechischen und chinesischen Einschiebseln bestehen.
Shaw, Androklus und der Löwe, Vorwort, Die Aussichten des Christentums, Warum gerade Jesus?

Aber aus Kindern werden Königinnen.
Rainer Maria Rilke, Die weiße Fürstin

Aber Ausnahmen... sind möglich. So ist die Heirat eines jungen Mädchens mit einem bejahrten Manne immer misslich, und doch habe ich sie recht gut ausschlafen sehen.
Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre

Aber bedenke dir dies: der Morgen wird künftig erscheinen,
Da der Meister sich regt mit allen seinen Gesellen,
Dir den Sarg zu bereiten und schnell und geschickt zu vollenden,
Und sie tragen das bretterne Haus geschäftig herüber,
Das den Geduldgen zuletzt und den Ungeduldigen aufnimmt,
Und gar bald ein drückendes Dach zu tragen bestimmt ist.
Goethe, Hermann und Dorothea 9. Gesang Vs 35f.

Aber bedenke, dass jeder Menschenkraft ihre Grenzen gegeben sind. Wieviel Gegenstände bist du imstande so zu fassen, dass sie aus dir wieder neu hervorgeschaffen werden mögen? Das frag dich, geh vom Häuslichen aus und verbreite dich, so du kannst, über alle Welt.
Goethe, Schriften zur Kunst. Aus Goethes Brieftasche. Nach Falconet und über Falconet

Aber Bücherschreiben für Geld - o nichts davon.
Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 10. 10. 1801

Aber da es schwer ist, beides zugleich zu sein, ist es. viel sicherer, gefürchtet als geliebt zu sein...
Machiavelli, Der Fürst

Aber da ich kurz zuvor gesagt habe, unsere Vorfahren sollten uns zum Muster dienen, so gelte als erste Ausnahme, dass man nicht ihre Fehler nachahmen muss.
Cicero, Drei Bücher von den Pflichten

Aber das Aphoristische, das Fragmentarische, die Improvisation müssen sein. Wir erliegen ihrem Reiz immer wieder, bis wir wieder Sehnsucht verspüren nach dem Vollendeten.
Becher, Das poetische Prinzip

Aber das ausgesprochene Wort ist wie ein Sperling, der davongeflogen ist: Du packst ihn nicht mehr am Schwanz.
Tammsaare, Wargamäe

Aber das bedenke stets:
Wie man's treibt, mein Kind, so geht's.
Wilhelm Busch, Max und Moritz

Aber das eigentlich tief und gründlich Wirksame, das wahrhaft Ausbildende und Fördernde ist dasjenige, was vom Dichter übrigbleibt, wenn er in Prosa übersetzt wird.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,11

Aber das Ideal der Einfachheit macht das Leben in der modernen Gesellschaft noch schwieriger.
Vincent van Gogh, Briefe

Aber das ist auch eben das Schwere, dass unsere bessere Natur sich kräftig durchhalte und den Dämonen nicht mehr Gewalt einräume als billig.
Goethe, Eckermann, 2.4.1829

Aber das ist das Eigene der erwachenden Eigenliebe, sie beeinflusst unbewußt den Stil des Schriftstellers und lenkt seine Feder.
Goethe, Soret, 29.1.1830

Aber das ist eben das Leiden in den Kindern, dass sie keine Vernunftgründe haben, um ihrem Gefühl aufzuhelfen, wenn es verwundet wird. Und darum, wer ein Kind in seinem Gefühl verwundet, der begeht ein Verbrechen.
Ernst von Wildenbruch, Neid

Aber das ist ja das traurige Schicksal alternder Leute, dass sie so oft den Tod treuer Freunde zu beweinen haben.
Petrarca, Brief an die Nachwelt

Aber das ist nun einmal das Vorrecht der Schönheit, dass sie auch den stärksten Willen beugen und sich untertan machen kann.
Cervantes, Die kleine Zigeunerin

Aber das Leben ist im Grunde so fatal ernsthaft, dass es nicht zu ertragen wäre ohne solche Verbindung des Pathetischen mit dem Komischen.
Heine Ideen - Das Buch Le Grand

Aber das Leben rechnet nicht mit Träumen, nicht ein einziges Hindernis lässt sich aus der Wirklichkeit hinausträumen.
Jens Peter Jacobsen, Niels Lyhne

Aber das Leben währt eine knappe Spanne, ist ein einziges Mal und hat den kostbarsten Seltenheitswert, den die Ewigkeit nicht hat.
Polgar, Himmelfahrt

Aber das Rechte in der Natur zu finden und nachzuahmen, ist schwer, schwer.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 10.2.1787

Aber das seind die Zeichen im seligen Leben: Schwitzen der Arbeiter, Rußigsein dem Köhler gleich, Gesundmachen dem Arzet etc.
Paracelsus, De virtute human

Aber das seligste ist's, auf des Wissens gewaltiger Hochburg
Stehend, hernieder zu schau'n von den leuchtenden Tempeln der Weisheit.
Lächelnd blickst du herab auf das niedrige Treiben der Menschen,
Wie sie da hasten und rennen, den Pfad sich zu suchen des Lebens
Irrenden Laufs, sich messen an Geist, sich streiten um Adel,
Tag und Nacht sich verzehren in rastlos keuchender Mühsal,
Daß sie empor sich drängen zur Macht und zum Steuer des Staates.
Lukrez, Über die Natur der Dinge

Aber das Unreife ist für das Gespräch und nicht für den Briefwechsel, die Rede löst so leicht jeden Irrtum auf, der durch die Schrift gleichsam erst recht konsolidiert wird.
Goethe, An G. Ch. Lichtenberg, 26. 12. 1796

Aber das weiß ich wohl, dass des Menschen Leichtfertigkeit ein Ursach ist des Betrugs...
Paracelsus, Septem Defensiones

Aber das weiß ich, dass, wenn [dem darstellenden Sänger] die Musik die Bewegungen des Körpers leitet, ihnen Leben gibt, und ihnen zugleich das Maß vorschreibt, wenn Deklamation und Ausdruck schon von dem Kompositeur auf mich übertragen werden: so bin ich ein ganz anderer Mensch, als wenn ich im prosaischen Drama das alles erst erschaffen und Takt und Deklamation mir erst erfinden soll, worin mich noch dazu jeder Mitspielende stören kann.
Goethe, Lehrjahre II,11

Aber das zweite, die Gründung, ist des Maurers Angelegenheit und, dass wir es nur keck heraussagen, die Hauptangelegenheit des ganzen Unternehmens. Es ist ein ernstes Geschäft diese Feierlichkeit wird in der Tiefe begangen.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,9

Aber das, was selten geschieht, was die Ausnahme bildet, was uns mit seiner Missgestalt, seiner Hässlichkeit inmitten der Schönheit verblüfft, daran klammert sich mit beiden Händen die Mittelmäßigkeit.
Gogol, Petersburger Skizzen

Aber dass ein Baum groß werde, dazu will er um harte Felsen harte Wurzeln schlagen!
Friedr. Nietzsche, Also sprach Zarathustra

Aber dass es im weiten Haus der Geschichte versponnene Ecken und Winkel gibt, reizend zu träumen, hohe feierliche Hallen und schauerliche Grüfte, freundliche Giebelstuben und fürchterliche Folterkammern, das macht der skabrösen Methodik der Herren Konservatoren Kummer.
Ossietzxy, Florian Geyers Jahr

Aber dein Scheiden macht,
dass mir das Herze lacht.
Hoffmann von Fallersleben, Winter, ade!

Aber den Einsamen hüll
In deine Goldwolken!
Goethe, Harzreise im Winter

Aber den Werten, denen die Weisheit die höhere Weihe gegeben hat, kann das Alter nichts anhaben. Kein Zeitalter kann sie zerstören oder in ihrem Wert mindern.
Seneca, Mächtiger als das Schicksal

Aber denken Sie nur nicht, man könnte etwas Natürliches und Schönes populär machen. Zum wenigsten will es Zeit haben und verlangt verzweifelte Künste.
Goethe, Eckermann, 1.5.1825

Aber der einzelne Mensch ist nicht Ziel an sich: er lebt unter anderen und für andere Menschen, wie die anderen für ihn leben.
Belinski, Über das Buch 'Leitfaden für das Studium der Geschichte der Neuzeit'

Aber der Flüchtige kennt kein Gesetz, denn er wehrt nur den Tod ab,
Und verzehret nur schnell und ohne Rücksicht die Güter.
Dann ist sein Gemüt auch erhitzt, und es kehrt die Verzweiflung
Aus dem Herzen hervor das frevelhafte Beginnen.
Nichts ist heilig ihm mehr, er raubt es.
Goethe, Hermann und Dorothea 6. Gesang Vs 58

Aber der Friede erfordert unentwegten, zähen, dauernden Dienst, er verlangt Ausdauer, erlaubt keinen Zweifel.
Aristide Briand, Dans la Voie de la Paix, 8 Novembre 1929

Aber der Frieden ist undankbar und weiß nie, dass er seinen Bestand nur dem Krieg dankt.
Kurt Tucholsky, An Arno Holz

Aber der Inhalt des Lebens ist unerschöpflich, und das Medium der Kunst ist begrenzt.
Friedrich Hebbel, Über das Drama

Aber der ist kein Sozialist, der erwartet, dass der Sozialismus ohne soziale Revolution und Diktatur des Proletariats verwirklicht wird. Diktatur ist Staatsmacht, die sich unmittelbar auf Gewalt stützt.
Lenin

Aber der Krieg hat auch seine Ehre,
Der Beweger des Menschengeschicks.
Schiller, Die Braut von Messina, I, 8 (Chor)

Aber der Mann, und mehr noch das Weib, die angeklagt werden, etwas getan zu haben, 'was niemand tut', oder etwas unterlassen zu haben, 'was jeder tut', werden zum Gegenstand so wegwerfender Bemerkungen, als ob er oder sie ein schweres sittliches Verbrechen begangen hätten. Man muss Titel oder sonst Rang besitzen, oder bei Leuten von Rang etwas gelten, um sich, ohne in der Achtung zu sinken, dem Luxus, einigermaßen nach Belieben handeln zu dürfen, hingeben zu können.
John Stuart Mill, Über Freiheit

Aber der Mensch denkt stets, dass der Tod weit weg ist. Als ob er unsterblich wäre.
Premtschand, Nirmala

Aber der Mensch entwirft, und Zeus vollendet es anders!
Homer, Ilias, 18, 328

Aber der Mensch ist ein leichtsinniges, wankelmütiges Geschöpf und liebt vielleicht, ähnlich einem Schachspieler, nur den Prozess des Strebens nach dem Ziel, nicht das Ziel selbst.
Dostojewski, Aufzeichnungen aus dem Untergrund

Aber der Mensch ist ein wahrer Narziß, er bespiegelt sich überall gern selbst, er legt sich als Folie der ganzen Welt unter.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,4

Aber der Mensch ist nicht bloß ein denkendes, er ist zugleich ein empfindendes Wesen. Er ist ein Ganzes, eine Einheit vielfacher, innig verbundener Kräfte, und zu diesem Ganzen des Menschen muss das Kunstwerk reden, es muss dieser reichen Einheit, dieser einigen Mannigfaltigkeit in ihm entsprechen.
Goethe, Schriften zur Kunst - Der Sammler und die Seinigen 6. Brief

Aber der Mensch ist nun einmal so beschaffen, dass es ihm schwer wird, in seiner eigenen Angelegenheit nach allgemeinen Regeln zu urteilen: er läßt gern Ausnahmen zu seinen Gunsten zu.
Tschernyschewski, Was tun?

Aber der Mensch legt oft die Eier, die man ihm - an den Kopf wirft.
Jean Paul, Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch

Aber der mit einem Weib die Ehe bricht, der ist ein Narr.
Sprüche Salomo, 6, 32

Aber der Pfeil gehört nicht mehr dem Schützen, sobald er von der Sehne des Bogens fortfliegt, und das Wort gehört nicht mehr dem Sprecher, sobald es seiner Lippen entsprungen...
Heine, Zur Geschichte der Religion, Vorrede zur 2. Auflage

Aber der Streik ist des Arbeiters einzige Waffe; wirft er die von sich, hat er gar nichts mehr.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Morten der Rote

Aber der Tod ist nicht poetischer als das Leben.
Heine, Die Romantische Schule

Aber der Weisheit genugzutun, dasselbig ist ein Tugend der Gerechtigkeit, der Wahrheit, in diesem suchent euer Triumphiern!
Paracelsus, De ordine doni

Aber die Ansicht von der Frau bleibt doch dieselbe: Sie ist ein Gegenstand des Genusses. Ihr Körper ist ein Mittel zur Befriedigung der Sinnlichkeit, und sie weiß das auch. Es ist damit ähnlich wie mit der Sklaverei.
Leo N. Tolstoi, Die Kreutzersonate

Aber die Arbeiterklasse kann nicht die fertige Staatsmaschinerie einfach in Besitz nehmen und diese für ihre eignen Zwecke in Bewegung setzen.
Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich

Aber die beiden schweren Tafeln mit den zehn Geboten! - glaubt Ihr denn, dass es eine Kleinigkeit war [für Moses], die zu tragen? Und glaubt Ihr denn ferner, dass Moses, der eine Armee Juden zu kommandieren und zu bändigen hatte, sich mit ganz ordinären Armen hätte begnügen können?
Goethe, Eckermann, 12.5.1830

Aber die Entwicklung der Menschheit ist nicht die eines Individuums, und bei allen individuellen Entwicklungsstufen haben die kollektiven Entwicklungsstufen den Vorrang.
Elsa Triolet, Das rote Pferd

Aber die Freiheit, über alles, was mir nicht gefällt, freimütig meine Meinung sagen zu dürfen, ist ein Vorrecht eines jeden vernünftigen Menschen, dem ich nie entsagen will.
Nicolai, an Herder, 9. 8. 1774

Aber die Ignoranz isoliert den einzelnen, zerhackt die Massen, und die lebendige Mehrheit kommt nicht zur Geltung.
Henri Henri Barbusse (1873-1935), Der Betrug als Staatseinrichtung

Aber die Jugend ist starrköpfig und hat von ihrem Standpunkt aus recht!
Maxim Gorki (1868-1936), Die Hochzeit

Aber die Kunst ist wie die Liebe, sie läßt sich nicht gemeinsam ausüben.
Elsa Triolet, Das rote Pferd

Aber die Künste sind nur der Spiegel des Lebens...
Heine, Romantische Schule

Aber die Lebenskunst besteht darin, sein Pulver nicht unnütz und nicht in jedem Augenblick zu verschießen.
Theodor Fontane, Briefe

Aber die Liebe ist nicht mehr Mode, und die Dichter haben sie getötet. Sie schrieben so viel über sie, dass ihnen niemand mehr glaubte, was mich nicht wundert. Denn wahre Liebe leidet und schweigt.
Wilde, Die bedeutende Rakete

Aber die Liebe, die ein Egoismus zu zweit ist, bringt sich alles zum Opfer und lebt von Lügen.
Radiguet, Den Teufel im Leib

Aber die Liebe, nicht zum Feuerbachschen Menschen, nicht zum Moleschottschen Stoffwechsel, nicht zum Proletariat, sondern die Liebe zum Liebchen... macht den Mann wieder zum Mann.
Marx, an Jenny Marx, 21. 6. 1856

Aber die Menschen entarten Tag für Tag allein durch die Torheit, Verdorbenheit, Habgier, Herrschsucht, anmaßung, Treulosigkeit oder Unmenschlichkeit ihrer eigenen Gattung.
Swift, Gedanken über die Religion

Aber die Menschen können keine Ruhe halten, und ehe man es sich versieht, ist die Verwirrung wieder oben auf. [...] Wir wollen uns nur im stillen auf dem rechten Wege forthalten und die übrigen gehen lassen, das ist das Beste.
Goethe, Eckermann, 1.2.1827

Aber die Menschen vermögen nicht leicht, aus dem Bekannten das Unbekannte zu entwickeln, denn sie wissen nicht, dass ihr Verstand eben solche Künste wie die Natur treibt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 621

Aber die moderne Entwicklung, die den Konkurrenzkampf immer schärfer und unerbittlicher gestaltet, die Gemüter immer mehr verroht und ihre Habgier immer mehr anstachelt, stumpft andererseits die tierischen Leidenschaften ab, macht die Menschen blutarm und kraftlos; aus ungestümen Tieren macht sie überlegende, berechnende Menschen...
Lafargue, Der Darwinismus auf der französischen Bühne

Aber die Natur hat für ihre Kinder gesorgt, der Geringste wird durch das Dasein des Trefflichsten nicht an seinem Dasein gehindert...
Goethe, An Charlotte v. Stein, 10.2.1787

Aber die Philosophen haben beobachtet, dass die Gewohnheiten der Jugendjahre im Alter des Menschen verstärkt wiedererscheinen.
Balzac, Verlorene Illusionen

Aber die Romantik war keine bloß literarische Erscheinung, sie unternahm vielmehr eine innere Regeneration des Gesamtlebens... und was man später die romantische Schule nannte, war eben nur ein literarisch abgesonderter Zweig des schon kränkelnden Baumes.
Eichendorff, Halle und Heidelberg

Aber die Selbstkritik gehört zu den schwierigsten Aufgaben, wie für den einzelnen Menschen, so für eine Partei.
F. Mehring, Selbstkritik

Aber die Sonne duldet kein Weißes:
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben,
Doch an Blumen fehlts im Revier:
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Goethe, Faust I, Vor dem Tor
Faust Vs 911f.

Aber die Sprache des Kampfes steht in einem naturhaften Zusammenhang mit der Wahrheit, und ich spreche es mit der höchsten Achtung vor einer missbrauchten Menschlichkeit aus, dass sie, wo sie einmal frei ausströmen darf, einer fehlerlosen Sprache fähig ist.
Kraus, Vom Zörrgiebel

Aber die waltenden Mächte zeugen
Keinen zum müßigen Schwelgen und Schauen;
Mittun soll er und miterbauen,
Unter das Joch der Arbeit sich beugen;
Soll nicht müßig im Weiten schweifen,
In der Werkstatt den Hammer ergreifen.
Ludw. Fulda, Gedichte (1890)

Aber die Welt ohne Seele wäre wie ein Haufen Kehricht.
Hermann Stehr

Aber die Welt rennt unter einem weg wie der Schrittschuh, man muss sich vorwärts beugen, um nur nachzukommen, rückwärts darf man nicht schauen.
Goethe, An S. Boisserée, 17.4.1817

Aber die Wonne, die nicht leidet, ist Schlaf, und ohne Tod ist kein Sterben.
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Aber die Zeiten vergehn, es vernarben die Wunden, und arglos
Über die Stätten des Mords wandelt ein junges Geschlecht.
Geibel, 4. Elegie

Aber dieweil die Obrigkeit ihre Kinder auf Hoffart, Geld und Gut, neue Funde, Büberei und Wollust ziehen, drum ist keine Gnade da.
Paracelsus, Ex libro de magnificis et superbis

Aber doch!
i] Um auszudrücken, dass man unter Umständen seinen Entschluss ändern werde. Ich will mein Haus behalten, aber doch, wenn ich so und so viel dafür erhielte, würde ich's verkaufen.)
z] Es ist mir das mein lieb, mein Haus und Hofe, mein Garten, mein Pferd u.s.w., aber doch, wan einer so viel Golds brechte, ich liess mich bereden.

Aber du bist nicht rot geworden, sagte der Krebs zum Bischof, als er sich freute, dass er auch die Farbe gewechselt habe.

Aber du weißt, wie ich im Anschaun lebe; es sind mir tausend Lichter aufgegangen.
Goethe, an Merck, 5. Aug. 1778

Aber du wirst richten, heilige Natur! Denn, wenn sie nur bescheiden wären, diese Menschen, zum Gesetze sich nicht machten für die Besseren unter ihnen!, wenn sie nur nicht lästerten, was sie nicht sind, und möchten sie doch lästern, wenn sie nur das Göttliche nicht höhnten!
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Aber durch Anmut allein herrschet und herrsche das Weib.
Schiller, Macht des Weibes

Aber durchaus bedient er [Rabener] sich der direkten Ironie zu viel, dass er nämlich das Tadelnswürdige lobt und das Lobenswürdige tadelt, welches rednerische Mittel nur höchst selten angewendet werden sollte, denn auf die Dauer fällt es einsichtigen Menschen verdrießlich, die schwachen macht es irre und behagt freilich der großen Mittelklasse, welche, ohne besonderen Geistesaufwand, sich klüger dünken kann als andere.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7

Aber eben daran erkennt man den Meister, dass er zu höhern Zwecken mit Vorsatz einen Fehler begeht.
Goethe, Schriften zur Kunst - Relief von Phigalia

Aber eben deshalb, dünkt mich, macht die Exposition dem Dramatiker viel zu schaffen, weil man von ihm ein ewiges Fortschreiten fordert...
Goethe, An Schiller, 22.4.1797

Aber eben durch diese strenge Mäßigung in allem [in den chinesischen Romanen erkennbar] hat sich denn auch das chinesische Reich seit Jahrtausenden erhalten und wird dadurch ferner bestehen.
Goethe, Eckermann, 31.1.1827

Aber ein geistig Großer und ein geistig Gefürsteter kehrt ewig zum Gesetz zurück.
Jean Paul, Fragmente

Aber ein herrlich Teil auch ist's
Mit Würden alt sein und, geehrt
Von vielen, voriger Stürme gedenk,
Des Friedens Segnungen kosten.
Emanuel Geibel, Gesammelte Werke (1883), Die Ostsee

Aber ein jeder, der in der Ferne ein Land studieren will, er habe es früher nun selbst gesehen oder nicht, wird immer soviel Zeugen aufsuchen, als er nur kann.
Goethe, Schriften zur Kunst - Philipp Hackert - Nachträge - Vorerinnerung

Aber ein junger Mann darf sich nicht zu früh der Sinnenlust hingeben, worüber er alles andere vernachlässigen würde.
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Aber ein männermordender Held ist oft neuen Ideen gegenüber ein verächtlicher Feigling und ein richtiger fauler Hans, wenn man Denken von ihm verlangt. Sein Heldentum ist politisch verderblich oder nutzlos.
Shaw, Wegweiser für die intelligente Frau

Aber eine alte Gewohnheit legt sich so leicht nicht ab, und eine Richtung, die wir früh genommen, kann wohl einige Zeit abgelenkt, aber nie ganz unterbrochen werden.
Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten

Aber eine ganze Nation errötet niemals.
Kleist, an Adolphine von Werdeck, 28./29. Juli 1801

Aber eins bringt niemand mit auf die Welt, und doch ist es das, worauf alles ankommt, damit der Mensch nach allen Seiten zu ein Mensch sei [...] - Ehrfurcht!
Goethe, Lehrjahre II,1

Aber er war aus der Stille, der Dämmerung, der Dunkelheit, welche ganz allein die reinen Produktionen begünstigen kann...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,13

Aber es gibt auch jetzt - doch selten - gebildete Mädchen;
Andre, die gerne dafür gälten, auch ohn' es zu sein.
Ovid, Liebeskunst

Aber es gibt auch verschlossene Früchte, die erst die rechten kernhaften sind und die sich früher oder später zu einem schönen Leben entwickeln.
Goethe, Wahlverwandtschaften I, 3

Aber es gibt eine gewisse kalte, nachlässige Art, von seiner Tapferkeit und von seinem Unglücke zu sprechen - Die im Grunde doch auch geprahlt und geklagt ist.
Lessing, Minna von Barnhelm

Aber es ist das Schicksal aller Revolutionen, dass dies Bündnis verschiedner Klassen, das bis zu einem gewissen Grade immer die notwendige Voraussetzung jeder Revolution ist, nicht von langer Dauer sein kann. Kaum ist der Sieg über den gemeinsamen Feind errungen, da beginnen die Sieger sich in verschiedene Lager zu scheiden und die Waffen gegeneinander zukehren.
Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland

Aber es ist ein Zeichen der Zeit, dass die alte Heroennatur um Ehre betteln geht, und das lebendige Menschenherz, wie eine Waise, um einen Tropfen Liebe sich kümmert.
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Aber es ist notwendig, dass die Europäer erst einmal zusammenkommen, und wenn - was wir hoffen - sich genügend Europäer in Europa finden, d. h. Menschen, denen Europa nicht nur ein geographischer Begriff, sondern eine wichtige Herzenssache ist, so wollen wir versuchen, einen solchen Europäerbund zusammenzurufen.
Albert Einstein

Aber es ist nun einmal so: ob man in einen kleinen Teich fällt oder mitten ins große Meer - man schwimmt hier wie dort.'
'Jawohl.'
'Also schwimmen auch wir! Suchen wir uns aus der Frage herauszuretten! Vielleicht nimmt uns ein Delphin auf den Rücken, oder ein anderes Wunder errettet uns.
Platon, Staat, Sokrates zu Glaukon

Aber es ist schwierig, dass einer, der durch Gaben des Geistes ausgezeichnet ist, sich nicht überheben soll.
Martin Luther, Tischreden

Aber es ist unnütz,. über Unmögliches nachzudenken...
Petrarca, an Francesco Nelli in Florenz

Aber es ist wunderbar: wie sich der Mensch an ruhige Zustände gewöhnt und in denselben verharren mag, so gibt es auch eine Gewöhnung zum Unruhigen...
Goethe, Kampagne in Frankreich, November 1792

Aber es kommt oft vor, dass tugendlose, aber von sich selbst eingenommene Menschen andern tugendhaften ihre Fehler vorwerfen, weil ihnen selbst diese Tugenden fehlen.
Mahâbhârata

Aber es scheint so, dass wenn man sich des Unbegreiflichen in irgend einem Falle abtut und es nicht anerkennen will, man zur Genugtuung in eine andere unbegreifliche Vorstellungsart verfällt...
Goethe, Riemer, 24.7.1809

Aber fleischlich gesinnet sein, ist der Tod.
Römer 8, 6

Aber fordert nicht die Vernunft, dass jeder sein eigner Gesetzgeber sei? Nur seinen eigenen Gesetzen soll der Mensch gehorchen.
Novalis, Politische Aphorismen

Aber Frauen, die Teil einer Urfrau sind, kehren sich gar nicht an die Männer; die Tribaden entstehen aus diesem Geschlecht.
Platon, Das Gastmahl

Aber freilich tausend und tausend Gedanken steigen in mir auf und ab. Meine Seele ist wie ein ewiges Feuerwerk ohne Rast.
Goethe, An Charlotte v.Stein, 30.6.1780

Aber freilich wird durch theatralische Erfahrungen Glauben, Liebe und Hoffnung nicht vermehrt.
Goethe, An Schiller, 28.4.1801

Aber freilich, um eine große Persönlichkeit zu empfinden und zu ehren, muss man auch wiederum selber etwas sein. Alle, die dem Euripides das Erhabene abgesprochen, waren arme Heringe und einer solchen Erhebung nicht fähig, oder sie waren unverschämte Scharlatane, die durch Anmaßlichkeit in den Augen einer schwachen Welt mehr aus sich machen wollten, [...], als sie waren.
Goethe, Eckermann, 13.2.1831

Aber freilich, wenn wir Deutschen nicht aus dem engen Kreise unserer eigenen Umgebung hinausblicken, so kommen wir gar zu leicht in diesen pedantischen Dünkel. Ich sehe mich daher gern bei fremden Nationen um und rate jedem, es auch seinerseits zu tun.
Goethe, Eckermann, 31.1.1827

Aber freilich, wie viele bemühen sich der Früchte wegen um ihre Bäume, um den allerertragreichsten Besitz, dagegen, um die Freundschaft bekümmern sich die meisten nur lässig und ohne Lust.
Xenophon, Erinnerungen an Sokrates

Aber für manchen ist es ja so schwer, stets lustig und guter Dinge zu sein. Glücklich, wer es ist!
Weerth, an die Mutter, 22. 11. 1844

Aber fürchte die Schuld und mehr noch den Hochmut,
Der wie berauschender Wein rasch dir die Sinne verwirrt.
Geibel, Buch der Betrachtungen: Gnomen

Aber ganz abscheulich ists, auf dem Wege der Liebe
Schlangen zu fürchten und Gift unter den Rosen der Lust,
Wenn im schönsten Moment der hin sich gebenden Freude
Deinem sinkenden Haupt lispelnde Sorge sich naht.
Goethe, Römische Elegien XVIII

Aber gehen Sie einmal in unsere großen Städte, und es wird Ihnen anders zumute werden. Halten Sie einmal einen Umgang an der Seite eines zweiten hinkenden Teufels oder eines Arztes von ausgedehnter Praxis, und er wird Ihnen Geschichten zuflüstern, dass Sie über das Elend erschrecken und über die Gebrechen erstaunen, von denen die menschliche Natur heimgesucht ist und an denen die Gesellschaft leidet.
Goethe, Eckermann, 12.3.1828

Aber gehorchet auch ihr! Denn Rat zu hören ist besser.
Homer, Ilias, I, 272

Aber Glück hat auf die Dauer doch zumeist wohl nur der Tüchtige.
Helmuth Graf von Moltke, Über Strategie (1871)

Aber glücklicherweise kann man sich auch in jedem Stande sittlich bearbeiten und bilden.
Goethe, An Sabine Wolff, 1.9.1803

Aber Gott fügt es, wie er es für gut findet, und uns armen Sterblichen bleibt weiter nichts, als zu tragen und uns empor zu halten, so gut und so lange es gehen will.
Goethe, Eckermann, 15.6.1828

Aber Götter sollten nicht
Mit Menschen wie mit ihresgleichen wandeln:
Das sterbliche Geschlecht ist viel zu schwach,
In ungewohnter Höhe nicht zu schwindeln.
Goethe, Iphigenie A I Sz 3
Iphigenie Vs 315f

Aber gottgesandte Wechselwinde treiben
Seitwärts ihn der vorgesteckten Fahrt ab,
Und er scheint sich ihnen hinzugeben,
Strebet leise sie zu überlisten,
Treu dem Zweck auch auf dem schiefen Wege.
Goethe, Seefahrt

Aber hat hinten einen Schwanz.

Aber herrlicher war die Zeit, in der uns das Höchste,
Was der Mensch sich denkt, als nah und erreichbar gezeigt ward.
Da war jedem die Zunge gelöst, es sprachen die Greise,
Männer und Jünglinge laut voll hohen Sinns und Gefühles.
Goethe, Hermann und Dorothea 6. Gesang Vs 36f.

Aber hier wie überhaupt,
Kommt es anders als man glaubt.
Wilhelm Busch, Plisch und Plum

Aber höhere, geistigere Naturen fühlen es, dass mit der Verlobung noch nichts andres erreicht sei als die Gelegenheit für die Liebe, der Anfang, und dass die Liebe nur in unermüdlicher Tätigkeit, in gegenseitigem Werben Seele um Seele bestehen könne...
Storm, an Constanze Esmarch, 8. 5. 1846

Aber Hülfe schafft euch tätig wirkend
Selber, und vertilget alle Spuren
Meines Fußes, der gewaltig auftrat.
Goethe, Vorspiel zu Eröffnung des Weimarischen Theaters (Majestät)

Aber ich besorge, ich werde zuletzt den ahl bey dem schwantze nicht halten, so ringet und dringet er sich zu drehen.
Luther

Aber ich bin gewiß, dass gute, stille, leidende Menschen weit lieber im stillen Wohltaten annehmen, als sie hier mit prahlerischer Publizität zu empfangen.
Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 13. 9. 1800

Aber ich glaube, dass die Armen die Reichen hassen und dass die Reichen vor den Armen Angst haben.
Flaubert, an George Sand, 1871

Aber ich suchte auch den ganzen Stand [Schauspieler] in der äußeren Achtung zu heben, indem ich die besten und hoffnungsvollsten in meine Kreise zog und dadurch der Welt zeigte, dass ich sie eines geselligen Verkehrs mit mir wert achtete [...]. Schiller verfuhr in demselbigen Sinne wie ich. Er verkehrte mit Schauspielern und Schauspielerinnen sehr viel. Er war gleich mir bei allen Proben gegenwärtig, und nach jeder gelungenen Vorstellung von einem seiner Stücke pflegte er sie zu sich einzuladen und sich mit ihnen einen guten Tag zu machen.
Goethe, Eckermann, 22.3.1825

Aber ich werde der letzte nicht sein, den es bitter gereute,
Frauenrat befolget zu haben.
Goethe, Reineke Fucht 7. Gesang Vs 101

Aber ich will nächstens unter euch treten und fürchterliche Musterung halten.
Schiller, Räuber II, 3

Aber ihr Frauen habt Unrecht, wenn ihr immer Partei macht, ihr leset gewöhnlich ein Buch, um darin Nahrung für euer Herz zu finden, einen Helden, den ihr lieben könntet! So soll man aber eigentlich nicht lesen, und es kommt gar nicht darauf an, dass euch dieser oder jener Charakter gefalle, sondern dass euch das Buch gefalle.
Goethe, Eckermann, 3.10.1828

Aber ihr wisst nicht, dass auch Deutschland nicht mehr durch die alten Kniffe getäuscht werden kann, dass sogar die Deutschen gemerkt, wie der Nationalhaß nur ein Mittel ist, eine Nation durch die andere zu knechten...
Heine, Französische Zustände

Aber im Durchschnitt bestimmt die Erkenntnis des Menschen, von welcher Art sie auch sei, sein Tun und Lassen...
Goethe, Maximen und Reflexionen 542

Aber im gewöhnlichen Leben, das nun einmal eine Verkettung aller bedeutet, hat der Tierschutz das gleiche Recht wie alle anderen ethischen Bestrebungen, schon weil sich eine Teilethik, eine Sonderethik für nur eine Klasse von Geschöpfen mit dem Begriff der Ethik nicht vereinen lässt.
Manfred Kyber, Tierschutz und Kultur

Aber im höhem Sinne kommt doch alles darauf an, welchen Kreis das Genie sich bezeichnet, in welchem es wirken, was es für Elemente zusammenfaßt, aus denen es bilden will.
Goethe, Rameaus Neffe, Anmerkungen - Geschmack

Aber im Königreiche des Geizes bucht man Nichts als Schaden, solange nur das Geld heil bleibt.
Petrarca, an Francesco Nelli in Avignon

Aber im stillen Gemach entwirft bedeutende Zirkel
Sinnend der Weise, beschleicht forschend den schaffenden Geist.
Schiller, Der Spaziergang

Aber in den Wissenschaften ist die absoluteste Freiheit nötig: denn da wirkt man nicht für heut und morgen, sondern für undenklich vorschreitende Zeitenreihe.
Goethe, Wanderjahre III,14

Aber in der Länge, Carlos, man wird der Weiber gar bald satt...
Goethe, Clavigo A I, Clavigos Wohnung
Clavigo

Aber in einem jeden Kreise bedroht den jungen Menschen der Tagesgeist, und nichts ist nötiger, als früh genug ihm die Richtung bemerklich zu machen, wohin sein Wille zu steuern hat.
Goethe, Maximen und Reflexionen 481

Aber in einem Übermaße von Historie hört der Mensch wieder auf, und ohne jene Hülle des Unhistorischen würde er nie angefangen haben und anzufangen wagen. Wo finden sich Taten, die der Mensch zu tun vermöchte, ohne vorher in jene Dunstschicht des Unhistorischen eingegangen zu sein?
Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen

Aber in natürlich gut gearteten Menschen sind dem Alter Ruhe, Aufhören vom Zufall abhängiger Bestrebungen, Geduld, Freiheit von zu ängstlichen Sorgen eigen, und diese Vorzüge erhöhen und verschönern alles.
Karl Wilh. von Humboldt, Brief an eine Freundin, 3. September 1832

Aber ist nicht eben Schwierigkeiten zu heben das Lebensgeschäft des Staats- und Weltbürgers?
Goethe, Schriften zur Literatur - Vorschlag zur Einführung der deutschen Sprache in Polen

Aber je mehr Weide sie hatten, desto mehr fraßen sie sich satt;
Als sie sich sattgefressen hatten, wurden sie übermütig.
Hosea 13, 6

Aber jede Missgestalt des Geistes ist hässlicher als die des Leibes, weil sie einer höheren Gattung von Schönheit widerstreitet.
Baltasar Gracián y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Aber jeden Augenblick, den wir frei sind von militärischer Tätigkeit, vom Krieg, müssen wir ausnutzen, um zu lernen, und zwar von Anfang an.
Lenin, IV. Kongreß der Kommunistischen Internationale

Aber jeder Atom der Materie ist eine ebenso unendliche Welt als das ganze Universum; im kleinsten Teil tönt das ewige Wort der göttlichen Bejahung wieder.
Friedrich von Schelling, Ideen zu einer Philosophie der Natur

Aber jenen höhern Kunstsinn der Wollust, durch den die männliche Kraft erst zur Schönheit gebildet wird, lehrt nur die Liebe allein den Jüngling. Es ist Elektrizität des Gefühls, dabei aber im Innern ein stilles leises Rauschen, im Äußern eine gewisse klare Durchsichtigkeit...
F. Schlegel, Lucinde

Aber jener ist auch mir wert, der ruhige Bürger,
Der sein väterlich Erbe mit stillen Schritten umgehet
Und die Erde besorgt, so wie es die Stunden gebieten.
Goethe, Hermann und Dorothea 5. Gesang Vs 19 3

Aber kein Genuss ist vorübergehend: denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend...
Goethe, Lehrjahre V,10

Aber kein Kranker kann durch eines unempfindlichen Arztes grausames: es hat nicht viel zu sagen, mehr geängstigt werden, als ein Seelenkranker durch einen gefühllosen Freund.
Goethe, An E. W. Behrisch, 2.11.1767

Aber kein Übel gibt es, das langes Leben nicht mit sich brächte.
Petrarca, An Stefano Colonna den Alten in Rom

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