Weisheiten 2

A Gurg'l hab'n wier' Stief'lrehrn.
Obersterreich
i] Von einem, der im Trinken Ungewhnliches leistet, sagt man: Er hat eine Gurgel wie eine Stiefelrhre.

A gt Wort bringt a gte ntver.
Jdisch-deutsch
i] ntver = Antwort. Freundliches Entgegenkommen gewinnt die Herzen.

A gute Red find a guate Statt.

A Guter brauch' kein Klopp, a Schlachten helfen kein Klopp.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Klopp = Schlge

A gter Chasen, thur sich nit schmaden.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] thur = darf; schmaden = taufen lassen. Weil er vermge seiner Borniertheit nicht fhig ist, selbst einen der vielen Erwerbszweige, die dem Christen offen stehen, zu ergreifen.

A gter Esser is a schlechter Faster.
Jdisch-deutsch, Warschau

A Guter gehrt auf dem guten Ort.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Unter dem guten Ort ist der Kirchhof verstanden.

A gter Schlittweg is a gter Wugenweg, a gte Tochter is a gte Schnr, a schn Mdel is a schn Weibel.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Schnr = Schwiegertochter. Was von Natur gut ist, bleibt es auch unter allen Verhltnissen.

A guts Rhle got ber a guts Brhle.
Schwarzwald
i] Die Brhe oder Suppe ist das Leibessen in Schwaben; dennoch legt das Sprichwort der Ruhe, wenn auch nur einer kleinen, einen noch hhern Wert als der Suppe bei.

A G'vada is a G'vada.
Obersterreich
i] Eine uns nahestehende geachtete Person.
hdt] Ein Gevatter ist ein Gevatter.

A habernes Ross und an g'schmalzenen Mann, die zwoa reisst koa Teufl zam.
Oberbayern
i] Hafer macht das Pferd, Schmalzkost den Mann arbeitsfhig und stark.

A Hfelesgucker.
Nrnberg
i] In Obersterreich Hafarlgucka. Einer der gern in die Hfen oder Tpfe schaut. Von einem Manne, der sich um die kleinen huslichen Geschfte, die den Frauen zustehen, bekmmert und besonders viel in der Kche herumschnffelt.
fr] C'est Jocrisse qui mne les poules pisser.

A Handschrift ist fr Leben und Sterben guet.

A hat a sitzade Hose.
Obersterreich
i] Er bleibt gern lange hocken, wo er zum Sitzen kommt.

A hat alle Hnd viel zu tun, wie a Kater im Mrz.
Schlesien

A hat an Arsch wie die Brweiber.
i] Frauen, die in den Wald gehen, um Beeren zu sammeln, und die meist sehr dick gekleidet sind
la] Callipygi.

A hat an Fratze wie's Berliner Steinpflaster.
Schlesien
i] Von stark Pockennarbigen.

A hat an Gnadenspitzrig (weg-)gekriegt.
i] Eine Gunst, eine Gnadenbezeigung, oft aber ironisch. Wohl vom Einschenken hergenommen.

A hat an Tole.
Schlesien
i] Tole = Dohle. Er ist betrunken
z] Wenn a Abends aus 'm Kretschen kimmt un an Tole hot, limmelt er sich an e Gartentrle.

A hat Angst wi a ruthkppig Farkel.

A hat auch immer was zu braten.
i] Von denen, die andere mit ihren Angelegenheiten oft behelligen.

A hat aus manchem Backufen Brod gefressen.

A hat Bn' wie a Sjehbgl.
Lusdorf bei Bhmisch-Friedland
hdt] Seine Beine sind so krumm wie ein Sgebgel ist.

A hat dass kriebelt und wiebelt und starrt.
i] Von dem mit Insekten bevlkerten Habenichts.

A hat de Bibel im Kuppe bis auf de Bratel, de Klausuren hngen 'm schon zur Nase rs.
i] rs = heraus. Damit bezeichnet der Schlesier scherzweise die Bibelfesten.
ho] Die man is bijbelvast.
ho] Hij heeft den bijbel wel in den mond, maar niet in het hart.

A hat eine schlpfrige Gusche.
Schlesien
i] Gusche = Mundwerspan

A hat Geld wie Heu, nur nicht so lang.
i] Spott der Schlesier auf einen armen Prahlhans und Gernreich.

A hat gewiss Beschursch gemacht.
i] Beschurs so viel wie Betrug. In der Rothwlschen Grammatik: beschora machen - einen Vergleich stiften, jdsch peschore: Vergleich, und peschore machen = Streitende vergleichen)

A hat g'Heirat.
Bhmen-Friedland
i] So sagt man beim Kegelspiel, wenn der Knig zuerst, und von ihm geschlagen, ein zweiter Kegel fllt.

A hat hieren de Flhe furzen.

A hat mich derschrckt, doss mer de Putter ies fum Brudte gefallen.
hdt] Er hat mich erschreckt, dass mir die Butter vom Brot gefallen ist.

A hat schrecklich vl Feiertage nei gemacht.
Schlesien

A hat schrecklich vl Hsen ze woschen.
Schlesien

A hat schrecklich vl Igel ze birschten.
Schlesien

A hat sich a Arsch orntlich b'rennt.
sterreich-Schlesien
i] Sieht sich in seinen Hoffnungen getuscht, ist zu Schaden gekommen.

A hat sich ai a Bart g'schnita.
sterreich-Schlesien
i] Ist zu Schaden gekommen.

A hat sich ausgeheult wie a Hund.

hat sich eingepudert wie a gebieren Kindl.
Schlesien

A hat sie fingersdicke hinter a Ohren.
i] Nmlich die Mucken, die Schelmenstreiche.

A hat suffel hoiser versuffen und ies em doch ken Sporn im Halse stecken blieben.
i] suffel = so viel; hoiser = Huser; Sporn = Sparren

A hat wohl gen a Brt am Rcken, dass a sich nich biegen kann.
Schlesien
i] Brt = Brett

A hat wohl gen under a Hindern geschlafen, dass er su klug is.
Schlesien
i] Hindern = Hhnern. Zur Verspottung der Naseweisheit und Superklugheit.
z] N, n, der ht wul egen hoite unter a hnern geschloffen, doss a su klug is. Oder ht a vieleicht die Klugheit gor gefrassen?

A htte missen frer fschtn, wenn a mich htte betrgen wull'n.
Schlesien
hdt] Er htte frher aufstehen mssen, wenn er mich htte betrgen wollen.

A Haut habe wiera eichene Schinde.
Obersterreich
i] Eine sehr dicke Haut haben, wirklich und bildlich wie Eichenrinde.

A hebt nei wie Krst'l a d' Nutten.
Bhmisch-Friedland
i] Von krftigen Dreschern, im allgemeinen von starken Essern gebraucht.
hdt] Er haut ein wie Christoph in die Nattern.

A Heeler as eg beeder s a Steeler.
Amrum
hdt] Der Hehler ist nicht besser als der Stehler.
ndt] Di Hil'ler es ek beedter s die Stil'ler. Sylt

Hemm offen Balling un ns offen Zaun.
i] Um groe Drftigkeit zu schildern.
hdt] Ein Hemd auf dem Leibe und eins auf dem Zaune.

A Hemmel hing hat un an sith nen Thriad.
Nordfriesland
i] So sagten die alten Friesen bei Sonnenfinsternissen, die Schnitterinnen nahmen ihre Sichel und eilten heim.
hdt] Der Himmel hngt an einem seidenen Faden.

A Hetzebr.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Zu den polnischen Volksbelustigungen gehrt auch der Hetzebr, der durch seine plumpen Sprnge das Volk ergtzt, weshalb der obige Ausdruck von komischen Menschen und Dingen gebraucht wird.

A hiert hoite mit Hee-Littern.
i] hiert = hrt. Mit Heuleitern, die sehr weite Sprossen haben, also viel hindurchlassen.

A hiert nicht, a ht die Schnuppe.
i] hiert = hrt

A hoat an onschlgigen Kopp, wenn a de Treppe nunderfllt.

A hoat sich die Nase begossen.

A hoat's letzte Tpflein ausgekratzt.
Schlesien
i] Ist mit allen seinen zu erwartenden Erbschaften und Ausstnden fertig. Von jemandem, der zwar seine Haupterbschaften schon gemacht, aber noch eine geringere als Nachtrag in Aussicht hat; scherzhaft auch wohl von einer bedeutenden Erbschaft.

A hd a Hkle of mich.
sterreichisch-Schlesien
z] Darbee woar auch der Baaltzer, der hotte schun lange a heckel uf a Malcher.
fr] Avoir une dent de lait contre quelqu'un.

A hd a Rtktla g' fanga.
sterreich-Schlesien
i] Seine Nase ist infolge von Klte gertet.

A hd 'm goar vl of a Loada g'macht.
sterreich-Schlesien
i] Loada = Laden. Er hat sich viel zu Schulden kommen lassen.

A hd 'n Galle w 'n Pd'lmetze.
sterreich-Schlesien

A hod'n leb w ane Pauke.

A hod'n leb, w der Krmer a Db.

A hoht an scharfe Rieche.
Schlesien
i] Eigentlich einen scharfen Geruch, uneigentlich von solchen, die fein angelegte Plne merken und ihr Verhalten danach einrichten.

A Hbh as an lungh Sial.
Amrum
hdt] Die Hoffnung ist ein langes Seil.

A Hn as Bs bh san nj Njoksstl.
Amrum
hdt] Ein Hahn ist Meister auf seinem eigenen Misthaufen.

A horcht wie die Sau, wenn sei in's Wasser pullt.
Grunau bei Hirschberg
i] pullt = pinkelt

A hot (wieder) Christkindel gespielt.
i] In Trunkenheit oder Zorn seine Umgebung oder die Seinen misshandelt

A hot a Gewissen wie a Pimp-Steen.
i] Bimsstein, sehr pors, lsst viel durch.

A ht a Maul wie a Advokate.

A ht a Maul wie a Schlachtschwart.

A hot a Maul wiera Fratschlweib.
Obersterreich
i] Die wiener Fratschlweiber haben ihrer derben volksmigen Beredsamkeit halber einen weiten Ruf.

A hot a Maul wiera Schleifara.
Obersterreich
i] Ein Maul wie ein Schleifer, d.h. Ein bses Maul haben, zankschtig sein wie ein Schleifer.

A hot a Maul wiera Stdlthor.
Obersterreich
i] Wie ein Scheuntor; von jemandem, der einen unfrmlich groen Mund hat.

A ht a Rtktl g'fang'n.

A ht an eisgraua Kp.

A ht an sgroen Kop.

A hot an Flonscha Maul, 's kennda a Poar Schneider an Schuttscha druffe tanza.
i] Schuttscha = schottischer Tanz

A ht an Korb krikt.

A hot an Nase wie a vergulter Blitzobleiter.
Schlesien
i] vergulter = vergoldeter

A hot de Schnuppe, a hrt nicht.
i] Besonders wenn jemand etwas nicht hren will.

A hot gen Pappe am Maul.
i] Der undeutlich, unverstndlich Redende.
z] Er htte sollen reden lernen; so steht er, als htte er Pappe im Maule.

A hot gen wder woas uwa Kopp geschloan.

A hot em anne Rutte uff a Hingern gebunden.

A ht em rechten Wein eigeschankt.
Schlesien

A hot em traflich 's Maul verbrannt.

A hot ems (hat sich) Maul recht eyde (in die) falten geruckt.

A hot en Leib wie ane Pauke.

A hot en recht hinders Licht gefhrt.

A hot frwahr die Schnuppe nich.
la] A te sudor abest, saliva mucusque.

A hot gor anne dinschlige Nase.

A hot hieren die Mcken niesen.

A ht immer sei Maul vurnefr.
Schlesien

A ht immer viel Mauls, und wann's zum Treffen kimmt, so sitzta, als wr'n ins Maul gethoan.

A ht kne rchte Schnaide.
sterreich-Schlesien
i] Er will sich der Sache nicht unterziehen.

A hot Loise (Luse), dass krbelt.

A hot Loise su gruss wie a Wirtel.

A hot Loise, dass starrt.

A ht 'n schlemma Wert'l oag'schraubt.
Troppau
i] Er trgt mir etwas nach, hat einen stillen Groll auf mich.

A ht nich m enn Rk und enn Gt.
Schlesien

A hot Protzen wie a Br.
z] Ihr wisst, Blzer hot Protzen, wie a Br, und iss a rechter ganzer Karle.

A hot se finger(oder kribel-)dicke hinger a Ohren sitzen.

A hot sei Maul en allem Dr--.

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