Weisheiten 13


An der Spitze aller literarischen Bemühungen steht das Wort; man muss verstehen mit ihnen umzugehen. Man lerne den Umgang mit Worten.
Döblin, Glossen, Fragmente

An der Sprache erkennt man das Regime.

An der Stiefmutter Grabe weinen.
i] Von erheuchelten Tränen.

An der Stimme erkennt man Mensch und Vieh.

An der Stinkblume merken, dass es nicht nach Rosen riecht.
Russland

An der Stirn kann man sehen, wie einer beschaffen ist.
sp] No se mide el hombre que para la frente.

An der Stirn sieht man nicht das Hirn.

An der Stirn zu lesen ist des Menschen Wesen.
la] Frons animi janua.

An der Straße steht ein Haus, da mancher macht ein Tadel draus; wenn jeder dächte nur an sich, so gäb' es keine Feinde nich.

An der Suppe großer Herrn soll man sich den Mund nicht verbrennen.

An der Tafel kommt zuerst der Abt, dann der Küchenmeister und dann ich, sagte der Hofnarr, der Herrgott isst bei uns mit den Armen.

An der Tafel muss man nicht vom Tode reden.
i] Man soll nichts sprechen, was den Umständen, dem Orte, der Zeit oder den anwesenden Personen nicht angemessen ist.
it] Non ragionar (ricordar) de'(i) morti a tavola.

An der Tafel wird man nicht älter.
it] A tavola non s' invecchia.

An der Tanne kann kein Äpfelchen wachsen.

An der Tat liegt die meiste Macht.

An der Theologie und an Stockfischen ist die Tunke das Beste.

An der Tugend Blüte denken, macht alle Seufzer kränken.

An der Tür des Paradieses steht geschrieben: Nie in ihrem Leben hat eine Schwiegermutter ihre Schwiegertochter lieb gehabt.

An der Tür des vollen Gewölbes drängen sich Freunde und Verwandte, aber die kalte Küche ist leer.

An der Tür sollt es geschrieben stan, Hurenleben ist zum tot ein ban.
la] Scribatur portis, meretrix est ianua mortis.

An der Versachlichung des Menschen und seiner Lebensführung arbeiten, heisst demnach, dem Aufstieg der Kultur den Weg bereiten. Vorausgesetzt, dass die schöpferische Ursprünglichkeit des persönlichen Lebens dabei nicht Schaden nimmt.
J. M. Verwegen, Der Edelmensch

An der Wahrheit sein.
i] Auf der Erde vollendet haben.

An der Warte und am Bauen liegt mehr als am Kosten.

An der Weiber Zähren, an der Bauern Geren und der Spieler Schwören soll sich niemand kehren.
fr] Femme rit quand elle peut et pleure quand elle vent.
fr] Femme se plaint femme se malade femme se deult quand elle veut.
it] Due sorte di lagrime negli occhi delle donne una di dolore, altra d'inghanni.
it] Le donne sono simile al coccodrille: per prendere l'uomo piangane e presso lo divoranno.
la] Foemina dum plorat, dum rusticus ebrius orat, dum lusor jurat nihil haec devotio durat.

An der Welt ist alle Straff verloren.

An der Welt ist Tauf und Krisam verloren.
Luther

An der Wende der Zeiten sind die Denkenden eine Saat, über das Feld gestreut.
Heinrich Mann, Ein Zeitalter wird besichtigt

An der westlichen Küste von Afrika gebrauchen sie [die Engländer] die Neger selbst in ihren großen Besitzungen, und es ist gegen ihr Interesse, dass man sie dort ausführe. In Amerika haben sie selbst große Negerkolonien angelegt, die sehr produktiv sind und jährlich einen großen Ertrag an Schwarzen liefern. Mit diesen versehen sie die nordamerikanischen Bedürfnisse, und indem sie auf solche Weise einen höchst einträglichen Handel treiben, wäre die Einfuhr von außen ihrem merkantilischen Interesse sehr im Wege, und sie predigen daher, nicht ohne Objekt, gegen den inhumanen Handel.
Goethe, Eckermann, 1.9.1829

An der Zunge des Bewerbes hüpft der Name des Geliebten.

An der Zunge erkennt man den Kopf (Menschen).

An derselben Klippe scheitern.
i] Auch: An dieselbe Klippe stossen, d.h. in Ausführung eines Planes durch etwas gehemmt werden, was schon andern bei Verfolgung derselben Absicht ein Hindernis gewesen ist.
la] Haerere in eisdem scopulis. Offendere in eundem scopulum.

An derselben Sucht krank liegen.

An des anderen Vorteil denken, wird zum eigenen werden.
China

An des Armen Barte lernt der Junge scheren.
var] An armer Leute Bart lernt der Junge scheren.

An des Herren Sohlen hangt der beste Mist.
ho] Aan de voetzolen des meesters hangt de beste mest.

An des menschen stirn kan man sein frommkeit nicht spürn.

An des Nachbarn Fall soll man sich spiegeln.

An des Narren Barte lernt das Messer scheren.
it] A la barba de' pazzi il barbier impara a radere.
la] A barba stulti discit tonsor.
la] Audax in barba stulti novacula.
pt] Na barba do nescio aprendem todos a rapar.
sp] A barba de necio aprenden todos á rapar.

An des Pfarrers Rockschößen klettert der Teufel in den Glockenstuhl.
Spanien

An des Schläfrigen Angel beisst ja kein Fisch.
Estland

An des Schwätzers Kopfe ist nicht viel Gutes zu sehen.
Surinam
en] He tat is a blab is a scab.
ho] Laat geene klappers in uw huis wonen, want zij draagen veel in en uit.

An des Täters Kopf hängt die Tat den Zopf.

An des Tauben Tor muss man stark klopfen.

An des Tigers Grabe hört man kein Wehklagen der Antilopen.
Abessinien (Um den Gedanken auszudrücken, dass der Tod eines Tyrannen von dem Tyrannisierten nicht beklagt wird)

An des Todes Seil kommen.

An des Waisen Kopf lernt der Barbier zu rasieren.

An des Wartenden Angel beisst der Fisch.
Estland

An Deutschlands baldiger 1heit,
Da 2fle ich noch sehr.
Adolf Glaßbrenner, Eingabe an seine Majestät den König (1847)

An di is kên Haar gôds.
Altmark
hdt] An der ist kein gutes Haar.

An di sint caelumque regant, ne quaere doceri:
cum sis mortalis, quae sunt mortalia, cura.
Disticha Catonis
dt] Begehr nicht zu erfahren, ob es Götter gibt und sie im Himmel herrschen: Du bist ein Mensch, kümmere dich um das Menschliche.

An dickes Drutscherl.
Oberösterreich
i] Eine dicke weibliche Person mit plumpen Körperbewegungen.

An die Anständigkeit muss man den Weibern tippen - dann kriegt man sie.
Hans Rehfisch, Oberst Chabert, III, Boucard

An die ärgere Hand fallen.

An die Armee, meine Herren, rühren Sie nicht! Da sage ich ihnen auch nicht bloß meine Meinung, sondern die Meinung der Majorität der Nation; da hört die Gemütlichkeit auf.
Otto von Bismarck im Reichstage (14. Juni 1882)

An die Arznei glauben, macht sie wirksam.
Tamil, Indien

An die Berge scheint die Sonne zuerst.

An die Diern drängen s' sik an as die ollen Wiewer an'n Fischwågen.
ndt] An das Mädchen drängen sie sich ran, wie die alten Weiber an den Fischwagen.

An die Dinge glauben heisst: etwas bestehen lassen nach dem eigenen Tode, und im Leben die Befriedigung haben, in Berührung zu kommen mit dem, was noch nach uns bestehen wird.
Cesare Pavese

An die dumme Stirne gehört als Argument von Rechts wegen die geballte Faust.
Nietzsche, Menschliches Allzumenschliches

An die falsche Adresse geraten.
i] Nicht den Richtigen treffen.
en] To come to the wrong address (o. shop, house). - To mistkae your man. - To knock at the wrong door. - To bark u the wrong tree (coll)
fr] Se tromper d'adresse.
it] Capitar male.

An die Fersen gewachsen sein.
i] Er war seiner Mutter an die Fersen gewachsen.

An die Flabben schlagen.
i] Backen, Wangen, flabben, auch flappen = mit Schall küssen, auch unmässig küssen, schmatzen.

An die Geschichte verweise ich euch, forscht in ihrem belehrenden Zusammenhang nach ähnlichen Zeitpunkten und lernt den Zauberstab der Analogie gebrauchen.
Novalis, Die Christenheit oder Europa

An die graue Hûr (Haren) derkennt män die Juhr.
Jüdisch-deutsch, Warschau

An die guten Tage soll man denken und die bösen überwinden.
en] Think of ease, but work on.

An die Heiligen zu denken heisst gewissermaßen, sie zu schauen.
Bernhard von Clairvaux, Fünfte Ansprache auf das Fest Allerheiligen

An die Hütte des Hirten pocht der Hunger nicht.
Spanien

An die Künstler: Engagement ist kein Zeitvertrag!
Alexander Eilers

An die letzte Wohltat erinnert man sich am besten.
England

An die Löwenhaut einen Fachsbalg nähen.

An die niedrige Mauer lehnen sich alle.
Italien

An die Person gebundener (d.h. nicht vererbbarer) Klageanspruch
la] actio personalis [RSpW]

An die Schlange beiß' ich nicht an, sagte der Bub' zum Pastor; da sollte er in der Kinderlehre den Sündenfall erzählen.

An die Spitze der zum Hörnertragen besonders veranlagten Scharen stellen wir jene Bankiers, die fortwährend mit Millionen arbeiten, deren Kopf dermaßen mit Berechnungen angefüllt ist, dass schließlich die Zahlen die Hirnschale durchdringen und sich in Additionsreihen über ihrer Stirn erheben.
Honoré de Balzac, Die Physiologie der Ehe

An die stangen kommen.
i] In Streit, in Kampf mit jemandem geraten.

An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.
Marx/Engels, Manifest der Kommunistischen Partei

An die Stelle der eigenen Vernunft tritt die Majorität.
la] Stat pro ratione numerus!
Bismarck, im deutschen Reichstag, 12. 6. 1882; 24.1.1887

An die tote Hand kommen.
i] Von einem geistlichen Stifte erworben werden.

An die unrechte Tür anklopfen (anbossen).

An die Wahrheit der geistigen Welt glauben: das ist Religion.
Ranke, Tagebuchblätter

An die Wegscheide kommen.

An die Zuschauer (gerichtet)
i] von der Bühne aus unmittelbar ans Publikum
la] ad spectatores

An Diem der Iésel (Esel) behôrt, begrôt hier auch.

An diesem Augenblicke hängt die Welt!
Schiller, Wallensteins Tod (1799), V, 9 Gordon

An diesem Bangen, an diesem Verwelken der Sinne,
an dieser Grabessehnsucht fühl' ich es,
dass mir nicht fern das Ende der Tage!
Grillparzer, Die Argonauten II

An diesem Ende des Marktes erzählte er eine Lüge, am anderen Ende glaubte er sie selbst.
Türkei

An diesem Feste wird nicht anders getanzt.
i] Wenn man zwar etwas im allgemeinen als unziemlich betrachtet, aber zugibt, dass es an einem gegebenen Orte, bei einer bestimmten Gelegenheit nicht zu vermeiden sei, z.B. wenn man im Bade sich entkleidet, in einer Gesellschaft Trunkener etwas übers rechte Maß mitgeht, unter Weibern den männlichen Ernst fahren lässt u.s.w. Entlehnt von den Festen, an denen bestimmte Gebräuche üblich und schwer zu ändern sind. Wenn Kirmes ist, hörte ich einen schlesischen Bauer sagen, so ist Kirmes. Und einen anderen: 'S wird fortgesoffen, 's ist Kirmes.

An diesem Herzen endet meine Irrfahrt.
Schiller, Die Jungfrau von Orleans, III, 3 (Burgund)

An diesem Menschen ist nicht sein Äußeres, sondern sein Inneres hinzugelogen: er will durchaus nicht Schein und Oberfläche scheinen, was er doch ist.
Nietzsche, Nachlaß (Unschuld des Werdens)

An diesem Seil muss man nicht ziehen.
i] Muss sich an der Sache nicht beteiligen, nicht daran mit arbeiten.

An diesem Strick hängt unser Glück, sagte der Schulze, da hing er das Bild des Landrats aus dem Fenster.

An diesem Strick muss man nicht ziehen.
ho] Gij moet aan dat touwtje niet trekken.

An diesem Tische hat kein Afterredner Statt.
i] Augustus hatte über seinen Speisetisch geschrieben: Quisquis amat dictis absentum rodere famam, hanc mensam vetitam noverit esse sibi.
la] Absint offensae, cum fit celebratio mensae.

An dieser Stelle
la] hoc loco
Cicero, In Verrem

An d'r Nase 'rumführa.
i] Hinhalten, zum Besten haben.

An drei Dinge soll sich niemand kehren: an der Krämer Schwören, an der Hunde Hinken, an der Huren Winken.

An drei Dinge soll sich niemand kehren: an der Spieler Schwören, an der Bauern Geren und an der Weiber Zähren.

An drei Dingen erkennt man den Fürsten: bei Haltung gegebener Zusagen, reiner Straße und guter Münze.

An drei Dingen erkennt man den Sohn Abrahams: Gerechtigkeit im Herzen, Bescheidenheit des Geistes und Mäßigung in seinen Wünschen.
Hebräisch

An drei Dingen erkennt man den Weisen: Schweigen, wenn Narren reden, denken, wenn andere glauben, und handeln, wenn Faule träumen.
fr] Cinq propriétés caractérisent le sage: Ne pas interrompre celui qui parle, écouter et réfléchir, ne faire de questions que celles qui mènent à un but, répondre à propos et par ordre, le sot fait tout le contraire.

An drei Dingen erkennt man des Menschen Sinn in der Welt: im Trunk, im Zorn und am - Geld.
fr] Trois choses font connaître l'homme: la bouteille, la bourse et la colère.

An drei Dingen erkennt man, ob jemand verheiratet ist oder nicht: wenn seine Haare aus dem Hute, seine Ellenbogen aus dem Ärmel und seine Zehen aus den Strümpfen hervorsehen.

An drei Dingen fehlt es noch immer in der Welt: an Münze, Holz und guten Freunden.

An drei Dingen ist immer etwas zu flicken: an einer Mühl', einer Uhr und eines Weibes Tücken.

An drei Dingen ist in Westfalen nicht Not: an dünnem Bier, langen Meilen und grobem Brot.

An drei Dingen kan Mancher den Tod erwischen: an Kalb, junge Hünle und rohen Fischen.
la] Vitalus, pulli et pisces condi mortem multis pariunt.

An drei Dingen kann man erkennen, ob einer klug ist: wenn er seinen Zorn mäßigen, sein Haus wohl regieren und einen guten Brief stellen kann.
z] Das erste betrifft seine Begierden, das andere sein Leben und Wandel, das dritte sein Verstand.

An drei Dingen wird erkennt ein schlechtes Regiment: wenn der Zehrstand blüht, der Nährstand flieht (auswandert) und der Lehrstand vervieht (verdummt).

An drei Orten erweist man sich keine Ehre: im Gefängnis, im Klosett und im Schwitzbad.
Jiddisch

An drei Schöffen nimmt der König die Wahrheit.
[RSpW]
i] Zur Schöpfung des Urteils waren drei Schöffen erforderlich.
bm] Konsel jest krále úředník. - Konsel jest obecného dobrého sluzebníkem.
ho] Die waerheyt sol hij (de conick) nemen an drie Schepenen.

An drei Stücken mangelt es den Menschen: am Anfang, Mittel und Ende.

An dreien ist kein Segen: an dem, der alles kauft, an dem, der sich immer nur auf die Verdienste seiner Eltern (Ahnen) stützt, und an dem, der den Erlöser bringen möchte.
i] Der erste ist arm oder verarmt bald, der andere hat kein eigenes Verdienst und der dritte befindet sich in schlechten Umständen.

An dreierlei Leuten ist kein Mangel: an Priestern, Juden und Huren.

An dreyen Dingen wird es der Welt noch vor dem Jüngstentag mangeln: an Holz, an guter Münz und an guten Freunden.

An dronken Wüüf as an Engel uu-nt Bâd.
Amrum
hdt] Ein trunken Weib ist ein Engel im Bette.

An dummen Leuten fehlt's nicht.
fr] Plus de gens bestes que d'asne chrestien.

An dummen Leuten sind Rüben und Sack verloren.

An Dunckel (Dünkel) bind man kein Pferdt.

An dünnen, unmerkbaren Seilen hängen oft fürchterliche Gewichte.
Friedrich Schiller

An e Sod is kân Broche.
hdt] An einem Geheimnis ist kein Segen (berächah).
i] Als Bemerkung, wenn man sieht, dass einer dem andern was in die Ohren raunt.

An eben diese Betrachtung [über Goethes gegenständliches Denken] schließt sich die vieljährige Richtung meines Geistes gegen die Französische Revolution unmittelbar an, und es erklärt sich die grenzenlose Bemühung, dieses schrecklichste aller Ereignisse in seinen Ursachen und Folgen dichterisch zu gewältigen.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort

An ego totiens de eadem re audiam?
Terentius, Adelphoe
dt] Soll ich mir ständig dasselbe anhören?

An Ehren ab, an Schanden auf, das ist der Welt Lauf.

An Ei is en Gräul und en groß Geschrei um en Brei (Bereitung, Gericht).
Sauerland

An Eigen ist die rechte Leibzucht der Frauen.
[RSpW]
i] Leibzucht (Leibgedinge, Wittum) ist das dingliche Nutzungsrecht, das der Mann vor oder nach Eingehung der Ehe für den Leib, d.i. für das Leben der Frau gerichtlich an seinen Liegenschaften, also an wahrem Eigen und nicht an Fahrhabe bestellte, um das Bestehen derselben im etwaigen Witwenstande zu sichern. Dies Nutzungsrecht erlosch mit dem Tode der Frau.

An eigenen Gedanken und gespanntem Tuche gehet viel abe.
Luther in der Auslegung des 7. Kap. Johannis
la] Cogitationes saepissime fallunt.

An Eigennutz und Tand wird der Mensch erkannt.
ho] Eigenbaat is de toetssteen der menschen.

An eim fluss ein prunnen graben.

An eim schwartzen Kessel reibt sich niemand weiß.

An ein faules (stinkend) Fass legt man keinen silbernen (kostbaren) Reif.

An ein schlechtes Buch macht man keine silbernen Klausuren.

An ein schön Spiel denkt man gern.
fr] A beau jeu, beau retour.

An ein stumpfes Messer braucht man keine goldene Klinge zu setzen. Soll am Messer eins von Blei sein, dann lieber der Griff als die Schneide.
Russland

An ein ungeschauts Tuch schlägt man kein Blei.

An eine alte Sünde darf man sich nicht erinnern.
Estland

An eine böse sache soll man einen trunck Wein gießen.
z] Mit dem Gegenteil einen Trunk tun, so wird sie vertragen.

An eine Hure gepicht sein.
z] Wir Deutschen reden, wer an eine Hur gepicht ist, der' u.s.w.

An eine reine Quelle soll man mit reinem Eimer gehen.
Russland

An eine schwache (schwankende) Wand muss man sich nicht lehnen.
dä] Ondt er at støtte sig til ludende væg.
ho] Tegen eenen zwacken muur zal men niet leunen.

An eine schwankende Wand muss man sich nicht lehnen.

An eine Wand, so den Fall droht, pisst kein Hund.

An einem Aalschwanz bleibt keine Klette hangen.

An einem Abend kann man nicht zwei Räusche haben.

An einem Abend verduftet, was den Sommer über erschuftet.

An einem alten buhler will jedermann ein Narren haben.

An einem alten Haus hat man immerdar (o. immer was) zu flicken.
en] An old sack asked much patching.

An einem alten Knochen nagt selbst ein Hund nicht mehr.

An einem Alten und einem Buben ist jede Wohltat verschwendet.

An einem andern kann man leicht sehen, was man Lust zu tadeln hat.

An einem Bein nagen muss man nicht mehr.

An einem braven Herzen prallt das Unglück ab.
Spanien

An einem Christen stirbt nichts, nur sein Creutz und elend.

An einem Diamantenkoller hat sich schon mancher Frauen Tugend erhängt.

An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter.
Konfuzius

An einem einzigen geistvollen Menschen kann der Umgang genug haben: ist aber nichts als die gewöhnliche Sorte zu finden, so ist es gut, von dieser recht viele zu haben, damit durch die Mannigfaltigkeit und das Zusammenwirken etwas herauskomme, und der Himmel schenke ihm dazu Geduld.
Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit, Paränesen und Maximen

An einem Esel hast du einen Sohn, an einem Schwiegersohn hast du nur einen Esel.
Kurdistan

An einem Fenster klebt ein festter Mann.
Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen.
Ein grauer Clown zieht sich die Stiefl an.
Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.
Alfred Lichtenstein, Die Dämmerung

An einem Feste muss man keine Perlen verlieren.
Arabien (Denn man wird sie nicht wieder bekommen, weil an diesem Tage das Gesindel obenauf ist)
fr] Aux bonnes fètes les bons coups.

An einem Filzhut Schnüre tragen.
i] Um allzu große Vorsicht zu charakterisieren.

An einem Gaste und einem Weibe hat man nach drei Tagen genug.

An einem Geheimnis ist kein Segen.
Jüdisch-deutsch] An e Sod is kaan Brooche.

An einem gehenden Mühlrade gibt's keine Spinnweben.
ho] Daar wast geen spinrag aan een' draaijenden molenkam.

An einem Geschlagenen will (ein) jeder zum Ritter werden.
la] Cadente quercu quilibet signa tecat.

An einem Geschlagenen will jeder zum Ritter werden.

An einem Gliede kalendern.
i] Von denen, welchen alte Schäden den Wetterwechsel melden.

An einem goldenen Stricke führt der Hase den Löwen.

An einem großen schalk verwandelt sich selten der alte Balg.
la] Homines extremae malitiae nunquam aut raro fiunt meliores.

An einem Haar zieht man mich hin, wo ich gern bin.

An einem Halm wachsen ja nicht zwei Ähren.
Estland

An einem Handwerk trägt man nicht schwer.
bm] Remeslo plece netízí, a s ním blaze.
dä] Godt haandverk er en god tære-penge som let bæres.

An einem Helden ist alles verzeihlich, nur nicht die Schwäche.
Jakob Boßhart, Bausteine zu Leben und Zeit

An einem Jesuiten bricht man kein Gesetz und an einem Fuchse keine Wildbahn.

An einem jungen Weibe frisst ein alter Mann einen sanften Tod.

An einem Karren mit jemandem ziehen.
i] Mit jemand gleiches Interesse haben oder gleiches Schicksal dulden müssen.
la] Idem jugum trahere.

An einem kleinen Splitter kann ein großer Mann ersticken.
en] A mote may choke a man.

An einem Kopf, der schlecht geschoren, ist die Ehr' verloren.

An einem Leben ist ohnedem weiter nichts, nach meiner realistischen Vorstellungsart, als das Detail, besonders nun gar bei einem Particulier, wo keine Resultate zu denken sind, deren Weite und Breite uns allenfalls imponieren könnten, und bei einem Künstler, dessen Werke, die bleibenden Wirkungen seines Daseins, nicht vor unsern Augen stehn.
Goethe, An Schiller, 4.2.1796

An einem Mädchen und einem Weinstock sieht man nichts, bis sie den Rock hochziehen.

An einem Mann fehlt's keiner schönen Maid, wie an Prozessen guten Advokaten zu keiner Zeit.

An einem Mann wird hochgepreist, wenn ehr und tugend er beweist.

An einem Menschen liegt so viel als am andern. Ein jeglicher hat sein besondere Gab, Kunst, Weisheit, Gerechtigkeit.
Paracelsus, De ordine doni

An einem morschen Seil darf man nicht zu stark ziehen.

An einem nackten Schaf ist nischte abzuscharen.

An einem Nagel hängt sehr viel.

An einem närrischen Weibe soll sich keiner reiben.
fr] A femme sotte nul ne s'y frotte.

An einem nassen Sack kann man sich nicht trocknen.

An einem Nestore ist mehr gelegen, denn an zehn Ajacen.
i] Weisheit geht über Stärke.

An einem neuen Sacke bleibt das Mehl hängen.
ho] Aan nieuwe zakken blijft het meel hangen.

An einem offenen Paradiesgärtchen geht der Mensch gleichgültig vorbei und wird erst traurig, wenn es verschlossen ist.
Gottfried Keller, Das Sinngedicht

An einem Ort ich gern bin, da zög man mich mit einem Härlein hin.
la] Quando libens graditur crine vir attrahitur.

An einem Ort zu bleiben heißt, sich durch seine Nachbarn schützen. Bantu

An einem Ort zu bleiben heisst, sich durch seine Nachbarn schützen.
Bantu

An einem Ort, wo ich gerne bin, zieht man mich an einem Härlein hin.

An einem Pfennig sieht man wie ein Gulden gemünzt (geschlagen) ist.
ho] Aan een' penning ziet men, hoe een gulden gemunt is.

An einem Rade, das sich dreht, wächst kein Moos.
ho] Daar wast geen mos aan een' draaijenden molenkam.

An einem reichen Mädchen sieht man den Buckel nicht.

An einem Rocken mit jemandem spinnen.

An einem rotzigen Buben und einem lausigen Heinsel (= Fohlen) soll man nicht verzweifeln.
Franken

An einem runden Tische ist jeder Platz der erste.
en] At a round table there's no dispute of place.
fr] Ronde table ôte le debat.
it] A tavola ronda non si contende del luoco.

An einem rußigen Kessel kann man sich nicht sauber reiben.

An einem rußigen Kessel macht man sich schwarz.
Franken

An einem Sack guten Korns soll man, wenn man ihn aus der Mühle zurück empfängt, nicht mehr Mangel spüren, als wenn man mit einer Rute ins Wasser schlägt.
[RSpW]
i] Damit wurde im alten deutschen Recht ausgedrückt, dass der Müller seine Mahlgäste nicht übervorteilen solle.

An einem schlechten Wochentage davongehen.
Schlesien

An einem schmutzigen Lumpen kann man sich nicht sauberwischen.

An einem schmutzigen Sack (o. Lumpen) kann man sich nicht sauberwaschen (o. -wischen).

An einem Schneeball saugen.
ho] Hij zuigt aan een' sneeuwbal.

An einem schönen Singvogel findet man ja nicht immer ein schönes Kleid.
Estland

An einem schönen Tage muss man nicht ohne Mantel (Schirm u.s.w.) ausgehen.
i] Vorsorge ist nützlich.
sp] El dia de calor, ese te arropa mejor.

An einem schönen Tage muss man nicht ohne Mantel ausgehen. (Vorsorge ist nützlich)

An einem schwachen (morschen) Seile muss man gelinde (nicht zu stark) ziehen.
z] Mit eim seil das bös ist und schwach, soll man ziehen allgemach.
mhd] Mit kranken seilen sal men lyslik trecken.
la] Funibus utendam parce qui robore cassi.
dä] Man kan ei drage haard med brudet reb.
ho] Aan een krank zeel zal men zachkens trekken. - Mit enen cranken repe sal men liselic trecken.
la] Paulatim trahere non forti consule reste.

An einem schwachen Stricke darf man nicht stark ziehen.
ho] Aan een kwaden reep moet men zachtjes trekken.

An einem schwarzen Rocke sieht man die kleinste Faser.
i] Eine Nachlässigkeit des Hirten verdirbt die ganze Herde. Der geringste Fehler im geistlichen Stande gebiert die unverzeihlichsten Sünden im bürgerlichen.

An einem Seil miteinander ziehen.
i] Entweder sein Mitschuldiger oder mit ihm eines Sinnes sein, ein gemeinschaftliches Geschäft mit ihm besorgen, ein Schicksal mit ihm tragen.

An einem sommerlangen Tage kann man viel sagen.

An einem starken Baume ist gut anhalten.
fr] Il faut se tenir au gros de l'arbre.
ho] Men moet zich altijd vasthouden aan het dikste van den boom.

An einem Stocke, dar Hummeln in seyn, soll man nicht klopfen.
z] Denn sie fliegen gern aus und stechen.

An einem Strang mit jemandem ziehen.
i] Mit ihm einig sein oder gemeinschaftlich mit ihm ertragen, bekämpfen, betreiben.

An einem Toren ist immer Hopfen und Malz verloren.
it] Si perde molto per esser stolta.

An einem toten Adler rupft jede Krähe.

An einem Toten muss man ein Schwert nicht versuchen.
i] Abwesende und Tote nicht in verleumderischer Weise angreifen.
bm] Meče na mrtvém nezkousej.

An einem unsaubern Troge stirbt kein Schwein.

An einem vertrunkenen Kalb ist viel zu wagen.
ndt] 'N verdrunken Kalf is sagd to wagen.
Ostfriesland

An einem vorgeworfenen Bissen ist noch niemand erstickt.
i] In Bezug auf vorgeworfene Wohltaten.

An einem Weib und einer Mühl ist jmmer zu bessern und zu flicken.

An einem Weibe kann sich der Mann keine Ehre erschlagen.
ho] Men kan geene eer aan een wijf slaan.

An einem Weibe, einer Mühle und einem alten Hause ist immer etwas zu verbessern.

An einem weichen Ei kann man neun oder achtzehen Schanden begehen.
z] Das alt sprichwort sach: neun schand man ob eyen Ay entpfach.
z] Man sagt im Sprichwort, dass neun schanden an einem weichen Ey zu begehen seyen .... Da sich einer beschmieret, mehr als einen Streich auffs Ey thut, vom Brodt beisset, die Schale zubricht, oder aus dem Ey trincket, zweimal saltzet, und was dess Dinges der Höflichkeit mehr ist.
z] Dass er fürhin nicht Brodt und Bisslein schneid, das Ey nicht am rechten Ort auffschläget, vmbrühret, reyn aussisset, nit recht wider die schalen vor sich legt.

An einem weißen Kleide sieht man die Flecken zuerst (o. am leichtesten).
ho] Het witste kleed is 't eerst besmet.

An einem Wolf bricht man keine Wildbahn.
[RSpW]
i] Wer einen Wolf schießt, der wird nicht als Jagdfrevler bestraft.

An einem wüsten Kessel kann man sich nicht sauber machen (weiß reiben).
i] Wüsten von Wust = Unflat.

An einem zerrissenen Sacke und einer alten Scheune hat man immer zu flicken.
ho] Een versleten zak en een oude schoen behoeven veel gelapt te worden.

An einem zum Ritter und Meister werden wollen.
z] An einem zum Ritter werden.

An einem Zwerge die Größe des Riesen messen.

An einen (keinen) Stock kommen.
z] Heirate die P., du gehst mit ihr an kan Stock an, d.h. du machst mit ihr eine gute Partie.

An einen dampfenden Topf wagt sich keine Fliege.
sp] A olla que hierve, ninguna mosca se atreve.

An einen faulen Pfahl kann man sich nicht halten (lehnen).
ho] Men kan zich aan geen' vuilen paal doen wrijven.

An einen geschickten Spieler gewöhnen sich gute Karten.

An einen groben Sack gehört ein grobes Bändel.
la] Malo nodo malus quaerendus est cuneus.

An einen gütigen Menschen wird man sich stets gern erinnern.

An einen hohen Baum kann der Wind leicht heran.

An einen nassen Sack kann man sich nicht trocknen.

An einen Platz gebunden sein.
ho] Aan eene plaats gebonden zijn.

An einen sauern Apfelbaum gebunden sein.
i] An einen widerwärtigen Mann verheiratet sein.
en] To be tied to the sour apple-tree.
it] Se ha mangiato le candele, ora coga gli stoppini.

An einen solchen Fuß gehört kein anderer Schuh.

An einer anderen Aychen (Eiche) anklopfen müssen.
z] Denn wan sie - jre Gugel nicht hette ausgezogen, und Gukkutzer worden wären, so müsste N. an einer anderen Aychen anklopfen.

An einer Arzneidosis für alle gehen auch die Kranken zugrunde.

An einer bösen Schuld soll man geschnitten Stroh an Bezahlung nehmen.

An einer Frau und an einer Mühle gibt es immer etwas zu flicken.
en] He that has wife and children, wants no business.
fr] A une femme et à une vieille maison, il y a toujours à refaire.
fr] Il n'y a femme, cheval ou vache qui n'ait toujours quelque tache.
it] Al mulino ed alla sposa manca sempre qualche cosa.

An einer Frau und an einer Mühle gibt's immer was zu basseln und zu flicken.
ndt] An 're junge Frau und e Mühle gits immer z' verbessern. Aargau
en] He that has wife and children, wants no business.
fr] A une femme et à une vieille maison, il y a toujours à refaire.
fr] Il n'y a femme, cheval ou vache qui n'ait toujours quelque tache.
it] Al mulino ed alla sposa manca sempre qualche cosa.
ho] Die een oud huis heeft en eene jonge vrouw, heeft werk genoeg.
ho] Een jonge vrouw en molenrad, daaran ontbreekt gemeenlijk wat.

An einer goldenen Krücke geht der Lahme schneller als der Arme auf zwei gesunden Beinen.
Russland

An einer hänfenen Holzbirne erwürgen.

An einer Huren ist nichts guts zu sehen.

An einer kleinen Sandbank kann ein großes Schiff scheitern.
en] Many sands will sink a ship.

An einer Kohle kann man sich wohl verbrennen, aber nicht wärmen.

An einer Lampe werden tausend Lampen angezündet.
i] Wirkung des guten Beispiels.

An einer leeren Krippe geraten die Pferde in Streit.
Estland

An einer Mühle und einem jungen Weibe ist immer was zu flicken (stets was zu bessern am Leibe).
i] Dadurch gleichen sie einander. Das Unterscheidende zwischen beiden finden die Finnen darin, dass die Mühlen mit der Sonne, die Weiber sogar wider den Strom gehen.
en] Mills and wives are ever wanting.
fr] A un moulin et à une jeune mariée, il y a toujours quelque chose à refaire.
it] Al molino et alla sposa sempre manca qualche cosa.

An einer Narrenwaage steht die Zunge nie gerade.

An einer nassen Schüssel haftet kein Pech.

An einer Nessel ist weder Blatt noch Blüte schön.

An einer schlechten Honigbirne nagt die Wespe nicht.
Wendische Lausitz

An einer schönen Brust zu ruhn, das ist ein Trost.
A. v. Platen, Ghasele

An einer Seele, die frei von Gedanken und Erregung ist, findet selbst der Tiger keine Stelle, seine Krallen einzuschlagen.

An einer Stelle wird man nie alt. Estland

An einer Stelle wird man nie alt.
Estland

An einer Verwünschung stirbt kein Elefant.

An einer Ware, womit jeder handelt, ist wenig zu verdienen.

An eines Advokaten Tür muss man nicht mit eisernem Hammer klopfen.
it] Alla porta dell'avvocato altro ci vuol che martello.

An eines Gutes Ansprach ist kein Verlust.
i] Wer einen Rechtsanspruch an eine Sache zu haben glaubt und diesen trotz der Weigerung des Verpflichteten geltend machen will, muss klagbar werden. Dabei kann er nichts verlieren als die Prozesskosten, hat aber die Aussicht, sich in den Besitz des Gegenstandes zu setzen, während der Gegner außer den Prozesskosten noch die Sache selbst verlieren kann.

An eines Königs Hofe ist jeder selbst sein bester Freund.
fr] A cour de roi, chacun pour soi.
ho] Aan's konings hof is elk voor zich zelven alleen.

An eines tauben Mannes Tür klopfen.
ho] Dat is aan eens dooven mans deur geklopt.

An eingesperrte Mädchen gehen die Insekten.

An eins Gesellen kan man spüren, was er selbst muss im Schilde führen.
bm] Jaký tovarys, takové srdce.
it] Vuoi conoscer uno, guardo con chi pratica.
la] Noscitur ex socio, qui non cognoscitur ex se.

An einzigen Sohn soll män scheuen (meiden), an einzige Tochter soll män freuen (süchen).
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Der erstere bringt gewöhnlich die Fehler des Muttersöhnchens, die letztere das Vermögen der Eltern mit.

An eltern und schulmeistern ist vil gelegen.

An en gued Pferd hört en gueden Täun.
Westfalen

An Ên' 's Gröbsta 'runter macha.
Würzburg
hdt] Das Gröbste an einem heruntermachen.

An enden kent man die wepp oder nath.
un] Minden botnak végén a feje.

An Entschuldigungen wird es niemand (so) leicht fehlen.
i] Ein Satz, welcher sich auf die Menge von Ausflüchten stützt, deren sich diejenigen, denen es um die Erfüllung ihrer Obliegenheiten nicht Ernst ist, bedienen können.

An er klönen Höig sötzt däck'n got Bei.
Eifel
hdt] An einer kleinen Hecke sitzt oft ein guter Bienenstock.

An era ung'iesa Schuld neahmt mer Haberstrouh.
Schwaben

An Erfahr'ne isch über an G'Iehrte.
Schweiz

An Erfahrung fehlt es uns nicht, aber an der Gemütsruhe, wodurch das Erfahrene ganz allein klar, wahr, dauerhaft und nützlich wird.
Goethe, An Zelter, 23./29.3.1827

An erster Stelle
la] primo loco

An Êten (Essen) und Drinken lât ek et nit fälen, davor weil eck ak meine gehörige Raie hem.
i] Diesen Ausspruch legt man zur Selbstverspottung solchen Leuten in den Mund, deren ganze Arbeit in Essen und Trinken besteht, und die für solche Anstrengung viel Ruhe und Schlaf bedürfen.

An etwas Schande stirbt man nicht.
fr] Un peu de honte est bientôt bue.

An Ewjen (armer Mann) in Ohjer (Ohr) hereinzulegen.
Jüdisch, Warschau
i] Um einen blutarmen Menschen zu bezeichnen, dessen Habseligkeiten so gering sind, dass sie in einem Ohre Raum genug finden.
la] Omnia praeter animam debet.

An Ezechiel (10.4.) geht der Lein nicht fehl.
i] Der Tag, d.h. die Zeit, in welche der Tag fällt, wird als günstig zum Leinsäen bezeichnet.

An Ezechiel, dem 100. Tag nach Neujahr, da säe Leinsamen, dann gedeiht er wunderbar.

An Fabian und Sebastian (20.1.) fangen Tag und Baum zu wachsen an.

An Fabian und Sebastian fängt der rechte Winter an.

An falschen Zeugen fehlt es nie.

An Farben kennt man Vögel und Narren.

An Fastnacht braucht jeder seine Pfanne selber.
fr] A carême-prenant chacun a besoin de sa poële.
ho] Op vastenavond heeft ieder zijn eigen pannetje noodig.

An Fastnacht erhungert niemand.

An fauler Ware ist kein gut Haar.

An federn siht man klar, was es für ein Vogel war.

An federn und farben kent man Vögel und Narren, den Pfennig an seinem klang, den Vogel an seinem gesang, den Bären an seinen tatzen, den Lewen an seinen pratzen, den Gecken an seinen fratzen, das Hertz an der pracht, den Teuffel an der macht.

An Feiertagen geht der Teufel jagen.

An feiler Taverne wird kein Hausfriede gebrochen, noch die Gewehre befochten.
[RSpW]
i] Ein gewalttätiger Angriff im Wirtshause wurde nach altdeutschem Recht nicht als Heimsuchung, d.i. Störung des Hausfriedens betrachtet. Das Wirtshaus ist ein offenes Haus für alle, und dort verübte strafbare Handlungen werden nicht anders geahndet, als wenn sie auf der Straße begangen worden wären.
ndt] An eyne veile tauernen is neen husvrede gebroken, noch de were beuochten.
Hamburg

An Feyertagen gespunnen, helt nicht.

An Frauen und Mühlen gibt's immer zu flicken.

An Frauen und Steuern ist kein Mangel.
it] Moglie, e malami non manciano mai.

An freie Tafel ist gut Gäste laden.
ho] Daet 't vry gelagh is, ist goet gasten nooden.
ho] 'T is goet dansen op een ander mans vloer.
ho] 'T is goet feest houden op anders sael.

An fremdem Hüftschmerz hinkt man nicht.

An fremdem Tische nimm für gut, wenn guter Will nach Kräften tut.

An fremdem Tuch lernt man den Schnitt leicht.
z] An fremdem Tuch lernt jeder leicht den Schnitt, doch bringt er gern die eigene Schere mit.

An fremdem Unglück lässt sich gut sehen, was man meiden sollte.
la] Bonum est fugienda aspicere in alieno malo.

An fremden Fehlern erkennt man die eigenen.
it] Con l' error d'altri il proprio si conosce.

An fremden Gebrechen erkennt man die eigenen Schwächen.
pl] Kto cudze nedze uwazy lekcéj sobie swoje wazy.

An fremden Hunden und Kindern hat man das Brot verloren.

An fremden Kindern und Hunden ist's Brot verloren.
z] Man sagt, was man den frembden Hunden zu gut tut und den frembden kinden, das wirdt mit vnflat und mit stanck bezalt, denn solchs ist der Welt danck.
i] Der fremde Hund wird allerdings, sobald er frei wird, trotz des guten Futters, das er erhalten, wieder fortlaufen, um seinen Herrn aufzusuchen und nichts als den Strick zurücklassen; daraus lässt sich aber noch nicht die allgemeine Anwendung des Sprichworts auf Pflegekinder rechtfertigen, da einzelne Undankbare vielen Dankbaren gegenüberstehen.

An fremden Tischen schmeckt es wohl.
dä] Ingen ceder andens mad, uden hau bliver deraf a glad.

An fremder Leut Kinder und frembden Hunden ist die Kost verloren.

An fremder Tafel nimm für gut, was guter Will' auftragen tut.

An Frog (Frage) is frei, sagte der Bauer zum Advokaten, is die Rechnung beschissen oder bemalt?
Schlesien

An fünf Dinge soll sich niemand kehren: an der Krämer Schwören, an der Hunde Hinken, an der Metzen Winken, an der Frauen Weinen, an der Kinder Greinen.

An fünf Dingen erkennt man fünf andere: das Wetter am Wind, den Vater am Kind, den Herrn am Gesind, den Esel an den Ohren, an den Worten den Toren.

An fünf Zeichen erkennt man den Narren: er ist leicht zu erzürnen, gibt Geschenke solchen, die es nicht verdienen, bemüht sich um nichtige Dinge, unterscheidet nicht zwischen Freund und Feind und offenbart seine eigenen wie anderer Geheimnisse.

An Fürsten Vorzüge zu loben, die sie nicht haben, heisst, sie ungestraft beleidigen.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

An gâden Nâibar as bêdarüsh an fiiren (widjen) Frinj.
Amrum
hdt] Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.

An gebärden kennet man das gemüet.

An Geberden mercket man, was im hertzen steckt.

An Gebildetem nur darfst du, Nachahmer, dich üben;
Selbstgebildetes ist Stoff nur dem bildenden Geist.
Schiller, Der Nachahmer

An gedanken geht viel ein, wie am rohen Duch.

An Gedanken und gespanntem Tuch geht viel ab.
mhd] An gedanken und geneetem Tuch geht viel ab.

An Gefährten und Gesellen zwar gibt jeder sich zu kennen gar.

An gehorsamen Kindern finden die Eltern Freude.

An gekrümmeten Gulden verleurt man wenig.

An Geldwunden stirbt niemand.
i] Das Leben allein ist nicht wieder zu ersetzen.

An Gellert, die Tugend und die Religion glauben, ist bei unserm Publiko beinahe Eins.
Goethe, Schriften zur Literatur - Rezensionen - Über den Wert einiger deutscher Dichter

An gemein ort bindt niemand sein pferd.

An gemeinen Ort bindet niemand sein Pferd.

An Georgi (23.4.) soll sich ein Rab' im Korn verstecken können.

An Georgi mit dem Korbe, aber an Nikola mit dem Wagen.
Russland (Über das Wachstum des Grases)

An geringem Tische ist sicher essen.
i] Er hält länger als der vollauf und lecker besetzte.

An Gesamtgut da graben, die da frieden.
[RSpW]
i] Hier das Grundeigentum der Gemeinde (Almende) gegenüber dem Privatbesitz. Um das letztere, das Sondergut, vom Almende auf kennbare Weise auszuscheiden und einer Verringerung desselben zu Gunsten des letztern vorzubeugen, da in zweifelhaften Fällen zum Vorteil des Gemeindeguts entschieden zu werden pflegte, mussten die an das letztere grenzenden Privatbesitzer den Zaun oder Fried herstellen, der das Gesamtgut vom Sondergut trennte. Diese Einfriedung wurde jedoch erst dann für eine ausreichende Scheidung erachtet, wenn neben ihm ein Graben gezogen war. Die Pflicht aber, den Graben zu ziehen, lag wieder denen ob, welche den Zaun herzustellen und zu unterhalten hatten.
z] An einer samenden Meinheit dar graven, de dar freden.

An gespanntem (grauem, rohem, ungenetztem) Tuch und Anschlägen geht im Jahre viel ab.
z] An gedancke und gespannte Tuche gehet viel abe. Wie die gute Apologi also des Küsters mit seinem Tropff, des Münchs mit seinem Oelkrüglein und des Bawern mit dem Hasen.

An gestohlenem Holze wärmt man sich nicht lange.

An getane Arbeit denkt man gern.
la] Suavis est laborum praeteritorum memoria. Cicero

An Gewêten üs an Schlaghterhünj.
Nordfriesland

An gezählt Geld is kaan Broche (Segen).
Jüdisch-deutsch

An Gimpl auf der Nase sitzen hab'n.
Oberösterreich

An Gimpl fang'n.
i] Infolge der Kälte eine rote Nase bekommen.

An Giwêten üs an Slaghterhünj.
Nordfriesland
hdt] Ein Gewissen wie ein Schlächterhund.

An Glauben ein Kind, an Vernunft ein Rind, macht für Erd' und Himmel blind.

An gleicher Bürde trägt sich niemand müde.

An Glück und Leid, an Ruhm und Unheil empfängt stets eine jede Nation genau, was als verdient.
v. Sybel, Kleine historische Schriften

An Gott denken ist ein Handeln.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

An Gott nicht verzag', dein Glück kommt alle Tag'.
dä] Ingen mishaabe om Gud og lykken.

An Gottes großem Kram sind alle Waren um Arbeit feil.

An Gottes Hofe hat auch der Arme unangemeldet Zutritt.

An Gottes Hülf' und reichem Segen ist aller Menschen Tun gelegen.

An Gottes Segen ist alles gelegen, sagte jener Pfarrer, der kurze Predigten liebte.

An Gottes Segen ist alles gelegen, wer den nicht hat, muss Armut pflegen.

An Gottes segen ist alles gelegen.
fr] Bien ne réussit ou ne prospère si Dieu n'y donne sa bénédiction.
fr] En peu d'heures Dieu labeure.
ho] Aan Godes zegen is 't al gelegen.
un] Miénk a reménység, de Istenben áll a kimenetel.

An Gottes Tafel essen alle aus einer Schüssel.

An Gottes Wage täuscht die Zunge nicht.

An Gottes Wort dich halt allein, wilt du für abgunst sicher sein.

An Gottes Wort halt dich am meisten und gib nicht Glauben allen Geisten.

An Grant ham, wiera tragadi Katz.
Oberösterreich

An grattan Snewâl, au gâdan Kurnhûp.
i] Ein großer Schneewall, ein guter Kornhaufen.

An greenen Jul, an witjen Puask.
Amrum
hdt] Grüne Weihnacht, weiße Ostern.

An Gregor kommt die Schwalbe über Meeresport, an Benedict (21.3.) sucht sie im Haus ein Ort, an Bartholomä (24. August) zieht sie mit Gott wieder fort.
it] Da San Gregorio papa la rondine passa l' acqua, San Benedetto la rondine sul tetto, da San Bartolomeo la rondine va con Dio.

An Gregori (12.3.) muss der Bauer mit der Saat ins Feld.

An Gregori einen Regenguss auf das Haupt, die Hacke auf dem Buchweizenfelde.
Kärnten

An griechischen und römischen Mustern musste der niedergedrückte Geist nordischer Barbaren sich aufrichten und die Gelehrsamkeit einen Bund mit den Musen und Grazien schließen.
Schiller, Universalgeschichte

An großem (= vielem) Lachen erkennt man den dummen Mann. Estland

An großem (vielem) Lachen erkennt man den dummen Mann.
Estland

An großen Haufen Nischte (Nichts).
Schlesien

An großen Öfen ist nicht gut wärmen, sie bedürfen aber viel Holzes.
v] An großen öfen ist sich gut zu wärmen, sie bedörffen aber vil holtz.
i] Es ist nicht sicher, ihnen gar zu nahe zu kommen.
dä] Godt er at varme sig ved store ovne, men de ville have meget brænde.
it] Chi sta appresso il fuoco, è forza che si scaldi.

An großen Strömen ist schlimm fischen.
it] A fiume famoso non andar a pesca.

An großer Herren Höfen fehlt es an Fuchsschwänzern nie, da viel Füchse gefressen werden.

An großer Herren Höfen ist die Eingangstür von Pfefferkuchen, die Ausgangstür von Nadelholz.
bm] Do panského dvoru vrata siroká, ale ven úzká.
bm] Siroká vrata ke dvoru, úzká nazpĕt.
dä] Til hove sød indgang, men suur udgang.

An großer Herren Höfen werden dreierlei Leute gefunden: Fuchsschwänzer, Missgönner und Verleumder.
z] Die Fürsten haben an ihren Höfen mehr Schmeichler als Fliegen in ihren Gärten. Racine

An Gründen dazu soll es dir gewiss nie fehlen, sagte die Braut, als ihr der Bräutigam mitteilte, er pflege oft ohne Grund zu zanken.

An Grundsätzen hält man nur fest, solange sie nicht auf die Probe gestellt werden, geschieht das, so wirft man sie fort wie der Bauer die Pantoffeln und läuft, wie einem die Beine nach der Natur gewachsen sind.
Otto von Bismarck, an seine Braut, 14. März 1847

An gutem willen, Stolz und Hochmut fehlet es der Welt nicht.

An guten Bissen verdirbt man sich den Magen zuerst.

An guten Schulen und guten Wegen erkennt man den guten Staat (eine gute Regierung).
ho] Goede scholen en goede uurwerken zijn twee kenteekens van eene goede stadsregering.

An guten Schulen und richtigen Uhren erkennt man einen wohlregierten Staat.

An guten Tagen sind Morgen und Abend nicht weit auseinander.
i] Sie erscheinen kurz, vergehen schnell.

An guter Absicht bist du reich,
Willst Zukunft säen. Sä' mit Verstand!
Ein guter Bauer sät Hand vor Hand.
Ein Narr nur schüttet gleich
Den ganzen Sack aufs Land.
Will Vesper, Rufe in die Zeit

An guter Lehr' trägt keiner schwer.

An guter Lehr',
Trägt keiner schwer.

An guter War' verkauft men si nid.
fr] Bonne marchandise n'est jamais trop chère.
ho] Aan goede waar is men nooit bekocht.

An guter Ware ist oft viel verdorben.

An Gutes erinnert man im Guten, an Böses im Bösen.

An gütlichen Handlungen gewinnet man oft nicht mehr als Esels-Ohren.

An Habe steh ich arm,
Ein Los, infolgedessen auch der Adel sinkt.
Euripides, Elektra

An Hanger hoan î schon, dass ih'n or'ntli siech vor meiner.
Steiermark
i] Personifikation eines heftigen Hungers.

An Häreguns (Herrengunst) un Vugelsang
Erfreut der Minsch sich selde lang.

An Haspel laufen.
z] Item, so man einen auff ein Handwerck dinget, vnd er laufft an Haspel, der fallet endlich den Halss ab.

An Hass und Neid stirbt Heiterkeit.

An Hass und Schmeichelei geht Tugend und Wahrheit entzwei.

An hastigem Trank und an einem Weib, das ständig Kreuze schlägt, muss die Seele erkranken.

An heiligen drei Könige sind die Tage einen Hahnenschritt länger.

An heiligen Orten gehen viele Dämonen um.

An heiligen Tagen wird man am meisten geschlagen.

An heißen Tagen besteht man nicht auf den Riten.
China

An Hochzeiten und Beerdigungen fällt es schwer, richtige Antworten zu geben.

An Höfe und auf hohe Berge kommt man schwer und ist allda in steter Gefahr.
dä] Til hove er som paa et høgt bierg vanskeligt at komme, men farligt at blive.

An Höfen bekommt man eher einen Trunk zum Versuch als einen guten Spruch.

An Höfen fällt es schwer, hohes Alter zu erreichen.

An Höfen gibt es mehr Ahitophel als Josephe.
fr] A chasque court son traistre.

An Höfen ist jeder für sich.
fr] A la cour du roi chacun est pour soi.

An Höfen muss die Tugend betteln gehen und Wahrheit hinter der Türe stehen.
bm] Ctnost a pokora nemá místa u dvora.
bm] Ctnost si nohu zlámala, pravdĕ dno vypadlo, a srdce upřimnosti u dvora vychladlo.
pl] Cnota nogę złamała, z prawdy dno wypadło, a gzczerosci u dworu juz bardzo nadbladlo.
pl] Cnota, pokora niema miejsca u dwora.
pl] Prawda, szczérość a pokora niemiewa miejsca u dwora.

An Höfen und in Klöstern bringt man einem eher einen Trunk, dass er ihn versuch', als ein Buch, dass er einen guten Spruch such'.

An Hoffart wischet der Teuffel den Hindern.

An Hoffnung reich, im Glauben fest,
Mit Tränen, Seufzen, Händeringen
Dacht ich das Ende jener Pest
Vom Herrn des Himmels zu erzwingen.
Goethe, Faust I, Vor dem Tor
Faust Vs 1026f.

An Hoffnung und gespanntem Tuche geht viel ab.
fr] Vin versé n'est pas avalé.

An höheren Orten scheinet die Tugend am hellsten.

An hörensagen leugt man viel.

An hübsche Geschöpfe in Weiberröcken sollten junge Männer nur denken, wenn ältere fromme Leute da sind, die sie führen und lenken.
Sean O'Casey, Hahnenspuk

An huchen Daigrad jaft liagh Sails.
hdt] Eine hohe Morgendämmerung gibt niedrige Segel.
i] Wind, welcher kleine Segel verlangt.

An Hünj leapt nimmer söwen Juar dol.
Nordfriesland
mhd] Ein Hund läuft nie sieben Jahr toll.
i] Der Lauf des Bösen hat sein Ziel, der Verbrecher bleibt in der Regel nicht eine sehr lange Zeit unangefochten.

An Hurentränen und Diebesschwören soll sich niemand kehren.
dä] Tro ei store graad og tyve eed.
fr] Il ne faut point croire une putain pour pleurer, ni un larron pour jurer.

An iada Spoara gfint an Ziara.
Steiermark
i] Ein jeder Sparer findet einen Zehrer.

An iad's Hâsal find't a Grâsal.
Niederösterreich
hdt] Es ist kein Häslein, es findet sein Gräslein.

An iargan Vöggal skal a Neab uf.
hdt] Einem argen Vogel soll der Schnabel ab.

An ieda siedt sich seine Suppe aba.
Oberösterreich
i] Jeder sucht seinen Gewinn.
hdt] Ein jeder siedet sich seine Suppe.

An ignoras eos etiam, qui morituris auxilium salutare denegarint, quod contra mores id ipsum fecerint, solere puniri? Apuleius, Metamorphoses
dt] Weisst du etwa nicht, dass meist auch die bestraft werden, die bei Lebensgefahr die rettende Hilfe versagen, weil sie damit gegen die guten Sitten verstoßen haben?

An ihm ist nichts dann Fell und bein.

An ihm ist Öl und warnung verloren.

An ihm ist Predigt, Sacrament, Vater unser und alles verlohren.

An ihm ist Taufe und Chrysam verloren.

An ihm ist weder Haut noch Haar gut.

An ihn denken viel Leute.
i] Von einem, der viel Schulden hat.

An ihrem Schürzenbande hängen.
i] Besonders von Kindern, die immer bei der Mutter sein wollen.
en] To hold by the apron-strings.
ho] Aan iemands riem hangen.

An ihren Früchten sollt (o. werdet) ihr sie erkennen.
Matthäus 7, 16
la] A fructibus eorum cognoscetis eos. Vulgata, Evangelium secundum Matthaeum

An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Matthäus 7, 16

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
la] A fructibus eorum cognoscetis eos.

An ihren Sabbaten sitzen sie in schmutzigen Kleidern; und sollten auch ihre Feinde Leitern anlegen und die Stadtmauern ersteigen, so rühren sie sich nicht, sondern bleiben unbewegIich, indem sie in dem Aberglauben wie in einem Netze verstrickt sind.
Plutarch, Vom Aberglauben

An ihres Mannes Tod ein Frau ist noch nie worden grau.

An innern Kämpfen
Hat stille Weisheit jahrelang zu dämpfen,
Stets mühevoll ist ihre Bahn.
Goethe, Festzug 18. 12.1818
Tell

An Jahren jung ist ein Fehler, der sich alle Tage bessert.

An Jahren jung kann alt an Verstand sein.

An Jakobi (25.7.) Regen -stört den Erntesegen.

An Jakobi den Größeren (25.7) kommt die alte Fliege mit sieben bessern.

An Jakobi verwächst dem Frosch das Maul.

An jedem Arbeitsplatz kann man beobachten, dass wenige Arbeitskräfte den Löwenanteil der Arbeit verrichten. Die Besessenen. Die Heiligen. Sie sind die Pferdestärken, sind die Walzen, sind die Detonationen, die das Flugzeug zum Fliegen bringen.
Örkény, Die Angelegenheit der Frau Handk

An jedem fürstlichen Paradebett richtet das Volk.
Kotzebue, Klios Blumenkörbchen

An jedem Gerücht ist ein kleines bisschen Wahrheit.
en] Throw plenty of dirt and some will be sure to stick.

An jedem guten Teppich hat Allah mitgeknüpft.
Arabien

An jedem Ort kommt ein Kluger (Geschickter, Künstler) fort.

An jedem Ort sieht man heitern und trüben Himmel.
dä] Stedet gjør hverken lykkelig eller ulykkelig.

An jedem, der stiehlt, wird Rache genommen, dem Fluch entsprechend.
Altes Testament, Sacharja 5, 3

An jeden Lappn gfallt sei Kappn - und mir mei Huat.

An jeder Elle ist er dreiundzwanzig Zoll faul.

An jeder Handfeste hilft der Tote, als der Lebendige.
[RSpW]
i] Bei Urkunden, wie z.B. zweiseitigen Verträgen, haben die Unterschriften der bereits verstorbenen Zeugen so viel Beweiskraft wie die der noch lebenden.
mhd] An yeglichen hant Vest hilfft der Todt als der Lembtig.

An jeder Wunde kann man sich zu Tode bluten.
ho] Geene wond zoo groot of zij bloedt schielijk dood.

An jeds kriagt sei' Fleckl, wo 'n der Schuah druckt.

An jemandes Augapfel rühren.

An jemandes grüner Seite sitzen.
i] Auf der Seite des Herzens, das dem Nachbar gewogen ist.
ho] Aan iemands groene zijde zitten.

An jemandes Lippen hängen

An Jesuiten ist nichts zu bessern.
z] Sie müssen sein, wie sie sind, oder gar nicht sein, erklärte ihr Ordensgeneral Ricci dem Papste Ganganelli.

An jonghan Lânjhüs, an ualen Thiif.
Amrum
hdt] Ein junges Lügenhaus, ein alter Dieb.

An jonkan Mâran, an lachtan Dâi.
Amrum
hdt] Ein dunkler Morgen, ein heller Tag.

An jungen Bäumen muss man immer etwas abhauen, wenn sie gerade wachsen sollen.
i] Von der Zuchtbedürftigkeit der Jugend.

An jungen Bäumen, wenn sie gerade wachsen sollen, muss man immer etwas abhauen.
fr] A jeune arbre, si l'on veut qu'il soit d'une bonne venue, il y a toujours à retrancher.

An Junkersrappen, Mönchskappen und Pfaffenschlappen ist kein Segen.
z] Hängt der Fluch der Welt.

An Kamm und Sporen erkennt man den Hahn.
ho] Aan kam en sporen kent men den haan.

An Kamm und Sporen sieht man, ob der Hahn alt oder jung ist.
ho] Kam en sporen van den haan doen zijn' ouderdom verstaan.

An Kasparl mache.
Oberösterreich
i] Einen Hanswurst in der Gesellschaft u.s.w. vorstellen, weil Kasperle auch ein Name des Hanswurstes war oder ist.

An Kindern, Weibern und Familie hängen alle Menschen; sie gehen unter in dem schlammigen Meere der Sorgen wie alte Waldelefanten im Schlamm.
Mahâbhârata

An Kindes statt angenommen werden Haussöhne; adoptiert wird, wer rechtlich eigenständig ist. [RSpW]
la] Adoptantur filii familias; arrogantur qui sui iuris sunt.

An klein Rêms lehr'n de Hunn Lärrer kau'n.
Altmark

An kleinem Zahnweh merkt man frey, wie elend unser Leben sey.

An kleinen Brunnen löscht man auch den Durst.
en] A little stream may quench thirst as well as a great river.
fr] A petite fontaine boit-on à son aise.
sd] Små brunnar släcka ock törsten.

An kleinen Dingen muss man sich nicht stoßen,
Wenn man zu großen auf dem Wege ist.
Hebbel, Demetrius, IV, 2 (Mniczek)

An kleiner Hund bellen soll man sich nicht kehren.

An kleiner Quelle kann man bequem trinken.
fr] À petite fontaine on peut boire à son aise.

An Kopf haben wiera Wassaschaf.
Oberösterreich
i] Einen unförmlich großen oder so angeschwollenen Kopf haben.

An Kotzebue schreiben.

An kranken (armen) Leuten kan niemand Ritter werden.

An Künsten trägt man nicht schwer.
z] An Kunst und weisheit tregst nit schwer.

An künstlerischer Integrität und Geschliffenheit hat die französische Sprache höchste Vollkommenheit erreicht und erschwert damit die Arbeit der Schriftsteller.
Isaak Babel (1894-1941), Erzählungen schreiben

An kurzen Haaren ist nicht viel zu kämmen.
Russland
bm] Dlouhé vlasy, krátký rozum.
en] A bald head is soon shaven.
fr] De peu de drap courte cappe.
ho] Kort haar is gaauw gekamd.

An kurzen Rossen und langen Stieren ist nichts zu verlieren.

An Lamberti (17.9.) nimm Kartoffeln raus, doch breite ihr Kraut auf dem Felde aus.

An Lânjhüs het kurt Bian.
Amrum
hdt] Ein Lügenhaus hat kurze Beine.

An Lânjhüs mut (skal) an gud Gîdechtnis hâ.
Amrum
hdt] Ein Lügenhaus (Lügner) muss ein gut Gedächtnis haben.

An Lappen lernen die Schneiderjungen nähen.

An Laurentius (10.8.) man pflügen muss.

An Laurentius ist's zur Zeit; an der Madonna (15. Aug.) ist's noch gut; an Sanct-Rochus (16. Aug.) ist's zu spät, an Bartholomäi (24. Aug.) gib ihm einen Fußtritt.
i] Der frühe Augustregen ist der beste.
Italien

An Laurenzi (10.8.) ist es Brauch, da hört das Holz zu wachsen auf.

An leffen Wâi wânert 'm lagt.
Amrum
hdt] Einen lieben Weg wandert man leicht.

An leib, an ehr, an gut schadt vngetrewer muth.

An Leib, Verstand und Gut, der volle Wein schaden tut.

An Leibeserben fällt das Eigen lediglich.
[RSpW]
i] Das deutsche Erbrecht gründet sich ursprünglich nur auf Sippe, d.i. eheliche Verwandtschaft, nahe und fern, Vater, Kinder und alle Vettern. Es liegt in der Natur des deutschen Erbrechts, dass das Erbe nur in der Familie sich vererbe, d.h. was der Sinn des obigen Sprichworts ist, nur an Leibeserben falle.
mhd] An lip erben vallz daz aigen ledeclich.
bm] Matka při synu není nápadnice.

An Leuten, die hoch stehen, sieht man Male und Höcker (Buckel) fern.
la] Omne animi vitium tanto conspectius in se crimen habet, quanto major, qui peccat, habetur. Juvenal

An Lichtmess (2.2.) fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an.

An Lichtmess (2.2.) lässt man (Arbeit und) das Spinnrad in Ruh', damit der Wolf keinen Schaden tu'.
Masuren

An Lichtmess begegnet sich der Sommer mit dem Winter.
Rutenen

An Lichtmeß fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an.

An Lichtmess miss deinen Topf und hebe dein Korn auf.
England

An Lichtmess muss die Lerche singen und sollt' der Kopf ihr auf dem Stein zerspringen.

An Lichtmess müsst ihr noch die Hälfte euers Strohs und Heus haben.
Tschechien

An Lichtmess Schnee, zu Ostern Wasser zu Tee (Regen).

An Lichtmess Sonnenschein, der bringt noch viel Schnee herein,
gibt es aber Regen und keinen Sonnenblick, dann ist der Winter fort und kehrt nicht mehr zurück.

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ENGLISCH
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FRANZÖSISCH
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ITALIENISCH
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LATEINISCH
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PORTUGIESISCH
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SPANISCH
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