Weisheiten 123

Auf Sand geschrieben ist, was du im Alter noch erlernst;
in Stein graviert, was du in der Jugend gelernt hast.

Auf Sankt Barthel-Nimmermehr (wird dies oder das geschehen, wird z. B. eine Zahlung erfolgen)

Auf Sankt Gall (16.10.) bleibt das Kalb im Stall, sonst jagt Simon Jude (28.10.) Kalb und Kuh in die Bude.
Wohlau

Auf Sankt Gall (16.10.) bleibt die Kuh im Stall.

Auf Sankt Gallustag (16.10.) nichts im Garten mehr bleiben mag.

Auf Sankt Georg (23.4.) zeigt sich die Schwalbe einen Blick und zieht sich bald wieder zurück.

Auf Sankt Georgen (23.4.)
muss man die Kuh von der Wiese jagen,
denn die Wiese geht ins Heu,
ist Sankt Georgentag vorbei.

Auf Sankt Georgs (23.4.) Güte stehen alle Bäum' in Blüte.

Auf Sankt Gürgen (23.4.) soll man die Kühe von der Weide (o. Wiese) schürgen.

Auf Sankt Jürgen (Georg, 23.4.) soll man die Kuh von der Wiese schürgen.
i] Wenn dem künftigen Heugewinn kein Eintrag geschehen soll, kann man das Weidevieh nicht länger als bis zum 23. April (Georgstag) oder (Jürgetag) Walpurgis darauf dulden.

Auf Sankt Kilian (8.7.) fangt man mit dem Schneiden an.

Auf Sankt Martin (10.11.) kommt der Winter.
fr] A la sainct Martin l'hiver en chemin.

Auf Sankt Martini (10.11.), wenn die Störche kommen, zu Weihnachten in der Ernte, zu Pfingsten auf dem Eise.
i] Ergänzend: wird es geschehen, wird er zahlen, werde ich dies oder jenes tun u.s.w., d.h. nie, weil die Störche und Schwalben zu dieser Zeit fortziehen.

Auf Sankt Michael (29.9.) beende die Saat, sonst wirst du's bereuen zu spat.

Auf Sankt Nimmerstag, wenn's Salz regnet.
la] Si sale pluit.

Auf Sankt Petri Fest (22.2.) sucht der Storch sein Nest, von den Schwalben kommt der Rest.

Auf Sankt Urben (25.5.) ist das Getreide (die Frucht) weder geraten noch verdorben (o. weder verboten noch gerothen).
i] Das Getreide ist um diese Zeit noch zu weit zurück, als dass man bestimmen könnte, ob die Ernte gut oder schlecht sein werde.

Auf Sankt Vinzenz (22.1.) Sonnenschein, der bringt dem Winzer guten Wein.

Auf Sankt-Nikasiustag läuft jede Maus, wohin sie mag.
i] Scherzhaft: Auf Nikasiustag iss Brot ohne Käs'.

Auf sant Blasius pferdt reiten.

Auf Sauer folgt Süß.
mhd] Na suere comt tsuete.

Auf sauer schmeckt das süße nicht.

Auf Saufedern liegen müssen.
i] Auf Stroh; in große Armut geraten.

Auf Scherz folgt Schmerz.

Auf schlechtem Acker erntet man selten gutes Getreide.

Auf schlechtem Grund lässt sich kein festes Gebäude aufführen.
fr] Il fait mal pener (travailler) sur mauvais fondement.

Auf schlechtem Herd ist mehr Rauch als Feuer.
ho] Daar men in zulke haardsteden vuur stookt, moet een geweldige rook op gaan.

Auf schlechtem Wege macht man lange (o. verdoppelt man die) Schritte.
fr] Au mauvais chemin double le pas.

Auf schlechtem Wege muss man die Zügel in der Hand halten.
i] In einer bedenklichen, kitzlichen Sache muss man behutsam und vorsichtig zu Werke gehen.

Auf schlechtem Wege verdoppelt man die Schritte.

Auf schlechtem Wetter zeig' frohes Gesicht.

Auf Schleichwegen hält der Bach das Maul.

Auf Schleissheim gehen.
i] Zerreißen.

Auf Schloßen folgt Kälte.
en] Hail brings frost in the tail.

Auf schlüpfrigem Wege kann man leicht fallen.

Auf schmalen Stegen und schlimmen Wegen soll der Bursch (Diener, Knappe u.s.w.) vorgehen.
ho] In de diepe voren moet de knaap voorgaan.

Auf schnelle Fragen gib langsam(e) Antwort.
fr] A prompte demande, réponse lente.
ho] Op haastige vragen dient traag geantwoord.

Auf Schnitthahn erst ist Tanz.
i] In einigen Ortschaften Schwabens heisst der Schmaus, der zur Feier des Erntefestes gegeben wird 'Schnitthahn', an andern Sichelhenke.

Auf schöne Gestalt ist nicht zu bauen.
bm] Nehled' na postavu, ale na podstatu.
pl] Niepatrz na postawe, ale na czlowieka sprawe.

Auf schöne Worte ist nicht zu bauen.

Auf schönen Herbst pflegt ein windiger, auf einen warmen und feuchten ein langwieriger Winter zu folgen.

Auf schönen Sockel gehört ein schönes Bild.

Auf schöner Leute Hals wächst kein Korn.
ho] Op schoone lieden hals wast geen koorn.

Auf Schuhmachers Rappen reiten.
i] Für: Zu Fuße gehen.

Auf Schuld folgt Strafe.
la] Supplicium est poena peccati.

Auf Schusters Rappen reisen (o. reiten)
en] to go by Shank's pony (o. mare) - to pad the hoof (sl.)
fr] prendre le train onze (argot)
it] andare col caval di san Francesco

Auf schwachen Füßen stehen
la] in uno pede stare

Auf Schwalb und Eichhorn merks bald, wenn sie verschwunden, wird es kalt.

Auf Schwarz ist nicht leichtlich weiß zu malen.

Auf schwarzem Acker wächst der Weizen wacker.

Auf Schwarzem wächst Korn, auf Weißem scheisst der Hund.
Estland

Auf schwarzer Erde wächst weißes Getreide.

Auf Schweigen und Vertrauen
Ist der Tempel aufgebaut.
Goethe, Loge: Verschwiegenheit

Auf schweinefleisch trink guten wein, wiltu bei guter gesundheit sein.
la] Est caro porcina sine uino peior ouina: si tribuis uina tunc est cibus et medicina.

Auf Schwelgerei folgt Bettelei.
la] Luxuriae gnata est inopia.

Auf schwüle Luft folgt Donnerwetter.

Auf sein ehrlich Gesicht.

Auf sein G'sicht geb' i kan Pfenning.
i] Er flößt kein Vertrauen ein, um Kredit zu gewähren.

Auf sein Recht kann jeder verzichten.
la] Iuri suo quilibet renuntiare potest.
[RSpW]

Auf sein täglich Brot hat jeder Mensch ein Anrecht - und wenn er's sich selber nehmen soll!
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Ditte Menschenkind

Auf sein Wort kann man Kirchen bauen.
bm] Na jeho slovo mohl by skály zakládati.

Auf seine eigene Art
la] more suo

Auf seine eigenen Kosten schmale Bisslein essen und auf anderer Leute Kosten tapfer zehren, ist die beste (gesundeste, wohlfeilste) Kost.

Auf seine Feinde kann man sich eben am besten verlassen.
Bodo Uhse, Sonntagsträumerei in der Alameda

Auf seine Freiheit verzichten, heisst auf sein Menschsein, auf die Menschenrechte, ja selbst auf seine Pflichten verzichten.
Jean-Jacques Rousseau, Der Gesellschaftsvertrag

Auf seine Linie achten
en] to keep o's waist-line under control
fr] soigner sa ligne
it] badare alla linea

Auf seine Mühle bringt ein jeder Korn.
en] All bring grist to your mill.

Auf seine Worte ist kein Turm zu bauen.

Auf seinem Anker ans Land kommen.
i] Holländische Bezeichnung einer wunderbaren Errettung.

Auf seinem Boden finden die Mäuse kein Korn.
la] Nee in horreo granum, nec in penario vinum.

Auf seinem Dache sitzt (stets) der Vogel Habich.
i] Von Wohlhabenden, Reichen.

Auf seinem eigenen Miste sein.
Sich auf seinem Eigentum befinden.

Auf seinem Grund und Boden ist jeder Meister.
fr] Un homme est fort quand il est sur son terrain.

Auf seinem Herzen ist Rost, er liebt niemand.

Auf seinem Kopf könnt man Haar raufen.
i] Hier Flachs. - Von j-n, der hellblondes, flachsähnliches Haar besitzt.

Auf seinem Kopfe bestehen.
i ] Seine Meinung aufs äußerste verteidigen, bei seinem Vorsatz bleiben.

Auf seinem Miste krähet der Hahn.

Auf seinem Misthaufen (o. Miste) ist der Hahn der König (o. ein Herr).
la] Gallus in sterquilinio suo plurimum potest.

Auf seinem Sterbebett muss man sich auch mit seinen Todfeinden versöhnen, sagte der Säufer und ließ sich ein Glas Wasser geben.

Auf seinem Tische ist alle Tage Quatember (Fasttag).

Auf seinen Degen klopfen.
ho] Hij klopt op zijn' degen.

Auf seinen eigenen Beinen stehen.
ho] Hij gaat op zijne eigene beenen.

Auf seinen eigenen Gütern findet man zum Wohltun Gelegenheit genug.
Goethe, Götz A I, Jaxthausen, Götzen Burg
Maria

Auf seinen fünf (neun) Augen bestehen.
i] Hartnäckig bei einer einfältigen Meinung bleiben.

Auf seinen Kuchen raten.
i] Seinen eigenen Vorteil im Auge haben.

Auf seinen Lippen hat der Gegner süße Worte, doch in seinem Herzen sinnt er nach Verderben.
Altes Testament, Jesus Sirach 12, 16

Auf seinen Lorbeeren ausruhen
en] to rest on o's laurels
fr] se reposer sur les lauriers
ho] Hij rust op zijne lauweeren.
it] riposare sugli allori
sp] Piensa bien y no duermas.

Auf seinen Lorbeeren kann man nicht ausruhen.

Auf seinen Mist kommen.

Auf seinen Nutzen bedacht zu sein, ist jedem erlaubt.
la] Callidum esse ad suum quemque quaestum, acquum est.

Auf seinen Nutzen sehen.
la] Intus canit.

Auf seinen Nutzen sieht ein jeder.

Auf seinen Vorteil kann jeder verzichten.
i] Bei allen einseitigen Schuldverhältnissen reicht der Verzicht des Berechtigten zur Auflösung desselben hin. Verzichten kann jeder, der überhaupt veräußern kann, nur nicht auf öffentliche Rechte, weil diese nur in Begleitung von Pflichten vorkommen. Immer aber ist der Verzicht genau auf ein bestimmtes Geschäft zu begrenzen.
ndt] Elck mach syner gunst effte vordelz wohl vortyen. Hamburg

Auf seiner eigenen Bahn fechten.
i] In seinem Fache arbeiten. Von den Fechtern entlehnt, die in der Kampfbahn fechten, für die es nicht gleichgültig sein konnte, ob sie mit der Bahn bekannt oder unbekannt waren.

Auf seiner eigenen Hand sitzen.
i] Sich selbst ernähren.

Auf seiner Nase sitzt der Rotzagl (auch: Kupferhandl).
Rotttal

Auf seiner Platten könnt man Schwemmerl dorren.
Rotttal

Auf seiner Schanze stehen.
la] Rebus suis attentum esse.

Auf seiner Scholle kleben.

Auf seines Vaters Erde braucht man vor dein Georgstag (23. IV) keine Angst zu haben.
Estland

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