Weisheiten 12


Ambassaden sind aller Orten frei.
[RSpW]
i] Die Völkersitte hat von jeher die Gesandten für unverletzlich gehalten.

Ambieren und anhalten ist keine Schande.
i] Wer eine Stellung haben will, darf sich keine Mühe verdrießen lassen.
lat] Ambitio opportuna est petitio honorum licita apud alios.

Amboss und Hammer machen das Eisen nicht weicher.
dä] Ambotten og hammeren gjör jernet ikke blödere.

Ambrosia auf sie Straße schütten.
i] Weise Reden vor Toren.

Ambrosius (4.4.) schneit oft den Bauern auf den Fuß.

Ameis' und Spinne auf allen Pfaden, dann wird das Wetter gut geraten.

Ameise Die Ameise ist unstreitig eines der edelsten, mutigsten, wohltätigsten, aufopferungsfähigsten, großherzigsten, uneigennützigsten Wesen, die unsere Erde trägt.
Maurice Maeterlinck, Das Leben der Ameisen

Ameisen haben auch Galle.
i] Auch der Wehrloseste sträubt sich gegen Misshandlungen, auch der Schwächste und Gutmütigste kann zuletzt zornig werden.
z] Die Ameisen und die Bienen, item die Bawren und Armen haben auch jren Zorn, aber er hat nicht die wehre, sondern ist ein kurtzes, kleines und geringes Zörnlein und Füncklein, nach dem Versslein: Vana est sine viribus ira: Haben Groll und Zorn ohne Nachdruck, ist verlorn.
Richter, Axiomata

Ameisen ins Bett tragen.

Ameisen kriechen nicht in leere Scheuern.

Ameisen suchen.
i] Sich vergebliche, unnütze Mühe machen.
la] Formicae semitas quaerere.

Ameisen zernagen des Löwen Fleisch.
i] So nagt der Neid am Rechtschaffenen.

Ameisenhut ist für (gegen) Schlafen gut.
fr] Celuy qui est trop endormy doit prendre garde à la fourmy.

Amen es ût, sed (= sagte) Beckroth, alle rôe (= roten) Schelmen dögen nit.
Meurs

Amen ist des lieben Gottes (großes) Siegel.

Amen Selah, die Katz goht de Bach na!
Breitingheim

Amen Solomen, aliquando non habemus panem.

Amen, sagte der Küster, und die Kirche war aus.

Amene Wiib und anere Müli isch alliwil öppis z verbessere.
Schwiizertütsch

Amerika hat noch nicht gelitten. Man täuscht sich, wenn man ihm schon die hohe Fähigkeit des Herrschens zubilligen möchte.
José Ortega y Gasset, Der Aufstand der Massen

Amerika ist Amerika. Deutschland will Deutschland und außerdem noch Amerika sein.
Jean Cocteau

Amerika, du hast es besser
Als unser Kontinent, das alte,
Hast keine verfallene Schlösser
Und keine Basalte.
Dich stört nicht im Innern,
Zu lebendiger Zeit,
Unnützes Erinnern
Und vergeblicher Streit.
Goethe, Zahme Xenien IX

Ämm is 'n gôden Titt affsnäden.
Altmark
i] Er hat eine bedeutende Hilfe, Unterstützung verloren, es ist ihm eine Nahrungsquelle verstopft.

Amme Mittwoche schläft de Mus in es ander Loch.
i] Nach dem Volksglauben wird am Mittwoch keine Reise angetreten.

Amme, du bist Herrin, solange das Kind trinkt.

Ammenlieder lullen nur Kinder in den Schlaf.

Ammenmärchen
la] aniles fabellae

Ammenmären können keine Männer nähren.

Ammenpflege ist keine Mutterpflege.
fr] Les soins d'une nourrice ne sont pas ou ne valenu pas ceux d'une mère.

Ammer und Haubenlerche sagen, der Winter ist hinterm Berge.

Amnestie - die Großmut des Staats jenen Übeltätern gegenüber, deren Bestrafung zu kostspielig wäre.
Ambrose Bierce

Amnestie: das schönste Wort der menschlichen Sprache.
Victor Hugo

Amor bleibet ein Schalk, und wer ihm vertraut, ist betrogen!
[... Jeder Reisende klagt, er finde schlechte Bewirtung,
Welchen Amor empfiehlt, köstlich bewirtet ist er.]
Goethe, Römische Elegien XII (1788-1789)

Amor hasst die Faulen.
la] Amor odit inertes.

Amor hasst die Tätigen.
la] Amor odit agentes.

Amor hat dir zugeniest.

Amor ist der größte Spitzbube unter den Göttern, der Widerspruch scheint sein Element zu sein.
Giacomo Girolamo Casanova, Memoiren

Amor ist ein Krieger, der vor jeder Feste Sieger.
it] A ogni impresa.
la] Amor restat vincens.

Amor ist ein mächt'ger Fürst.
en] Love's a mighty lord.
Shakespeare, Die beiden Veroneser II,4

Amor ist ein mächtiger Fürst
Und hat mich so gebeugt, dass ich bekenne,
Es gibt kein Weh, das seiner Strafe glich',
Doch gibt's nicht größre Lust, als ihm zu dienen.
Shakespeare, Die beiden Veroneser

Amor ist ein Maulwurf, Hymen ein Luchs.
i] In der Liebe sieht man gar keine, in der Ehe zu viele Fehler.

Amor ist ein von Dichtern verzogenes Kind.
en] Love is a boy by poets styl'd.
Samuel Butler, Hudibras (1663-1678), Teil 2, Gesang 1, Vers 843

Amor ist immer noch Kind.
Goethe, Gedichte, antiker Form sich nähernd. Ungleiche Heimat

Amor steckt von Schalkheit voll,
Macht die armen Weiblein toll.
en] Cupid is a knavish lad,
Thus to make poor females mad.
Shakespeare, Ein Sommernachtstraum (1594), III, 2 (Droll)

Amor und Hymen bauen eine gute Hütte, ist Plutus der dritte (o. in ihrer Mitte).
i] Ehen sind in der Regel glücklicher, wenn zu der vorhandenen Zuneigung auch einige materielle Mittel kommen.

Amor verleihet so spät zärtliche Liebe nicht mehr.
Properz, Elegien

Amor, der schlaue Plagegeist des menschlichen Geschlechts.
Cervantes, Der eifersüchtige Extremadurer

AmoRalität: Verbrechen der Liebe.
Alexander Eilers

Amoris macht, Veneris bracht, Cupidinis swerth hant manchen verzert.

Amors Pfeil hat Widerspitzen.
Wen er traf, der lass' ihn sitzen
Und erduld' ein wenig Schmerz!
Wer geprüften Rat verachtet
Und ihn auszureißen trachtet,
Der zerfleischet ganz sein Herz.
Bürger, Gedichte (1796-1797), Amors Pfeil

Amors Pfeile sind unbesiegbar.
la] Invicta gerit tela Cupido.

Amors Streifschüsse nennt man Flirt.

Amors süßer Zaubermacht
Ist der Orkus untertänig.
Schiller, Der Triumph der Liebe (1781)

Ampel und Docht verschlucken viel Öl und werden doch nicht feist davon.

Ampère steht freilich in seiner Bildung so hoch, dass die nationalen Vorurteile, Apprehensionen und Borniertheiten vieler seiner Landsleute weit hinter ihm liegen und er seinem Geiste nach weit mehr ein Weltbürger ist als ein Bürger von Paris.
Goethe, zu Eckermann, 4. Mai 1827

Amptleut und Pfleger, Förster und Heger, Kastner und Schösser, bawen Häusser und Schlösser, haben kleinen lohn, werden reich davon. Nun zeug mir an, wie das sein kann. Ihr griff, die weiss nicht iederman, sie schreiben ein X vor ein U, so kommen sie mit der Rechnung zu.

Ams, amma, amma, bellen alle Hunde.
Litauen

Amsterdam ist die Perle aller Städte.
i] Als solche galt es früher, wie als Sitz und Sammelplatz des Reichtums).

Amsterdam, du grote Stadt, büst gebaut up Palen, wenn du nun ins umme fallst, wel sall dat bitalen.
i] Nicht allein in Amsterdam, sondern in ganz Holland ruhen beinahe alle Häuser auf Rosten. An und für sich ist indes die Befürchtung des Umfallens eine kindische Vorstellung. Dennoch gab im vorvorigen Jahrhundert eine Erscheinung einigen Grund zu dieser Befürchtung. Um das Jahr 1730 fanden sich nämlich plötzlich Würmer ein, wahrscheinlich mit Schiffen aus Indien gekommen, welche in kurzer Zeit die Wände der Schiffe und die Pfähle an den Dämmen durchbohrten und unbrauchbar machten. Die Besorgnis war groß, da man kein Vertilgungsmittel kannte. Man fürchtete, sie würden die Pfähle angreifen, worauf Amsterdam ruht. Sie verloren sich indes nach einigen Jahren infolge eines strengen Winters wieder.

Amsterdam, haaste Geld, ik hewwe Waare, sagte de Besenbinner.
Westfalen

Amsterdam. Pah! Gar nicht!
Thomas Mann, Buddenbrooks

Amsterdamer Ränder (Giljones).
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Es ist hier der Bücherrand gemeint. Die Amsterdamer Ausgaben des Talmud sind von den Juden ihrer schönen Ausstattung und breiten Ränder wegen sehr gesucht und gut bezahlt. Es wird daher mit diesem Ausdruck ein Mensch (oder eine Sache) bezeichnet, dessen (deren) innerer Gehalt hinter seiner (ihrer) schönen äußern Form zurücksteht.

Amsterdamken, as ik dir noch ênmol so guamm, sullt du nêt völ behollen, sä de Feling, do harr he de 30 Gülden mitbrocht.
i] Der Westfälinger war auf seinem Hausierhandel bis Amsterdam gekommen, wo er für 30 Gulden seine Ware abgesetzt hatte, er fürchtete, wenn er noch einmal so viel Ware hinbringe, dass die Zahlungsmittel der Stadt erschöpft werden würden.

Amt adelt niemand.
[RSpW]
i] Nicht der Amtsbesitz führt zum Adel, sondern der Adel besitzt die Ämter. Die Rechte und Ämter, die der Adel besaß, erwarben sie durch den Geburtsstand, es waren Folgen, nicht Ursachen des Adels.

Amt bringt Ehre, aber die Tugend nicht immer Amt.
dä] Som ved amt erlangen ere, sau bör amt erlanges ved dyd.

Amt bringt Käppchen.

Amt bringt Samt.

Amt gibt Kappen(, sind's nicht Kappen, so sind's doch Lappen).
i] Der Ursprung dieses Sprichworts fällt nach den Berichten Grunar's in seiner 'Preussischen Chronik' in die Zeit des Hochmeisters Heinrich von Richtenberg, der von 1470-77, obwohl in großer Armut, regierte, da Preußen sich nach dem verderblichen dreizehnjährigen Kreige noch nicht erholt hatte. Diese Dürftigkeit drückte auch die Ordensbrüder, und oft war nicht einmal so viel Geld in der Kasse, dass ihnen die nötigen Kleider angeschafft werden konnten. Einer darunter, Matthias von Beybelen, bat den Hochmeister zu wiederholten malen um ein neues Kleid, zeigte ihm die zerrissenen Lappen, erhielt aber immer schlechten Trost. Auf fortgesetztes anhaltendes Bitten gab ihm endlich der Hochmeister das Amt, die Zinskäse von den Schäfern einzunehmen, wobei er bald so viel erwarb, dass er sich ein neues Kleid anschaffen konnte. Als sich nun viele über die schleunige Verbesserung seiner Umstände wunderten und ihn darum befragten, pflegte er zu antwowrten: Amt gibt Kappen. Diese Antwort wurde zum Sprichwort, auch außerhalb Preussens, und wird gebraucht von denen, welche bei geringer Besoldung sich Nebenzugänge zu verschaffen wissen)

Amt hat Würde, aber die Würde nicht stets das Amt.
dä] Som ambt besidder vaerdighed, burde vaerdighed besidder ambt.

Amt lehrt den Mann.

Amt macht verdammt.
i] Wenn es schlecht verwaltet wird.

Amt ohne Sold ist ein Schlüssel zu der Untertanen Gold.

Amt ohne Sold macht Diebe.
dä] Bestilling uden lön giver tyve.

Amt ohne Verstand gilt wenig im Land.
la] Est decor obtusus cui nullus competit vsus.
sd] Lithin makth aer vm then hedher aenghin dygdh fölgher.

Amt und Können sind nicht zur Last.

Amt und Person soll man unterscheiden wohl.

Amt und Werk zeigen an, was der Mann kann.
fr] L'office et la somme, monstreront quel soit l'homme.

Amt und Würde gibt eine scheinbare Überlegenheit, welche selten von der persönlichen begleitet wird: Denn das Schicksal pflegt sich an der Höhe des Amtes durch die Geringfügigkeit der Verdienste zu rächen.
Baltasar Gracián y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Amt wird keinem zur Eh' gegeben, drum soll man's brauchen, weil man's hat.

Ämtchen bringen Käppchen,
Ämtchen bringen Läppchen,
Reißen oft die Kappen
Und das Kleid in Lappen.
Goethe, Zahme Xenien VIII

Ämtchen bringt Käppchen.
i] Mönche tragen Kapuzen, Bischöfe Mützen, Äbte 'Käppchen', Kardinäle Hüte, der Papst eine dreifache Krone. Jedes kleine Amt wirft Vorteile ab.
ndt] Alle Ämter gevt Kappen.
ndt] Empter geben Kappen.
ho] Het ambt geeft kappen.
fr] Il n'y a point d'emploi sans bénéfice.
fr] On ne peut manier le beurre, qu'on ne s'engraisse les doigts.
la] Quodlibet officium lucri pinguedine crassum.

Ämter geben Töpfe, aber keine Köpfe.
fr] Point de bénéfice sans charges.

Ämter geben Würde und Bürde.
[RSpW]
i] D. h. Rechte und Pflichten.
la] Capere (o. Tradere) provinciam. Plato

Ämter kommen oben, die Eheleute werden unten zusammengeschoben.
ho] Brui loften en officiën worden van den hemel toegeschikt.

Ämter machen wohl dicke Bäuche, aber keine vollen Köpfe.

Ämter sind Brunnen.
dä] Bestilling erne (em beder) ere guds, dog personnerne ere tis dievelens.

Ämter sind Gottes, die Amtleute des Teufels.

Ämter und Ehren stehen ihm an, wie dem Ochsen ein Sattel und dem Esel eine Bischofsmütze.

Ämter und Posten hängen nicht am Baum, aber am Schiebkarren (= Gönner).
ho] Ambten en posten hangen niet ann den boom, maar wel aan den kruiwagen.

Ämter und Zünfte müssen so rein sein, als wenn sie von den Tauben gelesen wären.
i] Wer in eine Zunft oder Gilde aufgenommen zu werden verlangt, darf nicht in Ansehung seiner Geburt, noch seines Lebenswandels beurteilt werden. Den Gedanken: Wer zu einem Amte gekommen ist, muss es nach Ehre und Würde desselben führen, drückten die Griechen in dem Sprichwort aus: Wer nach Sparta gekommen ist, schmückt es!
la] Spartam nactus est, hanc orna.

Ämter wären schon gut, wenn nur die Rechenschaft (das Rechnungslegen, Rechnungtun) nicht wäre.

Ämter, die besten, darben, tragen Stroh statt Garben.

Ämter, wobei die darben, die sie verwalten, sind Diebesanstalten.

Ämterlaufbahn
la] cursus honorum

Ämtle - Schlämple.
i] Schlamp = nachlässiges Tun oder Nebengewinn.

Amtleute geben dem Herrn ein Ei und nehmen den Untertanen zwei.

Amtleute haben die Schlüssel zu der Bauern Gelde.

Amtleute hüten wie der Fuchs die Gänschen, und richten wie der Wolf über die Schafe.

Amtleute kommen eher in Gefahr als ein Schiffmann.

Amtleute machen ein Loch auf und stopfen das andere zu.

Amtleute müssen klug sein.

Amtleute müssen manche Pille verschlucken.

Amtleute nehmen die Leilaken (Inletten) von einem Bette und decken sie aufs andere.

Amtleute nehmen von den Füßen und decken (schmücken) damit den Kopf.

Amtleute nehmen von einem Altar und schmücken damit den anderen.

Amtleute schneiden das beste Stück vom Tuch, Gott geb', dass dem Herrn zu einem Rock übrig bleibt.

Amtleute sollen die Bauern hegen und nicht fegen,
sich ihrer erbarmen und sie nicht verarmen,
in Not erfreuen, nicht mit Strafe bedräuen,
ihre Arbeit ehren und nicht beschweren.

Amtleute und Pfleger,
Förster und Häger,
Schaffner und Jäger,
Schösser und Prokurator,
Verwalter und Kurator
haben nicht großen Lohn,
werden gleichwohl reich davon.

Amtleute und Schösser bauen schöne Schlösser.
z] Amtleute und Schösser (Zoll- und Steuerheber) bauen große Häuser und Schlösser, und kriegen doch wenig Sold, sind nicht treu noch hold, die Rechnung kann nicht fehlen, die Diebe müssen stehlen. Preußischer Hausfreund, Berlin 1810

Amtmann - verdammt man.

Amtmann Bär
Schickt mich her,
Ich sollte holen
Zwei Pistolen,
Eine für dich
Und eine für mich,
Ich bin ab
Und du noch nicht.
Abzählvers

Amtmänner kommen schwer in den Himmel.
z] Der Teufel war einst in einer Spielgesellschaft, da bekam er Nachricht, dass nächsten Tag ein Amtmann begraben werde.

Amtseid wird manchem leid.

Amtssessel
la] sella curulis

Amul hot a Meisel a Heisel.
Jüdisch-deutsch, Brody
hdt] Manchmal hat ein Mäuslein ein Häuslein.
i] Wenn sich jemand auf unbedeutende Dinge viel einbildet. In Warschau auch, um ein gewisses Siegesgefühl darüber auszudrücken, dass man endlich in den Besitz einer Sache gelangt ist, die man lebhaft gewünscht hat; so wie etwa die Maus stolz auf ihr Loch ist, das zu ihrer Wohnung führt.

Amyris ist wahnsinnig.
i] Dies altgriechische Sprichwort wurde gebraucht, wenn einer allein eine Gefahr voraussah und sich deshalb bei Zeiten in Acht nahm, andere ihn aber deswegen zum Narren hielten, bis sie endlich ihren Schaden einsahen, dass sie Narren gewesen. - Amyris, ein Sybarite, war von seinen Landsleuten nach Delphis geschickt worden, um das Orakel zu fragen, wie lange sie sich ihres glücklichen Zustandes zu erfreuen haben würden, worauf er die Antwort erhielt: so lange, bis sie würden anfangen die Menschen mehr als die Götter zu ehren. Als Amyris glaubte, dass ein solcher Fall eingetreten sei, packte er seine Sachen zusammen und zog fort, die Sybariten nannten ihn wahnsinng, mussten aber erfahren, dass ihn ein richtiger Blick dem Unglück zu rechter Zeit entzogen habe.

An (seidenem) Faden hängen
la] pendere filo

An Aegidius man säen muss.
Masuren
pl] Jelzi, si ac wygelziij.

An Agathe (10.1.) Sonnenschein bringt viel Korn und Wein.

Än äht versöfn seng.
Siebenbürgen/Sachsen
i] In etwas ersoffen sein, tief darin stecken.

An Ai is an Ai, sad thi Pruwst, man hi greab doch efter at gratst.
Föhr
hdt] Ein Ei ist ein Ei, sagte der Propst, aber er griff doch nach dem größten.
i] Man will damit sagen, dass Geistliche wohl die Eitelkeit und Verachtung irdischer Güter predigen, aber da, wo es Gelegenheit zum Zulangen gibt, gerade nicht blöde sind.

An Akschen (Eigensinniger) fallt in der Blote herein.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Blote = Polota, polnisch = Strassenkot. Das gewöhnliche Los des Eigensinnigen ist, dass er sich beschädigt, zu Nachtheil kommt, den Kürzern zieht.

An Alexis send' ich dich;
Er wird, Rose, dich nun pflegen.
Christoph Aug. Tiedge, Das Echo oder Alexis und Ida. Die Sendung der Rose (1812). Melodie von Friedr. Heinr. Himmel (1814)

An alle Himmel schreib ichs an,
die diesen Ball umspannen:
Nicht der Tyrann ist ein schimpflicher Mann,
aber der Knecht des Tyrannen.
Morgenstern, Allen Knechtschaffenen

An allem ist zu zweifeln.
i] Wahlspruch von Karl Marx
la] De omnibus dubitandum.

An allem Ort und Ende
Soll der gesegnet sein,
Den Arbeit seiner Hände
Ernähret still und fein.
Friderici Ehren-Liedlein (1614), Familiengemälde

An allen Ecken und Enden.

An allen Gliedern zittern.
i] Von sehr Furchtsamen.

An allen Körpern, die wir lebendig nennen, bemerken wir die Kraft, ihresgleichen hervorzubringen. Wenn wir diese Kraft geteilt gewahr werden, bezeichnen wir sie unter dem Namen der beiden Geschlechter. Diese Kraft ist diejenige, welche alle lebendigen Körper miteinander gemein haben, da sonst ihre Art zu sein sehr verschieden ist.
Goethe, Aphorismen und Fragmente - Urphänomen

An allen Naturwesen, die wir gewahr werden, bemerken wir zuerst, dass sie einen Bezug auf sich selbst haben.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,4

An allen orten dieser welt wirdt Gottes macht uns fürgestellt.
la] Omnis in orbe locus, fert Deitatis opus.

An allen Orten ist gut leben.

An allen Türen anbossen.

An Allerheiligen (1.11.) sitzt der Winter auf den Zweigen.

An Allerheiligen geh' in den Wald,
nimm von der Birke einen Span,
und da siehst du es ihm gleich an,
ob der Winter warm ist oder kalt:
Ist der Span trucken,
wird ein warmer Winter anrucken,
aber ist er naß genommen,
wird ein kalter Winter kommen.

An Allerheiligen Sonnenschein, tritt der Nachsommer ein.

An alles kommt ein Ende außer an Frauenarbeit und und Qual in der Hölle.

An alles leget die Natur die leise,
Doch unabwehrbar starke Hand; sie legt sie
An eines Kindes liebliches Gebild,
Wie an die Rosenknospe, und sie schafft
Sie beide voll und reif zu Mann und Rose,
So dass du Kind und Knospe nicht mehr kennst!
L. Schefer, Laienbrevier

An Allmende graben, die da frieden.
[RSpW]
i] Das Privateigentum musste von der Allmende nicht bloß durch einen Zaun, sondern auch durch einen neben dem Zaun gezogenen Graben geschieden sein, den der Privatbesitzer ziehen musste. Frieden - die Grenzen so klar stellen, dass kein Streit zwischen Nachbarn entstehen kann.

An alta Hahn und an alta Mann sind um fünf Kreuzer gnue.
Oberösterreich
i] Teuer genug bezahlt.

An alte Drênl.
i] Von drehen (kreisen). Eine alte Weibsperson, welche viele Jahre in einem Hause sich geschäftig umherbewegt hat.

An alte Hiebe muss man nicht denken.
i] Alte Hiebe schmerzen aufs neue, wenn man ihrer gedenkt.

An alte Scherben sein.
Oberösterreich
i] So werden wohl alle gebrechliche Leute in Oberösterreich genannt.

An alte Schuh' is alsfort zu flicke'!
Jüdisch

An altem Kessel beschmeisst man sich gern.

An altem Kuhfleisch kocht man lange (ist lange Kochens).
i] In schwierigen, verwickelten Angelegenheiten ist lange zu beratschlagen.

An alten Flinten, die nicht schießen, fehlt es nicht.

An alten häfen (Kesseln) und schälcken ist alls waschen verlorn.

An alten Häfen ist alles waschen, purgieren oder arzneien verloren.

An alten Hunden ist Chrisam und Tauff verloren.

An alten kesseln beromet man sich gern.

An alten Kesseln macht man sich rußig.

An alten Kesseln ramigt man sich.

An alten Kesseln reiben ist keine hohe Kunst und heisst Ramfangen.

An alten Schuhen gibt's dauernd was zu flicken.

An alten Stiefeln mag der Hund sich abkiefeln.

An alten Stiefeln schmiert man sich müde.

An alten Töpfen und schälken ist alles waschen verloren.

An alten Wölfen und bösen Menschen ist Hopfen und Malz verloren.

An Alter bricht, ün a Jünger baut, is noch nit gleich.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Dies den Rabbinern entlehnte Sprichwort preist die Vorzüge des Alters der Jugend gegenüber. Es behauptet, das Einreißen des erfahrenen Alters sei nützlicher als das Aufbauen der leichtsinnigen Jugend.

An alter Ochs is aa amal a Kaibl gwesn.

An alter oder ungewisser schuld nimmt man haberstroh.

An an Stich anhäng'n.
i] Ihm eine beißende Rede geben. Wenn diese gar zu verständlich oder persönlich war, nannte man sie Messnerstich.

An anbrennts Scheitl brennt besser als an anders.

An anderen enden ist auch gut brodt essen.

An anderen enden sind auch leut.

An anderer leute kindern und an frembden hunden hat man das Brot verloren.
v] An ander Lüte Kinder und a frönde Hünd het me's Brot verlore.
Schweiz
i] Der Hund läuft davon, oder man muss ihn seinem Herrn unentgeltlich wiedergeben. Wird auch auf den Fall angewandt, wenn jemand auf fremden Acker rechtswidrig gebaut hat und dadurch der Ernte verlustig geht.
ho] Aan vreemde lieden kinderen en vreemde honden is somtijds de kost verloren.
la] Qui canem alit exterum, huic praeter lorum nil fit reliquum.
ho] Qui canem alit peregrinum, huic nil reliqui fit, praeter linum.
sd] Fåfäng kost på annars barn och hundar.

An andern Leuten zum Ritter werden wollen.

An andern Orten ist auch gut Brot essen.

An andern sieht man das kleinste Läuschen, an sich keine Hundslaus.

An anneri Mutter hat a (auch) a liabes Kind.
Franken
i] Damit tröstet sich, wer einen Korb erhalten hat.

An anne's Oast (ein anderer Ort), an andere Mensch.
Tirol

An annrer Bauch, an annrer Brauch.
Franken
i] Auf schwangere Frauenspersonen angewandt.

An Anschlägen geht oft viel ein wie an rohem Tuche.
dä] Paa anslag gaaer meget ind, ligesom klæde og gammelt kiød.

An Anschlägen verliert man am meisten (o. am wenigsten).

An är Hitte (Ziege) un an 'n Schwein is nit vill doktern.
Sauerland
i] Hitte, in der westlichen Mark: Hippe, Hessen: Hitz.

An arme Haustür folgt oim auf Weg un Steg.
Schwaben

An arme Leut wünscht man die Schuh, so geht es in der Welt hier zu.

An armen Leuten will jeder sich die Schuhe wischen.
sd] Den fattige är hwars mans skostrok.

An armen Mannes Hoffart wischt der Teufel seinen Bart.
ho] Eens armen mans hoovaardij is niets waard.

An Armen weiß man nichts zu gewinnen.

An armer Hascher.
Steiermark
i] Häscher = Schlucker; bei Frauen: Häscherin, arme Haut.

An armer Leut' Bart lernt der Junge scheren.

An armer leut hochmut (hoffart) wischt der Teufel den arss.
z] An Hoffart, da wischet der Teufel seinen Hindern an; Und ob sie wohl fast drücket, so kan sie doch nichts machen, denn sie hat nichts im Bauche.
Luther
z] Wo Hoffart ist beim armen man, wüscht der Teufel den hindern an.

An armer Leute Bart lernt der Junge scheren.

An armer Leute hoffart wischet Meister Hämmerling die Nase.

An armer Leute Hoffart wischt der Teufel den Arsch.
ndt] An arme hoffart wischt der teifel den ars.
i] Nichtskönners Arroganz wirkt lächerlich.
z] Wo hoffart ist beim armen man, wischt der Teuffel den hindern an.
z] An solche Hoffart saget man, wischet der Teufel seinen Hindern; denn es ist in der Warheit alles eine arme elende, stinkende Bettelhoffart.
Luther
mhd] Armiu hôchvart deist ein spot.
mhd] Armiu hôchvart ist ein spot rîche dêmuot minnet got.
mhd] Mich wundert armiu hôchvart, und ist alter man unwîs.
ho] Aan arme lieden hoovaardij vaagt de duivel zijn' aars.

An armer Leute Hoffart wischt der Teufel seine lateinische Kunst.

An armer Leute Kinnlade lernt der junge Zahnarzt Zähne ausbrechen.
Russland

An artlige Paröse sein.
Oberösterreich
i] Ein sonderbarer Mensch.

An Arwêt fehlt' 't mi nich, söä de barliner Silberpolêreren, bi da polêr ick Silver un Awends Nilköppe.

An Ases(Mechüzeph-)Punim.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Ein unbescheidener, frecher Mensch.

An Aufgeklärter in a klein Städtel esst Kasche mit Chrilene.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Kasza = Grütze, Chrilene = Talg, Unschlitt. Unter 'Aufgeklärter' verstehen die rechtgläubigen Juden einen Anhänger der modernen Richtung, der sich über Religionsvorschriften, wie z.B. die Speisegesetze, hinwegsetzt. Um sie lächerlich zu machen, sagen sie, ein solcher aufgeklärter oder Reform- Jude lege, zumal in einer kleinen Stadt, wo es ihm fast an Gelegenheit zu sündigen fehle, seine Aufklärung dadurch an den Tag, dass er trotz des Verbots, ja selbst auf Kosten des guten Geschmacks, seine Grütze mit Talglichtern schmalze.

An aufsteigenden Ängsten leiden.

An Augsburg schreiben.
i] Sich erbrechen.

An Augustin (28.8.) ziehn die Wetter (o. gehen die warmen Tage) dahin.

An ausgeräucherte Lülke.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] ausgeräucherte = durchgerauchte; Lülke = Lulka, ruthenisch = Pfeife. Von erfahrenen, durchtriebenen Menschen, in dem Sinne von Junge und Kind. Die Pfeifen, besonders die meerschaumenen, sind nur dann dauerhaft und geschätzt, wenn sie eine Zeit lang im Gebrauch gewesen, also durchgeraucht sind.

An ausgestanden (überwunden) Ungemach ist zu denken leichte Sach'.
la] Quod fuit durum pate, meminise dulce est.

An Bänken können auch schwache Leute gehen.
dä] Ved benke og stöd kunne og svage folk gaae.

An Barthelmä gehn die Gewitter wieder he (heim).
Sachsen

An bäsen Hund geit mer (gibt man) zwä Brocken.
Franken

An Bäumen wächst Moos, Männer werden bärtig.

An Beinen ist gut Fleisch nagen.

An Beinen ist niedlich fleisch zu nagen, als man gemeiniglich tut sagen.
la] Dulcior est caro, quae magis ossibus haeret ubique.

An bellenden Hunden sollen hohe Leut kein Hundschläger werden.

An Benedictus (21. März) man Hafer (o. Gerste, Erbsen, Zwiebeln) säen muss. ]BR]

An Benedictus (21.3.) man Hafer (o. Gerste, Erbsen, Zwiebeln) säen muss.

An betj föör't Süünjhâid, sâd a Thiif, diar 'r hinget wees skul.
Amrum
hdt] Ein bischen für die Gesundheit, sagte der Dieb, da er gehängt werden sollte.

An Betschwestern
erkenn' ich alte Buhlerinnen ganz so sicher
wie an den Scherben eingeschlagne Töpfe.
Grabbe, Don Juan und Faust, III, 1 (Don Juan)

An Beutel hängen.
i] Starke Rechnung machen, in der Anrechnung, Geldforderung streng sein.

An Bildern schleppt ihr hin und her
Verlornes und Erworbnes;
Und bei dem Senden kreuz und quer,
Was bleibt uns denn? - Verdorbnes!
Goethe, Museen

An Böhm (Münze) un a Tippel Fett.
i] In Breslau als Bezeichnung eines dürftigen Lohnes.

An böse Tage denkt man länger als an gute.
fr] Memoire du mal alongue traße memoire du bien tuntost passe.
la] Maior longe ac diuturnior malorum quam bonorum memoria.

An bösem Erz und am Schlacken ist alles Schmelzen verloren.

An bösem Weib sich keiner reib'.

An bösen Hünj mut'm an Stak Broad du, that'r ean egh bat.
Nordfriesland
hdt] Einem bösen Hunde muss man ein Stück Brot geben, dass er einen nicht beiße.

An bösen Leuten gewinnt man nichts, weder mit guten, noch mit bösen Worten.

An bösen Taten lernt sich fort die böse Tat.
Sophokles, Elektra, 605 (Elektra)

An bösen Tieren ist nichts zu verdienen.

An bösen Weibern und räudigen Schafen hat es nimmer gefehlt.

An bösen Weibern, räudigen Schafen und falschem Geld ist kein Mangel in der Welt.
dä] Af onde kvinder og skabbede faar fattes ei mens verden staaer.

An bösen Zahlern mahnt man sich bald müde.

An böser ware ist nichts zu gewinnen.
i] Auch mit dem Zusatz: wenn schon gut Wort legst auf die Binnen.
it] Roba cattiva non è mai a buon mercato.
la] Judice me fraus est concessa, depellere fraudem.
sd] Elakt gods gjer slemm winning.

An Braten, den man einst gegessen, und Kleider, die man zerrissen, denkt man nicht mehr.
la] Vestis et escarum memor est quis preteritarum.
sd] Hwa minnis aethin math ok riwin klaedhe.

An Brot und Ehr' trägt man nicht schwer.
la] Mantica cum pane non est vectigal inane.
sd] Ae laettis mota byrdhe.

An Buben ist alle Wohltat verloren.

An Buhler Schwören tu dich nicht kehren.

An Butter ist noch niemand erwürgt.
Schlesien

An Carlyle ist es bewundernswürdig, dass er bei Beurteilung unserer deutschen Schriftsteller besonders den geistigen und sittlichen Kern, als das eigentlich Wirksame, im Auge hat. Carlyle ist eine moralische Macht von großer Bedeutung. Es ist in ihm viel Zukunft vorhanden, und es ist gar nicht abzusehen, was er alles leisten und wirken wird.
Goethe, Eckermann, 25.7.1827

An das armut wil yederman die schuch wischen.

An das besondere Glück der Studierten und Examinierten, der Staatswürdenträger aller Arten und Grade, glaube ich nicht recht und.stehe mit meinen Sympathien dem freien Bürgertum näher, dem Handel und Wandel, der Kunst und Wissenschaft.
Theodor Fontane, Briefe

An das Brett kommen.
i] Eine einflussreiche Stellung erhalten.
z] Wer ans Bret nit kommen kann, der ist nit ein geschickter Mann.
fr] Cet homme est le saint du jour.

An das Gesetz des Todes gebunden, geht alle Welt von hinnen, und alle Wesen gehen immerfort den Weg, den sie schon gegangen waren, der durch das Maß der Zeit gemessen ist und Schöpfung und Bestand zum Ziele hat.
Mahâbhârata

An das Göttliche glauben
die allein, die es selber sind.
Hölderlin, Menschenbeifall

An das grüne Tuch gesetzt werden.
i] In Gunst kommen, bevorzugt werden.
z] Zum Unterschied derer, die da felices, Hahn im Korbe seyn, an das grüne Tuch gesetzt werden, und bei den Jungfrauen durchschlagen.

An das schwarze Brett kommen.
i] An einer Schand-, Straf- oder Warnungstafel angeschrieben werden, in ungünstigen Ruf kommen.

An das Schwert gebunden sein.
i] Wohl in Bezug auf den Soldatenstand.

An de gröne Schnapp (grünen Schnabel) kennt man de jungen Vägels.
Rendsburg

An de Miggda kommet de Ungeschickta.
i] Der allgemeine Glaube vom Mittwoch.

An de Wieg sihn können, wenn et Kend Schlôp het (o. kakken well).
Meurs
hdt] An der Wiege sehen können, wenn das Kind geschlafen hat (o. kacken will).
hdt] Hei kann et der Weige anseien, wann dat Kind kacken will.

An dei Diern drängen s' sik an as dei ollen Wiewer an'n Fischwagen.

An deinem Kopfe klingt's am hellsten, sagte Boleslaw zum Narren.
Schlesien

An deiner Sprache rüge
Du schärfer nichts denn Lüge.
Die Wahrheit sei dein Hort!
Uhland, Die deutsche Sprachgesellschaft

An deiner Sprache, Deutscher, halte fest!
Weh dem, der diesen Schatz sich stehlen lässt.
Wer erst beginnt, das reine Wort zu fälschen,
Dem kann gar bald auch Kopf und Herz verwelschen.
Otto von Leixner, Aus dem Leben für das Leben

An dem Armen sind viele große Fehler zu sehen.
Irland

An dem Barte der Narren lernt man scheren.

An dem Eingang der Bahn liegt die Unendlichkeit offen;
Doch mit dem engesten Kreis höret der Weiseste auf.
Schiller, Menschliches Wirken

An dem feinsten Laken ist der größte Betrug.

An dem fremden tisch dein reden spar, so wird lob schier offenbar.
la] Dum conuiuaris, caueas ne multa loquaris.

An dem Füchselein siehst du schon
Dass er eines Fuchses Sohn.
Jüdisch

An dem Füchslein siehst du schon, dass er eines Fuchses Sohn.

An dem Gaste wird's verspürt, wie der Wirt den Handel führt.

An dem gegenwärtigen Übel soll man ein künftiges tragen lernen.

An dem Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.

An dem hat er seinen Mann gefunden.
ho] Hij heeft zijn' man in dem gevonden.

An dem hewwe mir nix verloren un sie nix gewunne'.
i] Von einem charakterlosen Menschen, der vom Judentum zum Christentum übergegangen ist.

An dem Hut der Flor bracht' ihn wieder empor.
i] Der Tod seiner Frau verbesserte seine Vermögensverhältnisse.

An dem is die Schmad (Taufe) verloren.
i] Es war überflüssig ihn zu taufen, da er schon längst aufgehört hat, Jude zu sein.

An dem is kei Massel un kei Broche, kei Broche un kei Zloche.
Jüdisch-deutsch
i] Wenn jemand kein Glück hat.

An dem is 'n Avkate (Advokat) verdorben.

An dem ist Chrisam (o. Chrisom) und Taufe verloren.
i] Alles, Mühe und Kosten umsonst verwenden. Wohl ursprünglich von solchen Proselyten, die um des Gewinnes wegen einen anderen Glauben angenommen.
la] Oleum et operam perdidit.

An dem ist Chrisom und Tauf verloren.

An dem ist die Taufe (Schmad) verloren.
i] Er ist schon längst so wenig Jude mehr, dass er die Taufe nicht nötig hatte.

An dem ist Eure Kunst verloren.
Schiller, Maria Stuart, 1, 3 (Paulet)

An dem ist hacken und düngen verloren.

An dem ist Hopfen und Malz verloren.
ndt] An den is hoppen un molt verloren.

An dem ist kein gut Fäserlein.
Ulm

An dem ist kein Tadel von der Fußsohle bis zum Scheitel.
la] Candidus et talos a pertice pulcher ad imos. Horaz

An dem ist kein verfallener Schlag.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Er bleibt keine Antwort schuldig.

An dem ist keine falsche Ader.
fr] veine = Ader und Glück, mauvaise veine = Unglück
z] Ka Tüpferl, ka Stäuberl, ka Unaderl hat's. (Kein Unäderchen, d.h. keinen Makel, von einem Kind)
Joh. Gabr. Seidl, Niederösterreichische Flinserln, 1828 ff.

An dem ist Kost und müh verloren.

An dem ist nicht viel Gesundes.

An dem keine Besserung ist zu hoffen, dem gibt Gott wie Judas den fetten Bissen.

An dem Kopfe des Narren lernte er barbieren.

An dem läuft alles ab.
i] Von einem, bei dem aller Tadel, alle Ermahnungen vergeblich sind. Der Tadel erscheint hier als Regen, wie auch sonst strafende, scheltende Worte als eine Flut, und wie man auch ganz allgemein sagt, dass die Worte fließen. Wer einen solchen Regen hat über sich ergehen lassen müssen, ist ganz 'betroft' (betrauft), 'steht da, wie ein begoßener Pudel.
fr] C'est comme la pluie sur le dos d'un canard.
i] Wie Regenwasser, das vom Rücken einer Ente heruntertrieft, ohne durch die Federn zu dringen.
la] Asinus compluitur.

An dem öden Strand des Lebens,
Wo sich Dün auf Düne häuft,
Wo der Sturm im Finstern träuft,
Setze dir ein Ziel des Strebens.
Unter schon verloschnen Siegeln
Tausend Väter hingestreckt,
Ach! von neuen, frischen Hügeln
Freund an Freunden überdeckt.
Goethe, Trauerloge

An dem Ort, wo der Rücken seinen ehrlichen Namen verliert.

An dem Pfälzer ist nichts als ein großes Maul.
i] So spotten die Bayern über die Pfälzer; diese dagegen rächen sich an den Bayern durch ein anderes Sprichwort.

An dem Platze, den der Tiger gern hat, legt er auch seine Flecken nieder.
Surinam
i] Wer eine gute Nummer bei ihm hat, kann alles erlangen.

An dem Rechtschaffenen kann der Neider sich die Zähne ausbeißen.
Estland

An dem Scheine mag der Blick sich weiden;
Des Genusses wandelbare Freuden
Rächet schleunig der Begierde Flucht.
Schiller, Gedichte: Das Ideal und das Leben

An dem Schwachen will sich jeder reiben.
i] Jeder will sich an den Schwachen die Schuhe wischen.
it] Alla macca ognun si ficca.

An dem Tag Vinzenzius (22.1.), jede Rebe treiben muss.

An dem Tag, an dem die Maschine in den Dienst aller Menschen gestellt wäre, würde sie dem Menschen die nötige Zeit für die Realisierung menschlicher Absichten verschaffen.
Triolet, Das rote Pferd

An dem Tag, an dem du nackt herumläufst, triffst du bestimmt deine Schwiegermutter.

An dem Tag, da eine Frau gegen ihren Mann rücksichtsvoll wird - ist alles gesagt.
Honore de Balzac, Physiologie der Ehe

An dem Tage, an dem einer alles weiß, laß ihn sterben.
Nigeria

An dem Tage, da ihr davon esset, werden euch eure Augen aufgetan.
1. Mose 3,5a
i] Davon = von Früchten des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen.

An dem Tage, wo man Butter und Knoblauch isst, braucht man sich nicht vor Gift zu fürchten.
Polen

An dem Tisch und auf dem Bette soll sich niemand schämen.

An dem Übel, das der Mensch fürchtet, stirbt er.
Spanien

An dem Werke erkennt man den Meister.
fr] A l'oeuvre on connaît l'artisan.

An dem Willen der Menschen und gespanntem Gewand (Tuch) geht viel ab.

An demselben Joche ziehen.
i] Ein gleiches Geschäft mit jemand treiben, dasselbe Schicksal mit ihm teilen.
la] Idem egoque tuque ducimus pariter jugum.
la] Idem jugum trahere.

An demselben Strumpfe stricken.

An den Altar (o. in das Asyl) flüchten (o. fliehen).
i] Sich retten, sich in Sicherheit bringen. Die letzte Zuflucht nehmen. Ehemals floh man in der äußersten Not an die Altäre der Götter, weil es für Frevel galt, von da jemanden wegzureißen.
ho] Het altaar kan den booswicht niet van straf bevrijden.
la] Ad aram seu ad asylum confugere. Cicero
la] Tanquam ad aram.

An den alten Schnee denkt man nicht meh'.
sd] Fram faren snö är snart glömder. - Seent tala om den snön som i fjol föll.

An den ältesten Männern und Schulen gefiel mir am besten, dass Poesie, Religion und Philosophie ganz in eins zusammenfielen, und ich behauptete jene meine erste Meinung nur um desto lebhafter, als mir das Buch Hiob, das Hohelied und die Sprüchwörtef Salomonis ebensogut als die Orphischen und Hesiodischen Gesänge dafür ein gültiges Zeugnis abzulegen schienen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,6

An den Anfang eines Buches setzen: Ich habe keine Typen gesehen, wohl aber Individuen.
Jules Renard, Ideen, in Tinte getaucht

An den Arbeiten wird man es erkennen.

An den Augen kann man das Herz erkennen.
Estland

An den Augen sieht man, was einer ist und was er kann.

An den augen teublein und in den hertzen teuflein.
Trymberg, um das Jahr 1280.

An den besten Post schlät man dat Heck.

An den bettelstab geraten (o. gedeihen).

An den der Trunk oft ist kommen, der gehört ins Bett.

An den Dornen bleibt viel Wolle hängen.

An den Enden erkennt man die Naht.
fr] La lisière est pire que le drap.

An den Enden erkennt man Naht (und Gewebe).

An den Exempeln, die ich beibringe, von allem, was ich gehört oder gelesen, habe ich mich gehütet, auch die leisesten und geringfügigsten Umstände zu ändern; mit Wissen verdrehe ich kein Jota; mit meinem Nichtwissen - ja, das weiß ich nicht!
Montaigne, Essais

An den Fähnlein sieht man, wer den Sieg davongetragen.
la] Victrices turbae victricia signa tulere.

An den Federn erkennet man den Vogel.
bm] Po zpevu (letu, perí) ptak poznán bývá.
en] A bird is known by ist faethers.
fr] A la plume et au chant l'oiseau et au parler le bon cerveau.
fr] On (re)connaît l'oiseau à son plumage.
it] Al cantare l'uccello, al parlare il cervello.
it] L'elefante si conosce dalla tromba, il leon dalle branche.
kroat] Ptica po perji poznas.
la] Ex nido plumisque suis noscenda volucris.
la] Ex plumis cognoscitur avis.
pl] Znac ptaka po pierzu.
sp] Las aves son conocidas por las plumas.

An den Federn erkennt man den Vogel.

An den Federn kennt man den Han, am Gsellen ein jeden Gespan.

An den Federn sieht man wohl, dass eine Eule keine Taube ist.
ho] Men ziet aan de veeren wel, dat een kerkuil geene duif is.

An den Fehlern erkennt man den Menschen, an den Vorzügen den Einzelnen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit, Anhang II - Biographische Einzelnheiten

An den Fersen sihet man, ob einer mit dem Gesess könn zundel schlagen.

An den Festtagen die guten Streiche.
i] Die Festtage sind den Dieben günstig.
fr] Aux bonnes fêtes les bons coups.

An den Franzosen sieht man recht die Zusammenwirkung von Geist und Leib, die ganze Armee ist ein Mensch, der keine Anstrengung, keine Ermattung und nichts scheut.
Goethe, Riemer, Oktober/November 1807

An den Freunden erkennt man dich selbst. Estland

An den Freunden erkennt man dich selbst.
Estland

An den Früchten erkennt man den Baum.
en] A tree is known by its fruit.
fr] On reconnaît l'arbre à son fruit.
it] Dai frutti si conosce l'albero.
la] E fructu cognoscitur arbor.
sp] Por el fruto se conoce el árbol.

An den Galgen der Leib, und die Seele hole wer will, sagt Käsbier.
ho] Het lijf der galg, en de ziel dengenen, die ze wil, zei de deugniet.

An den Galgen kommt man immer noch zeitig genug.
ho] Het is geen jagtwerk, ter galge te gaan.

An den Gästen man spürt, wie der Wirt sein Handel führt.

An den Gemärken erkennt man die Waren.
it] Dalla marca si conosce la mercanzia.

An den gemeinen Kasten geraten.
i] An den Bettelstab, der Armenpflege anheimfallen.

An den Gesellen erkennt man den Gesellen.
mhd] Den man acht ich sicherlich reht als er gesellet sich.
mhd] Ezn hât dekein geselleschaft mit ungelîchem muote kraft.
fr] Au regarder connoist on la personne.
fr] Au semblant cognoit on l'ome.
fr] Au semblant conoit l'en la gent.
la] A bonis disces bona, et malis te immiscens mentem amittes.
un] Embert a társáról, hogy ha nem magáról, könnyen megesmérheted.

An den Getreideschößlingen erkennt man (noch nicht) das Getreide.
Estland

An den griechischen Kalenden
i] niemals, denn die Griechen rechneten die Tage anders als die Römer, hatten also keine Kalenden

An den großen Männern tröstet sich die Menschheit über die Erbärmlichkeit ihres Alltags.

An den Haaren herbeigezogen
en] farfetched - dragged in by the head and shoulders (o. by the ears)
fr] tire par les cheveux
it] tirato per i capelli (o. con gli uncini)

An den hab i schon lang a Gradn g'funden.
i] Ein Hindernis, wie eine im Halse steckende Gräte es ist.

An den Hacken kann man sehen, ob einer kann gehen.
dä] Det kiendes paa hans hæle hvad helbred han haver.

An den Hoffnungen erkennt man die Toren, denn sie erfüllen sich nie. Sie hüpfen wie Irrlichter vor uns her und ziehn uns in das Elend hinab.
Ludwig Tieck, Karl von Berneck (Karl)

An den hohen Bäumen merkt man am besten, woher der Wind kommt (o. weht).

An den Hörfehlern aber ist der Diktierende gar oft selbst schuld. Man horche nur, wenn in Gesellschaften vorgelesen wird, ob wohl alles zur Klarheit kommt? Man merke den Schauspielern auf!
Goethe, Schriften zur Literatur, Hör-, Schreib- und Druckfehler

An den Hörnern faßt man den Ochsen, am Wort den Mann.

An den Hunden liegt's nicht, wenn die Pferde sterben.

An den Hungerpfoten saugen
z] Im Jahre 1347 herrschte eine furchtbare Hungersnot im ganzen Lande (Elsass) und war großes Elend. Zur Erinnerung daran wurde das große Hungertuch gemacht, welches noch heutzutage von Aschermittwoch bis zum Sonntag nach Ostern über den Hauptaltar gespannt wird, um die Ornamente desselben zu verhüllen.
z] Dich soll lehren das Hungertuch, so man aufspannt (am Aschermittwoch vor dem Altarbilde) Abstinenz und Fasten.
z] ... Den nechsten Sonntag darnach gibet man der Fassnacht vrlaub verbutzet vnd verhüllet sich aber, trinken sich voll, spielen vnd rasseln zuletzt. Alsdan folget die trawrige Fassnacht, darin essen sie (die Römischen) viertzig Tag kein Fleysch, auch nicht Milch, Käss, Eyer, Schmaltz, dann vom Römischen Stuel vnd gnad erkaufft. Da beichten die Leut nach ordnung. Da verhüllet man die Altar vnd Heiligen mit tuch vnd lässt ein Hungertuch herab, das die sündigen Leuth die Götzen nicht ansehen noch die heiligen Bilder die Sünder.
z] So müssens oft am Hunger gnagen.
en] to be starving
fr] tirer le diable par la queue - traîner la savate
it] patire (o. fare) fame
la] Cum exossis suum rodit pedem.
ndt]Am Hungertuche nehen.
z] Vnd muss am hunger Thuch selb nehen.

An den Kater muss auch ein Freigeist glauben.

An den Kehraus denken.
i] Ans Ende.

An den Kindern erkennt man die Eltern.
Estland

An den Klauen erkennt man den Löwen (o. die Katze, den Vogel).
z] Bedarf es denn immer der Klaue, dass man den Löwen erkenne? Auch nur eine Flechte seiner Mähne ist oft genug. Börne, Gesammelte Schriften, Hamburg 1840
i] Wird meist ironisch gebraucht, soll aber, nach Lucian, dem Phidias seine Entstehung verdanken, von dem man erzählt, er sei im Stande gewesen, nach der Klaue eines Löwen die allen Teilen proportionierte Gestalt eines Löwen zu fertigen.
en] Yoh know the lion by his claws.
fr] A la griffe, on reconnaît le lion.
fr] A l'ongle on connaît le lion.
fr] On connaît le cerf à ses abattures.
ho] Naar den klaauw moet het beest wezen.
ho] Uit den klaauw kent men den leeuw.
it] Dalle unghie si conosce il leone.
la] Ex ungue leonem.
la] Leonem ex unguibus aestimare.
sp] Por las uñas se descubre el león.

An den Klauen erkennt man wohl den Löwen, aber die Klauen allein machen ihn nicht.

An den Klauen saugen.
fr] Il ronge son râtelier.

An den Kleidern sieht man, was einer im Schilde führt.
bm] Ze satu se vidí obyčeje lidí.
pl] Szata wydaje człeka obyczaje.

An den Kniegalgen, sagte jener, als ihn die Magd an den Galgen wünschte.
z] Kniegalgen' = obscoene sumitur pro exercitatio veneris, quasi dicas furca carnalis.

An den Köder picken.

An den Krallen erkennt man die Katze (den Löwen).

An den kranken Zahn stößt die Zunge an.

An den Lämmern sieht man, was die Schafe tragen.
i] In Beziehung auf Kinderzucht.

An den Lappen lern die hund leder fressen.
Luther
ho] Allengskens lappen leert die hont dat leer eten.
la] Particulis discit corium canis esse quod id seit.

An den leplin (Läpplein) oder riemen leren die hund leder fressen.
la] Discendo dicere discunt.
la] Periculosum est canem intestina gustasse.

An den Majoriten, nicht an den Minoriten muss man den Anfang zur Besserung machen, sagte Kaiser Sigismund.
i] An den hohen Orden.

An den Menschen sind vorn und hinten, wie an den Büchern, zwei leere, weiße Buchbinderblätter - Kindheit und Greisenalter.
Jean Paul, Aphorismen: Sieben goldene Sprüche

An den Mienen erkennt man den Schalk (o. Wirt).

An den Nagel kann man alles hängen.
Warmbrunn
i] Lerne in der Jugend soviel als möglich; es ist viel leichter, erlernte Fertigkeiten und Kenntnise ohne Anwendung zu lassen, als sie nachträglich zu erwerben, wenn man ihrer bedarf.

An den Novellen des Cervantes habe ich einen wahren Schatz gefunden, sowohl der Unterhaltung als der Belehrung.
Goethe, An Schiller, 17.12.1795

An den Ohren erkennt man den Esel.

An den Ohren erkennt man die halben, am Schreien die Stocknarren.
la] Ex verbis fatuos, ex aure tenemus asellum.

An den Pfoten saugen.

An den Pier kommen.
Meurs
i] Wurm, d.h. anlaufen, übel ankommen.

An den Prozessen ist das Schlimmste, dass aus einem hundert entstehen.

An den Rabenstein kommen.

An den Rand
i] Anmerkungen zu Schriftstücken
la] ad marginem
Vergilius Maro grammaticus, Epistulae

An den Rhein, an den Rhein, zieh nicht an den Rhein,
Mein Sohn, ich rate dir gut;
Da geht dir das Leben zu lieblich ein,
Da blüht dir zu freudig der Mut.
Simrock, Warnung vor dem Rhein

An den riemen lernen die hund das leder fressen.
mhd] Fóne démo limble se begin nit tir húnt lèder ézzen. 10. Jahrhundert
fr] On ne commence jamais par de grands crimes.
la] A teneris assuescere multum est.
la] Canis a corio nunquam absterrebitur uncto. Horaz
la] Difficile est assueta relinquere.
la] Ligularum fur tandem et marsupia suppilat.
la] Periculosum est, canem intestina gustare.

An den Rockschößen des Priesters klettert der Teufel auf den Turm.
sp] Por las haldas del vicario sube el diablo al campanario.

An den russischen Monat denken.
i] Wenn man eine Züchtigung u. dgl. nicht sogleich ausführen kann, sondern eine günstige Zeit, eine passende Gelegenheit abwarten will, so bedient man sich der obigen Redensart in dem Sinne, wie wir sagen: Ich werde mir's hinter die Ohren schreiben.
pl] Popamiętać ruski miesiąc.

An den Scherben sieht man, was ein Hafen (o. Topf) gewesen.
i] An seinen Taten erkennt man den Menschen.
fr] On voit bien encore aux tessons ce que fut le pot.

An den Schöffen liegt Gewinn und Verlust des Rechts.
[RSpW]
i] Nach ihrem Ausspruch muss der Richter entscheiden, er kann am Wahrspruch nichts ändern.
mhd] An den scheffen liget der gewin und die vorlust dez gerichts.

An den Schwalben merkt man, dass es Sommer ist.
i] Die Schwalbe gilt sehr allgemein als Verkünderin des Frühlings. Ihre Rückkehr wird in Griechenland durch die Jugend gefeiert, die, wie bei uns am Lätare-Sonntag den Tod austreibend, dort am 1. März gabenheischend am Orte umherzieht, indem sie eine künstliche Schwalbe an einem Faden in die Luft fliegen lassen und Schwalbenlieder singen. In Polen lässt die Jugend die ersten Schwalben singen:
z] Es waren hier Schober die Menge, jetzt sind keine mehr da.
ndt] Als ik fut trock, as ik fut trock, was Hus und Huof voll, nu ik wi'er kuem, nu ik wi'er kuem, es alles verrîten, verslîten, vertrîten, versplîten.
la] Aestatem loquitur hirundo.

An den Schwänzen der Schafe erkennt man den Hirten.

An den Spieß der Versuchung steckt der Teufel die meisten Braten.
Russland

An den Spieß gesteckt, so verdirbt nichts.
i] Grundsatz grausamer Feinde.

An den Sporen erkennt man den Hahn.
ho] Aan kam en sporen kent men den haan.

An den Stapfen kann man sehen, ob ein Pferd oder Fuchs gegangen ist.
bm] Vic chei čtyřem kolám včřiti, nez tčyřem nohám koňskyn.

An den Strümpfen kann man sehen, wo das Bein zerbrochen ist.
ho] Het is wel van de kous te zien, waar het been gebroken is.
sd] Man kan snart see på strumpan, hwar beenet är sönder.

An den Stürmen wilder Jugend freut sich das gesetzte Alter.
Scheffel, Der Trompeter von Säckingen

An den Tag (o. ans Tageslicht) kommen
en] to come to light
fr] paraître (o. éclater) au grand jour
it] venire alla luce (o. a galla)

An den Taten, nicht am Kleid erkennt man den Heuchler.
sp] Por las obras, no por el vestido, el hipócrita es conocido.

An den Tod denken, ist der Weg zur Weisheit.
i] Den Arabern gegenüber hat man aber im allgemeinen jede Erwähnung des Todes zu vermeiden. Der Tod ist ein leidiges Wort; nur der im Glaubenskriege macht eine Ausnahme. Sogar wenn nach einer verstorbenen Person gefragt wird, darf man nicht geradezu antworten, sie ist tot, sondern muss umschreibend erwidern: Möge Gott ihr gnädig sein. Der Frager weiß schon, was das zu bedeuten hat. Auch hat man, wenn man eines Verstorbenen gedenkt, bei Nennung seines Namens zu sprechen: Sei mir Gott gnädig.
fr] Celuy a grant sapience, qui iour et nuict a la mort pense.
it] Quello tiene gran prudenza, che' alla morto sempre pensa.
la] Summa sapientia mortis memoria.

An den Tod denkt er nicht, aber einen Sarg von Nussholz will er haben.

An den Tod muss jeder einmal glauben.

An den Wänden deines Hauses erkennt man, dass du ein Köhler bist.

An den weißen Stab kommen.
i] Zum Bettler werden.

An den werken erkenn dein freundt und in nöten beware denselben.

An den Werken erkennt man, wie das Herz gesinnt sei.
z] Bei den wercken erkennt man wohl, ob das Herz sey liebe vol.

An den Werken kann man's merken.
ho] Aan de werken zal men 't merken.

An den Worten erkennt man den Mann.
ho] De woorden doen den man kennen.

An den Worten erkennt man den Toren, wie den Esel an den Ohren.
la] Ex verbis fatuos, ex aure tenemus asellos.

An den Worten höret man, wes Geistes Kind er ist.
la] Effoeminatorum etiam oratio effoeminata.
la] Mihi quale ingenium habere, fuit indicio oratio.

An den Worten kent man den thorn, bei dem Angesicht den Morn.

An den Wundern erkennt man die Heiligen.
Frankreich
fr] C'est aux miracles que l'on connaît les saints.

An den Zähnen kennt man die Pferde.

An den Zäunen findet man keine gebratene Tauben.

An den Zufall muss man gleich übertriebene Forderungen machen.
Goethe, An G. Hufeland, 20.5.1797

An denselben Bach
i] zum selben Zweck
la] ad rivum eundem. Phaedrus, Liber fabularum

An der Allmende hat der König den Boden, der Bauer den Wald.
[RSpW]
i] Der Grund und Boden gehört der Gemeinde, das Holz, oder was sonst darauf wächst, aber der Benutzung der Insassen. Denselben Sinn hat auch der Spruch: Dem Könige die Erde, dem Bauer das Holz.
dä] Allminnig thaerac a koning iord oc bonda er skogh.

An der alten Jungfer nagt jeder wie der Hund an einem Fleischknochen.
Estland

An der Anewand siyn.
Westfalen
i] Einen Wendepunkt erreicht haben. Wenn der Pflüger durch ein anstoßendes Feld oder einen Weg usw. genötigt ist, auf dem Acker selbst, den er pflügt, umzuwenden, so bleiben die Enden desselben vorläufig ungepflügt. Dieser Streifen, der später der Breite nach umgebrochen und mit Querfurchen versehen wird, heisst: Anewand, Anewenne, Anwende.

An der angeführten Stelle
i] Zitat
la] l. c. (loco citato)

An der Arbeit erkennt man den (guten) Arbeiter.
fr] A l'ouvrage on connaît l'ouvrier.

An der Arbeit erkennt man den Meister.
Rumänien

An der Arbeit erkennt man den Täter (d. i. den Arbeitenden).
Estland
fr] A l'ouvrage on connaît l'ouvrier.
ho] Aan het werk kent men den Werkman.

An der Armen Truh wischt jedermann die Schuh.
bm] O chudého se kazdý otře. - Ubozí nebozí. Na kohoz vsecko zlé, nez na chudčho?
ho] Aan den arme will jeder zijne schoenen aufwisschen.
kroat] Kam íe vse zlo, neg na bogca?

An der Armut will jeder den Schuh abwischen.
la] At nunc barbaries grandis habere nihil.
la] Pauper ubique jacet. Ovid
la] Mendico ne parentes quidem amici sunt. Tappius
un] Kutya is a szegényt hamar megugatja.

An der Ausdauer erkennt man den Mann.

An der beste War deit mer de beste Kauf.
Köln

An der besten Tafel kann man harte Brocken schlucken.

An der Blüte erkennt man die Frucht.

An der Brühe erkennt man das Fleisch.

An der Diebe Schwören darf man sich nicht kehren.

An der Egge fehlt kein Zahn.
i] Die Sache ist in Ordnung, in gutem Stande. Der Ton liegt auf 'der'.

An der Enthüllung eines Geheimnisses ist stets der schuld, der es jemandem anvertraut hat.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

An der Erfahrung fehlt es nicht, aber an der Gemütsruhe, wodurch das Erfahrene ganz allein klar, wahrhaft, dauerhaft und nützlich wird.
Goethe zu Zelter, 29. 3. 1827

An der ersten Lüge ist noch niemand gestorben.

An der Eselsbrücke stehen bleiben.

An der Ewigkeit knappen.
Rottenburg
i] Mit einem Geschäft nicht fertig werden.

An der Fahn' kennt man den Mann.

An der Fahne allein soll niemand unser künftig Volk erkennen; es muss sich alles verjüngen, es muss von Grund aus anders sein; voll Ernsts die Lust und heiter alle Arbeit! nichts, auch das Kleinste, das Alltäglichste nicht ohne den Geist und die Götter!
Hölderlin, Hyperion

An der farb erkennt man das Tuch, am geschmack den Wein, am geruch die Blume, am reden den Mann.

An der Ferse der Arbeit.
Altgriechisch (Am Schluss)

An der Finsternis zusammengeschrunden,
wird dein Auge vom Licht entbunden.
Goethe, Gott, Gemüt und Welt

An der Flagge kann man sehen, wie der Wind ist.
ho] Men kan aan de vlag zien, hoe de wind is.

An der Freude leichtem Gängelband.
Schiller, Die Götter Griechenlands

An der Frucht erkennt man den Baum.
Matthäus 12, 33
en] The tree is known by its fruit.
fr] C'est au fruit que l'on connaît l'arbre.
fr] On reconnaît l'arbre à ses fruits.
it] Dal frutto si conosce l'albero.

An der Fuhr bin i selber schuld, hat der Ochs gsagt, wie er 'n Mist hat aufs Feld ziachn müssen.

An der Futterkrippe sitzen
en] to feed at the public trough
fr] tenir l'assiette au beurre
it] mangiare alla greppia

An der Galanterie muss was schlumpern.

An der Gaukelei teilnehmen und auf der Bühne eine anständige Rolle spielen, das kann jeder; aber im Inneren und in seiner Brust, wo alles für uns erlaubt ist und wo alles verborgen bleibt, dort mit sich im Reinen zu sein, das ist der springende Punkt.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

An der Geduld erkennt man den Mann.
i] Geduld bezeichnet hier männliche Ausdauer im Kampfe, keineswegs das feige Hinnehmen jedes Unrechts.

An der Gesellschaft erkennt man die Leute, sagte die Henne, als sie Enten ausgebrütet hatte und am Hühnerstall vorüberging.

An der Gesellschaft erkennt man die Leute.

An der Grenze ist übel wohnen.
bm] U samých hranic neni dobre chalupu staveti.

An der Größe liegt nicht viel.
i] Die geistige Bedeutung eines Menschen hängt nicht von seiner körperlichen Größe ab.

An der Größe liegt's nicht, sonst wär' ein Mühlstein mehr wert als ein Edelstein.

An der Hagebutte sieht man nicht, dass sie einst eine Rose gewesen ist.

An der hänffen Sucht verderben.
i] Gehängt werden.

An der hund hincken, huren (buhlschwester) wincken, frawen weinen und krämer schweren soll sich niemand (kein weiser an)keren.
z] Du aber sollst dich an der Hund hincken, der Metzen wincken, der Frauen weinen, der Kinder greinen, der Krämer schwören nicht ein Dimplein kehren.
z] Weist das sprichwort: an frawen weinen, an hund hincken auff dreyen beinen und darzu auch an Kaufmanns schweren soll sich kein weiser man an kern.
z] An alter Bummler Trinken, an junger Mädchen Winken, an alter Weiber Zähren und mancher Fürsten Schwören, da soll sich niemand kehren.
mhd] An hundes hinken, frawen wainen und krâmer schweren, dâ darff sich kain man an keren. Fastnachtsspiel
bm] Kdyz pes spí, zid přisahá, zena pláče, nevĕř.
dä] Naar hunde hinker, horen vinker, qvinder græde, kræmmere svære, derom skal sig ingen kere.
ho] Aan der honden hinken, aan der hoeren winken, aan des kramers zweren, en des wijfs begeeren zal men zich niet keeren.
la] Phoenicum pacta.
pl] Kiedy pies śpi, żid przysięga, pijany się modłi, a białogłowa płacze, rzadko wierzyć trzeba.

An der Hunde Hinken und der Kaufleute Schwören soll sich niemand kehren.

An der Hütte des Hirten klopft der Hunger nie an.

An der Inquisition soll sich niemand reiben.
i] Es soll sich keiner unterstehen, das Verfahren derselben zu tadeln.

An der Jahrzahl erkennt man den Wein nicht.

An der Jugend ist alles lieblich.
la] Pueritia semper amabilis.

An der Kette wird auch der Hund schneller alt.
Estland

An der Kinder Weis' erkennt man der Mutter Fleiß.

An der Klaue erkennt man den Löwen.
Plutarch, De defectu oraculorum

An der Kleidung kennt man den Toren, wie den Esel bei den Ohren.

An der Kleinkinderschule würdest Du Deine Freude haben, und auch die große Schule ist

An der Klippe immer noch weiter ist schon manches Schiff gescheitert.
fr] Les ambitieux font toujours naufrage au - plus ultra.

An der Klippe ist schon manches Schiff zerschellt.
ho] Op die klip heeft zich zoo menigeen gestooten.

An der Knospe schon erkennt man die Frucht.

An der Knospe sieht man schon, was eine Rose werden will.

An der Kralle erkennt man den Löwen.
i] Einen hervorragenden Menschen erkennt man oft an Eigentümlichkeiten, die an sich unbedeutend, für ihn aber charakteristisch sind.
fr] A l'ongle on connaît le lion.
it] Dall'unghia si conosce il leone.

An der Krämer Schwören soll sich niemand kehren.
bm] Kupecké vĕrováni a zenský pláč na korec es nemĕrî.
la] Phoenicum pacta.

An der Krone erkennt man den Kaiser.

An der kühnen Arbeit der Menschen sich ergötzend, wird man immer wieder an die Vergangenheit erinnert, und das hilft sehr, die Gegenwart richtig einzuschätzen.
Maxim Gorki, Durch die Union der Sowjets

An der Latt sein.
i] Eine Strafe abbüßen.

An der Leine fängt der Hund keinen Hasen.
Bulgarien

An der Macht ist der Mensch so gern alleine.

An der Madonna ist's noch gut, an Sanct-Rochus hat's zu sehr warten lassen.
Mailand

An der Madonna ist's noch gut, an Sanct-Rochus ist's noch etwas.
Venetien

An der Männer Schwören, an der Frauen Zähren soll sich niemand kehren.
z] Den Schwüren der Männer und den Ttänen der Frauen ist niemals zu trauen.'
it] Ad uomo che giura, ed a donna piangente, non creder mai niente.

An der Mannigfaltigkeit der Welterscheinungen freut sich der Lebemensch, an der Einheit dieser Mannigfaltigkeit der höhere Forscher.
Goethe, An E. Meyer, 23.4.1829

An der Menschlichkeit sündigt, wer den Gegensatz und den Hass der Rassen schürt und propagiert.
Martí, Unser Amerika

An der Narrenkappe muss jeder sein Teil haben.
i] Die Narrenkappe ist eine an den Zipfeln mit Schellen versehene Kappe, dergleichen ehemals die Hofnarren trugen.
z] Tragt die Kappe willig, habt nur Mut, ein Narr zu sein; klug zu sein, ist billig.

An der Nase ziehen
la] naribus trahere

An der Nasenspitze kann man doch den Mann nicht erkennen.
Estland

An der Oberfläche des Weltgeschehns herrscht das Unvorhergesehene. Spengler, Der Untergang des Abendlandes

An der Oberfläche, wo die geschichtlichen Schlachten wüten, wo alles in Geld- und Machtbegriffen gedeutet wird, mag ein Gedränge sein; aber das Leben beginnt erst, wenn man unter die Oberfläche gerät, wenn man den Kampf aufgibt, wenn man sinkt und außer Sicht verschwindet.
Henry Miller, Von der Unmoral der Moral

An der öffentlichen Krippe liegen.
i] Von den Einkünften eines Amtes leben.

An der Pfaffen scheinen, an der Frauen weinen, an der kramer schweren soll sich niemand kehren.

An der Pforte des Ladens (Überflusses) gibt's der Freunde und Genossen gar viele, an der Pforte des Elends weilen weder Freunde noch Genossen.
Rabbinische Blumenlese

An der Pisangpalme der Tatkraft wachsen die Bananen des Ruhms.
Ägypten

An der Priester Leben kehrt man sich mehr als an ihre Lehren.

An der Quelle ist (o. schmeckt) das Wasser am reinsten (besten).

An der Quelle ist auch die Wolga nicht tief.
Russland

An der Quelle ist das Wasser am reinsten.

An der Quelle saß der Knabe
Blumen wand er sich zum Kranz.
Schiller, Der Jüngling am Bache

An der Raufe nagen.
i] Not, Mangel an den notwendigsten Bedürfnissen leiden; am Hungertuche nagen.
fr] Ronger son râtelier, sa litière.

An der Raufe sein.
en] To lie at rack and manger.

An der Rebe hängen die reifsten und vollsten Trauben am tiefsten zur Erde herab. So ist der Mensch, je weiser, desto bescheidener.
Talmud

An der Red' erkennt man den Toren wie den Esel an den Ohren.
la] Ex verbis fatuos, ex aure tenemus asellos.

An der Rede erkennt man den Mann.
Pred. Sal. 27, 18
i] Man erkennt an der Sprache nicht bloß Bildung und Charakter eines Menschen, sondern auch an seinen Dialekten die Provinz oder Stadt, in der er geboren oder erzogen worden ist. Die Chinesen sprechen dieselbe Erfahrung sprichwörtlich aus: ein Mensch, in den Ländern Tsi oder Tsu geboren oder erzogen, behält unfehlbar seinen Accent; sowie man in Deutschland den Berliner, den Sachsen, Schlesier u.s.w. sofort erkennt.
bm] Po chodu a po řeči poznás človĕka.
bm] Poznás po vřavĕ (řeči), co ve hlavĕ.
it] Al canto l'uccello, al parlare il cervello.
it] Al parlar si scorge l'uomo.
it] Dal discorso si conosce di qual tempera sia il cuor dell' uomo.
kroat] Covĕk se po besedi poznaje.
la] Qualis autem homo ipse esset, talem esse eius orationem
pl] Poznać wnet z mowy, jakiéj kto głowy.
sd] Af ljudet kännes malmen, af talet pröfwas mannen.
un] Embert a' szaváról jobban meg ösmérheted, mint sem a' nyomáról.
un] Ki-tetszik szavából, ha tehén-e vagy fülemile.

An der Reinlichkeit erkennt man die Hausfrau fein, Schmudelei verrät ein Schwein.

An der Saale hellem Strande
Stehen Burgen stolz und kühn.
Franz Kugler, Rudelsburg

An der Schale beisst sich mancher die Zähne aus, ehe er zum Kern kommt.

An der schönen blauen Donau.
i] Kehrreim des Gedichts 'An der Donau' von Karl Beck.

An der Schrift erkennt man den Schreiber.
ho] Men ziet aan het schrijven wel, wat klerken het zijn.

An der schwarze Tafel stoh.
Hauenstein im Aargau
i] Gantverpfändung, öffentlicher Zwangsverkauf.

Än der schwarzer Jêrd (Erde) gerêt gât Kiren.
i] Auch wohl scherzhaftes Schmeichelwort für Brünetten, fast in dem Sinne wie Acker.

An der Schweine Waschen ist Seife und Lauge verloren.

An der Schwelle des Hafens sein.
la] In limine portus esse. Virgil

An der Schwelle jeder wissenschaftlichen Betrachtung der Welt... steht die Verwunderung.
Röpke, Die Lehre von der Wirtschaft

An der Schwindsucht stirbt man (entweder dann), wenn die Blätter im Herbst vom Baum fallen oder wenn die Blätter im Frühling an den Bäumen treiben.
Estland

An der Sonne ist es warm, aber bei Muttern ist es gut.

An der Sonne öffnet sich die Rose.
i] Warmherzigkeit schafft Vertrauen.

An der Spitze aller Kultur steht ein geistiges Wunder: die Sprache, deren Ursprung, unabhängig vom Einzelvolk und seiner Einzelsprache, in der Seele liegt.... dann aber sind die Sprachen die unmittelbarste höchste spezifische Offenbarung des Geistes der Völker, das ideale Volk desselben, das dauerhafteste Material, in welches die Völker die Substanz ihres geistigen Lebens niederlegen, zumal in den Worten großer Dichter und Denker.
Jacob Burckhardt

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