Weisheiten 107

Auf das Buch Genesis folgt das Buch Exodus.
z] Kaum dass du das Leben empfangen hast, bist du schon in Gefahr, dass der Tod das la mi fare singt. Judas, der Erzschelm, Salzburg 1688

Auf das Dach halten.
i] Beim Schießen nach dem Kopfe zielen.

Auf das dritte Mal kommt es an.

Auf das Eis bauen.

Auf das empfindsame Volk hab ich nie was gehalten, es werden,
Kommt die Gelegenheit, nur schlechte Gesellen daraus.
Goethe, Vierjahreszeiten - Herbst 61

Auf das erste Wort muss man achtgeben.

Auf das Gelage folgt die Zeche.

Auf das gemeine Geschrei ist nicht allzeit zu sehen.

Auf das Gewette kann der Richter kein Gewette fordern.

Auf das Gloria in excelsis folgt manchmal das dumpfe De profundis.

Auf das Glück zu warten ist dasselbe wie auf den Tod zu warten.
Japan

Auf das Haupt des Kahlen hagelt's gern.

Auf das Hinken der Hunde und die Tränen der Frauen ist wenig zu bauen.

Auf das kannst du zählen jederzeit, dass es am 30. Februar nicht schneit.

Auf das la mi auslaufen.
Königsberg
i] Diese sehr gebräuchliche Redensart wird aus einem Magistratsschreiben von 1685 angeführt und bedeutet 'ein trauriges Ende nehmen', weil eine Folge der sechsten Tonstufe (la) und der dritten (mi), die in sehr alten Gesängen als Schlussformel gebraucht wurde, sehr traurig klang.

Auf das Leben der Menschen und den Tod der Fische!
Insel Man (Toast)

Auf das politisch-soziale Gebiet übertragen heisst Revolution die Verdrängung eines Staats-, Regierungs-, Gesellschafts-, Wirtschaftssystems durch ein anderes, höheres, weiterentwickeltes Staats-, Regierungs-, Gesellschafts-, Wirtschaftssystem.
W. Liebknecht, Anarchismus, Sozialdemokratie und revolutionäre Taktik

Auf das Sagen folgt Weinen oder Behagen.
i] Es kommt sehr viel darauf an, wie man es darstellt; es kann eine widerwärtige, aber auch eine erheiternde Wirkung haben.
fr] Bien dire fait rire; bien faire fait taire.

Auf das schönste Fleisch setzen sich gern Schmeissfliegen.
ho] Het schoonste vleesch is 't kwaadst voor de vliegen te bewaren.

Auf das Szepter gehört ein Auge.
i] Regentenweisheit.

Auf das U folgt das W, das ist die Ordnung im Abc.

Auf das Urteil des Narren braucht niemand zu warten.

Auf das Urteil des Narren darf (o. braucht) niemand harren (o. zu warten).
i] Ein Narr ist bald mit seinem Urteil fertig.
fr] De fou juge briève sentence.

Auf das Wilde folgt das Milde.

Auf das Wissen soll sogleich folgen das Können.

Auf das Wohl der elftausend Jungfrauen trinken.
i] Scherzhaft von jemandem, der in einer Gesellschaft, wenn die Hochs nach allen Seiten erschöpft sind, gern noch irgend jemand möchte 'leben lassen'.
pl] Za zdrowie Kaczkosi, co źydom wodę nosi. (Auf das Wohl der Kaczkosi, die den Juden Wasser trägt. Kaczkosi war eine Edelfrau von gutem Namen gewesen; allein durch Trunksucht kam sie so weit herab, dass sie um ein Gläschen Branntwein den Juden allerlei Dienste verrichtete)

Auf das, was die Hühner ausscharren, muss man nicht von vorne harren.

Auf das, was die Oberen lieben, sind die Unteren versessen.

Auf dass er das Ungewöhnliche daraus ans Licht bringe... Gogol, Ein paar Worte über Puschkin

Auf dass mein Haus voll werde! Luc. XIV, 23

Auf de Schellekönig nei lobe(n).
i] Über die maßen.

Auf dein eigen Haupt.
la] In tuum ipsius caput.

Auf dein Leben dich nicht verlass', der Tod macht bald ein'n Menschen blass.
fr] En ta vie ne te fie, la mort l'a trop-tôt ravie.

Auf dein Wort geh' ich ins Gefängnis.

Auf deine Weise magst du essen, aber auf anderer Leute Art musst du dich kleiden.

Auf deine Weise magst du essen, aber nach (o. auf) anderer Leute Art musst du dich kleiden.

Auf deinem Bauch sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang.
1. Mose 3,14

Auf deinem Felde.
la] In tua ipsius arena.

Auf deinem Grabstein wird man lesen,
Das ist fürwahr ein Mensch gewesen.
Goethe, Epigrammatisch: Grabschrift

Auf deiner Nase eine Torfniederlage, dann hast du weder (Torf-)Stall noch Boden nötig.
i] Zu jemandem, der meint, dass er ohne weiteres seine Wünsche erreichen oder seine Plane ausführen könne.

Auf deiner Stirn ist Blut.
en] There's blood upon thy face.
Shakespeare, Macbeth III, 4

Auf dem (rechten) Wege sein.
i] Etwas recht anfangen.

Auf dem Abstellgleis stehen (ohne Einfluss sein)

Auf dem Acker des Frommen ist gut Ährenlesen.

Auf dem Acker ist kein besserer Mist, als der an des Herren Stiefeln ist.

Auf dem Anstande sein, o. auf den Anstand gehen.
i] die Gelegenheit zur Erreichung eines bestimmten Zwecks abwarten.

Auf dem Aschenhaufen seines Glücks sitzen.

Auf dem Ast sitzen.
i] Im Freien, ohne Haus sein.

Auf dem Baume ist kein Blatt, das nicht seinen Nutzen hat.
it] Non vi è cosa per vile che sia, che a qualche cosa utile non sia.

Auf dem Baume sitzen.
i] Der Baum ist ein Gefängnis in Hamburg für Schuldner und andere nicht kriminelle Verbrecher.

Auf dem Baumwollenmarkt ist keine Oweische.
i] Wenn jemand in seiner unmittelbaren Umgebung auch noch so angesehen ist, so verliert er sich doch unter dem Haufen auf dem großen Schauplatze der Welt. - Oweische heisst man in Ägypten diejenigen Kinder, welche die Lieblinge ihrer Ältern oder Bekannten sind. Sobald sie aber auf den Baumwollenmarkt kommen, was in Kairo jeden Morgen nach Sonnenaufgang geschieht, um das den Tag vorher gesponnene Garn zu verkaufen, verlieren sie sich unter der Menge, ohne von den Käufern bevorzugt zu werden.

Auf dem Berge stehet der Herr.
i] Er wacht und sorgt für alles.

Auf dem besten Lande ist der schlechteste Weg.

Auf dem betretenen Wege bleiben.
i] Von eingeführtem Gebrauche, von der alten Weise nicht abgehen.

Auf dem Bett der Ehre haben viel tausend Platz, ohne einander beschwerlich zu fallen.

Auf dem Bett der Ehre sterben.
i] Auf dem Schlachtfelde.
ho] Hij is op het bed van eer gestorven.

Auf dem Boden der Heiterkeit (im höheren Sinn) und Zufriedenheit erhaben zu sein, gibt den Begriff der Majestät des Göttlichen, das der Mensch nur in seltenen bevorzugten Zeiten und Gestalten schwach widerstrahlt.
Bismarck, Brief an die Braut, 17. 2. 1847

Auf dem Boden des Sackes findet man die Rechnung.
Niederlande

Auf dem Brotkorbe sitzen und Hunger schreien.

Auf dem Dache sitzt ein Greis,
Der sich nicht zu helfen weiß.
J. Friedrich Hansen, Studentenlied: In der großen Seestadt Leipzig

Auf dem darfst Holz kliebn, der leidts.
Rott-Tal

Auf dem Dieb ruht ja nicht Gottes Segen.
Estland

Auf dem Dorfe ist gut predigen.

Auf dem Dornbusch wächst die Rose.
i] Es kommt vor, dass auch ein gottloser Vater einen braven Sohn hat.

Auf dem Ehrenberge pfeifen scharfe Winde.

Auf dem eigenen Herde aufräumen.
i] Bei sich selbst anfangen mit Besserung, Ordnung u.s.w. Wenn die Alten ihre Erstlinge den Hausgöttern (Laren) opferten; so sagten sie, um den Gedanken auszudrücken, bei sich zu beginnen oder von der Wiege an: Ab ipso lare. Plato

Auf dem eigenen Kopf bemerkt er nicht einmal ein Kamel, doch auf dem Kopf des anderen sieht er selbst eine Nadel.

Auf dem Eis hat man alles gemeinsam, wer kein Mädchen hat, wählt sich eins.

Auf dem Eise fischen.
i] Etwas verkehrt treiben.

Auf dem Eise ist nicht gut gehen.

Auf dem Eisen nachfolgen.
Wien
i] Jemand, besonders einem Reiter in verfolgender Absicht nachsetzen.

Auf dem Esel- und Pferdemist selten ein guter Vogel ist.

Auf dem Estrich des Fürsten ist man nur in silbernen Schuhen vor dem Ausgleiten sicher.

Auf dem eyse ist nicht gut gehen, denn es hat keine balcken.

Auf dem Fasse sitzen.
z] Die Kerle sitzen alle auf dem Fasse. Goethe

Auf dem Feld des faulen Mannes wachsen Unkraut und Nesseln.
Estland

Auf dem Felde geht auf, was du selbst hineinwirfst, aber im Felde fault, was der Knecht sät.
Estland

Auf dem Feuer bereiten alle ihre Mahlzeit. Gibt es aber Feuer im Dorf, schreien alle.

Auf dem Fichtelgebirge wirft der Bauer einen Stein nach der Kuh und der Stein ist mehr wert als die Kuh.
i] Nach dem Volksglauben soll jeder, auch der gemeinste Feldstein auf dem Fichtelgebirge edle Metalle enthalten. Leider findet sich das Gold nicht in den Steinen, sondern nur im Glauben, in einem reichen Sagenkreise über versunkene Goldschätze.

Auf dem Finsterarhorn holzen.

Auf dem flachen Lande empfängt man gutes und böses Wetter, wenn es schon fertig geworden, im Gebirge ist man gegenwärtig, wenn es entsteht.
Goethe, Italienische Reise I, 8.9.1786

Auf dem flammenden Altar, wo der Suppentopf brodelt, wird Jugend und Unbefangenheit, Schönheit und frohe Laune geopfert, und wer erkennt in der alten, kummergebeugten, triefäugigen Köchin die einst blühende übermütige, züchtigkokette Braut in dem Schmucke ihrer Myrtenkrone?
August Bebel (1840-1913), Die Frau und der Sozialismus

Auf dem Floß unserer Irrtümer rudern wir von Halbwahrheiten zu Halbwahrheiten.

Auf dem Flugbret sitzen.
i] Einen Wechsel in einem bisherigen, besonders Amts- oder Dienstverhältnis erwarten oder beabsichtigen.
z] In Wien sitzen vier Botschafter auf dem Flugbret. Schlesische Presse 1878

Auf dem Gannev brennt das Hütel.
Jüdisch-deutsch, Warschau
hdt] Dem Diebe brennt der Hut auf dem Kopfe.
dt] Das böse Gewissen glaubt sich stets verfolgt.

Auf dem Gebiet der Liebe verachtet der Sohn den Vater, auf dem des Geschäfts verachtet der Vater den Sohn.
Peru

Auf dem Gebiete der Kunst wird die Angst vor dem Leben zur Angst vor dem Gefühl.
Henry Bordeaux, La peur de vivre, Vorwort

Auf dem gefallenen Manne will jeder herumtreten.

Auf dem Gesicht des Diebes wächst kein Gras.
Togo
i] Er ist an äußeren Merkzeichen nicht zu erkennen.

Auf dem Gesicht des Menschen steht seine Geschichte.
Russland

Auf dem Gipfel der Zustände hält man sich nicht lange.
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV, 17

Auf dem Gipfel des Namera gedeihen die Palmen nicht.
Russland

Auf dem Gipfel ist immer (noch) Platz.
USA
en] There is always room at the top.

Auf dem Glück der Fabel beruht freilich alles, man ist wegen des Hauptaufwandes sicher, die meisten Leser und Zuschauer nehmen denn doch nichts weiter mit davon, und dem Dichter bleibt doch das ganze Verdienst einer lebendigen Ausführung...
Goethe, An Schiller, 5.4.1797

Auf dem Grabe des Feindes duften die Blumen betörend.

Auf dem Grabstein sind alle Juden schön.
Jiddisch

Auf dem Grund unserer Seele liegt so viel kleinliche, schäbige Eigenliebe in jeder Gestalt verborgen, so viel widerliche und höchst empfindliche Ehrsucht.
Gogol, Vier an verschiedene Personen gerichtete Briefe, die 'Toten Seelen' betreffend

Auf dem Grunde bleibt der Stein, der Fluss mag noch so stürmisch sein.

Auf dem Grunde sind die Hefen.
ho] Op den grond van het vat vindt men de hef.

Auf dem Gurkenblatte steht's geschrieben: wer die Nacht über wacht, schläft den Tag über.
Ägypten

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