Weisheiten 001 >>>

A Bass passira.
i] Einen Missgriff machen, ein kleines Unglck haben, auch um ein Misslingen, einen Vorwurf der Ungeschicklichkeit, der Unachtsamkeit, der Nachlssigkeit auszudrcken.

A beser Mut s nit gud.

A bissel, an immer wieder a bissel, so kriegt ma's Fassel vull. Schlesien
ho] Beetje bij beetje, zei de vrouw, dan komt de ton vol, en toen maakte zij boter.

A bissele dumm isch am End jeder, aber so dumm wie mancher isch doch koiner.

A bravs Madl und a guats Knedl steht ungweckt auf.
Wien

A Brei waart so hiat egh idjen s'r ap den waart.
Nordfriesland
i] Es wird nicht jedem Befehl, besonders dem zu strengen, sogleich Folge geleistet, wenn er gegeben ist, er wird selten in dem Umfange ausgefhrt, in welchem er erlassen ward.
ndt] De Briei wrt altt haiter opgaft rr 'e giten wrt.
Arnsberg
ndt] Me ittet den Br nit sau wrme, osse ennem fr'n satt wrd.
en] Things are never as bad as they look.
fr] Tout s'arrange avec le temps.
it] Non si deve tutto prendere per oro colato.

A breite Tr herein n a schmale heraus.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Von anscheinend lockenden Geschften, die uns spter viel Sorge machen.

A Brckl streckt an Aaderl.
Bayern
i] Auch eine kleine Gabe tut Wirkung.
hdt] Ein Brckchen streckt ein derchen.

Brde loan.
Siebenbrgisch-schsisch
i] Im Broden liegen. Wird zunchst von Scheintoten gebraucht, dann von Zerstreuten. Broden = Dampf, Dunst, Betubung.

A Broder feine Berge.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] In der Meinung der polnischen Juden stehen die galizischen hoch, unter diesen nehmen wieder die Brodyer die erste Stelle ein. Brody erfreut sich des Rufes einer gebildeten Stadt und erhielt in neuester Zeit den scherzhaften Beinamen 'Jung-Athen.' Was Wunder also, wenn man in jedem 'Broder' einen 'feinen Berge', d.h. einen wohlerzogenen Menschen erblickt.

A Bruche auf dein Kopp.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Bruche = Segen. Als Belobung, Aufmunterung.

A Bucher w a Baum, a Mojd wie a S'osnes.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Bucher = Jngling, junger Mann; Mojd = Maid, Mdchen; S'osnes = Frhling. Von einem hbschen, stattlichen Brautpaar.

A Bud is wie Taschlech.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Taschlech heisst die Zeremonie am ersten Neujahrstage, wenn man zum Flusse geht, um dort nach einem kurzen Gebete die Snden abzuschtteln. Sinn: Ein Bad ist fr den Krper, was das Taschlech fr den Geist, nmlich reinigend.

A Chein wie frischer Chrein.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Chein = Anmut; Chrein = Meerrettig.

A chumeziger Borch.
Warschau
i] Uneigentlich von Menschen und Dingen, die ihren frhern Glanz eingebt haben. Borchu ist der Anfang des tglichen Abendgebets und heisst wrtlich: Preiset! Am Ausgange des Passah-Festes werden mit diesem Gebete die Feiertage geschlossen und der Genuss von Gesuertem wieder hergestellt. Dieses Gebet, welches sich whrend der acht Ostertage einer besondern Weihe erfreute, wird nunmehr zu einem 'chumezigen', das ist zu einem gewhnlichen, wo es erlaubt ist, Gesuertes zu genieen, herabgesetzt.

A Chussen nemmt mn nit z Gast auf Peissech.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Chussen = Brutigam; Peissech = Osterfest. Es ist sonst Sitte, einen Brutigam zu greren Feiertagen einzuladen. Zu Ostern aber tut man es nicht gern, weil an diesem Feste von den zehn gyptischen Plagen erzhlt wird, was fr das Brautpaar omins werden knnte.

A D und R, sagte der hfliche Bauer, als man ihn fragte, was er vom Schulzen bekommen habe.
Oberlausitz
i] Wird sehr hufig zur Beantwortung der Fragen gebraucht, wo man die Antwort geben will: einen Dreck

A damlanger Hans'l.
Obersterreich
i] Sehr klein von Gestalt sein. Eigentlich der Titel eines Volksbuchs, das allerlei Abenteuer erzhlt, die sich mit Hansel, der nur die Lnge eines Daumens hatte, zugetragen haben.

A darbt's am Halse und frisst's selber.

A darf nich denken, dass armer Loite Kinder Katzen sein, wenn se gleich rauche Keppe hoan.

A darf och nich dazu lachen.

A dem schmckti kei Hund.
Aargau
i] Der ist so verachtet, dass ihn kein Hund anriecht.
hdt] Den rche kein Hund an.

A denckt, a ies gor Hahn im Kurbe.
Schlesien

A denkt wohl nicht, dass Dreck sein Vetter ist.

A denkt, a ht de Klughett gar gefressen.

A denkt, a is Hoan im Kurbe.
hdt] Er denkt, er ist der Hahn im Korb.

A denkt, ich bn em groade gut genug.
Schlesien

A dieu snd, A dieu schand.

A Dorfshnd.
Jdisch-deutsch
i] Damit wird ein Kleinstdter bezeichnet, der sich in Gesellschaft linkisch benimmt, etwa wie ein 'Dorfhund' in Gesellschaft von 'Stadthunden.'

A Dreckel, mei Hertzel.
i] Abschlgiger Bescheid.

A Dreckl mit nischte bestreut.

A ducht, a wir ann Fausch g'fang huoan.
Sprottau
i] Ein Glck gemacht haben.
hdt] Er dachte, er wrde einen Fisch gefangen.

A Dnner (Donner) hot mich derschliegen.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ausruf bei pltzlichem Erschrecken.

A Drr'n haben, dass eim de Rippen krachen.
Obersterreich
i] Sehr mager sein.

A earger Skelm, a beedar Lok.
Nordfriesland
i] Das Wort Schelm kommt immer mit der Nebenbedeutung vor, dass jemand bei irgendeinem Streich, einer schlimmen Handlung mit besonderer Schlauheit zu Werke geht.
z] Wer wei, welchem Christen der Schelm das gestohlen hat.
z] Ein pfiffiger Schelm.
hdt] Je rger Schelm, je besser Glck.

A Ei es schnell gelegt, aber nit schnell ausgebrt.
Nassau

A enger Handschuh und a weiter Schuh.
Neresheim.

A s weg wi Wesewosser.
i] Wesewosser = Wiesenwasser. Das eben nur vorbergehend behufs der Bewsserung auf die Wiesen geleitet wird.

A fhrt auf wie der Furz im Bade.
i] Von auffahrenden, leicht zu reizenden Menschen.
z] Ich htte mir's nicht eingebildet, dass ihr eines Wortes wegen so auffahren solltet, wie ein Forz im Bade.
fr] Elle est glorieuse comme un pet.
fr] Glorieux comme un pet, parcequ'il n'a respect d'aucun.

A fhrt nei, wie der Bauer in die Stiefeln.
Schlesien
ho] Hij valt erin, als een boer in de kousen.

A fhrt rim, wie der Furz ei der Laterne.
i] Der Unstete, der nicht wei wohin.

A fllt uf a Sattel und nimmt's Pferd.

A fauler Scheluech gefind't alle Tergim.
Jdisch-deutsch in Warschau
i] Scheluech = Bote; Tergim = Ausflchte. Um einen Gang nicht machen zu mssen, ersinnt ein solcher Bote alle erdenklichen Vorwnde, was ihm den Ruf eines halben Propheten eingetragen hat.
la] Nuncius piger.

A fauler Schelech is a halber Nuwij.
i] Um einen Gang nicht gehen oder ein Geschft nicht besorgen zu mssen, sagt der Trge, als ob er es schon im voraus wsste, es sei doch umsonst, es ntze nichts; und so ist der faule Bote (hebrisch Scheliach) ein halber Prophet (hebrisch Nowi).

A Federn am Hut, im Herz frischen Mut.
Tirol

A Ferthinst gongt me a Swin tu Bd an stnt me a Hannen wedder ap.
Amrum
hdt] Der Verdienst geht mit den Schweinen zu Bett und steht mit den Hhnern wieder auf.

A fetter Ruw n a mugerer Gallech taugen nit.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ruw = Rabbiner; Gallech = Pfaffe.

A fiinst Famnen wurd a slordagst Wffen.
Nordfriesland
hdt] Die feinsten Mdchen werden die schmutzigsten Weiber.

A fischt gar gerne im Trben.

A fittert zererst 's Grumd, dern 's Hi.
Bhmisch-Friedland
i] Ein Bauer aus Lusdorf (Dorf in der Herrschaft Friedland in Bhmen), der drei Tchter hatte, wurde angegangen, die jngste derselben einem jungen Mann zur Frau zu geben. Da ihm daran lag, vor der jngsten Tochter die zwei ltesten zu verheiraten, antwortete er dem Bewerber: 'Ich fitter' zererst 's Hi, dern 's Grumd.' Verfhrt nun jemand in entgegengesetzter Weise, so wendet man die obige Redensart an.

A flennt wie a Kind.

A Floj knn auch beien.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Floj = Floh. Selbst der Kleinste kann schaden.

A Fglar diar so der sjong, gung a Kter iar inj aauer a dik me (wegh me b a Di).
Amrum
hdt] Die Vgel, die so frh singen, mit denen geht die Katze ber den Deich (am Tage weg).

A frisst ihm alls vorm Maule weg.

A frisst recht ungenoissig.

A furcht sich bser Liebe.
i] Er frchtet Vorwrfe, Strafe, Zchtigung.

A furzt wie a Waldesel.

A galizianer Mejches.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Adelicher. Die galizischen Juden stehen bei ihren polnischen Glaubensgenossen im Rufe wohlgesitteter, gebildeter Menschen von guter Abkunft (Mejches).

A Gaul, der das Schlagen gewohnt ist, tut nimmer anders.

A gebe a Uhr und a ge drmm.
hdt] Er gbe ein Ohr und ein Auge darum.

A geht rum wie ein Lohgerber, dem de Felle fortgeschwommen sein.
Schlesien

A geht schon auffa letzte Fen.

A geht wohl unter der Erde, dass man ihn nicht sieht.
Schlesien

A geht zan Lacha af'n Bod'n nauf.
Obersterreich
i] Von jemandem, der immer ernst ist, den man nie lachen sieht; er geht, wenn er lachen will, auf den Boden hinauf.

A geiht breet wie ane Bratsage.

A geiht rum, wie de Kotze um a heese Brey.
Schlesien
i] Sich nicht herangetrauen, die Sache nicht anzugreifen wissen oder wagen)
Jdisch-deutsch] Geht immer um die Maroche herum.
fr] Tourner autour du pot.
la] Canis circurn intestina.
la] Lupus circa puteum saltat.
la] Lupus circum puteum chorum agit.

A geiht w a Ferle.
sterreich-Schlesien (Flink)

A geiht w a Fitsch'feil.

A geiht w a Ltschtubrig.
i] Von einem latschenden, schleppenden Gange. Latschtauben sind solche mit befiederten Fen.

A geiht, oss wenn a Schtcke g'frasse htte.
i] Sehr steif, hochmtig.

A gesagt haben.
i] Zu Beginn sein Einverstndnis gegeben haben und deshalb nicht mehr zurckknnen. 'Wer A sagt, muss auch B sagen'. A = erster Buchstabe des Alphabets = Beginn einer Angelegenheit, B = zweiter Buchstabe = Fortfhrung.

A Geschft wo man nimmt mehr heraus, wie man legt herein.
Jdisch-deutsch, Warschaui] Euphemistische Bezeichnung fr Lavement.

A Geschrei wie beim Chorben Beiss-ha-mikdesch.
Warschau
i] Chorben = Zerstrung; Beiss-ha-mikdesch = heiliger Tempel. Ein groes Jammergeschrei, wie bei der Zerstrung des Tempels zu Jerusalem.

A gestoppter Lamden.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein mit Gelehrsamkeit vollgestopfter Mensch, der sie nicht ntzlich zu verwerten wei.

A gewogen Rndel.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Dukaten. So bewhrt und allgemein anerkannt wie ein vollwichtiger Dukaten.

A G'hag is a Grunddieb.
Obersterreich
i] In lterer Zeit waren dieselben hufig die Marken und bestanden meistens aus (Hasel-)Pflanzungen.
hdt] Ein Gehege ist ein Grunddieb.

A gibt mir weder das Kalte, noch's Warme.
Schlesien

A ginnt kem Mensche nischt.
Schlesien
z] Mene Nuchbern, dos missginstige Web, gint kim Mensche nischte, auch nich de Lufft, mir weider 's koalde, noch 's woarme.

A git (er geht) of Schtlza.
i] Schreitet stolz einher.

A gt rem wi a Lehmtreter.
i] a gt rem = er geht herum

A gt rem wi Pott Lehmsk.
sterreich-Schlesien
i] a gt rem = er geht herum. Gedankenlos, betrbt.

A gt rem wi Tripstrill.
i] a gt rem = er geht herum. Blde, betrbt, gedankenlos.

A glserner Br.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein plumper Mensch. Zur Schwerflligkeit des Bren wird hier noch die Zerbrechlichkeit des Stoffes hinzugesellt.

A gnnt ehme weders kalte nochs warme.

A gnnt einem nicht die Luft.
ho] Hij gunt niemand iets goeds dan zich zelven.

A gnnt kenem Menschen nischte.

A Gost mag a Gstel mte brengen.
Schlesien
i] Gost = Gast

A grn hsse bittere Zhren.
i] grn = greint

A greift um sich wie a Flscher.
z] A hat an gude Posaune, mit dar a schune a wing rackarn koan. Se seldan 'n amol blo'n sahn un hiern; a stisst nei un grefft im sich wie a Flscher.

A groer Bauch kommt net von kloine Lensa.

A groer Vogel braucht a gro Nest.

A gscheite Supp ka koin Domma schada.

A g'schlagena Stund'.
i] So viel als eine Glockenstunde.

A guata Klinga schlaga.
Wrzburg

A guate Hund ve'laft se' nit u an schlecht'n is kua Schad.
Unterinntal
i] ve'laft se' nit = verluft sich nicht

A guats Pfoad findt ma auf da Stra und net auf'n Tumlplatz.
i] Pfoad vom mhd. pfeit, altschs. peda, gothisch paida. Wrtlich: ein gutes Hemd findet man auf der Streu und nicht auf dem Tummelplatz; in dem Sinne: ein husliches Mdchen findet man bei der Arbeit im Hause oder in der Scheune und nicht auf dem Tanzboden.

A guats Ross wird nie a Mhre.

A gud Redhaus habe.
Obersterreich
i] So sagt man von jemandem, der seinen Mund gut zu gebrauchen wei, ein gut Mundwerk besitzt, wohl von dem mittelhochdeutschen redehs. Ort in Klstern zur Besprechung und Unterhaltung mit Laien.

A guet'n Heunt.
hdt] (Ich wnsche) einen guten Morgen.

A glden Ngele zieht a eisern Wgele.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ngele = Ngelchen

A Gurg'l hab'n wier' Stief'lrehrn.
Obersterreich
i] Von einem, der im Trinken Ungewhnliches leistet, sagt man: Er hat eine Gurgel wie eine Stiefelrhre.

A gt Wort bringt a gte ntver.
Jdisch-deutsch
i] ntver = Antwort. Freundliches Entgegenkommen gewinnt die Herzen.

A gute Red find a guate Statt.

A Guter brauch' kein Klopp, a Schlachten helfen kein Klopp.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Klopp = Schlge

A gter Chasen, thur sich nit schmaden.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] thur = darf; schmaden = taufen lassen. Weil er vermge seiner Borniertheit nicht fhig ist, selbst einen der vielen Erwerbszweige, die dem Christen offen stehen, zu ergreifen.

A gter Esser is a schlechter Faster.
Jdisch-deutsch, Warschau

A Guter gehrt auf dem guten Ort.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Unter dem guten Ort ist der Kirchhof verstanden.

A gter Schlittweg is a gter Wugenweg, a gte Tochter is a gte Schnr, a schn Mdel is a schn Weibel.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Schnr = Schwiegertochter. Was von Natur gut ist, bleibt es auch unter allen Verhltnissen.

A guts Rhle got ber a guts Brhle.
Schwarzwald
i] Die Brhe oder Suppe ist das Leibessen in Schwaben; dennoch legt das Sprichwort der Ruhe, wenn auch nur einer kleinen, einen noch hhern Wert als der Suppe bei.

A G'vada is a G'vada.
Obersterreich
i] Eine uns nahestehende geachtete Person.
hdt] Ein Gevatter ist ein Gevatter.

A habernes Ross und an g'schmalzenen Mann, die zwoa reisst koa Teufl zam.
Oberbayern
i] Hafer macht das Pferd, Schmalzkost den Mann arbeitsfhig und stark.

A Hfelesgucker.
Nrnberg
i] In Obersterreich Hafarlgucka. Einer der gern in die Hfen oder Tpfe schaut. Von einem Manne, der sich um die kleinen huslichen Geschfte, die den Frauen zustehen, bekmmert und besonders viel in der Kche herumschnffelt.
fr] C'est Jocrisse qui mne les poules pisser.

A Handschrift ist fr Leben und Sterben guet.

A hat a sitzade Hose.
Obersterreich
i] Er bleibt gern lange hocken, wo er zum Sitzen kommt.

A hat alle Hnd viel zu tun, wie a Kater im Mrz.
Schlesien

A hat an Arsch wie die Brweiber.
i] Frauen, die in den Wald gehen, um Beeren zu sammeln, und die meist sehr dick gekleidet sind
la] Callipygi.

A hat an Fratze wie's Berliner Steinpflaster.
Schlesien
i] Von stark Pockennarbigen.

A hat an Gnadenspitzrig (weg-)gekriegt.
i] Eine Gunst, eine Gnadenbezeigung, oft aber ironisch. Wohl vom Einschenken hergenommen.

A hat an Tole.
Schlesien
i] Tole = Dohle. Er ist betrunken
z] Wenn a Abends aus 'm Kretschen kimmt un an Tole hot, limmelt er sich an e Gartentrle.

A hat Angst wi a ruthkppig Farkel.

A hat auch immer was zu braten.
i] Von denen, die andere mit ihren Angelegenheiten oft behelligen.

A hat aus manchem Backufen Brod gefressen.

A hat Bn' wie a Sjehbgl.
Lusdorf bei Bhmisch-Friedland
hdt] Seine Beine sind so krumm wie ein Sgebgel ist.

A hat dass kriebelt und wiebelt und starrt.
i] Von dem mit Insekten bevlkerten Habenichts.

A hat de Bibel im Kuppe bis auf de Bratel, de Klausuren hngen 'm schon zur Nase rs.
i] rs = heraus. Damit bezeichnet der Schlesier scherzweise die Bibelfesten.
ho] Die man is bijbelvast.
ho] Hij heeft den bijbel wel in den mond, maar niet in het hart.

A hat eine schlpfrige Gusche.
Schlesien
i] Gusche = Mundwerspan

A hat Geld wie Heu, nur nicht so lang.
i] Spott der Schlesier auf einen armen Prahlhans und Gernreich.

A hat gewiss Beschursch gemacht.
i] Beschurs so viel wie Betrug. In der Rothwlschen Grammatik: beschora machen - einen Vergleich stiften, jdsch peschore: Vergleich, und peschore machen = Streitende vergleichen)

A hat g'Heirat.
Bhmen-Friedland
i] So sagt man beim Kegelspiel, wenn der Knig zuerst, und von ihm geschlagen, ein zweiter Kegel fllt.

A hat hieren de Flhe furzen.

A hat mich derschrckt, doss mer de Putter ies fum Brudte gefallen.
hdt] Er hat mich erschreckt, dass mir die Butter vom Brot gefallen ist.

A hat schrecklich vl Feiertage nei gemacht.
Schlesien

A hat schrecklich vl Hsen ze woschen.
Schlesien

A hat schrecklich vl Igel ze birschten.
Schlesien

A hat sich a Arsch orntlich b'rennt.
sterreich-Schlesien
i] Sieht sich in seinen Hoffnungen getuscht, ist zu Schaden gekommen.

A hat sich ai a Bart g'schnita.
sterreich-Schlesien
i] Ist zu Schaden gekommen.

A hat sich ausgeheult wie a Hund.

hat sich eingepudert wie a gebieren Kindl.
Schlesien

A hat sie fingersdicke hinter a Ohren.
i] Nmlich die Mucken, die Schelmenstreiche.

A hat suffel hoiser versuffen und ies em doch ken Sporn im Halse stecken blieben.
i] suffel = so viel; hoiser = Huser; Sporn = Sparren

A hat wohl gen a Brt am Rcken, dass a sich nich biegen kann.
Schlesien
i] Brt = Brett

A hat wohl gen under a Hindern geschlafen, dass er su klug is.
Schlesien
i] Hindern = Hhnern. Zur Verspottung der Naseweisheit und Superklugheit.
z] N, n, der ht wul egen hoite unter a hnern geschloffen, doss a su klug is. Oder ht a vieleicht die Klugheit gor gefrassen?

A htte missen frer fschtn, wenn a mich htte betrgen wull'n.
Schlesien
hdt] Er htte frher aufstehen mssen, wenn er mich htte betrgen wollen.

A Haut habe wiera eichene Schinde.
Obersterreich
i] Eine sehr dicke Haut haben, wirklich und bildlich wie Eichenrinde.

A hebt nei wie Krst'l a d' Nutten.
Bhmisch-Friedland
i] Von krftigen Dreschern, im allgemeinen von starken Essern gebraucht.
hdt] Er haut ein wie Christoph in die Nattern.

A Heeler as eg beeder s a Steeler.
Amrum
hdt] Der Hehler ist nicht besser als der Stehler.
ndt] Di Hil'ler es ek beedter s die Stil'ler. Sylt

Hemm offen Balling un ns offen Zaun.
i] Um groe Drftigkeit zu schildern.
hdt] Ein Hemd auf dem Leibe und eins auf dem Zaune.

A Hemmel hing hat un an sith nen Thriad.
Nordfriesland
i] So sagten die alten Friesen bei Sonnenfinsternissen, die Schnitterinnen nahmen ihre Sichel und eilten heim.
hdt] Der Himmel hngt an einem seidenen Faden.

A Hetzebr.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Zu den polnischen Volksbelustigungen gehrt auch der Hetzebr, der durch seine plumpen Sprnge das Volk ergtzt, weshalb der obige Ausdruck von komischen Menschen und Dingen gebraucht wird.

A hiert hoite mit Hee-Littern.
i] hiert = hrt. Mit Heuleitern, die sehr weite Sprossen haben, also viel hindurchlassen.

A hiert nicht, a ht die Schnuppe.
i] hiert = hrt

A hoat an onschlgigen Kopp, wenn a de Treppe nunderfllt.

A hoat sich die Nase begossen.

A hoat's letzte Tpflein ausgekratzt.
Schlesien
i] Ist mit allen seinen zu erwartenden Erbschaften und Ausstnden fertig. Von jemandem, der zwar seine Haupterbschaften schon gemacht, aber noch eine geringere als Nachtrag in Aussicht hat; scherzhaft auch wohl von einer bedeutenden Erbschaft.

A hd a Hkle of mich.
sterreichisch-Schlesien
z] Darbee woar auch der Baaltzer, der hotte schun lange a heckel uf a Malcher.
fr] Avoir une dent de lait contre quelqu'un.

A hd a Rtktla g' fanga.
sterreich-Schlesien
i] Seine Nase ist infolge von Klte gertet.

A hd 'm goar vl of a Loada g'macht.
sterreich-Schlesien
i] Loada = Laden. Er hat sich viel zu Schulden kommen lassen.

A hd 'n Galle w 'n Pd'lmetze.
sterreich-Schlesien

A hod'n leb w ane Pauke.

A hod'n leb, w der Krmer a Db.

A hoht an scharfe Rieche.
Schlesien
i] Eigentlich einen scharfen Geruch, uneigentlich von solchen, die fein angelegte Plne merken und ihr Verhalten danach einrichten.

A Hbh as an lungh Sial.
Amrum
hdt] Die Hoffnung ist ein langes Seil.

A Hn as Bs bh san nj Njoksstl.
Amrum
hdt] Ein Hahn ist Meister auf seinem eigenen Misthaufen.

A horcht wie die Sau, wenn sei in's Wasser pullt.
Grunau bei Hirschberg
i] pullt = pinkelt

A hot (wieder) Christkindel gespielt.
i] In Trunkenheit oder Zorn seine Umgebung oder die Seinen misshandelt

A hot a Gewissen wie a Pimp-Steen.
i] Bimsstein, sehr pors, lsst viel durch.

A ht a Maul wie a Advokate.

A ht a Maul wie a Schlachtschwart.

A hot a Maul wiera Fratschlweib.
Obersterreich
i] Die wiener Fratschlweiber haben ihrer derben volksmigen Beredsamkeit halber einen weiten Ruf.

A hot a Maul wiera Schleifara.
Obersterreich
i] Ein Maul wie ein Schleifer, d.h. Ein bses Maul haben, zankschtig sein wie ein Schleifer.

A hot a Maul wiera Stdlthor.
Obersterreich
i] Wie ein Scheuntor; von jemandem, der einen unfrmlich groen Mund hat.

A ht a Rtktl g'fang'n.

A ht an eisgraua Kp.

A ht an sgroen Kop.

A hot an Flonscha Maul, 's kennda a Poar Schneider an Schuttscha druffe tanza.
i] Schuttscha = schottischer Tanz

A ht an Korb krikt.

A hot an Nase wie a vergulter Blitzobleiter.
Schlesien
i] vergulter = vergoldeter

A hot de Schnuppe, a hrt nicht.
i] Besonders wenn jemand etwas nicht hren will.

A hot gen Pappe am Maul.
i] Der undeutlich, unverstndlich Redende.
z] Er htte sollen reden lernen; so steht er, als htte er Pappe im Maule.

A hot gen wder woas uwa Kopp geschloan.

A hot em anne Rutte uff a Hingern gebunden.

A ht em rechten Wein eigeschankt.
Schlesien

A hot em traflich 's Maul verbrannt.

A hot ems (hat sich) Maul recht eyde (in die) falten geruckt.

A hot en Leib wie ane Pauke.

A hot en recht hinders Licht gefhrt.

A hot frwahr die Schnuppe nich.
la] A te sudor abest, saliva mucusque.

A hot gor anne dinschlige Nase.

A hot hieren die Mcken niesen.

A ht immer sei Maul vurnefr.
Schlesien

A ht immer viel Mauls, und wann's zum Treffen kimmt, so sitzta, als wr'n ins Maul gethoan.

A ht kne rchte Schnaide.
sterreich-Schlesien
i] Er will sich der Sache nicht unterziehen.

A hot Loise (Luse), dass krbelt.

A hot Loise su gruss wie a Wirtel.

A hot Loise, dass starrt.

A ht 'n schlemma Wert'l oag'schraubt.
Troppau
i] Er trgt mir etwas nach, hat einen stillen Groll auf mich.

A ht nich m enn Rk und enn Gt.
Schlesien

A hot Protzen wie a Br.
z] Ihr wisst, Blzer hot Protzen, wie a Br, und iss a rechter ganzer Karle.

A hot se finger(oder kribel-)dicke hinger a Ohren sitzen.

A hot sei Maul en allem Dr--.

A hot seine Schffe schun ie troige brucht.
z] Ich muss bei zeiten nur die Schaff ins Trockne bringen.

A hot sich aus Mutterleibe herausgelogen.

A hot's am Lebe (Leibe), a kons gn.

A ht's of d'r Schippe.
i] Es geht zu Ende mit ihm oder seinem Geschft.

A htt d' Ke (Khe) oach nch baim Schwanze.

A Huat fr alle is no net erfundn woarn.

A Huhn, wus krht; a Goj (Nichtjude) wus jdisch redt; a Jden (Jdin), wus lernt Thojre (Bibel studiert), is nit kein gte Sechojre (Ware).
Jdisch-deutsch, Warschau

A Hund schickt a Hund; a Ruw (Rabbiner) schickt a Ruw. Jdisch-deutsch, Warschau

A Hund, das ne bellt, on a alt Weib, wos ne schempft, die senn olle bede nisch netze.

A ieds Mandl hat sein Brandl.

A ies a aalde Hhner-Fresser.

A ies a alter deutscher Degen-Knopf.
i] Ohne Falsch, treu, ehrlich und aufrichtig.

A ies a Kind-frummer Mensch.
z] Sagte ich, er habe sie (die Lge) fingersdick hinter den Ohren, so hie es: o, er ist ein kindfrommer Mensch.

A ies a rechter Lindetritt.

A ies a rechter Schussborttel.
i] Ein nrrischer Mensch.
z] War er auch fleiig, so hatte er doch dabei das flchtige und whlige Wesen der Leute, fr die man in Schlesien das Wort Schussbartel gebildet hat.
z] Ich wuste schun, daass a a rechter Schaussbartl iss, und dachte glech: nu wird der Botteltanz ongihn.

A ies a wunderlicher Heiliger.
pl] Jest to swiety, ale nie pojety.

A ies furchtsam wie a Haase.

A ies gor a wormer Gost.
i] So sagt man in Schlesien von jemand, den man fr wohlhabend hlt, man hrt auch wohl statt dessen: warmer Jnger.

A ies gor der Mann dernoch.

A ies immer Mester Fix.

A ies lange ber olle Barge.

A ies noch mit annem blauem Auge dervon kummen.

A es schlimm, wenn a sich buckt.
z] Eine breslauer Kruterin ber ihre Nachbarin: O seit se, de Ursche iss gaar zu a hisch Web, se dorbt's am Holse und frisst's solber, ferwuhr se is schlimm, wenn sie sich bickt, oaber gleibt's og, se is eifeltig, wie Worschtsuppe.

A ies so faul, dass er stinkt.
ho] Hij stinkt van vuiligheid.

A ies su Korpulent, wie a Blose-Ruhr.

A ies su mager, a mchte brennen.

A ies m anne (um eine) frische Lge unbekmmert.

A ies vuller Kinste (Knste), wie de Sau vuller Muskaten-Nisse.
sd] Han r full med Lrdom som en koo af muskat.

A ies wie doss Ding, woss wieder kmmt.

A iess a rechter Grn-Schnabel.

A iess a rechter Pflostertrater.

A ie a rechter Rutzlffel.
z] Ich pflege des Rotzlffels Bcher keines zu lesen.
Luther
z] Wer hat dir Rotzlffel dieses auf die Nase gehenkt?
z] Wilt du, ungewaschener Rotzlffel, deine Nase auch in den Dreck stecken?
z] Hrst du's, junger Rotzlffel? Wer hiss dich deine Nase in unsern Drk stecken? Gryphius
z] Einen Liebhaber und Jungfernknecht hie man ehemals nur Lffel, wenn er aber zu jung war, einen Rotzlffel.
fr] C'est un jeune levron.
fr] Si on lui tordoit le ns, il en sortiroit du lait.

A is a blutormer Mensch.
Schlesien
z] Su a blutormer Mensch darf a sau reden!

A is a Madelhengst.
Lusdorf bei Friedland
i] Ein Mann, der den Mdchen nachluft.

A is a rechta G'moanstier (Gemeindestier).
Obersterreich
i] Von einem Manne, der mit viel weiblichen Personen Umgang hat.

A is a rechta Kindskdl.
Obersterreich
i] Gewand, wie ein kleines Kind es trgt. Von einem Menschen, der sich kindisch betrgt.

A s a rechta Rpel.
Obersterreich

A is a rechta Sprmoasn.
Obersterreich
i] Durch Sparmeise verhochdeutscht, weil die Redensart in Obersterreich in demselben Sinne gebraucht wird, wie: Er schaut aus, als wenn er alle Tage eine Grille sse, d.i. mager, abgezehrt, vertrocknet. A is a rechta Thaded'l.
i] Anton Hasenhut, der im September 1787 an dem Theater in der Leopoldstadt zu Wien Stellung erhielt, schuf einen in sterreich sehr beliebt gewordenen, dumm-komischen Charakter, Thadedel.

A is a rechte Bedazapfl.
Obersterreich
i] Ein aberglubischer, dummer, einfltiger Mensch. Aus Peter Zapfel zusammengezogen, welchen Namen in dem Lgenschmied von Rupert Gansler ein einfltiger Bauer fhrt.

A is a rechter Blstrump.
i] Mit dem Ausdruck Blaustrumpf bezeichnet man in Nrnberg einen Verrter. Es ist auch ein englischer Spottname auf gelehrte Frauenzimmer, deren federgebte Finger nicht dazu kommen knnen, Strmpfe zu waschen, weshalb jene Damen angeblich blaue Strmpfe tragen sollen, um den Schmutz zu verbergen. Darauf anspielend, schrieb einmal Byron in sein Tagebuch: 'Morgen Einladung bei der blauen Miss**.' (Brne's Briefe aus Paris) Nach einer englischen Erzhlung soll brigens ein Herr die erste Veranlassung zu dem unter dem Namen Bas-bleu-Coterie bekannten Damencirkel der Mistress Vesey im 18. Jahrhundert sein, die in Bath Hof hielt und in deren Gesellschaft man in blauen Strmpfen erschien.
z] Mrs. Montagu war die erste, die in ihren Gesellschaften an Stelle des Kartenspiels Unterhaltung an die erste Stelle setzte, ein Vorgang, in dem ihr die Damen Vesey und Ort nachfolgten. In diesen Gesellschaften zeigte sich zuweilen Mr. Benj. Stillingfleet, der etwas wunderlich in seiner Kleidung war. Seine blauen oder richtiger grauen Strmpfe gaben dem Admiral Boscaven zu dem Witz Anlass, diese Gesellschaften Blue-Stocking Societies zu nennen, was ein Fremder mit Bas-blue wrtlich bersetzte. Der Name der Blaustrumpf bezog sich nicht auf die Gesellschaft der Montagu allein, er ward allen Gesellschaften gegeben, wo Damen prsidierten und Gelehrte willkommen waren. Einen Blaustrumpfklub hat es nie gegeben. Man sprach von Gesellschaften der Montagu, Vesey und Ort ohne allen Unterschied als von Blaustrumpf-Gesellschaften.

A is a rechter Maulmacher.

A is a rechter Schmierflegel.

A is a rechter trbe Timpel.
i] Von stillen, kopfhngerischen Menschen.

A is a Schnidl n iede Suppe.
Obersterreich
i] Man kann ihn in jede Suppe brocken, er passt berall hin, ist ein Allerweltsmensch.

A is a schtnfremder Mensch.
Schlesien

A s a stnrcher Mann.

A is anne recht fege Memme.
fr] Cet homme n'a point de sang dans les veines.

A is ausgefoaren w anne berkene Rinde (a sem ganzen Leibe).
Schlesien

A is belangig wiera schwangeres Weib.
Obersterreich
i] belangig = von: mich belangt nach etwas, ich mchte darnach langen. So nennt man auch manche eine blngige Gras (Griss).

A is beschissen wie a Ruthwasser(er).
Schlesien
i] Die Vieh-, besonders Pferdehndler aus Rothwasser, Dorf zwischen Bunzlau und Grlitz, haben in Betreff des Verfahrens bei ihrem Geschft keinen guten Ruf. In einem noch bleren Rufe stellt in England Yorkshire: Shake a bridle over a Yorkshire man's grave, and he will arise and steal a horse.

A is beschissen wie der Toifel.

A s besuffa (besoffen) w an Timfelkrte.
Schlesien, Riesengebirge

A is der rechte Kundmann.
i] Traue ihm nicht; es ist ein schlauer Fuchs.

A is drehnig (schwindlig) wie a Fairkoalb.

A is drehnig wie a polsch'r Hech'lmach'r.
sterr.-Schlesien

A is drnig wu a dr' schticktes Loamp.

A is giftig wie anne Krte.
Hirschberg

A s goar feldig (einfltig) w Wurschtsuppe.
Schlesien

A is gor a hischer Mensch.
z] Je nu, a is doch gor zu a hischer Mensch, doss a su fleiig is.

A is heute rschlich aufgestanden.
Schlesien
i] Sehr verdrielich. - Der Franzose, der den Grund der Verstimmung eines anderen nicht kennt, fragt, ber welches Kraut er gegangen sei (Sur quelle herbe avez-vous donc march aujourdhui?), eine Redensart, die ihren Grund in dem frhern Glauben an gewisse Kruter, besonders Johanniskruter hat)

A is k unabner Narr.
Schlesien
z] Der Karle (ein Landstreicher) ist ke unabener Narr, a vergisst sich eigen nich lechte.

A is mchtig geschftig.
z] D iss m Zimmermann leuft a doch as wenne a Morckt versoimt hatte; a iss gewiss mchtig geschfftig.

A s mer su uff'n Halse, doss a mier mchte mit Krhgeln vergan.
Oberlausitz
i] Krhgeln = Krhenaugen, Samen von Strychnos nux vomica)

A s mit senden gen blint.
Schlesien
hdt] Er ist mit sehenden Augen blind.

A s m'r aml ais Mass'r (Messer) kumma.
sterreich.-Schlesien
i] Es hat sich eine Gelegenheit geboten, ihn zu fassen, ihm meine Meinung derb zu sagen, ihm eine verdiente Lektion zu geben.

A is och a Maulfreint.
Schlesien
i] Maulfreund = eine Person, welche dem Maule nach, d.h. indem sie es versichert, aber nicht in der Tat, ein Freund einer andern Person ist.

A s of d'r Nge (Neige).
sterreich-Schlesien
hdt] Es geht zu Ende.
z] Ich seh, 's is bei euch alles goar uf der Nege.

A s ofs Schnoat'rbrtla kumma.
sterreich-Schlesien
i] Er hat zu Ende gewirtschaftet, es ist bald aus mit ihm. Damit ist das Brett gemeint, das bei einem Leiterwagen rckwrts vorspringt, eine Latte, auf welcher das Wagengerst befestigt ist und die wegen des schnatternden Gerusches, das sie bei schnellem Fahren veranlasst, die Schnttrer genannt wird. Wer nun vom Wagen so weit zurckgekommen ist, dass er blo noch auf der letzten Spitze dieses Schnatterbrets steht, hat nicht mehr weit zum Untensein.

A is recht mistfaul.

A is schon an alte Krempe.
Obersterreich
i] Ein drrer Stamm, Ast, Strunk.

A is so curplent (korpulent), wie a Bloaseruhr.

A is so fett, er mcht aufplatzen.
Schlesien

A is so frumm, der Toifel (Teivel, Teufel) wird rchern (ruchern) mssa, wenn a kimmt.
Schlesien

A s sunste gor hartleibig.
z] 'S giebt viel loite, die suste goar hortlebig seen und sch nich gaarne bergaben; ober wenns uf de Schaandfleck nkimmt, su seense fregebig gnug.

A is suste goar fix mit der Noase uf a rmel.
Schlesien

A is vu durte, wu de grusse Reisige wachsa.
Schlesien
z] Ich bin vu durte, drube wu de grusse Reissga wachse mit de hohla langa Stiela.

A is wie anne Jungfer su erber (ehrbar).

A s wie de Stnseiffner, a stiehlt grade nicht, aber a nimmt garn woas mit.
i] Steinseiffen ist ein Dorf im schlesischen Riesengebirge und liegt unmittelbar am Fue der Schneekoppe.

A is wie uff'n Orsch gepfruppt.
Hirschberg
i] Unbrauchbarer Mensch, mit dem nichts anzufangen ist.

A s wul uf der Nase gegangen.
Schlesien

A iss a rechte Hnneprter.
i] Ein Mensch, der unttig in der Stube sitzt. Msste nach schlesischer Aussprache geschrieben sein: Hinnebrter.

A iss a rechter Davidl.
i] Von einem Menschen kleinen Wuchses)

A iss a rechter Hauss-Narr.

A iss am Gesichte ausgefahren, wie eine birkne Rinde.
i] Ist voll Blattern, Ausschlag usw.

A iss mchtig furzprllig.
Schlesien
i] Kurzab im Antworten, unangenehm abweisend, bellaunig, abstoend.

A iss wie Hans in allen Gassen.

A Jahr mit a Midtwoch.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Zur Bezeichnung eines langen Wartens. Im Talmud heisst es, dass ein Mdchen von ihrer Verlobung bis zur Hochzeit ein ganzes Jahr warten msse und die Hochzeit einer Jungfrau nur am Mittwoch stattfinden solle. Hat nun das Mdchen ein volles Jahr gewartet, so muss es noch obendrein bis zur nchsten Mittwoch warten.

A jeder Fuchs lobt senn Schwanz; war kann bot, spricht: s is besser ohne Schwanz.

A Jd geboren, a Jd verloren.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] In Russland wollte man frher die Soldaten jdischen Glaubens durch Versprechungen auf Avancement zum Bruche verleiten, was die meisten derselben mit obigen Worten zurckwiesen. Verloren hat hier den Sinn von zu Grunde gehen.

A Jud git sich tummid (immer) an Eize (Rat).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Drckt den Gedanken aus, dass der Jude reich an Scharfsinn oder vielleicht Spitzfindigkeit sei.

A Jud hot in Sinn Weib n Kind; a pojlischer Puritz (polnischer Edelmann) hot in Sinn Ferd n Hnd.
i] Der (polnische) Edelmann liebt Jagd und Sport; der Jude sorgt fr Frau und Kind.

A Jud mit a groen Spodek (Pelzmtze), aber mit a treiphe Lew (unreinem Herzen).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Die Redensart wird von Scheinheiligen gebraucht, die auf uerlichkeiten viel Gewicht legen.

A Juden thur (darf) mn nit geben dus gebotene Geld.
Warschau
i] Angeblich weil er sich krnken wrde, keinen hhern Preis fr die Ware verlangt zu haben.

A jdisch Aschiren (Reichtum) is wie a Mazowe (Mrzschnee).
Jdisch-deutsch, Warschau.
i] So vergnglich wie Mrzschnee ist jdischer Reichtum. Da die Juden in den meisten Staaten keine Grundstcke erwerben durften, so schmolz ihr schwer erworbenes Vermgen bei der ersten ungnstigen Glckswendung unwiederbringlich dahin.

A jdische Jersche (Erbschaft) is a gldene Ader.
Warschau
i] Das einzige Erbteil, das ein Jude berkomme, soll die goldene Ader sein.

A jdische Kapote (Rock) is a Rock mit zwei kleinen Sckloch.
Jdisch-deutsch, Warschau

A jdische Majd (Maid) knn m nit nthen.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Man kann sie nicht zum Heiraten zwingen.

A jdische Malke (Knigin).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Zur Bezeichnung einer schnen, stattlichen Frau.

A jdische Mojd (Maid) versitzt nit.
hdt] Ein jdisches Mdchen bleibt nicht als alte Jungfer sitzen.
i] Da die Juden keine Klster haben, so suchen die Eltern ihre Tchter so frh als mglich zu verheiraten.

A jdisches Neschume (Seele).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Unterzieht sich jemand einer religisen Handlung, die man von ihm nicht erwartet htte, so sagt man, dass eine jdische Seele nicht genug zu schtzen sei.

A Jung mit Sporen (auch: mit Beinen).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein tchtiger geriebener Junge.

A jng Weib is wie a schn Vgele, was mn muss halten in Steigele (Vogelbauer).
Jdisch-deutsch, Warschau

A junge Haut schreit berlaut.
Schwaben

A junger Fechter, a alder Batler.

A Jngl (Jngling) thur (darf man) nit lassen lang zusehen.
i] Zur Erklrung des frhen Heiratens bei den Juden.

A kan em de Backen balde aufblasen.
la] Buccas inflare. (Die Rmer gebrauchten diese Redensart fr Zorn wie fr Hochmut)

A kann durch a Brt (Brett) sehn, wenn's a Loch hat.
i] Spott auf einen Schwachkopf, auch berklugen.
ho] Hij kan wel zien door eene eeken plank, daar eenen gat in es.

A kann knop uf dreie zhlen.

A kann nimmermehr fertig werden.

A kann schrcklich hindrem Berge halten.

A kann sich die Backen bald bis zun Ohren aufblosen.

A kanns nicht bers Herze bringen.

A kanss Tumpitern nich lassen.
i] Er kann's nicht lassen, den dummen Peter zu spielen, Knaben-, Jugend-, dumme Jungenstreiche zu machen.

A Katz oder a Jendyk, abi an Of auf Schabbes.
Jdisch-deutsch, Warschau
hdt] Eine Katze oder ein Truthahn, wenn es nur Geflgel zum Sabbat ist. (Von Leuten, die in ihren Mitteln nicht whlerisch sind)

A kennt kne Note, an wenn se so gruss wr' wie an Schnupptebaktuse.
z] De Note koan ich au nimme, wenn se au a su gruss wre wie an Schnupptebaktuse.

A kimmt vum Stuhl uf a Schemel.
i] Es geht mit seiner Wirtschaft rckwrts.

A klani Hanor und a groe Masor.
Jdisch-deutsch
hdt] Ein kleines Vergngen und eine groe Last.
i] Beischlaf - Schwangerschaft

A klan's Kind bringt an Wg'n voll Arbeit.
Niedersterreich

A Klapp (Schlag) auf 'n Rambam.
i] Zur Bezeichnung endgltiger Entscheidung. Das Gesetzbuch, welches nach dem Verfasser ebenfalls Rambam genannt wird, gilt als letzte Entscheidungsstelle in Prozesssachen.

A klein Kind is a Spilechin (Spielzeug), a gro Kind is a Mhlechin.
Jdisch- deutsch, Warschau
i] Kleine Kinder machen Vergngen, groe Sorgen.

A kleines Donnerwetter is gud, sagte der trunkene Bauer, da warf er Glser und Tpfe an die Wand.

A klenst'n Hund'na hengt mer di grten Prgel ou (an).
Franken
hdt] Dem kleinsten Hund gibt man die meiste Prgel.

A Kloak as fr a Dommen.
Amrum
hdt] Die Glocke (Uhr) ist fr die Dummen.

A koan a Mantel schrcklig noch'm Winde drehn.

A koan a Pttch (Ranzen, Bauch) neh vul kriga.

A koan de Predigt aus'm rmel schtteln.

A koan rcht schmeicheln.
en] To piss down one's back.

A koan's au ne dorch de Rben schwtzen.
i] Zur Entschuldigung fr einen, der geschlechtlichen Umgang gepflogen. Er soll's durch die Rippen schwitzen.
ndt] Ik kann't nit dor de Ribben schwiten.
Westfalen

A Kojne (Kufer) vn Mittwoch.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Die Mittwochskufer galten bei den Juden fr sehr genau.

A kommt vom Hunde uff a Schwanz.
i] In der Gegend von Militsch von jemandem, der so schlecht wirtschaftet, dass er an den Bettelstab kommt. In sterreichisch-Schlesien: Er ist vom Faden aufs Stroh gekommen. Er ist auf den Hund, 'of's Schnoaterbrtla' kommen. Er hat gewirtschaftet, bis ihm die Krcke im Ofen geblieben.

A kon een a su anne Lge en de Hand drehen.

A kon n a Pelz schun worm machen.

A kon geigen ock nich fingern.
hdt] Er kann geigen, aber nicht greifen.
i] Spott zunchst auf solche, welche sich rhmen, etwas zu knnen, aber nur Stmperhaftes leisten.

A kon Pferde Eere assen, wenn ich mit annem Hneree muss verlieb nahmen.
ndt] He kann wel Per(de)eier ten, wenn ander L(de) Hnereier et't.

A Kopp (Kopf) auf Rder.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Kopf, der bestndig rollt.

A Kopp (Kopf) wie a Rathaus.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] So gro wie ein Rathhaus, das viel fassen kann.

A Kranken frgt mn, a Gesnden git (gibt) man.
Warschau
bm] Kemocnch se ptvaj, zdravm dvaj.
pl] Chorego pytają, zdrowemu daja.

A kriegt noch a Tippel zum Auskratzen.
Schlesien

A krjt 's Noab'llaien (Nabelleiden).
sterreich-Schlesien
i] Er ist in Verlegenheit.

A krmme (lahme) Mhme (Muhme), fort (doch) a Mhme.
hdt] Wenn auch die Muhme lahm ist, so ist sie doch eine Muhme.
i] Die Verwandten soll man schtzen, wenn sie auch Fehler haben.

A Kuh is ber'n Dach geflogen n hot an Ei verloren.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Eine starke und doppelte bertreibung la Mnchhausen, um Aufschneider u. dgl. zu zchtigen.

A khle Ausred.
Pfalz
i] Eine leere Entschuldigung.

A Kuktj sprgt san nj Nom tj.
Amrum

A kmmbt (kommt) groade, ass wenn a geruffen wr.

A kuphel-sche mojne Narr.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein achtmal gedrehter, d.i. ein sehr groer Narr.

A kuscher Lmmele.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Hier so viel wie fromm. Die Redensart wird ironisch von einem Wolf im Schafspelz gebraucht.

A kuscherer Topf n a kuscherer Lffel is kuscher.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Kuscher heisst, was nach den jdischen Speisegesetzen erlaubt ist. Wenn man regelmig verfhrt, so ist alles in Ordnung.

A Kuss ist a Schtuss.
jdisch-deutsch] ein Kuss ist eine Torheit.

A lachete Braut, a woanete Frau.
Oberpfalz
hdt] Eine lachende Braut, eine weinende Frau.
i] Man hlt's fr ein glckliches Zeichen, wenn die Braut am Altare weint, vermutlich darum, weil sie den Ernst des Schrittes erkennt.

A lacht als sg a an polsche Laus.
z] Die andern machta a Gelchter ols sga se an pulsche Laus.

A lachte, doss em der Bauch wackelte.
Schlesien
fr] Rire ventre dboutonn.

A lafedi Hon kriagt mr, wi a hockedi.
Franken
hdt] Eine laufende Henne kriegt (findet) mehr als eine hockende oder sitzende.

A laight (lgt), doass a schworz wird.

A laight, doass sich olle Bme bgha.
sterreich-Schlesien

A lamentiert, ols sell' a olle Viere strecka.
z] Wu mag doas orme Harz ock stecka, dass 's goar su ngstlich lamentiert, ols sell' es olle Viere strecka?

A langsamer Hund kommt o eis Durf (o. ins Dorf).

A lasso rixa quaeritur.
Seneca, De ira
dt] Wer mde ist, sucht Streit.

A lsst sich nich balde ber a Tlpel warffen.

A lausiger Schulze, a nisige Gemeind.
i] Wie die Luse Nise zeugen, so pflegen sich die Mitglieder der Gemeinde nach dem Vorsteher derselben zu bilden und zu richten.

A lediger Leib ist Goldes wert; wer's nett glaubt, ist Henkers wert.
Deisslingen

A leefft herum wie e strumzoiliger Hund.
i] strumzoilig, strumzalig = stummelschwnzig; ein Hund mit gestutztem Schwanze, zoilig = zagelig.

A lft (luft), was huste, was kanste.
Schlesien

A lft wi a Herschel.
Schlesien

A lehmener Gojlem.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Die Sage erzhlt von dem Prager Rabbiner, genannt der 'hohe Rabbi Lb', er habe sich einst eine Menschenfigur aus Lehm gebildet, die er dadurch zu beleben und sich dienstbar zu machen suchte, dass er den auf Pergament geschriebenen Namen Gottes auf ihre Stirn band. Kaum aber wurde das Pergament entfernt, was jeden Freitag Abend geschah, als auch der Erdenklo leblos wurde.

A leit a brinkel huch ei dr Gewerbstoier.
Oberlausitz
hdt] Er liegt ein wenig hoch in der Gewerbesteuer.
i] Wird von jemandem gesagt, der dem Branntweingenuss sehr ergeben ist.

A Letjen san eg kimmen am a gratten uun a Eers to kreppen.
Amrum
hdt] Die Kleinen sind nicht gekommen, um den Groen in den Arsch zu kriechen.

A lett kn Taubendreck unb'rest'elt.
sterreich-Schlesien
i] Er hat an allem etwas auszusetzen, er bekrittelt alles.

A Littwak hot a Zeilem (Kreuz) in Kopp.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Die litauischen Juden stehen bei ihren polnischen Glaubensgenossen in keinem guten Rufe. Letztere behaupten nmlich, dass die Littwaki vom Judentum abfallen, sodass jeder von ihnen von vornherein ein Kreuz im Kopfe trgt.

A Littwak starbt nit.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Es wurde bei dem vorangehenden Sprichwort bereits bemerkt, dass die litauischen Juden bei ihren polnischen Brdern, welche von dem Treiben der Litauer manches zu erzhlen wissen, nicht gut angeschrieben stehen. So sagen die Polen: ein Litauer sterbe nie als solcher. Entweder er wandere nach Sibirien und ende als Strfling, oder er falle vom Judentum ab und heie dann Getaufter; oder er ziehe nach dem Heiligen Lande, als wenn er als Erez-Isruel-Jd figuiert. In keinem Fall stirbt er als Littwak.

A Loch in de Tag nei schlaufe.
Ulm

A Loch macht a Gannev (Dieb).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Gelegenheit macht Diebe.

A lft (luft) so weit als 'n de Bne troagen.

A loigt (lgt) rger a a leefft.

A loigt sirrer (sehrer, mehr) as a lft.
Schlesien

A loigt, wenn as Maul uftut.
i] Ein breslauer Kruterweib sagt zu einem Zimmermann: 'Do hat ers troffen, woos haut ihr ich im unser ns zu bekimmern, macht og dass me Haus fertig wird und der nauch schoart ich hei, wu ihr harkummen sed, denn ich seh wul, ihr liegt, wenn er's moal ufthut.'
fr] Avaleur de charrettes ferres.
fr] C'est un grand abatteur de bois, de quilles.
fr] Il en abat beaucoup.
fr] Il courbe les poutres en mentant.
fr] Il n'en rage pas pour mentir.
fr] Il ne prend point d'argent pour mentir.
fr] Menteur comme une oraison funbre.
fr] Menteur comme un arracheur de dents.
ho] Hij liegt, zoodra hij de mond open doet.
pl] Lże, aż ściany schna. Lże, jak kalendarz.

A Lgen mit a Wortzeichen.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Wenn man eine Lge durch Scheinbeweise glauben machen will.

A lukade Strumpf, des mirk de Hns, der is a alsa awicha nimma gnz.
Wien
hdt] Ein lcherner Strumpf ist auch auf der Kehrseite nicht heil.

A macht a G'sechte (Gesicht) wi a Hndlein, wnn's g'schissa hat, und a Arsch zusoamma zieht.
sterreich-Schlesien

A macht a G'sicht, als wollt' a einen fress'n.
i] Sieht sehr finster aus, blickt einen drohend, feindselig an.

A macht a paar verliebte Augen wie anne tote Ratte.

A macht a spitzig Guschel, ass wenn a eem welde an Wurm ausem Orss ziehen.
hdt] Er macht ein spitzes Gesicht, als wenn man ihm einen Wurm aus dem Arsch zieht.

A macht alles rslich. Schlesien
i] Falsch, verkehrt. Im Altenburgischen sagt man dafr: Etwas rscheln machen, oder angreifen, z.B. das Buch rschlen halten.

A macht olles mit.
i] Der Lebemann.

A macht sich schrecklich betsche.
Schlesien

A macht's mit senn (seinen) Handixeln.
Schlesien
z] Gewiss, das Hertze lachte mir im Leibe recht, dos wenn der ander geduchte Pfarde Korte (Pferdekarte) zu hon und nu mente, es hette ihn a Hasle gelackt, ich mit men guten Handixeln sie ihm verterben konte, doss a wie Pliskebaltzer muste do sitzen, druf schmeckte mir a trunck ins Hartze gutt.

A macht's, w ma's (man es) hoan wl.

A Mdel is wie a Handtech.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Das leicht Flecke bekommt. Um zu sagen, es soll sehr sorgfltig auf seinen guten Ruf achten.

A Mdel von der Kunst.
Bayern
i] Ein sehr schnes Mdchen.

A mag a Kroize (Kreuz) drber machen, a krgt's nicht.

A mag immer sehn, wo der Zimmermann 's loch gelussen ht.
i] Er mag sich schleunig davonmachen.

A mag ims Messer immer wetzen.
i] Ihm = sich das.
z] Ihr meigt wohl re kummen, de Staube ward ich nich uf a hols follen; ber warn ich auch nich mite assen, Ihr meigt ich's masser immer salber wetzen.

A mag wull reikummen, wer warnen wull nich mite assen.
hdt] Er mag wohl hereinkommen, wir werden ihn wohl nicht mitessen.

A magems (mag ihm das) Maul wider de Tischecke schloin.
i] Er wird nichts bekommen.

A magerer Wirt und a kloiner Brgermoischter verschandlet de Ort.
Allgu

A mag's a nischt. (Landeshut in Schlesien
i] Es trifft ihn keine Schuld dabei.

A Mann a Wort oder a Hundsfott.
Ulm

A Mann auf a Spann', a Burd (Bart) auf an Eil (Elle).
i] Stehende Figur in Volksmrchen als Zwerg, Zauberer.

A Mann wie a Maus n a Weib wie a Haus is noch nit gleich.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Will sagen, dass der Mann der Frau an krperlicher Kraft weit berlegen sei.

A Mann, a Vugel.
Harz
i] Die Redensart wird gebraucht, wenn fr jeden in der Gesellschaft ein Stck, beim Trinken ein Glas, eine Kufe, eine Flasche verlangt wird.

A Maschken (Pfand) soll mn versetzn n reich soll mn sein.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Scherzhafte Hervorhebung des Reichtums.

A Musedreck ist koin Kmmich, und a Kuhdreck ist koin Backschmalz.
Bietigheim

A meint, als wenn a 'gleise Gott' es ne besser verstanden htte.
Hirschberg

A Mensch ss ju k Hund.

A merkt a Broaten.
Schlesien

A mieen Mojd (Maid) soll mn kein Ksch (Kuss) nit geben.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Weil sie sich leicht berheben und viel darauf einbilden knnte. M, mie = hsslich.

A mischt sich in ollen Qwork.

A moak wul re kummen (er mag wohl hereinkommen), 's Haus werd em wul nich uf 'n Hals follen.
Schlesien

A Mojcher-Sfurim (Buchhndler) is kein Lamden (Gelehrter), a Chalphen (Wechsler) is kein Ojscher (reicher Mann), n a Kwures-Jd (Totengrber) is kein Zaddik (frommer Mann, Gerechter).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Nicht immer lsst sich eine Person nach dem Berufe beurteilen. Der Buchhndler, obwohl er viel mit Bchern zu tun hat, ist nicht immer gelehrt; der Wechsler, so viel er von Geldsorten und Werthpapieren redet, nicht stets reich; und der Totengrber, der das 'Memento mori' allzeit vor Augen hat, selten genug fromm.

A Mua un a Wei is a Lei un zwee Ranzen.
Eger
hdt] Ein Mann und ein Weib ist ein Leib und zwei Ranzen.
i] Wenn auch nach der Schrift Mann und Weib ein Leib (zwei in einem Fleische) sind, so bedarf doch dieser Leib die doppelte Nahrung des einfachen, was das obige Sprichwort denen zu bedenken gibt, die eine Ehe schlieen, ohne zu wissen, wie sie ihren Lebensunterhalt zusammen finden werden.

A muar Hnjen a thanner Slb.
Amrum
hdt] Je mehr Hunde, desto dnneres Gesff.

A muar Jongen, a muar Lok.
Amrum
hdt] Je mehr Jungen (hier in dem Sinne von Kindern), je mehr Glck.

A muar Masgonnars, a bendar Lok.
Nordfriesland
hdt] Je mehr Missgnner, Neider, je besser Glck.

A muar Masgonners, a muar Lok.
Amrum

A muar Swin, a thanner Speelang.
Amrum
hdt] Je mehr Schweine, desto dnnerer Splicht.

A muar'm n an Skt rrt, e dollar 'r stjonkt.
Nordfriesland
hdt] Je mehr man in einen Schiss (Dreck) rhrt, desto rger stinkt er.

A Ms as iar sat sh a Uugan.
Nordfriesland
hdt] Der Mund ist frher satt als die Augen.

A muss a Ding nich balde zu Pulsten (Bolzen) drehn.

A muss Hndel hon, seld a se fum Zaune brechen.

A muss mir knall und fall furt (fort).

A muss nich denken, dass andere Leute Narren sein.
Schlesien

A muss olles beschnoppern.

A muss sne Nase a allen Quark stecken.

A muss sich doch alne auszn, und wenn a nuch so bse wr.
hdt] Er muss sich doch alleine ausziehen und wenn er noch so bse wre.

A muss wos hoan (haben) und wenn a 's g selde vum Zaune breche.
hdt] Er muss Streit haben und sollte er ihn selbst vom Zaune brechen.

A Mutter m huben a breit Vartch (Schrze), die Chesrojnes vn die Kinder zzdecken.
i] Chesrojnes, Plural von Chassuren = Fehler.

A Muudi fulge, al skal'k uk efterslebbe.
Amrum
hdt] Der Mode folgen, soll ich auch nachschleppen.

A Nadel knn mn in a Sack nit behalten.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Angeborene, auch wohl anerzogene Fehler lassen sich auf die Dauer nicht verbergen; sie kommen immer zum Vorschein, wie die Nadel in einem Sack.

A ne Schage schprd em de lsterngen.
Siebenbrgen/Sachsen
hdt] Wer enge Schuhe trgt, fhlt die Hhneraugen.

A Narr hrt sich gern lobe.
la] Gaudet stultus, dum laudatur.

A Narr hot a schn Weib.
Warschau
i] Man will bemerkt haben, dass Narren in der Regel schne Frauen haben.

A Narr hot a schne Welt.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Dem Dummen erscheint die Welt um so schner, als er von manchen ihrer bel und Leiden nicht berhrt wird.

A Narr hot lieb S.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Diese auch in Deutschland verbreitete Meinung rhrt, wie Hr. Bernstein mir schreibt, vielleicht davon her, dass kleine Kinder gewhnlich Sigkeiten gern haben.

A Narr is a Gsar.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein (schlimmes) Verhngnis.

A Narr is a Kaleke auf alle vier.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Polnisch = Krppel. Um zu sagen: Dummheit ist eine Krankheit, der so schwer zu helfen ist, wie einem an Hnden und Fen Gelhmten.

A Narr is sein eigener Musser (Verrter).
Jdisch-deutsch, Warschau

A Narr knn mn nit ausgenarren.
Warschau
i] Durch List ausforschen. Seine Dummheit entzieht sich jeder Berechnung.

A Narr lacht drei ml (mal).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Der Narr lacht beim Anhren einer Geschichte, ohne ihren Sinn zu verstehen, blo weil alle lachen. Befragt, worber er eigentlich lache, lacht er wiederum, und nachdem man ihm den Witz erklrt hat, lacht er erst recht.

A Narr narrt mn vn 'm Bud heraus.
Jdisch-deutsch, Warschau
hdt] Einen Narren narrt, d.i. lockt man selbst aus dem Bade heraus.
i] Der Einfltige lsst sich selbst von ffentlichen Orten verdrngen.

A Narr schickt mn voraus.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Um den Weg zu bahnen.

A Narr thur (darf) mn keine halbe Arbeit nit weisen (zeigen).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Weil des Fragens kein Ende sein, er sie auch vielleicht verderben wrde.

A Narreschkeit gedenkt sich.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Eine Dummheit. Als Einschaltung bei sehr ausfhrlicher Erzhlung eines frhern Erlebnises.

A nrrischer Schenker: er hot Bronfen (Branntwein) n verkauft ihm.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Trunkenbold wundert sich, dass der Schenkwirt den Schnaps verkauft, anstatt ihn selber auszutrinken.

A Nasen habe wiera Rumpf.
Obersterreich
i] Kurz und dick

A Ngel (Neige, Bischen) Suppe schadt am (einem alten Hunde) nischt.

A Nehmer is nit kein Geber.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Wer gern Geschenke, Bestechung annimmt, der ist gegen andere nicht freigebig.

A Nekume (Rache) in de Wanzen.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Wird auf jemand angewandt, der sich selbst erheblichen Schaden zufgt, blo um an einem Feinde Rache zu ben. Nach der bekannten Anekdote, wonach jemand sein Haus anzndet, um die Wanzen daraus zu vertreiben und dazu das Lied anstimmt: 'Wenn das nicht gut fr die Wanzen ist, so wei ich nicht, was besser ist.'

A nemmst sich k bloat frsch Maul.
sterreich-Schlesien
hdt] Er nimmt kein Blatt vor den Mund.

A neue Speis lass weida gehn.
Obersterreich
i] So sagt man, den Nebenmann sanft am Ohre zupfend, wenn eine neue Speise, besonders im Frhjahr die erste Grnspeise, auf den Tisch kommt. Nach bayerischem Recht wurden nicht blo Kinder, sondern die erwachsenen Zeugen selbst, z.B. bei Legung eines Grundsteins, gezupft. Bei Grenzberichtigungen bekamen die anwesenden Kinder auch wohl an einzelnen Orten als Denkzettel eine Ohrfeige.

A neuer Besen kehrt gut.
i] Vom Eifer neuer Beamten und Diener.

A niade hat an Broand ein Oa'sch, brinnt e' nit, so schmcht e'.
Innsbruck
hdt] Ein jeder hat einen Brand in der Asche, brennt er nicht, so glimmt er.

A nimmbt a Kup (Kopf) zwischen de Bene und gieht gor dorvon.

A nimmt aus'm letzten Sckel a letzten Dreier.

A nimt a Kupp zwischen die Uhren.

A Nobesch Kenger un Renger vergibt mer sich net.
Bedburg
i] Nachbarskinder kennt man und dessen Rinder auch.

A Norr, a Norr, in schokelt sich.
Jdisch-deutsch, Brody
hdt] Er ist ein Narr und schaukelt sich.
i] Er schlgt sich doch in der Welt durch.

A Nus wie a Sarke.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Eine sehr krumme, gebogene Nase, welche die Form des hebrischen Accentes Sarka (~) hat

A oculos.
Cicero, Partitiones oratoriae
dt] Etwas so deutlich erklren, dass man es gleichsam lebendig vor Augen hat (ad oclus demonstrieren).

A ss a heller Jong'.
hdt] Es ist ein heller Junge.
i] Er fngt zeitig an. Die Redensart wird aber auch angewandt, wenn man in die Krfte jemandes Misstrauen setzt.

A ss a Mordsmann.
Gegend von Bhmisch-Friedland

A ss a Schosenmacher.
Brnsdorf bei Bhmisch-Friedland
i] Ein unterhaltender, gemtlicher Gesellschafter, der alle Taschen voll launiger Einflle und Spe hat, lustiger Anekdoten voll ist.

A ss a Schuslich.
Bhmisch-Friedland
i] Von schuseln, etwas oberflchlich, leicht hinmachen, also ein unberlegter, leichtsinniger Mensch, Faselhans.

A ss a Vechskerl.
i] In dem Sinne wie Mordskerl, Mordsmann.

A ss a Weinbeisser.
Bhmisch-Friedland
i] Er versteht sich aufs regelrechte Weintrinken.

A ss ondern Schlitten g'kumm.
Gegend von Bhmisch-Friedland
i] Er ist in seinem Geschft u.s.w. herabgekommen.

A Paffesack iem e Drchder di weane sei Leawe nit voll.
Oberhessen
i] Ein Pfaffensack und ein Trichter werden lebenslang nicht voll, wenn man auch noch soviel hineinschttet. Zur Erklrung sagt man, der Pfaffensack, den die Pfaffen frher zur Aufnahme des Zehnten auf ihrem Speicher aufhielten, habe unten ein Loch oder gar keinen Boden gehabt, sodass der abliefernde Bauer nie genug Frucht von zu Hause mitnehmen konnte.

A Parch mit gekruselte Huur (Haar).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein grindiger Mensch. Von Leuten gebraucht, die sich auf ein eingebildetes Verdienst viel zugute tun; gleichsam ein mit Grind Behafteter, der sich etwa einbildet, schnes Haar zu besitzen.

A peere Adem.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein jhzorniger, aufbrausender Mensch. Von Ismael, dem Stammvater der Araber, heisst es 1 Mos. 16, 12: 'Und er wird sein ein wilder Mensch'

A person soaked to the skin is not afraid of rain.
i] Someone who has suffered something once isn't afraid of suffering it again.
en] He that leith upon the ground can fall no lower.
enz] He that is down need fear no fall. Bunyan, Pilgrim's Progress
t] Islanmısın yagmurdan pervaı/korkusu olmaz.

A Peter Chettefyr (1.8.) gh d' Storche furt.
Solothurn

A pfeifft (auch: pfefft) uff'm letzten Luche.
Schlesien

A pfeift auf (aus) dem letzten Loche.
Grimmelshausen

A pfeift aus'm rechten Luchche.

A Phoebo Phoebe lumen capit, a sapiente
insipiens sensum, quo quasi luce micet.
Alanus Ab Insulis
dt] Von Phoebus empfngt Phoebe das Licht, vom Weisen
der noch Ungelehrte den Sinn, durch den er wie vom Licht erstrahlt.

A Piss uhn (ohne) a Forz is wie a Regen uhn a Dnner.
Jdisch-deutsch, Warschau

A poar Fimfbihmer (Fnfbhmer) sein weg, eh die Katze a Ei legt.
Hirschberg

A Podeschwe in Honig gepregelt (gekocht, geschmort) is auch s.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Polnisch Podeszwa = Ledersohle. Das Unangenehmste kann durch Zubereitung geniebar gemacht werden.

A Post'n is ds, was drauen steht, wenn die andern drin sind, sagte der Rekrut, als er es dem Lieutenant erklren sollte.

A Praester skal a Klaker nicks ufstridj.
Nordfriesland
i] Der Priester, Geistliche wird dem Kster nichts abstreiten.

A Prahla (Prahler), a schlechta Zahla.

A preld (brllt), oss wi a Schtrangoxe (Strangochse).
sterreich-Schlesien

A Prster pretjet man ians.
Amrum
hdt] Der Priester predigt nur einmal.
i] Wenn man etwas zweimal sagen soll.

A Prster sprgt a Klker nicks uf.
Amrum
i] Der Priester spricht dem Kster nichts ab.

A propos Descartes: Wie ich denke, so bin ich.
Stanislaw Jerzy Lec

A Punim wie a Riebeisen.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Ein Gesicht, so pockennarbig und hsslich wie ein Reibeisen.

A Pussek (Spruch) mit a Stecken.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Pflegt auf Leute angewandt zu werden, die Nummer Sicher gehen. Die Juden haben (2 Mos. 11, 7) einen Spruch, der Schutz gegen das Anfallen von Hunden gewhren oder sie unschdlich machen soll. Wer aber ganz sicher gehen will, verlsst sich nicht auf diesen Spruch allein, sondern nimmt noch einen Stecken mit.

A putzt garn 's Licht, a wird wullen anne Schiene hon.
i] A wird wulln a schie Wb hon.

A Qurgel, mei Herzel.
Schlesien
i] Als ablehnende Antwort. Ein breslauer Kruterweib erwidert auf die Rede einer andern Kruterin: 'Ich htte gesoit: a Quargle, mea Herzle, wirste kriegen.'

A Quartierla ruth gemengt'n, ich frass Mensch mit.
Agnetendorf im Kreise Hirschberg
i] Ein Quartierlein Branntwein, mit gefrbtem, z.B. Kirsch gemengt, damit auch das Mdchen mittrinken kann. Sagen die Bauernburschen in erregter Stimmung, sie wollen dann das Mdchen (das Mensch in ihrer Sprache) als Zukost nehmen.

A Rndel a Mint (Minute).
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Rndel von Rand = Dukaten. Von Leuten, die sehr beschftigt sind, in dem Sinne: Time is money. jdisch- deutsch in Warschau] A so lang dus Rndel (= Dukaten) is nit ausgebitten (gewechselt), gilt es. (So lange jemand nicht vom Judentum abgefallen ist, wird er stets als Jude betrachtet)

A rannte doass a d' Sche v'rlr.
sterreich-Schlesien
hdt] Er rannte, dass er die Schuhe verlor.

A rannte oass wnn d'r Garw'r a Schust'r jt.

A rannte oass wnn d'r Taif'l 's Holzwaib jt.

A rannte wi Hll oan d'r Taif'l.

A rannte woas hoste, woas koannste.

A rtt (er redet) troppatraighe.
i] Ohne Umschweife, sagt, was er denkt, geradezu.

A rtt nai (reisst hinein) wi Hans ai d' Graupe.
Troppau

A rtt nai (reisst hinein) wi Kunz i d' Nesse.
sterreich-Schlesien

A rtt wi's'm of d'r Plauze lait.
sterreich-Schlesien

A Rebbizin hot a korz Ohjer (Ohr) n a lange Hand.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Es wird in dem Sprichwort behauptet, die Rabbinerin hre die Parteien nicht und nehme gern Geschenke, wie es auch wohl andere Beamtenfrauen tun, die keine Rabbinerinnen sind.

A rechta (dummer) Lipl.
Obersterreich
i] Ein uerst dummer Mensch. Lippl ist zusammengezogen aus Philipp.

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