Shakespeare
All's Well That Ends Well
Ende gut, alles gut

Act 2 - Scene 1

Paris. The KING's palace.
Flourish of cornets. Enter the KING, attended with divers young Lords taking leave for the Florentine war; BERTRAM, and PAROLLES.

Paris.
Es treten auf der König von Frankreich, mehrere junge Edelleute, Bertram und Parolles. Trompeten und Zinken.


KING

Farewell, young lords; these warlike principles
Do not throw from you: and you, my lords, farewell:
Share the advice betwixt you; if both gain, all
The gift doth stretch itself as 'tis received,
And is enough for both.

Lebt wohl, Herr; diese krieg'rische Gesinnung
Haltet mir fest; auch Ihr, Herr, lebet wohl!
Teilt unter euch den Rat; nimmt jeder alles,
Dehnt sich die Gabe den Empfängern aus
Und reicht für beide hin.

First Lord

'Tis our hope, sir,
After well enter'd soldiers, to return
And find your grace in health.

Wir hoffen, Herr,
Als wohlversuchte Krieger heimzukehren
Und Eure Majestät gesund zu finden.

KING

No, no, it cannot be; and yet my heart
Will not confess he owes the malady
That doth my life besiege. Farewell, young lords;
Whether I live or die, be you the sons
Of worthy Frenchmen: let higher Italy,--
Those bated that inherit but the fall
Of the last monarchy,--see that you come
Not to woo honour, but to wed it; when
The bravest questant shrinks, find what you seek,
That fame may cry you loud: I say, farewell.

Nein, nein, das kann nicht sein; doch will mein Herz
Sich nicht gestehn, daß es die Krankheit hegt,
Die meinem Leben droht. Geht, junge Ritter!
Leb' ich nun oder sterbe, seid die Söhne
Würd'ger Franzosen: zeigt dem obern Welschland,
Den Ausgearteten, die nur den Fall
Der letzten Monarchie geerbt, ihr kamet
Als Freier nicht, - nein, als der Ehre Buhlen,
Und wo der Bravste zagt, erringt das Ziel,
Daß Fama laut von euch erschall'! Lebt wohl! -

Second Lord

Health, at your bidding, serve your majesty!

Heil Euch, mein König! Ganz nach Euerm Wunsch! -

KING

Those girls of Italy, take heed of them:
They say, our French lack language to deny,
If they demand: beware of being captives,
Before you serve.

Die welschen Mädchen - seid auf eurer Hut! -
Der Franke, sagt man, kann, was sie verlangen,
Nicht weigern - werdet nicht Gefangene,
Bevor ihr dientet!

Both

Our hearts receive your warnings.

Dank für Eure Warnung! -

KING

Farewell. Come hither to me.
Exit, attended

Lebt wohl! - Kommt her zu mir!
Der König legt sich auf ein Ruhebett.

First Lord

O, my sweet lord, that you will stay behind us!

O lieber Graf! Daß Ihr nicht mit uns zieht!

PAROLLES

'Tis not his fault, the spark.

Schad' um den jungen Degen!

Second Lord

O, 'tis brave wars!

Edler Krieg!

PAROLLES

Most admirable: I have seen those wars.

Höchst glorreich. Schon erlebt' ich solchen Krieg.

BERTRAM

I am commanded here, and kept a coil with
'Too young' and 'the next year' and ''tis too early.'

Man hält mich fest - und stets das alte Lied:
»Zu jung«; und »künftig Jahr«; und »noch zu früh!«

PAROLLES

An thy mind stand to't, boy, steal away bravely.

Treibt dich das Herz, mein Sohn, so stiehl dich weg!

BERTRAM

I shall stay here the forehorse to a smock,
Creaking my shoes on the plain masonry,
Till honour be bought up and no sword worn
But one to dance with! By heaven, I'll steal away.

Man will, ich soll den Weiberknecht agieren,
Hier auf dem Estrich meine Schuh vernutzend,
Bis Ehre weggekauft, kein Schwert getragen,
Als nur zum Tanz! - Weiß Gott, ich stehl' mich weg!

First Lord

There's honour in the theft.

Der Diebstahl brächt' Euch Ruhm.

PAROLLES

Commit it, count.

Begeht ihn, Graf!

Second Lord

I am your accessary; and so, farewell.

Ich mach' Halbpart mit Euch; und so lebt wohl!

BERTRAM

I grow to you, and our parting is a tortured body.

Ich bin so sehr der Eure, daß unsre Trennung einem gefolterten Körper gleicht.

First Lord

Farewell, captain.

Lebt wohl, Hauptmann!

Second Lord

Sweet Monsieur Parolles!

Teurer Monsieur Parolles -

PAROLLES

Noble heroes, my sword and yours are kin. Good sparks and lustrous, a word, good metals: you shall find in the regiment of the Spinii one Captain Spurio, with his cicatrice, an emblem of war, here on his sinister cheek; it was this very sword entrenched it: say to him, I live; and observe his reports for me.

Edle Paladine, mein Schwert und das eure sind Blutsfreunde: treffliche Degen und junge Recken; ein Wort, meine Phönixe: Im Regiment der Spini werdet ihr einen Hauptmann Spurio finden, mit einer Narbe, einem Kriegsemblem, hier auf seiner linken Wange: diese gute Klinge grub sie ein; sagt ihm, ich lebe, und beachtet, was er von mir aussagen wird!

First Lord

We shall, noble captain.
Exeunt Lords

Das wollen wir, edler Hauptmann.
Die beiden Edelleute gehn ab.

PAROLLES

Mars dote on you for his novices! what will ye do?

Mars verschwende seine Gunst an euch, seine Novizen! - Nun, was wollt Ihr tun? -

BERTRAM

Stay: the king.
Re-enter KING. BERTRAM and PAROLLES retire

Bleiben. - Der König ...

PAROLLES

To BERTRAM. Use a more spacious ceremony to the noble lords; you have restrained yourself within the list of too cold an adieu: be more expressive to them: for they wear themselves in the cap of the time, there do muster true gait, eat, speak, and move under the influence of the most received star; and though the devil lead the measure, such are to be followed: after them, and take a more dilated farewell.

Ihr solltet gegen diese edeln Kavaliere ein ausdrucksvolleres Zeremoniell annehmen; Ihr aber beschränkt Euch in den Grenzen eines allzu kaltsinnigen Abschieds. Zeigt ihnen mehr Entgegenkommen; denn sie schwimmen obenauf in der Strömung der Zeit; sie sind die vollkommenen Meister des echten Gehens, Essens und Redens und bewegen sich unter dem Einfluß des anerkanntesten Gestirns; und wäre der Teufel ihr Vortänzer, man muß ihnen dennoch nachfolgen. Darum nach! Und nehmt einen förmlicheren Abschied! -

BERTRAM

And I will do so.

Das will ich tun! -

PAROLLES

Worthy fellows; and like to prove most sinewy sword-men. Exeunt BERTRAM and PAROLLES
Enter LAFEU

Allerliebste Bursche! Und gewiß mit der Zeit recht herkulische Ehrenrichter! -
Sie gehn ab. Lafeu tritt auf.

LAFEU

Kneeling. Pardon, my lord, for me and for my tidings.

knieend. Verzeihn, mein Fürst, für mich und meine Botschaft!

KING

I'll fee thee to stand up.

Dein Aufstehn sei die Zahlung! -

LAFEU

Then here's a man stands, that has brought his pardon.
I would you had kneel'd, my lord, to ask me mercy,
And that at my bidding you could so stand up.

Wohl! Hier steh' ich
Und kaufe mir Verzeihn. Ich wünschte, Sire,
Ihr hättet hier gekniet, um mich zu bitten,
Und könntet aufstehn, wenn ich's Euch geheißen.

KING

I would I had; so I had broke thy pate,
And ask'd thee mercy for't.

Ich gleichfalls! Dann zerschlüg' ich dir den Kopf
Und bät' dich um Verzeihung.

LAFEU

Good faith, across: but, my good lord 'tis thus;
Will you be cured of your infirmity?

Kreuzweis' wohl gar? Doch, teurer Herr, erlaubt:
Wünscht Ihr geheilt zu sein von Eurer Krankheit?

KING

No.

Nein.

LAFEU

O, will you eat no grapes, my royal fox?
Yes, but you will my noble grapes, an if
My royal fox could reach them: I have seen a medicine
That's able to breathe life into a stone,
Quicken a rock, and make you dance canary
With spritely fire and motion; whose simple touch,
Is powerful to araise King Pepin, nay,
To give great Charlemain a pen in's hand,
And write to her a love-line.

Wollt Ihr nicht die schönen Trauben essen,
Mein königlicher Fuchs? O ja, Ihr wollt;
Wenn nur mein königlicher Fuchs die Trauben
Erreichen könnt'! - Ich hab' Arznei gesehn,
Die hauchte wohl den Steinen Leben ein,
Brächt' einen Fels in Gang und macht' Euch selbst
Gaillarden tanzen flink und leicht; berührt
Von ihrer Hand, erstände Fürst Pipin,
Ja, Carol Magnus nahm' zur Hand die Feder
Und schriebe Vers' an sie.

KING

What 'her' is this?

An welche Sie?

LAFEU

Why, Doctor She: my lord, there's one arrived,
If you will see her: now, by my faith and honour,
If seriously I may convey my thoughts
In this my light deliverance, I have spoke
With one that, in her sex, her years, profession,
Wisdom and constancy, hath amazed me more
Than I dare blame my weakness: will you see her
For that is her demand, and know her business?
That done, laugh well at me.

Ei, eine Ärztin, Sire: sie ist schon hier,
Wenn Ihr sie ansehn wollt. Auf Her' und Treu',
Wenn ich nach diesem leichten Vortrag ernstlich
Berichten darf: - ich sprach mit einem Mädchen,
Das mich durch Absicht, Jugend und Geschlecht,
Verstand und festen Sinn so sehr entzückt,
Daß ich mich drum nicht tadle. Seht sie selbst
(Das ist ihr Wunsch) und hört, was sie Euch bringt;
Dann lacht mich aus nach Lust!

KING

Now, good Lafeu,
Bring in the admiration; that we with thee
May spend our wonder too, or take off thine
By wondering how thou took'st it.

Nun, Freund Lafeu,
Zeig' uns dies Wunder, daß wir ihm mit dir
Unser Erstaunen zollen, oder deins
Vermindern durch Erstaunen, wie dir's kam.

LAFEU

Nay, I'll fit you,
And not be all day neither.
Exit

Nun, ich will Euch bedienen, und sogleich.
Lafeu geht.

KING

Thus he his special nothing ever prologues.
Re-enter LAFEU, with HELENA

So hält er stets Prologe seinem Nichts.
Lafeu kommt zurück mit Helena.

LAFEU

Nay, come your ways.

Nun tretet vor!

KING

This haste hath wings indeed.

Die Eil' hat wahrlich Flügel!

LAFEU

Nay, come your ways:
This is his majesty; say your mind to him:
A traitor you do look like; but such traitors
His majesty seldom fears: I am Cressid's uncle,
That dare leave two together; fare you well.
Exit

Nein, tretet vor!
Hier Seine Majestät: sagt Euern Wunsch!
Eu'r Blick ist sehr verrät'risch, doch der König
Scheut selten solcherlei Verrat; ich bin
Der Oheim Cressidas, der's wagen darf,
Zwei so allein zu lassen. Fahrt nun wohl!
Geht ab.

KING

Now, fair one, does your business follow us?

Nun, schönes Kind, habt Ihr mit uns Geschäfte?

HELENA

Ay, my good lord.
Gerard de Narbon was my father;
In what he did profess, well found.

Ja, hoher König. Gerhard von Narbonne war
Mein Vater, wohlerprobt in seiner Kunst.

KING

I knew him.

Ich kannt' ihn.

HELENA

The rather will I spare my praises towards him:
Knowing him is enough. On's bed of death
Many receipts he gave me: chiefly one.
Which, as the dearest issue of his practise,
And of his old experience the oily darling,
He bade me store up, as a triple eye,
Safer than mine own two, more dear; I have so;
And hearing your high majesty is touch'd
With that malignant cause wherein the honour
Of my dear father's gift stands chief in power,
I come to tender it and my appliance
With all bound humbleness.

So eh'r erspar' ich mir, ihn Euch zu rühmen;
Ihn kennen, ist genug. Auf seinem Todbett
Gab er mir manch Rezept; vor allen eins,
Das als die höchste Blume seiner Forschung
Und vielerfahrnen Praxis liebstes Kleinod
Er mich verwahren hieß als dreifach Auge,
Teurer als meine beiden. Also tat ich;
Und hörend, wie Eu'r Majestät verschmachtet
An jener bösen Krankheit, die den Ruhm
Von meines Vaters Kunst zumeist erhöht,
Kam ich mit Wünschen und mit Demut, Euch
Die Rettung anzubieten.

KING

We thank you, maiden;
But may not be so credulous of cure,
When our most learned doctors leave us and
The congregated college have concluded
That labouring art can never ransom nature
From her inaidible estate; I say we must not
So stain our judgment, or corrupt our hope,
To prostitute our past-cure malady
To empirics, or to dissever so
Our great self and our credit, to esteem
A senseless help when help past sense we deem.

Dank Euch, Jungfrau.
Doch glaub' ich nicht so leicht an Heilung mehr,
Wo so gelehrte Ärzt' uns aufgegeben,
Und die vereinte Fakultät entschied,
Kunst könne nie aus unheilbarem Zustand
Natur erlösen. Drum soll unser Urteil
Nicht so abirrn, noch Hoffnung uns verleiten,
Ein rettungsloses Übel preis zu geben
Quacksalbern; Majestät und Zutraun so
Zu schmähn, sinnlosem Beistand nachzutrachten,
Wenn wir als Unsinn allen Beistand achten.

HELENA

My duty then shall pay me for my pains:
I will no more enforce mine office on you.
Humbly entreating from your royal thoughts
A modest one, to bear me back again.

So zahlt die treue Pflicht mir mein Bemühn:
Nicht weiter sei mein Dienst Euch aufgedrängt;
Und nur in Demut bitt' ich Eure Hoheit
Bescheidentlich, mich gnädig zu entlassen.

KING

I cannot give thee less, to be call'd grateful:
Thou thought'st to help me; and such thanks I give
As one near death to those that wish him live:
But what at full I know, thou know'st no part,
I knowing all my peril, thou no art.

Das ist das mind'ste, was ich muß gewähren;
Dein guter Wunsch ist meines Dankes wert,
Weil stets der Kranke gern von Bess'rung hört;
Doch was du ganz verkennst, durchschau' ich klar:
Wie fern dein Trost, wie nah mir die Gefahr.

HELENA

What I can do can do no hurt to try,
Since you set up your rest 'gainst remedy.
He that of greatest works is finisher
Oft does them by the weakest minister:
So holy writ in babes hath judgment shown,
When judges have been babes; great floods have flown
From simple sources, and great seas have dried
When miracles have by the greatest been denied.
Oft expectation fails and most oft there
Where most it promises, and oft it hits
Where hope is coldest and despair most fits.

Unschädlich wär's, wenn den Versuch Ihr wagt,
Weil Ihr der Heilung wie dem Trost entsagt;
Er, der die größten Taten läßt vollbringen,
Legt oft in schwache Hände das Gelingen:
So zeigt die Schrift in Kindern weisen Mut,
Wo Männer kindisch waren; große Flut
Entspringt aus kleinem Quell, und Meere schwinden,
Ob Weise auch die Wunder nicht ergründen,
Oft schlägt Erwartung fehl, und dann zumeist,
Wo sie gewissen Beistand uns verheißt;
Und wird erfüllt, wo Hoffnung längst erkaltet,
Wo Glaube schwand und die Verzweiflung waltet.

KING

I must not hear thee; fare thee well, kind maid;
Thy pains not used must by thyself be paid:
Proffers not took reap thanks for their reward.

Genug, mein Kind! Zu lange weilst du schon,
Und dein vergeblich Mühn trägt keinen Lohn,
Als Dank für einen Dienst, den ich nicht brauche.

HELENA

Inspired merit so by breath is barr'd:
It is not so with Him that all things knows
As 'tis with us that square our guess by shows;
But most it is presumption in us when
The help of heaven we count the act of men.
Dear sir, to my endeavours give consent;
Of heaven, not me, make an experiment.
I am not an impostor that proclaim
Myself against the level of mine aim;
But know I think and think I know most sure
My art is not past power nor you past cure.

So weicht, was Gott mir eingab, einem Hauche;
Er ist nicht so, der alles mag durchschaun,
Wie wir, die stets dem leeren Schein vertraun,
Und stolzer Hochmut wär's, der Gottheit Trachten
Und Himmelswort für Menschenwerk zu achten.
O teurer Fürst, gebt meinen Wünschen nach;
Denkt nicht, daß ich, - nein, daß der Himmel sprach!
Ich treibe nicht mit Euch ein trüglich Spiel,
Noch berg' ich meiner Worte wahres Ziel.
Ich glaub' es, Herr, und glaub' auf festem Grunde:
Noch siegt die Kunst, nah ist der Rettung Stunde.

KING

Are thou so confident? within what space
Hopest thou my cure?

Das hoffst du so gewiß? In wie viel Zeit?

HELENA

The great'st grace lending grace
Ere twice the horses of the sun shall bring
Their fiery torcher his diurnal ring,
Ere twice in murk and occidental damp
Moist Hesperus hath quench'd his sleepy lamp,
Or four and twenty times the pilot's glass
Hath told the thievish minutes how they pass,
What is infirm from your sound parts shall fly,
Health shall live free and sickness freely die.

Wenn mir die höchste Gnade Gnade leiht,
Eh' zweimal noch das Lichtgespann durchschreitet
Die Bahn, auf der sein Lenker Glanz verbreitet,
Eh' zweimal in dem Tau der trüben Feuchte
Der Abendstern auslöscht die müde Leuchte.
Ja, eh' die Sanduhr vierundzwanzig Stunden
Dem Schiffer zeigt, die diebisch ihm verschwunden,
Seid Ihr genesen; Euer Schmerz entflieht,
Die Krankheit stirbt, und neue Kraft erblüht.

KING

Upon thy certainty and confidence
What darest thou venture?

Bei so viel Selbstvertraun und Sicherheit,
Was wagst du?

HELENA

Tax of impudence,
A strumpet's boldness, a divulged shame
Traduced by odious ballads: my maiden's name
Sear'd otherwise; nay, worse--if worse--extended
With vilest torture let my life be ended.

Daß man mich der Frechheit zeiht;
Mich Metze schilt; der Pöbel mich verspottet,
Schimpflieder singt; und schmählich ausgerottet
Mein Jungfrau'n-Name sei; ja, daß mein Leben
Sich ende, schnöden Martern preis gegeben.

KING

Methinks in thee some blessed spirit doth speak
His powerful sound within an organ weak:
And what impossibility would slay
In common sense, sense saves another way.
Thy life is dear; for all that life can rate
Worth name of life in thee hath estimate,
Youth, beauty, wisdom, courage, all
That happiness and prime can happy call:
Thou this to hazard needs must intimate
Skill infinite or monstrous desperate.
Sweet practiser, thy physic I will try,
That ministers thine own death if I die.

Mir scheint, es spricht aus dir ein sel'ger Geist,
Der sich in schwachem Werkzeug stark erweist,
Und was die Sinnen sonst unmöglich nennen,
Muß ich in höherm Sinn jetzt anerkennen;
Dein Leben ist dir wert, denn dich beglückt
Noch alles, was das Dasein je geschmückt:
Schönheit und Anmut, Weisheit, hoher Mut,
Und was nur Frühling hofft als Lebensgut: -
So viel zu wagen, solch Vertraun zu zeigen,
Ist nur der Kunst, wo nicht dem Wahnsinn eigen;
Drum, lieber Arzt, versuch' an mir dein Heil,
Und sterb' ich, wird dir selbst der Tod zu teil.

HELENA

If I break time, or flinch in property
Of what I spoke, unpitied let me die,
And well deserved: not helping, death's my fee;
But, if I help, what do you promise me?

Fehl' ich die Zeit, mißlingt ein Wort von allen,
Die ich verhieß, - sei ich dem Tod verfallen,
Wie ich's verdient! Helf' ich Euch nicht, so sterb' ich:
Doch, wenn ich helfe, welchen Lohnerwerb' ich?

KING

Make thy demand.

Fodre, mein Kind!

HELENA

But will you make it even?

Und wollt Ihr's wirklich geben?

KING

Ay, by my sceptre and my hopes of heaven.

Bei meinem Szepter, ja, beim ew'gen Leben!

HELENA

Then shalt thou give me with thy kingly hand
What husband in thy power I will command:
Exempted be from me the arrogance
To choose from forth the royal blood of France,
My low and humble name to propagate
With any branch or image of thy state;
But such a one, thy vassal, whom I know
Is free for me to ask, thee to bestow.

Gib zum Gemahl mit königlicher Hand,
Wen ich mir fodern darf in deinem Land!
Doch ferne sei von mir der Übermut,
Daß ich ihn wähl' aus Frankreichs Fürstenblut,
Und ein Geschlecht, unwürdig wie das meine,
Mit deines Stamms erhabnem Zweig sich eine;
Nein, solchen Untertan, den ich in Ehren
Von dir verlangen darf, und du gewähren.

KING

Here is my hand; the premises observed,
Thy will by my performance shall be served:
So make the choice of thy own time, for I,
Thy resolved patient, on thee still rely.
More should I question thee, and more I must,
Though more to know could not be more to trust,
From whence thou camest, how tended on: but rest
Unquestion'd welcome and undoubted blest.
Give me some help here, ho! If thou proceed
As high as word, my deed shall match thy meed.
Flourish. Exeunt

Hier meine Hand. Kannst du dein Wort erfüllen,
So bürg' ich dir, ich tu' nach deinem Willen.
Nun wähl' dir selbst die Zeit: es ziemt dem Kranken,
Des Arztes Wort zu folgen ohne Wanken.
Zwar möcht' ich viel noch fragen, viel noch hören
(Ob Zweifel auch den Glauben nimmer stören):
Woher du kamst, mit wem? Doch sei's gewagt;
Vertraun und Liebe biet' ich ungefragt. -
He! Kommt und helft mir auf! - Schaffst du mir Rat,
So lohn' auch deine Taten meine Tat!
Sie gehn ab.

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