Si j'étais roi (Wenn ich König wär' / König für einen Tag; Dennery/Jules-Henri Brésil nach Tausendundeine Nacht), opéra comique 3 Akte (4. Sept. 1852 Théâtre-Lyrique) Musik von Adolphe Adam

Erstaufführungen: Brüssel 1853; Turin 1858; New Orleans 1858; Barcelona 1866; Lissabon 1878; Buenos Aires 1881; New York 1881; mexiko 1882 (sämtl. frz.); Prag 1875 (tschech.); Stockholm 1882 (schwed.); New York 1882 (engl.); London, Parkhurst Theatre 1893; Oslo 1883 (norw.); Kopenhagen 1889 (dän.); Sofia 1930 (bulg.); Bukarest 1936 (rum.); Berlin 1904 (dt. von M. Schlesinger, musik. Baerb. O. Nowack); Breslau 1904; dt. von Paul Wolff, Berlin 1908; Riga 1909; Prag 1909; Wien Volksoper 1911; Schwerin 1918; Berlin Deutsches Opernhaus 1924; dt. von Karlheinz Gutheim und Wilhelm Reinking, Berlin Städtische Oper 1960; Erfut 1962; Magdeburg 1963; Eisenach 1964

Mossoul, König von Goa - Bariton
Prinzessin Néméa, seine Kusine - Sopran
Prinz Kadoor - Baß
Zéphoris, ein Fischer - Tenor
Zélide, seine Schwester - Sopran
Piféa, ein Fischer - Tenor
Ein alter Fischer - Baß
Zizell, der Strandvogt - Baß
Der Leibarzt des Königs - Bariton
Der Kanzler - Tenor
Hofstaat, Minister, Offiziere, Soldaten, Wachen, Fischer, Fischerinnen

In einem Königreich am Meer, zu Beginn des 16. Jahrhunderts

1. Akt: Zephoris hat der Prinzessin Nemea das Leben gerettet und sich dabei in sie verliebt, ohne zu ahnen, daß sie eine nahe Verwandte des Königs ist. Als er die Ohnmächtige ans Land gebracht hat, ist ein Ring von ihr in seiner Hand geblieben. Weiter hat er keine Spur von ihr und sucht seit Monaten vergeblich die schöne Unbekannte. Nemea kennt ihren Retter ebenfalls nicht, und während Prinz Kadoor um sie wirbt, weilen ihre Gedanken bei dem Manne, dem sie ihr Leben verdankt, und dem sie im stillen Herz und Hand gelobt hat. Dem Prinzen ist es nicht allein um den Besitz Nemeas zu tun, er trachtet auch nach dem Throne Mossouls, den er mit Hilfe der Portugiesen zu verdrängen hofft. Unvermutet sieht Zephoris seine Schöne wieder, erfährt, wer sie ist und gibt dabei durch sein Verhalten dem Prinzen Kadoor sein Geheimnis preis. Durch Drohungen weiß Kadoor dem armen Fischer den feierlichen Schwur abzulisten, niemandem zu verraten, daß er Nemeas Retter sei, und schon am folgenden Tag die Stadt zu verlassen. Dann gibt er sich bei der Prinzessin als deren Retter aus. Obgleich sie sich wenig zu ihm hingezogen fühlt, glaubt sie doch, das sich selbst gelobte Versprechen einlösen zu müssen, und verlobt sich mit ihm. Zephoris bringt inzwischen die letzten Stunden, die er noch in der Stadt bleiben darf, an der Stelle zu, wo er Nemea rettete. In Gedanken verloren, wie anders es hätte kommen können, wenn er nicht ein armer Fischer, sondern ein König wäre, schreibt er in den Sand die Worte: 'Wenn ich König wäre' und schlummert ein.
2. Akt: So findet ihn der König, und einer Laune folgend, läßt er ihn auf sein Schloß bringen und einen Tag lang König sein. Zuerst glaubt der Fischer zu träumen, aber allmählich kommt ihm doch die Überzeugung, daß alles auf Wahrheit beruht, da jedermann, selbst der wahre König und Nemea, ja sogar Prinz Kadoor ihn als König behandelt. Er findet sich schließlich in seine Rolle hinein, hält einen Staatsrat ab und gibt dem Heer Befehl, gegen die Portugiesen zu marschieren, die in Kriegsschiffen der Küste nahen. Nemea gegenüber gibt er sich als ihren Retter zu erkennen, entlarvt Kadoor als Betrüger und Verschwörer und steht im Begriff, seine Trauung mit der Geliebten vollziehen zu lassen, als der König, um das Spiel nicht zu weit zu treiben, ihm einen Schlaftrunk reichen läßt, der ihm das Bewußtsein raubt.
3. Akt: In seiner Hütte kommt er wieder zu sich. Nemea deckt das ganze Spiel auf. Kadoors Erscheinen macht ihrem Gespräch ein Ende. Nemea verbirgt sich in der Kammer Zelides, der Schwester Zephoris. Kadoor läßt Zephoris festnehmen und will ihn zum Tode verurteilen. Nemea erscheint und bekennt, daß sie ihn liebt. Erst durch den König wird Zephoris im letzten Augenblick gerettet, das Einverständnis Kadoors mit den Portugiesen aufgedeckt und dem Fischer die Prinzessin zugesprochen, da dank seiner Voraussicht als 'König' die Portugiesen geschlagen wurden.

1953 Wolfgang Sawallisch; Chor und Orchester des Hessischen Rundfunks
Isslamin: Hans Kasperzyk
Kadoor: Heinz Prybit
Massoul: Kurt Gester
Neméa: Olga Moll
Piféar: Willy Hofmann
Sklave: Gerhard Frank
Stadvogt Zizel: Georg Stern
Zélide: Maria Madlen-Madsen
Zephoris: Franz Fehringer
Dialogsprecher: Erwin Scherschel, Peter Schmitz, Ursula Ligocki
Relief 1914 (1 CD; stark gekürzt)

1961 Richard Blaireau; Chours et Orchestre de la Société des Concerts du Conservatoire Paris
Zéphoris: André Malabrera
Mossoul, König von Goa: René Bianco
Prinz Kadoor: Henri Medus
Néméa: Liliane Berton
Piféar: Bernard Alvi
Zélide: Andrée Gabriel
Zazel: Pierre Héral
Decca/Gaieté Lyrique 20300-2 (2 CD)

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