Der Schauspieldirektor (Johann Gottlob Stephanie der Jüngere), Komödie mit Musik 1 Akt KV 486 (7. Febr. 1786 Schloß Schönbrunn, Orangerie [bei einem Gartenfest Kaiser Josephs II.])
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart

begonnen Wien 18. Jan., vollendet 3. Febr. 1786; komponiert für Festlichkeiten anläßlich des Besuchs des Generalgouverneurs in Wien, aufgeführt zusammen mit Salieris Prima la musica e poi le parole.
Der "Schauspieldirektor" ist ein pasticcio, d. h. ein nachträglich auf fertige Musik angefertigtes Stück. Die jetzt übliche Bearbeitung stammt von Louis Schneider und wurde 1846 zum ersten Male in Berlin gespielt.

Frank, Schauspieldirektor - Sprechrolle
Eiler, ein Bankier - Sprechrolle
Buff und Herz, Schauspieler - Sprechrollen
Madame Pfeil, Madame Krone und Madame Vogelsang, Schauspielerinnen - Sprechrollen
Herr Vogelsang, ein Sänger - Tenor buffo
Madame Herz, Sängerin - Dramatischer Koloratursopran
Mademoiselle Silberklang, Sängerin - Lyrischer Koloratursopran oder Soubrette
Wien am Ende 18. Jahrhundert

2 Soprane, Tenor, Bass
2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, Pauken, 2 Violinen, 2 Violen, Violoncello e Basso

Philipp, der Neffe Schikaneders, bittet seinen Onkel, die Sängerin Uhlich zu engagieren, damit er sie endlich heiraten kann. Schikaneder schlägt dies rundweg ab. Philipp bittet nun Mozart um Hilfe, der gerade mit Schikaneder zusammen an der "Zauberflöte" arbeitet, wobei sich drollige Auseinandersetzungen zwischen Librettisten und Komponisten ergeben. Mozart hört sich die Uhlich an und ist entzückt, nicht nur von ihrer Stimme, sondern auch von ihrer ganzen Erscheinung. Er raubt ihr ein Bändel und will es nur gegen einen Kuß wieder zurückgeben. Dabei überrascht ihn seine Schwägerin, die Madame Lange, und hält ihm eine tüchtige Strafpredigt. Schikaneder kommt in diese Auseinandersetzung hinein. Da wird ihm "die neue Sängerin" gemeldet. Er glaubt, da es die Signora Cavalieri ist, die er zwecks Abschluß eines Engagements erwartet. Die Uhlich geht nun auf diesen Irrtum Schikaneders ein und beansprucht die Rollen der ersten Sängerin für sich. Diese will sich aber Aloysia nicht nehmen lassen, und es entwickelt sich ein Streit zwischen den beiden Frauen, welche nun die erste Sängerin sein solle. Schikaneder kann schließlich zu einem Kompromiß kommen und heißt Philipp sofort einen Vertrag für die neue Sängerin ausfertigen, den er in seiner Begeisterung sofort unterschreibt. Dabei merkt er dann, daß er nicht die erwartete Italienerin, sondern die Braut seines Neffen erworben hat, mit welcher Tatsache er sich schließlich auch abfindet.

1944 Heinrich Hollreiser; Bayerisches Staatsorchester
Buff: Georg Hann
Madame Herz: Elinor Junker-Giesen
Mademoiselle Silberklang: Gertrude Callam
Monsieur Vogelsang: Richard Holm
Melodram MEL 235 (1 LP live)

1950/–60 Rolf Maedel; Camerata Academica des Mozarteums Salzburg
Philips A 00494 (1 LP)

1950 Rolf Reinhardt; Orchester des Tonstudios Stuttgart
Buff: Otto von Rohr
Madame Herz: Käthe Nentwig
Mademoiselle Silberklang: Margot Guilleaume
Nixa SPLP 532 (1 LP)

1952 Hermann Herz; Chamber Orchestra
Buff: Mordecai Mauman
Madame Herz: Edith Gordon
Mademoiselle Silberklang: Lois Hunt
Monsieur Vogelsang: Luigi Velucci
Mercury MG 15025 (1 LP englisch)

1962 Kurt Rapf; Orchester der Wiener Volksoper
Buff: Norman Forster
Madame Herz: Ellen Klein
Mademoiselle Silberklang: Margarethe Cornel
Monsieur Vogelsang: Erich zur Eck
Amadeo AVRS 6254 (1 LP)

1963 André Rieu; Orchester der Wiener Staatsoper
Buff: Jacques Villisech
Madame Herz: Mimi Coertse
Mademoiselle Silberklang: Christa Degler
Monsieur Vogelsang: Waldemar Kmentt
Decca ½ LP

1967 André Previn; English Chamber Orchestra
Buff: Sherrill Milnes
Madame Herz: Judith Raskin
Mademoiselle Silberklang: Reri Grist
Monsieur Vogelsang: Richard Lewis
Sprecher: Leo McKern
RCA LSC3000 (1 LP)

1968 Helmut Koch; Kammerorchester Berlin
Buff: Hermann Christian Polster
Eiler: Werner Ehrlicher
Frank: Heinz Suhr
Herz: Otto Mellies
Madame Herz: Sylvia Geszty
Madame Krone: Annemone Haase
Madame Pfeil: Annekathrin Bürger
Mademoiselle Silberklang: Rosemarie Rönisch
Monsieur Vogelsang: Jutta Hoffmann
Monsieur Vogelsang: Peter Schreier
Eterna 826 073 (1 LP) / Berlin Classics 9136 2 (1 CD); Brilliant Classics 99723/4-5 (1 CD) (63'33)

1973 Karl Böhm; Staatskapelle Dresden
Buff: Kurt Moll
Madame Herz: Reri Grist
Mademoiselle Silberklang: Arleen Auger
Monsieur Vogelsang: Peter Schreier
DG 2740 203 (8 LP) / DG 427 881-2 (3 CD); DG 419 566-2 (3 CD) (23'55)

1975 Colin Davis; London Symphony Orchestra
Buff: Clifford Grant
Madame Herz: Ruth Welting
Mademoiselle Silberklang: Ileana Cotrubas
Monsieur Vogelsang: Anthony Rolfe-Johnson
Philips CD: 422 536 2, Philips LP: 6747 388 (8 LP) (22'06)

1976 Eberhard Schöner; Bayerisches Staatsorchester
Buff: Klaus Hirte
Madame Herz: Mady Mesplé
Mademoiselle Silberklang: Edda Moser
Monsieur Vogelsang: Nicolai Gedda
Sprecher: Peter Ustinov
EMI 7 63826 2 (1 CD)

1986 Nikolaus Harnoncourt; Concertgebouw Orchester Amsterdam
Buff: Harry van der Kamp
Madame Herz: Magda Nador
Mademoiselle Silberklang: Krisztina Laki
Monsieur Vogelsang: Thomas Hampson
Teldec 6.43336 (1 LP) / Teldec 8.43 336 (1 CD); Teldec 4509-95979-2 (1 CD) (21'57)

1989 Ferdinand Leitner; Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks
Buff: Gwynne Howell
Madame Herz: Edith Wiens
Mademoiselle Silberklang: Barbara Kilduff
Monsieur Vogelsang: Deon van der Walt
Profil Medien PHO 4050 (1 CD 23'45 live)

1990 John Pritchard; Wiener Philharmoniker
Buff: Manfred Jungwirth
Madame Herz: Edita Gruberova
Mademoiselle Silberklang: Kiri Te Kanawa
Monsieur Vogelsang: Uwe Heilmann
Decca 430 207 2 (1 CD 23'30)

1991 Colin Davis; English Chamber Orchestra
Buff: Matthew Best
Madame Herz: Yvonne Kenny
Mademoiselle Silberklang: Judith Howarth
Monsieur Vogelsang: Barry Banks
Sprecher: Peter Shaffer
EMI 99 1300 3 (video) (35'55 live, englisch)

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