Joseph (Joseph in Ägypten; Alexandre Duval), drame mêlé de chants 3 Akte (17. Febr. 1807, Opéra-Comiue)
Musik von Etienne Nicolas Méhul

Joseph, unter dem Namen Kleophas, Statthalter in Ägypten - Tenor
Jacob, sein Vater aus dem Lande Hebron - Baß
Josephs Brüder:
Benjamin - Sopran
Simeon - Bariton
Ruben - Bariton
Naphtali - Tenor
Gad, Juda, Isaschar, Sebulon, Dan, Asser Manasse - Tenor, Bass
Utobal, Josephs Untergebener Vertrauter - Baß
Ägypter, Israeliten, Offiziere, Soldaten, Sklaven
In und um Memphis (Ägypten) in biblischer Zeit

1. Akt: Joseph, einst von seinen Brüdern an Sklavenhändler verkauft, hat Ägypten von der Hungersnot errettet und ist vom Pharao zum Statthalter eingesetzt worden. Trotz seiner hohen Stellung, die er unter dem Namen Kleophas innehat, kann er die Sehnsucht nach der Heimat und nach seinen Angehörigen nicht unterdrücken. Da werden Fremdlinge vor ihn geführt, die die Hungersnot aus ihrer Heimat Hebron vertrieben hat. Er erkennt in ihnen seine Brüder, die seinem erblindeten Vater vorausgeeilt sind, um für die Flüchtenden Obdach zu erflehen. Voll Rührung gewährt er ihnen das Erbetene.

2. Akt: Joseph ist hinaus in das Zeltlager der Israeliten gegangen und bemerkt, wie Sirneon, der die Hauptschuld an der dem Joseph zugefügten Missetat trägt, von schweren Gewissensbissen geuält wird. Joseph hört wieder die so vertrauten Gesänge der Volksgenossen und erfährt von seinem Bruder Benjamin, daß der blinde Vater noch immer mit zärtlicher Liebe des tot gesagten Bruders gedenke. Voll Rührung läßt Joseph das Zelt des Vaters öffnen und kniet vor dem Schlafenden nieder. Trompetenstöße rufen den Statthalter zum Triumphzuge. Bei diesen Klängen erwacht der Greis, und Joseph küßt ihm gerührt die Hand, als er aus seinem Munde Worte der Trauer über den verlorenen Lieblingssohn hört. Dann nimmt er den Vater und den Benjamin mit auf seinen Triumphwagen und läßt die beiden an seiner Seite sitzen.

3. Akt: Joseph bewirtet seine Angehörigen festlich, während Harfnerinnen das Loblied des israelitischen Gottes singen. Durch eine Meldung Utobals wird Joseph zum König gerufen. Während seiner Abwesenheit beichtet Simeon, unfähig, die Last der Schuld länger zu tragen, dem Vater das am Bruder begangene Verbrechen. Als Jacob allen seinen Söhnen darob fluchen will, erscheint Joseph und bittet den Vater für seine Brüder um Vergebung. Die Brüder geloben, das ganze Land zu durchziehen und nicht eher zu ruhen, bis sie den verlorenen Bruder wiedergefunden haben. Da endlich gibt sich Joseph zu erkennen und verkündet ihnen, daß der Pharao ihnen im Lande Gosen eine Freistatt gewähren wolle. Mit einem Lobgesang schließt die Oper.

1955 Wilhelm Schüchter; Sinfonie-Orchester & Chor NWDR
Benjamin: Ursula Zollenkopf
Jacob: Alexander Welitsch
Joseph: Libero de Luca
Naphtali: Günter Genersch
Ruben: Rolf Kunz
Simeon: Horst Günter
Melodram 160 (2 LP), Gala 100.728 (2 CD) (58'24)

1955 Alfons Rischner; RSO Stuttgart, Südfunkchor Stuttgart
Benjamin: Friederike Sailer
Erzähler: Wilhelm Götze
Jacob: Alexander Welitsch
Joseph: Josef Traxel
Naphtali: Gustav Grefe
Ruben: Alfred Pfeifle
Simeon: Bernhard Michaelis
Utobal: Walter Wagner
Gala 100.728 (2 CD 51'32)

1989 Claude Bardon; Orchestre Regional de Picardie »Le Sinfonietta«, Ensemble Choral Intermezzo
Regie: Pierre-Marius Jourdan
Benjamin: Brigitte Lafon
Erzähler: Abbi Patrix
Jacob: Frédéric Vassar
Joseph: Laurence Dale
Mädchen: Natalie Dessay
Naphtali: Antoine Normand
Ruben: Philippe Pistole
Simeon: René Massis
Utobal: Philippe Joruera
Le chant du monde 278 963/64 (2 CD 86'13)

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