uiv="Content-Language" content="de"> uiv="content-type" content="text/html; charset=ISO-8859-1"> Die Geisterinsel von Johann Friedrich Reichardt

Die Geisterinsel (Friedrich Wilhelm Gotter und Friedrich Hildebrand von Einsiedel nach Shakespeare, The Tempest), Dialog-Oper 3 Akte (6. Juli 1798 Berlin, Königliches Nationaltheater am Gendarmenmarkt)
Musik von Johann Friedrich Reichardt

Prospero, gewesener Herzog von Mayland, Zauberer Miranda, seine Tochter Fernando, Prinz von Neapel Fabio, Edelknabe des Prinzen, durch eine Sängerinn zu spielen Oronzio, Küchenmeister des Prinzen Stefano, Kellermeister des Prinzen Ariel, ein Sylfe des Prinzen, durch eine Sängerinn zu spielen Caliban, eine Gnome, Sohn der Sycorax Maja, ein Schatten, von der ersten tragischen Actrice zu spielen Sycorax, ein Schatten, von dem ersten tragischen Acteur zu spielen Ruperto, ein Bootsmann Geister und Sylfen Matrosen Die Handlung währt von einem Morgen zum andern

Bemerkungen, die Decorationen betreffend.
Der Eingang von Prospero's Zelle ist rechts zwischen der dritten und vierten Koulisse; ein bewegliches Felsenstück tritt vor, wenn die Scene wechselt.
Maja's Grabmahl steht links, nahe an der zweyten Koulisse; es wird bey Veränderungen ebenfalls durch Wald oder Fels dem Auge des Zuschauers entrückt. In der pantomimischen Scene des dritten Akts, berstet solches mit Geräusch von oben bis unten, und stürtzt in die Koulisse hinein. Man sieht den Grabhügel eröffnet; letzterer muß die Versenkung von vorne einfassen, und so eingerichtet seyn, daß die emporsteigende Figur auf dem Rande desselben stehen kann.
Die ganze Tiefe des Theaters ist nur da zu gebrauchen, wo das Meer den Hintergrund ausmacht. Die Felsen des Meer-Ufers müssen Stufen haben, daß man dieselben sichtbar besteigen kann.
Die romantische Gegend im zweyten Akt, schließt mit einem Horizont - Vorhange, der hinter dem beweglichen Felsen-Stücke, das den Eingang von Prospero's Zelle verbirgt, niederfällt. Eben dieser Felsen dient in der Folge zum Volkan, aus dem späterhin ein blühender Rosenbusch emporsteigt.
Die rauhe Felsen Gegend im vierten Auftritt des zweyten Akts, hat einen damit übereinstimmenden Hintergrund, von weniger Tiefe als die romantische Gegend. In der Mitte desselben stehen ein paar Bäume, hinter welchen Ariel sich verbergen und lauschen kann.
Bey der Wald - Decoration, im zwölften Auftritte, steht in der Vertiefung des Theaters ein angefangener Holzstoß von Stöcken und starken Aesten: Es muß derselbe so eingerichtet seyn, daß man artificielles Holz, ebenfalls Stöcke und Aeste vorstellend, darauf legen kann. In der sechsten Scene des zweyten Akts steht in der Vertiefung ein großer Busch, der in der Folge transparent wird, hierauf verschwindet, und eine artificielle Figur sichtbar werden läßt.

Bemerkungen, die Kleidungen betreffend.
Prospero. Ein weites faltiges schleppendes Gewand, von dunkelrothem Atlaß, mit goldenen Frangen, die Ermel desselben über den Ellbogen zurückgezogen; weiße knappe Ermel darunter. Ein blauer Zaubergürtel, worauf die Himmelszeichen in Gold gestickt sind, und welcher von der rechten Schulter nach der linken Hüfte herab hängt. Das Gewand ist von einer Fingerstarken goldenen Schnur umgürtet, welche den Leib zweymahl umschlingt, und rechts eine Schleife bildet; an beyden Enden der Schleife hangen goldne uasten. Eine pyramydalische Mütze, von der Farbe des Gürtels, um die ein Gewinde von schwarzem mit Sternen durchwirktem Flor läuft, dessen beyde Enden von der Höhe der Mütze längst des Rückens herabfallen. Weißes Haar, und langer weißer Bart. Ein Zauberstab, schwarz und weiß gestreift, und weiße Sandalen.
Miranda. Ein Gewand von weißem Milchflor in griechischem Costum; darunter ein engeres Gewand; von hellblauem Atlaß. Ein hellblauer Gürtel. Das Haar mit Perlen durchflochten, und in fliegenden Locken. Ein dünner Schleier von der Farbe des Gürtels, der glatt auf dem Haar befestigt ist, und längst des Rückens herabfällt. Es ist zu bemerken, daß dieser Schleier im ersten Akt verlohren geht, und von Fabio im zweyten Akt gefunden wird.
Caliban. Ein Sclavenkleid von grauer Farbe; eine hellrothe breite Schärpe; ein Ueberwurf, von dunkelbraunen kurzem Pelzwerk, auf einer Schulter befestigt. Die halbsichtbaren Beine sind tiegerartig, die Füße aber mit Socken bekleidet. Ein unförmlicher Hinterkopf, mit schwarzem borstigem Haar; ein Buckel, ein Spitzbauch; das Gesicht in Karikatur gemahlt.
Ariel. Ein Sylfen - Gewand von Silber - Zindel; ein rosenfarbner Flor, der zugleich den Gürtel ausmacht, wallt von der Schulter den Rücken hinab. Schmetterlings - Flügel von buntgemahltem Flor. Das Haar fliegend mit einem Kranz von Granat - Blüthen und weißen Rosen. Die halbsichtbaren Arme und Beine, mit fleischfarbenem Taft bekleidet; weiße Sandalen, mit einem goldnen Gewinde befestigt.
Fernando. Spanische Tracht, von Kornblumenblauem Atlaß, mit Ponceaufarbigen Puffen, die Schärpe von dem Stoffe der Puffen, das Wehrgehänge von weißem Atlaß; das Haar nachläßig fliegend; weder Hut noch Gewehr. Ein großer Siegelring.
Fabio. Spanische Tracht; rosenfarb mit Smaragdgrünen Puffen, und mit Silber besetzt. Eine Schärpe von der Farbe der Puffen; ein silbernes Achselband. Ein Hut mit Federn um die Figur zu verlängern, da die Rolle durch ein Frauenzimmer gespielt wird.
Oronzio. Spanische Tracht; schwarz mit Feuerfarbnen Puffen; der Mantel wie das Kleid; die Schärpe wie die Puffen. Eine schwarze spanische Perücke. Ein Bauch. Ein volles gleißendes Gesicht.
Stefano. Spanische Tracht, Karmelit mit schwarzen Puffen. Ein hageres Gesicht, Runzeln, und eine kupfrige Nase. Eine weiße runde Perücke. Podagra - Stiefeln.
Ruperto. Braune Jacke, schmal mit Silber besetzt. Weste und Schiffer - Beinkleider weiß und blau gestreift; blauer Bund. Hut mit einer Tresse.
Die Matrosen. Eben so, nur ohne Silber, und Tressen um den Hut.
Maja. Ein schleppendes Todtengewand, von weißem Kreppflor, mit langen runden Ermeln, welche die Hälfte der Hand bedecken; ein dichter Schleier glatt auf dem Kopfe befestigt, der das Haar und den obern Theil des Gesichts verhüllt, und rückwärts in zwey langen Enden herabfällt. Eine einfache Glorie in Glanz vergoldet, schwebt über dem Haupte.
Sycorax. Ein schleppendes Gewand, von schwarzen dichten ungeglänztem Zeug. Ein rother Zaubergürtel mit schwarzen Charakteren, der von der linken Schulter zur rechten Hüfte herabhängt. Eine Kupferfarbne Larve. Schwarzes wild gelocktes Haar; hochrothe Handschuhe. Ein schwarz und rothgestreifter Zauberstab.
Vier Sylfenknaben. In fleischfarbenen Taffent eingenäht. Blaue Schärpe. Rosenguirlanden, die von der Schulter zur Hüfte herabfallen, fliegende Haare.

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