Anonym

Dialog

Karsthans

Erstdruck: Straßburg (Joh. Prüß d. J.) 1521, ohne Verfasser.

Die fünff personen, so ein gesprech vnder innen sich verloufft, wirstu in nochgender geschrifft vermercken, sampt der meinung darin gesucht: Nemlich das übel stot eim geistlichen vnd vil gelerten man (nach syner achtung) sich mißbruchen seins titels vnd wirden, do durch in gestalt eins schaffs wölfisch dück gespürt – jm titel brüderlicher ermanung – offentlich schmeung vnd lesterung, durch mittel vernünfftiger vrsachen vast vßlendig dorecht leren geben, in beschirmung bäpstlicher oberkeit, die durch vil nerrisch byspil vnd heidnisch anzeigen zu grund keren. vnd das grössest, das diser vnwissendt gemalt theologus will den Christenlichen glauben vff zitlich, liplich fürstenthum vnd heidnisch herschafft gründen, darin sicheren und befestigen, doch vß eigner vnwissenheit geursacht im sölichs torechts fürnemen, das, so ers in geschrifft eröffnet vnder synem namen vßgeb, im söllichs zuuerwissen, auch seyn klein der götlichen geschrifft verstand zu spott reichen möcht. doch wo im gelüng ein anfang wyters rum vnd schanckung zu erlangen, deshalb synen namen verhalten, sich vnder dem wesen (noch lut eines spruch worts: latet anguis in herba) geschickt, wartend was im das vogelgeflügt anzeigen wöl. was im latin geret vnd geschriben ist von dem hochgelerten götlichen Martino Luthero, das hat disser heilich nitt mit glicher sproch (forcht villich syn groß kunst möcht nit gnug vß geschollen syn) sonder tütsch angefochten, domit im nit so luter syne vnwyssenheit zu verwissen kom vnd eigner rum vnd schanckung sampt dem nyd gemerckt wurt. doch vß den wercken wirt etwann der mensch erkendt, mag im noch geschehen zu seiner zeit.


Diß sind die fünff, so vnder jnnen selbs ein gesprech vnd red halten: Murner, Karsthans, Studens, Luther, Mercurius.


Murner: murmaw, murmaw, murner, murmaw.

Karsthans: losen, losen!

Studens: Vatter, was ists?

Karsthans: Singt man oder schryt man?

Studens: hörest nit das es katzen sind?

Karsthans: es schreidt eben als ain mensch.

Murner: murmaw, murmaw, murmaw, pfhi, pfhi, auwe, auwe.

Studens: es sindt katzen.

Karsthans: es ist ain seltzam gesang, yetz ist es fridsam, yetz schryt es auwe, yetz pfuchttes wie ain schlang.

Studens: es ist der katzen gesang also.

Karsthans: ist das thier als das gesang, so ists on zwifel ain trügentlich thier, es sy recht ain katz oder ain rölling.

Studens: ain katz (als die natürlichen Meister sagen) hat einen glatten balg, lind dapen, mangerlay farb, geneigt sich an die lüdt zu strichen vnd gern vmb den hals den herren vnd frauwen kriechen, licht gern den frauwen uff den schossen.

Karsthans: so sagen die buren im dorff ander eygenschafft auch von katzen: nemlich hat ain katz lang scharff negel vnder den linden dapen verborgen, do sy kratzt, so lot sy gern har wo sy ist. wan sölichs katzen har aim menschen in kumpt, machtes speien vnd kotzen. hat auch ougen den wölffen gleich, doch der schalckhafftikäit, das die im tag verborgen syndt, aber inder nacht sicht mans. Ouch leckt sy mit der zungen, vnd mit den hindrn fussen so kratzen sy. Ouch sagt man, eyn katz syg der nün bösen würm einer: wan jm syn her etwas leids thut, so gang sy hien vnd leckt ein krot, auch zerbiß, vnd also mit ver | gifften maul vnd zungen in angenomner alten früntschafft des strichen vnd lecken kert sy flyß an, den herren zu vergifften vnd verderben, wo sy jm nit zu komen mag, wendet sich dem kinde in der wagen zu schaden vnd verderben. beschlossen katzen syn nit gut müserin.

Mercurius: periculosus catus.

Studens: Vatter, sölich eigenschafften mögen die katzen ouch han.

Karst: Gang, wirff mit steinen zu inen, das sy der hencker müß würgen, was vngemach enstod von dissen falschen würmen!

Studens: Ich gang.

Murner: mur, maw, mur, Pfhy!

Studens: O vatter, was grülichen thier! es ist nit recht eyn katz, sicht doch einer glich vnd würt ye grösser vnd grösser, ist graufarb, hat einen seltzamen kopff, dan so schmuckt es sich, dan thut es sich vff, kum sich von wunder.

Karst: Wo ist myn pflegel?

Mercurius: misterium est.

Karst: Ists im minster?

Mercurius: metaphicosis est.

Karst: Ists meer?

Mercurius: stulte, metaplasmus.

Karst: Was sagt diser?

Studens: er sagt, es syg ein verenderung des libs geschehen.

Karst: wie mag das syn?

Mercuri: Jouis sententia. Sic leus ex monacho porcus, hinc canis rodens syncera queuis.

Karsthans: Sun, was redet diser?

Studens: er sagt, es sy mer geschehen.

Karsthans: was vngehüren seltzamen thier! hiher bald den pflegel!

Mercurius: noli modo experire ultra.

Studens: nit nit, vatter, es ist syn mensch!

Karsthans: es ist der tüfel, das gesicht felt nit.

Studens: O vatter, gang neher dar zu vnd sich mit flyß.

Karsthans: Ach gott, es ist eyn geistlich man.

Murnar: Ja geistlich, vnd mer dan geistlich, ich bin menschlich vnnd geistlich.

Karsthans: ich habs nit gewißt.

Murnar: ich wil dichs leren wissen, du solt lichter den tüffel beleidiget han!

Mercurius: Opera spiritus patent.

Karst: Lieber Herr, yr müssen vnß dorfflüten verzihen, wir wissen nit, wie ein sölich geistlich man sol | gehalten werden, hab nit gewüst, das yr vff den techern vmb lieffen vnnd abweg suchen, geistlich lüt sollen by nacht in klösteren syn vnd betten vnd metten singen.

Mercurius: obstant nundine musarum.

Karst: Was? gat er musen?

Murnar: du filtz gehörst auch in mein gauchmatten.

Studens: Vatter, biß züchtig!

Karst: Ich hör wol, yr gon mit geüchen vmb.

Murnar: laß spoten ligen, findest nit das du meinst.

Mercurius: Certe habitu alienissimum.

Karsthans: Ich hoff yr seind ein frummer geistlicher her.

Murnar: Ich bin der tüfel vff dein kopff.

Mercurius: affinis.

Studens: Ey vatter, du solt nit mit sölichen hochen leüten reden, machst sy zornig.

Karsthans: Wie kan also ein geistlicher herr ein tüffel sin? her gott behüt, wie ist der man so zornig, hatt eben das gesicht, das ich in der nacht sach, do er also mawet.

Murnar: das dich der rit schend alß burens, du must gen Rom dantzen! was hastu mich zu rechtfertigenn, sichstu nit wer ich bin?

Mercurius: Magnus nebulo.

Karsth: Lieber herr, wie heissen yr?

Murnar: Frag den studenten.

Studens: O vatter, es ist ein grosser man, ich hab sein titel gelesen, er ist ein poet, der mit einem lorbonen krantz gekrönt ist, vnd ist doctor in beiden rechten vnd ist doctor in der heiligen schrifft. Vber das ist er ein gefreiter ordens man, heist Thomas murner von Straßburg.

Karst: Hab ich recht verstanden, so ist er ein planet mitt lorbonen vnd ein doctor im rechten vnd ein meister im stift. (Merc: Equidem) wie ist er ein gefryter ordens man, das er den orden nit helt oder wie?

Stud: Nein, er ist also gefryt, das genug ist, wann er die kutten an hat, so mans sicht.

Karst: Ich hör wol, der orden ligt allein an der kutten, mag dar neben wol ein bub sein.

Mercurius: De facto.

Stud: Mag auch durch alle land ziehen in friheit sins ordens, etwan die kutten abziehen vnd am spies tragen | mit abgeschnitten zerteilten hosen, den degen im katzbalck, mag auch verkleydt in die lupanaria gon.

Mercurius: quotidiana.

Mur: ich sich wol, wo es hinuß wil, domine notarie, coram vobis et his tribus testibus. (Mercu: zilicet, fraus, mendacium [hypocrisis]) protestor veritatem iam dictam in meam personam, das üch bocks hoden schenden vnd plenden! was hand ir eim geistlichen man syn heiligkeit vß zu schryen? in der gemein lieb vnd werdt zu machen, meynen ir das sölichs nieman wiß dan ir?

Mercu: das süs mündel, ein hübst sparnöselein gesel!

Stu: olim hec.

Karst: was? wil er vns ölen, so wellen wir im nach vnd mit stecken schmiren.

Mur: du bist ein gouch.

Karst: vnd du ouch.

Mercu: bona mercamina.

Stu: Vatter, verred dich nit, wann er ist ein Jurist.

Karst: mag woll sin eyn kalter Christ, oder ist er ein kist?

Mer: vere cista nequicie.

Kar: was sagt der aber?

Stu: er syg ein weltwiß man.

Mur: do für soltu mich han.

Karst: so ists not, das ir gefryt synd, vff das üch des ordens regel nit hinder, wan im kloster geistlich vnd in der welt listig zuseyn, mag nit by einander ston.

Mur: Incompatibilia auctoritate pape vniri possunt.

Karst: was ligen ir vbel?

Mur: du buren klotz! iniustum est, vt monachis operantibus serui eorum ocio torpeant. distinc. liiij. c. abbati. Iterum vitium est indignis secreta vulgare. distinc. xliij. ca. fi.

Karst: Ja warlich stincken yr vom secret, wil glauben, das ir vil schißhüser durlouffen sind, do ier noch ein katz waren.

Mur: mag syn.

Karst: Is myn auch aso.

Mercu: condimenta.

Karst: losen, wer klopffet so an der thür?

Stu: O Vatter, es ist doctor Luther!

Mercu: Ha disponentia fata!

Murn: so der kompt, ist myn zu vil hie, laß mich hindenn vß.

Karst: ich hab myn tag gehört, ein krey syg gern by der anderen.

Murnar: er ist eyn böse krey, kreyt böß ding.

Mercu: optima psiticus iste.

Karsthans: warum ver | bergen yr eüch vor im? ich hör vil guts von Luther sagen, das er ein from Christen man syg.

Murnar: Vermelt mich nitt hie, er ist ein ketzer, vnnd ich hab mich vnderschriben, das ich in für ein ketzer wisen wil.

Karsthans: Warumb disputieren ier nit mit im perschönlich, alß doctor geügküs thon hatt zu Liptzigk?

Studens: Ja vatter, doctor Eck, alß etlich sagen, hat nit vil eren noch sig eriagt am Luther.

Murnar: Coniuro te, adolescens, obmutescas!

Studens: Modo.

Karsthans: Er hatt doch der massen geschrien vnnd gefochten, das vast nieman vor im zu red hat mögenn kommen. Auch ist er syn kranck worden (do er also im sandt facht), vnnd hetten etlich von Lyptzig jm nit so ein bewerten meister geschickt zu artznen, glaub der etcum sampt dem innern nyd zamen hetten ims hertz abtrückt.

Studens: Was ist es für ein artzt gewesen?

Karsthans: Wann ich das hoch gericht halt im dorff an mins junckherren stat, etwan schickt ich auch nach jm. (Studens.: Mir nüt des artzet) Auch hat der Bapst dem Ecken fünffhundert ducaten für sein arbeit geben, vnd wenn der Eckius den Luther hett überwunden (als er vnder ist gelegen), wolt er ein camal mit den breiten hüeten vß im haben gemacht.

Murnar: Ich hoff mier soll auch ein feder von diser bösen kreyen werden.

Karsthans: Ir vormeinen villicht auch funffhundert ducaten zu erschmorotzen wie Eckius?

Murnar: Auarus gratiosius aurum intuetur quam solem, distinc. xlvij. c. sicut.

Karsthans: Ich hör wol, üch gelerten ist mer vmbs gelt vnd rum der welt, dan vmb die warheit vnnd ere gottes.

Murnar: Mendicat infelix in plateis clericus. distinc. xciij. ca. diaconi.

Mercurius: Eadem distinc. Propter auariciam sacerdotum sepe odia consurgunt.

Murnar: Occultum | vulgo.

Karsthans: Der luther kompt.

Murnar: Adi.

Karsthans: Heben, her, lassen vnß mit im ersprachen.

Murnar: Ich vnd mein gesell haben schrifftlich im ein muster zamen blasen, do in wirt der Luther wol mercken, wo an ers gefressen hat, das ims der teüffel in hals gesegnen muß!

Karst: Do behute in got trülich vor! wie sind ir ein seltzam geistlich man, thun nit dan fluchen, schelten, toben vnd den lüten böses winschen.

Studens: Domine doctor, procedite.

Murnar: So ich gutes jm synn han, entristet mih der tropff, ja er wirt wol sein irtung dar von verston.

Karst: Je so bleiben hie, so yr jm geschriben hand, so kent er eüch wol.

Murner: Mir nit, das ich vil mit im disputier, wie wol mit spitzworten (so ich in meinen grossen büchern gelernet han) ich nitt vnderligen hoff, aber er wil mer durch das euangelium vnd Paulum vnnd des alten dings alle ding bewert haben, daruff ich mich nitt vil gelegt hab, wann es alt heydnisch werck ist, wer es aber der neyw thandt, alß do syen die gauchmatten, narrenbeschweren vnd schelmenzunfft vnd der gleichen theologi, wölt im das helmlin nitt lang virginnen. (Mercurius: Nunquid gloriosus theologus?) Auch hab ich min namen nit dorin geschriben, vff das er nit wiß, das ichs thon hab.

Karsthans: So ir so ein hochspitziger man sind vff die new manier, stiennd eüch wol, das ir ym eweren namen nitt hetten verhalten, auch vff das, das die anderen gelerten lütt eüwer scharff reß hyrn erkennten vnnd künfftigen syg in eüch erhofften.

Mercurius: Mendacia et scandala.

Murnar: Es hatt nit not, wie wol mein nam nitt darinnen stot, noch meines gesellen namen, so kommen wir doch gar heimlich zu vnseren guten gesellen. (Mercurius: Sicut zizanie): söllich vnnser list vnnd wißheit in ein or grund, ins hertz vnder der rosen geredt. | Ouch hab ich meine sprichwort so geschicklich dar in geschickt, das eyn lichtuerstendiger (somich in aller welt hat hören predigen) wol mercken kan, wo das saltz herflüßt, nit vß eim schlechten haffen, hab nit on vrsach den gnedigen herren zu Strotzburg mich sölichs gethon haben in gheim anzeigt, in hoffnung groß eer vnd schanckung do durch zu erlangen.

Mercurius: pyramidem gemidis.

Murnar: wie meinstu, gesel?

Karsthans: Ja mum mum.

Murner: in dich!

Studens: durch die Adagia Erasmi.

Murner: neyn, ich hab als wol Adagia vnd sprüchwörtlin als Erasmus hat, ja vil scherpffer vnnd köstlicher. Erasmus hat zu samen geleßne matery vß alten hystorien vnd poeten, welich von tugenden vnd dapfferkait sagen. Ich aber hab mier selbs den rum vnd lob behalten, das ich nit vß frembden rünßlin wasser endlehen, sonder meins brunnen mich ersettigen.

Karsthans: lieber her murner, sagen mier doch auch von üwern sprüchworten.

Murner: das ist ains: hast nit mein gens gesehen?

Karsthans: das ist schlecht wißheit von eim sölichen gelerten man.

Murner: es ist so schlecht, das ich ain gantze fasten teglich da von genug zu predigen hat zu Friburg im prißgaw, wie wol fast niemant dar zu kam.

Karsthans: als ich hör, so hat Erasmus vil geschickter reden dan ier, üwer red ist nit dan von gensen, geüchen, schelmen, keiben.

Mercurius: corualia.

Murner: du hast ain rechten namen, Karsthans, wan ich dier den nammen vß meinem gauchbuch geben han, verstast nit was heimlicher weißheit vnd geistlicher synn die wörter vff im tragen.

Studens: Vatter, doctor Luther wart.

Murner: gang zum grüniger, dem trucker, vnd heiß dir zwey büchlin geben, das erst hat am sölichen tittel: von dem bapstum, das ist von der höchsten oberkeit christlichs glouben, wider doctor Martinum Luther, ain köstlichs, | o ain wolgrundetes büchlin, durch götliche warheit. (Mercurius: per plana mendacia): Das ander büchlin hatt disen titel: Ein christliche vnd brüderliche ermanung zu dem hochgelerten doctor martino Luther, Augustiner ordens zu Wittenberg, von der heiligen meß etc. diß zwey büchlin laß dir lesen, hör zu, so wirstu erst erlernen, wer ich bin, ob ich noch (wie wol die selb natur noch gantz in mir ist) eyn katz oder rölling syg oder ein christenlicher lerer, a di, bon an! der Luther vertribt mich.

Karsthans: amen.

Studens: bene veniat nobis dominus doctor Martinus Lutherus.

Luther: pax huic domui.

Karsthans: O her Luther, synd vns wilgkomen! was bringt üch in diß land?

Luther: Die einfalt des tütschen volcks.

Karsthans: wie das?

Luther: das die tütschen so kleyns verstands synd: was man inen vorspilt vnd – dantet, das glouben sy glich, synnen im nit witers nach, do mit werden sy vil betrogen vnd von den vßlendern verspottet.

Karst: do von weiß ich nit, wer thut solichs, vnser fürsten vnd hernn?

Lu: neyn, oder gar wenig.

Karst: ich weiß nit, aber es hat lang in mir gedodert, man werff etwan den gemeinen man über das seil, liber her, geben mir des eyn anzeigen.

Stu.: vatter, er ist der man, do von doctor Mur. gesagt hat, wie er ein ketzer syg vnd sy im ban.

Karst: O her, synd ir im bann vnd ein ketzer, so heben üch bald hin vß! wo ist myn pflegel?

Lut: Min fründ, hat nit myn widersächer, der Mur., in sym büchlin geschriben, das keiner parthy zu glouben sy vor vnd ee dan die sach erfunden vnd mit recht vßgeschrien ist? Warumb gibstu dan im (als partyschem) glouben vnd mir nit, so noch ein fry concilium nüt dar über erkant hat?

Stu: vatter, gang sin müssig, ich halts mit dem Mur.

Karst: laß vor syne bücher überhören.

Lut: so thuen so woll vmb gottes vnd der warheit willen, hören vnd lesen mine bücher ouch in glichem fliß als miner find bücher, vnd kein teyl angesehen, sunder | luter vnd bloß die warheit vnd vernunfft, dan so vrteilen zwischen mir vnd allen mynen finden.

Mercurius: äquum.

Studens: noli os ponere in scenum.

Karsthans: sun, du solt es bas wyssen dan ich (so ich vil gelt an dich gehenckt hab vff der hochen schul zu Cöln), das der gut her martin luther ein billiche sach vnd meinung vor im helt, beid parthien vor vnd ee verhören, dan vrteilen oder verdampnen.

Studens: o vatter, du hast buren regel, nitt also, ich hab zu Cöllen anders gehort von vettern sanc dominici vnd doctern, ja von einem der heisset Hochstratus, ist ein ketzermeister.

Mercurius: heresiarcha.

Karsthans: was, ist ein monstrantz ein ketzermeister?

Studens: du verstost übel, bist des latinns nit geübt. ja, der selbig hochstrat sagt, es sy nit gut noch sicher mit solchen lüten zu disputiren, noch audiens zu geben, noch recht volgen lassen, wan sy zu glert synt vnd die ketzer meister offt zu schanden gemacht haben. Also thet Johannes huß, also der geschwind Hieronymus zu Costnitz het man sy lassen zu antwort komen, sy hetten das gantz Concilium geschenedt, aber das für kam zu aller hilff. also in disen iaren doctor reichlin, der groß schmach vnd nachteil den ketzermeistern zu gefügt hat, das er mit recht erkant ist zu spir als gerecht vnd vffrichtig in synen lernen, vnd hetten die geistlichen vetter predigers orden nüt so groß hilff iren ketzermeistern thon mit vil schanckungen vnd treüung des babsts, das der bapst den sententz gon Rom hat zogen vnd do mit vnwilen ab erkant, was meynst, das inen schand vnd schaden do erstanden wer? Witers was wunder ist geschehen in disem xx iar zu Mentz! do kam ein legat von Rom do hin, verschuff, das man solt des Luthers bücher offenlich verbrennen. do yderman am platz stund vnd wartet der geschicht, do fraget der hencker, ob vrteil vnd recht geben hett, das man die bücher solt verbrennen. do nieman im des ein warheit kont sagen, sölichß | nachgültig mensch wolt nit richten vnd ging hinweg. O was grosser schand vnd schmach ward do dem legaten bewissen! vnd wolt er nit mit schanden gar gestan, must er den hencker lassen überreden mit listen vnnd gaben vff den andrn tag, das er by zwey oder fier büchlin verbrant. Ich hat vermeint, er solt nit wyters gefragt han, angesehen des bapsts legaten vnd ernstlich befelch vnd der ketzer meister ampt.

Mercurius: docta rusticitas germanorum.

Karsthans: wie meinst dan, wan es dar zu kummen würt, das allein der gwalt recht wer! Ja, wann der bapst einen gauch von Rom schickt mit gewalt, ja, fach mir den, verbren dissen, schmier min pflegel würt sich regen.

Studens: O vatter, du meynst es syg mit des bapsts gewalt als vm eines vogts im dorff (als du bist), der nit ains halms breit handlet (mit willen) anders dan mit recht vnd erkantnüs syner vmsitzer, welche all grob buren syn, vermeynen, wan sy anders vrteilen dan klag, antwurt vnd kuntschafft gibt, sy weren des tüffels, der ding nütz beim bapst, sunder zu vil malen: Sic volumus, sic iubemus, oportet, sufficit vicisse.

Karsthans: ist er dan der aller heiligest an gots stat vnd lasset so grym die lüt tödten? was im gefelt muß recht syn? ist er an gots stat, sol er auch erzeigen götliche werck, alß gerechtikeit, weißheit, liebe, gunst, gedultikeit, heilikeit.

Studens: was plapast alweg dyn tand? was sol ein völly des gewalts, wan man in nit bruchen soll? wilt stet vff dem Euangelio ligen! das man den puren sagt, heist nit gemacht. Werestu auch zu Cöllen vnnd Löuen vff den hochen schulen gestanden, do gelert lüdt synd, vnd hettest das geistlich recht gelesen vnd Quayetarium, syluestrum – (Mercurius: magistrum porcorum): de prierio in seim grossen buch, fast gut nach mittag, den Ecken vnd was des dings ist, du würst gantz anderst, | das du yetz für groß sünd achtest, würd wyßheit vnnd dapfferkeit. der bapst hat volkomen gewalt, (Mercurius: super pediculos): gat drennen vm, wie er will, sol nieman fragen, warum dustu diß oder das?

Karsthans: lieber sun, die wil du so gelert bist worden, sag mier, hat ain schaffner mer gewaltz dan im sein herr geben hat? Ich als ain pur acht neyn: wan am fürst seim amptman einen gwalt (ja gemeinen gwalt) verlicht, ist doch alweg des fürsten meinung, das sölicher gewalt sich nit weiter erstrecken sol dan zu ere dem fürsten vnd nütz dem land. wo ein amptman die burger schinden tede on schuld oder die gütter jm selber zu eygen machen wölt oder das land eynem seiner fynd über geben, wil nit glauben, das der fürst sölichs gestattet oder der massen den gewalt im verlichen hab. Nun hat Christus an sinen iungern vil gelert, wie sy sein sollen, was sy thun sollen, wo vor sy sich hüten sollen, was ier ampt sein sol, vnd sölichs ist im euangelio geschriben. Do ich by vnsern zyten sich vnser bäpst vnd bischoff, so sind sy gleich das wider sbil, nitt anders dan weren sy heiden.

Studens: O vatter, du bist ain pfaffen findt, ier buren sind alweg den pfaffen gefer.

Karsthans: es ligt am tag.

Studens: noli os ponere in cenum, sy halten das euangelium.

Karsthans: es sind eben by vier zilen im gantzen euangelio, die halten sy so starck, das sy im vil zu vil thon.

Studens: das wil ich gern hören.

Karsthans: die erst zeil (son du, hilff mier, ich kan nit wol latin): du bist petrus, vnd vff den sant peter würd ich buen myn kilchen. (Mercurius: O das ist ain köstliche zill, tregt vill nutz) die ander zil: weydet meine schoff, die drit zil: was sy uch sagen, das thun, die vierd zil: wer uch veracht, der veracht mich.

Studens: wie meinstu aber, weren die vier zilen nit, was wer vnser ding?

Karsthans: die vier zilen haben vill ain ander meinung dan ir vnß für geben, die gantz welt | gat yetz mit den vier zilen vmb.

Studens: die vier zilen syn die heimmlichen stück des Christenlichen gloubens, die doctor Murner sagt verbotten syn zu rütlen vnd erforschen.

Karst: wie, vatter Martinus, was sagen ir dar zu, so ich vnd min schloderentz (wie heist student?) also fechten mit einander?

Luther: was am lichten tag ligt, darff nit, das man mit einer kertzen dar zu lücht, es ist selbs luther gnug. Vmb diser vier zilen willen bin ich in angst vnd not komen, wan wer die vier zilen rechtuertigen wil, der hat den hals verloren.

Karst: nit also, lieber herr, es gehört mer dar zu: ich hab etlich büchlin, so ir gemacht haben, hören lesen, vnd wan ich hindersich oder fürsich gedenck, so ist es eben die warheit.

Luther: die warheit bringt mich in not, das ich nynder sicher bin.

Karsthans: lieber her Luther, Schriben in vnser sprach zu dütsch die gotlich warheit, vff das wir einfeltigen leyen ouch mögen lesen, doch das es war sig vnd in der heligen geschrifft verfasset, als dan nachent all üwer schriben gut anzeigen gibt. vnd lassen vnß sorgen, ob wir üch erretten von gwalt des bapsts vnd der breitten hütentrager, es sy dan das vnß gutt füst, schwerd, harnisch vnd hällebarten sampt gutem geschütz nit helffen mag. Tütschland hat von alter her noch (von gots gnaden) den priß gemeinlich behalten, es sy wellisch oder frantzösisch, haben sich vnser ruchen kopff müssen vffs wenigst entsytzen, wo kem wir do hien? wer das heylig euangelium recht lernet, den wolt der bapst mit gwalt verderben? nit deß dings! wo ist myn pflegel?

Studens: Jnsanit!

Mercurius: seruet iusticia.

Luther: nit, lieber fründt, es sol von mynet wegen niemant fechten noch todschlagen, wan Christus söllichs het wellen, er het wol zwelff legion zu hilff vermögen der engel, noch all zwölffbotten solichs nüt begert hant, sunder gedultig vmb der warheit willen den tod vnd marter gelitten. Ich far witers, mögen beider | parthein meinung lesen vnd das nützest daruß lesen vnd nemen, got sy mit üch allen!

Karst: lieber her, got bewar üch alzit! O sun, das ist vil ein bescheidner her dan der Murner.

Studens: Vatter, gang in acker.

Karsthans: es ist yetz winters zit, nichts nutzlichs im feld zehandlen. Nimm des doctor Murners erst büchlin vnd liß mir darinnen, do mit ich der frommen lüt leer ouch vernem.

Stu: so merck eben vff.

Karsthans: heb an!

Studens: diß ist das buch von dem bapstum, das ist von der höchsten oberkeit christenlichs gloubens wider doctor Martinum Luther.

Karsthans: der titel gefelt mir nit, wie halt daz buch ist.

Stu: wie das?

Mercurius: bonum aucupium.

Karsthans: do bedunckt mich, das Christus syg die höchste oberkeit des christenlichen gloubens, die wil er der einig gespontz oder prütigam ist vnd kein ander, vnnd die spontz oder brud keinen andren man erkant, sunst wer sy vnrein vnd runtzelet, nit ein reine gespontz. Ouch ist die spontz nit mißhellig mitt irem prutigam, aber mitt dem bapstum ist sy nachen alweg myßhellig, was eins, wil des ander nit. Itz die spontz ist geistlich disser Romische ist liblich vnd weltlich.

Stu: hat dich der rit ouch gelert gemacht? losen mir ouch! Man leignet nit, das Christus Jesus des oberst houpt vnd der recht gespontz ist. Aber er hat ein lyblich houpt noch im verordnet vff erden, dem gwalt geben.

Karst: was darff er eyns lyblichen houpts, so sin spontz geistlich ist?

Stu: dorumb die wil die spontz noch nit gantz entlediget ist, sunders teglich sich mutzt vnd ziert zu der hochzit, vnd die fründ des gespontz durch den lib vil enzogen werden von der frölichen stim des prutigams zu hören, ist billich, dem lyb nach ouch eyn lyblich houpt vff ertrich noch Christo zu syn, wellichs die form der dienstbarkeit vnd euangelischen ler, wie christus vff erden gefürt (nit wie yetz im hymel) hat, verfyer füran, dodurch das lyblich houpt etwas verderblikeit den schaffen bewiß, | hilfflich, die synlikäit zu temmen, das der geist ye mer vnd mer geledigt werd durch die gnad Jesu Christi vnsers herren.

Mercurius: O hi vbi sunt!

Karsthans: noch verbindt diß dyn vernünfftig ansehen nit, das ain lyblich haupt des halben not sy. Gibs zu, das nütz vnd gut sy, geistlich lyblich oberkeit zu haben, die weil aber Christus mer dan einen zu sölchem ampt berüfft hat, mag sanct Peter nit allein das oberst houpt sein, sunder die andern Apostel mit im glich vnnd yetzt die bischoff an ir stat, wan das so Christus inen hat enpfolchen, hatt ein yeglicher mögen sich des gebruchen vnd üben, als dann des offenlich in den geschichten der apostelen stot, on intrag ains apostel gegen den andern, nit als yetz die bäpst, cardinäl, bischoff, prelaten, pfaffen sich halten gegen einander, gleich wie vil hechten in eim wicher, do alweg der gewaltiger den schwecheren frist vnd dempt, biß das sy nachent all gfressen vnd dem grossesten im magen zu samen kummen, das doch ain wolff stück ist in christlicher senfftmütikäit. Darum die vier zilen ob bestimbt fast argwönig von inen vns an dag gelegt werden.

Studens: ey wie lang ligstu jm titel des büchlins?

Karsthans: was ist vil lesen vnd nit verston? mus dennoch ain einfeltiger läy etwan fragen.

Mercurius: odiosissimum pontifici.

Studens: Zum ersten gibt doctor Luther sex vrsachen, das das bapstumb durch gottes verhencknüs vnß zu ainer straff gegeben sy. (Karsthans: laß hören) ee wier daruff kummen, so zeigt das büchlin an ain hohe anklagung von dem Luther gethon: nemlich das in christlicher kirchen etwas sol mit lieb kosen geredt werden oder mit lügen, Wan Christus vnser lügnen nit bedarff. vff söliche anklagung antwurt der hochgelert Murner, in der heiligen geschrifft doctor, das er sein lebtag käin man (vßgenomen Lucianum von synen warhafftigen reden) gelesen | hab oder vnder allen schrybern erfunden hab, der sich höcher verdingt vnd berümpt hat die warheit zu reden, dan doctor Luther etc.

Karsthans: ey ey ey, het ich gewist, das murmaw so ein man vil rümens, wenig darhinder wer gewesen, het mich nit enthalten mögen, myn pflegel wer jm vff den sack gelegt.

Studens: Warum, lieber vatter?

Karsthans: do sich ich, das er ein gauchmacher ist, der nit vil in der heligen geschrifft gelesen oder verstanden hat.

Studens: er ist doch doctor in theologia!

Karsthans: ja in narrogia.

Studens: du schmehest in mit worten, thu dar, das er nit vil in theologia gelesen hab.

Karst: gern. Ich hör lesen im euangelio, das Christus gesagt hat: ich bin der weg, das leben vnd die warheit. Item Joan. viij: So ich zügniß gib von mir selber, so ist min zügniß warhafftig. Nun ist christus auch ein man gewesen. Item der zwölffbot Mattheus in seiner vorred sins Euangelij am end spricht er also: Vnß ist vrsach diser arbeit gewest (vermeint er, warum er das euangelium geschriben hab) für zulegen ein warheit oder glauben geschehener ding etc. das ist ye ein rümen der warheit. Item der drit euangelist Lucas in seiner vorred synes euangelij berümpt sich, das vil seind gewesen, die sich haben vnderstanden nach geschicklicheit die geschichten zu schreiben der ding, so durch jn erfüllt seind etc. do berümet er sich, das vil vnuolkommen das euangelium beschriben haben, aber er habs erfüllt etc. Item der heilig zwöllfbot Joannes in seiner ersten epistel hebt er an in dise wort: das do gewesen ist von anbegin, das so wir gehört haben, das wir gesehen haben mit vnsern augen, das wir besehen haben vnd vnser hend getast, von dem wort des lebens etc. wie künd doch offenlicher berümnüß der warheit zu schreiben berümpt werden? Item Johannes der apostel in seim buch der heimlichen offenbarung kan nit ge | nügsam gebenedyen den so das selbige buch vngefelschet lassen, dargegen wünschet er alle die plagen über den, so das selbig buch felschen, wan das selbig buch so vol worheit sey, das ein yegklichs wörtlin groß heimlicheit in habe. Item im euangelio Joannis. xix. da bezeügt Joannes der euangelist nur fast die warheit, so er gesehen hat, do man dem herren Jesum sein heilige seitten vff thet, wie sein zeügnüß warhafftyg sey etc. Item leß diser theologus viler berümnüß den heiligen paulum, der berümpt sich nahent in allen episteln seins apostolats – wellichs nit anders ist, dan ein bott der warheit – berümpt sich, wie er das euangelium on mittel von Christo gelernet hab. Item wie er sagt zu denen von Corinthijs j. am andern capitel: Mein red vnd mein predig stot nit in menschlicher beredung oder worten, sunder in erzeigung des geists vnd der krafft, vff das eüwer glaub nit sy in weißheit der menschen, sunder in der krafft gottes, wann dis weißheit reden wir vnder den volkommen. Hör lieber rölling, was Paulus mit seiner euangelischen basunen tönet, was grosser warheit syner red er sich berumpt. Schint wol, das doctor Murner mer vff der gauchmatten gefogelt hat, dan in der heiligen geschrifft studiert.

Mercuri: noua aurea secula.

Studens: vatter, du hast ein gute einfaltige meinung, aber du bist deins munds nit behütsam.

Karsthans: wo mit?

Studens: wie wol du genug anzeigen thust, das doctor Murnar vast wenig in den euangelien vnd epistelen der zwölffbotten, villeicht gar nicht in paulo gestudiert hat, ye doch so ist er ein verrümpt gelert man, den du nit so leichtlich nennen solt als rölling.

Karsthans: wan das saltz ertaubt vnd vntüchtig wirt, so ist es sunst zu nicht mer nütz, dann das es von den menschen mit füssen tretten wert. (Mercurius: hec tibi signabis, Murnar) ließ weyter.

Studens: sagt | Luther weyter, er mög leiden, das von des glaubens warheit offenlich geredt werd, daruff antwort doctor murnar, es sy war, noch lut des euangelij vnser glaub wol erleiden mög, das man in vff den dechern predigen mag. Es seind aber etliche stück vnsers glaubens, so man die rüttelt, nit nütz daruß enstand.

Karsthans: des euangelij halben zu predigen sein sie beid eins, ich hör aber, das doctor Murnar mer stuck des glaubens vb, die als heimlich zusein, die nit zu rütlen oder grunden seind, es seind villicht als von der heiligen trifaltikeit.

Studens: wol ists auch ein stück, doch ist sein meinung yetz mal nit, auch nit wie got mensch sey worden, oder der gleichen, wan die theologen die ding all durchgründen vnd bey eim nadelspitz durchneüsent.

Karsthans: wil glauben, sie felen dennocht zu malen bey eim buren sprung.

Studens: O nein, vatter, wan es als in warheiten vnd beschluß reden onwidertriblich durch sie verfasset ist.

Karsthans: warumb sein sie dann so widerwertig selbs in allen dingen?

Studens: sufficit.

Karsthans: also heist mein schweinspieß, du sagst mir aber nit die heimlichen stück des glaubens, so doctor Murner über den Luther triumphiert.

Studens: das ist ein heimlich stuck des glaubens: der bapst zu Rom vnd sein herschafft, wie er vffkommen ist vnd so vil land vnd leüt überkommen – (Mercurius: per phas et nephas) hat, wie er allen gewalt christi vff erden hat. was er thut, ist als recht, wan der heilig geist jn nüt last irren noch vnrecht thun. Item das bey verlierung des hymels ein yegklich mensch dem bapst vnderworffen ist. Item das kein mensch by einer todsünd glauben sol, das der bapst ein vierteil stund in einer todsünd sey. Item das der bapst allein der heiligen geschrifft rechten sin vnd meinung vß legen sol. Item das der bapst ordenlichen vollen gewalt nit allein vff ertrich, auch im fegfeir | hat.

Karsthans: Hör, hör, des glaubens wil zuuil werden, mein glouben der helt der artickel gar keinen in im.

Stu: es sein noch mer glauben, Athanasius hat auch den glouben vil witleuffiger beschriben, dan du in bettest.

Karsthans: hat er ein andern glauben dan ich?

Studens: nein, ist eben der selb, dan das die heilig trifaltikeit in den personen luterer außgesprochen werden vnd die menschwerdung christi.

Karsthans: sagt er aber auch vons Murnars heimlichen glauben?

Studens: nein.

Karsthans: was, ist mer ein glauben vor handen?

Studens: ja, so im concilio Niceno beschriben ist, den singt man al sontag in der dorfkilchen.

Karsthans: der selb ist vil lenger dan meiner, der selb helt villeicht solich heimliche stuck in im.

Studens: nein, er ist wie der glauben von Athanasio beschriben ist, dann mit etlichen worten anderst auß gesprochen.

Karsthans: wo ist dan der murnars glauben? do wiltu nit herfür.

Studens: ey, es sein artickel vnd meinung der lerer vnd doctoren, so sie nach vnd nach erfunden haben, als ist sant Thomas prediger ordens, vnd al nach im des ordens haltent obgemelte stück mit dem feür vnd sunst, als Scotus vnd des dings.

Karsthans: hör wol, wan man also machen wil, werden zu lest der artickel des gloubens ein großbuch vol. (Mercurius: de facto) warumb hat vnser her so ein einfaltigen schlechten glauben vff gesetzt, daran er sich benügen lat? ich wils mit im halten, wil by meim alten buren glauben bleiben. es keme bald darzu, das ich in einen iegklichen draum eins dollen münichs glauben müst, nit des dings! der from doctor Martin Luther leret noch recht, lasset den glauben vff Christo bliben, do mit vff.

Studens: nach deiner bürischen meinung so würde stiel vff benck hupffen.

Karsthans: wie dem?

Studens: Doctor Murner sagt in seim büchlin man sol die ding vngerütelt lan, wann es vffrur wider die | oberkeit bring.

Karsthans: es ist mein meinung nit, das man der oberkeit widerstan noch die durächten sol. es mag sich aber ein oberkeit so grob vnuerschampt seins gewalts mißbrauchen, das sölichs zu schad, schand vnd wider all vernunfft sich selbs offenlich anklagt. meinst nit, ob sich gebüren möge, das solichem schedlichem gewalt radt thon mög werden?

Studens: ia, wo man recht ordnung helt, ir bauren aber habent nit vernunfft in sollichem.

Karsthans: lieber sun, was ordnung hielt sant Paulus, do er für den bischoff gefencklich bracht vnd do auß geheiß des bischoffs an sein backen geschlagen ward? antwort paulus dem bischoff: schlag dich got, du geweissende wand! wie, was er do so vnzüchtig gegen seiner oberkeit?

Studens: was meinest, das paulus mit der geweisten wand gemeint hab?

Karst: ich acht, er hab vermeint, das diser bischoff nit kunst vnd gerechtigkeit gehabt, sunder nach seiner sinlikeit den gewalt gbrucht hab, deßhalb Paulus in sins mißbrauchs halb des vrteil gottes erinnert hab, do durch anzeigt, das ein bapst, bischoff, wo der nit mer hat dan allein den titel der oberkeit, das der nit anders sey dan ein schein vnd kunterfe.

Studens: genug! du plüperst inhien, weist selbs nit was.

Karsthans: noch eins! so mich ein solich geweisset oberkeit verfiert, bin ich nit als wol verfiert vnd verdorben, als so ich mich selbs verderbt? Nach dem wort christi, so ein blind den andern fiert, fallen sie beid in die gruben.

Stud: hey, vatter, ich wolt, du werest witziger, heissest den bapst vnd bischoff blindenfürer, das ist wider den glauben doctor Murnars.

Karsthans: wider was glauben redet Christus Matthei am xv., do Christus mit der oberkeit der iuden redt, vnd nemlich von der übertretung der gesatz, so ir elteren, wysen, raboni vnd fürsten der priestern vff gesetzt hetten, wöllich gesatz die guten | Apostel übertraten? Sprach Christus: warum vnd übertretten ir die gebot gottes durch üwer eigen ordnung vnd statut etc.? vnd her nach stat geschriben: verlassen sy, vermeint er die juden mit iren tradition vnd vffsatzung, wann sie sind blind, das ist vnwissen, vnd blindenfierer. so ein blind dem andern blinden den weg wiset, fallen sie beid in die gruben.

Studens: du solt den bapst vnd bischoff nit straffen noch rechtuertigen, was sie dir sagen, das solt du thun.

Karsthans: so sollen sie das euangelium vnd geschrifft in krefften lassen, nit mit irem faulen geschwetz ringern vnd von rechtem verstandt dringen mit gewalt, wann durch die geschrifft erkent man on felen alzeit, ob solich oberkeit recht regier oder nit, wann die geschrifft ist der recht hauptbrieff, so Christus vnß verlassen hat, darnach sich die christenheit richten sol als nach eim richtschit. vnd zuuor der bapst vnd bischoff sollen durch dise prillen alle ding vrteilen vnd sehen, neben disen prillen sollens weder sehen noch hören. Ja, sol ich ein mal trutzlich reden: über vnd ausserhalb der götlichen geschrifft hat weder bapst noch bischoff kein gewalt, als wenig als ein stein.

Studens: du bringst vns in not, laß ein ding ein ding sein.

Karsthans: so liß fürbas, möcht liden, es wer schier auß.

Studens: es sin vil neben wort, gefelt es dir, so will ich die fürderlichen puncten lesen, daruß etwas leren magst.

Karsthans: mach an.

Studens: sagt doctor Murner weiter also: es ist niemant also vnsinnig, der nit verstand, wo das hien diene, so die vndertonen die oberkeit rechtuertigen, wo har jnen der gewalt kum.

Karsthans: der rechtuertigung hab ich ein klein vor gesagt mein gut beduncken, so aber Murnar sagt, mann mög wol gedencken, wo hien es diene: Ich hoff zu gutem, wan vil mals oberkeit gerechtvertiget ist worden vnd vil mals zu gutem erschossen. wie offt meinst, das bei vnsrn zeiten künig, keiser, bischof, | bapst irs fürnemen gehindert werden durch ir rädt, regenten, perlament, widersprechung der gemeinen vnnd do durch vil blut behalten, das sunst vergossen würd? hat ein gemein zu Rom den hochfertigen künig Tarquinium nit außgeiagt, was het er böser stück volbracht, das domit geweret ward! was meinest, das des hertzogen von wirtenbergs vnderthon fleiß vnd bitt an kert haben, das ir haupt gesundt wird, in lassen ermanen, vnderweisen grosser beschwerd – so er vff sein stet versatzunge thett – durch herren, fürsten, durch Maximilianum den gütigen fürsten vnd keiser, was halfs? hör wol, man sol das haupt lassen imer krencker werden vnd wütig, die vnschuldigen lassen ermörden, hencken durch sein eygen hend, westfälisch ritterschafft triben, backen vnd nasen abschniden. was wunder haben vit der bäpst volbracht, das vnmenschlich zusagen ist, vil mörd, schand, schaden, ergernüß vfftriben! (Mercu: ut de facto vnus post alium adauget abundanter) es ist yetz kein bapst zwey oder vier jar lang, er muß ein feltslachte verfieren oder einen herren vertriben oder sunst irrung vnder weltlichen fürsten anzetlen, die ding geschechen al neben dem glauben. Nun haben die Murumaure ein schön christliche warheit – ja hinder sich, wie paurn spieß tragen – erdacht, den bapst mög niemant straffen noch vrteiln noch absetzen, dan allein so er offelich im glauben irret. O lieber sun, sie haben so vil mit weltlichen land vnd leutten zuschaffen, das der glauben wol zu ruw by inen bleibt. vnwissenheit, hoffart, vnküscheit, pomp, dorecht gsatz, schindery, gryt, kaufmanschafft bym datorem, do vonder Luther sagt, die ding heissen nüt geredt im glauben. wan der bapst nor nit offelich am Campiflor ein sül vffricht vnd ein kalb druff anbettet vnd wyroch opfert, hat er nimmer im glauben geirret.

Studens: er ist die regel des christlichen glaubens.

Mercurius: aliquando sathane.

Karsthans: ließ weiters.

Studens: weyter sagt murner, wan der haff den haffner verweiset, das er in nit zu einem krug gemacht hab etc.

Karst: O lieber sun, wie stimplet das thier so vngeschlagt ding!

Studens: wie so, mein vatter?

Karst: do wil der Murner die götlichen wordt durch den propheten vff die dorechten geschiecht etlicher gemalter heupter ziehen, sampt daruß folgen sol, gott habs also vnwidersprechlich verordnet zu halten den menschen, ir boßhaftig vnd vnnütz regieren sol nieman anden noch straffen, so doch paulus sant peter hertigklich straffet vor yderman. wann Murner paulum gesehen het, wolt ich in heissen darinn lesen, so er schribt zu den Römeren am neünden capitel.

Studens: loß weiter, vatter. sagt doctor murner weyter in seim büchlin: vnnd wie wol auch in den stück diser oberkeit (vermeint er des bapstes oberkeit) das möcht erlitten werden, das man offenlich do von redet, ist doch das verbotten zwitrachten zu meiden vnd vffruren.

Karsthans: so allein das stück so seltzam ist das, vffrur vnd zwitracht zu fürston, es nit etwan ein mal außfündig mög werden, wie kompt dann, das vil sorglicher stück seind, darinn lasset man grüdlen, recht vnd letz machen, heut wor, morgen erlogen, were dennocht nit vffrur als er sagt. (Mercurius: sunt enim verba tantum illa commoda.) Sagt man doch gmeinlich also, krieg würt von wegen des fridens, ich möchte noch schier mit dem Luther sprechen, die sach wer argwenig, möcht das liecht nil wol leiden.

Studens: was gat dich das an? loß weyter. sagt doctor Murner aber in seinem büchlin: auch seint vil wie Doctor Luther, die sölliche wörter des heiligen euangelij bezwingen vnd vff iren syn gewältigen, dan weder die wörter dan der sin geben mögen etc.

Karsthans: das du yetz gelesen hast, hat der murner noch für vnd für fleissig gehalten, das er nit vff der stras | sen bliben ist. Aber doctor Martin Luther, meins beduncken, tausent mal geschickter ist in gemeinem natürlichen verstand von der geschrifft zu reden dann der Murner.

Studens: Wo doch?

Karsthans: Lieber sun, liß das dütsch biechlin vom bapstumb, so Luther dem barfusser minich zu Lyptzig geschriben hat, wirstu erfaren sein grosse erlichtung vnd stanthafftige meinung der geschrifft.

Studens: Du wilt mit den gelerten lüten reden vnd erzeigest ein rappen vnder der menig wisser schwanen.

Karsthans: Der rap hatt auch sein gesang, eben als wol als die schwanen etwan yr grinen, die wil du vnd din gesell (mit den schlangen vmb den stab gewicklet) so witzig syn vnd stet latin blaperen, Sagen mir eins, wie kumt es, das ir gelerten, wann yr disputieren, alweg einander beschuldigen, einer zwing die geschrifft, der annder verstat sy nit, als der Hans Eckius dem Luther zugelegt zu Lyptzik, vnd yetz das graw vngehür thier abermol eiget? (Merc: Phariseus hypocrita nomen eius.) So ich der beschuldigung in keiner sprach so vil erhört hab, ist die latinisch sprach so trügenlich, sol man das heilig Euangelium vnd geschrifft nit darin verwandlet han? vnd ir pfaffen, so yr so lang dar zu geschwigen haben, vnß arm einfeltig leyen in söllicher vnwissenheit da durch lassen kommen, biß yetz doctor martin Luther kommen. er hat ein rechten namen, Luther, wann er will eüch grossen pfaffen zu vil lütern, wil glauben (alß der mönig Murmaw auch klagt) yr liessens lieber jm trieben bliben.

Merc: extasis.

Studens: ein vnwiser möcht mer fragen dann der bapst selbs kindt verantworten.

Karst: Ho, der bapst ist doch der aller heiligest, so ist er auch der aller gelertest, er kind mirs bald sagen.

Merc: Igne.

Studens: Du versindst dich vast mit söllichen fragen.

Mercu: Fricando cancrum.

Karsthans: Ich red doch syn eer, das er heilig vnd gelert sey, hat doch vnser herr gesprochen zu sant Peter vnd andern zwölffbotten: yr send das saltz des ertrichs, yr send das liecht der welt.

Stud: Das solt du vnd die buren wol enpfinden, wann yr den zehenden vnd zins vnd schulden nitt by ziten zalten, ob sy saltz weren oder nit.

Karst: Sein sy kein ander saltz dann als du sagst, wer gut, das sy bey dem andern mer saltz zu tieffist jm grund legen, wann sy saltzen (nemlich vil vß jnen) die armen lüt der massen, das mer barmhertzikeit in der hell funden wirt. Wann ist das buch vß gelesen? ich bin vrtzritzig so an vnnützen dingen.

Stud: Witer gibt der murnar ein hüpsche inleitung vß geschichten, nit allein vß götlichen biechern, sunder vß aller erfarenheit der menschen, das ein sölche pollicei vnd regiment mit der vile zugubernieren nie hat mögen die lenge beston etc. gibt des anzeigung durch die Römer, die erstlich mit der gemein zu regieren vnderstanden, kam es erstlich vff die künig, dann vff die ratsherren, darnach vff die keyser, also das alwegen von der vile vff einen kam etc. wöll er messenlich vß allen hystorien, wo die oberkeyt des glaubens yetz ab were vnd die gemein yr sölchen gwalt selb freuelich heimzuge, die leng auch nit beston würd, sunder nach menschlicher art, notturfft vnd gelegenheit wider vff einen fallen würd etc.

Karst: Hör, hör, machst mich taub.

Stud: hör die heiligen schrifft.

Merc: Titum liuium.

Karst: Ja wol, tigkum, tegkum, wil der Murner vnsern christlichen glauben gründen in glichnus menschlicher törechter geschichten, deren yrrung kein mas geschepfft mag werden vermeint in glichnuß, wo ein land nit einen künig oder fürsten hat, möcht das land nit beston. Also wo der glauben nit ein oberkeit vnd ein haubt het, möcht der glaub in der gmein nit lang bston. Losen, du daube schellige murmaw, du falscher rölling. Ich sag, wo der glaub nit ein haubt het, möcht er nit al | lein nit lang bston, sunder es wer kein glaub, wan der glaub, sol er sein, so muß er gericht sein gegen etwas, das man glauben sol. Aber das so man glaubet in rechter christenheit, ist weder bapst, bischoff noch keyser, sunder Christus Jesus, der lebendig sun gottes, der ist diser fels, daruff christlicher glaub ruwet, der ist das lebendig haubt, von welchem der christlich glaub flüsset on mangel, on welchs haubt diser glaub nit wirt angefangen noch volbracht. Witer, der glaub ist ein wirckung des heiligen geists in vnser selen, gat den lib nit an, wann der lib für sich selbs nitt nutz ist, nur schedlich, wann er alzit wider die seel stritet. darumb darff vnser christenlicher glaub keins liplichen haubts, so es ein geistlich ding ist. Der bapst gibt mir kein glauben, mag mir aber wol ergerniß jm glauben geben, gibt mir auch kein götliche lieb noch götliche hofnung. So dann in disen drien stucken die christenlich kirch (so do ist ein gemeinschafft aller heiligen, das ist aller vßerwelten christen) in einen geistlichen lib zusamen vereinet wirt, muß von not wegen diser lib, so er geistlich ist, jm heiligen geist auch ein geistlich haubt haben vnd nit ein liblichs haubt, alß die katzen vff den techern murmawen. das haubt ist der vßerwelt lieblich pritigam Christus Jesus, disser lib aller vßerwelten heiligen, die schön spons on runtzlen vnd mackel. Wann der bapst das haubt wer, vnd syne cardinäl vnd bischöff vnd münich der lib, hilff hergot, was wüsten lusigen grind etwan für ein haubt regieret, was manig plater vnd kretzen an vil orten des libs funden wurd. Job gang schlaffen in allen seinen platern vnd geschweren.

Stud: Du sagst das seltzamest ding, loß was der Murner sagt.

Karst: Heb aso, bist nit am end, wann ich nymmer mag hören.

Stud: Schier am end der vorred des ersten bletlins.

Karst: Ho he he, send so vil vnnütz geschwetz an eim blat, was ist, so man hinin kem? ich hab des | Murners kunst genug erfaren, wie dieff er in der heiligen geschrifft sich gerümet hatt. Wil glauben, er gang in der geschrifft vmb alß er gethon hat in synem biechlin zum Karolo vnnd tütschem adel, do er vnderstünd die dry muren (so doctor Luther vmb geworffen hatt) wider auff zu richten. do kan er den gutten Luther nit gnug schenden vnd im verwissen, wie er das wörtlin corpus nit recht gedütschet hab, das corpus ein leib heiß, sunnder corpus heiß ein versamlung. hab ich in allen sprochen, so sich zum latin ziehen gefragt, so wirt es zum tütschen allenthalb ein lib geheissen vnnd membrum ein glid. doch nach Murners latin heisset corpus vil röck, membrum ein schnider. gibt murner dem armen Luther ein ripstoß, so er des tütschen sin vrsach gibt, wann wir nitt warlich ein rechter lib mit Christo send, sonder ein verglichter lid, vilicht mit kriden an ein tafel gemalt. hatt sant Paul villicht bim win geredt zu denen von Ephesijs am ersten capitel, do er spricht: (verstandt gott der vatter) Er hat in gegeben das haubt über alle versamlung, welichs syn lib vnd sin volkommenheit ist. hie zeücht Paulus Murners tütsch wider hindersich in den lib, so er spricht: alle versamlunng sy sein lib (als dan doctor Martinus Luther getütschet het). das aber Murner frid geb, so stot in dem spruch corpus vnd ecclesia, vnd wirt ecclesia interpretiert, das sie sei corpus Christi. doch muß ich doctor Murner einen zügen auch bringen, das dem also sey. Sagt Gregorius in moralibus. xxxv. capite. ix. Spricht er also: wann Christus vnd die kirchen ist ein haubt vnd lib, ein person. Vnd über den propheten Ezechielem Omelia. xv: die Christlich kirch ist ein substantz mitt Christo irem haubt. ist nun die christlich kirch ein substantz, ein person mit Christo, wo blibt der verglicht lib? meint vilicht | eüsserlich hend vnd fieß der alten weiber fleschen? Aber do Murner den einfaltigen Luther falsch in der geschrift erfunden hatt, hatt sich Luther übersehen groblich. so Luther durch die geschrifft anzeigt, das wir al priester, pfaffen vnnd pfeffin send, nemlich in der ersten Epistel sant Peters am andern capitel, do er also anzeigt sprechend: yr send ein künigklich priesterthum vnd ein priesterlich künigrich, zeigt auch der Luther des wyter kuntschafft an, so im buch der heimlichen offenbarung an vil orten stot luther geschriben, nemlich am ersten capitel vnnd am fünfften capitel mit vßtruckten worten: So wist mein Murnar herfür mit seim gauchglauben vnd schwigt der anzeigten capitel gantz, überhupfft die frey, dar vff der Luther sein fundament anzeigt, vnd nimt ein ander capitel, do in nit die sprüch ston geschriben alß vff das drit capitel j. Pet: Ir sollen all einmütig sein im glauben. do zeücht der gauchmeister den kloben, do schrit er größlich, das weder wort vil noch wenig do stand, so söllich priesterschafft anzeigt. Darumb aber mal well er all welt vor doctor Luther gewarnet haben, wie er in der geschrifft falsch vmb gang etc. lieber Murner, nim dich selb an disem ort bey der nasen, wil achten, dir stinck der attem lichnam übel. Meinst, das ich nit recht hab besehen dein biechlin vnd doctor Luthers biechlin, so ir beid dem adel zu geschriben hand? vnd leg die Epistolas petri dar zwischen für ein richter, wirt dir ein sententz, des du dich billich vor biderlüten schamen must, das du dem guten man Luthero sein eer vnd christenlichen limden vor aller welt abstilest wider gott vnd die warheit. bistu ein Jurist, soltest du des witziger sein gewesen, will geschwigen ein theologus. lernest ander lüt yr narren zu erkennen, wo send dine bliben? wo ist mein pflegel?

Studens: Ich bin auch verdrossen worden, wie gefelt | er dir? gelt er hat pfil im köcher?

Karsth: Ja lüß in der kutten.

Studens: Sag dir, er ist ein geschickt man.

Karsth: Das wissen die, die mit im zu schicken haben, got behiet mich vor im.

Studens: Er geb einen guten beichtuatter, hat vil erfaren.

Mercurius: Sterquilina meretricum.

Karsthans: Gibt auch ein guten henselin.

Mercurius: Consumatum.

Studens: Wiltu das ander biechlin von der christenlichen vnd brüderlichen ermanung gegen dem Luther von der meß auch hören?

Karsthans: Vß eim blat hab ich wol verstanden, was brüderlicher lieb er im hertzen hat, wil glauben, hets der frum Martin Luther am hals, wirt jm murners lieb das hertz ab stössen.

Mercurius: Caustice.

Studens: O vatter, er gibt jm einen hochen titel vnnd hebt züchtig an zu reden.

Karsthans: Es ist ein böse katz, die vornen leckt vnd hinden kratzt.

Mercurius: Ad circulum.

Studens: Ist er vormals ein katz oder rölling gewesen, aber yetz nymer.

Karsthans: Das kalb schlecht syner muter gern nach.

Studens: Noch ist er nymmer ein katz.

Karsthans: Hey, wilt mich lieb haben mit der katzen, an galgen mit der katzen!

Studens: Ja mitt der katzen, aber nitt mit dem Murner.

Karsthans: Hey, es sy katz, murmaw oder rölling, lassen mich wyters mitt den dingen vnbekümmert. Ist er so gelert, gang er gen Wittenberg zu doctor martin Luther, wie Eck von spitzen thon hat, der kan jm antworten.

Mercurius: Nequam querit angulum.

Karsthans: Ja er hatt on zwiffel ein gifftigen angel. Aldi! ich far dahin.

Mercurius: Dii secundent.

Studens: Uterque valeat.


Der Murnar ist nit allein in dem spiell
Zu Straßburg ich noch zwen nennen will:

Der schulmeister Jheronymus genant
Vnd doctor Peter vffm stifft predicant.

Fryhans.

O Karsthans guter fründe min,
Werest in der Fasten hie gsin,

Hetest vil ander ding gsehen,
Was by vns doheym ist gschehen

Von etlichen vnser priestern,
Die sunst nüt künnen dan lestern

Luther den hochgelerten man
Vnd die, so im by thun stan.

Wie sy vns tribulierten,
In der bicht nit absoluierten,

Vnß ouch lang iagten hin vnd her,
Darumb das wir lasen die ler

Luthers, der vns die gschrifft seyt
Vnd härfür bringt die recht warheyt,

Darvon sy gar wenig künnen,
Drumb sy im thun sölchs vergünnen.

Was sol ich dir lang sagen dran?
Magst aber selber wol verstan,

Warumb sy jn nyden vnd hassen.
Aber wo sölchs me der massen

Gesche, vnd so ich es erfar,
Bald wil ichs dir schicken dar,

Den du wol kanst schüren die glud
Mit dim pflegel, der nit wol thud.

Ich hoff sölchs söll nym geschehen,
Vnd all den Luther veriehen

Vnnd jm sagen grossen danck,
Daß er des Babsts gsatz zwangk,

Vnß zum theil hat gemachet fry,
Ouch der Curtisanen bübery

Hat er mit sym edlen schriben
Fast in Dütschem landt vertryben.

Drumb bitt ich hüten üch eben,
Das ir nit kompt in diß leben.

Sehent wol an doctor Murnar,
Daß üch sölchs ouch nit wider far:

Es ist schon übern vnd gschehen.
Doch ir sölchs selber wol sehen,

Dan die warheyt an tag ist kon
Vnd von der gemeyn angenon.

Darumb lont von üwerm lyegen,
Do mit ir den läyen triegen.

Es muß nun gan den weg hinvß,
Dar für (gloub mir) hilfft kein struß.

Drumb bit ich wöllest vns nachlon,
So wir zu leben vnderston

Nach ler des Euangelij
Vnd des heiligen sant Pauli,

Vff das wir überkomen ruw
Hie vnd dort, Got helff vns darzu.

Amen.