Anonym

Roman

Fortunatus - Teil 2


Inhalt

31. Wie Andolosia mit seinem seckel vonn Famagusta weg schyed Vnd wol gerist an des künigs von Franckreich hoff kam.

32. Wie Andolosia vmb ain edle frawen bullet vnnd ir tausentt Cronen schanckt, sy yn betrog vnd ym ain andre zuleget.

33. Wie Andolosia auß Franckreich rait tzu dem künig von Engeland kame vnd wol entpfangen ward.

34. Wie die iung künigin Agripina Andolosiam mit falscher lieb vmb seinen seckel bracht.

35. Als Anndolosia seines seckels mangeltt, auß der massen seer erschracke, allen seinen dienern vrlob gab vnd tzu fuß haymlichen hynweg schied.

36. Wie Andolosia wider haim in Cipern kam, das wünschhütlin seinem bruder ab entlechnet, sich darmit in Engeland wünschet.

37. Wie Andolosia die künigin Agripina mit sampt dem seckel hynweg furt in ainen wilden wald in Hybernia.

38. Als Andolosia vmb seinen sekel vnd hütlin kommen was, ym auch zway großse vngestaltte hörner auf dem haubt wuchssen, in grossem laid stund vnd wie ym ain wald bruder zuhilff kam, wider loß ward von den hörnern.

39. Wie sich Anndolosia tzu ainem artzt verstellet, der künigin ain tail die hörner hynweg tryb vnd dardurch sein hütlin vnd seckel wider erobert.

40. Wie Andolosia ongefärd sich bucket, sein pyreet auff zuheben vnd sein wünschhütlin findt.

41. Wie Andolosia die künigin Agripina mit sampt dem seckel zu dem andern mal hynweg furt.

42. Wie Andolosia die iungen künigin in Hybernia in ain frawen closter thet vnd sy da selbst der äbbtissin befalch.

43. Wie des künigs botschaft von Cipern (durch anschickung Andolosia) in Engeland kamen, die schön iunckfraw tzu besehen.

44. Wie die schön Agripina durch radt Andolosia dem iungen künig in Cipern vermähelt ward.

45. Wie Andolosia mit stechen vnd rennen allzeit das best tet, dardurch grossen dank von frawen, aber grossen neyd von etlichen herren erlanget.

46. Wie Andolosia nach der hochtzeit haim reitten wolt gen Famagusta vnnd von zwayen grafen gefangen vnd seine diener erstochen warden.

47. Wie Andolosia sein seckel genommen vnd in der gefenknuß ermordt ward, vnd sein Bruder Ampedo das edel wünschhütlin zerhew vnd vor layd starb.

48. Wie die zwen graffen von des sekels wegen mit ainander vnains, vnnd das mord dardurch offenbar, sy bayd darumb geradbrechet wurden.


Nun hörend, wie es Ampedo vnd Andolosia, den zwen sünen Fortunati, fürbaß ganngen ist mit den zwayen klainaten. Als nun ir herr vnd vatter gestorben was, do trugen sy laid vnd hyelten ym kostliche jartzeitt, als wol billich was. Die weil nun Andolosia also das iar still gelegen was vnnd nit getorst stechen noch andere hoffweiß treiben, was er ob seines vatern bücher gelegen, het die gelesen vnnd fand, wie er so vil christenlicher künigkreich durchzogen was, wieuil länder er durch der hayden land gefaren was, das ym auch so wol geuiel vnd jm ainen solichen lust bracht, das er jm ernstlichen fürnam, wie er auch wandlen müßt. Fieng an vnnd sprach zu seinem bruder Ampedo: lyeber bruder, was wöllen wir anfahen? laß vns wandten vnd nach eeren stellen, als dann vnser herr vatter geton hat. hast du nit gelesen, wie er so weitte land durch faren ist, so lyß es noch. Ampedo antwurt seinem bruder gar güttigklich vnd sprach: wer wandten wöl, der wandle. es gelust mich gar nichtz, ich möchte leycht kommen, da mir nit so wol wäre, als mir hye ist. ich will hye zu Famagusta beleyben vnnd mein leben in dem schönen ballast verschleissen. Andolosia sprach: so du dess synns vnnd gemütes bist, so laß vns die klaynat taillen. Ampedo antwurt vnd sprach: wiltu yetzo das gebot deines vatters übergan? waist du nit seinen entlichen willen ernstlich gewesen sein, daz wir die klainat nit von ainander söllen taillen? Andolosia sprach: ich keer mich nit an die red, er ist tod, so leb ich noch, vnnd ich will taillen. Ampedo sprach: So nym das hütlin vnnd zeüch wahyn du wöllest! Andolosia sprach: Nym du es selb vnd bleib hye! vnd kunden der sach nit ainig werden, wann yeder wolt den seckel haben. Andolosia sprach: lieber bruder, ich waiß, wie wir der sach täten, wir sollen nach vnsers vaters radt nyeman zu vnser taillung nemen, so laß vns auß dem seckel zwu truhen mit guldin fillen. die beheb du hie vnd leb wol. So magstu sy dein lebtag nit verzern vnd behalt och das hütlin hie bey dir, damit du vil kurtzweil haben magst vnnd laß mir den seckel. So will ich wandten vnd nach eeren stellen, wil sechs iar auß sein, vnd wenn ich dann herwider komme, so will ich dir den seckel auch sechß iar lassen vnnd also wöllen wir yn in gemayn haben vnd nützen. Ampedo der was ain gütig mensch, lyeß es allso beschehen, wie es sein bruder gemacht hett.

31. Wie Andolosia mit seinem seckel vonn Famagusta weg schyed Vnd wol gerist an des künigs von Franckreich hoff kam.

Do nun Andolosia verstunde, das sein bruder ym den seckel lassen wolt vnnd yn mitt ym hynweg wolt lassen füren, was er von gantzem hertzen fro vnnd wol gemut, fieng an sich tzu rüsten mit gutten knechten vnd hübschen pferden, ließ ym zurüsten ainen wagenn, darauff man ym alwegen mußt nach füren seinen stechtzeüg vnnd was zu hoflichem wesen gehört. vnd nam also vrlob von seim bruder, fur von Famagusta mit viertzig wolgeziertten mannen vnd wol gerüst mit guten rossen vnd all wol beklait mit ainer farb Zu dem ersten an des künigs hoff von Franckreich vnd gesellet sich tzu den edlen, tzu graffen vnd freyherren, wann er was kostlich vnd lyeß sich gar wol nießsen, darumb er von manigklich wol gehalten ward, dienet och dem künig, als ob er sin gedingter diener war, vnd als er da was, begab es sich, das man stechen ward, scharpffrennen, ringen vnd springen. das thet er den andern allen vor, das er ganntz in ain geschray kam, das er allzeit das besst thät. vnd nach dem stechen hyelt man gewonlich groß täntz den edlen frawen, dartzu er auch berüft ward vnd ym auch vortäntz gegeben wurden. die frauwen wurden fragen, wie er hyeße vnnd von wannen er wäre. so ward yn gesagt, er hyeß Andolosia von Famagusta auß Cipern vnd wär von edlem geschlecht. Also wurden yn die edlen frauwen auch herfür ziehen, schimpffred mit ym treiben, das er auch geren hett vnnd ym wol gemel. Der künig ward yn tzu gast laden.

Do er so wol an kam vnd den edlen sein gefert vnd sein geselschafft angenäm was, lud er die edlen vnnd alle ire weiber zu gast vnd gab ynen gar ain kostlichs mal, dardurch er den edlen frawen wolgefallen ward, vnnd gaben jm erst glauben, er wär von edlem stammen geborn. vnd als sy nun in freüden lebten, do was ain edelman an des künigs hoff, der het ain weib, die ain auhbund was von schöne vnd mitt schön die anderen frawen weyt übertraf. der selben frawen eeman was Andolosia stechgesell vnnd waren baß ains dann die andren. der selben frawen ward Andolosia vnmassen vast hold vnd gar ernstlich vmb sy bullen vnd verhyeß ir zugeben tausent Cronen, das sy ain nacht bey ym läg. Die fraw gedacht, tausent Cronen wärenn bald verdienet, do so was sy so eerber, daz sy es nit thun wolt vnd sagt solliches irem mann. Der man sprach: O frauw, die tausent cronen wären gut, wir wolten sy wol brauchen. es ist aber nit wol zuthun, wann eer ist ob allem reichtum vnd sprach zu ir: wie wolt es dir gfallen, wir haben ain schöne wolgestalte nachbeürin, die ain gutte gesellin ist vnd die durch geltes willen irn leib nyeman versagt. du hetest es mit ir geredt, wie solich sach an dich wäre geworben, nun betestu ainen eeman, der vil vff eer hyelt vnd du törst dich solchs nit vnderston, wann du müßtest deines lebens darbey besorgen. Die fraw thett nach anweisung ires mans vnd sprach zu der nachbeürin: solichs ist vorhanden. woltestu dich der sach vnderston, wolt ich es zurichten, das du in meinem hauß vnd an meinr stat, als ob ich es wär, lägest bey dem edelman, so dann ytzund hye vnd ain guter sticher ist. der wolt mir tausennt Cronen geben, das ich ain nacht bey ym läg. wo du das thätest, so woldt ich dir hundert Cronen geben. die gut tochter sprach: mir ligt nit vil daran. ich törst bey ainem sollichen mann vmb sunst ligen. wenn ich aber solliches thet, so besorg ich, ir gebent mir die hundert cronen nit vnnd wollten mich villeicht mit ainer Cron oder zwayen abrichten, so ich ain solches töchterlin bin. Die fraw sprach: ich will dir die hundert Cronen vor geben, eedann vnd du sy verdienest. das gefiel ir wol vnnd sagt, das sy die sach zurüstet, so wölt sy ir zu willen werden vnnd gutten vleyß in der sach brauchen. Vnnd also sagt es die fraw irem mann, wie sy ir nachbeürin überkommen hett, sy wölt volbringen iren willen. das geuiel dem mann wol. Also kam Andolosia aber zu der frauwen vnd brauchet seinen vleiß, als dann die liebhaber thun vnd ward aber von den tausent cronen sagen. die fraw sprach zu ym: ist eüch der sach ernst, so kommen morgen zu nacht vnd bringen das gelt mit üch, wann mein man wirtt morgen hynweg reütten in des künigs dienst. des was Andolosia gar fro, wann er des gelts, so er bringen solt, gar lützel achtet. des anderen tags zu nacht kam er allain geschlichen vnd het sich haimlich von seinen knechten verstolen vnd bracht die taussent Cronen mit ym.

32. Wie Andolosia vmb ain edle frawen bullet vnnd ir tausentt Cronen schanckt, sy yn betrog vnd ym ain andre zuleget.

Die fraw wartet sein vnd entpfieng yn vnd ai die tausent Cronen, die waren in ainem seckel, zalt ir die nit, dann sy gedaucht wol nach der schwäre, es wär recht vnd furt jn in ir kamer, sagt, das er sich nider leget vnd vast still wär, so wölt sy gleych kommen vnnd sandt eylentz zu ir nachbeürin, der sy hundert bar Cronen geben het. die gut tochter het sich gar hübsch zu gericht mit sauberen vnd wolschmeckenden henden vnnd mit andern dingen, wann sy wol wißt, was zu sollichen sachen gehort, vnd als sy nun also bey ainander lagen, in freüden lebten, wißt Andolosia nitt anders, wann das er bey seines stechgesellen frawen läg. Do aber die gut tochter vernam, das sy Andolosia so wol geuiel vnd sy so wol für gut het, gedachte sy ir wol, es gieng vnngeleich tzu, das die fraw neünhundert cron solt haben vnnd sy nit mer als ainhundert cronen, fieng an, sagt Andolosia, wie yn seines gesellen fraw betrogen hett vnnd sy bestelt het, bey jm zuligen an ir statt, darumb sy ir hundert cronen geben het. Do Andolosia das vernam, das er also betrogen was, do was ym nit vmb das gelt, so er außgeben het, sonder vil mer vmb das er sich versach, es wurd außkommen in der gantzen stat vnd wurd ain gespöt darauß, das er also betrogen wär worden von zwayen weiben, stund auff vnnd gab der tochter noch hundert Cronen vnd gieng in sein herberg, wecken alles sein volck auff, das sy sich solten rüsten, er wolt auff sein vnd hinweg reytten vnd gedacht, er wölt sich fürbas hutten vor den lüften der vntrewen weiber vnd rait also hynweg vngesegnet on alles vrlob in aim vnmut. Vnnd als er ainen tag von Pariß geritten was, lag ym die sach noch an vnnd sandt ainen seiner diener zu der da er bey gelegen was, vnnd schickt ir noch zwayhundert Cron vnd enbot ir, sy solt des edelmans weib mit recht fürnemen für den künig oder sein kamergericht, haißt man das parlament, vnd ir zu sprechen, sy het gelt eingenommen mit namen neunhundert Cronen, die ir doch nit zustunden vnd sy wäre die, der das gelt zugehöret vnnd wär ir lidlon. Des die gutt tochter dem knecht zu sagt, sy wolt in der sach thun, das er solt innen werden, das sy vleyß braucht het, vnd ruft also die zway weiber an awannder, das sy hinder das recht kamen vnd verrechteten wol so vil vnd mer dann sy eingenommen hetten. Die sach was ain ebens spil für die aduocaten vnd ander schreiber vnd procuratores, wann yn ward der maist tail darumb.

Als nun Andolosia von dem Hof vnd künig von Franckreich hynweg kam, Gedacht er, es ist noch gut, so mich die falschen weyb nit vmb den seckel betrogen haben vnd schlug die sach von hertzen vnd gedacht, wie er erst anheben wölt, frölich zu sein vnnd ainen guten mutt zu haben vnnd rayt ains reyttens an des künigs hoff von Arragon. Wär lang zu schreyben, was er an yedes künigs hoff volbracht mit stechenn, mitt aller hoflichhayt vnnd yn sonderhait mitt grosser kostlichait, so er verbrachtte mitt hoff halttenn. Vnd tzoch allso tzu dem künig vonn Naueren, Zu dem künig vonn Castilia, Zu dem künig von Portugal Vnnd darnach tzu dem künig vonn Hyspania, der gar ain mächtiger künig was vnnd ainen grossen hoff hyeltt. er furt auch altzeit krieg wider den künig von Granaten, an den auch sein land stoßset Vnnd wider ainen künig, lyget yenhalb dem möre, nennet man den künig von Damasy in Barbarin, seind bayd zwen haydnisch künig. Vnnd als nun Andolosia da hyn kam, geuiele ym das volck vnnd ire sitten tzumal wol, wann die Spaniol gar stoltz, Wiewol schwartz oder braun leüt sein. Vnnd fieng an vnd klaydet sich vnnd alles sein volcke nach irem land sytten vnd die roßs lyeß er zurüsten wie sy vnnd fieng an sich tzu den edlen gesellen vnnd kam, das er auch des künigs diener warde, stach vnd randt, tryb alle ritterspil. er gab auch klainat auß vnnd lud die edlen frauwen vnd gab yn kostliche mäler vnnd wenn der künig außtzoch wider sein veinde, bestalt er noch hundertt söldner zu seinem volcke, alles auff seinen aignen kosten. Vnnd dienett dem künig so wol, das er yn ganntz lieb gewan, wann er an allen streytten vornen an dem spytz sein wolt vnd thet gar vil manlicher that, das jn der künig zu ritter schluge. Vnnd was ain altter graff, der het ain ainige tochter an des künigs hof, wolt der künig, das Anndolosia des graffen tochter tzu der Ee het genommen, so wolt er yn tzu ainem graffen gemacht haben an des graffen stat. Das wolt aber Andolosia nit thun, wann des graffen tochter geuiel ym nitt, sy was nitt hübsch, auch so achtett Andolosia kainerlay reichtumb noch grafschafft, wann er was reich vnd het genug an seinem seckel vnd als er nun ettliche iar bey dem kunig was gewesen vnd da verneügernet het, vnd sonderlichen, so er kaine an des künigs hoff gesehen hett, die ym wolgeuiel zunemen, noch auch sunst lieb zuhaben, Do nam er also vrlob von dem künig, das ym der künig gütigklichen gab vnd schanckt ym sein lieberey vnnd sagt ym, das er käm, wenn er wölt, so solt er ainen gnädigen künig an ym haben.

vnd also bestalt Andolosia ain gut schiff vnd dingt mitt dem schiffman, das er yn vnnd seyn volcke vnnd alles das, was ym zugehöret, solt füren gen Engeland, darumb er yn wol bezalet. Vnd nam also vrlob von manigklich, mitt den er dann sein wesen gehabt hett. Etlich an des künigs hoff waren fast fro, das er hynweg fure, vmb das sy das kostlich leben, so er tryb, nit mer sehen müßten. Also waren auch vil traurig, die sein genossen hetten. Fur also daruon vnd kam mit gutem gelück gen Engeland in die grossen stat Lunden, da dann zumal der künig hof hielt vnd bestalt da ain groß schön hauß, lyeß darein kauffen, was man bedorfft überflüssigklichen vnnd fieng an hoff zuhalten, als ob er ain hertzog wär vnd lud die edlen an des künigs hoff zugast, schancket yn vnd wurden wol an ym, stachen mit jm, rantten scharff vnd turnierten vnd was man ritterlicher tatten solt thun, das thet er allweg für ander, also das ym alweg der breüß gegeben ward von frawen vnd mannen, von den edlen vnd vnedlen, das auch der künig vnd die künigin selber gesehen hetten offt vnnd vil, das er so manlich was, gemel ym sein wesen wol vnnd lyeß yn fragen, ob er begert an seinem hoff zu sein, Zu dem Anndolosia sagt: ia, er wolt ym geren dienen mit leib vnd mit gut, vnnd als er nun an dem hoff was, begab es sich, das der künig von Engelannd zoch wider den künig von Schotten. do zoch Andolosia mit ym auff seinen kosten mit ainem grossen volck wider den künig von Schotten vnd thet so manige ritterliche that, das er für all annder gelobt ward, wiewol das war ist, das kain volk auf erdtrich ist stoltzer vnd hoffertiger vnd nyeman kainer Eeren günnen noch zulegen mag dann ynen selb. nochdann sagten sy grosse Eer von Andolosia, von der grossen künhait, so er in streyten begangen het. Doch so sagten sy, es wär ymmer schad, das er nit ain Englisch man wäre, wann sy vermainen, das kain besser volck auff erttrich sey dann sy. Als nun der krieg erobert was vnnd yederman haym zoch.

33. Wie Andolosia auß Franckreich rait tzu dem künig von Engeland kame vnd wol entpfangen ward.

Do kam Andolosia auch wider gen Lunden, ward schon enpfangen von dem künig vnd als ettlich tag vergiengen vnnd der raissig zewg auch ain tail hynweg rait, lud der künig Andolosia zu gast vnd satzt yn an seinen tisch, da nyeman was, dann der künig vnd künigin vnd ain ainige tochter, so er het, aine der aller schönsten frawenbild was, so man in der welt finden mocht, so weiss vnd so tzart, Das sy der schönen Amaley, auch etwann ain künigin in Engeland gwesen, vergleicht ward. die selb schön iunkfraw hyeß Agripina, die ward gegen Andolosia zu tisch gesetzt, vnd als sy Andolosia anfache, gedacht er, wenn sy ain engel vnnd von got daherr auf erd gesandt war, so wär sy nit hübscher zu formieren vnd ward entzündt mit ainer inbrünstigen lieb, jm ward sein hertz mit ainer sollichen wolluftigkeit vmbfangen, das er weder essen noch trincken mocht, Des die alt künigin wol war nam, wann er ward ye rott, denn blaich, als offt den rechten liebhabenden hertzen beschicht vnd mercket, das er den angel der liebin enpfangen het vnd wenn der künig etwas mit ym redet, so kund er ym kain antwurt geben. So gab ym Agripina ye ainen blick, das yn dann noch voster zu der lieb bewegt vnd vermaint, ir gemüt solt gen ym ston, als das sein gegen ir, da noch verr hyn was. Als nun die maltzeit volbracht ward vnd die weil man aß mengerlay saytenspil, hübsch sprüch, als man gewonlichen vor der herren tisch pfligt zu thon, da Andolosia wenig auff gemerckt het, wann er hett alle sein vernunft auff Agripina gelegt vnd kam allso zu hauß mit liebe beladen fester dann ain kämelthyer, das pfeffer auß India gen Alkeyro tragen muß, denen man tzumal schwär sam auff legt. Vnd als er haim kam vnd allain was, gedacht er: O wolte gott, das ich von künigklichem stammen geborn wär, So wolt ich dem künig so treülichen dienen vnd in dem vertrawen sein, er müßte mir die schönen Agripina vermählen. was wollt ich mer dann ainen sollichen schönen gemahel? so ich aber nit so hoch geboren byn, so kan ich dannocht nit lassen, ich muß ir hold sein vnd vmb ir liebe werben, mir geschech recht, wie got wöll! vnd fieng erst an, fast zu stechen vnnd andere ritter spil tzu üben, wann er wol wißt, wenn man solichs thet, das die künigin vnnd ir tochter zu lugtten, darumb er gar grossen vleiß thet, eer zubeiagen vnd lud auff ain mal die künigin vnd ir tochter vnd all edel frawen, so an des künigs hoff waren vnd gab ynen so ain köstlich mal, das man wunder dauon zu sagen het. das ward dem künig gesagt, wie er so ain kostlich malzeit gegeben het, dartzu der künigin ain kostlich klainat geschenckt, des geleychen der iungen künigin Agripina Vnd der künigin mägtt vnnd ir kamermaisterin. den schanckt er allen gar kostlich, vmb das er desterbaß entpfangen wurd, wenn er gen hoff kam, als auch beschach. wenn er kam, so ward er eingelassen zu der künigin vnd der schönen Agripina, das yn auch gar wol frewet vnd als er auf ain mal gen hoff kam, sprach der künig zu jm: mir sagt die künigin vnd andre, wie du yn als ain kostlichs mal habest gegeben. warumb ladestu mich nit och dartzu? Andolosia sprach: O aller gnädigster herr künig, wenn euer königlich maiestat mich, ewern diener, nit verschmähen wolt, wie ain grosse freüd mir das sein müßt, das ir das täten! Der künig sprach: so lad mich, ich wil auf morgen kommen vnd ir zehen mit mir bringen. Dess was Andolosia vast fro, Gieng eyllentz haym vnd gab seinen dienern gelts genug, das sy giengen kauffen, was sy guts funden vnnd befalch auch dem koch, das er vleiß brauchet vnd die kostlichest malzeit beraitet, so er ye gethon het, daz er auch kain sparen daran hette vnd durch gelts willen nichts vnderwegen lyeß. Also ward die maltzeitt gar kostlich vnd wol berait vnnd als alle ding zugericht waren, kam der künig mit graffen vnd herren vnd ward die malzeit reichlich volbracht mitt kostlichem getranck vnd manigerlay trachten von essen, das der künig wunder darab het vnd die andren, so mit dem künig kommen waren. Der künig gedacht, disen Andolosia rewet kain gelt vnnd hat weder land noch leüt. Ich muß ym ettwas beweisen, darbey er mercken muß, das er nit so mächtig ist, als er maint vnd geleich balld darnach an aim morgen enbott der künig Andolosia, er wolt mit ym zu mittag essen, des Andolosia aber fro was vnnd sandte seine diener auß zu kauffen, was man guts fand, das auch alles beschache. der künig hett aber verbotten auff leib vnd gutt, das nyemand ym sollt holtz zukauffen gebenn, noch kaynerlay holtzwercke, weder schiff noch anders. Do nun seine diener alle ding kaufft heten vnd man syeden vnd bratten solt, do hetten sy kain holtz. Andolosia samt auß, man solt heüßer, schiff oder zeün, was man ankommen kund, kauffen, darbey man die speiß künd beraytten, vnd wo die botten hyn kamen, da wolt man yn nicht zu kauffen geben. Do Andolosia das Hort, marckt er wol, das es des künigs bott was, vnd sandte eylentz zu den Venedigern, die zu Lunden ire geleger haben vnd lyeß yn abkauffen nägelin, muscatt, sandel vnd zymetrinden, das schut man an die erd vnd zundt es an, darbey kochet man vnnd beraitet die speiß, als ob es sunst holtz wäre. do es nun vmb die malzeit ward, gedacht der künig, die malzeytt het nit mügen beraitt werden, nitt besterminder sass er auff vnnd nam die herren, so vor mit ym waren gewesen. vnd ritten gen Andolosia herberg, vnd als sy nun schier dem hauß nachneten, do gieng jn ain sollicher edler wolriechender geschmack entgegen, das sy wunder darab hetten vnd ye näher sy dem nachneten, ye grösser der gut gesmack ward, der künig ließ fragen, ob das essen vnd die kost berait wär. man saget ym ja vnd wie man sude vnd brüt bey eyteler gutter specerey, das aber den künig frembd nam. vnd het er es dem künig vor wol erbotten, so erbot er yms vnd den seinen noch baß. vnd als nun die malzeit volbracht was, kamen des künigs diener vnnd der andern herren knecht wol mit fünffhundert pferden, vmb den künig zu holen. Als sy komen warn, sagt Andolosia zu dem künig: Gnädiger künig, ist es nit wider eüch, so wolt ich ewerem volck ainem yglichen zehen Cronen geben. der künig sprach: Ich laß es wol beschehen, wiltu das gelt außgeben. vnd also wurden sy all berüfft in ainen fall, do stund er vnder die thür vnnd gab ainem nach dem anderen zehen Cronen, dess waren die diener gar fro vnd fyengen allerlay an tzu sagen von Andolosia. vnd do das alles volbracht ward, do ryt der künig widerumb haim.

Als nun der künig wider in seinen pallast kam, fienge er sich an zuuerwunderen, von wannen Andolosia so vil vnd groß gut kam vnnd vermaint, es wär ainem künig, der land und leüt het, zuuil, so kostlich zu leben vnd als er also wundert, kam die künigin tzu ym. fieng der künig an vnd sagt ir, wie Andolosia jn so ain kostlich maltzeit geben het, die da mit eyttel gewürtz an holtzstat gekocht wär vnnd das er seinen dienern vnd andern yedem tzehen Cronen gegeben hett. das näm yn wunder, von wannen jm so vil geltes käm, wann da wär kain sparen, dann ye lenger ye kostlicher, die künigin sprach: ich wißte nyemant, der das ee vnd baß erfaren kund dann Agripina. der ist er so hold vnd versich mich, weß sy yn fragt, er sagt ir es. Der künig sprach: künd ich es erfaren, sicher, ich wolt es geren wissen. ich main, er schöpffe es auß ainem brunnen. wißt ich ainen brunnen, da gelt auß zu schöpffen wäre, ich wolt selber auch schöpffen. die künigin sprach: ich will fleiß brauchen, ob ich es erfarn künd oder müg.

34. Wie die iung künigin Agripina Andolosiam mit falscher lieb vmb seinen seckel bracht.

Vnd als nun die künigin wider in ir frawenzymmer kam, berufft sy Agripina allain vnd ward ir sagen von dem kostlichen leben, so Andolosia furt vnd das verwundert den künig vnd auch mich, so er weder land noch leüt hat, von wannen ym das groß gut komme. Nun ist er dir fast hold. das kan ich an allen seinem weßen wol spiren vnd wenn er am nächsten kommpt, so will ich dir dest mer weil lassen mit ym zu reden, ob du von ym erfaren möchtest, von wannen ym so groß gut komme. Agripina sprach: ich wil es versuchen. Vnnd als Andolosia gen hoff kam, do ward er gar schon enpfangen vnnd in das frauwenzymmer gelassen, darab er groß freüd entpfieng. vnd ward also zugericht, daz er allain kam zu reden mit der schönen Agripina, vnd als sy allain warn, fieng Agripina an vnd sprach: Andolosia, man sagt groß eer von üch, wie ir dem künig so kostliche maltzeit gegeben vnd jm darzu alle seine diener so kostlich geert habt. nun sagtt mir, habt ir nit sorg, das eüch gelts gebrästen müg? er sprach: gnädige fraw, mir kan gelt nit gerinnen, die weil ich leb. Agripina sprach: so bitten ir billich für eüren vater, der eüch so gnug lasset. Andolosia sprach: in byn so reich als mein vater vnd er was nye reicher, dann ich yetzund byn. doch so was er ainer complex, jn freüwet nur frembde land zu sehen, so freüwet mich nichts dann schöne frawen vnd iunkfrawen, wo ich der lieb vnd gunst überkommen möcht. Agripina sprach: nun hab ich wol verstanden, das ir an des künigs hoff gewesen, da schön frawen vnd iunckfrawen an seind. hond ir nichtz gesehen, das üch gefallen hab? Andolosia sprach: ich hab wol an sechs küniklichen höffen gedienet vnnd hab manig schön frawen vnd iunckfrawen gesehen, aber ir seind sy all weit übertreffen in der schöne, mit hübschem wandel vnd guten gebärden, damit ir mir mein hertz also in lieb enttzündt hond, daz ich nit mag lassen, ich muß üch öfnen die grossen vnnd vnsäglichen lyebe, so ich gen eüch trag. Nun kan ich gar wol ermessen, das ich vnbillichen eüwer liebe beger, angesehen, das ich von adel nit so hoch geboren byn. aber die liebe, die alle ding übertryfft, die zwinget mich so hart, das ich nitt lassen kan, ich muß eüch vmb eüwer lyebe bitten. die wöllend mir nitt versagen vnd waß ir mich dann bitten vnd warumb, das solt ir von mir auch gewert werdenn. Agripina die bedacht sich nit lang, das sy ym auff die liebe ain antwurt gab, sonder sy sprach: Andolosia, sag mir die rechtenn warhait, das ich warlich erkennen vnnd mercken müg, von wannen dir so vil bar gelt vnd reichtumb komme. vnd wenn du das thust on alle list vnd traghait, so will ich auch in deinem willen lebenn. do nun Andolosia die wort von ir vernam, do was er fro vnd auß vnbedachtem mut vnd freüdenreichem hertzen sprach er tzu ir: Allerliebste Agripina, das, so ir an mich begeren, will ich eüch in gantzen treüwen vnd warhait sagen. doch so geloben mir bey guten treüwen! Sy sprach: O du allerliebster Andolosia, dir soll nicht tzweiflen an meiner liebe noch an meinem verhaissen. was ich dir mitt dem mund verhaiß, das soll dir alles mitt den wercken volbracht werden. auff die gutte wort sprach Andolosia tzu der schönen iunckfrauwen: nun heben auff eüern geeren vnd zoch herauß seinen glückhafftigen seckel, lyeß den Agripina sehen vnd sprach: die weil ich disen seckel hab, so gebrüst mir kaines gelts vnnd zalt ir also tausent Cronen in ir schoß vnnd sprach: die seyen eüch geschenckt vnd wellen ir mer haben, ich zel üch mer. Gelauben ir mir, daz ich üch die rechten warhait gesagt hab? sy sprach: ich sich vnd bekenn die warhait vnnd nympt mich nit mer wunder ewer kostlichait. Er sprach: nun geweren mich, als ich eüch gewert hab. Sy sprach: das will ich thun, mein lieber Andolosia. die künigin wirtt dise nachtt bey dem künig ligen, so will ich es mit meiner kamererin zurichten, das ir bey mir ligen, on die kan ich es nitt zuwegen bringen. der müßt ir ain gute schenckung thun, damit das es verswigen bleib. das sagt er ir zu vnd er solt also zunacht kommen, als er auch kam. so bald aber Andolosia hynweg gienge, do lyeff Agripina tzu der künigin mit den tausent cronen in dem geeren vnnd saget ir mit grossen freüden, wie sy erfaren het, von wannen Andolosia das gelt käm vnd auch, waß sy ym verhaissen vnd wie sy jm auff die nacht vertzilt het, bey ir zuligen. daz geuiel der künigin wol, wann sy was ain lüstig weyb, vnnd sprach tzu Agripina: waist du wol, wie der seckel ain gestaltt hat, auch was farb er hatt vnnd was grösse? Sy sprach: ja. vnnd sy sandt bald nach aynem seckler vnd lyessen jn ainen seckel machen nach Andolosia seckels form vnnd gestalt, machten den lind, als ob er alt wär vnd sant die alt künigin bald nach irem doctor in der artzeney, hyeß ir ain starck getranck machen, haißt mandollis, ist ain getranck, so bald man es trinkt, entschlaft ain mensch, als ob es tod sey, syben oder acht stund. vnd als das trank gemacht ward, trugen sy es in Agripina schlaffkamer vnd vnderwisen die obersten kamermaisterin, wenn zu nacht Andolosia käm, das sy jn schon enpfieng vnd yn in Agripina kamer furtte, so wölt sy Agripinam zu ym senden. wenn sy allso zu samen kämenn, sollt sy yn denn fürtragen vil confeckt von zucker vnd übergult, das ir dann berait was, vnd ym denn zutrincken geben vnd das sy eben auffmerket vnd Andolosia das getrank in seinen becher schüttet. vnd wie die ding geordnet waren, das alles geschach.

Andolosia kam gar haymlich vnd ward in Agripina kamer gefürt. sy kam vnd satzt sich zu ym, redten gar freüntlich mit ainander. do ward jn fürgetragen confeckt gnug vnd ward jn zu trincken gegeben. Agripina hub auff vnnd sprach zu Andolosia: ich bring üch ainen früntlichen trunck (als in den selben landen sit ist). er hub auff vnd tranck, vmb das er ir zuwillen wurd. Also bracht sy jm der früntlichen trink ainen nach dem andern, biß daz er das tranck gar auß bracht. so bald er es getruncken hett, sass er nider, sanck hyn vnd entschlieff so hart, das er kayn empfinden me het, wie man mit jm vmbgieng. do das Agripina sach, was sy bald über yn, bryß ym sein wammaß auff, trantt ym herab seinen glückhaftigen seckel vnd näet jm ainen andern an dess stat. O Andolosia, wie was das so ain vngeleicher wechssel! Agripina bracht des morgens frü den seckel der künigin vnd sy versucht jn, ob er gerecht war, so sy jn het vnnd zalten vil guldin darauß. da was kayn mangel. die künigin bracht iren geeren voller guldin dem künig vnd sagt ym, wie sy mit Andolosia wärn vmbgangen. der künig bat die künigin, sy solt mit Agripina schaffen, das sy jm den sekel gäb, sy möcht darumb kommen. das tet die künigin. Agripina wolt es aber nit thun. do batt sy, das sy ir yn gäb. das wolt sy och nit tun, sagt, sy het ir leben daran gewagt, wänn er erwacht wär, die weil sy also mitt ym vmbgangen wär, so het er mich zu tod geslagen vnd billich.

do Andolosia außgeschlaffen hett vnd erwachet, sach er vmbsich vnd sach niemand dann die alten kamermaisterin. die fragt er, wo Agripina hynkommen wär. sy sprach, sy ist erst auff gestanden, mein gnädige frau küngin hat nach ir gesant. Mein herr, wie habt ir so hert geschlafen. ich hon lang an üch gewekt, ich kund üch aber nye erwecken, das ir freüd vnd kurtzweil hetten mit Agripina gehebt. sicher ir habt so hart geschlaffen, hett ich nitt entpfunden, das eüch der atem gieng, ich hett gemaint, ir wärn tod gewesen. Do Andolosia hort, daz er die lieb der schönen Agripina verslaffen hett, fieng er an zu schweren vnnd ym selb tzu fluchen die aller bößsten fliech, so er kund erdencken. die alt kamermaisterin die wollt yn stillen vnd sprach zu ym: herr, gehabt üch nit so übel! was yetz nit geschehenn ist, das beschehe aber hernach. Andolosia sprach: Das dich gott schende, du allte kupplerin, warumb hast du mich nitt rechtt geweckt? Ich hab all mein lebtag nye so hart geschlaffen. Der mich nur ain wenig angerürt het, ich wäre erwachet. Sy sagt vnd schwur vast, sy hett yn gewecket vnnd gab ym gute wort, wann er het ir am abent zwayhundert Cronen geschenckt vnd mit den guten worten furt sy jn auß der Agripina schlaffkamer vnd auß des künigs pallast. Andolosia kam haim zu seim volck vnd was nit frölich, als er andere mal gewesen was vnnd lag ym an, das er die mettin verschlaffen vnd wißt nit, das er gelück vnd hail verschlaffen hett.

35. Als Anndolosia seines seckels mangeltt, auß der massen seer erschracke, allen seinen dienern vrlob gab vnd tzu fuß haymlichen hynweg schied.

Vnnd als nun der künig wißt, das Agripina den sekel het, gedacht er Andolosia hat villeicht der seckel mer, die sollich tugent hond, wann, wo er ir nit mer hat, so ist er wol ain torecht man, das er yn nit baß versorgt hat, dann das jn ain weibs bild darumb soll bracht haben. Der künig schätzet den seckel gar groß vnd gedacht: mir kan nun nit mer gelts zerrinnen, so tarf ich meiner tochter kain haimsteür geben, sy wirt sich selb wol versehen nach grossen eeren vnd gedacht: wie will ich erfaren, ob Anndolosia mer seckel hab oder nit? vnd sandt zu ym, er wolt morgen reytten vnd begert an yn, das er mit ym rytt. doch so wölt er vor mit ym essen. do Andolosia das hort, embot er dem künig, er solt nicht von ym begeren, sonder alltzeit ym gebietten als seinem diener, wann er yn allzeitt solt willig finden. das ward allso dem künig gesaget. der gedacht, er hett der seckel on zweiffel mer. Als nun Andolosia vernam, daz der künig aber wolt mit ym essen, rufft er ainem seiner diener, dem er allweg dreü oder vierhundert Cronen gab, das er das hauß versäch, was not wär vnd saget ym, daz er ain kostlich malzeit zu beraitet, der künig wölt aber mit ym essen. sein diener sprach: herr, ich versich mich, ich hab nit geltz genug, wann es kost vil. Andolosia, der nit gutz muts was, bryß sein wammes auff vnd tzoch seinen seckel herauß vnnd wolt aber seinem diener vierhundert Cronen geben. do er in den seckel gryff nach seiner alten gewonhayt, do fand er nicht. er sach auff gen hymel von ainer wand zu der anderen, er kort dem seckel daz inner aussen, da was kain gelt mer. do merkt er wol, das er von Agripina betrogen was. mügt ir wol gelauben, was er anmutig gewesen! er ward erst in angst vnd not gar gesetzt vnd gedacht an die leer, so ym sein vatter Fortunatus so getrewlich in seynem todbet jm vnd seim bruder vnderweiset vnd geben het, das sy, so lang sy lebten, nyeman von dem seckel sagen solten, wann so bald es ain mensch jnnen wurd, so kämen sy darumb, das auch laider beschehen ist. Er merckt auch, das der künig ym zu aim spot enbotten het, er wölt aber mit jm essen, gedacht jm auch, das der seckel nit mer zuuodren wär vnd von dem künig zu erlangen dann schand vnd laster vnnd grosser spott. gedacht in seinem hertzenlaid, er künd nit bessers anfahen, dann tzu seinem bruder reytten: vnd dem wirde ich ain vnwürdiger gast, so ich on den seckel komme. vnd als er ym das fürgenommen het, berufft er all seine diener, fieng an und sprach: es ist nun bald zehen iar, das ich ewer herr bin, hab ewch auch eerlich gehalten vnnd kainen mangel gelassen. ich bin auch kainem nichtz schuldig. ir seind all fürauß betzalt. Nun ist die zeit kommen, das ich nit mer kan hoff halten als ich bißher gethon hab, vnnd kan nit mer ain herr sein weder eüwer noch annder. Nun hat ain yeder vnder jm ain gut roß vnnd gutten harnasch, so ist noch ain klain vorhanden, das will ich mit eüch tailen, vnd sagt zu seinem außgeber: nun zel her, wieuil hastu noch bar gelt? do zalt er hundert vnd sechtzig cronen. Nun warn ir wol viertzig, gab er ainem yeden zwu cronen, sprach zu jn: die zwu cronen, roß vnd harnasch schenk ich ainem yglichen zu aigen vnnd sag eüch der gelübt, so ir mir gethon haben, ganntz quit, ledig vnd loß, vnnd versech sich nun fürbas ain yeder nach dem vnd yn das besst bedunckt, wann lenger kan ich nit hye beleyben vnd hab auch nit mer gelts, dann, das ich mitt eüch getaylt hab. do er die red allso geton hett, erschracken die diener zumal ser vnnd sach ainer den anderen an vnd nam sy großs wunder, das ain so kostliches hoffhalten vnd so ain groß wesen in ainer nacht sich so leichtlich solt verkern. do hub ainer vnder den dienern an vnd sprach: getreüer, lieber herr, hat üch yemand kainen widerdrieß gethon? das gebend vns zu versteen. der muß von vns sterben vnd wär es der künig selbst vnd solten wir all vnser leben darumb verliern. Andolosia sprach: von meinen wegen soll nyeman fechten. sy sprachen: wir wöllen also nit von üch schaiden, wir wöllen roß, harnasch vnd was wir haben verkauffen vnd üch nit verlassen. Andolosia sprach: ich danck üch allen lieben vnd frommen diener der erbütung, so sich das glük wider zu mir kört, wil ich es alles wider gelten. Aber, wie ich gesagt hab, also tund vnd satlen mir mein pferd von stunden, ich will nit, daz kainer mit mir reit oder gang. die knecht waren all traurig, was yn ser laid vmb iren frommen herren, bey dem sy souil guten mut eingenommen hetten vnd klaget ye ainer dem anderen mit wainenden augen, brachten ym sein pferd.

do nam er vrlob von ainem nach dem andern vnd saß auff, rait den nächsten, so er kund, gen Famagusta zu seinem bruder Ampedo. vnd als er kam für den schönen pallast vnd klopfet an, do ward er zu stund eingelassen vnd als Ampedo vernam, das sein bruder Andolosia kommen was, ward er gar fro vnd vermaint, er wölt auch freüd mit dem seckel haben vnd füro nit mer sparenn, als er tzehen iar gethon hett vnnd gienge dem bruder engegen vnd entpfieng jn mit grossen freüden, fragt yn, wie er also allain käm vnd wo er sein volck gelassen hett. Er sagt: ich hab sy alle verlassen vnd lob got, das ich herhaym kommen byn. Ampedo sprach: lieber bruder, wie ist es dir doch ergangen? das sag mir, wann es gefelt mir übel, das du als ainig kommen bist. er sprach: laß vns vor essen vnd als sy die malzeit volbracht hetten, giengen sy mit ainander in ain kamer, fyeng Andolosia an mit ainer traurigen gebärd vnd mit demutiger stym vnd sprach: O allerliebster bruder, ich muß dir laider böße mär verkünden, das ich vns so übel geton hab. Ich bin vmb vnsern glückhafftigen seckel kommen. Ach got, nun ist es mir ain hertzlichs laid, ich kan ym aber nicht tun. Ampedo erschrack von grund seines hertzen, also das er schier in vnmacht gefallen wär vnd mit grossem iamer sprach er: ist er dir mit gwalt genomen worden oder hastu jn verlorn? Er antwurt ym vnd sprach: ich hab das gebot, daz vns vnser getreüwer vatter gab, als er auß diser welt schied, übergangen, vnd hab aim liebhabenden menschen daruon gesagt vnd so bald ich jms offenbaret, hat er mich darumb bracht, des ich mich doch nit zu ym versehen het. Ampedo sprach: heten wir das gebot vnsers vater gehalten, so heten wir die klainat nit von ainander lassen kommen. du woltest nur fremde land erfarn. lug, wie wol du es hast geschafft vnd wie wol sy dir erschossen seyen. Andolosia sprach: O lieber bruder, es ist mir so ain gross hertzlaid, das ich besorg, ich verlier mein leben noch in ainer kurtzen zeit, daz ich gar klain achten wird.

36. Wie Andolosia wider haim in Cipern kam, das wünschhütlin seinem bruder ab entlechnet, sich darmit in Engeland wünschet.

Do Ampedo die wort hortt, fieng er an vnnd wolt jn trösten vnd sagt: lieber bruder, laß dir es nit so hert zu hertzen geen. wir haben noch zwu truhen voller ducaten. so haben wir das hütlin, so wellen wir dem künig soldan schreyben, der gibt vns groß gut darumb. Ob aber wir den seckel nit mer hond, so haben wir dannocht gnug, die weil wir leben, auch ainen eerlichen stand tzu füren vnser leben lang. wann sachen, die nit wider zubringen seind, sol man mit nichten mer nachgedencken. Andolosia sprach: gewunnen gut ist böß zuuerlassen vnd mein begern wär, du gäbest mir das hütlin, so bin ich in der hofnung, ich wölte vns den seckel darmitt wider überkommen. Ampedo sprach: man sagt, wer sein gut verlürt, der verleürt auch die sinn. das spüre ich an dir wol, so du vns vmb das gutt bracht hast, so woltestu vns auch vmb das hütlin bringen. zwar mitt meinem gunst vnnd willen, so laß ich dich es nit hynweg füren. Ich will dir wol vergunnen kurtzweil darmitt zuhaben. Vnd als nun Anndolosia verstund, das ym sein bruder nitt vergunnen wolt, das hütlin mit ym hynweg zufüren, gedacht er, so wil ich on seinen gunst daruon vnd sagt zu Ampedo, seinem bruder: nun, mein getrewer, lieber bruder, so ich übel gethon hab, will ich fürbaß leben in deinem willen. vnd schicket also die knecht in den forst, das sy solten ain geiäg anrichten, so wolt er zu ynen kommen. vnd nun sy hinweg waren, sprach Andolosia: lieber bruder, leich mir vnnser hütlin, ich will in den forst. der bruder was willig vnnb bracht ym das hütlin. so bald er das het, lyeß er den forst vnd die iäger ir ding schaffen vnd kam mitt dem hütlin gen Janua vnd fraget nach den besten vnd kostlichesten klainaten, die man da het vnd ließ jm die bringen in sein herberg. do man ym nun vil bracht, marcktet er vast darumb vnd legt sy in ain faceleet zusamen, als wölt er besehen, wie schwär sy wären vnnd fur also darmitt hynweg vnbezalt. Vnd wie er zu Janua geton het, also thet er zu Florentz vnd zu Venedig auch, bracht allso die besten kostlichesten klainat, so in den dreyen stötten waren, tzu samen on gelt.

Als er die klainat het, do tzoch er gen Lunden in Engeland. nun wißt er wol, wa die iung künigin Agripina zu kirchen gieng, bestalt er ainen laden an der selben kirchstrassen, legt da auß seine klainatt vnnd als nun Agripina zu kirchen gieng, vil knecht vnnd mägt nach vnd vor, auch die alt kamermaisterin, die ym den doll tranck zu trincken geben het. Anndolosia kant sy alle woll, aber sy kanten jn nit, das macht, er hett ain andere nasen ob der seinen, die so abenteürlich gemacht was, das yn nyemant erkennen kund. Als aber Agripina für was, nam er bald zwen schön ring vnd schanckt die den zwayen alten kamermaisterin, die er wol wißet stäts bey Agripina wonen vnnd ires radtes pflag vnd batt die, das sy so wol thun wolten vnnd mitt der künigin schaffen, das sy nach jm sant in irn pallast, so wolt er mit ym bringen so kostliche klaynat, das er wol wißt, das sy der geleichen nye mer gesehen hette. sy sagten ym es tzu, sy wölten es schaffen vnd als nu Agripina von der kirchen haim kame, zaigten sy der künigin die zwen hübschen ring vnd sagten, ir der abenteürer, so vor der kirchen gestanden wäre, hete sy yn geschencket, darumb das sy schüffen, das nach ym gesandt wurd, wann er het gar köstliche klainat. die künigin sprach ich wil es wol gelauben, das er kostliche klainat hab, so er üch so guter ring zwen geschenkt hat, haißt yn kommen vnd senden nach ym, wann mich verlanget die klainat zu sehen. vnd als man nach dem abenteürer sandt, machet er es nit lang vnd ward gefürt in den pallast in ainen sal vor Agripina kamer. da legt er seine klainat auß, die geuielen Agripina vast wol. Sy fieng an zu faylßen, wöliche ir am allerbaßsten geuielen. Nun waren klaynat darunder, die tausent Cronen wert waren vnd noch vil mer. do bott sy ym nit halbs gelt darumb. der abenteürer sprach: gnädige künigin, ich hab gehöret, das ir die reychest künigin sind, so auff dem gantzen erttrich ist, darumb so hab ich außgesucht die aller schönesten klainat, so man sy finden mag, eweren künigklichen genaden zu bringen, aber ir bieten mir doch zu wenig. sy kosten mich sicher meer. begern meiner üblen zeit nit vmb sunst. ich hon eüch lanng nach geraiset mit grossen sorgen, daz ich nit ermort byn worden mit den klainaten vnd sprach: gnädige künigin, legennd zusamen was eüch gefelt, was ich denn erleiden kan oder mag, das wil ich thun vnd also laß sy auß, was ir am baßsten gefiel, klain vnd großs wol tzehen stuck. do rechnet der abenteürer aines nach dem anderen, das es bey fünfftausent Cronen traff, do wolt sy ym nit souil darumb geben. der abenteürer gedacht ym: ich will mich nit mitt ir zerschlagen, brächt sy nun den seckel. doch sy wurden des kauffs ains vmb viertausent Cronen. Also nam die künigin ire klainat in irn geern, gieng in ir kamer über iren kasten, da der glückseckel innen was. den stricket sy gar wol an iren gürttel vnd kam also herauß vnd wolt den abenteürer betzalen.

37. Wie Andolosia die künigin Agripina mit sampt dem seckel hynweg furt in ainen wilden wald in Hybernia.

Do schickt sich der abenteürer, das sy neben yn kam, vnd als sy an hub, zu zelen, do vmbfieng er sy vnd fasset sy hart stark, wünschet sich mitt ir in ain wilden wüstin, do kain wonung wär. so bald er das gewünschet, do warn sy in ainer kurtzen weil durch die lüst kommen in ain ellende ynsel, stosset an Hybernia, vnnd kamen allso mit ainander vnder ainen baum, darauff stunden gar vil schöner öpffel. vnd als nun die künigin vnder dem baum saß vnd het die klainat, so sy kaufft hett in irem geeren vnd den glückseckel an irer gürtel, so sicht sy übersich vnd ficht die schönen öpffel ob ir steen. do sprach sy zu dem abenteürer: ach gott, sag mir, wo seyen wir vnd wie seyen wir daher kommen? ich byn so schwach, gäbest du mir diser öpfel ainen, das ich mich doch möcht gelaben vnd wißt nit, das es Andolosia was. Anndolosia, do er hort, das sy so gern ainen apffel het gehebt, nam er bald die klainat, so er noch het, legt er ir in irn schlütz vnd das wünschhütlin, so er auff het, satzt er ir auf das haubt, vmb das es yn nit irret an dem auff steigen. vnd als er auff den baum kam, wolt lugen, wo die beßsten öpffel stünden, Agripina aber vnder dem baum saß vnd nit wißt, wo sy was, noch wie ir war geschehen, fieng sy an vnnd sprach: Ach, nun wolte got, das ich wider in meiner schlaffkamer wär! so bald sy die wort gesprach, fur sy durch die lüft vnd kam on allen schaden wider in ir schlafkamer. der künig vnd die künigin, auch alles hoffgesynn was von hertzen fro vnd fragten, wa sy doch gewesen wäre. sagt, sy wißt es nit. oder wo der abenteürer wär, der sy hyngefürt hett? sy sprach: Ich hab yn auf ainem baum gelassen, fragt mich nit mer, ich muß ruwen, wann ich byn ganntz blöd vnnd müd worden.

Nun mügen ir hören, wie es Anndolosia gangen ist. als er nun auff dem baum saßs vnnd sach, daz Agripina hinweg was mit dem seckel, mit dem hüttlin, dartzu mitt allen den klainaten, so er in dreyen grossen vnd mächtigen stötten auf bracht het, Mügen ir wol gelauben, das er auß der maßten hartt erschrocken sey, klam bald ab dem baum vnd sach den baum an vnnd sprach: verflucht sey der baum vnd die frucht, so darauff ist vnd der dich daher gepflantzet hat vnnd die stund, darinn ich kommen bin. er sach hin vnd her, wißt nit, wo er was oder wo hyn er gon solt, das er zu den leütten käme vnd fieng an zu sweren vnd zu fluchen vnd sprach: verflucht sey die stund, darinn ich geborn ward vnd die tag vnd stund, die ich ye gelebt hab. O grymer tod, warumb hast du mich nit erwirget, ee das ich in dise angst vnd not kommen byn? verflucht sey der tag vnd die stund, darinn ich Agripina zu dem erstenmal ansach! O almächtiger got, wie seind deine wunderwerck so groß, wie vermag das die natur, das so vnder ainem schönen weiblichen weibs bild so ain falsch vngetrewes hertz getragen werden mag? hett ich dir künden in das falsch hertz sehen, als ich dir vnnder dein schönes wolgestaltes angesicht sach, so wär ich in dise angst vnd not nit kommen. vnd gieng allso yetz hyn denn her vnd grißgramet vnd fieng an vnd sprach: Nun wölte got, das mein bruder in diser wilttnuß bey mir wäre, so wolt ich yn erwirgen vnd mich selber mit meiner gürtel an ainen baum hencken. so wir denn tod wären, hette doch der sekel kain kraft mer vnd möcht die alt künigin, die alt vnhold, vnd das falsch hertz Agripina kain freüd mer haben mit dem kostlichen klainat. vnd als er also hyn vnd her gieng, do ward es nacht vnd finster, das er nit mer gesach, vnnd legt sich nider vnder ainen baum, ruwet ain klayne weyl. er kund aber nit schlaffen vor angst, die er het, versach sich nit anders, dann er wurde in der wiltnuß sterben vnnd on alle gotzrecht verfaren, wann er wol sache, das kain weg da war, dabey man spüren möcht, daz yemant da gewandelt wär in langer zeit vnd lag da als ainer, der vertzweiflet vnd lieber tod gwesen, dann das er lenger gelebt het. Als es nun tag ward, stund er auff vnd gieng nötlich. er kund aber, noch mocht niemant weder sehen noch hören vnd kam also zu ainem baum, darauf stunden zumal schön rott öpffel. nun hungeret yn gar ser vnd übel vnd von hungers not warff er in den baum, das zwen groß öpffel herab füllen vnd die aß er also geend vnd als er die öpffel geeßsen het, do wurden ym an seinem kopff zway lange hörner wie ain gaiß hatt. do er die griff vnd auch den schatten sach, das er zway solliche hörner hett, fieng er an, lüff mit den hörner, styeß an die bäme vnd maint, sy herab zu stossen. das halff aber alles nit, lyeff allso vnder den hörnern vnd sprach: O ich armer eellender mensch, O ich armer vnglückhaftiger mensch, wie kommpt das, das souil menschen auff erdtrich seind vnnd nyemand hie ist, der mir doch hulf, das ich zu den leüten kommen möcht. vnd fieng an laut zu schreyen: o almächtiger got, o du künigin iunkfraw Maria, nun kommen mir zu hilf in disen meinen grossen nötten.

38. Als Andolosia vmb seinen sekel vnd hütlin kommen was, ym auch zway großse vngestaltte hörner auf dem haubt wuchssen, in grossem laid stund vnd wie ym ain wald bruder zuhilff kam, wider loß ward von den hörnern.

Vnd als er also iämerlich schray, das erhöret ain ainsidel oder waldbruder. der hett wol .xxx. iar in der wiltnuß gewonet, das er nye kain mensch gesehen hett, der gieng dem geschray nach vnd kam zu Andolosia vnd sprach: o du armer mensch, wer hat dich hergebracht oder was suchestu in diser wiltnuß? er sprach: lieber bruder, mir ist laid, daz ich ye herkomen bin, wann es ist mir übel gangen, fieng an vnd wolt jm vil sagen. do wolt er jn nit hören vnd sprach: ich hab in dreissig iaren nye kain mensch gesehen noch gehört. ich wolt gern, du wärest auch nitt da herkommen. Andolosia sprach: lieber bruder, mich hungeret so seer. habt ir nicht zu essen? der ainsidel furt yn in sein klausenn, darinn was weder brot noch wein vnd het nichts dann obs vnd wasser. des gelebet der bruder vnnd sach wol, das es nit speyß was für Andolosia vnd sprach tzu jm: ich will dich weißen zu kommen, da du speyß vnd tranck gnug findest. er sprach: lieber bruder, wie sol ich tun mit den hörnern, so ich hon? man wirt mich für ain mörwunder ansehen. Der bruder furt jn ainen klainen weg von seiner claussen vnd sprach: lieber sun (vnd brach ab aim anderen baum zwen öpffel) nym hyn vnd yße die. so bald Andolosia die öpffel aß, do waren ym die hörner ganntz verschwunden. do er das sach, fragt er yn, wie es zu gieng, das er so bald die hörner überkommen het vnd so bald wider daruon kommen wär. der bruder sprach: der schöpffer, der himel vnd erd beschaffen hatt vnd alles so darinnen ist, hat auch dise bäm erschaffen vnd geschöpfft vnnd yn die natur also gegeben, das sy solliche frücht bringenn vnnd ist auch ir geleich auff allem erttrich nit, dann allain in diser wildtnuss. Anndolosia sprach: O lieber bruder, erlaubent mir, das ich von disen öpflen müg etwann manigen nemen vnnd mit mir hynweg tragen. Der waldbruder sprach: lieber sune, nym was dir eben ist, frag mich nit, sy sind nit mein. Ich hab gantz nichts aigens, dann ain arme sel. wo ich die dem schöpfer, der mir sy geben hat, wider kan antwurten, so hon ich wol gestritten in diser welt. ich kan an dir wol mercken, das dein synn vnd gemüt swärlich beladen vnd vmbfangen ist mit zeitlichen vnd tzergengklichen sachen. schlach sy auß vnnd kere dich zu gott, es ist ain grosser verlurst vmb ainen klainen wollust, so er hatt in disem zergengklichen vnnd kurtzen leben. dise wort giengen Andolosia gantz nichts zu hertzen, gedacht als an seinen großsen schaden vnd gewan etwann manigen apfel, daruon dann die hörner wuchßen, vnd nam auch etlich der öpffel, die dy hörner wider vertryben vnd sprach zu dem bruder, das er yn durch die eer gotes weysset auff den weg, das er käm, da er zu essen funde, wann er in zwayen tagenn nichts geessen hett, dann die vier öpffel: vnd ob ich mer püren oder öpfel gnug fund in diser wiltnus, so törst ich der andren frücht nit essen. der bruder furt jn auff ainen weg vnnd sprach: nun gang den weg gerad für dich, so kommestu an ain braittes wasser, das ist ain arm von dem spaniolischen mör vnd wenn du dar an kommpst, ist denn wasser da, so wart, gang nit daruon, wann es ist ain flutt vnd wirtt trucken vnnd so bald es trucken wirtt, so heb dich auff vnd gang eylenntz gen ainem hohen turen, den du wol sehen wirst vnd saum dich nit lang, das dich die flut nit begreiffe oder du müßtest darinn beleiben, vnd wenn du zu dem mör kommest, nit verr daruon, so findest du ain gut dorf, darinn ist brot, flaisch vnd andere leibliche speiß. Er dancket dem bruder fast vnd vleissiklich vnd nam von ym vrlob vnd thet, wie er yn gehaißsen het vnd kam mit allem lieb über die flut zu dem turen und zu dem dorff. da aß er vnd tranck vnd bracht den leib wider zu krefften, der doch swach vnd blöd was.

Vnd als er nun zu ym selb kam, do fragt er, wo er den nächsten gen Lunden in Engeland käme, ward ym gesagt, wie es noch ain verrer weg wär, vnd wär noch in Hybernia. so müßt er durch das künigreich Schotten, denn so hub erst Engeland an, so leg Lunden weit im land. Do Andolosia hort, das er so verr von Lunden was, ward er vnmuttig vnd het nit gemaint, das er zehen meil von Lunden wäre gewesen. Auch so was ym layd vmb die öpffel, so er trug, wann er besorget, solt er lang vnderwegen sein, die öpffel wurden schaden nemen oder möchten faulen. vnd als die leüt marckten, das er gern gen Lunden wär gewesen, do weißten sy yn in ain grosse stat nit verr von dannen, die lag an dem mör vnd was ain port des möres, da schiff von Engeland, Flandern vnd von Schotten hyn kommen vnd da selbst fand er schiff, die yn gen Lunden furten. Er hub sich bald auff vnd kam in die stat, da er hyn gewisen ward vnnd fand da zu seinem glück ain schiff, das was von Lunden, da er auff sass vnd fur vnd kam gelücksamigklich vnnd mit allem lieb dahyn. vnd als er nun gen Lunden kam, ließ er ym das ain aug verleymen vnnd satzt auf ain gemachtes hare, dardurch er gar unbekannt was, vnd nam ain tischlin, satzt sich für die kirchen, da er wol wißt, das Agripina, die iung küngin, hinein geen wurd vnd legt die öpffel auff ayn schön weyß tuch vnd ruft: öpffel von Damasco! vnd wenn man jn fragt, wie er ainen gäb, so sagt er: vmb drey cronen, so gieng yederman daruon. jm wäre auch laid gewesen, das sy yederman kauft het. vnd also in dem so kommpt die künigin mit iren iunckfrawen vnnd dienern vnd ir kamermaisterin mit ir. do ruft er aber: öpffel von Damasco! die künigin sprach: wie gibst du ainen? Er sprach: vmb drey Cronen. Sy sprach: was künden sy doch, das du sy so teür gibst? Er sprach: sy geben ainem menschen schöne vnd darzu scharpfe vernunft. do daz die iung künigin Agripina hort, do befalch sy irer kamermaisterin, das sy zwen kauffet, als sy auch thet. Andolosia legt seinen kram wider ein, wann jm wolt niemandt meer abkauffen vnd als aber die kunigin haim kam, baitet sy nit lang vnd aß die zwen öpffel, vnd so bald sy die geessen het, von stunden an wuchssen ir zway grosse hörner mit ainem grossen haubtwee, daz sy sich legt auff ir bett. Do aber die hörner auf ir stat geschossen warn vnd ir das haubtwee gelegen was, stund sy auff, gieng für ainen spiegel, so sy hett in ir kamer, vnd do sy sach, das sy also vngestalter vnd hoher hörner zway het, fiel sy bald mit iren baiden henden daran vnd maint sy von dannen zu reissen, das aber nit gesein mocht. do rust sy zwaien edlen iunkfrauen. do sy die künigin also sahen, erschraken sy ser vnd gesegneten sich, machten vil creütz vor ir, als ob sy der böß gaist wär. die künigin was so ser erschroken, das sy nit reden kund. sy sprachen: o gnädigste künigin, wie ist das zugangen, das eüer adelichen person ain sollich vngestalt entpfangen hat? sy antwurt ir, sy wißt es nitt. Ich haltt, es sey ayn plag von gott oder aber es kommet mir von den öpflen von Damasco, so mir der vngetrew s kramer tzu kauffen gegeben hatt. Nun helffent vnnd radten, ob ir mir der hörner möchten abhelffen. die mägt zugen vast daran. die hörner ragten sich aber nit. do brachten sy ain sail vnnd bunden das an die hörner vnd zugen sy über ain stangen auf vnnd hauchten sich vnden an ire füße in der hoffnung, sy wolten ir die hörner auß dem kopff zerren, das laid sy gar gedultigklich. als sy aber sach, daz sy so vest stunden vnd kayn bewegen nit helffen wolt, ward sy ye lenger ye mer bekümeret vnnd sprach: O ich ellende creatur, was ist mir nun nütze, das ich aynes künges tochter vnnd byn die reychost junckfraw, so auff erden lebt vnnd den preiss von schöne über andere weyber hab, Vnnd nun aber yetzund ainem vnuernünfftigen tier geleich sich! o, das ich ye geporn warde! kan man mir nitt der vngestalt abhelffen, So will ich mich selbs in der Dynis, das ist ain groß schiffreiches wasser, so an dem pallast hyn fleüßt, ertrencken, wann ich mag nitt gesehen werden. ir oberoste iunckfrauw aine fieng an sy zu trösten vnd sprach: gnädige künigin, ir solt nicht also verzagen. hond ir die hörner also künden überkommen, so steet auch darauf, das sy wider künden hynweg geen. Auch so solt ir eüch verhaissen gen vnser lieben frauwen Vestminster, die grosse wunderzaichen thut vnd gen Sant Thomas gen Candelberg vnd dahyn ewer opffer senden. die mügen eüch umb gott erwerben, das ir wider werden wie vor. dartzu so seind tzu Lunden souil wol vnd hochgeleert artzet, kan hartt gesein, sy wissen vnd finden geschriben, auß was vrsprung sollich gewechß entspringt vnd war mit solliches vertriben mag werden. die red genieten ir wol vnd sprach: so sagen niemant daruon, vnd ob yemant mir nach frag, so sprecht, ich sey nit stark vnd wöll niemand zu mir lassen, vnd ließ zurichten guldine, kostliche opffer vnd santt die, da sy es dann verhayßsen hett. vnnd die alt, ir kamermagt, het auch frag bey den artzten vnd legt yn für, wie das ain person, ir angeborner freünd, dem wären zway hörner gewachssen, ob die zuuertreiben wären oder nit. do die ärtzt das horten, nam sy wunder, das ainem menschen solten zway horner wachssen, vnd ain yeder begert mit grosser begird, das mensch zusehen. die magt sprach: ir mügen die person nit gesehen, ir wissen ir dann zu helffen, vnnd wer das künd, dem wurd wol gelonet. Ir kainer was so behertzt, das er sich getörst vnderston, die hörner zu vertreiben, sy hetten es nye mer gehört, gelesen noch gesehen. Vnd do die artzt der magt die sach also gantz abslugen, ward sy anmutig, het gern gute mer haym bracht vnd als sy aines artzts gar verzweiflet, wider zu hoff kort vnd haim geen wolt,

39. Wie sich Anndolosia tzu ainem artzt verstellet, der künigin ain tail die hörner hynweg tryb vnd dardurch sein hütlin vnd seckel wider erobert.

Da het sich Andolosia auch angemachet als ain artzt mitt ainem hohen rotten byrreet vnd het ainen rotten rock von scharlach an gethon vnd ain grosse nasen vnnd etlich farb an gestrichen, das yn niemandt kennen kund, der yn vor wolbekant het, fieng an vnd sprach zu ir: liebe schaffnerin, ich hab eüch gespürt, das ir in dreyer heüßer doctor der artzney gegangen seind, haben ir radt bey yn funden nach eüwerem begern? vnd zürnent nit, das ich eüch frag, wann ich byn auch ain doctor in der artzney. vnd ligt eüch etwas an, das mügen ir mir zu erkennen geben. es müßt gar ain frembder oder grosser gebrest sein, den ich mit der hilff gots nit wisse zuuertreiben vnd den menschen daruon gesund zumachen. Die hoffmaysterin gedacht, gott hette ir den doctor tzugewisen vnnd fieng an vnnd saget ym, wie ain namhaffte person wär, der wäre ain seltzamer schade tzu gestannden vnd zway lannge hörner auß dem kopff geschossen, die sähen gaißhörnern geleych, vnnd das bekümmerete die person so hartt, das daruon nit zu sagen wär. vnd wissen ir der person zuhelffen, so wurde üch wol gelonet, wann sy hat kainen gebresten an gelt noch gut. Andolosia, der nun ain artzt vnd ain doctor worden was, fieng an gar gütlichen zulachen vnd sprach, die sach waiß ich vnd die kunst kan ich, die hörner zuuertreiben on alles wee, doch so muß es gelt kostenn, wann man muß gar kostlich ding dartzu brauchen. ich wayß auch die vrsach, von wannen solliche hörner enntspringen. Sy sprach: Lieber herr doctor, wo von kommpt das wunderbarlich vngewächße? Der doctor mit der grossen nasen sprach zu der alten kamerin: es kommet von dem, so ain mensch ainem andern menschen ain grosse vntrew thutt vnnd sich größlichen der boßhaitt erfrewet, die selben freüd nit offenlichen getar volbringen, so muß es durch etlich weg außbrechen vnd es gerat ainem menschen wol, dem es oben auß stosset, wann, wo es sunst außbräch, so sturbe der mensch vnnd maniger mensch stürbt, dem nichtz gebrochen hat, vnd nyemant waißt, wo von er gestorben ist. vnd der aynen sollichen menschen auff schnidt, so funde man hörner in ym ligen, die sich nit hetten künden schicken zu dem rechten außgang vnd stossen also das hertz oder andere gelider durch, darmit der mensch stürbt, vnd ist noch nit zway iar, do ich an des künigs hoff von Hyspania was, do hett ain mächtiger graf ain schöne tochter gantz von zarter complexion, der warn zway grosse hörner geschossen, die ich ir gantz vertriben hab, wann all ander artzt an den hörnern vertzaget hetten. Vnnd do die hoffmaisterin die red von dem doctor vernommen hett, fragt sy, wo er zuhauß wär, so wolt sy bald tzu ym kommen. Er sprach: ich hab noch kain hauß bestannden. Ich byn erst bey drey tagen herkommen vnd byn zu herberg zu dem schwan, da mügen ir mir nachfragen. man nennt mich den doctor mit der grossen nasen, wiewol ich ainen andren namen hab, yedoch so kennt man mich also allerbaßst. Die hofmaisterin gieng bald haim mit grossen unsäglichen freüden zu der betrübten künigin vnd sprach: gnädige künigin, seynd frölich vnd gehabt eüch wol, ewer sach würt bald gut vnd sagt ir, wie sy die drey doctor vngetröstt hetten geen lassen, vnd darnach hette sy ainen funden, der hette sy wol getröst vnnd sagt ir alle ding, wie dann der doctor mit ir geredt het vnd wie er ir wißset zu helffen, wie er auch ainer gräffin geholffen het. Er hat mir auch gesagt, auß waß vrsach solliche hörner enspringen, das ich jm doch vast wol glauben mag. Die traurig künigin auff dem bett lag vnd schämet sich so hart, das sy sich selber nit mocht an sehen, noch wolt, das sy ire mägt ansehen, vnd sprach zu der hofmaisterin: warumb hast du den doctor nit mitt dir bracht, so du waist, das ich der hörner so geren abkäme? Gang wunder bald vnd bring yn, sag ym, das er mit jm bring, was gut tzu der sach sey vnnd nichts spar, bringe ym auch hyemitt hundert Cronen. bedarffe er meer, so gib jm als vil vnnd er begeret. die hoffmaisterin verstellet sich in vnbekannte klayder, gieng, da sy den doctor fand vnd gab ym hundert cronen vnd sprach: nun braucht fleiß, wann zu der person, da ich eüch zu füren will, müssen ir nur tzu nacht kommen vnd es nyeman sagen, wann ir aigne muter vnd vater wissen es nit. der doctor sprach: der sachen halb seind sicher. es soll von mir nit außkommen vnd will mit ewch geen. Doch so mußs ich vor in die appoteck vnd kauffen, das mir nodt wirt seyn tzu brauchen. Also mügen ir da harren oder über zwu stund wider kommen, sy sagt, sy wölt auff yn warten, wann sy törst nit on yn kommen. also gieng der doctor mit der grossen, vngestalten nassen in ain appoteck vnd kauffet ain wenig reubarbarum vnd lyeß da ainen halben apffel mit tzucker vnnd reubarbaro überziehen, thet dartzu vast wolsmeckent ding, die lieblich zu schmecken vnd zu essen waren, kauffet auch in ain büchssen ain wenig wolschmeckender salben vnd nam zu ym gutten bysem vnd kam wider tzu der hoffmaisterin.

die furt jn bey der nacht zu der künigin, die lag auff irem bett hynnder den vmbhenngen. sy entpfienge yn gar vnmächtigklichen, als ob sy gar schwach wär. der doctor sprach: gnädige fraw, gehabt üch wol. mit der hilff gots vnd meiner kunst sol ewer sach bald gut werden. Nun richten eüch auff vnd lassen mich greyffen vnd sehen ewern gebrechen, so kan ich eüch desterbaß gehelffen. Agripina schamt sich ser, das sy die hörner solt lassen sehen, doch so satzt sy sich auff das bett. Der doctor griff die hörner dapffer an vnd sprach: man muß haben an ain yedes horen ain seckle von böltz auß ainer affenhaut also warm, wann ich wil sy salbenn, so muß man sy vast warm haltten. Die hoffmaisterin bestellet bald, das ain altter off am hoff abgetött, auß gezogen vnd die haut gebracht ward, zway säcklin gemacht nach des artzetz radt. als die gemacht waren, fieng der artzt an vnd salbet ir die hörner gar wol mitt dem affenschmaltz, das auch ain außbund ist tzu solichen schäden, vnd als er sy gesalbet het, zoch er ir die höltzin säcklach darüber vnd sprach: gnädige fraw, das ich yetzund den hörnern gethon hab, das wirt sy lind machen vnnd müssen durch stulgenng vertriben werden. darumb so hab ich ain confect mitt mir bracht, das werden ir essen vnd darauf ain schläflin thun, so werdenn ir gewar, das sich die sach zu besserung schicken wirt.

40. Wie Andolosia ongefärd sich bucket, sein pyreet auff zuheben vnd sein wünschhütlin findt.

Agripina thet als ain krancke, die gern genesen wär vnd das ir der doctor gab, was ain halber apfel der öpfel, die dy hörner vertreiben. als sy den geessen het vnd nun schlieff, do ward die trafft des reubarbaro in irem leib würcken vnd sich zu dem stul treiben vnd do sy nun widerumb an ir bett kam, Sprach der doctor: lassen vns besehen, ob die artzney icht zu gutem gearbait hab vnd griffen oben an die höltzin säcklach. do waren die hörner vmb daz viertail geschwunden. Agripina was aber den hörnern so veynd, das sy die nit torst angreiffen. doch do man ir sagt, wie sy geschwunden wären, griff sy daran, vnd befand fast wol, das sy klainer vnnd kurtzer waren worden, des sy sich ser erfrewet vnd bat den doctor, das er vleyß brauchet. Er sagt: noch heynacht komme ich wider vnnd bring aber, was not ist, gieng aber in die appoteck vnnd ließ ym mer ainen halben apffel über tziehen vnnd ym ainen andern geschmack machen, ward aber bej nacht zu der künigin gefürt vnd thet dem gleich, sam er nit wißt, wo er wär vnd thet, wie er die anderen nacht gethon hett, salbet ir die hörner vnd ließ die säcklin klainer machen, das sy den hörnern wol anlägen, gab ir das confect vnnd do sy geschlieff vnd aber ir stulgeng gehabt het, besahen sy zu den hörnern, do warn sy aber fast geswunden vnd halb hinweg gangen. het sy sich vor vast gefreüwet, sy frewet sich yetz noch mer vnd bat den doctor, das er nit ablyeß vnd sich in der sach arbaittet, sy wölt ym seiner arbait wol lonen. sagt er, wie das er wöllt das best thun vnnd wie er die zwu nächt geton het, also thet er auch die dritten. Als er nun bey ir sass, gedacht er ym: was mag sy mir zu lon wöllen geben? ob sy mir schon zway oder dreü tausent Cronen gibt, daz doch ainem yeden doctor in der artzney ain großser lon wäre, noch dannochtt so ist es gar vntzalbärlichen tzu schätzenn gegen dem, so sy von mir hatt, vnd Ee das ich die hörner gar vertreib, so will ich mit ir reden vnd ir sagen mein mainung. will sy es nit thon, sy sy dann mainet, ich werd ir die hörner gar vertreiben, will ich ir ain confect machen, das sy ir wider so lang werden wie vor vnd denn in Flandern faren vnnd ir enbietten, wölle sy der hörner abkommen, das sy tzu mir komm vnnd mitt ir bring, das ich ir anmut. Als bald sy erwachet, will ich sprechen: gnädige fraw, ir sehend wol, wie sich ewer sach vast beßsert. Nun ist es erst am bösten vnd künstlichesten, die hörner auß der hyrenschalen zutreiben, da sondere grosse vnd köstliche stuck zu gebraucht werden müssen, die auch vil gelts kosten, vnd ob ir darab ainen vnwillen welten enpfahen, so müßt ich die sach lassen steen, als sy steet, vnd als ich ain doctor in der ertzney bin vnd ir villeicht vermaint, mich mit ainem klainen gelt außzurichten, des will ich ain wissen haben. Wissen, das ich auch byn doctor in der Nigromancia, das ist in der schwartzen kunst vnnd hon den bösen gaist besworen, daz er mir radt, was ich für meinen lon vodren söll. der sagt, ir habenn zway klainat, das ist ain sekel vnd ain hütlin, der aines soll ich begern. versicht er sich, ir geben mir das hütlin vnd solt mir dartzu geben alle iar, das ich ainem herren geleich leben müg.

Vnd die weil er ym das gedacht, also fürtzunemen, kam die hofmaisterin mitt ainem liecht vnd wolt besehen, was die künigin thätte. do schlieff sy noch. Der doctor het sein bareet abgetzogen, das empfiel ym vnnd als er sich bucket vnd das bareet auff heben wollt, so sicht er vornen vnnder der bettstat das wünschhütlin an der erden ligen, darauff nyemand kayn acht hett, wann niemant die tugent von dem hütlin wisset. Die künigin wisset auch nitt, das sy auß der wiltnuß durch krafft des hüttlins wider haim kommen was. Mügt wol gelauben, het sy die kraft des hütlins gewißt, sy het es an ainen andern nagel gehenckt. Allso sandt der doctor die hoffmaisterin nach ainer büchßen, da artzney innen was. die weil sy die büchßen hollet, hub er bald das hütlin auff, mit grosser eyl vnd grossen freüden behült er das vnder seinen rock vnd gedacht: künd mir der sekel och werden! in dem erwachet die künigin vnd legt sich schon an. der doctor tzoch ir die säcklin ab den hörnern, da waren sy vast klain, des sich die künigin ser freüet, die hoffmaisterin sprach: es ist noch vmb ain nacht zu thun, so sind ir gar genesen, so kommen wir och des angeschaffnen doctors ab mit der wüsten nasen. er möcht ainer all mann erlaiden. Als nun ym der doctor fürgenommen het mit Agripina zureden, wie er zwifach doctor wär, das lyeß er fallen, do er daz hütlin het vnd sprach: gnädige fraw, ir sehen wol, wie sich eüer sach so fast gebeßseret hatt. Nun ligt es allermaist erst an dem, die hörner auß der hirenschalen zutreyben. do gehören köstliche sachen zu vnd wo ich sy nitt hye finde, so muß ich selbs darnach rayßen oder aber ainen doctor darnach senden, der sich der sach verstand, wie ich yn dann beschaiden wurd, darüber vil gelts geet. Auch so wolt ich gern wissen, was ir mir tzu lon geben wöllt, wenn ir der hörner gar abkommen vnnd ewer kopff so glatt wirt als er ye gewesen ist. Die kunigin sprach: ich befind wol, das eüer kunst gerecht vnd gut ist. ich bitt eüch, helffen mir vnd sparen kain gelt. Der doctor sprach: ir sagen wol, ich söl kain gelt sparen. ich muß wol sparen, so ich kaines hab.

41. Wie Andolosia die künigin Agripina mit sampt dem seckel zu dem andern mal hynweg furt.

Agripina was karg, wiewol sy den seckel hett, den man nicht erschöpfen mocht vnd gieng gemachsam über die truhen, so dann bey ir bettstat stund, darinn ir allerliebste klainat vnnd auch der seckel was, an ainer starcken gürttel gebunden. den gürtet sy vmb vnd gieng hynfür tzu dem tisch, so bey aim schönen fenster stunde, fieng an zu zelen vnd als sy bey dreühundert cronen gezelt het, suchet der doctor vnder seinem rock, als ob er ainen seckel suchen, darein er das gelt tun wölt, tet, als ob er das gelt wölt fassen vnd erwüscht sein hütlin, warf das byrreet hin, satzt das hütlin auf vnd fasset die künigin, wünschet sich in ainen wilden wald, da kaine leüt wärn, vnd wie er das wünschet, also geschach es von stunden durch die kraft des hütlins.

als nu Agripina hinweg gefürt was do lieff die alt hoffmaisterin tzu der alten künigin, ir muter, vnd sagt ir, wie das Agripina aber hynweg wär gefürtt worden vnd wie es ir ergangen was mit den hörnern vnd mit dem artzt, Auch wie sy vnnd der artzt mitt ainander hynweg gefaren wären. Des erschrack die künigin, ir muter, doch gedacht sy: wie sy das nähstmal bald ist wider kommen, also wirtt villeicht yetz auch beschehen. dartzu so hat sy den seckel mir ir hyn, das sy gelts genug hat, manigklich wol belonen mag, das man ir wider her hilfft. Do sy also den tag vnd die nacht warteten vnnd sy nit herwider kam, ward es die künigin (als ain mutter) behertzigen, das sy vmb ir schönen tochter allso solt kommen sein, gieng mit traurigem hertzen zu irem herren künig vnd sagt ym alle ding, wie es ir ergangen was vnd wie sy der doctor vnd artzt hynweg gefürt het. Der künig sprach: O, das ist ain weiser doctor. er kan me dann ander doctor. es ist nyemant dann Andolosia, den ir so falschlichen betrogen haben. Ich kan wol betrachten, das der, der ym sollich gelück verlyhen hatt, er verleich ym auch weißhait, wenn er vmb den seckel käme, das er ym müßt wider werden. Das gelück will, das er den seckel habe vnnd sunst nyemmant, vnd wenn das gelück wölt, so hett ich oder ain anderer auch ainen solchen seckel. Vil mann seind in Enngeland vnnd ist nur ain Künig darunder, das byn ich, Als mir von got vnnd dem gelück solliches verlihenn ist. Vnnd allso ist auch Andolosia verlihen, das er allain den seckel haben soll vnd sunst nyemant. hett wir nur vnser tochter wider! die künigin sprach: gnädiger herr, tun so wol vnd senden boten auß, ob man jendert künd erforschen, wo sy wäre, das sy nit in ellend vnnd armut käme. Der künig sprach: Ich sende kainen botten auß, wann es wär vnns ain schand, das wir sy nit baß versorget hetten.

Als nun Andolosia in dem wilden wald vnd wüstin, da kaine leüt waren vnd Agripina allain was, warffe er den doctor rock gar vntugentlich von ym nider, thet auch die grossen, wüsten naßen von ym vnd tradt fräuenlichen gegen der schönen Agripina. behend erkannt sy, daz er Andolosia was, vnd erschrak von gantzem hertzen, das sy nit reden kund, wann er hett die augen im kopff verkert vnd grißgramet vnnd hett sich verwegen, er wurde sy geleich ertödten. bald nam er ain messer vnnd schnaid ir den gürtel von dem leib. jm was so gach, das er die gürtel nit aufgürten wolt vnd nam den seckel ab der gürtel vnnd warff die gürtel gar vntugentlichen verr hindan, bryß sein wammass auff vnd stricket den seckel an das ort, da er yn allweg gehebt het. das alles sach die arm Agripina, die da saß vnd von not vnd angst, darinne sy was, erzütteret ir schöner leyb als ain öspins laub, das mit wind vmbgeben ist. Andolosia fieng an gar auß grossem zoren tzureden vnnd sprach: O falsches, vngetrewes weyb, yetz bist du mir zutail worden, yetzund wil ich solche trew mit dir tailen, als du mitt mir getailt hast, do du mir den seckel abtrantest vnnd ainen vntugentlichen seckel an sein stat stricktest. ytzund sichst du, das er wider an sein alte stat kommen ist, ytzund nym zu hilff vnd radt dein muter, dein alte hoffmaisterin vnd haiß dir gutt getranck geben, damitt du mich betriegest, vnd zwar wärn die vnholden bayd bey dir, so hulf sy all ir kunst nit, daz sy den seckel mer von mir brechten. o Agripina, wie mochtestu es am hertzen gehaben, mir solliche grosse vntrew zu erzaigen, so ich dir so trew was! Ich hett mein hertz, mein seel, leib vnd gut mitt dir getailt. wie mochtestu es an deinem hertzen hon, ainen so manlichen ritter, der da alletag durch deynen willen stach, scharpff rant vnd alle manliche ritterspil getriben hat, in so grossen armut richten vnnd kainerlay erbärmd hast mit mir gehebt, sonder der küng vnd die künigin mit mir getriben haben iren spot vnd faßnachtschympff, das mir noch vnuergessen ist in meinem hertzen, wann durch das übel, so du an mir volbracht hast, was ich in ain vertzweyflung kommen vnd wolt mich selbs erhangen haben, dann das mir Maria, die mutter gots, mit iren gnaden in der bößen anfechtung zuhilf kam, der ich auch trewlich dienen will biß an mein end, vnnd wo ich sollichs gethon hett, so wärest du doch ain vrsach gewesen, das ich vmb sel vnd leib, eer vnd gut kommen wär. vnnd do du den tugentreychen seckel in deinem gewalt hettest vnnd dir wol gesagt warde, das ich gantz nichts het, meine knecht all von mir lassen, allain mußt hynweg reütten, du hettest mir vngern ain zergelt gesant, das ich ain wenig eerlich hett mügen haimkommen zu meinen freunden. Nun sprich selb vrtail: ist nit billich, ich habe mitt dir erbärmbde, als du sy mitt mir gehabt hast? Agripina, die alles erschreckens vol was vnnd nit wisset, was sy sagen solt, sach auff gen hymel vnd mit erschrockem hertzen fieng sy an tzureden vnnd sprach: O tugentreicher, strenger ritter Andolosia, ich bekenn, das ich vneerberlich, groß vnd schwär wider eüch gethon hab, bitt üch, ir wöllen ansehen die blödigkait, vnwissenhaitt vnd leüchtmütikait, so dann von natur mer in dem geschöpfft der weiber ist, in den iungen vnnd in den altten dann in mannlichem geschlecht, vnnd wöllen mir die sach nitt in das ergest keren vnnd eweren zoren gegen mir armen tochter hynlegen. thund gut wider übel als dann ainem strengen, ersamen ritter wol zimmet! Er antwurt ir vnd sprach: der schab, schand vnnd laster, so mir von eüch zugestannden ist, ist noch so gross in meinem hertzen, das ich eüch vngelötzt nit kan lassen. Sy antwurtt vnnd sprach: O Andolosia, bedenckt eüch baß, was vneere wurde man von eüch sagenn, das ir ain armes weibs bilde, so ir allain in ainer wilde vnd als ainen gefangen wurden lötzen. tzwar wo man es von eüch wurd sagen, das wäre ewer strengen ritterschaft ain schand. Andolosia sprach: wolhyn, ich wil meinem tzorn widersteen vnd verhaiß dir bey meiner ritterlichen trew, das ich dich nit wil lötzen weder an deinen eern noch an deinem leib. Du hast aber noch ain zaichen von mir, das mustu byß in dein grub von meinen wegen haben, darmitt du mein ingedenk seyest. Agripina was so in grosser angst vnnd sorg ires lebens, das sy der hörner, so ir noch auff dem haubt stunden, gantz vergessen hett. Do aber Andolosia sy gesicheret ires leybs vnnd Eer, kam sy noch baß zu ir selb, fieng an vnnd sprach: O wollte gott, das ich meiner hörner lödig wäre vnd wäre in meines vaters pallast! Do Andolosia hort, das sy anfieng wünschen, lag das hütlin nit verr von ir, do lüff er bald vnd zucket es, wann, het sy es auf gehebt, so wär sy aber haym kommen vnd nam das hütlin vnd stricket es hart an seinen gürtel, Darbey Agripina wol mercken kund, das ym das hüttlin auß der massen lieb was vnnd durch krafft des hüttlins sy allso zway mal weg gefüret was worden, grißgramet in ir selbs vnd gedacht ir: nun hastu die baide klainat in deinem gewaltt gehebt vnd hast sy nit künden behaltten, vnd torst iren zoren Anndolosia nit lassen mercken, dann sy fieng an vnnd bat yn gar früntlich, das er sy der hörner gar ledig machte vnd sy irem vater wider haim furte. Er sprach: kurtz ab, du must die hörner haben, weil du lebst. Aber ich will dich geren füren zu deines vaters pallast, so nach, das du den sehen magst, Aber darein komm ich nit mer. sy bat yn zu dem andern vnd zu dem dritten mal. Es halff alles nit.

42. Wie Andolosia die iungen künigin in Hybernia in ain frawen closter thet vnd sy da selbst der äbbtissin befalch.

Do Agripina sach vnd marckt, das kain bitten an ym meer halffe, sprache sy: Muß ich dann die hörner also haben vnd so vngestalt sein, so beger ich nit wider kommen in Engeland, auch daz mich kain mensch nimer gesehe, das mich kenne, weder vatter, mutter, noch ander. darumb so fürt mich an ain frembds end, da mich nieman erkenne. Andolosia sprach: dir wäre nyendert baß dann bey vatter vnd muter, dem künig vnd der künigin. das wolt sy ye nit vnd sprach: fürt mich in ain closter, das ich von der welt geschaiden sey. Er sprach: begerest du das vnd ist dir der red ernst? sy sprach: ja. also ruft er sich vnd furt sy in Hybernia, ist gar nach am end der welt vnd nit weit von Santt Patricius fegfeür auf dem veld verr von den leüten, ist ain großs vnnd schönes frauwen closter, da nicht dann edel frawen jnnen seind. da ließ er sy auf dem veld allain sitzen, Gieng in daz closter zu der äbtissin vnd sagt ir, wie er ain ersame vnd edle tochter mit ym gebracht het, die schön vnd gesund, dann das ir ettwas an irem kopff gewachssen wäre, des sy sich schamtte vnnd nit bey iren freünden beleyben wölt, begert an ainem ort zu sein, da sy nit bekant wurd. vnnd wolten ir die allso auffnemen, so wolt ich ir die pfriend drifach betzalen. die äbtissin sprach: wer dise pfryend haben wil, der muß zwaihundert cronen darumb geben, wann ich halt ainer yeglichen ain magt vnd gib ynen, was sy bedürffen. vnd also wöllen ir die pfriend drifach betzalen so bringen sy her. Anndolosia gieng vnnd brachtt Agripina zu der äbtissin. die enpfieng sy, sy dankt ir gar züchtigklichen vnd naigt sich so schon, das die äbtissin wol sach, das sy von edlem stammen geboren was, vnnd geuiel ir auch vonn gestalt vast wol, erbarmet sy, das die wolgestaltt tochter die verfluchten hörner solt auff dem haubt haben vnd sprach: Agripina, begerest du hye in disem closter dein wonung zuhaben? sy sprach gar demütiklich: ja, gnedige fraw äbtissin. Sy sprach: so würst du mir gehorsam sein vnd zu mettin vnd zu allen zeitten in den chor geen vnd was du nit kanst, das du das lernen wöllest, dartzu so ist diser orden nit hörter, wöliche in ainen andern orden oder ainen Eeman nemen will, das mag sy thun, doch das geltt, so man vmb die pfrient gibt, was daz ist, gibt man niemant wider. Agripina sprach: genädige fraw, was eüers ersamen closters sytt vnnd gewonhait vnd alt herkommen ist, das soll von meinent wegen nit verendert noch zerstört werden. Also zalt Andolosia der äbtissin sechßhundert cronen vnd bat sy, das sy ir Agripina ließ beuolhen sein, das sy ym aigentlich zuthun zu saget, wann sy gantz fro was, das sy souil bar gelts entpfangen het. vnd nam Andolosia vrlob vonn der äbtissin, die vonn geburt ain gräffin was. die sprach zu Agripina: gang, gib deinem freund das gelait. vnd also gieng er hynweg vnd do sy zu der porten kamen, sprach er zu ir: Agripina, nun gesegen dich got vnd gott wölle, das du lang gesund beleibest vnd in disem closter ewige freüd erwerbest! sy sprach: amen, das werd war! Fieng an, jämerlich zu wainen vnd sprach: O tugentreicher, strenger ritter, ir haben eüern willen vnd hertikait an mir armen tochter wol volbracht. Nun ist das iar lang vnd der tag vil vnd die stunden vngleich, ich hon ain groß vertrawen zu gott, es komme noch ain glückhafftige stunde, darinnen eüer edels hertz bewegt werde zu gütigkait, vnnd eüer synn vnd gemüt vmbgeben mit barmhertzikait. denn gedencken an mich, eweren gefangnen in diser ainöde vnnd tailen mit mir barmhertzigkait vnnd erlödigen mich, wann ich weder gott noch der welt dienen mag, so vnwillig byn ich der hörner. Anndolosia giengen die wortt zu hertzen vnd gab ir kain antwurt, dann das er sprach: was got wöll, das beschech! vnd gienge damitt sein straßse. Die betriebt Agripina schloß die porten zu vnnd gieng zu der äbtissin, die gab ir ayn kamer ein vnnd ain magt tzu, die ir dienett, darinne sy vast allein was vnnd dienet got, so sy best mochtt, wie wol ir gemüt nit bey dem gebeet was.

Als nun Andolosia vonn Agripina schied, was er ain frölich man, satzt sein hütlin auff vnd wünschet sich von ainem land zu dem andren, biß er kam gen Prugl in Flandern, da dann alle kurtzweil ist von schönen frawen vnd andern sachen, vnd ergötzett sich seines vnmuts, so er dann gehebt het vnnd rüstet sich wider gar eerlich tzu vnd kauffet viertzig schöner pferd vnd dinget dartzu vil guter knecht, klaidet die all in ain farbe, fieng an wider zu stechen vnd ritterlich sachen zutreiben vnd rait durch Teütschland vnd besach die schönen stött, so in dem Römischen reich ligen vnd rait do gen Venedig, Florentz vnd Janua vnd sendet nach den abenteürern, den er die klainatt abkaufft het vnnd betzalet die alle bar, saß darnach mit pferden vnd knechten in ain schiff vnd fur mit freüden wider zu hauß gen Famagusta zu seinem bruder. der enpfieng jn gar schon vnd gefyel ym wol, das er so herrlich geritten kam vnd als sy geessen hetten, nam Ampedo seinen bruder Andolosia vnd furt jn in ain kamer vnd fraget yn, wie es gangen wäre. Do saget er ym alle ding, wie er vmb das hüttlin auch kommen was tzu dem seckel. Ampedo, der erschrack so ser, das er nider sanck vnd ym geschwand, do er hort, das das hütlin zu dem seckel verloren was vnd het yn nit gar lassen außsagen, vnd Andolosia labet seinen bruder vnd als er wider zu ym selbs kam, fieng er an tzu sagen, er wär ain mal darumb kommen vnnd het sy aber bayde mit lüsten überkommen. darumb, so biß nit so traurig vnnd band den seckel ab dem wämmaß, tzoch das hüttlin auß ainem watsack vnnd leget ym die baide für vnd sagt zu ym: lieber bruder, nun nym die klainat bayde vnnd laße dir wol mitt sein, hab freüd nach deines hertzen lust, das will ich dir von hertzen wol vergunnen vnnd wil dir nichts darein reden. Ampedo sprach: ich will des seckels gantz nicht, wann, wer yn hat, der muß zu aller zeit angst vnd not haben, das hab ich wol glesen, was angst vnd not vnser vater loblicher gedächtnuß geliten hat. Do Andolosia die wort hort, was er gar fro vnnd gedacht ym, hette er den seckel tzu seinen handen genommen, so wäre doch nit lang an gestannden, ich müßt yn wider darumb gebeeten haben. Allso hab ich yn sunst. Andolosia torst seinem bruder nitt sagen, wie er so kostlichen klainat kaufft hett vnd die noch nit bezalt vnd das er vmb seckel, hütlin vnnd klainat alles ains mals kommen was vnnd nicht meer hett vnnd dartzu in ainer wildtnuß, da weder zu essen noch tzu trincken was, vnnd wie er yn tzu ym wünschet tzu erwürgen vnd auch mich selber hon wöllen erhangen. Gedachtte ym, das will ich ym nicht sagenn. er möcht tzu tod erschreckenn oder aber in ain großse kranckhait fallen. Vnd fieng an jm ainen gutten mutt tzuhaben mitt stechen, rennen, vnd machet, das man tantzet vnd yederman frölich was. vnd gab durch got vnnd durch eeren willen, das man ym groß lob saget vnnd eeret yn yederman vnnd bat yn das gemain volck, das er allweg bey yn wär. vnd als er nun ain weil zu Famagusta gewesen was, rayt er mit seinem zeüg zu dem künig (ist wol .lx. meyl von Famagusta) an des künigs hoff, kurtzweil zu haben. vnd als er dahin kamme, ward er gar wol von dem künig vnd den seinen enpfangen vnnd der künig ward yn fragen, wo er so lang gewesen wär. Er ertzalt im vil küngreich, die er alle durchfaren hett. Der künig fraget yn auch mer, dann er ainem andern gethon het, wann er was sein vnderthan vnd auch sein vater Fortunatus gar wol an ym gewesen was vnnd sprach, Ob er nit kurtzlich in Engeland wär gewesen. Er sprach: gnädiger künig, ja. sprach er: der künig von Engeland hat ain schöne tochter (ain ainiges kind) die haißt Agripina, die wolt ich meinem sun zu ainem gemahel haben genommen. so seind mir mär kommen, wie die tochter verloren sey. sag mir, hast du nichts von ir gehört, ob sy noch verloren sey oder wider funden? Genädiger herre, daruon waiß ich eüren gnaden wol zu sagen. Es ist war, er hat am schöne tochter vnnd die auch vast schön ist vnnd durch etlich kunst der Nigromantia ist sy kommen in Hybernia. da selbst in ainem frawencloster, da niemant dann gut, edel frawen innen seind, da hab ich mitt ir geredt gar in kurtzer tzeitt. Der künig sprach: möcht es nit gesein, das sy irem vatter wider gebracht wurde? ich byn alt vnd wolt meinen sun vnnd mein künigreich gern versehen vor meinem tod.

43. Wie des künigs botschaft von Cipern (durch anschickung Andolosia) in Engeland kamen, die schön iunckfraw tzu besehen.

Genediger herr künig, eüch tzu lieb vnd ewerem sun, der aller eern wol wert ist, so will ich mich arbaiten in der sach vnd mitt der hylf gotes wil ich sy schaffen in kurtzer zeit wider in ires vatters pallast. Der künig batt yn, das er das thäte vnd kain gelt dar an sparete, er wölt daz gegen ym vnd den seinen in allem guten erkennen. Andolosia sprach: gnädiger herr künig, so rüsten ain ersame botschafft zu vnd senden die viertzehen tag nach mir auß, so finden sy die iunckfrauwen vnd künigin zu Lunden in ires vaters pallast. hat er sy eüch dann verhaissen, so sendt er sy eüch eerlichen. Der künig sprach: Andolosia, guter fründ, so vollend die sach, das kain fälen dar an sey, wann ich gar ain kostliche vnd ersame botschafft dahyn senden will, das sy nit vergebens dahyn kommen. Er sprach: seind on sorg, aber lassent eüweren sun abconterfetten vnd senden den mitt der botschafft hyn, so werden ir innen, das der künig vnd die künigin ain freüd darab nemen werden, dester meer begir haben, ir schönen tochter ainen solichen schönen jüngling zugeben. Vnnd do der iung künig vernam, wie Andolosia außgesendt solt werden ym vmb ainen gemahel, Fügett er sich zu ym vnd batt yn mit hochem vleiß, ernstlich in der sach tzu arbaiten, darmit die sach vollendt wurd, daz kain abschlagen darinn geschäch, wann er gar vil gehört het von der schöne vnnd wolkünnehait, so an Agripina was. Andolosia saget ym tzu, er wöllt allen vleiß ankeren vnd nam von jm vrlob vnnd raitt mitt seim volck wider gen Famagusta, batt seynen bruder, das er ym dass hüttlin aber leyhen wöltt, wann er wurde bald widerkommen. Ampedo was willig vnd ließ jn das hütlin wider nemen vnd beualch seinem seckelmaister, das er es seinem volk wol erbut vnd frölich wären, wann er wölt wider zu jnen kommen, nam also das hütlin, fur von aim land zum anderen, wünschet sich in die wildtnuß, da die öpffel stunden, dauon die hörner aufwuchssen vnd wider verschwunden. tzuhand kam er dahyn vnd do er zu den baumen kam, stunden sy voller schöner öpfel. Nun wißt er nit, welche die oder die andern waren vnd kam gar vngern darhynder, das er ainen äße. so woltt er auch daruon nitt, wann er hett Agripina nit künden entbinden von den hörnern, het er nit ainen apfel mit jm gebracht. doch nach geduncken nam er ainen apffel vnd asse den. do wuchß jm ain horen, darnach aß er ainen anderen, do verswand es wider. Allso nam er der selben öpffel ettlich vnnd fur darmitt dahyn vnnd kam gen Hybernia zum closter vnd klopffet an. er ward bald ein gelassen vnd kam tzu der äbtissin, fraget nach Agripina, er hett ettwas mit ir zureden. die äbbtissin sandt nach Agripina vnnd thet das gar gern, wann sy erkant Andolosiam vast wol, vnd als sy kam, entpfieng sy yn schlechtigklich, wann sy wißt nit, warumb er tzu ir kommen was vnnd erschrack ab seiner tzukunfft. Andolosia sprach: gnedige fraw, erlauben Agripina ayn wenig mit mir allain zureden. Sy erlaubet ir es geren vnd allso gieng er mit ir auff ain ort vnd sagt zu ir: Agripina, bistu der hörner noch so unwillig, als du warest, do ich von dir schyed? Sy sagt: ja vnd ye lenger ye vester. Er sprach: wenn du quit vnnd ledig werest, wohyn stünd dir dein syn? Sy saget: wo solt ich anderst hyn begern dann gen Lunden zu meinem allerliebsten herren, dem künig vnd künigin, meinem vater vnd muter? Andolosia sprach: Agripina, got hat erhört dein gebeet vnd was du begerest, des wirst du gewert. vnd bald gab er ir ainen halben apffel zu essen vnnd hieß sy ain wenig darauff ruwen vnnd hyeß sy wider auffsteen, do was sy der hörner gantz quit ledig. die magt, die ir tzu geben was, die flacht ir vnnd zieret ir das haubt, als sy dann wol kund. kam also für die äbtissin vnd do sy Agripina so schön vnd so hübsch geziert sach, rüffet sy den frawen allen auß dem closter, so dann in dem closter warn, vmb das sy Agripina zu wunder sehen solten, wie sy also schön wär worden in so kurtzer zeit, darab alle die frawen wunder namen vnd besonder, daz sy der hörner so in kurtzen zeiten was ledig worden. Anndolosia sprach: lassen eüch das nit so groß wunder nemen! got vermag alle ding, ym ist nichts vnmüglich. darumb so sehend, wem got wol will, wider den mag nyemand sein. Agripina ist ain künigin, von künigklichem stammen geborn, vnd ich wil sy irem vater vnd mutter wider antwurten. vnnd Ee das ain monatt vergeet, so wirt sy vermähelt ainem iungen künig vnd als ainem schönen iüngling, als er yetzund auf erden leben mag. Auf die red merket Agripina gar eben. also bezalet Andolosia der äbtissin hundert Cronen. die lyeß er ir vnd den andern frawen tzuletz vnnd dancket yn, das sy Agripina so eerlich hetten gehalten. des geleichen danncket yn Agripina auch gar züchtigklichen. Namen also vrlob vnd giengen auß dem Closter. do er in das veld kame, rustet er sich zu mit seinem hütlin vnd furt die künigin gen Lunden zu des künigs pallast vnd fur wider die straß, wann er scheühet den pallast, da jm so große vntrew inn beschehen was. vnd fur wider gen Famagusta zu seinem bruder vnd dienern.

44. Wie die schön Agripina durch radt Andolosia dem iungen künig in Cipern vermähelt ward.

Als nun Agripina widerkommen was vnnd es der künig vnnd künigin innen wurden, do warn sy fro vnd alle, die bey yn warn, vnd es erhub sich ain groß vest, das die verlorn tochter funden was. sy zierten die tochter mit aller schönikait vnnd kostlichait. Als sy nun in allen freüden lebten, do kam dem künig bottschafft, wie des künigs von Cipern ausgesanten boten kämen mit aim grossen volck, vnd wie sy darumb ausgesant wärn, jn zu bitten, das er Agripinam, die iungen künigin, wölt vermählen irem iungen künig, des auch der künig vnderricht was vnnd als sy gen Lunden kamen, wurden sy gar schon entpfangen vnnd yn kostliche herberg zugericht, darein gegeben, was sy bedorfften vnnd als sy nun vier tag da waren gewesen, sandt der künig nach yn. die kamen vnd waren gar kostlich angethon von gutem gewand, yeder nach seinem stadt. da was ain hertzog, zwen graffen vnd vil ritter vnnd knecht, die fiengen an von dem heyratt zureden. do die künigin vernam, das man von Agripina wegen taget, das was ir gar schwär, ir liebe, schöne tochter zuuermählen, so verr von land zu geben vnnd aynem, da man nit wißt, ob er krum oder lam, gesehent oder blind wäre, vnd als sy sich solichs erklaget, Langet es die von Cipern an, die kamen für den künig vnnd begereten, das er nach der künigin senden soltt. vnd als sy kam, zugen sy herfür irn iungen künig, wie er dann abconterfet was vnnd liessen yn sehen. do sy sein gestalt sahenn, das er so schön was, sprach der künig, ob es och allso wär. do schwuren sy dem künig vnd der künigin ayd, das er noch vil baß gestalter vnd fast gerad vnd lang wär, auch nit mer dann .xxiiij. iar alt. das geuiel yn fast wol. Die künigin nam den iungen conterfetten künig vnnd bracht den Agripina vnd sagt ir, wie man sy ainem iungen künig geben wölt, der noch vil hübscher vnd schöner wär, dann sy da sein gestalt säche, wie sy dann vor auch von Andolosia gehört het vnd gab dem gemäld glauben vnd irn willen dartzu: was der künig vnd künigin darinn machten, dem wolt sy gehorsam seyn. do der künig vnd die künigin Agripina willen vernommen hetten, redten sy weiter mit den von Cipern vnd ward also der heyrat gantz beschlossen vnd ließ der künig vil schif zurichten mit guten leüten, speiß vnd was dartzu gehört vnd ließ die iungen künigin außberayten mit köstlichem gewand vnd klainaten nach allen eern, als dann ainem mächtigen künig gezympt, nach seinen eeren tzu thun. er ordnet auch dartzu vil guter, edler leüt vnd besonder so sandt er mit der künigin ain gräffin, der mann was lang ain mörrauber gewesen vnd vil gutter, edler frawen, vnd het der künig ain groß vest mit seiner tochter vnd mit dem volck, so dann geordnet was mit ir hynweg zufarn. vnd als die schif gantz berait waren vnd alle ding geladen, Nam die edel künigin vrlob von irem herren vatter vnnd künig vnd von ir fraw muter, der künigin, vnnd sprach: Gnädiger herr künig vnd gnädige fraw künigin, der almächtig got von himelreich vnd sein würdige mutter Maria wöllen eüch zu allerzeit in hut haben vnd eüch verleychen gesunthait vnd lanng leben! vnd knyel nider für irn vatter vnd in großsen seüfftzen mitt waynenden augen sprach sy: ich beger eüweren segen, wann ich mich yetzund von eüch schaiden muß vnnd waiß, das ich eüch vnnd mein fraw muter nymmer mer gesehen mag. der künig sprach: Agripina, mein allerliebste tochter, der segen got des vatters, des suns, vnd des hailigen gaistes, der ewigen triualtigkait, wöllen dich beschirmen vor allem hertzlayd vnnd dir verleyhen vnd allen denen, so dir gutz günnen, frid, gesundthaitt, lannges leben vnnd genugsamekaitt aller früchtte vnnd wol wöllen von aller manigklichenn! Die Künigin, ir muter, kund mit meer wünschenn, dann das sy sprach: Amen, das werde war!

Also stund Agripina auff vnd gieng an das möre zu irem schiff vnd auch daz volck, so mit ir faren solt, vnnd volget ir sunst nach ain grosse manigin volcks, die sy gelaitet biß in das schiff, vnd was manigklichenn vmb sy laid, das die schön künigin allso von ynen schaiden vnd sy die nit meer gesehen solten. Als nun Agripina vnnd wer zu ir gehöret, in das schiff kamen, zugen die schiffleüt die segel auff, Furenn allso dahyn in dem namen gottes vnd der verlich ynen gut wetter, das es yn gar gelücklichen gieng, wann wölicher von Engeland gen Cipern faren wil, muß über das spaniolisch mör faren, das doch gar grausam ist vnder allen mören zu faren. doch so kammen sy mitt der hilff gotz vnd mit allem lieb gen Cipren an das land, da man auch ir zukunfft warten was. Vnd als nun Agripina, die schön, iung künigin vnd alles ir volck frisch vnnd gesund gen Cipern kamen, do hett der künig von Cipern bestellet vnnd lassen versamlen ayn hertzogin, vier gräffin vnnd vil edler weib vnd deßgeleych auch von mannen, die enpfiengen die künigin gar eerlich. Da was auch berait kostliche speiß vnnd getranck, gab man yederman gnug, den frembden vnd den haymischen, vnd iung vnd alt was fro, das irem iungen künig so ain schöner gemahel kommen was. Da waren berait vil roß, wägen vnd kärren vnd ward yederman geförtiget nach seinen eeren vnnd kamen also gen Medusa, da der künig hoff hyelt, der die zukunfft wisset, het bestellet die besten vnd edlesten von gantzen seim künigreich, von frawen vnd mannen vnd wie kostlich sy tzu Famagusta entpfangen wurden, so wurden sy noch zehenmal eerlicher vnd loblicher enpfangen zu Medusa, vnd wie ir die alt künigin entgegen rait mit ainem kostlichen volck, gar eerlich beklaidet, wäre wunder von zuschreiben vnd enpfiengen Agripina, die künigin. Darnach kam der iung künig auch mit ainem schönen volck, alle in gantzem harnasch angethon vnd gleisseten als die spiegel in der sunnen. die entpfiengen auch die künigin vnd als sy der iung künig entpfienge, so bald yn Agripina ansach, gebauchte sy dem bild nach, so man ir fürgehalten het, wie das es der iung künig wär, der ir gemahel sein sölt vnd mit ainer schönen gebärd vnd ainem frölichen angesicht vnd mit züchtigen worten, dancket sy dem künig. vnd ritten also mit grossen freüden byß in den künigklichen ballast, der mit aller zierd zu gerüst was, auf das aller kostlichest. Vnd ward angefangen ain kostliches leben vnd kamen all fürsten vnd herren, so vnder den künig von Cipern gehorten, gar zierlich geritten vnd brachten all kostlich gaben vnd schankung, die sy irm herren vnd künig schencken wolten, ain yeder nach seynem vermügen, vnd ward die hochtzeit angefangen. die weret sechs wochen vnd drey tag, gab man yederman gnug vnd wie hoflich der kirchgang was vnnd vil andere ding, die da begangen wurden, vnd was yeglicher der künigin schenncket, daruon wär vil zu schreiben. Doch vnder ander schanckungen, so het Andolosia gen Candia gesandt vmb ain schiff mitt malmasier vnd muscatel, das schanckt er auff die hochtzeit, der ward getruncken, als ob es halden wein von Kelhaym gewesen wär, wann sein was genug vnd da was gar kain mangel so lang vnnd lenger dann die hochtzeit.

45. Wie Andolosia mit stechen vnd rennen allzeit das best tet, dardurch grossen dank von frawen, aber grossen neyd von etlichen herren erlanget.

Vnd alle die weil die hochtzeitt weret, thetten die fürsten vnd herren nit anders dann rennen vnd stechen, turnieren vnnd kurtzweil treiben. vnd auff ainen tag stach der künig vnd die hertzogen, des andern tags die graffen, freyen vnd ritter, den dritten tag die edlen vnnd der fürsten vnd herren knecht vnd diener. Vnnd all nacht so gab man den breüß auß, dem der des tags das best gethon het. beschach tzu nacht bey dem tantz, dem satzt die künigin ain schönes krentzlin vf, des sich dann ain yeglicher, dem es warde, gar gemaid gebaucht vnnd brauchet ain yeder seinen vleiß, das eer Eere beiaget vnd begabet wurd von der schönen künigin Agripina. Nun vnder dem gestech so stach Andolosia auch Vnnd wenn die graffen, freyen vnnd ritter stachen, kam er allweg kostlicher vnd baß gerüst auff den plan dann der anderen kainer, on allain dem künig macht er sich nit geleich vnd thet allweg das best in allen ritterlichen spylen, die man da trib, vnnd gewan offt den breüß von den frawen vnd den mannen. Nun begab es sich, das aber die graffen, freyen vnd ritter stachen vnd Andolosia mit yn vnnd het er vor vil ritterlicher thaten gethon, so thet er aber das best aldo zum lösten, do es nacht ward vnnd man aber den breüß außgeben vnd von billichait Andolosia solt sein wordenn, Aber von eeren wegen gegeben graff Theodoro von Engeland, der dann mitt der künigin auß Engeland kommen was, des auch Andolosia wenig achtet vnnd ym der eeren vast wol vergünnet. Doch so sprach gemainklichen alles volck, man het graff Theodoro den breüß gegeben, der doch billicher Andolosia wär gewesen. das kam also graff Theodoro für vnnd gewan haimlichen ain grossen haßs zu Andolosia in seinem hertzenn vnd wißt nit, wie er ym schand, laster vnd schaden zu fügen solt, wann sein hertz, synn vnd gemüt darzu genaigt vnd als er nun frembd was in dem land Cipern vnnd nit land, schloß noch leüt hett, Do was ayn andrer graff auf der künigklichen hochzeit, was auch ain mörrauber, mit namen der graf von Lymosi, het sein schloß in ainer klainen jnsel, nitt verr von Famagusta, tzu dem selben suchet er geselschafft, Als man gemainklich spricht: Gleich vnd gleich gesellet sich gern, also beschach da auch. Es fand ain schalck den andern vnnd als sy nun gesellen waren, Fieng graff Theodorus an vnnd sprach zu seim gesellen, dem graffen von Lymosy, wie da ainer, genant Andolosia, wär, so kostlich vnd trib so grossen übermutt vnd doch kain geborner man wäre, darab er ainen verdrieß het, er näm groß eer ein vnd wurd geert für grafen vnd ander wol geboren leüt vnd het doch weder land noch leüt, vnd ob er auch nit verdriessen darab het. Der graf von Lymosy sagt: ja, ich vnnd ander edelleüt haben auch ain verdriessen darab. Er ist aber so wol gewöltt von dem künig, dem leüchtt vnnd schenckt er, was er begeret vnd der künig erlangt grossen vndanck vonn seinen edelleüten, das er yn also vorder hat. Graff Theodorus sprach: mich nympt frembd, das ir vnd ander eüwers geleichen solichs mügen verdulden, das ir yn nit lassen vmb bringen. wißt ich yn hynweg zubringen, er solt kainen graffen noch edelman an des Künigs hoff meer irren. Also verstunde ayner des annderen willenn wol vnnd machten ainen anschlag mit ainander, wenn die hochtzeyt ain end näme, so wurd er wider gen Famagusta reytten. allda wölten sy jn auffhalten vnd jn vahen, seine diener erstechen vnd jn füren auß des künigs land gen Lymosy, da der graff ayn vast gut schloß het vnd yn da peinigen vnnd marteren. er müßt yn gelts genug geben, das sy mochten so kostlich stat halten als er. vnd volgeten also dem anschlag nach, den sy mit ainander gemacht hetten.

46. Wie Andolosia nach der hochtzeit haim reitten wolt gen Famagusta vnnd von zwayen grafen gefangen vnd seine diener erstochen warden.

Andolosia, dem die ding gantz vnwissen waren, als er gen Famagusta reütten woldt, nach dem vnd die hochtzeit vergangen was, do hetten die tzwen graffen ayn volck bestellet vnd fiengen Anndolosia vnd erstachen ym seine diener all vnnd furten yn in die jnsel gen Lymosy in ain schloßs. da ward er wol verhiet, das er nymmen daruon kommen mocht. Do erbott er denen, so sein hutten, groß gut zugeben, das sy jm daruon hulffen. des torsten sy ym nitt vertrawen vnd vermainten, wenn er daruon käm, so gäb er yn nichts. so torst Andolosia jn den seckel nit zaigen, er forcht, sy nemen den vnd hulffen ym nit vnd was in grossen nöten.

vnd allso kamen die mär dem künig, wie Andolosia diener all erstochen wären vnd wissete niemant, ob Andolosia gefanngen weg gefürt, tod oder lebendig wär. So wißt man auch nit, wer es gethon hett, wann man tzich es des Türgken straiffreüter hetten es gethon, wann des Türgken land stoßt an des künigs von Cipern land, vnd die zwen graffen, die es gethon hetten, ritten wider an des künigs hoff vnd hyelten sich still, als ob sy nicht darumb wißten. In dem do Anndolosia verloren was, ward es seinem bruder Ampedo kund geton. der sendet bald botten zu dem künig vnnd lyeß yn bitten, das er ym hulff, das ym sein bruder wider wurde. Der künig enbot ym, es wäre ym laid vmb seinen bruder Andolosia, wann er wißte nit, wo er wär, ob er tod oder lebendig wär. Er wolte vleiß brauchen, möcht er innen werden, wa er wäre, yn solte kam gelt tauren, er wölt yn ledig machenn, vnd solt es halb sein reich kosten, vnd solliche botschafft brachten sy Ampedo von dem künig. do er die vernam, gedacht er jm, er wäre vmb seinen bruder kommen von wegen des seckels, so er bey ym hett vnd wurden yn peinigen vnd martren, das er von dem hüttlin (so er hett) auch sagen müßt, so wurden sy darnach annschleg thun, das yn das hütlin auch wurd. zwar das soll nymmermer beschehen! Vnd in ainem zoren vnd vnmutt nam er das kostlich vnd tugentreich hütlin vnnd zerhacket es tzu klainen stucken vnnd warff das in ain feür vnnd stund darbey, biß das es gar zu buluer verbrann, vnd das nyemant kain freüd mer darmit solt noch möcht haben. Nun het er stäte botschaft auff dem weg tzu dem künig, vnnd wieuil botten kamen, so brachte doch kainer gutte mär von seynem bruder, das man künd wissen, wo er hynkommen wär, vnnd darab nam er so grossen vnmutt vnd hertzen layd, das er viel in ain tödtliche krankhait, also das jm kain artzt helffen kund, vnd starb also. half yn weder der schön pallast noch daz bar gelt.

Als nun etlich tag verschinen vnd die zwen grafen horten das dem künig so laid was vmb seinen frommen ritter Andolosia, stalten sy sich, als ob es jn auch fast laid wär. Der künig ließ außrüffen, wer der wär, der gewise bottschaft brächt, wo Andolosia hynkommen wäre, dem wolt er tausent ducaten bar geben, er wär lebendig oder tod. Do ward vleissigklich nach ym gefragt. es kund yn aber niemant erfaren, die es aber wisseten vnd dartzu geholffen hetten, torsten es nit sagen, wann sy besorgeten, dardurch ir leben zuuerlieren. In dem nam der graff von Lymosy vrlob von dem künig vnd fur in sein land vnd kam in das schloss, da Andolosia inn gefangen lag. den fand er dort sitzen in ainem tüffen thuren, dartzu hert angeschmidet in ainem stock mitt henden vnd mit füssen, vnd als er den graffen sach, erfrewet er sich vnnd mainet, er wöllt yn erbitten, das er yn wurd ledig lassen Vnd fieng an vnd batt yn, das er barmhertzigkait mit ym tailete vnnd ym hulff, das er ledig wurd der gefenngknusse, er wißte nit, wes gefanngner er wäre oder warumb man yn so hertt hyeltte. hette er yemandt wider recht gethonn, das wollte er wider geltten, vnnd dartzu vmb yn mit leib vnd gutt verdienen. Der graff sprach: Anndolosia, du bist nicht darumb her gefürett, das man dich wider hynweg laßse, du bist mein gefangner vnnd du wirst mir sagen, vonn wannen dir souil geltes komme, das du das gantze iar außgibest. Vnnd mach das kurtz, oder ich will dich allso marteren, das du fro wirst, das du mir es sagest. Do Anndolosia das hörett, do erschracke er gar seer vnnd entgyeng ym aller sein troste vnnd wißset nitt, was er sagen sollte, dann das er sprach: Zu Famagusta in seinem hauß, da wäre ain haymliche gruben, die hett ym sein vatter gezaiget, do er sterben wöllte. Vnnd wie vil er gelttes darauß näme, so wär allwegenn meer da. Vnnd das er yn also gefanngen gen Famagusta füret, So wollte er ym die grüben weißen, daran wollt aber der Graff kayn genügen haben, vnnd nam yn außs dem Stock vnnd fyenng yn an tzu peynigen, thet ym große martter an, das layd er lanng vnd belayb alweg auff der mattery, die er tzu dem erstenn gesagtt hette. Doch so warde die peyn vnd martter (so ym der graff lyeß anthun) also großs, das er es vonn schmertzen wegen nitt meer verhalten mocht, vnnd ward ym sagen, wie das er ainen sollichen seckel hette. vnd do der grafe das höret, name er bald den seckel vonn ym vnd versuchet den vnd fand yn gerecht vnnd ließ den armen Andolosia wider in den stock setzen vnd befalch den ainem, dem er dann wol vertrauwet. vnd wem der Graffe schuldig was, dem sandte er das gelt vnnd machet sein sach mit ainander schlecht vnd speiset sein schloßs vnnd mit freüden kam er wider an des künigs hoff zu seinem gesellen, graff Theodoro, der yn auch mit freüden entpfieng vnd vil gespräch mit ainander hielten, wie sy vor auch geton heten. Allso saget er graff Theodoro, wie er mit Andolosia was vmbgangen. wie er den seckel so mit grosser pein vnd martter von ym gebracht het vnd wie hert er yn gefangen hyelt. Do sprach graff Theodorus: es geuelt mir nit allso. er wäre besser tod dann lebendig. Ich hab an des künigs hoff vernommen, er sey ain doctor der Nigromantia vnd künd in den lüfften faren. ist tzu besorgen, wo er ledig wurd vnnd man von ym vernomme, wie wir mitt ym gefaren hetten, so gewunnen wir ainen vngenädigen künig, oder er näme vns das leben. der graff von Lymosy sprach: er ligt so hert gefangen, das er vnns kainen schaden zu gefügen kan. also fugten sy sich zusamen vnnd namen gelt auß dem seckel souil sy wolten, vnd ain yeder hett geren den seckel in seynem gewalt gehebt. doch so wurden sy der sach also ains, ainer solt jn ain halb iar habenn Vnnd denn der annder auch ain halb iar, vnnd wölicher den seckel hett, der solt dem anderen kainen mangel lassen an gelt. Nun was der graff von Lymosy der ölter, der solt den seckel das erst halb iar innhendig haben.

Als nun die zwen graffen geltz genug heten, do torsten sy es nit brauchen, noch zu gar kostlich sein, vmb das man kainen arckwon auff sy gewunne. vnd als sy nun in freüden lebten, so lag doch graf Theodoro alwegen an, Andolosia wär besser tod dann lebendig, wann sein forcht was, sy kämen vmb den seckel. Er hette auch in seinem synn, wenn er den seckel in sein gewalt brächt, so wolt er darmit daruon sein so verr, das er von dem künig vnnd von dem graffen von Lymosi wol sicher wolt beleiben. dasselb beweget yn, das er sprach zu dem graffen, das er ym seiner knecht ainen zu gäb, der mit jm für vnd er darbey schrib, das man yn zu Andolosia in die gefenknuß lyeß vnd was er also begert, das thet der graff vnd gab jm gelts genug, leüt vnd brieff. Also nam der graff Theodorus vrlob von dem künig vnnd der künigin vnd sagt, er welt auch dise länder besehen, das ym auch verlyhen ward, tzoch allso dahyn vnd kam in die jnsel Lymosy vnd ward gefürt in das schloß vnd in die gefencknuß, da Andolosia gefangen lag. Als er zu jm kam, empfienge der ellend, trostloß Andolosia (dem yetzund die bain vnd arm halb ab gefaulet waren in dem stock) ainen trost vnnd vermaint, der graf von Lymosi hette den graffen Theodorum darumb zu ym gesandt, das er yn lödig lyeß, vnnd gedacht ym, so sy den seckel haben, so fragen sy nit vil mer nach mir.

47. Wie Andolosia sein seckel genommen vnd in der gefenknuß ermordt ward, vnd sein Bruder Ampedo das edel wünschhütlin zerhew vnd vor layd starb.

So facht aber der graff an vnd spricht: sag an, Andolosia, hast du kainen seckel meer, als du hast meinem gesellen ainen geben? nun gib mir auch ainen! Er sprach: gnädiger herr graff, ich hab kainen mer. hett ich aber ainen, so wäre er eüch vnuersagt. Er sprach: man sagt, du seyest ain doctor in der Nigromancia vnnd kündest in den lüfften faren vnd den teüffel beschwern. warumb beschwerest du yn nitt yetz, das er dir von dannen helff? Er sprach: O gnädiger graff, ich kan es nit vnd hab es nye künt, nun allain mitt dem seckel, so ir yetz hond, kurtzweil gehebt. den wil ich eüch vnd eweren gesellen gantz ergeben vor got vnd der welt vnd kain ansprach nymmer daran haben, vnd ich bitt ewch vmb die eer gottes vnd seiner wirdigen mutter Maria, das ir mir armen, ellenden man auß diser swären gefencknus helffen, daz ich doch nit allso ellendklichen on beicht vnnd on das würdig sacrament hye ersterbe. Der graf sprach: wilt du nun yetzund deiner sel hail betrachten, warumb hastu es nit gethon, do du dein geprengk, grossen hochmut vnd hochfart tribest vor dem künig vnd der künigin, vnd vnns allen vneer bewisest? Wo seind nun die schönen frawen, denen du so wol gedienet hast? Die dir all den breüß gaben, die haiss dir yetzund helffen. Ich merck aber wol, das du geren auß der gefencknuß wärest. laß dich nit belangen, ich will dir bald daruon helffen, vnnd furt den knecht, der sein hut, an ain ort vnd wolt ym fünfftzig bar ducaten geben haben, das er Anndolosia erwürget. daz wolt der hütter nit tun vnd sprach: er ist ain frommer man vnd ist fast swach, er stirbt bald selber, ich wil die sünd auf mich nit laden. der graff sprach: So gib mir ainen strick, ich will yn selbst erwürgen vnd wil nit von hynnen, er sey dann vor tod. der knecht wolt das auch nit thun vnd jm kainen strick bringen, allso nam er sein gürttel, die er vmb hett, vnd leget die dem ellenden Andolosia vmb den hals, der mit henden vnd mit füssen in dem stock sass vnd sich nit regen kund. Vnd mit seim tegen hefft wirblet er die gürttel zu vnnd sitzend erwürget er den frommen Andolosia vnd gab dem knecht gelt, das sy yn hynweg thäten. Vnd machet nit langen marckt mer in dem schloß vnd fur vnd rait, biß das er wider kam in Cipern an des künigs hoff.

da ward er schon entpfangen vnd kam also zu seinem gesellen, dem graffen von Lymosy. der enpfieng yn auch vnd fragt yn, wie es jm ergangen wär vnd wie jm die jnsel vnd daz land geuiel. er saget, es geuiel jm fast wol. Vnd fragt yn haimlich, wie es stünd vmb Andolosia. mit freüden sprach er: es steet vmb jn, das wir kainen schaden mer von ym enntpfahen. Ich hab yn mitt meinen henden vmb bracht. Ich kund kain ru haben, ich wißte dann vor fürwar, daz er tod wär, als ich es dann yetzund wol waiß, vnd mainet, er het es gar wol geschafft. Ach got, er wißt aber nit, das er es als übel geton hette. Das stund allso an drey tage, das sy nitt über den Seckel giengen, gelt darauß tzu nemen. Vnd als die drey tag verschynen warenn, do was aber das halb iar auß, das nun graff Theodorus den seckel auch ain halb iar haben solt, vnd gieng mit freüden tzu seinem gesellen, dem graffen von Lymosy vnd sprach, das er ym den seckel brächtt vnd darauß näm gelt, das er ain weil zu tzeren het vnd ym nun mer den seckel gäb, es wär nun an jm, das er yn haben sölt, des sich der graff nit widert vnd sprach, er wölt daz gern tun vnd sagt: wenn ich den seckel in die hand nym, so erbarmet mich Andolosia. Ich wolt, du hetest jn nit getödt, er wär on das selbst bald gestorben. Graf Theodorus sprach: todter man macht kainen krieg. vnd giengen also mit ainander in ain kamer, da er den seckel het in ainer truhen, bracht den herfür vnd leget yn auff ainen tisch, so in der kamer was. Graf Theodorus nam den seckel in die hand vnd wollt anfahen zu tzelen, wie er vor gethon het, da was nichts mer in dem seckel. wißten baid nit, das der seckel die tugent vnd trafft verloren hett, so sy baid, Ampedo vnnd Andolosia, gestorben waren, das auch die tugentt des seckels auß was. Hetten sy es gewißt, so heten sy Andolosia in grossen eeren gehalten vnd ym gütlichen gethon, darmit er lang gelebt het oder zu dem wenigesten ain truhen oder zwu mit gold gefült, daran sy ir leben lang ain reiche zerung gehabt hetten. Do sy aber kain gelt auß dem sekel mochten bringen, sach ainer den anderen an. Graff Theodorus sprach auß ainem grimmen zoren: O du falscher graff, woltestu mich also betriegen vnd mir ainen andern armen seckel geben für den so tugentreichen seckel? das leid ich nitt von dir in kainen weg. darumb mach es nit lang vnnd bring den reichen seckel! er antwurt ym vnd sprach, das war der sekel, so er Andolosia genommen het, vnnd er hette kainen anderen. wie es zugienge, das er nit meer thett als vor, das wißt er nitt. Daran wollt aber der graff Theodorus kain genügen haben vnd ward ye lenger ye zorniger vnd sprach, er wölt ain bößwicht an jm werden, das sölt ym nymermer wol bekommen vnd zucket von leder. do das der graff von Lymosi sach, tzucket er auch vnd heüwen gegen ainander so fräuenlichen, das ain yeder den andern geren zutod geschlagen hett, vnd machetten also ain gebolder, das die knecht die kamer auffstüssen, die sahen also ire herren mit ainander fechten, luffen darzwischen vnnd schieden sy von ainander. doch Ee sy von ainander gebracht wurden, het graff Theodorus den graffen von Lymosy verwundet biß vf den tod. das sahen seine diener vnd fiengen den grafen Theodorum. Allso kamen die mär für den künig gen hoff, wie die tzwen graffen (so allweg als wol ains gewesen wären) sich mitt ainander tzertragen hetten. Der künig befalch, man solt sy jm baid behend gefangen bringen, damit daz er künde vernemen den vrsprung irer vnainigkeit. vnd als man des künigs bott wolt gehorsam sein vnd ym die graffen bringen, do kund man den verwunten vonn Lymosy niendert bringen, brachten ym allain den graffen Theodorum.

48. Wie die zwen graffen von des sekels wegen mit ainander vnains, vnnd das mord dardurch offenbar, sy bayd darumb geradbrechet wurden.

Do vernam der künig bald, das sich diser vnwill allain erhebt het von Andolosia seckels wegen vnd befalch eylent, daz man den nachrichter bringen vnd den graffen Theodorum weiter fragen solt, leüt darbey haben vnd alle ding gar eben an ym erkunden, wie er all sachen gehandlet het. Allso ward er gemartert vnd gar hart gepeiniget, das er vonn nott wegen sagen mußt, wie er Andolosiam mit seinen handen selbst in der gefencknuß erwürget hett, vnnd alle hanndlung von anfang biß zu dem end. Do der küng hort, wie sy mit dem frommen Andolosia vmbgangen warn, ward er von hertzen betrübt vnd erzürnet über die morder vnd übelthäter vnd on sonder lenger bedencken gab er vrtail vnd recht, man solt sy bayd auff reder setzen vnd ob der graff von Lymosy so kranck wär, so solt man yn an die richtstatt tragen, wär er tod, so solt man jn also tod auff ain rad setzen, vnd wie die vrtail gangen was, das ward also an den zwayen graffen, den mördern, verbrachtt, wurden bayd geradbrechtt, das was ir rechter lon, sy hetten es wol verdienet an dem frommen Andolosia. Als nun die mörder von des seckels wegen (mit dem sy doch ain kurtze zeitt jren wollust gehebt hetten) auff die reder gelegt vnd getödt wurden, Schickt der künig von stunden an sein volck in die jnsel Lymosy vnd lyeß die ein nemen, schloß, stöt vnd dörffer vnd die gantzen jnsel vnd besonder das schloß, darinn der gut Andolosia gefangen gelegen was, ließ darinn fahen weib vnd man, alle, die vmb das mord wißten, schuld daran gehabt vnd das mord verswigen hetten, die ließ er on alle barmhertzigkait zum schloß herauß hencken. Er erfur auch, das sy den leichnam Anndolosia in ain wassergrüb, nitt verr vom schloß geworffen hetten, den schuff er herauß zu tziehen vnd gen Famagusta zu füren mit grosser eerwirdigkait vnd brinnenden liechtern, da selbst einbegraben in die hübschen thomkirchen, die sein vatter gestifft vnnd gebauwen hett, ließ ym auch halten grossen gotzdienst, besincknuß, sibent vnd dreyßgisten der massen als aim des mächtigsten vnd höchsten geschlechts seines künigreichs, vnd waren bey seiner besincknus der alt vnd iung künig, auch die alt künigin vnd die iung künigin Agripina, die zumal laidig was vmb den getrewen Andolosia. Vnd dem nach sy baid, Ampedo vnd Andolosia, kainen erben hynder yn verlassen hetten, name der künig den köstlichen pallast selbs ein vnd fand darinn groß gut vnd kostlichait von haußzier, klainaten vnd barschaft vnd in den selben pallast zoch der iung künig, hielt also hoff zu Famagusta biß zu absterben seines vaters.

Bey diser hystoria ist tzu vermercken: hette der jung Fortunatus im walde betrachtlichen Weißhait für den seckel der reichtumb von der junckfrawen des gelücks erwölt vnnd begert, sy wäre ym auch mit hauffen gegeben worden, den selben schatz ym nyemandt hett mügen enpfieren. durch welliche weißhait vnnd vernunfft er auch tzeitlich gut, eerliche narung vnd grosse hab het mügen erlangen. So aber er ym dotzumal in seinr iugent vmb freüd vnnd wollust willen der weltt reichtumb vnd gut am maysten liebet vnd geniele (als vngezweiffelt noch von manigem ain solcher seckel für alle vernuft begert wurd) schuff er jm selbs vnd seinen sünen mye vnd bitterkait der gallen vnd wiewol ynen etliche wenig tzen süß vnd lieblich was, nam es doch ain sollich ennd, wie ir hyerinn vernommen habt. Demnach ain ygklicher, dem solliche wal gegeben wurde, bedencke sich nit lang, volge der vernunfft vnd nit seinem frechen, torechten gemüt vnd erkyeß Weißhait für reichtumb, Als auch gethon hat Salomon, dardurch er der reichest künig der erden wordenn ist. Aber wol ist zu besorgen, die iungfraw des gelücks, die solliche wal außgibt vnd Fortunato den seckel gegeben hat, sey auß vnseren landen veriaget vnd in diser welt nit mer tzufinden.

Zu trucken verordnet durch Johannßen Heybler Appotegker in der kayserlichen stat Augspurg in dem grossen schießen der mindern jartzal christi im neünden jar.