DICTUM

keywords Ah

  • AHASVEROS
  • Dus is an Achaschweresch. (Warschau.)
    info] Mit Bezug auf die Erzählung im Buche Esther, 6, 9 wird mit dem Namen Ahasverus ein schwachsinniger, wankelmüthiger Mensch, insbesondere ein solcher Fürst bezeichnet. Merkwürdig ist es, dass die christliche Sage diesen Namen dem ewigen Juden beigelegt hat, vielleicht um damit dessen Unstetigkeit anzudeuten.
  • 2
  • AHITOPHEL
  • Es ist Ahitophel's Rath -
    info] sagt man, wenn kluger Rath unbefolgt geblieben ist. Ahitophel, ein kluger und scharfsichtiger Staatsmann gab Absalom den zwar schändlichen, aber durchgreifenden Rath, die Kebsweiber seines Vaters zu entehren und diesem sofort nachzusetzen, dem aber Husai entgegentrat. Des letztern Rath wurde befolgt und der Ahitophel's verworfen. Dadurch wurde David gerettet (2 Sam., Kap. 15-17.)
    Lat.: Boni consilii malus exitus.
  • 2
  • AHLBÖHRLEIN
  • 'S wird ken Fuder Ahlbährel kusten. (Hirschberg.)
    info] Um zu sagen, dass Kosten und Mittel zur Erreichung eines Zwecks keine unerschwinglichen sein werden. Diese Böhrlein sind so klein, dass auf ein Fuder eine gute Anzahl gehen, und etwas Erkleckliches damit zusammengestochen werden könnte.
  • 2
  • AHLE
  • Eine Ahle lässt sich im Sacke nicht verbergen.
    Böhm.: Nemuze se sidlo v pytli tajiti. - Sidlose z mecha ukazuje. (Celakovský, 238.)
    Holl.: Als men eene els in den sak doet, steekt ar ligt de punt door. (Harrebomée, I, 183b.)
    Poln.: Nie zalaji sie szydlo w worze (w miechu). (Celakovský, 238.)
  • 1
  • AHLE
  • Eine goldne Ahle dringt durch die stärkste Mauer.
    Böhm.: Zlatým sidlem hned prorazis. (Celakovský, 362.)
    Poln.: Zlotym szydlem wnet przekolesz. (Celakovský, 362.)
  • 1
  • AHLE
  • Selbst eine Ahle schiert bei andern Leuten und bei uns nicht einmal das Schermesser. (Lit.)
  • 1
  • ÄHNELN
  • Sie ähneln einander wie ein Bratenwender und eine Repetiruhr.
    info] Manche Menschen gleichen einander in ihren Anschauungen nicht mehr, woraus ein Schluss auf die verschiedene Mechanik ihres Kopfes gemacht werden kann.
  • 2
  • AHNEN
  • Der Ahnen Thaten preist niemand mehr als verdorbene Söhne.
    info] Weil sie von und an sich nichts zu rühmen haben.
  • 1
  • AHNEN
  • Gemalte Ahnen zählen nicht. - Hillebrandt, 32; Graf, 34, 47; Wolff, Lehrbuch des deutschen Privatrechts, §. 36.
    info] Der Landesherr kann zwar den Adel ertheilen, ist aber hinsichtlich der Vorrechte des alten Adels eingeschränkt. Ahnen, die er im Gnadenbriefe schenkt, und die, weil fingirt, gemalte Ahnen heissen, sind zwar nicht bedeutungslos, gewähren aber nicht alle Vorrechte des alten Adels. In allen Verhältnissen, wo Ahnenprobe entschied, zählte man nur die adelig Geborenen, welche auch wirklich gelebt hatten und nicht erst durch kaiserliche Verfügung hinzugedichtet waren.
  • 1
  • AHNENBILD
  • Beräucherte Ahnenbilder sind alte Waarenschilder.
    Lat.: Fumosae imagines. (Erasm., 673.)
  • 1
  • AHNENSTOLZ
  • Ahnenstolz und Bauernstolz sind Geschwisterkinder.
  • 1
  • AHNHERR
  • Wär' mein Ahnherr ein Hundschlager gewesen und hätt' die Beine beim Galgen aufgelesen, hätt' ich Geld, ich wäre lieb in der Welt. - Schaltjahr, Bd. 2.
    info] Vollständiger lautet der Spruch: »Wär' ich geborn von schnöder Art, viel böser denn ein Mensch je ward; und wär' mein Ahnherr ein Hundschlager gewesen, und hätt' die Beine bei dem Galgen aufgelesen, mein Bas' hätt' zaubern und Kind verthan, dass sie drum auf dem Kreuz müsst' stahn; und wär' mein Vetter ein Schelmschinder, und hätt' geschunden Pferd und Rinder, mein Muhm hätt' Wetter und Blitz gemacht, und den Teufel in ein Sack bracht, und wär' mein Schwäher so bös und smech, dass er Dieb und Mörder anspräch, und hätt' mein Geschwey all die verrathen, die je den Henkern fürgetraten; und thät mein Bruder auf den Rad umwalgen, und hing mein Vater dabei am Galgen, und läg' mein Schwester beim Henker all' Nacht, und hätt' den Juden Christenkinder bracht; und wär' mein Sohn ein Henker und hauet aus, und wär' mein Mutter im Hurenhaus, und fräss'n mein Stiefvater auf den Rad die Raben, sie hätt' meine Töchter unter dem Galgen begraben, und wäre hinkend, funffach schwarz wie ein Kohl, naslos, krummaulig und warzenvoll, rotzig, geifrig und augenrinnen, räudig, stinkend und voll Finnen, aussätzig, lahm und hätten den Erbgrind, und wären Bankart, Bastart und Hurkind, und wären betteln im Spital gelegen und thäten dazu die Galgen fegen, und wär'n alle worden vom Henker wund, und ich wär' über die all' ein Ausbund, und wär ein Kirchenpruchtel und Heiligthumdieb, noch hätt' ich Geld, so wär' ich lieb; dass Jedermann mein thät' begehrn, das eim frommen Armen nicht kennt wern.« (Schaltjahr, II, 259.)
  • 1
  • AHNHERR
  • Von seinen vier anhern ein Edelman. - Franck, II, 616.
  • 2
  • ÄHNLICH
  • A sitten su ahnlich, ass wannen auss a Ogen geschnitten wär. - Robinson, 60; Frommann, III, 243, 54.
  • 2
  • ÄHNLICH
  • Ähnlich wie ein Quargsack dem ungemachten Käse. - Steffens, Hausfreund, 1845, S. 122a.
  • 2
  • ÄHNLICH
  • Ähnlicher als eine Feige der andern.
    info] Im Scherz von sehr ähnlichen Dingen.
    Lat.: Similior ficu. (Erasm., 846.)
  • 2
  • ÄHNLICH
  • Er ist ihm so ähnlich, als wär' er ihm aus dem Maule gekrochen.
  • 2
  • ÄHNLICH
  • Er ist ihm so ähnlich, als wär' er ihm aus den Augen (aus der Haut) geschnitten. - Agricola, 639; Tappius, 89b.
  • 2
  • ÄHNLICH
  • Er ist jm also änlich, als were er jm aus dem Maul gekrochen. - Tappius, 89b; Henisch, 27, 50; Braun, I, 2617.
  • 2
  • ÄHNLICH
  • Er ist yhm also ehnlich, als wäre er yhm aus der Haut geschnitten. - Agricola II, 639; Tappius, 89b.
    Holl.: Hij gelijkt hem, of hij ait zijne huid gescuden ware. (Harrebomée.)
  • 2
  • ÄHNLICH
  • Er sieht ihm ähnlich wie eine Katze einer Ente.
    info] D.h. gar nicht. Die Alten behaupteten übrigens sprichwörtlich: In der Welt ist alles ähnlich. (Omnia similia. Erasm., 846.)
  • 2
  • ÄHNLICH
  • Sie sind einander so ähnlich wie ein Ei dem andern.
    Lat.: Non tam ovum ovo simile. (Tappius, 89a.)
  • 2
  • ÄHNLICH
  • Sie sind einander so ähnlich wie eine Biene der andern.
    Lat.: Quam apes apum similes. (Erasm., 845.)
  • 2
  • ÄHNLICH
  • Sie sind sich ähnlich wie der Weinstock und der Schlehenstrauch.
    info] Ironisch von sehr unähnlichen Menschen und Dingen.
  • 2
  • ÄHNLICH
  • Sie sind sich so ähnlich wie Tag und Nacht (wie Wein und Wasser).
    Lat.: Quanto asinis praestantiores muli. (Theogn.)
  • 2
  • ÄHNLICH
  • So ähnlich als ein Aff seinen jungen. - Coler, 317a.
  • 2
  • ÄHNLICH
  • So ähnlich wie eine Kornähre der andern.
  • 2
  • ÄHNLICH
  • So ähnlich wie eine Milch der andern.
  • 2
  • ÄHNLICH
  • So ähnlich wie Esernius dem Paridian. (Altröm.)
    info] In allen Stücken gleiche und berühmte römische Gladiatoren.
  • 2
  • ÄHNLICH
  • So ähnlich wie kaum ein Tropfen Wasser dem andern.
  • 2
  • ÄHNLICH
  • So ähnlich, wie ein Zipfmütze der andern. - Buch der Welt, 1858, S. 114a.
  • 2
  • ÄHNLICHKEIT
  • Er hat Aehnlichkeit mit dem Papste.
    info] Der Rechthaber, der unfehlbar sein will.
  • 2
  • AHNMUTTER
  • Ankemoers Höke hewt up Bestevars Kiste leagen. (Westf.)
    info] Höke = Eine Art Mantel für Frauen; Bestevars = 2) Grossvater. - Von sehr weitläufiger Verwandtschaft.
  • 1
  • AHNTPATT
  • Wat iss'n Ahntpatt; upp'n anner mal seggt: Wo bleeft. (Ostfries.)
  • 1
  • AHNUNGEN
  • Ahnungen sind nicht ohne Bedeutung.
    Lat.: Omina sunt aliquod. (Ovid.) (Binder II, 2366.)
  • 1
  • AHNWERSVOGEL
  • En Ahnwersvagel wes'n. - Eichwuld.
  • 2
  • ÄHRE
  • Ähre auf Ähre gibt auch Brot.
  • 1
  • ÄHRE
  • Aus dieser Ähre ist weiter kein Korn zu dreschen.
  • 1
  • ÄHRE
  • Besser viel Ähren, als viel Quecken.
  • 1
  • ÄHRE
  • Cha me d' Ähri nüme zelle, so lid's Chorn i siebe Woche uf der Selle. (Luzern.)
    info] Selle = Schwelle, Thürselle = Thürschwelle. (Stalder, II, 370.)
  • 1
  • ÄHRE
  • Die volle Ähre ist mehr werth, als der leere Halm.
  • 1
  • ÄHRE
  • Eine Ähre macht keine Garbe.
    info] Zu einer Garbe gehören viel Ähren, sagen die Russen. - Altmann, VI, 466.
  • 1
  • ÄHRE
  • Eine Ähre, die aufrecht steht, ist leer.
  • 1
  • ÄHRE
  • Eine brennende Ähre verzehrt die Garbe.
    Holl.: Eene brandaar kan de beste schoof bederven. (Harrebomée, I, 4.)
  • 1
  • ÄHRE
  • Eine volle Ähre ist besser als zehn hohle.
  • 1
  • ÄHRE
  • Es ist nicht jede Ähre voll, die sich senkt.
    info] Nicht jeder, der den Kopf hängt, ist fromm und - gescheidt.
  • 1
  • ÄHRE
  • Hast du volle Ähren genommen, du kannst auch taube bekommen.
  • 1
  • ÄHRE
  • Hundert taube Ähren können keinen Sperling nähren.
  • 1
  • ÄHRE
  • Je hohler die Ähre, desto höher die Nase.
  • 1
  • ÄHRE
  • Je voller die Ähre, je mehr neigt sie sich.
    Böhm.: Cém plnejsí klas, tim hloube se kloni. (Celakovský, 95.)
  • 1
  • ÄHRE
  • Leere Ähren sind schlimme Nachharn für die vollen.
  • 1
  • ÄHRE
  • Leere Ähren stehen aufrecht.
    info] Die wetterauer Bauern sagen vom Roggen: »er junkert«, wenn sich viel starke Halmen darin befinden, die mit ihren leeren Ähren über andere hervorragen. Im Schwedischen heisst »junkeren« müssig gehen.
    Dän.: De galde an staae i vey ret, men de fulde helde ned.
    Slov.: Visoko glavi (obruz) nosi pragen klas.
  • 1
  • ÄHRE
  • Schwere Ähren und volle Köpfe neigen sich. - Sprichwörtergarten, 72.
    Frz.: Filles, regardez l'épi du blé, quand elle est bonne, elle baisse la tête.
    Holl.: De volle korenaren hangen 't laagst. (Harrebomée, I, 4.)
  • 1
  • ÄHRE
  • Taube (volle) Ähren kennt man schon am Halme.
    info] Das Alter trägt noch gewisse Spuren an sich, die es errathen lassen, was jemand in der Jugend gewesen ist oder gethan hat.
    Lat.: Ex stipula cognoscere. (Erasm., 156.)
  • 1
  • ÄHRE
  • Wenn die Ähre voll ist, lobt der Bauer das Korn.
    Dän.: Bonden roser kornet, naar aaet er fuidt. (Prov. dan., 80.)
  • 1
  • ÄHRE
  • Wenn die Ähren zu viel Körner haben, so schilt sie der faule Bauer beim Dreschen. - Altmann VI, 470.
  • 1
  • ÄHRE
  • Wer auch nur eine Ähre aus Hunger bricht, den schont die Pharisäerzunge nicht.
  • 1
  • ÄHRE
  • Wer die Ähre zu dürr werden lässt, verliert die Körner.
    info] Man muss die rechte Zeit abwarten, aber nicht verstreichen lassen, ohne sie zu benutzen.
  • 1
  • ÄHRE
  • Wer für die Ähre dankt, der bekommt eine Garbe.
    Lat.: Beneficia beneficiis pertexito, ne perpluant.
    Ung.: A háláadó sziv, sok jotéteményt várhat.
  • 1
  • ÄHRE
  • Wie die Ähren, so die Garben. - Altmann VI, 470.
  • 1
  • ÄHRE
  • Zwô Ère klû si biesser, wä în alu. - Schuster, 827.
  • 1
  • ÄHRE
  • Er hat noch Ähren für andere liegen lassen.
    info] Er hat andern noch eine Nachlese gelassen. Es ist noch ein kleiner Gewinn für andere übrig. Es lässt sich über den Gegenstand, den er behandelt hat, noch manches sagen.
    Frz.: Il a laissé à gluner apres lui.
  • 2
  • ÄHRE
  • Er will auch eine Ähre (kleinen Beitrag) dazugeben. - Luther.
  • 2
  • ÄHREN
  • Wer ähret, muss nehmen, was er findet.
    Frz.: Ne fait pas ce qu'il veut qui glane. (Leroux, V, 49.)
  • 1
  • ÄHRENLESER
  • Ährenleser küren nicht (sind nicht kürisch).
    Frz.: Celui ne choisit pas qui glane.
  • 1
  • ÄHRENSAMMELN
  • Ährensammeln und Spinnen ist nur ein klein Gewinnen.
    info] Die Finnen behaupten sogar: Es ist kein Vortheil, Ähren zu sammeln, und kein Schaden, Gäste zu bewirthen. (Bertram, 49.)
  • 1
  • <<< 1 >>>

    alphabetical
    A-a A-b A-c A-d A-e A-f A-g A-h A-i
    A-j A-k A-l A-m A-n A-o A-p A-q
    A-r A-s A-t A-u A-v A-w A-y A-z
    Aa Ab Ac Ad Ae Af Ag Ah Ai Aj Ak Al Am
    An Ao Ap Aq Ar As At Au Av Aw Ax Ay Az
    Ba Be

    keywords
    Aa Ab Ac Ad Ae Af Ag Ah Ai Ak Al Am An Aq Ap Ar As At Au Av Aw Ax Az
    Ba Be

    DICTUM operone