Sprichwörter, Redensarten, Zitate

Proverbs - Sayings - Quotes

G

'Gut genug' taugt selten viel.

G'räth's, dan git's 'n Peif, verderbts, dân git's 'n Farz.
Nassau

G'redt und gschissn is bald a Haufn!

G'röst se wie en Pfau.
i] Rösta, rüsta, g'röst, g'rüst = zurecht machen, reparieren, ausrüsten, in Stand stellen. Schö gröst = schön gekleidet

G'sagt is 's laichta ols don.
Niederösterreich

G'sâlza Brût (Brot) macht Wanga rût.

G'scheh ist g'scheh, was brochen ist, wird nümme ganz.
Luzern

G'schenkt, g'schenkt, nimma ge'm (geben); g'funden, g'funden, wida ge'm; g'schold'n, g'schold'n, aufg'hengt.
Niederösterreich

G'schida Lüüta (Leute) n'isch guat brediga.
Bern

G'schidi Hüner legid au i d' Nessle.
Luzern

G'schisse is nit gemolt, gerischert (Schuhe geflickt) nit g'solt.
Schwaben
la] Cacatum non est pictum.

G'schliffni Wort und e schlähti Meinig sind hunderttusigbeinig.

G'setzt isch nit g'säjet und g'schnitte-n-isch nit g'mäjet.
Solothurn
i] Jede Feldarbeit will besonders gelernt sein.

G'spaßige Sachen schreiben und damit nach dem Lorbeer trachten wollen, das ist eine Mischung von Dummheit und Arroganz ...
Johann Nestroy (1801-1862), Weder Lorbeer noch Bettelstab

G'stohlen is bald 'was.
Wien
i] Ein Fehler ist schnell geschehen.

G'sundheit und e ruehigs G'wisse ist der grösst Reichtum.
Luzern
bm] Zdraví od srdce, a nemoc k srdci.

G'wogn und gemass'n ît ball gefrass'n.
Franken
i] Das Zugewogene und Zugemessene, im Gegensatz zum Selbsterzeugten und darum reichlicher Vorhandenen, ist bald verzehrt

G'wonat (Gewohnheit) is en eisene Pfaed, wer's auszuiht, thuet si laed.

G'wünscht's Korn geit (gibt) ke Mahl.
Franken

Gä (geben), gä, nimmer gä, g'funden, g'funden, wieder gä.

Ga an'n Galgen.

Ga hen na Hörsten, un leer 't beden.
Ostfriesland

Ga hen na Hostrup und lât di de Dös utschnîden.
Schleswig

Ga hen un floit de Aanten wat vör.
i] Um jemanden abzufertigen

Ga hen un föhl de Hühner, of se'n Ei hebbt, un danz mit de Hahn.

Ga hen un giff de Katt 'n bäten Heu.
i] Um jemanden zu entfernen

Ga hen un luse (lause) di in de Legte (Niederung), dann hest du kên Not, dat up de Höchde di de Lü seht.

Ga hen un schum Butte.

Ga hen und leere dat Weven, dann kannst du 'n Amt.
Ostfriesland

Ga hen, föhl de Höner, of se 'n Ei heft, un danz' mit de Hân!
Ostfriesland

Ga le dressera.
de] Das wird ihm eine Lehre sein.

Ga na 'me Balken (Boden) un drêif Muise oppen Pin (Pflock).
i] In der Grafschaft Mark als Antwort auf die Frage der Kinder: Bat sa 'k (sal ik) daun? (Was soll ich thun?)

Ga na Blautwêrnsât.
i] Ein Auftrag, der am 1. April neckweise erteilt wird

Ga na Hostrup un lat di den Däs utschnîen.
i] Dös = Taumel, Schwindel, Verwirrung, Dusel, Betäubung, daher auch Schlemmerei. Die schleswigschen Dörfer haben mehr wie anderwärts eine bestimmte Physiognomie, bestimmte Sprichwörter, die nur von dem einzelnen gelten, bestimmte Spitznamen, die sich auf Eulenspiegeleien und Tatsachen gründen. In Hostrup gibt es nach dem Volkswitz eine eigene Scheuer, in die alle Dummheiten kommen. Das Ausschneiden mag freilich seine Schwierigkeiten haben. Schwabenstreiche sind überall zu Hause. Eine gute Anzahl lustiger Streiche dichtet der Volksmund auch den Kussauern bei Plön, den Neuenkirchnern an der Elbmündung, den Kisdorfern bei Bramstedt, den Fockbeckern bei Rendsburg, den Bishorstern in der Haseldorfer Marsch und vor allen den Büsumern an.

Ga na Hûs un gröt Möm.

Ga na Hûs, un segg, dat du da (hier) west büst.
i] Beide Redensarten werden gebraucht, jemand scherzhaft ab- und von sich zu weisen.

Gä na Nöttens un ler(e) dat Gôsewâren.
Ostfriesland
de] Gehe nach Nöttens (ein Ort nahe bei Wittmund, Amt Aurich, Hannover) und lerne das Gänsehüten.

Ga niet op het uiterlijk af.

Ga so mote dy de Bodel (Büttel) bewaren (slan).

Ga'n mott't (gehen muss es), wenn et nich will, lat ik 'ne Krücke machen, sagte das Mädchen, da hatte es ein Kind mit nur einem Bein bekommen.

Gab es Gewitter am Georgitag (23. 4.), so folgt gewiss noch Kälte nach.

Gab es jemals eine Herrschaft, die denen, die sie besaßen, nicht natürlich erschien?
John Stuart Mill (1806-1873), Hörigkeit der Frau

Gäb es keine Narren, so gäb es keine Weisen.
en] Were there no fools, there would be no wise men.

Gäb es keine Wölf' im Wald und keinen Teufel in der Hölle, Hirten und Pfaffen wären längst verhungert.
bm] Kdy by certuv v pekle a vlkuv v lese nebylo, dávno by knezí a pastuchové hladem zemreli.

Gäb es nicht Nutzen und Gewinn, wer würde noch aufstehen bei Tagesbeginn?

Gab es nicht weit früher Menschen als Könige, weit früher Bauern als Edelleute?
Karl Julius Weber (1767-1832), Demokrit (1832-1840)

Gab Gott dir einen Tag zum Leben, so wird er dir auch Essen geben.

Gab macht gunst.

Gab macht taub, macht Glaub, den Richter blend, das Kind stille, das Weib willig (den Tagelöhner hurtig), den Narren frölich, den Weisen munder, die Pfaffen andechtig, den Feind zum Freund.
fr] Les dons rompent les rochers.
fr] Si don qu'on prent lient la gent.
nl] Giften en gaven breken zelfs de steen rotsen.
la] Munera, crede mihi, placant hominesque, Deosque, placatur donis Jupiter ipse datis.

Gab mir 1786 unsägliche Mühe, bei anderen an meiner Überzeugung: dem Menschen dürfe der Zwischenknochen nicht abgesprochen werden, Teilnahme zu erregen. Die Wichtigkeit dieser Behauptung wollten selbst sehr gute Köpfe nicht einsehen, die Richtigkeit leugneten die besten Beobachter, und ich musste, wie in so vielen anderen Dingen, im stillen meinen Weg für mich fortgehen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Erläuterung zu dem aphoristischen Aufsatz Die Natur

<<< list home >>>