DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Aus demselben Eisen schmiedet der Landmann seinen Pflug und der Mörder seinen Dolch.
  • Aus demselben Holz geschnitten.
    i] Ganz von derselben Art.
    la] Ovo prognatus eodem. Horaz (65-8 v. Chr.)
  • Aus demselben Holze zimmert man Sauställe und Kirchstühle.
    bm] Z jednoho dřeva socha i lopata.
    nl] Van een hout maakt men een kakhuis en eene tafel.
  • Aus demselben Stall stammen.
  • Aus demselben Wasser (und von demselben Stege) waschen.
    bm] V?ickni z jedné vody a na jednéch lávkách péřeme.
  • Aus demselben/gleichem/dem gleichen Holz geschnitzt sein.
  • Aus den Angeln geraten.
  • Aus den Ärzten ist nichts zu bringen. Man weiß niemals, ob sie etwas geheimhalten, oder ob sie selbst nicht wissen, woran sie sind.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Charlotte v. Stein, 19. Nov. 1807
  • Aus den Augen - aus dem Sinn.
  • Aus den Augen quellen die Thränen, die der Liebende weint, aus dem Herzen die Thränen, die der Kummervolle vergiesst.
  • Aus den Augen verlieren.
    en] To lose sight of.
    fr] Perdre de vue.
    it] Perdere di vista.
  • Aus den Augen, aus dem Sinn (o. Herzen).
    ndt] Aus den Aen, aus dem Hierze. Luxemburg
    zit] Wer auss den augen isst, der isst auch aus dem sind.
    böhm] Co sejdè s ocí, to vyjde ze srdce.
    böhm] Jak daleko s ocí sejdu, tak mdlou lásku v srdci najdu.
    böhm] Jak dlouho na ocích, tak dlouho na mysli.
    böhm] S ocí, z mysli.
    dä] Bort er snart glemt.
    dä] Langt fra öine, langt fra hiertet.
    dä] Langt fra öine, snart af sinde.
    en] Far from eye, far from the heart.
    en] Long absent, soon forgotten.
    en] Out of sight, out of mind.
    en] Present to the eye, present to the mind.
    en] Salt-water and absence always wash away love.
    en] Seldom seen, soon forgotten.
    en] The absent get farther off every day.
    en-zit] Long absent soon forgotten. Ray
    en-zit] Out of sight, out of mind. Homer, Odyssey
    en-zit] Far from eye, far from the heart. Unknown, Proverbs of Hendyng
    en-zit] Seldom seen, soon forgotten. Kelly
    en-zit] Salt-water and absence always wash away love. Horatio Nelson, Letter 1805
    en-zit] The absent get farther off every day. (Japanese) Champion
    en-zit] Present to the eye, present to the mind. (Chinese) Champion
    fr] Hors de vue, hors de souvenir.
    fr] Loin des yeux, loin du coeur.
    fr] On oublie aisément les absens.
    fr] Qui est loin des yeux, est loin du coeur.
    nl] Die uten oghen is, is uten herten.
    nl] Uit het oog, uit het hart.
    it] Lontan dagli occhi, lontan dal cuore.
    it] I santi nuovi mettono da parte i vecchi.
    la] Absentes habentur pro mortuis.
    la] Absentes nec amor, nec habet mors invida amicos.
    la] Cum autem sublatus fuerit ab oculis, etiam cito transit e mente.
    la] Multorum amicitias silentium diremit.
    la] Mutat via longa puellas.
    la] Procul ex oculis, procul ex mente.
    la] Quam procul ex oculis, tam procul ex animo (mente).
    la] Quantum oculis, animo tam procul ibit amor.
    la] Qui longe est ab oculo, longe est a corde.
    la] Qui procul est oculis, procul est a limite (o. lumine) cordis.
    poln] Co z oczu, to i z serca.
    port] Longe da vlsta, longe do coraçaõ.
    schwed] Långt från ogonen, snart ur sinnet.
    es] Abventia enemiga de amor, quan lexos del ojo tan lexos del coracon.
    es] Lejos de la vista lejos de la memoria.
    es] Quan léjos de ojo, tan léjos de corazon.
    un] A mit a szem nem lelt, a sziv hamar felejt.
    tü] Gözden irak olan gönülden de irak olur. (Was fern ist vom Auge, ist fern vom Herzen.)
  • Aus den Augen, aus dem Wind.
  • Aus den besten Jahren heraus sein.
  • Aus den Bildern erkennt man den Maler.
    it] Dal quadro si conosce il pittore.
  • Aus den bittern Lindenblüten bereiten die Bienen den süßen Honig.
  • Aus den Büchern schöpfen wir Wissen, lernen wir die Erfahrungen anderer Menschen kennen, diese Kenntnisse werden wir uns jedoch bedeutend besser aneignen, wenn wir sie durch unsere eigene Erfahrung überprüfen.
    Nadeschda Konstantinowna Krupskaja (1869-1939), Die Organisierung der Selbstbildung
  • Aus den Dornen heraus, habe ich Brot im Haus.
    i] Die alten Griechen sagten: Dem Schlechten bin ich entgangen, das Bessere hab' ich empfangen. Bei den Hochzeitsfesten in Athen war es Sitte, einen Knaben mit Dornen und Eichenlaub zu bekränzen und ihm einen Korb voll Brot zu geben, worauf er dann in der Gesellschaft herumging und die obigen Worte sprach, alles zur Erinnerung an jene alte, rohe Zeit, in der die Menschen noch in der Wildheit lebten, die Gaben der Ceres nicht kannten und sich noch von Eicheln nährten.
  • Aus den Eicheln, welche die Schweine gefressen, werden keine Eichen.
  • Aus den Eiern könnten schlimme Vögel kommen, sagte das Wiesel, und trank sie aus.
  • Aus den Federn gehen (o. kommen).
    i] Aus dem Bette.
  • Aus den Federn holen/kriechen/kommen.
  • Aus den Fehlern lernt man.
  • Aus den Fingern saugen.
  • Aus den Fugen gehen/geraten.
  • Aus den Fugen kommen.
    i] Aus der Ordnung, aus seinem Bestande.
  • Aus den Füßen.
    i] Weg hier, es ist Gefahr da.
  • Aus den guten Gesetzen gehen noch bessere hervor, aus den schlechten noch schlechtere. Sobald man bei Staatsangelegenheiten die Worte hören kann: 'Was geht das mich an?', kann man darauf rechnen, dass der Staat verloren ist.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Contrat social
  • Aus den hässlichsten Larven werden die schönsten Weinfalter.
  • Aus den Hefen schöpfen.
    i] Nach Schmutzigem, Gemeinem, ganz Niederm trachten.
  • Aus den Kinderschuhen hinauswachsen
    i] Die Flügel weiter ausbreiten als das Nest. Das von den Vorfahren erhaltene Vermögen vergrößern, was, wenn es auf rechtmäßige Weise geschieht, nur Lob verdient. Von den jungen Vögeln, die bei hervorkommenden Federn das mütterliche Nest nicht mehr fassen kann. Sich über die Gegebenheiten seiner Geburt weit erheben.
  • Aus den klattrigen Fahlen werden die schönste Hengst.
    ndt] De rugste (klattrigen) Fâlen werden (gevt) de beste (glattste) Perde.
    Ostfriesland (Junge, offene, muntere Kinder geraten besser als junge, glatte Heuchler)
  • Aus den Kleidern fallen.
    i] Elend werden, am Leibe abnehmen, herunterkommen.
  • Aus den kleinsten Gläsern trinkt man die größten Räusche.
  • Aus den Latschen kippen.
  • Aus den Leidenschaften wachsen die Meinungen; die Trägheit des Geistes lässt diese zu Ueberzeugungen erstarren.
    Friedrich Wilhelm Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches, I, Aph. 637
  • Aus den lustigen Schriften kluger Köpfe lässt sich sehr oft mehr lernen als aus sehr vielen ernsthaften. Sie tragen manches mit einer lachenden Miene vor, was sie im Ernst meinen.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)
  • Aus den Nüstern blasen sie Feuer.
    la] Vulcanum naribus efflant.
  • Aus den Pantinen/Pantoffeln kippen/hauen.
  • Aus den Puschen kommen.
  • Aus den Raubstaaten sein.
    i] Zu den deutschen Raubstaaten gehören: Greiz, Schleiz und Lobenstein.
    zit] Die historisch oft wiederholte Zusammenstellung einerseits von?Algier, Tunis und Tripolis? und andererseits von?Greiz, Schleiz und Lobenstein? gab dem Humor der Studenten Mitteldeutschlands im vorigen Jahrhundert Veranlassung, den Namen der Raubstaaten von dem afrikanischen Kleeblatt auf das Land der drei reussischen Städte zu übertragen. Auch das Ortskleeblatt Pirk, Pfütz und Lerchenhügel (Reuss-Lobenstein- Ebersdorf) wird im Volksmund scherzhaft so bezeichnet.
    i] In Skandinavien gelten die Deutschen als Windbeutel, in den russischen Ostseeprovinzen gar als deutsche Schafdiebe, in Italien als maledetto Tedesco. Unser dänischer Nachbar heißt einfach Han; die Dänen in ihrer Gesamtheit werden von ihren norddeutschen Nachbarn Grützköpfe genannt; während der Freiheitskriege war der Name Schuckelmeyer in Gebrauch. Wie man von blinden Hessen, von Schwabenalter und Schwabenstreichen redet, so sind einige kleine deutsche Länder zu den Namen Raubstaaten gelangt.
  • Aus den Reben fleußt das Leben.
    la] Ex vite vita.
  • Aus den reden wird der Mensch erkand.
    it] La parola è il ritratto della mente.
    la] Sermo animi est imago.
    la] Sermo animi index.
  • Aus den Rippen leieren/schneiden/schwitzen.
  • Aus den Scherben erkennt man den Topf und aus dem Weisch (den Stoppeln) das Getreide.
    fr] On voit par les têtes de quoi le pot était composé.
    la] Cernitur amicus amore, more, ore, re.? Ex fimbria de texto judico.? Pulchrorum etiam autumnus pulcher.? Roma olim fuerit quanta ruina docet.? Spicam e culmo conjicere.
  • Aus den Scherben sehen wie der Hafen (die Schüssel) war.
    la] E stipula cognoscere.? Nec veteris formae gratia tota perit.? Pulchrorum etiam autumnus pulcher.? Spicam e culmo conjicere.
  • Aus den Schmarren erkennt man die Wunde.
  • Aus den schönsten Mädchen werden die schmutzigsten Frauen.
    ndt] A fiinst (feinsten) Fannen wurd a slordagst (schmutzigsten) Wäffen (Weiber). Nordfriesland
  • Aus den Schriften Platons steigt, ich weiß nicht was für ein geistiger Dunst auf.
    Joseph Joubert (1754-1824), Gedanken und Maximen
  • Aus den Schuhen in die Pantoffeln fahren (schlüpfen).
    nl] De schoenen zijn uitgetrokken, en de sloffen aangedaan.
  • Aus den Schuhen kippen.
  • Aus den Sitten erkennt man das Gemüt.
  • Aus den Socken kippen.
  • Aus den Sprüchen des Pfarrers Otto: Frauen sind die Holzwolle der Glaskiste des Lebens.
    Kurt Tucholsky (1890-1935), Schnipsel
  • Aus den stärksten Giften wird die beste Arznei.
    dk] Udaf den værste forgift, præpareres den beste Teriac.
  • Aus den Strängen schlagen.
    i] Ungehorsam sein, die Erwartungen täuschen, Ordnung und Zucht verlassen.
  • Aus den Träumen der Menschen, wenn sie dieselben gnau anzeigten, ließe sich vielleicht vieles auf ihren Charakter schließen. Es gehörte aber dazu nicht etwa einer sondern eine ziemliche Menge.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1765 - 1770
  • Aus den Träumen von gestern werden manchmal die Alpträume von morgen.
  • Aus den wenigsten Rosen wird Öl gepresst.
    i] Das echte orientalische Rosenöl (Attar, Uttur, fälschlich auch Otto genannt), wie es in Indien und Persien erzeugt wird, spielt unter den Wohlgerüchen und Toilettenbedürfnissen dieselbe Rolle wie der Diamant unter den Edelsteinen. Es ist der Inbegriff alles Feinen, Auserlesenen, Kostbaren und Kostspieligen. Ein billigeres Ersatzmittel bildet das erfrischende, im Orient allgemein verbreitete, dem Hindu und Perser fast zu den unentbehrlichsten Lebensbedürfnissen gehörende Rosenwasser. In der Nähe von Ghazeepore in Bengalen sieht man eine Bodenfläche von 150 Ackern in kleine Felder abgeteilt, die sämtlich mit Rosen bepflanzt sind. Jeder dieser kleinen Gärten enthält gegen 1000 Rosensträucher und ist gegen drei Pfund Sterling jährlich verpachtet. Das Produkt von 1000 Rosenstöcken ergibt erst ein Tolah = 180 Gran Rosenöl. Das in Kaschmir bereitete Attar gilt für das vorzüglichste des ganzen Orients. Die Rosen von Kaschmir sollen, wie die Reisenden versichern, einen Duft haben, wie sonst auf keinem Punkte der Erde.
  • Aus den Werken kann man den Willen merken.
    la] Affectus mentis operam patet experimentis.
  • Aus den Wirren der Welt tritt ein Held ins Licht.
  • Aus den Wolken muss es fallen,
    Aus der Götter Schoß das Glück,
    Und der mächtigste von allen
    Herrschern ist der Augenblick.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Die Gunst des Augenblicks
  • Aus den Worten erkennt man den Gecken.
    mhd] Ût den wôrden kent men den gek.
    la] Ex verbis fatuum, ex sonitu cognoscimus ollas.
  • Aus den Wünschen erkennt man den Mann.
  • Aus den Zitzen mehr melken wollen, als im Euter ist.
  • Aus der (o. in die) Kümmeltürkei.
    i] So heißt in der Studentensprache die Umgegend von Heidelberg.
  • Aus der Affaire ziehen.
  • Aus der Akademie kommen.
    Altgriechisch
    i] Von Platos Schule entlehnt. Von einem, der mit ernster Miene und gelehrtem Ansehen einhergeht oder in schön gewählten Worten spricht.
  • Aus der Angst (kommt) das Wissenwollen, das Bedürfnis der Fixierung des Unfixierbaren durch Zahl und Gesetz, Formel, kausale und finale Festlegung.
    Oswald Spengler (1880-1936), Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • Aus der Art geraten sein.
  • Aus der Art schlagen.
    Ho] Hij is buiten den aard geslagen.
    la] Haud canit paternas cantiones.
  • Aus der Art, wie das Kind spielt, kann man erahnen, wie es als Erwachsener seine Lebensaufgabe ergreifen wird.
    Rudolf Steiner (1861-1925)
  • Aus der Asche in die Kohlen.
  • Aus der Asche ins Feuer fallen.
  • Aus der Bahn geworfen werden.
  • Aus der Beichte schwatzen ist verboten.
    nl] Men en sal gheen biecht melden.
    la] Semper celanda confessio neo reservanda.
  • Aus der besten Baumwolle wird, das glaube mir, ohne Spinnmaschine kein Kasimir.
    i] Eine gute Verfassungsurkunde ohne die erforderlichen organischen Gesetze und Behörden, welche sie ausführen, ist das hilfloseste Ding auf Erden.
  • Aus der Bibliothek
    i] Etikett mit dem Namen des Eigentümers
    la] ex libris
  • Aus der Bid (Bitte) än Trôch, aus dem Trôch än 't Schof, aus dem Schof än de Schöchtert.
  • Aus der Birn'n wird no koh Pappe.
    Oberlausitz
    i] Um eitle Hoffnungen oder Drohungen zu bezeichnen.
  • Aus der Blume, aus der die Biene Honig saugt, saugt die Spinne Gift.
    var] Aus derselben Blume zieht die Schlange Gift und die Bienen Honig. Armenien.
    nl] De bloem daar de bij honig uit zuigt, zuigt de spin venijn uit.
  • Aus der Blume, aus der die Biene Honig saugt, saugt die Spinne Gift.
    var] Aus derselben Blume zieht die Schlange Gift und die Bienen Honig. Armenien
    nl] De bloem daar de bij honig uit zuigt, zuigt de spin venijn uit.
  • Aus der Bratpfanne ins Feuer.
  • Aus der Charybdis in die Scylla fallen.
  • Aus der Deichsel bekommt man ja keine Führerrute mehr.
    ee] Ega aisast enam juhivitsa saa.
  • Aus der Erfahrung ist gut schwatzen.
  • Aus der Erfahrung weiß man, dass die Güte der Truppen einzig und allein in dem Werte ihrer Offiziere besteht.
    Friedrich der Große (1712-1786), Sämtliche Werke
  • Aus der Erkenntnis der Ursachen ergeben sich die Heilmittel von selbst.
    August Bebel (1840-1913), Charles Fourier
  • Aus der ersten Hand beziehen.
  • Aus der Fassung geraten
    var] die Fassung verlieren
    en] to lose o's composure
    fr] perdre contenance
    it] perdere le staffe (o. la bussola)
  • Aus der Faust einen Hammer machen.
    fr] De grand folie s'entremet qui de son poing fait un maillet.
  • Aus der Faust essen.
    zit] Er frist aus der Faust. Dies sprichwort gehört kargen geitzhälss an, die nur jr maul gern sehen essen, vnd alle ding allein wolln fressen.
  • Aus der Faust ins Maul leben.
  • Aus der Feder fließen lassen.
  • Aus der Fern lügt man gern.
    fr] De longues terres longues nouvelles.
  • Aus der Ferne gibt die Kuh viel Milch.
  • Aus der Ferne ist gut lügen (o. lügt man gern).
    fr] A beau mentir qui vient de loin.
    fr] De longues terres longues nouvelles.
    it] Da lunghe vie lunghe bugie.
    es] Quien de lejos tierras viene, miente como quiere.
  • Aus der Ferne ist schwer raten!
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an J. Ch. Kestner, 28.9.1777
  • Aus der Ferne und aus der Nähe.
    i] Wahlspruch Ludwigs XII. von Frankreich
    la] Eminus et cominus.
  • Aus der Ferne will er das Haff aussaufen, und wenn er hinkommt, bezwingt er nicht einmal das Ufer.
  • Aus der Fliege einen Elefanten machen.
    i] Kleinigkeiten ungebührlich vergrößern.
    dk] At giøre en elefant af en flue.
    nl] Hij maakt van eene vlieg (mug, muis) een' olifant.
  • Aus der Form gehen/geraten.
  • Aus der Frau Mitgift (wird kein) Reichtum und aus Hundedreck (kein) Dünger.
    ee] Naise varast rikkust või koerasitast sõnikut.
  • Aus der freien Narrheit der Individuen kann für den Staat große Weisheit gedeihen.
    Johann Gottfried Seume, Apokryphen
  • Aus der Froschperspektive.
  • Aus der frühesten Zeit des ersten Selbstbewußtseins der Jugend, die später wieder anzublicken oft so rührend und erschütternd ist, waren heute noch allerhand einst geliebte Vorstellungen in seiner Erinnerung vorhanden, und darunter das Wort 'hypothetisch leben'. Es drückte noch immer den Mut und die unfreiwillige Unkenntnis des Lebens aus, wo jeder Schritt ein Wagnis ohne Erfahrung ist, und den Wunsch nach großen Zusammenhängen und den Hauch der Widerruflichkeit, den ein junger Mensch fühlt, wenn er zögernd ins Leben tritt.
    Robert Musil (1880-1942), Der Mann ohne Eigenschaften
  • Aus der Fülle des Herzens redet der Mund.
    fr] De l'abondance du coeur la bouche parle.
  • Aus der furche fahren.
  • Aus der Geduld geht der unschätzbare Frieden hervor, welcher das Glück der Welt ist.
    Baltasar Gracián (1601-1658), Handorakel und Kunst der Weltklugheit
  • Aus der Geschichte kann man alles beweisen.
    zit] Die Geschichte ist der unversiegbare Dorfbrunnen, aus dem jeder das Wasser des Beispiels schöpft, um seinen Unflat abzuwaschen.
    zit] Aus der Geschichte läst sich alles beweisen, nur das nicht, dass die Menschen irgendwo jemals vernünftig und gerecht waren.
  • Aus der Geschichtsschreibung erfährt man mehr über die Historiker als über die Geschichte.
  • Aus der Gesellschaft (o. Gespielschaft) erkennt man der Leute Eigenschaft.
  • Aus der Gewohnheit wird eine zweite Natur.
    la] Consuetudine quasi alteram quandam naturam effici.
  • Aus der Gläubigen Haus schaut der Segen aus.
    nl] In het huis van den geloovige woont rijke zegen.
  • Aus der gleichen Schule hervorgegangen
    la] eodem in ludo docti
  • Aus der Gosse kommen.
  • Aus der Gottskammer speisen.
    Hirschberg
  • Aus der Hand eines Freundes ist ein Stein ein Apfel.
  • Aus der Hand fressen/geben.
  • Aus der Hand in den Mund gibt schlechte Nahrung (o. Haushaltung) kund.
  • Aus der Hand in den Mund leben.
    en] They have but from hand to mouth.
    fr] Au jour le jour manger son blé en herbes.
    fr] Journée gagnée, journée dépensée.
    fr] Vivre au jour la journée.
  • Aus der Hand in den Mund, macht im Alter die Rippen wund, aus der Hand in den Kasten, lässt im Alter fein ruhen und rasten.
  • Aus der Hand in den Mund
    Gibt schlechte Nahrung (o. Haushaltung) kund.
  • Aus der Hand in die Hand.
  • Aus der Hand ön den Zand (Zahn).
    Trier
    nl] Het is van de hand in den tand.
    la] In diem vivere, ex tempore vivere.
  • Aus der Hand trinken.
    i] Einfach oder dürftig leben.
    i] Die Alten sagten in ähnlicher Weise von jemand, der auf der Reise war: Aus dem Kürbis trinken.
    la] E cucumere bibere.
  • Aus der Hand von Hunden (od. Schelmen) und alten Leuten empfang immer alles, was sie geben.
    ee] Koera ja vana inimese käest võta ikki vastu, mis ta annab.
  • Aus der Hände Fleiß kommt die Speis'.
  • Aus der Haut fahren (springen) wollen.
    i] Aus Freude, Zorn, Ärgernis u.s.w. in einem hohen Grade unruhig sein.
    zit] Nu fohrt og nicht balde aus der haut, ihr ward schun mit mer zufrieden, sind kinnen.
    zit] Sie werden fahren auss der heüt vor großem vnerhörten wunder.
    fr] J'enrage dans ma peau.
  • Aus der Haut fahren.
    en] To fly off the handle.
    es] Mosquearse, exasperarse.
  • Aus der Haut hupfen.
    i] Nämlich vor Zorn, Ärger u.s.w. außer Fassung sein.
  • Aus der Höhe fällst du schwer.
    ee] Kõrgelt kukud kõvaste.
  • Aus der Höhe scheißt du, leicht fällst du.
    ee] Kõrgelt situb, kergelt kukub.
  • Aus der Höhe zu fallen ist schwerer.
    ee] Korgeld langemine oo raskemb.
  • Aus der hohlen Hand heraus.
  • Aus der Hölle gaun.
    i] Sterben, diese Welt verlassen. Von Leuten, auf deren Einkommen, Erbschaft man mit Sehnsucht harrt.
  • Aus der Hölle her kommt man nimmermehr.
    bm] Vĕčná vĕc horoucí peklo.
  • Aus der Hölle ins Fegefeuer.
  • Aus der Hölle kann kein Advocat retten.
    fr] Si enfer n'est plein jamais n'y aura d'advocat sauvé.
  • Aus der Hölle kommt niemand zurück.
  • Aus der Hölle und aus Sibirien kommt keiner zurück.
    dk] Af helvede er ingen forløsning.
    la] Panditur ad nullas janua nigra preces. Properz
  • Aus der Höllen und dem Teufel aus dem Hintern farzen.
    Martin Luther (1483-1546)
  • Aus der Hüfte kommen.
  • Aus der Hüfte schießen.
  • Aus der hundertsten Gebäcke 's Kleberamftel.
    Warmbrunn
    i] Scherzhaft von sehr entfernter Verwandtschaft. An anderen Orten heißt es: Aus der siebenten Gebäcke das Kleinbrotel. Die Franzosen sagen ähnlich: Aus sieben Suppen ein Löffel.
  • Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit,
    Klingt ein Lied mir immerdar;
    O wie liegt so weit, o wie liegt so weit
    Was mein einst war.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Des Dorfamtmanns Sohnes Kinderjahre
  • Aus der Kanne des Korporals ist nicht gut trinken.
    Schweden
  • Aus der Karre in den Wagen gespannt werden.
    i] In eine schlimmere, üblere Lage kommen. Der Karren wird meist vom Wagen unterschieden; dieser ist vierräderig und zweispännig, jener zweiräderig und einspännig. Wer vom zweispännigen Wagen (Karren) in den Besitz eines einspännigen gelangt, der verbessert sich allerdings seine Lage, wer aber früher in einen zweiräderigen Wagen gespannt gewesen ist und soll nun einen vierräderigen, weit schwerern ziehen, dessen Los ist schwerer geworden.
    zit] Hie muss er Bürd des Karren tragen, dort wirt er erst ziehen im Wagen.
    zit] Ich fürcht, wir ziehind hie am karren und dort an des teufels wagen.
    zit] lch mag wohl erst vom vnfal sagen, dass ich in meinen alten tagen von dem karren kum erst in den wagen.
  • Aus der Karte schwatzen.
    i] Die Ausführung eines Planes verraten oder die Mittel unvorsichtig nennen, mit denen man etwas zu erreichen beabsichtigt.
  • Aus der Käsekammer kommen (o. in die Käsekammer gehen).
    i] Sprichwörtlich nur in politischem Spott von Holland, das man mit Käse und Stockfisch neckt.
    zit] In der Käskammer ist noch Platz auf der Staden (d.h. Staaten der Niederlande) Seiten.
  • Aus der Kehre fahren.
    ndt] Ut de Kêre fahren (o. reiten). Holstein
    Aus dem Wege; von kehren, wenden.
  • Aus der Ketzerei geht kein Weg in den Himmel nei (hinein).
  • Aus der Kiepe steigen.
  • Aus der Kirche in die Schenke.
  • Aus der Kirchen in die Küchen und aus der Küchen in die Kirchen.
  • Aus der Klarinette kommt die Musik.
  • Aus der Klaue auf den Löwen schließen
    aus einem Teil aufs Ganze schließen
    la] ex ungue leonem
  • Aus der Kleidung, Lachen und Gang erkennt man einen Mann.
    la] Vestitus, risus, incessus arguunt hominis ingenium.
  • Aus der Kôtlak'n (Kotlache) sein, oder kommen.
    i] Die Innsbrucker Vorstadt St. Nikolaus heißt nie anders als die Kôtlak'n, und ihre Bewohner sind Veranlassung einen groben, schmähsüchtigen Menschen mit dem Ausdrucke 'Kôtlakter' zu bezeichnen.
  • Aus der Kräfte schön vereintem Streben
    Erhebt sich wirkend erst das wahre Leben.
    Friedrich Schiller (1759-1805), Huldigung der Künste
  • Aus der Krähe wird keine Taube.
    ndt] Ous der Krô wird nichen Douf. Siebenbürgen/Sachsen
  • Aus der Kriegsschule des Lebens - Was mich nicht umbringt, macht mich härter.
    Nietzsche (1844-1900)
  • Aus der Krô wit nigen Dauw.
    Schässburg
  • Aus der Krümme in die Beuge kommen.
    i] In einen andern ebenso schlimmen oder noch schlimmern Zustand geraten.
  • Aus der Laus ein Kamel machen.
    Martin Luther (1483-1546)
  • Aus der Leere (d. i. aus nichts) kann man kein Bauerntuch und aus zwei Fellen keinen Pelz machen.
    ee] Tühjast ei saa tüssi teha ega kahest nahast kasukat.
  • Aus der Leere (d. i. dem Mangel) bekommt man nichts.
    ee] Tühäst ei saa midagi.
  • Aus der Luft gegriffen sein.
  • Aus der Lüge kann kein Leben erblühen, und Gott kann nicht gerettet werden durch den Teufel.
    Heinrich Heine (1797-1856), Die Romantische Schule
  • Aus der Lungen und nicht aus dem Herzen reden.
  • Aus der Lust in den Wust ist nur ein Schritt.
  • Aus der Mahlmühle in die Salzmühle.
    Rumänien
  • Aus der Masse herausstechen/herausragen.
  • Aus der Mätresse eines Mannes lässt sich viel auf den Mann schließen, man sieht in ihr seine Schwachheiten und seine Träume.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen
  • Aus der Maus wird ein Haus.
    Böhmen
    i] Aus Kleinem Großes.
  • Aus der Mode kommen.
    es] Pasar de moda.
  • Aus der Mottenkiste stammen.
  • Aus der Nähe betrachtet.
  • Aus der Nase ziehen.
  • Aus der Natur, nach welcher Seite hin man schaue, entspringt Unendliches.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 1409
  • Aus der Nessel Gefahr pflücken wir die Blume Sicherheit.
    en] Out of this nettle, danger, we pluck this flower, safety.
    William Shakespeare (1564-1616), König Heinrich IV., 1. Teil, II, 3 (Percy)
  • Aus der neunten Suppe ein Schnidl (Schnittchen, Brocke).
    Oberösterreich
    i] Von sehr entfernter Verwandtschaft.
  • Aus der neunten Suppe ein Tünklein.
    Jüdisch-deutsch] Küh-Batsch-Ferds- Stöckele.
    i] Gleichsam eine Verwandtschaft zwischen der Peitsche, womit die Kuh, und dem Stock, womit das Pferd angetrieben wird)
  • Aus der Not ein Tugend machen.
    i] Eine jüdisch- deutsche Redensart in Podolien drückt denselben Gedanken, besonders wenn sich jemand bei einer feierlichen religiösen Zermonie eines Formfehlers schuldig macht, so aus: 'Leiser kocybiewker benscht (verrichtet den Segenspruch) Chanüke-Licht mit der Schicksl (Christenmädchen).' Die Redensart wird von folgendem Vorgang abgeleitet: ein Jude Namens Leiser aus Kocybiewka, kam an einem Freitagabend spät nach Hause. Da erinnerte er sich, dass er noch keine Chanuka-Lichte 'gebenscht' habe. Seine Verlegenheit wuchs, als er bemerkte, dass der Sabbat bereits herangebrochen war, und er kein Licht mehr anrühren dürfe. Da ergriff er das anwesende Christenmädchen, nahm es auf seine Arme und verrichtete mit ihr diese Zeremonie.
    zit] Macht eine Tugend aus der Not.
    en] To make a virtue of necessity.
    fr] Faire de nécessité vertu.
    nl] Van de nood eene deugt maken.
    it] Bisogna fare della necessità virtù.
    la] facere de necessitate virtutem. Hieronymus, Epistulae
    la] Necessitate parere.
    se] Göra en dygd af nödwändigheten.
    es] Cede á la borrasca que no se puede disipar.
    es] Hacer de la necesidad virtud.
    es] Hacer de tripas corazón.
  • Aus der Not eine Tugend machen.
    en] To make a virtue of necessity.
    fr] Il faut faire de nécessité vertu.
    it] Bisogna fare della necessità virtù.
    la] Necessitati parere.
    es] Cede á la borrasca que no se puede disipar.
    es] Hacer de la necesidad virtud.
    es] Hacer de tripas corazón.
  • Aus der Not hilft kein Schreien (o. Handeln).
  • Aus der Not in den Tod.
  • Aus der Nuss fahren.
  • Aus der Pfanne bin ich in die Kohlenglut gefallen.
    it] Sono caduto dalla padella nella brace.
  • Aus der Pfanne in die Kohlen kommen.
  • Aus der Pfanne ins Feuer fallen.
    zit] Ich fiel nun aus der Pfanne in das Feuer, nach jenem Sprichwort, das bei dem Volke gilt. Ariost, Rasender Roland
    fr] Sauter (tomber) de la poêle dans la braise.
    nl] Hij is uit de pan gerold, om op de kolen gebraden te worden.
    nl] Uit de pan in het vuur springen.
    it] Sono caduto dalla padella nella brace.
    es] Caer de la freidara en las brazus.
  • Aus der Physiognomie lassen sich keine festen Regeln für die Beurteilung des menschlichen Charakters herleiten: sie gestattet Vermutungen.
    Jean de La Bruyère (1645-1696), Die Charaktere
  • Aus der Pistole geschossen.
  • Aus der Quelle schöpft man das reinste Wasser.
  • Aus der Quelle soll man schöpfen.
  • Aus der Raupe wird ein Schmetterling.
  • Aus der Red kent man den Toren, wie die Esel bei den Ohren.
    la] Plurima edens, permulta bibens, mala plurima dicens.
  • Aus der Rede erkennt man das Leben.
    mhd] Rede âne got sint toren spel.
    nl] Uit de reden kent men de zeden.
    la] Oratio est index animi.
    la] Nemo suis verbis praestantior.
  • Aus der Reihe fallen.
  • Aus der Reihe tanzen
    en] to do o's own thing
    fr] faire bande à part - n'en faire qu'à sa tête
    it] fare di testa propria
    la] extra chorum saltare. Erasmus, Adagia
    es] Ir a la suya.
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