DICTUM

Sprichwort, adage, proverb, saw, saying, byword, proverbe, proverbio, refrán, frase proverbial, ditado, provérbio, przysłowie, Redensart, colloqualism, idiom, expression, phrase, tournure, poncif, dicton, expresión, frase hecha, locución, frase fatta, modo di dire, expressão idiomática, powiedzenie, powiedzonko, Zitat, quotation, citation, excerpt, quote, cita, citazione, detto, sentenza, passo, citação, Sentenz, sententia, proverbium, adagio, adagium, locutio, dictum, Spruch, carmen, elogium, pronuntatio, Redensart, phrase, collocation, locution

  • Aufgabe der Weltgeschichte ist es, das Bild der Entwicklung nachzuzeichnen, dank deren die Menschheit aus dem Zustand der Wildheit zu dem Zustand gelangt ist, in dem wir sie heute sehen.
    Wissarion Grigorjewitsch Belinski (1811-1848), Über das Buch 'Leitfaden für das Studium der Geschichte der Neuzeit'
  • Aufgabe des Historikers ist es nicht, Tugendpreise zu verteilen, Denkmalsentwürfe vorzuschlagen, noch irgendeinen Katechismus aufzustellen; er hat vielmehr das am wenigsten Individuelle in den Ereignissen zu verstehen; die Fragen, die Chronikschreiber interessieren und Romanschriftsteller begeistern, lässt er am liebsten beiseite.
    Georges Sorel (1847-1922), Réflexions sur la violence
  • Aufgabe des Lebens, seine Bestimmung ist Freude. Freue dich über den Himmel, über die Sonne, über die Sterne, über Gras und Bäume, über die Tiere und die Menschen. Und sei auf der Hut, dass diese Freude durch nichts zerstört wird.
    Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), Tagebücher (1889)
  • Aufgabe des Sozialismus ist es, alle Produktionsmittel in das Eigentum des gesamten Volkes zu überführen, jedoch keineswegs, die Schiffe an die Schiffsarbeiter, die Banken an die Bankangestellten zu übereignen.
    Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924)
  • Aufgabe Österreichs ist es, über den ganzen Erdkreis zu herrschen.
  • Aufgebitcht sein.
  • Aufgedonnert.
    en] In full feather /dressed to kill.
  • Aufgefordert, in aller Kürze den Begriff Kunst zu definieren, könnte ich ihn nur bezeichnen als die Reproduktion dessen, was unsere Sinne durch den Schleier der Seele von der Natur wahrnehmen.
    Edgar Allan Poe (1809-1849), Marginalien
  • Aufgehen wie ein Hefekuchen/Hefekloss.
  • Aufgehen wie ein Pfannkuchen.
  • Aufgehn wie en Nudltaig.
    Oberösterreich
    i] Von einem Jähzornigen.
  • Aufgeklärt sein heißt: Sich vor sich selbst nicht ängstigen.
    Gerhard Szczesny, Das so genannte Gute
  • Aufgeklärte Männer verkünden Urteile gegen sich selbst.
    China
  • Aufgeklärtheit und Aufrichtigkeit sind also der wahre Maßstab für Autorität in der Rede.
    Denis Diderot (1713-1784), Autorität in der Rede und in der Schrift
  • Aufgekratzt.
    en] Full of vim.
  • Aufgepasst, die Hanswursteln kommen.
    i] Eine im deutsch-französischen Kriege 1870 unter den Bayern entstandene Redensart, auf welche die bunte Kleidung der Spahis, Turkos und Zephyrs einen durchaus komischen Eindruck machte. Als sie das erste mal anrückten, lief durch die bayerischen Reihen der Ruf: 'Aufgepasst, die Hanswursteln kommen.' Die Preußen wurden ebenso wenig von ihnen eingeschüchtert. Als die Königin Augusta einen Landwehrmann fragte, ob nicht die Turkos einen schrecklichen Eindruck auf sie gemacht hätten, erwiderte er: 'Schrecklichen Eindruck, uf mir? Nê Majestät, aber ick uf ihnen.'
  • Aufgeputzt wie die Schippenkönigin im Kartenspiel.
  • Aufgeputzt wie ein Kutschpferd (o. Meisterochs, Schlittenpferd).
    i] Beziehung auf den Mastochsen, den die Pariser Fleischergesellen in den letzten Faschingstagen aufgeputzt durch die Straßen führen, sagt der Franzose: Promener comme le b?uf gras.
  • Aufgeputzt wie ein Meisterochs.
  • Aufgeputzt wie ein Schlittenpferd.
  • Aufgeregte Gemüter zittern vor Hoffnung und Furcht.
    Ovid, Festkalender
  • Aufgerissene Wunden schmerzen am meisten.
  • Aufgerödelt sein.
  • Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
    ndt] Offgeschowen üss nödd offgehowen. Trier
    en] All is not lost that is delayed.
    en] Forbearance is no(t) acquittance.
    en] It's only postponed not cancelled.
    en] Postponement (o. postponed) is not abandonment (o. abandoned).
    en] To put off is not to put aside.
    fr] Ce qui est différé n'est pas perdu.

    Différé n'est pas perdu.
    fr] Partie remise n'est pas perdue.
    nl] Uitstel is geen afstel (kwitschel).
    nl] Van uitstel komt afstel.
    it] Cosa differita non è perduta.
    it] Differire perdonare non vuol dire.
    it] Differire una cosa non vuole dire abbandonarla.
    it] Partita rimandata non è persa.
    la] Quod differtur non aufertur.
    la] Mora est allata rei, non causa sublata.
    la] Quod differtur, non aufertur.
    se] Gömdt är icke glömdt.
    es] No se pierde lo que se dilata.
    un] A régi kölcsönözés se ajándék.
  • Aufgeschobene Reu' ist kein Korn, ist eitel Spreu.
    it] La penitenzia indugiata fina all' estrema vita della morte, non loda, è inutile.
  • Aufgesprungene Birken geben (haben) wenig Saft.
    i] Das Alter besitzt nicht die Lebensfrische der Jugend!
  • Aufgestellt ist nicht gefangen.
  • Aufgewachsen sein wie Spargel.
    i] Ohne Bildung.
  • Aufgewärmt ist nur ein Gulasch gut.
  • Aufgewärmt Zeug.
  • Aufgewärmte Pasteten und versöhnte Feinde sind gleich gut.
    es] Ni pastel recalentando, ni amigo reconciliando.
  • Aufgewärmte Scherze und aufgewärmte Suppen schmecken nicht wohl.
    es] Burlas de manos, burlas de villanos.
  • Aufgewärmte Speise wird leicht zuwider.
    la] Crambe repetita mors est. - Sumere non opto bucellam ex jure recocto.
  • Aufgewärmte Speise, Ärzte, die nicht weise, und die bösen Weiber sind Gesundheitsräuber.
    la] A cibs bis cocto, a medico indocto, a mala muliere libera nos domine.
  • Aufgewärmte Suppe ist gut für eine Puppe.
  • Aufgewärmte Suppe und eine gewünschte Frau sind dasselbe.
    ee] Soendud supp ja soovitud naene on üks.
  • Aufgewärmte Suppe und Liebe schmecken nicht mehr gut.
    pt] As sopas, e os amores, os primeiros são os melhores.
    es] Las sopas y los amores, los primieros son mejores.
  • Aufgewärmter Kohl bringt die armen Schulmeister um.
    la] Occidit miseros crambe repetita magistros.
    Juvenal (60-127)
  • Aufgewärmter Kohl macht dem Tode wohl.
    i] Der Tod freut sich, weil er durch ungesunde Nahrung, wie aufgewärmter Kohl ist, nur gewinnen kann.
  • Aufgewärmter Kohl schmeckt (o. tut) nicht wohl.
    i] Die wiederholte Besprechung desselben Gegenstandes in derselben Weise erregt Überdruss und Missfallen.
    zit] Chasir is treife. Jüdisch-deutsch (Das Schwein ist unerlaubt zu essen. Chasir heißt aber nicht bloß Schwein, es steht auch für 'wiederholen')
    la] Crambe bis costa (posita) mors.
  • Aufgewärmter Kohl sein.
  • Aufgewärmter Kohl verdirbt den Magen.
  • Aufgewärmter Kohl.
    i] Eine alte Geschichte; schon sprichwörtlich bei Juvenal, Satiren; Sat. 7, 157 'Crambe repetita occidit magistros', es tötet die Schulmeister der oft aufgewärmte Kohl.
  • Aufgewärmtes Fleisch, das zäh, behüt' uns Gott vor solchem Weh'.
  • Aufgewärmtes Gericht verkehrt das Gesicht.
    i] Man will's nicht essen, man wendet sich ab davon.
  • Aufgeweckte Jungen - unausgeschlafene Männer.
    Karl Kraus (1874-1936), Aphorismen. Zeit
  • Aufgewichst, der Herr Vetter kommt!
  • Aufgewirbelter Sanktub stört nicht die Vorangehenden, sondern die Nachfolgenden.
  • Aufgewirbelter Staub stört nicht die Vorangehenden, sondern die Nachfolgenden.
  • Aufgrund der Erinnerung bildet sich bei den Menschen die Erfahrung, denn die vielfache Erinnerung an dieselbe Sache erzeugt die Kraft einer einheitlichen Erfahrung.
    Aristoteles (384-322 v. Chr.), Älteste Metaphysik
  • Aufgrund der Umstände
    la] ex occasione
  • Aufgrund der Wirksamkeit
    i] Diagnose im Nachhinein, der angewandten Medikamente
    la] ex iuvantibus
  • Aufgrund einer testamentarischen Verfügung
    la] ex testamento
  • Aufgrund von Schüchternheit starb die Schildkröte in einem Boot.
  • Aufgrünt er in Ehre der Ahnen.
    la] Avito viret honore.
    Inschrift des Wedischen Kronenordens
  • Aufgstöida Henadreck.
  • Aufgwärmt is nua a Gulasch guat.
  • Aufgwécktè Kiina vaschlôffn oft 's spadarè Leèm.
  • Aufhören auf etwas herumzureiten.
    en] Don't beat a dead horse.
  • Aufhören ist Kunst.
  • Aufhören, eh' es zu viel wird, ist Weisheit.
  • Aufklärung in allen Ständen besteht eigentlich in richtigen Begriffen von unsern wesentlichen Bedürfnissen.
    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Aphorismen (Sudelbücher), 1789 - 1793
  • Aufklärung ist Ärgernis.
  • Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.
    Immanuel Kant (1724-1804), Werke (1838-1839), Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?
  • Aufklärung ist richtige, volle, bestimmte Einsicht in unsere Natur, unsere Fähigkeiten und Verhältnisse, heller Begriff über unsere Rechte und Pflichten und ihren gegenseitigen Zusammenhang. Wer diese Aufklärung hemmen will, ist ganz sicher ein Gauner oder ein Dummkopf, oft auch beides, nur zuweilen eins mehr als das andere.
    Johann Gottfried Seume (1763-1810), Apokryphen
  • Aufklärung ist Zucker ... aber eine überzuckerte Speise ist fade, widriger und schlechter als eine, die mäßig oder gar nicht gezuckert ist. Der Unfug, den man mit dem Worte 'Aufklärung' getrieben hat, ... machte sie beinahe zum Ekelnamen.
    Karl Julius Weber (1767-1832), Demokrit (1832-1840), Die Aufklärung
  • Aufklärung: Die Vernunft macht immer heller, in welchem Dunkel wir leben.
    Ludwig Marcuse
  • Aufkreuzen.
    es] Aparecer, presentarse, dejarse ver.
  • Auflehnung - Demut. Was liegt dazwischen? Weisheit oder Ergebung?
    Arthur Schnitzler (1862-1931), Zurückgelegte Sprüche
  • Auflehnungen, die mehr sind als ein Putsch, mehr als ein frech vom Zaun gebrochenes Spiel, tragen die Gewähr des Sieges in sich, wenn nicht heute, so morgen.
    Theodor Fontane (1819-1898), Von zwanzig bis dreißig
  • Aufm Misthaufen ist alles unflätig.
  • Aufmerksam beobachten.
    en] To keep an eye on.
  • Aufmerksam hab' ich von jeher gesucht, auch aus dem Feindseligen selbst Vorteil zu ziehen, denn dadurch lernt ich ja eben erst Menschen und Welt kennen, indem ich einsehen lernte, wie und warum sie sich mir entgegenstellten: mit Recht oder Unrecht, mit Überzeugung oder misswollen, heimlich oder öffentlich, tückisch oder gewaltsam.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Hotho, 19.4.1830
  • Aufmerksam wie ein Kriminalrichter.
  • Aufmerksame Ohren haben.
    fr] Avoir oeil au guet.
  • Aufmerksamkeit auf die Fehler anderer entspringt immer der Unachtsamkeit auf sich selber.
  • Aufmerksamkeit auf die kleinsten Begebenheiten, tiefklingende Beobachtung und heitere Überlegung machen den großen Menschen. Dadurch wurde Galilei groß und Newton ? und jedermann, der es wurde. Alles in der Welt fängt Wurzel vom kleinen.
    Wilhelm Heinse (1746-1803), Aphorismen
  • Aufmerksamkeit auf Gott und Achtsamkeit auf jene Momente, wo der Strahl einer himmlischen Überzeugung und Beruhigung in unsre Seelen einbricht, ist das Wohltätigste, was man für sich und seine Lieben haben kann.
    Novalis (1772-1801), VI. Tagebuchaufzeichnungen, den 15ten April 1800
  • Aufmerksamkeit erregen.
    en] To arrest attention.
  • Aufmerksamkeit ist das Leben.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Wanderjahre I, 6
  • Aufmerksamkeit ist die höchste aller Fertigkeiten und Tugenden.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), zu Müller, 30.11.1816
  • Aufmerksamkeit und Liebe bedingen einander wechselseitig.
    Hugo von Hofmannsthal (1879-1929), Bund der Freunde
  • Aufmerksamkeit, mein Sohn, ist, was ich dir empfehle,
    Bei dem, wobei du bist, zu sein mit ganzer Seele.
    Friedrich Rückert (1788-1866), Weisheit des Brahmanen
  • Aufmöbeln.
  • Aufmucken.
  • Aufmunterung nach dem Tadel, ist Sonne nach dem Regen, fruchtbares Gedeihen.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an A. F. Oeser, 9. Nov. 1768
  • Aufnahmen [hier: Fotos] machen.
    en] To take pictures.
  • AUFO.
    it] Abbreviazione di Ad usum Florentinae Operae.
  • Aufopferung eigener Interessen ist ein Takent, das den Priestern der Liebe ebensosehr abgeht wie den sündigen Laien.
    Heine, Reisebilder
  • Aufpassen muss man auf Minister, die nichts ohne Geld machen können und auf Minister, die alles nur mit Geld machen wollen.
    Indira Gandhi (1917-1984), indische Politikerin, Premierministerin
  • Aufpassen wie a Hacht (Habicht).
    Franken
  • Aufpassen wie ein Heftelmacher/Haftelmacher/Häftlimacher.
  • Aufpassen wie ein Luchs.
  • Aufpassen wie ein Schiesshund.
  • Aufpassen.
    en] To pay attention.
  • Aufrecht Gemüt macht gut Geblüt.
  • Aufrecht hat (o. ist) Gott lieb.
  • Aufrecht hat Gott lieb.
  • Aufrecht hinkt nicht.
    i] Von moralischer Geradheit.
  • Aufrecht und lang steht Fürsten wol an.
    la] Est procerum, vere procerum corpus habere.
  • Aufrecht wie ein leerer Mehlsack.
  • Aufregung ist kein Programm.
    Tomás Garrigue Masaryk (1850-1937)
  • Aufregung tötet nicht.
    ee] Ärgitemine ei tapa.
  • Aufrichten, vnd vnverdrossen hats vil vnd offt genossen.
  • Aufrichtig erfreue ich mich Ew. Wohlgeboren fortgesetzter Tätigkeit auch fürs Ganze: es ist gewiss gegenwärtig kein größeres Verdienst als für das Wohl einzelner Staaten zu arbeiten, weil alles Zweckmäßige und Wohlerreichte als Beispiel und Anfeuerung allen zu gute kommt.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an J. F. v. Cotta, 27.3.1815
  • Aufrichtig sein und redlich (o. ehrlich) bringt Gefahr.
    en] To be direct and honest is not safe.
    William Shakespeare (1564-1616), Othello (um 1601-1605). Übers. v. Graf Baudissin. A. 3, Sz. 3 (Jago)
  • Aufrichtig und ausdauernd.
    i] Inschrift des russischen Weißen-Adlerordens
    la] Sincere et constanter.
  • Aufrichtig währt am längsten und wirkt am sichersten.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), an Knebel, 19. Aug. 1825
  • Aufrichtig zu sein, kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht.
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Maximen und Reflexionen 184
  • Aufrichtig, treu und fest in allen Dingen gibt sicherste Gewähr für das Vollbringen.
    i] Der Badische Kriegsminister von Beyer auf einem Gedenkblatt im Germanischen Museum in Nürnberg.
  • Aufrichtige Reu verdient (findet) Verzeih.
  • Aufrichtige und einfache Menschen sind gerade ihrer Einfachheit wegen schwer hinters Licht zu führen, für Betrügereien und bestechende Vorspielungen sind sie nicht empfänglich.
    Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Der Gesellschaftsvertrag
  • Aufrichtige Worte sind nicht geziert, gezierte Worte sind nicht aufrichtig. Der Tugendhafte ist nicht sprachgewandt, der Sprachgewandte nicht tugendhaft.
    Lao-Tse (6. Jh. v. Chr), Tao-teking
  • Aufrichtigkeit führt meist ins Verderben.
    la] Ad perniciem solet agi sinceritas.
  • Aufrichtigkeit ist die Quelle aller Genialität, und die Menschen wären geistreicher, wenn sie sittlicher wären.
    Ludwig Börne (1786-1837), Verm. Aufsätze (1844)
  • Aufrichtigkeit ist die Zuflucht derer, die weder Phantasie noch Taktgefühl haben.
    Henry de Montherlant
  • Aufrichtigkeit ist ein seltsam Wildpret in unserer Zeit.
    nl] Opregtheid woont meest bij een voudigheid.
  • Aufrichtigkeit ist eine Tugend, wo sie noch gefunden wird.
    dk] Opriigtighed erendyd, hvor den ogsall findes.
  • Aufrichtigkeit ist Gott angenehm.
  • Aufrichtigkeit ist Offenheit des Herzens, und man findet sie bei sehr wenigen Menschen. Die man gewöhnlich so sieht, ist nichts als feine Verstellung, um das Vertrauen anderer zu gewinnen.
    François de La Rochefoucauld (1613-1680), Reflexionen
  • Aufrichtigkeit um jeden Preis ist die Tugend derjenigen, denen es an Phantasie und Taktgefühl mangelt.
  • Aufrichtigkeit wird löblich sein,
    Grobheit soll von uns weichen.
    Wer lässt sich gern den reinen Wein,
    in schmutzigem Glase reichen!
    Paul Heyse (1830-1914), Spruchbüchlein (1885), Lebensweisheit, Suaviter in modo
  • Aufruhr macht aus zwei Städten eine.
    dk] Oprör gjör to byer af een.
  • Aufruhr und Zwietracht haben stets großen Schaden gebracht.
    dk] Kiv og oprör stor skade gjör.
  • Aufs Abstellgleis geraten.
  • Aufs Abstellgleis geschoben werden.
  • Aufs Altenteil setzen.
  • Aufs Besserwerden hofft man stets (hofft jeder) auf Erden.
    la] Forsan miseros meliora sequentur.
  • Aufs Blech haün.
  • Aufs bloße (o. ehrliche) Gesicht borgt man nicht.
    la] Fronti nulla fides. Juvenal
  • Aufs bloße Wort glauben nur Narren.
    Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924), Über Abenteurertum
  • Aufs Dach bekommen/geben.
  • Aufs Dach steigen.
  • Aufs ehrliche Gesicht borgt man nicht.
  • Aufs eigene Glück kann man notfalls verzichten, wenn man die glücklich macht, die man liebt.
  • Aufs Eis leiten.
  • Aufs Essen folgt Husten - auf Worte Streit.
  • Aufs falsche Pferd setzen - sich den falschen Finger verbinden
    en] to back the wrong horse
    fr] miser sur le mauvais cheval
    it] puntare sul cavallo perdente
  • Aufs falsche/ein falsches Gleis geraten.
  • Aufs gachi Glück.
    Oberösterreich
    i] Aufs Geratewohl.
  • Aufs Ganze gehen.
    en] To go the whole hog.
    es] Jugárselo todo.
  • Aufs Ganze gehen
    en] to stake everything an one card (o. chance) - to play (at) double or quit(s) - to put all eggs in one basket - to go nap
    fr] jouer son va-tout (o. quitte ou double) - risquer le tout pour le tout - mettre tous ses?ufs dans le même panier
    it] puntare tutto su una carta - andare (o. gettarsi) allo sbaraglio
    es] Jugárselo todo.
  • Aufs Gas treten/drücken/steigen.
  • Aufs Gemüt schlagen.
  • Aufs geratewohl ist kühn, aber nicht klug.
    fr] Qui ne se met a l'aventure ne trouve cheval ne monture.
  • Aufs Geratewohl leben.
    zit] Hat diss volck (das deutsche), so tut es, und lobt Sanct Martin, lebt in Tag auff geradt wohl.
  • Aufs Geratewohl legt man die Eier zum Brüten.
  • Aufs Gesicht hin darf man nicht leihen.
    Estland
  • Aufs Glatteis geraten; sich aufs Glatteis begeben.
  • Aufs Gleiche hinauslaufen.
  • Aufs Haar!
    la] Ad amussim.
    la] Ad unguem.
  • Aufs Haupt schlagen.
  • Aufs Haus gehen.
  • Aufs Herz zielen.
    la] Jugatum causae premere.
    Plinius (23-79)
  • Aufs Hölzlein steigen.
    i] Auf die Kanzel.
  • Aufs Kerbholz borgen.
    zit] Ich schneid oft an ein Kerbholz an, das hab' ich manchen Wirt getan.
  • Aufs Kerbholz nehmen.
  • Aufs Kerbholz reden.
    i] Von denen, die viel versprechen und wenig halten, namentlich gern mit Versprechungen bezahlen.
    zit] Vnd hab oft an ein Kerb geredt, da niemand kein bezalung thedt.
    zit] Der viel verheisst an eim Kerbholtz, zuletst dir fidert einen Boltz.
    zit] Vnd wenn der Wirt will haben gelt, triff ich das loch weit übers feld. Mit meinen fersen bezalt ich das, so an der kerben zeichnet was, mein Herr mir selber also thett, der mich auch an das kerbholtz red.
    i] Man bediente sich früher, als nur wenige Lesen und Schreiben konnten, in vielen Angelegenheiten eines einfachen Stück Holzes zur Buch- und Rechnungführung, wie zu Bekanntmachungen u. dgl. Darauf bezieht sich das dänische Sprichwort: Lende budstikken om, og byde i leding, ved et stykke træ med kongens naon i enderne; d.i.: Sende die Botschaft herum und lade mit diesem Stückchen Holz, an dessen Ende sich des Königs Namen befindet, zur Versammlung ein. Dies Holz gab der Vogt aus, um von Mann zu Mann zu gehen. Noch früher sandte man einen am Ende gebrannten Weidenzweig unter die Bauern, wenn sie gegen den Feind ausrücken sollten. Wer nicht zum Zuge stieß, wurde in seinem Bezirke gehängt und sein Haus wurde angezündet.
  • Aufs Kerbholz sündigen.
    nl] Hij zondigt al op den ouden kerfstok aan.
  • Aufs Kerbholz zehren.
    fr] Il recommence sur nouveaux frais.
  • Aufs Korn nehmen.
  • Aufs Kreuz fallen/legen.
  • Aufs Loch gehört ein Pflaster.
  • Aufs Maul fallen.
    fr] Aller parterre.
  • Aufs Moos kommen.
    i] Eine alte Jungfer werden, als alte Jungfer sterben. Die Schweiz besitzt mehrere Moore, welche der Volkswitz zum Aufenthalt ledig verstorbener Jungfrauen bestimmt hat. Das bekannteste ist das Moos, das in der obigen Redensart gemeint ist, auf welchem die Mädchen, welche unverheiratet gestorben sind, wie in Bayern Geibitzen (Kiebitze) hüten müßen. Für nicht heiraten gebraucht man auch in demselben Sinne die Redensart: Auf das Gyritze- Moos kommen. In Appenzell: Is Henamoos (ins Hühnermoor) cho; und am Bodensee: ins Gewizzamoos. Im Pinzgau kommen sie auf das Brugger Moos, um dort Bachscheider (Scheite, mit denen der Backofen geheizt wird) zu roseln (sieben, reinigen) und Ladhölzer zu säen, d.h. Bohlen, Pfosten, dicke Breter, wie Getreide zu sieben. Bei Winterthur ist es ein kahler Heideplatz, Gerütze, Geritze oder Grutz genannt, auf dem die alten Jungfern sitzen und Hosen flicken müßen. In Tirol ist das störz'gar (sterzinger) Moos, ein ehemaliger Seeboden von 1/12 Quadratmeile im Umfange und die tiefste Stelle des weiten Talbeckens von Sterzing, der Strafort für alle Mädchen des ganzen Landes, die durch das Reitern (Sieb) fallen oder ins Moos gehören, d.h. ledig sterben. Nach dem Volksglauben kriechen sie am Tage als hässliche Moosschnecken herum und tanzen des Nachts als Spukgestalten, oder tragen, wie man in Kastelrut (Kreis Botzen) glaubt, den Junggesellen die Nas- oder Schnupftücher nach. Nach einer andern Volksmeinung müßen sie im nasskalten Moorboden stehen und bis zum Jüngsten Tage das sterzinger Moos mit den Fingern nach Spannen ausmessen, wobei ihnen nur der Trost bleibt, dass auch die alten Junggesellen ihre Züchtigung erhalten. Die Bewohner der Färöer schicken ihre ledigen Männer in den Nåkarlskrog und ihre unverheirateten Mädchen auf die Skålebånk.
  • Aufs neu freuet man sich immerdar, da doch das alt oft besser war.
    la] Omne nouum charum, uilescit quotidianum.
  • Aufs neue wieder.
    es] De nuevo, nuevamente.
  • Aufs Neue wird jedes Samenkorn erweckt, genauso verläuft das Leben.
  • Aufs Ohr legen/hauen.
  • Aufs Pfeifen und aufs Singen gehört ein fröhlich Springen.
  • Aufs richtige Pferd setzen.
  • Aufs sterzinger Moos wandern.
    i] Eine alte Jungfer werden.
    zit] Und Diandl, was thätst du, wenn treffet mi 's Loos? (Zum Eintritt ins Heer.) Du müsstest halt wandern aufs sterzinger Moos.
  • Aufs Stroh kommen.
    zit] Josua hat mit der Posaunen Schall die starken Mauern der festen Stadt Jericho zu Boden geworfen; als er aber vor das kleine Städtchen Ai gerückt ist, da ist er aufs Stroh gekommen.
  • Aufs Tapet kommen/bringen.
  • Aufs Töpfchen müssen.
  • Aufs tote Gleis/Abstellgleis geraten.
  • Aufs Tüttelchen.
  • Aufs Ungehoffte war ich nicht bereitet,
    Doch sollt ich's auch erwarten: wusst ich nicht,
    dass ich mit einem Weibe handeln ging?
    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Iphigenie A I Sz 3 (Thoas) Vs 478f.
  • Aufs Wetter fluchen, ist schlechte Farmwirtschaft.
    USA
  • Aufs Wort gehorchen/parieren.
  • Aufs Wörtlein folgen Streiche.
  • Aufschieb ist ein Tagedieb.
  • Aufschieben ist nur gut fürs Käsemachen.
  • Aufschiebungen finden niemals ein Ende.
  • Aufschneiden.
    en] To draw the long bow.
  • Aufschreiben ist gut fürs Merken.
  • Aufschub bringt (oft) Gefahr.
    dk] Forhaling er skadelig naar alting er bereed.
    en] Delay breeds danger.
    fr] Il ne faut jemals à la nuit, ce qu'on peut faire de jour.
    fr] Il ne faut jamais remettre la partie au lendemain.
    it] Lo indugio piglia vizio.
    la] Tolle moras, semper nocuit differre paratis.
  • Aufschub bringt Gefahr.
  • Aufschub bringt Kraft.
  • Aufschub der Mahlzeit steigert den Appetit.
    it] La dilazione augumenta il desiderio.
  • Aufschub einer guten Tat hat schon oft gereut! Hurtig leben ist mein Rat, flüchtig ist die Zeit!
    Johann Wilhelm Ludwig Gleim, An Leukon
  • Aufschub einer guten Tat
    Hat schon oft gereut!
    Joh. Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803), Gedichte, An Leukon (gedr. 1764); Melodie von Karl Spazier (1761-1805) (komp. 1793)
  • Aufschub in Gefahr bringt oft ein böses Jahr (o. kann bringen graue Haar).
    dk] Forhaling i fare er paafölgende lendig heds moder.
  • Aufschub ist der Dieb an der Zeit.
    var] Der Aufschub ist der Dieb der Zeit.
    var] Aufschub ist ein Tagedieb.
    var] Der Aufschub stiehlt die Zeit.
    England.
    böhm] Cas casu nepracuje.
    en] Procrastination is the thief of time.
    nl] Uitstel is de dief van den tijd.
  • Aufschub ist ein Tag(e)dieb.
  • Aufschub verdirbt die Dinge nicht, sondern macht sie besser.
    Nigeria
  • Aufsehen ist die beste Schantz.
  • Aufsehen ist im Spiel das Best.
  • Aufsicht über die Sitten
    la] regimen morum
    Titus Livius (59 v. Chr.-17 n. Chr.), Ab urbe condita
    Moralwächter; Sittengericht
  • Aufsichtig, aufrichtig, macht Frauen tüchtig.
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